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Glauben - was ist das?

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Yaeli
 Yaeli
Themenstarter
Beiträge : 346

Gestern las ich hier irgendwo einen Beitrag, der (ungefähr) aussagte, dass es so manches gibt, das ein Glaubender als Erkenntnis für sich selbst versteht, was aber von Beobachtern nicht als solches verstanden werden kann.
Es sei eben einfach nur Glaube.

Mir kam dabei die Frage auf, ob Glaube in dem Moment nicht gleichzeitig „Wirklichkeit“ oder „Wahrheit“ sein KANN, sondern eher unter „Einbildung“ oder einfach eigene Intuitionen verstanden werden sollte.
Kann überhaupt jemand den Glauben eines anderen Menschen beurteilen?

Wenn ich an mein persönliches Glaubensmuster im Laufe meines Lebens denke, dann hat sich dieses so beinahe um 360° verändert. Aber der Kern ist und bleibt immer der Gleiche: Gott hat die Welt erschaffen und das Leben geschenkt. Gottes Ziel mit jedem Menschen sind Beziehungen – zuerst zu Gott und durch Ihn zu Menschen untereinander und miteinander wieder mit Gott.

Die Art meines ganz persönlichen Glaubens war für mich zu allen Zeiten hilfreich in dem aktuellen Moment. Aber kein einziger Moment konnte als „Schablone“ dienen, wonach ich den „richtigen Glauben“ messen konnte, indem ich das erfahrene Muster auch in Zukunft anwende.

Ich glaube im Rückblick, dass Gott mein eigenes Glaubensmuster benutzt hat, um mich zu berühren, mir zu antworten und zu helfen in den verschiedensten Situationen. Mein Rückblick auf viele markante Glaubenserfahrungen sieht so bunt und unterschiedlich aus, wie es kaum unterschiedlicher sein kann. Und trotzdem kann ich für mich erkennen, dass Gott selbst in jeder einzelnen Erfahrung mitgewirkt hat, und etwas Gutes daraus entstehen ließ.

Für mich war mein Glaube zu allen Zeiten „richtig“, sofern er sich um Gott drehte. Der Antrieb zum Glauben war demnach nicht die Art, wie ich glaubte, sondern einfach die Verbindung zu Gott und aus der Beziehung zu Gott heraus zu anderen Menschen. Also schon vom Sinn her nicht übertragbar auf andere.

Jeder muss also für sich selbst glauben. Man kann über Glaubenserfahrungen austauschen, aber niemals kopieren, um es „richtig“ zu machen – oder zum gewünschten Ergebnis zu kommen.

Darüber würde ich gerne mit Euch austauschen: Könnt Ihr meine Gedanken nachvollziehen? Wie versteht Ihr Glauben ? Wie würdet Ihr Euren ganz persönlichen Glauben definieren, beschreiben ?
Ab wann war für dich dein Glaube "richtig"?

Antwort
86 Antworten
Tamaro
 Tamaro
Beiträge : 1186
Veröffentlicht von: @yaeli

Gestern las ich hier irgendwo einen Beitrag, der (ungefähr) aussagte, dass es so manches gibt, das ein Glaubender als Erkenntnis für sich selbst versteht, was aber von Beobachtern nicht als solches verstanden werden kann.

Glaube hat für mich weniger mit Erkenntnis zu tun, sondern viel mehr mit einer Grundhaltung des Vertrauens, dass am Ende alles gut wird.

Erkenntnis und alles weitere "Kopflastige" sind erst die nächsten Schritte.

tamaro antworten
7 Antworten
Yaeli
 Yaeli
(@yaeli)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 346
Veröffentlicht von: @tamaro

Glaube hat für mich weniger mit Erkenntnis zu tun, sondern viel mehr mit einer Grundhaltung des Vertrauens, dass am Ende alles gut wird.

Woher kommt dann diese Grundhaltung des Vertrauens? Kann man Glaube "machen"?

Ich sehe das untrennbar in einer gewissen Reihenfolge:
Vertrauen braucht einen "Vorschuss", bevor man es wirklich einsetzen kann. Das würde ich dann "Hoffnung" nennen. Wenn sich die Hoffnung bewährt, entsteht "Erkenntnis" (dass die Hoffnung erfüllt wurde) welche dann der Grundstein zum Vertrauen sein kann. Je mehr das Vertrauen befestigt wird (durch Erkenntnis) festigt sich auch der Glaube zu einem Fundament.

yaeli antworten
Tamaro
 Tamaro
(@tamaro)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 1186

Gottes Wirken

Veröffentlicht von: @yaeli

Ich sehe das untrennbar in einer gewissen Reihenfolge:
Vertrauen braucht einen "Vorschuss", bevor man es wirklich einsetzen kann.

Ich habe den Eindruck, dass du den Glauben eher psychologisch zu erklären versuchst. Hier fehlt mir etwas die geistliche Komponente. Der Glaube ist nach christlichem Verständnis ja durch den Heiligen Geist resp. Gottes Wirken berührt.

Gestern hatte ich - für mich - den folgenden Eindruck zu diesem Thema: Glaube ist das, was du fühlst, bevor du das erste Wort eines Gebetes gesprochen hast.

Kennst du dieses "Boah-Gefühl" resp. diese überirdische Ruhe, die über einem kommt, wenn man betet oder in der Bibel liest? Oder diese mit einem gewissen Schalk besetzte überzeugte Zuversicht, dass es gut kommt - obwohl die Umstände gerade gar nicht zu Optimismus berechtigen?

Das sind für mich Beispiele von transzendenten Erfahrungen mit dem Glauben. (Nicht gleichzusetzen mit dem Erfahren von Gott, das was ich als "Gott erleben" bezeichnen würde, hat nochmals eine andere Qualität).

Veröffentlicht von: @yaeli

Wenn sich die Hoffnung bewährt, entsteht "Erkenntnis" (dass die Hoffnung erfüllt wurde) welche dann der Grundstein zum Vertrauen sein kann.

Wichtig scheint mir hier zu betonen, dass mit Erkenntnis diejenige gemeint ist, die sich auf das eigene Leben bezieht und nicht irgendwelche theologische oder philosophische Erkenntnisse. Letztere haben mE idR keinen Glauben an Gott zur Folge.

Nachtrag vom 04.03.2022 1258
Ich hätte schreiben sollen: "Kennst du dieses "Boah-Gefühl" resp. diese überirdische Ruhe die einen manchmal überkommt... Funktioniert leider gar nicht immer, aber ein normales zur Ruhe kommen bei mir eigentlich schon.

tamaro antworten
Yaeli
 Yaeli
(@yaeli)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 346
Veröffentlicht von: @tamaro

Ich habe den Eindruck, dass du den Glauben eher psychologisch zu erklären versuchst. Hier fehlt mir etwas die geistliche Komponente

Eigentlich wollte ich gar nicht versuchen, etwas zu erklären, sondern einfach nur erzählen und mit euch austauschen, wie Glaube bei mir/dir funktioniert.

Dabei war mir in erster Linie wichtig, dass Glauben nicht in vorgefertigten Bahnen läuft, sondern jeder Mensch damit seine eigenen Erfahrungen macht.

Veröffentlicht von: @tamaro

Kennst du dieses "Boah-Gefühl" resp. diese überirdische Ruhe, die über einem kommt, wenn man betet oder in der Bibel liest? Oder diese mit einem gewissen Schalk besetzte überzeugte Zuversicht, dass es gut kommt - obwohl die Umstände gerade gar nicht zu Optimismus berechtigen?

