In meines Vater Haus ....
Johannes 14,2
Ich stelle mir vor, dass es das "HAUS GOTTES" ist, das eben viele Etagen und Wohnräume hat - wobei das Fundament gelegt ist (1. Korinther 3,11) und der Hauseingang jedem mit Schlüssel offen steht (Johannes 10,9) ... nun aber geht's im Haus los mit der Frage von Nachbarschaft & Miteinander, Wohnraumbehauptung, Flurbegegnungen, Hausordnung etc.
Die Wohnungen - ich konkretisiere das Bild vom Haus Gottes mal - liegen auf unterschiedlichen Etagen, sind kleiner oder gräumiger, unterschiedlich eingerichtet und die Fensterausblicke sind, je nach Verortung und Himmelsrichtung, unterschiedlich.
Schön wäre es, wenn keiner dem anderen Wohnrecht unter diesem gemeinsamen Dach absprechen würde - alle haben vom Hausherrn Wohnerlaubnis bekommen.
Einige Nachbarn sind sich näher als Andere. Einige grüßen sich nur, Manche laden sich gegenseitig in ihre Wohnräume ein, planen gemeinsame Feste, kultivieren den Gemeinschaftsgarten.
Aber leider gibt's auch diejenigen, die meinen "Hausmeister" spielen zu müssen, obwohl sie's nicht sind. Argwohn, Nickeligkeiten, Beschwerden, laustarken Streit im Treppenhaus und sogar Übergriffigkeiten kommen vor - zum Betrübnis des Hausbesitzers (der der HausbesitzerIN 😉
Einige "Einsiedler" scheint es zu geben, ruhige Mieter, die eher zurückgezogen in ihren vier Wänden leben, aus denen man selten was hört. Andere sind ausgesprochen gesellig und kommunikativ, tolerant und meist gutgelaunt. Familien finden sich, Handwerker im Keller, Sportinteressierte ebenso ...
Am "Schwarzen Brett" hängen alle möglichen Hinweise, Nachrichten, Einladungen oder Beschwerde-Zettel
Gibt es eine "Grundstimmung" im Haus? Fühlen sich alle wohl oder wer träumt vom Wegzug? Beansprucht Jemand das Haus für sich und seinesgleichen? Warum wohl sind die aus der zweiten Etage letzte Woche sang- und klanglos ausgezogen? Und wer sind die neuen Mieter, die wohl die Hausordnung noch nicht kennen!? ...
usw 😉
Ein Impuls zum Aufgreifen und Weiterspinnen?
L'Chaim
Gibt es eine "Grundstimmung" im Haus? Fühlen sich alle wohl oder wer träumt vom Wegzug? Beansprucht Jemand das Haus für sich und seinesgleichen? Warum wohl sind die aus der zweiten Etage letzte Woche sang- und klanglos ausgezogen? Und wer sind die neuen Mieter, die wohl die Hausordnung noch nicht kennen!? ...
Also beim Haus Gottes muss ich unweigerlich ans Jenseits denken. Das ist hier nicht zu finden. Also dort wo Jesus hingegangen ist, dort ist es dann.
Die Grundstimmung dort kann nur gut sein. Niemand träumt vom Wegzug- wieso auch, denn alle fühlen sich wohl. Niemand beansprucht etwas für sich alleine, weil das Teilen mit anderen die Natur des Gotteshauses ist. Neue Mitbewohner werden liebevoll in die neuen Regeln eingeführt- und alle halten sie, weil es der natürliche Zustand ist.
Ja, Du hast Recht, dass das Wort Jesu aus seinen sog. Abschiedsreden (Johannes 14-16) stammt und Jesus den Blick ins Zukünftige lenkt - ich habe das mit den "vielen Wohnungen" aber bewusst ins Diesseits hinein gedacht und verbunden mit dem Bild vom "Haus Gottes" und vom "Hausgenossen sein" jetzt-hier in der Welt.
Jesus betet ja (auch im folgenden Kapitel 17) für "die Seinen", die noch in der Welt sind, ihre Liebe und Verbundenheit.
Und auch für dieses Forum hier und die Frage, wer sich wo und wie darin wiederfindet, finde ich den Haus- und Wohnungsgedanken recht spannend .
L'Chaim
Schön wäre es, wenn keiner dem anderen Wohnrecht unter diesem gemeinsamen Dach absprechen würde - alle haben vom Hausherrn Wohnerlaubnis bekommen.
