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Gastfreundschaft

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Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Ich mag Menschen, aber ein gastfreundliches Naturell habe ich wohl nicht. Wie haltet ihr es mit dem Thema, das ja zum Leben als Christ gehört?

Ich lebe allen in einer Wohnung mit Gästezimmer. Mir ist schon klar, dass ich bestimmen kann, wer mich besucht. Das Zimmer ist ein Arbeits- und Abstellraum und ich brauche es für Verwandten- Freunde- oder Notfallbesuche (Studenten, Praktikanten, die anfangs keine Wohnmöglichkeit gefunden haben.) Das ist für mich Gastfreundschaft, die ich gern gewähre.

Dann gibt es noch die Gäste, bei denen ich die Notwendigkeit für vorgeschoben halte. Sätze wie: „Da müsste ich ja am Nachmittag und nächsten Morgen jeweils 45 min im Auto sitzen“ lassen mich noch keinen Übernachtungsplatz anbieten. Auf eine direkte Bitte reagiere ich dann doch irgendwann. Oder ich werde mit einer dramatischen Geschichte von plötzlichem nicht-wissen-wohin überrascht. Das sind bei mir ausschließlich angenehme, kluge Menschen, die im Alltag nicht auffallen, aber ein bisschen einsam sind. Ich gehe auf sie ein, indem ich klare Regeln festlege, besonders, dass ich keine Zeit für sie habe. Sie brauchen ja auch „nur ein Plätzchen zum schlafen“, wollen alle meine Regeln übererfüllen und gar nicht stören. Es gibt aber immer! Gründe, warum das plötzlich diesmal doch nicht geht und oft noch ein unangenehmes Geklammer, wenn sich der Besuch nicht ausweiten lässt.

Ich wäre gern nicht gestresst davon (zeigt sich da nicht echte Gastfreundschaft?), aber schaffe das nur zeitweise. Oder gehört zur Gastfreundschaft etwa auch noch ein bisschen Seelsorge? Ich bin schon genervt, wenn ich mein Bad teilen muss.

Wie sieht ein gastfreundliches Leben aus, wenn man eher der Typ ist, der gern etwas zurückgezogen lebt? Wie sieht überhaupt Gastfreundschaft aus, die für alle Beteiligten gut gelingt?

Antwort
31 Antworten
Bergliebe
Beiträge : 131

Hallo,

also ich stelle mir Gastfreundschaft nicht vor, das da jemand bei uns übernachtet.

Ja, hatten wir auch schon, und es gefällt mir auch nicht so.

Wir haben ein sogenanntes "offenes Haus" mit vielen Gästen.

Da wir aktiv in der Flüchtlingsarbeit sind, haben wir ja auch Kontakt zu vielen Menschen mit anderer Nationalität.

In meiner Küche haben schon viele Menschen gekocht, aus allen Erdteilen.

Sowas gefällt uns gut.

Zum Hauskreis sind immer ca, 20 Personen da.

Alles schön und gut. Aber Übernachtungsgäste wollte ich nicht.

Ab und zu übernachtet ein Ehepaar bei uns. Sie haben einen langen Anfahrtsweg.

Aber, so wie du das machst, das du Menschen anbietest bei dir zu wohnen, bis eine passende Unterkunft gefunden wurde, ist schon viel Gastfreundschaft.

Bin ja dann eher auch nicht so gastfreundlich, wenn man es daran festmachen wil. Ob ich längerfristig jemand im Haus wollte?
Das müßte ich dann ganz klar gezeigt bekommen.
Ich war noch nicht in so einer Situation. Mein Mann und ich würden dann darüber beten.
Aber, jemand dann bei uns wohnen lassen, und man ärgert sich darüber, da die eigenen Gewohnheiten, gestört wären?

Nein, das ist auch nicht ok. Man soll ja mit freudigem Herzen........

So wie du das für dich beschreibst, finde ich dich schon gastfreundlich
LG. Bergliebe

bergliebe antworten


Neubaugöre
Beiträge : 11799

Das sind gute und wichtige Fragen. Danke dafür.
Mein erster Gedanke ist: Gibt denn die Schrift so gar nichts her in diesem Punkt?
Mein zweiter Gedanke ist, den Druck, den ganz sicher nicht Gott aufbaut, beiseitezuschieben.

Ich husche noch mal in die Schrift ... eine Mischung aus Jesaja 58 (das Fasten wie es Gott gefällt) und Maleachi (den fröhlichen Geber hat Gott lieb 😉) kommt mir in den Sinn als Spur zum Nachdenken.