Ja, das kenne ich auch beim Beten oder Bibellesen - aber auch bei anderen ganz alltäglichen Erfahrungen/Begegnungen mit Gott.

Wobei ich anmerken sollte, dass ich schon von Kind auf Texte aus der Bibel auswendig lernen musste und deshalb "gespeichert" habe. Zu fast allen Gelegenheiten, über die ich nachdenke, kommen mir (automatisch) Bibelworte in den Sinn, und dann rede ich in Gedanken mit Gott darüber. Von daher "lese" ich wohl jetzt eher weniger in der Bibel und spreche "Gebete" offiziell weniger als manch anderer Christ.

Veröffentlicht von: @tamaro

Wichtig scheint mir hier zu betonen, dass mit Erkenntnis diejenige gemeint ist, die sich auf das eigene Leben bezieht und nicht irgendwelche theologische oder philosophische Erkenntnisse. Letztere haben mE idR keinen Glauben an Gott zur Folge.

Ja, das sehe ich auch so.

yaeli antworten
ichsen
 ichsen
(@ichsen)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 199

Hallo Tamaro,

Veröffentlicht von: @tamaro

Glaube ist das, was du fühlst, bevor du das erste Wort eines Gebetes gesprochen hast.

Veröffentlicht von: @tamaro

Kennst du dieses "Boah-Gefühl" resp. diese überirdische Ruhe, die über einem kommt, wenn man betet oder in der Bibel liest? Oder diese mit einem gewissen Schalk besetzte überzeugte Zuversicht, dass es gut kommt - obwohl die Umstände gerade gar nicht zu Optimismus berechtigen?

Obwohl Deine Frage nicht an mich gerichtet sind, hab ich da eine Frage:
Was antwortest Du demjenigen, der auf diese Zitate mit "Nein!" antwortet?
Das, was Du hier beschreibst, hat es in meinem Leben nämlich in mehr als 30 Jahren nicht gegeben.
"Suchet so werdet ihr finden!"?

LG
Stefan

ichsen antworten
Tamaro
 Tamaro
(@tamaro)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 1186

Hallo ichsen 😊

Veröffentlicht von: @ichsen

Was antwortest Du demjenigen, der auf diese Zitate mit "Nein!" antwortet?

Das ist doch kein Problem - ich lasse es so stehen.

Wenn mich jemand fragen würde, was er tun sollte, damit er solche "geistliche Gefühle" erlebt, so würde ich ihm antworten, dass er einfach mal nach bestem Wissen und Gewissen christlich ausgerichtet leben und auch immer wieder im Gebet um Antworten von Gott bitten sollte.

Nach einer gewissen Zeit sollte sich derjenige mal überlegen, ob es nicht doch das eine oder andere Erlebnis gab oder irgendwelche Begegnungen oder unerwartete Hilfen oder Konstellationen, die er als Antwort oder Hilfe von Gott erfahren durfte.

Veröffentlicht von: @ichsen

Das, was Du hier beschreibst, hat es in meinem Leben nämlich in mehr als 30 Jahren nicht gegeben.

Wenn du schon seit über 30 Jahren am Thema dran bist - und du das zudem noch so genau datieren kannst, muss es - so denke ich - Gründe dafür geben, dass du dich weiterhin damit auseinandersetzt.

tamaro antworten
Tamaro
 Tamaro
(@tamaro)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 1186
Veröffentlicht von: @yaeli

Woher kommt dann diese Grundhaltung des Vertrauens? Kann man Glaube "machen"?

Ich habe jetzt nochmals über diese Frage nachgedacht und finde, dass ich deiner Beschreibung und Reihenfolge:

Veröffentlicht von: @yaeli

Ich sehe das untrennbar in einer gewissen Reihenfolge:
Vertrauen braucht einen "Vorschuss", bevor man es wirklich einsetzen kann. Das würde ich dann "Hoffnung" nennen. Wenn sich die Hoffnung bewährt, entsteht "Erkenntnis" (dass die Hoffnung erfüllt wurde) welche dann der Grundstein zum Vertrauen sein kann. Je mehr das Vertrauen befestigt wird (durch Erkenntnis) festigt sich auch der Glaube zu einem Fundament.

... absolut zustimmen kann.

Ich würde sagen, dass der Grundstein für die Hoffnung bei mir durch unerwartet positiv erlebte Begegnungen gelegt wurde.

tamaro antworten
Yaeli
 Yaeli
(@yaeli)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 346
Veröffentlicht von: @tamaro

Ich würde sagen, dass der Grundstein für die Hoffnung bei mir durch unerwartet positiv erlebte Begegnungen gelegt wurde.

Dann lief der Anfang bei dir wohl ähnlich wie bei mir.
Danke für deine Rückmeldung. 😊

yaeli antworten


andreas
Beiträge : 1671

Mir half mal der zuerst etwas abstrakt klingende Satz sehr, dass der Unterschied zwischen Glaube und Wissen nicht der Grad der Gewissheit sei, sondern der Modus ihres Zustandekommens.

Also was wir glauben, ist für uns genauso gewiss wie das, was wir wissen, aber wir werden dessen auf unterschiedliche Weise gewiss. (Und diesem Sinne wahr.)

Die Gewissheit des Wissens entsteht durch Evidenz von außen, die wir mit unseren Sinnen überprüfen und für wahr befinden.

Die des Glaubens entsteht eher durch eine "innere Evidenz".

"Einbildung" würde ich in der Hinsicht noch einmal anders verstehen, weil diese von der betreffenden Person selbst ja als "Wissen" erlebt wird.

Damit hat Wissen etwas, was Glauben nicht hat, nämlich intersubjektive Vermittelbarkeit. Darum ist es schwierig, allein aufgrund von Glauben Regeln fürs Zusammenleben zu entwickeln.

Man könnte natürlich sagen, dass die Annahme, wir könnten unseren Sinnen trauen, aufgrund deren Wahrnehmung wir zu Wissen kommen, auch ein Glaube ist. Allerdings erleben wir täglich, dass dieser Glaube bei völlig unterschiedlichen Menschen zu Einigkeit über die Ergebnisse führt. Und das genügt.

Man könnte fast sagen: Wissen ist intersubjektiv vermittelbare Gewissheit, Glaube nicht.
Letztlich ist das ja auch genau das, was Glaubende selbst sagen: Du kannst nicht in anderen Glauben schaffen, sie müssen selbst dazu finden.

andreas-wendt antworten
3 Antworten
Yaeli
 Yaeli
(@yaeli)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 346
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Man könnte fast sagen: Wissen ist intersubjektiv vermittelbare Gewissheit, Glaube nicht.
Letztlich ist das ja auch genau das, was Glaubende selbst sagen: Du kannst nicht in anderen Glauben schaffen, sie müssen selbst dazu finden.

Das hast du insgesamt ziemlich gut beschrieben, für mein Empfinden.
Und weil Menschen, die nicht glauben (können), weil man nicht nach einer "Gebrauchsanweisung" glauben kann, klafft die Lücke zwischen Glaube und Wissen hier weit auseinander.

Man kann Glaube nicht gegen Wissen aufrechnen. Und darum kann man Glaube auch nicht nach dem Maßstab anderer beurteilen, nach "richtig oder falsch".