Und was ist mit denen, die massiv gegen die Hausordnung verstoßen...?
Denn darum geht es dir doch, oder?
Ja, gute Frage ....
Interessant, dass als Erstes die Frage nach der *HAUSORDNUNG* kommt 😉
D.h. es regt sich das Bedürfnis nach Klärung, wer sich woran bitteschön zu halten hat ...
In concreto: Wieviel Freiräume und Toleranz es untereinander gibt und wo die Grenzen liegen, bei Dingen die eindeutig gegen die Hausordnung verstoßen.
Dabei geht es wohl zum einen um notwendige Festlegungen, die in jedem Haus (aus Sicherheitsgründen und um des Funktionierns der Hausgemeinschaft willen) nötig sind ---- aber im gelebten Miteinander wohl auch um verschiedene Einstellungen und Wahrnehmungen.
Denn es gibt im Haus die Strengen, die sofort nach Ordnung und Maßregelung verlangen, wenn X nebenan und Y von oben sich mal wieder dieses oder jenes erlauben .... während Andere toleranter damit umgehen, wenn es mal etwas lauter nebenan wird oder die Mülltüte neben der Wohnungstür bei Z nicht sofort runtergebracht wird und das Fahrrad 10 cm zu dicht neben der Haustür steht ...
L' Chaim
Die Hausordnung ist doch ganz einfach und ganz schwer:
❤️ ❤️ ❤️ ❤️ ❤️ ❤️ ❤️ ❤️ ❤️
Du sollst Gott lieben
und deinen Nächsten
wie dich selbst
❤️ ❤️ ❤️ ❤️ ❤️ ❤️ ❤️ ❤️ ❤️
Super ... Gottesliebe & Nächstenliebe als Hausordnung, für das "Haus Gottes", da bin ich dabei 😉
Ist das auch die (einzige) Voraussetzung für ein zugestandenes Mietverhältnis, einen Mietvertrag und die Schlüsselübergabe zur eigenen Wohnung? Das wäre toll.
L'Chaim
Es steht im ewigen Mietvertag (Bibel).
Gott hat zuerst geliebt, damit wir zurück lieben können.
Joh 3, 16 Denn so hat Gott der Welt seine Liebe gezeigt: Er gab seinen einen und einzigartigen Sohn, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht ins Verderben geht, sondern ewiges Leben hat.
17 Gott hat seinen Sohn ja nicht in die Welt geschickt, um sie zu verurteilen, sondern um sie durch ihn zu retten.
Hier auf der Erde haben wir die Chance in der Liebe zu wachsen, die in der zukünftigen Wohnung vollendet wird.
Mir ging es in meinem "Aufschlag" eher darum, wer wen im "Haus Gottes" als Hausbewohner und Mitmieter akzeptieren kann - oder wer wen dort als Mitbewohner schwer oder garnicht dabei sieht.
Ich reiz es nochmal ein bisschen weiter 😉
Bei der - vom Hauseigentümer abendlich einberufenen - Mieterversammlung suchen, finden, haben (?) alle ihre Plätze, Anliegen, Interessen.
Was für eine bunte Hausgemeinschaft sitzt da zusammen: Evangelikale und Liberale, Katholiken und Freikirchler, Mystiker und Bekenntnistreue ... und der Hauseigentümer präsentiert die abendliche "Tagesordnungspunkte" der heutigen Versammlung --- gespeist aus Anträgen, Beschwerden und notwendigen Regelungen.
Was ist es da, mit dem "Haus Gottes"?
L'Chaim
Ja, Kinder gehören auch dazu, unbedingt - und erinnern uns daran, ihnen in Manchem gleich zu werden und das "Reich Gottes" zu empfangen, zu entdecken und zu leben. 😉
Die machen Lärm, bringen alles durcheinander, haben oft wenig Berührungsängste, sind neugierig, finden uns Erwachsene oft komisch ... und fragen ständig "Warum ???"