Ich selbst bin am liebsten allein zuhause. Weil ich das brauche als Ruhepol und Ankerpunkt. Der ist mir wichtig. Und ich denke, es ist Gott genauso wichtig, dass ich ihn habe, dass ich - sagen wir es so - überhaupt einen Ruhepol, einen Ankerpunkt habe, mal von ihm natürlich abgesehen, ich meine schon einen "örtlichen" Punkt. Er bietet mir Rückzug, Schutz und die Ruhe zum (wieder) Auftanken. - Dennoch lade ich meinen Hauskreis zu mir ein, früher hatte ich Gottesdienste (alte Gemeinde) bei mir im Wohnzimmer. Alles ist immer sehr gesegnet. Auch Vorbereitungstreffen für Veranstaltungen haben schon bei mir stattgefunden. Ich gehe dann danach, was ich gern tue, weshalb mir Maleachi in den Sinn kommt. Ist mein "Tank" gefüllt mit der Liebe Gottes für andere, dann habe ich auch die Freiheit, einzuladen. Ich entscheide nach Situation. Und nie nie nie wieder lasse ich mir da Druck machen von irgendwem oder irgendwas, weil dies nicht Gottes Wesen entspricht und das wird dann einfach ignoriert und "des Landes verwiesen" (geistig).

Wenn du Dinge nicht zu 100% oder mehr tun möchtest, dann tue sie bitte nicht. Es hat auch seine Berechtigung, sich zu schützen, einen Ankerplatz zu haben.

Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Das Zimmer ist ein Arbeits- und Abstellraum und ich brauche es für Verwandten- Freunde- oder Notfallbesuche (Studenten, Praktikanten, die anfangs keine Wohnmöglichkeit gefunden haben.) Das ist für mich Gastfreundschaft, die ich gern gewähre.

😌
Genau, jeder nach seinem Maß, nach Gaben und Fähigkeiten. Für den anderen. Und eben nicht "über das Maß hinaus".

Lieben Gruß

neubaugoere antworten
1 Antwort
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 7535
Veröffentlicht von: @neubaugoere

Ich gehe dann danach, was ich gern tue, weshalb mir Maleachi in den Sinn kommt. Ist mein "Tank" gefüllt mit der Liebe Gottes für andere, dann habe ich auch die Freiheit, einzuladen. Ich entscheide nach Situation.

Das klingt sehr sympathisch.

Veröffentlicht von: @neubaugoere

Wenn du Dinge nicht zu 100% oder mehr tun möchtest, dann tue sie bitte nicht.

Gut so. Du würdest ja letztlich deinen Gästen auch keinen Gefallen tun, wenn du sie einlädst, obwohl du überhaupt keine Lust auf sie hast.
Ich finde den Gedanken, eingeladen zu werden, weil der Gastgeber meint, sein "christliches Soll" erfüllen zu müssen, äußerst unangenehm.

suzanne62 antworten
Suzanne62
Beiträge : 7535
Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Ich mag Menschen, aber ein gastfreundliches Naturell habe ich wohl nicht. Wie haltet ihr es mit dem Thema, das ja zum Leben als Christ gehört?

Gastfreundschaft, wie ich sie verstehe, empfinde ich nicht als Pflicht, sondern als ein sehr schönes und angenehmes Geben und Nehmen unter Freunden - deshalb heißt es ja Gastfreundschaft.
Leute, die mir zuwider sind, lasse ich nicht in meinen privaten Bereich.

Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Mir ist schon klar, dass ich bestimmen kann, wer mich besucht.

Selbstverständlich.

Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Das Zimmer ist ein Arbeits- und Abstellraum und ich brauche es für Verwandten- Freunde- oder Notfallbesuche (Studenten, Praktikanten, die anfangs keine Wohnmöglichkeit gefunden haben.) Das ist für mich Gastfreundschaft, die ich gern gewähre.

Das reicht völlig aus. Du bist doch nicht die Bahnhofsmission, oder?
Mal anders gefragt: Möchtest du gern zu Gast sein bei jemandem, der sich eigentlich gar nicht über deine Anwesenheit freut und dich nur erträgt, um damit seine vermeintliche Christenpflicht zu erfüllen? Ehrlich, auf diese Art von Gastfreundschaft verzichte ich gerne und nehme mir dann doch lieber ein Hotelzimmer bzw. würde, falls ich mir das nicht leisten kann, in einer Jugendherberge übernachten.

Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Oder gehört zur Gastfreundschaft etwa auch noch ein bisschen Seelsorge?

Nein. Seelsorge ist nicht jesermanns Sache, sondern dazu muss man berufen und ausgebildet sein, sonst schadet das mehr als es hilft - und zwar beiden Seiten.

Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Wie sieht überhaupt Gastfreundschaft aus, die für alle Beteiligten gut gelingt?

Meiner Meinung nach sollte sie tatsächlich etwas mit Freundschaft zu tun haben, wenn das Zusammensein nicht stressen soll.

Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Ich bin schon genervt, wenn ich mein Bad teilen muss.