Das Problem dabei liegt aber auf beiden Seiten: bei den Glaubenden und bei den Nicht-Glaubenden.
Glaubende wollen meistens gerne ihre eigenen Glauben/Erfahrungen/Wahrnehmungen auf die Nichtglaubenden übertragen, indem sie Glauben aufdiktieren wollen, nach einem bestimmten Muster oder Regeln.
Während die Nichtglaubenden meistens mit den Erfahrungen, die sie nie gemacht haben, nichts anfangen können. Und auch, wenn man versucht, ein Muster zu kopieren, dass andere zum Glauben bewegt haben kann, passiert da nichts, weil eben der Antrieb fehlt, der von innen her kommen muss.

Ich persönlich würde das so ausdrücken: ein Mensch muss erst von Gott berührt werden, auf irgendeine Weise, um zum Glauben zu kommen. Und das tut Gott auf sehr unterschiedliche Weise, die nicht wirklich vergleichbar miteinander sind. Damit trifft Glaube nur in der Mitte zusammen, bei Gott, der Ausgangspunkt des Glaubens ist und Erkenntnis schafft.

yaeli antworten
paramaribo1954
(@paramaribo1954)
Beigetreten : Vor 11 Monaten

Beiträge : 510

@ Yaeli
@ tamaro
@andres-wendt

Hallo ihr Drei,
Mit großer Freude, Erkenntnis und nicht zuletzt einer Bestätigung meiner Gedanken und Haltung zum Thema "Glauben - was ist das?"
sowie "Authentisch Glauben" habe ich eure, wie ich finde, sehr guten Beiträge gelesen.
Besonderer Dank geht dabei an Yaeli, für die Threaderöffnung.
Aber auch Dank an Tamaro und andreas-wendt für ihre tollen Gedanken dazu!
Das sind großartige Aspekte und Anregungen für Gespräche, die wir sicher alle kennen, wenn wir nach dem Warum? Wofür? und Wozu? unseres Glaubens gefragt und dringend um Antwort gebeten werden.

Ich danke dem HErrn für den wunderbaren Sonntag.
Erst eine großartige Predigt am Vormittag.
Dann dieser wunderbare Thread "Was ist Glaube?"
Und dan ganzen Tag herrlichen Sonnenschein.
Ein herrlicher Tag....
wenn da nicht das grausame Szenario in Osteuropa wäre.

Am Abend dieses Tages habe ich ganz viel Grund unserem HErrn zu Danken. Aber Ihn auch zu Bitten, dass Er den Verantwortlichen, am Krieg beteiligten, auf beiden Seiten gute Gedanken und Einsicht zum Umdenken und Einlenken schenkt.

In der Liebe Jesu Christi verbunden
grüße ich euch ganz herzlich.

paramaribo1954

paramaribo1954 antworten
Yaeli
 Yaeli
(@yaeli)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 346
Veröffentlicht von: @paramaribo1954

Ich danke dem HErrn für den wunderbaren Sonntag.
Erst eine großartige Predigt am Vormittag.
Dann dieser wunderbare Thread "Was ist Glaube?"
Und dan ganzen Tag herrlichen Sonnenschein.
Ein herrlicher Tag....
wenn da nicht das grausame Szenario in Osteuropa wäre.

Danke für deine fröhlich ansteckende Rückmeldung 😊

Erinnert mich auch an manche Tage, wo ich den Eindruck habe, überschüttet zu werden mit Segen .... manchmal gerade da, wo man diesen nur "mit dem Herzen" sehen kann.

Dir auch liebe Grüße zum neuen Wochenbeginn 😊

yaeli antworten
ichsen
 ichsen
Beiträge : 199

Hallo Yaeli,

Veröffentlicht von: @yaeli

Kann überhaupt jemand den Glauben eines anderen Menschen beurteilen?

Es gibt Christen, die meinen dies zu können.
Allerdings irren sie sich.
Woran will man denn festmachen, ob jemand glaubt?
Daran, dass derjenige es sagt?
Sagen kann jeder viel, wenn der Tag lang ist...
Früher hätte ich sagen können, ich fahre bsw. zu Freizeiten mit Körperbehinderten, weil das meine Art ist Christsein zu leben.
Seit Jahren ist dies aber nicht so, inzwischen ist es eine relativ feste Gruppe, ich fahre eigentlich hin um diese Leute zu treffen.
Genau so, wie ich mit einem Mann aus diesem Kreis nicht befreundet bin, weil ich Christ bin, sondern weil sich diese Freundschaft zwischen uns in den Jahren seit 1994 eben entwickelt hat.
Helfe ich diesem Mann, er ist spastisch gelähmt, dann um ihm zu helfen, aber nicht weil ich Christ bin.
Natürlich könnte ich da ne fromme Story drum rum stricken, einige Fromme würden mir das dann sogar glauben.
Aber weshalb soll ich mir selbst in die Tasche lügen?

Veröffentlicht von: @yaeli

Wenn ich an mein persönliches Glaubensmuster im Laufe meines Lebens denke, dann hat sich dieses so beinahe um 360° verändert. Aber der Kern ist und bleibt immer der Gleiche: Gott hat die Welt erschaffen und das Leben geschenkt. Gottes Ziel mit jedem Menschen sind Beziehungen – zuerst zu Gott und durch Ihn zu Menschen untereinander und miteinander wieder mit Gott.

Ich denke, mir ist was ähnliches passiert, irgendwann wurde mir dieses ständige "Gott hat einen guten und genialen Plan..."-Gerede einfach zu viel.
Inzwischen beschränkt sich meine Beteiligung am Gemeindeleben auf die regelmäßige Teilnahme an einem Gebetskreis und den Seminaren.
Hat einfach was damit zu tun, dass ich nicht gern missioniert werden will und mancher Christ eine Sprache pflegt, die ich als unaufrichtig empfinde.

LG

Stefan

ichsen antworten
1 Antwort
Yaeli
 Yaeli
(@yaeli)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 346
Veröffentlicht von: @ichsen

Es gibt Christen, die meinen dies zu können.
Allerdings irren sie sich.
Woran will man denn festmachen, ob jemand glaubt?

Die Frage, ob man glaubt, wird meistens nicht in Frage gestellt. Eher, ob die Art, wie man glaubt, oder Glauben lebt, die richtige sei. Der Maßstab, was denn richtig sei, wird natürlich am eigenen Glauben gemessen.

Veröffentlicht von: @ichsen

Hat einfach was damit zu tun, dass ich nicht gern missioniert werden will und mancher Christ eine Sprache pflegt, die ich als unaufrichtig empfinde

Die Sprache kann ein Problem sein. Unaufrichtig würde ich das aber noch nicht einmal nennen. Eher angelernt.
Mir geht es inzwischen auch so, dass ich bei frommen Vokabeln eine Abwehrhaltung annehme, weil sie mich an Zeiten erinnern, in denen ich enorm unter Druck stand, den richtigen Glauben zu finden.
Anderseits macht es mich auch oft dankbar, dass ich von diesem Druck befreit wurde.

yaeli antworten


Queequeg
Beiträge : 3426

Wirklichkeit

Veröffentlicht von: @yaeli

ob Glaube in dem Moment nicht gleichzeitig „Wirklichkeit“ oder „Wahrheit“ sein KANN,

Was ist Wirklichkeit? Üblicherweise versteht man darunter Fakten, die unabhängig vom "Beobachter" existieren. Aber schon auf rein materieller Ebene ist das schwierig, weil niemand weiß, ob das, was er wahrnimmt, tatsächlich das ist, was gesehen werden kann.

