Gute Christen/Schlechte Christen
Hallo zusammen,
eine gute Freundin liest jeden Tag die Bibel, hört Lobpreislieder, sieht sich Predigten auf Youtube an und besucht regelmäßig den Gottesdienst! Ich tue das alles nicht und zweifle ich langsam an mir, ob ich deshalb ein schlechter Christ bin. Sie ließ so etwas in der Art auch durchblicken. Wie empfindet ihr das? Kann man nicht an Gott glauben und mit Jesus sein, ohne viel "Tamtam"?
Danke!
Ja, kann man.
Was im Umkehrschluss natürlich auch nicht heißt, dass deine Freundin eine schlechte Christin wäre. Jemand anderen als schlechten Christen zu bezeichnen, ist in jedem Falle heikel.
"Der Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an" (1. Samuel 16,7).
Christsein hängt von der Beziehung zu Christus ab und nicht von der Einhaltung von Gewohnheiten und Regeln.
Dass du auf 'guter Christ/schlechter Christ' reflektierst, zeigt mir ein Vergleichen mit anderen. Man tut das und das als guter Christ. So legt man sich selbst religiöse Lasten auf. Damit ziehst du immer den Kürzeren. Wer ist denn Man? ...eine undefinierte Menge an Menschen, die vielleicht gar nicht diese Forderung aufstellen, jeden Sonntag in die Kirche gehen zu müssen oder auf eine bestimmte Art die Bibelleseportionen einzuteilen. Komm heraus aus dem Man-Gefängnis und frage lieber Jesus, was Er meint, das für dich dran ist. Auch deine Freundin ist nicht dein Maßstab, Jesus ist dein Maßstab.
Es ist besser, sein persönliches geistliches Wachstum mit dem eigenen Vorher-Nachher mit Jesus abzugleichen und dankbar die Fortschritte zu sehen, die Jesus in einem selbst bewirkt.
Es gibt diese 'Regeln' (tägliche Stille Zeit - am besten frühmorgens für den guten Start in den Tag) und 'frommen Maßeinheiten' (mindestens ein Kapitel Bibellese am Tag, noch besser zwei und mindestens zwei mal täglich Gebetszeit und auf jeden Fall sonntags in den Gottesdienst, etc ...).
Und die kann man auch nicht wegdiskutieren. (Ich mein damit auch nicht, dass Stille Zeit und Bibellese oder Gottesdienstbesuch schlecht sind, es geht nur um diese 'inneren Pflichtübungen')
Dass sie im Endeffekt nicht sinnvoll sind, ist eine Erkenntnis, die (hoffentlich) im Lauf der Zeit ins fromme Bewusstsein sickert.
Gut beschrieben, solange es Pflichtübungen sind, törnt es ab.
Es gibt bei David das Morgengebet, bei Daniel das 3x täglich, und wohl auch weitere Beispiele, aber solange es nicht der eigene Wunsch nach Gemeinschaft und Zeit mit Gott ist, lässt man es mit der Zeit nach, lässt es schleifen und die Beziehung kann zunehmend von Frust geprägt werden.
Gut ist nur einer! Und wir dürfen wissen, es ist vollbracht. Wir sind begnadigte Sünder. Es geht alles um die Beziehung vom Mensch zu Gott. Ich spreche mit ihm und lese in der Bibel, lese die Auslegung und lege ihm den Tag hin. Bitte um seine Führung, um seine Hilfe und frage ihn, was er möchte. Und ja, ich bekomme auch Antworten. Letztlich geht es um meinen Charakter. Lass ich mich von Gottes Wort stärken und verändern? Gehe ich Schritte, oder lebe ich mein Leben, wie ich will.
Ich wohne dort, wo er zeigte, dass ich wohnen soll. Fahre sein Auto und arbeite dort wo er mich haben wollte (O-Ton himmlischer Vater: "du bist nicht wegen der Arbeit da, sondern wegen der Menschen."). Gemeinde besuche ich auch. Ich sehe Wachstum in meinem Leben. Und ich sehe Gottes Treue in meinen Krisen. Er half mir durch und danach ging es stets besser als vorher.
Im gleichen Maß, wie wir uns Gott unterstellen - setzt er seine Autorität in uns frei.
Also mein Fazit: Wir sind alle Lernende. Ich hab einfach erkannt, dass Menschen mir in Krisen nicht helfen können. Und schrie deshalb zu Gott - und tat was mir vor die Füsse kam. Und je mehr Druck, umso mehr Wort brauch ich in mir. Je mehr Wort, umso mehr Licht und es ist einfacher die (auch im Rückblick) richtigen Entscheidungen zu treffen.
Gottes Friede leitet mich - ich jage dem Frieden nach. Jedes Wort aus Gottes Mund ist Nahrung, Kraft und Leben. Ich brauchs, würde sonst (innerlich) verhungern. So aber brachte er mich raus aus Verdammnis, Schulden, heilte mein gebrochenes Herz, heilte mich von schwersten Depressionen und Schmerzen, hob mich aus Angst raus. Und schenkte mir Gelingen, neuen Mut. Er gibt mir Hoffnung. Denn meine Weisheit ist schnell zu Ende und meine Kraft auch.
Es ist für alles eine Zeit. Und wir sollen die Zeit auskaufen. Das Wort Gottes ist Licht auf dem Weg. In der Nacht ist es klar, dass wir am Auto das Licht einschalten. In unserem Leben gibt es so viele Entscheidungen und Krisen, mit dem Licht Gottes (seinem Wort) ist es viel leichter die richtigen Entscheidungen zu treffen.
In meinen Krisen sah ich, dass die Glaube an Gottes Wort trägt. Wer auf Jesus vertraut, wird nicht zuschanden. Schade, wenn wir die Zeit nicht genommen haben, das Wort in unserem Herzen zu verankern, auf dass es wachsen kann - denn die Bibel sagt: Der Platzregen kommt in jedem Leben und wenn wir unser Haus auf Sand gebaut haben, wird es fallen und der Fall wird groß sein.
Ich bin schon lange Christ und mit der Zeit wurde immer mal wieder ein Bibelvers lebendig, den ich dann durch die Gnade Gottes in meinem Leben umsetze (z. Bsp. Bleibt der Gemeinde nicht fern, ertragt einander in Liebe).
Es gibt für alles eine Zeit. Es reicht aus, sein Herz auf Jesus zu richten und das zu tun, was er dir sagt. Im kleinen treu sein. Vergleichen ist meist nicht gut.
Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. / Er hat uns - dich mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. Epheser 1f
Ich wünsche Dir, dass du in alles reinkommst, was Gott für dich bereitet hat. Denen, die Gott lieben, lässt er alles zum Besten dienen. Was kein Ohr gehört, kein Auge gesehen und in keines Menschen Herz gekommen ist, hat er denen bereitet, die ihn lieben.