Dann würde ich das auch nicht tun, sondern es bei den Formen der Gastfreundschaft belassen, die du selbst als angenehm empfindest - also Einladungen zum Abendessen oder auch "nur" zum Kaffeetrinken.

suzanne62 antworten
9 Antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Danke für eure Antworten. Ich antworte hier auch den anderen.

Manchmal kann man sich in eine Richtung entwickeln, wenn man versteht, was Gott möchte. Es muss nicht immer ganz leicht sein. Das kennen wir ja von der Ehe oder Gemeinde.

Veröffentlicht von: @suzanne62

Leute, die mir zuwider sind, lasse ich nicht in meinen privaten Bereich.

Das halte ich auch so, aber es gibt angenehme Menschen, die sich so sehr eine Einladung wünschen, dass sie sich selbst einladen oder sich in Situationen bringen, dass sie Hilfe brauchen. Es gibt auch Menschen, die mich als nahe Freundin betrachten, während ich eine andere Kategorie Freundschaft meine. Da habe ich wirklich Probleme, gut darüber zu sprechen. Es steht wohl auch eine Verzweiflung bei solchen Freunden dahinter, mit der sie nicht verstehen wollen.

Veröffentlicht von: @suzanne62

Möchtest du gern zu Gast sein bei jemandem, der sich eigentlich gar nicht über deine Anwesenheit freut und dich nur erträgt, um damit seine vermeintliche Christenpflicht zu erfüllen?

Ich nicht, aber es gibt Menschen, die lieber auf dieser Basis zu Gast sind, als keinen Gastgeber zu finden. In der Corona-Zeit ist es nicht leichter geworden. Wer läd sie freiwillig ein? Ist es nicht auch Barmherzigkeit, das wenigstens ab und zu zu tun? Was bedeutet es in diesem Zusammenhang, einander in Liebe zu ertragen?

Anonymous antworten
Neubaugöre
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 11799
Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Das halte ich auch so, aber es gibt angenehme Menschen, die sich so sehr eine Einladung wünschen, dass sie sich selbst einladen oder sich in Situationen bringen, dass sie Hilfe brauchen. Es gibt auch Menschen, die mich als nahe Freundin betrachten, während ich eine andere Kategorie Freundschaft meine. Da habe ich wirklich Probleme, gut darüber zu sprechen. Es steht wohl auch eine Verzweiflung bei solchen Freunden dahinter, mit der sie nicht verstehen wollen.

Das klingt mir nach einer sehr persönlichen Herausforderung sozusagen. Kann es sein, dass du Schwierigkeiten hast, anderen Grenzen aufzuzeigen? Kennst du deine eigenen Grenzen? Von Gott aus geht das völlig in Ordnung. Er will das Beste für dich. - Ich versuche mich gerade zu erinnern, wie das bei mir ist. Bei mir kommt da ziemlich schnell ein "Nein" mit einem ganz ehrlichen Statement: "Ich hab keine Kraft dafür". - Ich denke bei dir herauszulesen, dass diese Menschen, die du erwähnst, sehr genau wissen, wie sie zu ihrem eigenen Vergnügen kommen, aber überhaupt keine Wahrnehmung für dich haben. Gerade da ist es wichtig, sich abzugrenzen und auf sich selbst zu achten. Tu das bitte: Achte auf dich selbst, geh nicht über deine Kräfte hinaus. Und miss dich bitte nicht mit anderen, ob die mehr machen oder gastfreundlicher sind. Das geht am eigentlichen Ziel vorbei.

Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Ich nicht, aber es gibt Menschen, die lieber auf dieser Basis zu Gast sind, als keinen Gastgeber zu finden. In der Corona-Zeit ist es nicht leichter geworden. Wer läd sie freiwillig ein? Ist es nicht auch Barmherzigkeit, das wenigstens ab und zu zu tun? Was bedeutet es in diesem Zusammenhang, einander in Liebe zu ertragen?

Das ist noch mal ne andere Hausnummer. Für mich sind diese Dinge dann nicht mehr "privat", sie sind "eine Berufung" oder sowas wie "dienstlich", wenn ich dienstlich mit Gemeinde in Verbindung denke, es ist dann ein "Dienst", für sie da zu sein. Das wiederum - und ich schließe an weiter oben an - geht nur, wenn du aus der Liebe Gottes heraus agierst und nicht aus deinem eigenen Tank. Ich glaube einfach nicht, dass Gott sowas gemeint hat und glaube auch nicht, dass er das gutheißt. Die Liebe, die wir weitergeben sollen, ist SEINE, nicht unsere. Hast du genug von der Liebe Gottes für andere, tust du diese Dinge fast "automatisch", weil du nicht anders kannst. - Wenn du so "haderst" wie ich hier herauslese, dann ist da nicht genug davon da. Tue diese Dinge bitte nicht aus einem "Schuldgefühl" heraus oder weil du "gut sein möchtest". Das bist du. Gut genug sogar, dass Gott sein Leben für dich gab - warum? Damit du SEIN Leben haben kannst, um aus ihm heraus zu leben. Nicht mehr aus eigener Anstrengung, sondern AUS IHM.