Es ist aber auch völlig gleichgültig, weil für jeden Menschen immer das Wirklichkeit ist, was er für Wirklichkeit hält. Daran orientiert er sich dann.

queequeg antworten
2 Antworten
Yaeli
 Yaeli
(@yaeli)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 346
Veröffentlicht von: @queequeg

Es ist aber auch völlig gleichgültig, weil für jeden Menschen immer das Wirklichkeit ist, was er für Wirklichkeit hält. Daran orientiert er sich dann.

Wenn man sich dessen bewusst ist, dass eben jeder (auch man selbst) seine eigene Wirklichkeit hat, kann das auch problemlos funktionieren. Schwierig wird es, wenn Menschen ihr eigenes Verständnis von Wirklichkeit, als die einzig gültige Wahrheit für Alle, anderen Menschen aufdiktieren wollen ... selbstverständlich alles "im Namen Gottes".

yaeli antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3426
Veröffentlicht von: @yaeli

Schwierig wird es, wenn Menschen ihr eigenes Verständnis von Wirklichkeit, als die einzig gültige Wahrheit für Alle, anderen Menschen aufdiktieren wollen

Das ist das Problem.

Dahinter steht, dass es für manchen sehr verunsichernd ist, wenn die Wirklichkeit nicht eindeutig und für jeden gleich ist, sondern von allen möglichen individuellen Einflüssen abhängt.

queequeg antworten
Jack-Black
Beiträge : 2272

Wie würdest Du denn die Begriffe "Glaube" und "Erkenntnis" definieren?

jack-black antworten
39 Antworten
Lombard3
(@lombard3)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 4292

Und "Wissen" - wobei wir dann uns wieder in die Haare kriegen!

😊

(nur Spaß)

lombard3 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2272
Veröffentlicht von: @lombard3

Und "Wissen" - wobei wir dann uns wieder in die Haare kriegen!

Das kann sich dann, wenn geklärt wurde, was unter Erkenntnis zu verstehen sei, womöglich von selbst ergeben.
Da Yaeli allerdings in seinem/ihrem Eingangsposting den Begriff Wissen nicht verwendete, sah ich auch erstmal keinen Grund, ihn/sie nach einer Definition für Wissen zu fragen.

jack-black antworten
Lombard3
(@lombard3)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 4292

Das ist ein guter Vorschlag.

lombard3 antworten
Yaeli
 Yaeli
(@yaeli)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 346
Veröffentlicht von: @jack-black

Wie würdest Du denn die Begriffe "Glaube" und "Erkenntnis" definieren?

Ich verstehe Erkenntnis im Zusammenhang mit Glauben, als einen Teil von einem Prozess.
Wobei zunächst einmal "Hoffnung" den Glauben anregt. Durch die Erkenntnis (die Hoffnung wurde erfüllt) den Fortschritt bewegt.

yaeli antworten
Lombard3
(@lombard3)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 4292
Veröffentlicht von: @yaeli

Wobei zunächst einmal "Hoffnung" den Glauben anregt. Durch die Erkenntnis (die Hoffnung wurde erfüllt) den Fortschritt bewegt.

Kann man es so sagen:
Auf einen speziellen Ausgang wird gehofft / erwartet (nicht im Sinne von fordern).

Wenn sich der (gewünschte) Ausgang einstellt, wird die Zuversicht erhöht.

Ich vermute, man kann sich aber nie sicher sein (oder zumindest "sehr sicher" - wobei man "sehr sicher" definieren müsste), dass der (gewünschte) Ausgang sich auch einstellt.

lombard3 antworten
Yaeli
 Yaeli
(@yaeli)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 346
Veröffentlicht von: @lombard3

Ich vermute, man kann sich aber nie sicher sein (oder zumindest "sehr sicher" - wobei man "sehr sicher" definieren müsste), dass der (gewünschte) Ausgang sich auch einstellt.

Wahrscheinlich hängt das aber auch davon ab, wie weit die Wünsche und die Vorstellung der Erfüllung derselben geht.

Bei mir persönlich war am Anfang die "Hoffnung" zunächst weniger auf eine Vorstellung gerichtet, als darauf, dass überhaupt eine Antwort käme.

Ich wurde in dem Glauben von Kind an erzogen, dass Glaube sich auf die Bibel beruft, weil diese Gottes Wort sei. Alles andere sei immer an den Texten der Bibel zu messen.

Am Beispiel meiner älteren Schwester, die immer aktiv vorwärts preschte, und in deren Windschatten ich mich lange Zeit bewegte, kam mir der Wunsch auf, so wie sie zu glauben, dass Gott ihr Wege zeigt, welche sie gehen kann/soll. Ich betete also zu Gott, dass er mir auch einen neuen Weg zeigt, so dass ich es verstehe.
Und das geschah auch, zeitnah nach meinem Gebet. Zuerst erkannte ich es nicht, bis mir plötzlich, wie ein Blitz, klar wurde, dass dies genau die Antwort auf mein Gebet sein könnte. Ich wagte die ersten Schritte und als sie funktionierten, bestätigte sich für mich meine Hoffnung.
Es war für mich eine bombige Erfahrung. Ich hatte eine Zeitlang tatsächlich das Gefühl, unanfechtbar zu sein, da der große Gott sich um mich kleines Menschenkind kümmert. Der Weg an sich war dabei eher zweitrangig. Der wurde mir dann aber in mehreren Etappen immer weiter bestätigt, und hat meinen Glauben gefestigt.

In meinem ganzen langen Glaubensleben habe ich unzählige kleine und große Erfahrungen mit Gott gemacht. Aber immer war in erster Linie wichtig, dass genau diese kleinen und großen gespürten Zuwendungen von Gott zeigten, dass ER immer noch bei mir ist - ich niemals alleine unterwegs bin.

Immer wenn ich an einem Punkt bin, wo ich, wie du beschreibst, unsicher bin, ob ich überhaupt noch nahe bei Gott bin, oder schon auf Abwegen, frage ich Gott direkt: bin ich noch bei dir? Bitte zeige es mir so, dass ich es verstehe. Und dann zeigt Gott mir, oft durch irgendwelche alltägliche Wünsche, die er sichtbar erfüllt, dass er da ist. Dann ist das, was mich am meisten erfüllt, genau diese Botschaft: ich bin bei dir - du bist nicht alleine.

yaeli antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2272
Veröffentlicht von: @yaeli

Ich verstehe Erkenntnis im Zusammenhang mit Glauben, als einen Teil von einem Prozess.

Übersetzt hinsichtlich meiner Frage:

Erkenntnis ist Teil von einem Prozess.

Veröffentlicht von: @yaeli

Wobei zunächst einmal "Hoffnung" den Glauben anregt. Durch die Erkenntnis (die Hoffnung wurde erfüllt) den Fortschritt bewegt.

Das verstehe ich nicht: soll hier Glaube definiert werden oder Hoffnung?

Ich fragte aus folgendem Grund nach einer Definition: Solange man nicht weiß, welchen Bedeutungsinhalt Begriffe haben, kann man nicht sinnvoll über sie diskutieren, sondern verliert sich im Nebel subjektiver Meinungen, Empfindungen, Ahnungen.

Ich gebe mal zur Verdeutlichung zwei Definitionen von "Glauben", wie ich sie (beide, aber nicht gleichzeitig) als Grundlage für sinnvoll erachten würde:

Definition 1: Glauben ist ein prozesshafter mentaler Zustand des Gehirns, der darin besteht, einen Satz als zutreffende Repräsentation von Tatsachen zu behandeln.

