Ewigkeit wahrnehmen
Hallo liebe alle,
Ewigkeit ist für mich ganz offensichtlich bereits jetzt; aber auch etwas, auf das wir zugehen und wo im weiteren langfristig alles ganz anders sein wird.
Was habt ihr für Vorstellungen von Ewigkeit - jetzt wie langfristig?
Welche Aussagen der Bibel begleiten euch dabei?
Ich freue mich auf eure Eindrücke und Austausch.
LG von Seidenlaubenvogel
Ewigkeit ist das Schönste, was Gott uns schenken kann. In Gott können wir ewiges Sein empfangen. Damit sind wir der vergaenglichen Welt überlegen. Gott steht nur mit den Füßen in der Zeit. Und ist ansonsten im Ewigen unterwegs.
Von Zeit zu Zeit begegnet mir die Ewigkeit ganz unverhofft wieder. 😉 … die Tage habe ich einen Text gelesen, der mich angesprochen hat. Doris Bewernitz (geboren 1960) endet darin mit den Worten „getragen bin ich von Ewigkeit“. Auf der Suche nach diesem Text habe ich ein weiteres Gedicht entdeckt. Johann Gottfried Herder (1744-1803) beschreibt unser Leben als Traum und sieht uns bereits jetzt inmitten der Ewigkeit.
Und teilen möchte ich hier mit euch noch diese Zeilen von Khalil Gibran (1883-1931), die mich sehr faszinieren.
Wenn ein Narr dir erzählt, dass die Seele
mit dem Körper zusammen vergeht,
und das, was einmal tot ist, niemals wiederkehrt,
so sage ihm:
Die Blume geht zugrunde,
aber der Same bleibt zurück
und liegt vor uns, geheimnisvoll
wie die Ewigkeit des Lebens.
"Wohin gehen wir? Immer nach Hause."
Novalis
...........
Achso. Ist nicht aus der Bibel.
Aus einem Gemeindelied:
"Wenn am Schemel seiner Füße
und am Thron schon solcher Schein,
o was muss an seinem Herzen
erst für Glanz und Wonne sein,
erst für Glanz und Wonne sein."
(5. Vers von "Freuet euch der schönen Erde", P. Spitta 1827).
Nachtrag:
Spittas Lied nimmt Bezug auf Jesaja 66,1 und Apg. 7,49. 🙂
Drei Zitate von KURT MARTI decken sich mit meinem Empfinden, Glauben & Denken:
"Was kommt danach? Oft stelle ich mir vor, mein Ego werde sich alsdann in Gottes Ewigkeit verlieren, vielleicht sogar auflösen.'Was immer zu Gott kommt, entfällt sich selbst (Meister Eckart)"
"Gott ist unser Jenseits. Das zu glauben genügt, und alles weitere (auch Verwandlung, Auferstehung usw.) bleibt ihm überlassen."
"'Ewig währt am längsten', behauptet eine Redensart. 'Währen' setzt allerdings die Zeitdimension voraus. Weil ohne Anfang und Ende, ist Ewigkeit aber Nicht-Zeit. Diese geht weit über die Vorstellungskraft von uns Zeitlingen hinaus und bleibt das Geheimnis der göttlichen Präsenz. Ihm gibt sich der Glaube anheim."
aus: Kurt Marti. Heilige Vergänglichkeit. Spätsätze, Stuttgart 2010, Radius-Verlag
L'Chaim