Es ist in Ordnung, seine eigenen Grenzen zu kennen und sie zu setzen. Es ist völlig in Ordnung, "Nein" zu sagen und für sich selbst zu sorgen.

Lieben Gruß von einer, die auch mal glaubte in einer Euphorie, sie hätte die Berufung zu einem "Offenen Haus". Dem ist so gar nicht so, wie ich lernen durfte. Mein Zuhause ist mein Rückzugsort. Und wenn mein Tank mit Gottes Liebe gefüllt ist, habe ich auch die Freiheit, einzuladen. Und um diese Freiheit geht es bei Gott. Nicht um "Zwang" in welcher versteckten Form auch immer.

Weil du es wert bist.

neubaugoere antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1479
Veröffentlicht von: @neubaugoere

Er will das Beste für dich.

Ganz richtig. Gott bürdet einem nicht mehr auf, als man schaffen kann. Man muss nur eben aufpassen, dass man die eigene Wohlfühlzone nicht mit "göttlich gegebener Grenze" verwechselt. Die ganze Bibel ist voll von Beispielen, wo Leute Dinge getan haben, nach denen ihnen nicht der Sinn stand - die aber Ausdruck von Nächstenliebe, von Dienen waren.

Soll heißen: Man ist recht schnell darin Dinge abzulehnen, die mühsam sind, die Arbeit bedeuten, wo man wirklich etwas opfern muss (Zeit, Geld, Nerven...). Wenn man wirklich keine Kraft hat, ist das total richtig, es so zu sagen und vielleicht eine Alternative in Aussicht zu stellen. Wenn man sicher aber eigentlich aufraffen könnte, aber nur keine große Lust hat und der Gedanke an zwei Stunden Netflix bei einem Glas Wein verlockender ist, ist das nicht dasselbe.

Veröffentlicht von: @neubaugoere

Ich denke bei dir herauszulesen, dass diese Menschen, die du erwähnst, sehr genau wissen, wie sie zu ihrem eigenen Vergnügen kommen, aber überhaupt keine Wahrnehmung für dich haben.

Ich habe das eher anders verstanden - da sind Menschen, die so sehr Bedarf nach Nähe, Gemeinschaft und Besuch haben, dass sie sich schon Gründe ausdenken oder eine ablehnende Haltung bewusst ignorieren. Wenn sie nicht zufällig einfach nur total dreist oder egoistisch sind (was man ja merkt, wenn man sie kennt), ist das schon eher ein Hilferuf.

Veröffentlicht von: @neubaugoere

Das geht am eigentlichen Ziel vorbei.

Was ist denn das eigentliche Ziel? Der Auftrag ist ja klar: Gastfrei ohne Murren.

Veröffentlicht von: @neubaugoere

Das ist noch mal ne andere Hausnummer. Für mich sind diese Dinge dann nicht mehr "privat", sie sind "eine Berufung" oder sowas wie "dienstlich"

Gastfreundschaft ist keine Berufung, denke ich. Nicht im normalen Rahmen. Dem einen fällt es leichter als dem anderen, total klar, und mancher zieht daraus Kraft, während ein anderer danach erschöpft ist. Aber aufgerufen dazu sind wir alle.

tinkerbell antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @neubaugoere

Bei mir kommt da ziemlich schnell ein "Nein" mit einem ganz ehrlichen Statement: "Ich hab keine Kraft dafür".

An dem Punkt bin ich oft gescheitert. Solche Leute sind schnell dabei, mich dann beseelsorgen zu wollen. Sie wollen wirklich helfen, haben aber auch selbst das Bedürfnis, weiterzureden, auch wenn ich das Gespräch (für mich schon sehr unhöflich) beenden will. Ihre Logik ist, wenn man sich mal richtig ausspricht, bekommt man Kraft. Irgendwie winde ich mich dann heraus. Aber mit dem Gefühl, dass ich das Gespräch nicht gut bewältigt habe.

Wenn du möchtest, kannst du mal beschreiben, was innerlich so in dir vorgeht und wie du das ausdrückst, wenn du jemanden freundlich abwimmelst? Wie findest du heraus, wieviel Verzweiflung auf der anderen Seite ist? Man muss ja die Bedürfnisse gegeneinander abwägen. Ich meine, bei einem Unfall würde man ja selbstverständlich noch helfen.

Anonymous antworten
Neubaugöre
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 11799
Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Wenn du möchtest, kannst du mal beschreiben, was innerlich so in dir vorgeht und wie du das ausdrückst, wenn du jemanden freundlich abwimmelst? Wie findest du heraus, wieviel Verzweiflung auf der anderen Seite ist? Man muss ja die Bedürfnisse gegeneinander abwägen. Ich meine, bei einem Unfall würde man ja selbstverständlich noch helfen.