Definition 2.: Glauben ist die ohne intersubjektiv rational vermittelbare Begründung existierende Meinung darüber, dass eine Aussage wahr sei.

Du kannst daran, dass ich gleich zwei Definitionen vorschlage (und davon ausgehe, dass es weitere mögliche Definitionen geben kann), vielleicht schon erkennen, wo ich das Problem mit dem hier von Dir angesprochenen Thema sehe: Wenn man nicht weiß, auf welcher Bedeutungsebene welche Definition eines Begriffs verwendet wird, kann man fast sicher davon ausgehen, dass sich in der Diskussion ein Mißverstehen an das nächste reiht und eigentlich keine vernünftigen Ergebnisse dabei herauskommen können.
Da Du nun zu dem Begriff "Glauben" auch noch den Begriff "Erkenntnis" in Deine Aussagen einbeziehst, könnte man meinen, wir redeten hier über erkenntnistheoretische (Fremdwort: epistemologische) Probleme. Zu denen gibt's regalmeterweise gelehrte philosophische Literatur. Von welcher die einen dies, die anderen jenes und wieder andere noch gar nichts gelesen haben. Da Menschen meist aufgrund dessen, was sie schon wissen (oder zu wissen meinen), sprechen (und schreiben), sollte man einander, wenn man sich über solche Themen unterhält, im Vorfeld verdeutlichen, wie der jeweils eigene Wissensstand sei. Sonst kommt am Ende nur sinnfreies Aneinandervorbeidurcheinander heraus.

jack-black antworten
Yaeli
 Yaeli
(@yaeli)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 346
Veröffentlicht von: @jack-black

Das verstehe ich nicht: soll hier Glaube definiert werden oder Hoffnung?

Vielleicht beides - oder keines von beiden 😉

Veröffentlicht von: @jack-black

Ich fragte aus folgendem Grund nach einer Definition: Solange man nicht weiß, welchen Bedeutungsinhalt Begriffe haben, kann man nicht sinnvoll über sie diskutieren, sondern verliert sich im Nebel subjektiver Meinungen, Empfindungen, Ahnungen.

Diskutieren, in dem Sinne, war auch nicht meine Absicht, als ich diesen Thread begann.
Das Thema dieses Forumabschnittes ist "Authentisch Christsein". Darunter verstehe ich u.a. auch , so zu leben (und zu schreiben) wie man selbst es (er)lebt. Mein Ziel dabei war (auch) gemeinsam festzustellen, dass Glauben unterschiedlich läuft, und sich nicht darin beweist, dass mehrere Menschen auf die gleiche Art Glauben (er)leben.

Von mir aus darfst du und auch andere gerne an Definitionen herumdiskutieren. Mein Ding ist das nicht und auch nicht mein Ziel. Aber durch die Baumstruktur in diesem Forum lässt sich das ja übersichtlich trennen.

yaeli antworten
Lombard3
(@lombard3)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 4292
Veröffentlicht von: @yaeli

Diskutieren, in dem Sinne, war auch nicht meine Absicht, als ich diesen Thread begann.
Das Thema dieses Forumabschnittes ist "Authentisch Christsein". Darunter verstehe ich u.a. auch , so zu leben (und zu schreiben) wie man selbst es (er)lebt.

Aber findest du nicht, die Worte, die man sagt/schreibt, nicht auch eindeutig sein sollten.

Zum einen (intersubjektiv) vermittelbar und zum anderen wohldefiniert (zumindest soweit möglich und sinnvoll).

Ich kann aber deinen Ansatz verstehen und mir ist es auch (in christlichen Kreisen) begegnet, dass man eine Art "Andacht" hält oder ein Thema und darüber sich dann austauscht, was jeder denkt.

Nur finde ich einfach, dass dies dann immer schwer greifbar ist und man eigentlich nichts damit anfangen kann...

lombard3 antworten
Yaeli
 Yaeli
(@yaeli)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 346
Veröffentlicht von: @lombard3

Aber findest du nicht, die Worte, die man sagt/schreibt, nicht auch eindeutig sein sollten.

Eindeutig sind Worte nie. Zumindest nicht in dem Sinne, dass jeder Mensch das Gleiche versteht. Und da dies besonders auch in Dingen des Glaubens erkennbar ist, ziehe ich es vor, dass ich so rede, wie ich es eindeutig finde, in der Hoffnung, dass es Leser gibt. die es auch eindeutig verstehen. Und wem das nicht eindeutig ist, der darf gerne seine Version des Verständnisses zu bringen. Ich nehme das interessiert zur Kenntnis. Überlasse dann aber die Diskussion des anderen Eindeutigkeit den Menschen, die dessen Eindeutigkeit besser verstehen als meine. 😉

yaeli antworten
Lombard3
(@lombard3)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 4292

Ok.

Ich meinte auch nicht, dass man 100%ig eindeutig sein muss - Restunsicherheiten gibt es immer.

Aber ggf. so, dass die überwiegende Mehrheit (sagen wir 90% der Menschen) das Gleiche unter einem Begriff versteht.

Wie bspw. bei den Begriffen "heiß/Finger verbrennen", "kalt", blau, grün, Luft, Wasser, Reden, Hören.

Im Sinne des Begriffs "glauben" wäre dies - so wie ich das Christentum verstehe - besonders wichtig, denn "Ohne Glauben ist's unmöglich Gott zu gefallen." und da man "durch Glauben errettet" wird - es scheint also etwas zu sein, dass sehr wichtig ist aus christlicher Sicht.

lombard3 antworten
Tamaro
 Tamaro
(@tamaro)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 1186
Veröffentlicht von: @lombard3

und da man "durch Glauben errettet" wird - es scheint also etwas zu sein, dass sehr wichtig ist aus christlicher Sicht

Natürlich - der Glaube, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist und uns von unseren Sünden erlöst hat. Darauf basiert das Christentum.

tamaro antworten
poimen.a
(@poimen-a)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 774
Veröffentlicht von: @lombard3

Im Sinne des Begriffs "glauben" wäre dies - so wie ich das Christentum verstehe - besonders wichtig, denn "Ohne Glauben ist's unmöglich Gott zu gefallen." und da man "durch Glauben errettet" wird - es scheint also etwas zu sein, dass sehr wichtig ist aus christlicher Sicht.

Der ganze Vers (Hebräer 11,6) lautet:
..."Aber ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt"....
Glaube steht also nicht im luftleeren Raum - und wer nicht zu Gott kommen will ist entschuldigt... 😉

hg poimen

poimen-a antworten
Lombard3
(@lombard3)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 4292

Eben.

Deshalb meine ich ja, dass es wichtig wäre, dass klar ist, was man unter Glauben verstehen sollte.

Nachtrag vom 04.03.2022 1852
Oder liege ich da falsch?

lombard3 antworten
poimen.a
(@poimen-a)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 774
Veröffentlicht von: @lombard3

Deshalb meine ich ja, dass es wichtig wäre, dass klar ist, was man unter Glauben verstehen sollte.

Der schon zitierte Hebräerbrief beschreibt ihn im 11.Kapitel u.a. so: (Hebr.11,1) "Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht."