Würde ich gern, ich fürchte nur, dass ich nicht annähernd solche Gespräche führe wie du. Mein "Klientel" hier ist komplett anders. Nicht weniger herausfordernd, aber anders.

neubaugoere antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Ok, dann wird mir der Herr eine andere Möglichkeit geben zu lernen. 😊 Die Schwierigkeit ist für mich, glaube ich, besonders groß, wenn es Leute sind, die auf Augenhöhe sind, nur an anderen Stellen Macken haben als ich.

Anonymous antworten
Neubaugöre
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 11799

😀 Na da sagste was. 😉

neubaugoere antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1479
Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Es gibt auch Menschen, die mich als nahe Freundin betrachten, während ich eine andere Kategorie Freundschaft meine.

Das ist in der Tat schwierig und man kann es kaum so kommunizieren, dass es nicht zu Verletzungen führt. Ich würde mein Verhalten davon abhängig machen ob ich spüre, dass derjenige mich, meine Freundschaft, meine Zeit wirklich braucht - weil er niemand anderen hat. Oder ob es genug Alternativen gibt, mit denen es besser läuft als mit mir.

Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Ist es nicht auch Barmherzigkeit, das wenigstens ab und zu zu tun? Was bedeutet es in diesem Zusammenhang, einander in Liebe zu ertragen?

Ja, das ist es. Ich erinnere mich an ein Weihnachten, wo ein Verwandter von mir, Marke "seltsamer Kauz", aus verschiedenen Gründen plötzlich allein gewesen wäre. Und ich kann dir sagen: Es war ein innerer Kampf, bis ich sagen konnte "Komm zu uns". Weil ich wusste, dass es anstrengend wird, dass es eben kein sonderlich entspanntes Fest wird, dass man sich nicht so gehenlassen kann wie sonst in diesen Tagen. Ich bin sicher, dass es die richtige Entscheidung war, aber dieses Weihnachten war schon kräftezehrend - hat aber jemand anderem viel gegeben. Das war es wert.

Was mir bei solchen Dingen hilft: Ich gehe positiv ran und versuche mir nicht auszumalen, was alles blöd sein wird. Sondern ich versuche mit guter Planung dafür zu sorgen, dass es genug schöne Momente geben wird, die auch mir selber was geben. Und ich kommuniziere im Vorfeld, was ich NICHT leisten kann - z.B. 24/7 Betreuung. Wenn ich zwei Stunden alleine rausgehen will, muss das ohne Kränkung möglich sein. Deswegen stelle ich das im Vorfeld klar, dass man nicht permanent aufeinander hockt, wenn man mehrere Tage zusammen verbringt.

Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Was bedeutet es in diesem Zusammenhang, einander in Liebe zu ertragen?

Ich denke es bedeutet genau das, was wir vermuten, was uns aber allen nicht so gut gefällt 😀 Genau wie so vieles andere in der Bibel 😉

tinkerbell antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Ich würde mein Verhalten davon abhängig machen ob ich spüre, dass derjenige mich, meine Freundschaft, meine Zeit wirklich braucht - weil er niemand anderen hat. Oder ob es genug Alternativen gibt, mit denen es besser läuft als mit mir.

Ein kluger Satz. Das versuche ich bei dieser Freundin mal herauszufinden. Sie meint ja, dass sie allgemein als so angenehm empfunden wird. Ich weiß aber, dass sie oft schon nicht eingeladen wurde, wo sie es gern wäre.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Ich bin sicher, dass es die richtige Entscheidung war, aber dieses Weihnachten war schon kräftezehrend - hat aber jemand anderem viel gegeben. Das war es wert.

Was für ein schönes Zeugnis.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Sondern ich versuche mit guter Planung dafür zu sorgen, dass es genug schöne Momente geben wird, die auch mir selber was geben. Und ich kommuniziere im Vorfeld, was ich NICHT leisten kann - z.B. 24/7 Betreuung

Auch sehr wichtig! Das klappt bei mir gut, wenn ich Zeit habe. Deshalb versuche ich durchzusetzen, dass ich eher übers Schreiben kommuniziere.

Auch im letzten Fall wurde ich überrumpelt. Ich hatte einen zoom call aus Erschöpfungsgründen abgesagt und in der Zeit geschlafen. Am Ende wurde ich aber doch auf Festnetz angerufen, da das Handy aus war (warum wohl?), da man mich zu einem gemeinsamen Wochenende einladen wollte…

Anonymous antworten


Tinkerbell
Beiträge : 1479

Ich las mal einen guten Satz:
Gastfreundschaft ist nicht mit Unterhaltung zu verwechseln. Es geht nicht um Zeitvertreib oder Bespaßung, sondern Gastfreundschaft hat ein Ziel, einen Sinn. Offenbar haben die Leute, die dich besuchen wollen, wirklich Bedarf nach Gemeinschaft - sonst würden sie sich nicht so verhalten. Für gewöhnlich ist man ja als Gast eher zurückhaltend und bemüht, dem anderen nicht zur Last zu fallen. Du kommunizierst ja schon recht deutlich, dass du nicht so wirklich Lust auf Besuch hast - wenn dann jemand trotzdem noch unbedingt kommen will und sogar klammert, würde bei mir vermutlich das Mitgefühl siegen. Da hat es jemand tatsächlich nötig.

Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Wie sieht ein gastfreundliches Leben aus, wenn man eher der Typ ist, der gern etwas zurückgezogen lebt? Wie sieht überhaupt Gastfreundschaft aus, die für alle Beteiligten gut gelingt?

Vielleicht indem man das wirklich als Dienst am Nächsten sieht. Dienen macht ja nicht immer Spaß, manchmal fordert es auch Opfer. Man kann ja auch Kompromisse finden - keine Übernachtung, stattdessen öfter so treffen. Hilft evtl. auch schon, wenn Einsamkeit das Problem ist...

tinkerbell antworten
1 Antwort
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Ja, danke, das ist das, was mich beschäftigt.

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Ihr habt ja so Recht. Tinkerbell weil sie die Lage sehr gut eingeschätzt hat. Alle anderen, auch deshalb, weil ich tatsächlich ein Problem mit dem Neinsagen habe. Gestern wollte ich noch antworten, dass ich dieses Problem fast überwunden habe, es also keine Rolle mehr spielt und ich bewusst entscheide.

Das war, bevor ich noch eine weitere Nacht zugesagt habe. 😕 Man kann doch eine ältere, nachtblinde Dame die kein Geld für Sprit hat, nicht in der Nacht 40 km nach Hause schicken, wenn sie am nächsten Morgen wieder in meiner Nähe eingeladen ist. Alternativ hätte ich sie quasi dafür bezahlen müssen, dass sie nicht bei mir schläft. Obwohl ich nur Sauberkeit und ein einfaches Bett zur Verfügung gestellt habe (zum essen war sie bei einer anderen Freundin), klag es schon fast nach „So ein wunderbares Leben wie bei dir hatte ich noch nie, was für eine Gnade Gottes, dass ich das jetzt entdeckt habe…“ Dann haben wir uns doch noch fast gestritten. Die Besucherin hat ein recht festgelegtes Bild von ihrer angenehmen, unaufdringlichen Art … und ich hatte zu wenig Schlaf. Leider waren wir an dem Punkt schon öfter.

Trotzdem denke ich: So ein Leben allein in einer Wohnung ist kaum jemandem auf der Welt vergönnt. Sollte ich es nicht schaffen, wieder flexibler zu werden? (Bis vor wenigen Jahren habe ich im Wohnzimmer geschlafen, damit die Kinder mehr Platz haben, hatte also gar keinen Rückzugsort und immer Action um mich rum) Warum nervt mich Nasehochziehen, Schlürfen und falsch singen unter der Dusche überhaupt? Meine Erschöpfung nach solchen Nichtigkeiten ist leider real. Ich fühle mich reich, aber unfähig, davon abzugeben.

Es hilft mir jedenfalls, eure Gedanken zu diesem Thema zu lesen. Danke.

Anonymous antworten
6 Antworten
Neubaugöre
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 11799

Hej du,

danke, dass du uns mit hineinnimmst. Auch auf die Gefahr, dass ich mich wiederhole, für mich klingt das - eben aus meiner Sicht - nach "leerem Tank" und den darfst du auch wieder füllen lassen von Gott, indem du auf dich Acht gibtst und für dich sorgst. Und wenn das bedeutet, anderen ein Nein zu geben, um eben mal allein zu sein mit dir und Gott, dann ist das so. - Ist es denn wirklich so, dass sich diese Situation erst genau an diesem Abend um genau diese Uhrzeit abgezeichnet hat? Hätte niemand diese Situation "vorhersehen" können (also sie war doch sicher schon vorher nachtblind und hat vorher gewusst, dass sie kein Geld hat für ein Taxi oder ähnliches?)

Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Trotzdem denke ich: So ein Leben allein in einer Wohnung ist kaum jemandem auf der Welt vergönnt.

Mir ist das seit genau 28 Jahren "vergönnt". Und glaub mir: Jede Seite hat ihre Vor- und auch Nachteile.

Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Warum nervt mich Nasehochziehen, Schlürfen und falsch singen unter der Dusche überhaupt?

Weil dein Tank leer ist. Ich sage in solchen Situationen bei mir immer, dass ich nichts mehr habe zum "Puffern". Dieser "Puffer", diese Dinge auszuhalten, ist die Liebe Gottes in mir, durch die ich eben damit umgehen kann. Dieser "Tank" scheint mir bei dir leer zu sein. - Natürlich kann hier niemand wirklich deine Situation einschätzen, weil niemand dabei ist, wenn "es passiert" und sieht und hört nicht, was du siehst und hörst.

Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Ich fühle mich reich, aber unfähig, davon abzugeben.

Und ich glaube, das ist in Ordnung. Solche Phasen habe ich auch. Und mit "Phase" meine ich keine 1-2 Tage, das dauert mitunter auch mal Wochen ... Fühlst du dich "schlecht" dabei?

Mich erinnert das grad an das Bild, das mir Gott schenkte von einer Schildkröte, die nämlich ihren Kopf bei "Gefahr" einzieht, um ihn/sich zu schützen. Gott "erlaubte" es mir, mich zurückzuziehen, er hat kein Problem damit, sondern hat ja die Schildkröte dazu befähigt, wie er mich auch dazu befähigt, mich zurückzuziehen (erkennen), wenn "das da draußen" überhand zu nehmen droht. Ich bin hochsensibel, ich brauche Zeit für mich, weil ich lange Zeit brauche, Dinge zu verarbeiten. Ich tue sogar gut daran, mir Zeit für mich zu gönnen. Oft genug ist das auch die Zeit, in der wir viel miteinander reden, Gott und ich. 😌

neubaugoere antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @neubaugoere

Ist es denn wirklich so, dass sich diese Situation erst genau an diesem Abend um genau diese Uhrzeit abgezeichnet hat? Hätte niemand diese Situation "vorhersehen" können (also sie war doch sicher schon vorher nachtblind und hat vorher gewusst, dass sie kein Geld hat für ein Taxi oder ähnliches?)

Klar, das hat mich ja gerade sprachlos gemacht. Es kommt bei mir im ersten Moment als große Dreistigkeit an. Es ist ihre Sache, sich zu organisieren. Wer sich das als Christ in Freundschaften erlaubt, muss aber schon recht verzweifelt sein. Ich kenne die Motive nicht und möchte das Gute annehmen. Ich akzeptiere komische Sachen, wenn nicht Bereitschaft für Veränderung da ist. Ich weiß nicht, wie wir sonst Gemeinschaft leben sollen. Die Lösung, den Bekanntenkreis nach Nützlichkeit auszusortieren, finde ich ganz schlimm.

Veröffentlicht von: @neubaugoere

Und ich glaube, das ist in Ordnung. Solche Phasen habe ich auch. Und mit "Phase" meine ich keine 1-2 Tage, das dauert mitunter auch mal Wochen ...

.. oder mehr. Du liegst schon richtig. Ich bin frühberentet. Ich habe Zeitfenster, in denen ich so bin, wie ich wohl eigentlich bin, ein lockerer, fröhlicher Mensch, der dir Dinge nicht so schwer nimmt weil Jesus wichtiger ist. Der Rest des Tages ist ziemlich straff strukturiert. „Zeit für mich“ habe ich also den überwiegenden Tag. Wenn Gott kein Wunder tut, wäre es zu erwarten, dass ich mich nicht mehr wirklich erhole. Trotzdem bin ich ja mehr als diese Schwäche und liebe deshalb besonders meine starken Zeiten.

Veröffentlicht von: @neubaugoere

Fühlst du dich "schlecht" dabei?

Vor den Menschen nicht. Ich habe vorher so viel beruflich und ehrenamtlich gearbeitet und Kinder erzogen, das haben andere in ihrem ganzen Leben nicht. Vor Gott fühle ich mich schon gar nicht schlecht. Aber da merke ich das Potential, das noch nicht im Ansatz freigesetzt ist. Mir ist es wichtig, im Kleinen treu zu sein. Die Sanftmütigen werden das Land erben.

Gleich nach dem Erlebnis stand eine weitere solche Person vor meiner Tür mit einer wirklich dramatisch-blutigen Geschichte. Da konnte ich leicht Grenzen ziehen - also ein hoffnungsloser Fall bin ich nicht.

Anonymous antworten
Neubaugöre
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 11799
Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

also ein hoffnungsloser Fall bin ich nicht.

😀

Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10
Veröffentlicht von: @###user_nicename###

Ist es denn wirklich so, dass sich diese Situation erst genau an diesem Abend um genau diese Uhrzeit abgezeichnet hat? Hätte niemand diese Situation "vorhersehen" können (also sie war doch sicher schon vorher nachtblind und hat vorher gewusst, dass sie kein Geld hat für ein Taxi oder ähnliches?)

Klar, das hat mich ja gerade sprachlos gemacht. Es kommt bei mir im ersten Moment als große Dreistigkeit an. Es ist ihre Sache, sich zu organisieren. Wer sich das als Christ in Freundschaften erlaubt, muss aber schon recht verzweifelt sein. Ich kenne die Motive nicht und möchte das Gute annehmen. Ich akzeptiere komische Sachen, wenn nicht Bereitschaft für Veränderung da ist. Ich weiß nicht, wie wir sonst Gemeinschaft leben sollen. Die Lösung, den Bekanntenkreis nach Nützlichkeit auszusortieren, finde ich ganz schlimm.