Das ganze Kapitel befasst sich mit der Thematik...

hg poimen

poimen-a antworten
Lombard3
(@lombard3)
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Dann stimmst du mir zu, dass es wichtig ist, dass es für die christliche Sicht klar ist, was man unter Glaube verstehen sollte?

lombard3 antworten
poimen.a
(@poimen-a)
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Veröffentlicht von: @lombard3

Dann stimmst du mir zu, dass es wichtig ist, dass es für die christliche Sicht klar ist, was man unter Glaube verstehen sollte?

Nein.
Denn das nutzt Dir garnix. (ein Auto nutzt Dir auch nix, wenn Du es nur beschreibst - Du musst es schon fahren...)

hg poimen

poimen-a antworten
Lombard3
(@lombard3)
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Veröffentlicht von: @poimen-a

Nein.
Denn das nutzt Dir garnix. (ein Auto nutzt Dir auch nix, wenn Du es nur beschreibst - Du musst es schon fahren...)

Um "nur" beschreiben ging es ja gar nicht.

Das heißt es nutzt nichts, wenn es klar ist, was Glaube heißt.

Dann wäre ja aber die Bibel aus Hebräer auch nutzlos?

lombard3 antworten
poimen.a
(@poimen-a)
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Veröffentlicht von: @lombard3

Das heißt es nutzt nichts, wenn es klar ist, was Glaube heißt.

Veröffentlicht von: @lombard3

Dann wäre ja aber die Bibel aus Hebräer auch nutzlos?

Ich kann Deinem Gedanken momentan nicht folgen.
Wieso nutzlos?

hg poimen

poimen-a antworten
Lombard3
(@lombard3)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 4292
Veröffentlicht von: @poimen-a

Ich kann Deinem Gedanken momentan nicht folgen.
Wieso nutzlos?

Ich meinte in der Bibelstelle (sorry, ich hatte das Wort "stelle" vergesse) steht ja was Glauben ist.

So wie ich dich verstand ist es nutzlos sich klar zu machen versuchen, was Glauben ist / wie er definiert ist.

Das verstehe ich nicht, denn wenn es so wäre, dann wäre doch die Bibelstelle auch nutzlos.

Oder ist es nutzlos, wenn ich das meine, aber wenn die Bibel es meint, dann ist es nicht nutzlos?

Vielleicht meinst du es so?

lombard3 antworten
poimen.a
(@poimen-a)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

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Veröffentlicht von: @lombard3

So wie ich dich verstand ist es nutzlos sich klar zu machen versuchen, was Glauben ist / wie er definiert ist.

Es ist nicht "nutzlos", sondern es "nützt Dir nicht" iSv "es hilft Dir nicht weiter"

Veröffentlicht von: @lombard3

Das verstehe ich nicht, denn wenn es so wäre, dann wäre doch die Bibelstelle auch nutzlos.

Nein.
Die Bibelstelle bietet mMn eine hinreichende Erklärung - aber was hilft das, wenn sie nicht mit Leben gefüllt wird ?

Vieleicht habe ich mich da auch zu missverständlich ausgedrückt...

hg poimen

poimen-a antworten
Lombard3
(@lombard3)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

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Veröffentlicht von: @poimen-a

Vieleicht habe ich mich da auch zu missverständlich ausgedrückt...

Nein, du hast dich schon verständlich ausgedrückt, aber ggf. eine Frage beantwortet, die nicht gestellt wurde.

Die Frage (jedenfalls in diesem Strang von mir) war:

Ist es wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, was Glaube ist/wie er definiert ist im christlichen Kontext.

Ich behaupte: Ja, da er ja lt. Bibel wichtig ist, wenn nicht gar heilsentscheidend.

Liege ich da falsch oder nicht?

lombard3 antworten
poimen.a
(@poimen-a)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 774
Veröffentlicht von: @lombard3

Die Frage (jedenfalls in diesem Strang von mir) war:

Veröffentlicht von: @lombard3

Ist es wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, was Glaube ist/wie er definiert ist im christlichen Kontext.

Ich bin der Meinung, dass es eine Frage der Perspektive ist:
Steht der Mensch (und sein Wissen, Verhalten o.a. Glauben) im Mittelpunkt...
oder
Gottes Heilshandeln (auf das sich der "Glaube" bezieht) ???

Deshalb schrieb ich ja wer den "Belohnungsaspekt" vernachlässigt, den sehe ich als "entschuldigt".

Veröffentlicht von: @lombard3

Ich behaupte: Ja, da er ja lt. Bibel wichtig ist, wenn nicht gar heilsentscheidend.

Das kratzt mMn. bestenfalls ein wenig an der Oberfläche (weil es das "heilsentscheidende Handeln Gottes" auf die menschliche Ebene zu ziehen versucht)

Jetzt klarer?

hg poimen

poimen-a antworten
Lombard3
(@lombard3)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 4292
Veröffentlicht von: @poimen-a

Ist es wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, was Glaube ist/wie er definiert ist im christlichen Kontext?

Ich bin der Meinung, dass es eine Frage der Perspektive ist:
Steht der Mensch (und sein Wissen, Verhalten o.a. Glauben) im Mittelpunkt...
oder
Gottes Heilshandeln (auf das sich der "Glaube" bezieht) ???

Ok. Das sind 2 Fälle - einmal wenn der Mensch im Mittelpunkt steht (Fall a) und einmal wenn Gottes Heilshandeln im Mittelpunktsteht, auf das sich der Glaube bezieht (Fall b).

Dann meine Frage (wobei ein ja oder ein nein ausreicht):

Ist es wichtig, sich im Klaren zu, was Glaube bedeutet im Fall a (ja/nein) und im Fall b (ja/nein) ?

lombard3 antworten
poimen.a
(@poimen-a)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 774
Veröffentlicht von: @lombard3

Ist es wichtig, sich im Klaren zu, was Glaube bedeutet im Fall a (ja/nein) und im Fall b (ja/nein) ?

wichtig für WEN (!) ???
(ich hoffe dass Yaeli mir verzeiht)

hg poimen

poimen-a antworten
Lombard3
(@lombard3)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 4292

Puh - das wird mir jetzt etwas zu kompliziert.

Nichts für ungut!

lombard3 antworten
poimen.a
(@poimen-a)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 774
Veröffentlicht von: @lombard3

Puh - das wird mir jetzt etwas zu kompliziert.

es ist auch nicht wirklich einfach mMn.

Veröffentlicht von: @lombard3

Nichts für ungut!

ebenso ....

und jetzt wollen wir wieder Platz machen für Yaelis eigentliches Anliegen

hg poimen

poimen-a antworten
Lombard3
(@lombard3)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 4292
Veröffentlicht von: @poimen-a

und jetzt wollen wir wieder Platz machen für Yaelis eigentliches Anliegen

?

Wie meinst du das?

Zählt meine Frage nicht?

Warum hast du denn auf meinen geantwortet?

Nachtrag vom 06.03.2022 1303
Beitrag

lombard3 antworten
Yaeli
 Yaeli
(@yaeli)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 346

Vielfalt im Glauben lebt

Veröffentlicht von: @poimen-a

(ich hoffe dass Yaeli mir verzeiht)

Veröffentlicht von: @poimen-a

und jetzt wollen wir wieder Platz machen für Yaelis eigentliches Anliegen

Platz machen muss hier niemand.
Ich verstehe auch diese Art, Glauben zu definieren, als eine aus der großen Vielfalt.... wenn jemand nur so seinen Glauben versteht. Allerdings kommt es mir etwas einseitig vor, und insgesamt in den Diskussionen wenig zielführend, brauchbar aufbauend für den Glauben, wenn man NUR so an die Glaubensfrage herangeht. Mein Ding ist das eben nicht. Ist mir zu theoretisch, nicht lebendig genug.