Das glaube ich gerne. Ich weiß ja nicht, ob ihr euch schon länger kennt. Es sind einfach viel Faktoren, die hier zusammenkommen ...

Auch hier fällt mir selbst wieder auf, dass all unsere "Alltäglichkeiten" von "Beziehungsarbeit" geprägt sind, weil wir einen Gott der Beziehungen haben.

Mehr möchte ich dazu gar nicht mehr sagen.

Gestern jedenfalls habe ich mich gefreut, dass eine Schwester meines Hauskreises sich spontan bereiterklärt hat, den Hauskreis bei ihr stattfinden zu lassen; ich hätte es bei mir nicht gekonnt (und in die Gemeinderäume verlagert). Und so bin ich dann auch noch zu einer kleinen abendlichen "Radtour" gekommen, was mir physisch auch gut tut. 😊

neubaugoere antworten
maggie.x
(@jeddie-x)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1685

Ich finde deinen Thread sehr interessant und lese mit. Meine Gedanken zu Gastfreundschaft haben sich aber noch nicht sortiert. Ich freue mich auf weitere Beiträge hier.

In mancher Hinsicht geht es mir ähnlich wie dir. Ich teile z.B. nicht gern das Badezimmer und habe ziemlich fest gesteckte Grenzen. Zum Beispiel mag ich es nicht, wenn Gäste ungefragt beginnen, die Küche zu machen und aufzuräumen. Das mache ich gern selbst und das ist auch mein "Modus", nach dem Besuch in den Alltag über zu gehen. Ich sage auch: Lasst bitte alles stehen.

Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Man kann doch eine ältere, nachtblinde Dame die kein Geld für Sprit hat, nicht in der Nacht 40 km nach Hause schicken, wenn sie am nächsten Morgen wieder in meiner Nähe eingeladen ist.

Ich glaube, das haben dir mehrere schon geschrieben. Dass es bei solchen Dingen keine "innere Verpflichtung" gibt. Innerlich verpflichtet würde ich mich fühlen, wenn da eine Notsituation vorliegt.

Und das hast du ja oben im Eingangspost geschrieben: Dass du für Freunde, Verwandte und Menschen in Not durchaus offen ist.

Die ältere nachtblinde Dame kann ihren Besuch auch anders terminieren.

Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Die Besucherin hat ein recht festgelegtes Bild von ihrer angenehmen, unaufdringlichen Art

😊

Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Sollte ich es nicht schaffen, wieder flexibler zu werden?

Ich weiss nicht, ob du dich dafür anstrengen solltest. Oder ob du einfach abwartest, ob du selbst wieder flexibler wirst. ... Wir hatten bis gerade eben Übernachtungsbesuch mit kleinen Kindern. Früher war ich tendziell genervt über die entstehende Unordnung. Heute denke ich: das sind nur zwei Tage, schön, dass sie überhaupt kommen. Und aufgeräumt, gesaugt, Boden gewischt wird hinterher.
Ich bin deutlich relaxter als noch vor ein paar Jahren.

So, und nun wird aufgeräumt 😊

jeddie-x antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @jeddie-x

Ich finde deinen Thread sehr interessant und lese mit. Meine Gedanken zu Gastfreundschaft haben sich aber noch nicht sortiert. Ich freue mich auf weitere Beiträge hier.

Das freut mich. Sortiere fleißig und schreibe wenn du magst 🙂

Veröffentlicht von: @jeddie-x

Ich bin deutlich relaxter als noch vor ein paar Jahren.

Das ist ermutigend.

Anonymous antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 7535
Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

So ein Leben allein in einer Wohnung ist kaum jemandem auf der Welt vergönnt.

Doch. Mir selber und meinen kinderlosen Single-Freunden.....und keiner von uns hat auch nur einen Anflug von schlechtem Gewissen.

Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Sollte ich es nicht schaffen, wieder flexibler zu werden?

Nö. Deine Wohnung ist dein Privatbereich, dein Rückzugsort. Wen du da reinlässt, das ist ganz allein deine Sache.

Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Warum nervt mich Nasehochziehen, Schlürfen und falsch singen unter der Dusche überhaupt?

Ich würde das auch nervig finden. Und ich sehe überhaupt keinen Grund, das bei fremden Menschen zu ertragen.

Veröffentlicht von: @anonyma-142fe4a10

Meine Erschöpfung nach solchen Nichtigkeiten ist leider real.

Dann wäre es gut, wenn du das ernst nimmst. Niemand hat etwas davon, wenn du dich zielsicher in einen Burnout oder eine Erschöpfungsdepression hineinmanövrierst.

suzanne62 antworten


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