Darum hatte ich meine Ansage heute Morgen so formuliert, mit der Hoffnung, dass auch noch etwas lebendiges kommt, aus dem man etwas für das Leben im Glauben schöpfen kann, und die Vielfalt der Farben des Glaubens besser zusammen erkennen kann.

yaeli antworten
Lombard3
(@lombard3)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 4292

Wer nicht glaubt, gehört nicht dazu

Veröffentlicht von: @yaeli

Platz machen muss hier niemand.

Wenn ich es mir so überlege, finde ich, dass religiöser Glaube durchaus etwas ist, das Gruppen und geschlossene Kreise bildet.

Da sollte der das Feld räumen, der eben nicht glaubt oder unbequeme Fragen stellt.

Religiöser Glaube, da gibt es bibeltreue Christen bei denen man "das Wort Gottes" als unfehlbar ansehen muss, da gibt es Pfingstler, bei denen man in Zungen beten sollte oder andere geistliche Gaben leben muss, da gibt es natürlich auch Katholiken, die andere ausschließen (Exkommunion) oder natürlich auch Moslems, bei denen die anderen die "Ungläubigen" sind.

"Wer nicht nicht glaubt ..." gehört nicht dazu.

lombard3 antworten
Yaeli
 Yaeli
(@yaeli)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 346
Veröffentlicht von: @lombard3

Wenn ich es mir so überlege, finde ich, dass religiöser Glaube durchaus etwas ist, das Gruppen und geschlossene Kreise bildet.

Geschlossen bedeutet dann auch ausgrenzen.
Ich möchte dagegen stellen, dass es auch möglich sein kann, bei unterschiedlichen Glaubensgrundlagen einträchtig miteinander auszutauschen und so besonders von der Unterschiedlichkeit zu profitieren. Denn Herausforderungen, die Bewegung erzeugen, entstehen besonders durch Unterschiedlichkeiten.

Veröffentlicht von: @lombard3

"Wer nicht nicht glaubt ..." gehört nicht dazu.

Ich glaube, dass jeder irgendetwas glaubt, im Sinne von Dingen, die "nicht von dieser Welt" sind. Der Glaube fängt dort an, wo Erklärungsmöglichkeiten scheitern. Menschen sind nun mal so, dass sie nachdenken und zu lösen versuchen, was sie nicht verstehen. Es ist gut, wenn man solche Dinge miteinander teilt. Denn dann kann man, auch wenn man sich nicht zu einer Glaubensgemeinschaft/Religion zugehörig fühlt, erst einmal miteinander abgleichen, worüber man nachgedacht hat. Ich denke, auf diese Weise kann man durch Gesprächsbereitschaft auch ohne Vorgaben einer Religion zu dem Schluss kommen, dass es mehr geben muss, als das, was man mit Worten beschreiben kann. Auf diese Weise kann man sicher auch zu Gott finden. Weil mMn es eigentlich Gott selbst ist, der die Menschen findet, wenn sie ihn suchen.

Durch viele Gespräche und Austausch in religiösen Foren bin ich sogar zu dem Schluss gekommen, dass oftmals die jeweilige Religion, in die man hinein geboren wurde (auch das Christentum) den Glauben an Gott eher verhindert, weil unzählige, unerfüllbare Regeln, Vorschriften und unerfüllte Versprechungen die Glaubensbereitschaft zerstören.

Interessant finde ich, dass fast alle "Atheisten" oder Glaubensgegner, denen ich in religiösen Foren begegnet bin, fundamentalistische christliche Wurzeln hatten.

yaeli antworten
Lombard3
(@lombard3)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 4292
Veröffentlicht von: @poimen-a

wichtig für WEN (!) ???

Im christlichen Kontext schrieb ich ja weiter oben - d.h. wenn Christen sich austauschen.

lombard3 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2272
Veröffentlicht von: @yaeli

Diskutieren, in dem Sinne, war auch nicht meine Absicht, als ich diesen Thread begann.

Okay. Fast hatte ich's geahnt. 😊

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 16322
Veröffentlicht von: @yaeli

Das Thema dieses Forumabschnittes ist "Authentisch Christsein". Darunter verstehe ich u.a. auch , so zu leben (und zu schreiben) wie man selbst es (er)lebt. Mein Ziel dabei war (auch) gemeinsam festzustellen, dass Glauben unterschiedlich läuft, und sich nicht darin beweist, dass mehrere Menschen auf die gleiche Art Glauben (er)leben.

Aber auch dafür muss man ja erst mal feststellen, was überhaupt mit "Glauben" gemeint ist.

Im Sinne deines Themas fallen mir auch schon verschiedene Dinge ein: Man kann christlichen Glauben etwa so verstehen, dass man die Bibel als Gottes Wort versteht, also darauf vertraut, dass ihr Inhalt zutreffend ist.

Andere verstehen unter "Glauben" aber eine "persönliche Beziehung zu Gott" - das ist etwas völlig anderes als das, was man im Alltag unter "Glauben" versteht.

Und dann gibt es auch Leute, die "christlichen Glauben" auch noch mit dem Heiligen Geist verbinden, der ein tieferes Verständnis der biblischen Aussagen oder von Gebeten ermöglicht.

Allein in diesem Sinne bedeutet "Glauben" also schon "Vertrauen auf Wahrheit", "persönliche Beziehung zu Gott" und "tieferes Verständnis der biblischen Offenbarung"... und das sind jetzt nur Dinge, die mir im Zusammenhang zum christlichen Glauben begegnet sind, ich selber verstehe da noch mal was ganz anderes drunter.

Also, um sich hier sinnvoll damit auseinandersetzen zu können kommt man wohl nicht umhin, das ein oder andere im Vorfeld zu klären...

lucan-7 antworten
Yaeli
 Yaeli
(@yaeli)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 346
Veröffentlicht von: @lucan-7

Aber auch dafür muss man ja erst mal feststellen, was überhaupt mit "Glauben" gemeint ist.

Mir geht es eben nicht ums "feststellen", sondern um's Erleben ... ganz praktisch.

Bei mir fing es eben genau so an, dass man festgelegt hat, was Glauben zu bedeuten habe. Es ging da NUR um Regeln/Gebote/Verbote und die Strafe dafür, wenn man diese nicht einhält.
Mir persönlich hat das überhaupt nichts gebracht, außer Druck und Angst.

Veröffentlicht von: @lucan-7

Im Sinne deines Themas fallen mir auch schon verschiedene Dinge ein .....:

Eben ... das ist der Punkt: jeder Mensch erlebt Glauben anders.
Da gibt es nur immer auch wieder die Leute, welche sich als "Anführer" verstehen und darstellen wollen, welche gerne "festlegen" .... natürlich gemessen an eigenen Erfahrungen.

Ich persönlich möchte mich nicht (mehr) festlegen, sondern leben.
Glaube bedeutet für mich "Leben" und "Bewegung", sowie "Veränderung". Nicht im Sinne von treiben lassen, wie der Wind es bewegt, sondern "Prüfet alles und das Gute behaltet" (1.Thess.5,21)
"Gutes" ist dabei für mich das, was mir gut tut, und was in mir Gutes bewegt, um anderen Menschen Gutes zu tun.

Veröffentlicht von: @lucan-7

Also, um sich hier sinnvoll damit auseinandersetzen zu können kommt man wohl nicht umhin, das ein oder andere im Vorfeld zu klären...

Kann man machen. Mich persönlich interessiert da aber eher das, was man tut. Nicht das, was man festlegt.

yaeli antworten
Lombard3
(@lombard3)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 4292
Veröffentlicht von: @yaeli

Mir geht es eben nicht ums "feststellen", sondern um's Erleben ... ganz praktisch.

Bei mir fing es eben genau so an, dass man festgelegt hat, was Glauben zu bedeuten habe. Es ging da NUR um Regeln/Gebote/Verbote und die Strafe dafür, wenn man diese nicht einhält.

Aber festlegen, was Glauben zu bedeuten habe ist ja nicht das Gleiche wie "feststellen", wie Glaube (als Wort) definiert ist.

Das muss ja keine absolute, allgemeingültige Definition sein, sonderne einfach eine für die Diskussion sinnvolle/auf die man sich sinnvoll einigen kann.

Wenn du "praktisch erleben" schreibst, dann klingt das außerdem für mich so, als ob du dich abhängig machst von der Gruppe, der individuellen Situation.

Glaube "praktisch erleben" ist bei einem Moslem, einem Katholiken, einen Hindu, oder einem Protestanten oder Evangelikalen oder Pfingstler eben ganz anders.

Deswegen (aber dann verabschiede ich mich auch aus der Diskussion) würde ich die Definition schon für sinnvoll halten - zumindest wenn man versuchen will (halbwegs) vom Gleichen zu reden.

lombard3 antworten
Yaeli
 Yaeli
(@yaeli)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 346
Veröffentlicht von: @lombard3

Aber festlegen, was Glauben zu bedeuten habe ist ja nicht das Gleiche wie "feststellen", wie Glaube (als Wort) definiert ist.

So ist das eben mit den Worten. Wie auch mit vielen anderen Dingen. Jeder Mensch sieht/versteht es auf seine Weise.
Für mich ist in den beiden Begriffen eben das Wort "fest" , welches in mir eine Reaktion auslöst, die auch meine Art zu denken/fühlen/handeln besonders beeinflusst.

Veröffentlicht von: @lombard3

Das muss ja keine absolute, allgemeingültige Definition sein, sonderne einfach eine für die Diskussion sinnvolle/auf die man sich sinnvoll einigen kann.

Da habe ich auch nichts gegen einzuwenden. Weil ich das eben als DEINE Art, "Glauben" zu verstehen, sehe.
Ich schreibe eben das, was ich selbst darunter verstehe, und lasse dir (und allen anderen) ihre Art. Wobei ich auch die Texte der "Anderen" interessiert lese. Nur gehe ich nicht weiter darauf ein, weil das eben nicht die Art ist, die für mich zum Thema passt.

Veröffentlicht von: @lombard3

Wenn du "praktisch erleben" schreibst, dann klingt das außerdem für mich so, als ob du dich abhängig machst von der Gruppe, der individuellen Situation.

Ok ... so klingt es für dich. Ist aber nicht so. Ich mache mich von niemanden (mehr) abhängig. Schon gar nicht mehr von irgendeiner Gruppe. Brauch ich auch nicht mehr. Weil ich inzwischen Rentnerin bin und kein Mensch mehr von mir abhängig ist.

Abhängig bin ich nur von Gott. Weil ich das will und meine Erfahrungen mit Ihm mir gezeigt haben, dass Er immer für mich da ist - egal was ich tue. Und weil er antwortet, wenn ich ihn rufe. Aus diesen Erfahrungen heraus ist mein Glaube gewachsen, den mir kein Mensch mehr nehmen kann.

Veröffentlicht von: @lombard3

Glaube "praktisch erleben" ist bei einem Moslem, einem Katholiken, einen Hindu, oder einem Protestanten oder Evangelikalen oder Pfingstler eben ganz anders.

Eben ... sagichdochdieganzeZeit 😉

Veröffentlicht von: @lombard3

Deswegen (aber dann verabschiede ich mich auch aus der Diskussion) würde ich die Definition schon für sinnvoll halten - zumindest wenn man versuchen will (halbwegs) vom Gleichen zu reden.

Wenn "man" das versucht, dann sollte man das tun. Habe ich auch nix gegen. Dazu werde ich aber (wahrscheinlich) nichts weiter beitragen. (es sei denn, irgendetwas darin reizt mich trotzdem zu einem Kommentar) 😉

yaeli antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 16322

Selbstbestätigung

Veröffentlicht von: @yaeli

Kann man machen. Mich persönlich interessiert da aber eher das, was man tut. Nicht das, was man festlegt.

Mein persönlicher Eindruck aus jahrelangen Diskussionen mit Christen ist allerdings, dass der persönliche Glaube nur sehr schwer in Worte zu fassen ist - und wenn man es dann versucht, dann ist oft nicht das gleiche gemeint.

Heraus kommt dann öfters eine Art christliche Phrasendrescherei... also etwa Sätze wie "Das wichtigste ist doch, dass Jesus im Mittelpunkt steht!".
Nun ja, klar. Das werden wohl die meisten Christen sagen, und natürlich hat das für jeden Einzelnen eine ganz bestimmte Bedeutung.

Aber es bedeutet nicht notwendigerweise für alle anwesenden Christen tatsächlich dasselbe. "Jesus im Mittelpunkt", da haben manche ein eher mystisch-magisches Verständnis, andere sehen das eher nüchtern auf seine Lehre bezogen, wieder andere sehen eine persönliche Beziehung, und auch da unterscheidet sich vieles noch mal sehr im Detail.

Damit dienen solche Aussage am Ende nur der Selbstbestätigung (Die anderen Christen glauben das gleiche wie ich!) - ohne dass man sich mit dem tatsächlichen Glauben seiner Mitchristen tatsächlich tiefer auseinandergesetzt hätte.

Denn dafür müsste man dann eben doch ins Detail gehen, was genau die Leute denn nun eigentlich meinen, wenn sie Worte wie "heilig", "Geist", "Jesus", "Glauben", "Beziehung" oder andere Dinge in diesem Zusammenhang verwenden.

lucan-7 antworten
Yaeli
 Yaeli
(@yaeli)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 346
Veröffentlicht von: @lucan-7

Mein persönlicher Eindruck aus jahrelangen Diskussionen mit Christen ist allerdings, dass der persönliche Glaube nur sehr schwer in Worte zu fassen ist - und wenn man es dann versucht, dann ist oft nicht das gleiche gemeint.

Dem stimme ich zu. Es ist einfach so, dass Glaube etwas persönliches ist,. Es ist ein intimer Bereich, der nun mal nicht (vollends) für andere Menschen zugänglich ist. Und das ist auch gut so. Ich denke, Gott hat das genauso geplant mit den Menschen. Damit sie ihr Leben lang daran lernen, miteinander umzugehen und einander zu lieben, besonders dort, wo es schwierig wird.

Veröffentlicht von: @lucan-7

Aber es bedeutet nicht notwendigerweise für alle anwesenden Christen tatsächlich dasselbe.....

Ich bin inzwischen deshalb sogar geneigt, mich des Titels "Christ" gar nicht mehr zu bedienen. Es hat für mein Empfinden längst die eigentliche Bedeutung (Nachfolger von Christus) verloren. Für die meisten Christen bedeutet der Titel einfach nur noch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe von Menschen. Und damit macht jeder seine ganz eigene Sicht, wer/was ein Christ denn sei, (oft) als die einzig Richtige für Alle gültig.

yaeli antworten


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