Da fällt mir eine Geschichte ein, die ich manchmal in KiGo oder Schul-Godis erzählt habe. Sie heißt im "Viertelland" und erzählt von einem Land, in der in es strikte Farbaufteilungen der Viertel gibt: In einem ist alles blau, in den anderen alles gelb, rot und grün - alles, was die Menschen dort kennen und womit sie sich abgrenzen und verteidigen, ist in ihrer Farbe ... Das wird lustig geschildert. - Bis eines Tages ein Junge namens Erbs die Grenzen verwischt, die anderen Kinder aus Viertelland damit ansteckt und sich eine Buntheit offenbart, die die Menschen vorher garnicht kannten ... Ich glaube, die Autorin ist Gudrun Pausewang.
L'Chaim
Ja, Kinder gehören auch dazu, unbedingt - und erinnern uns daran, ihnen in Manchem gleich zu werden und das "Reich Gottes" zu empfangen, zu entdecken und zu leben.
Mein Gedanke ging in eine andere Richtung.
Gott hat nur Kinder in Seinem Haus, keine Denominationen.
Ja, Kinder, die sich aber nicht "kindisch" verhalten und streiten sollten, wenn es darum geht, wer dabei sein darf im Miteinander ... also: Mitspielen lassen, sich nicht unnötig zanken, nicht mobben, nicht ausgrenzen.
L'Chaim
Ja, aber...... ist ein Nein, evtl eine Befürchtung, evtl unvergebenes Erleben, evtl tiefer Wunsch aufgrund einer Verletzung, evtl Druck durch .... ?
Es wird nirgends so viel gemobbt, wie bei Kirchens und im Gesundheitswesen. Das liegt wohl daran, dass dort viele empathische Menschen sich sammeln, die oft zu viel dulden.
Es ist ein Systemfehler.
Was einen da rausholen kann, ist die kindliche wiederhergestellte Vaterbeziehung.
Das war jetzt beeindruckend in der Winterbibelschule. Der erste geladene Prediger schuf eine väterliche Atmosphäre. Die beiden anderen folgten dann mit Lehre bzgl Unterscheidungs- und Auslegungsebenen.
Die väterliche Atmosphäre war wesentlich für die Bereitschaft, vom Vater zu empfangen.
@awhler Mit einem Haus kommst Du da nicht hin. Das muss schon eine größere Wohnanlage sein.
Und bei so einer Wohnanlage ist es höchst wahrscheinlich, dass da Menschen wohnen, die sich nie über den Weg laufen.
Sei es, weil die einen morgens das Haus verlassen und erst abends wiederkommen; sei es, weil die einen im 'Südflügel' wohnen, während die anderen auf der Nordseite sitzen.
Und wenn sie sich irgendwann begegnen, freuen sie sich vielleicht, wenn sich herausstellt, dass der andere ja gar nicht so weit weg wohnt.
Ich sag ja immer, dass der liebe Gott einen großen Tiergarten hat.
Der ist etwas weitläufiger als ein Haus und man kann manchem vielleicht auch einfacher aus dem Weg gehen.
Und ich bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass zwar alle im selben Tiergarten wohnen, aber nicht im selben Gehege.
D.h. manche können einfach nicht miteinander (Schafe und Wölfe werden erst im Himmel auf der selben Wiese liegen) und dann dürfen sie sich auch aus dem Weg gehen.
Unabhängig davon, was ich jetzt selber für ein Tierchen bin - ich darf ein anderes Tierchen nicht mögen.
Mal kurz dazwischen:
"In meines Vaters Haus" (Joh. 14,2)
habe ich immer auf die Ewigkeit bezogen.
In der jüd. Mystik gibt es angelehnt an Henochs "Himmelsreisen" die so genannte "Palast"- und "Wagenliteratur":
👋
Nachtrag:
Aber die Idee mit dem Haus im Hier u Jetzt finde ich auch gut.
Ja, ... aber noch sind WIR nun hier und die "liebe Christenheit" ist in Geschichte & Gegenwart so bunt und mannigfaltig und Menschen sind in ihren Kontexten und ihrem Verstehen (individuell, konfessionell, kulturell, religiös) z.T. so verschieden berührt von Jesus, dem Evangelium und den Reich Gottes, dass das Mit- oder Gegeneinander im "Haus Gottes" der Anstoß dieses Threads ist.
Christen tun sich ja leider schwer damit, die Verschiedenheiten und Unterschiedlichkeiten untereinander geistlich zu akzeptieren - und manchmal raufen sich die "Kinder dieser Welt" irgendwie besser zusammen oder akzeptieren sich halt im Nebeneinander leichter als die "Kinder Gottes", die Andere nicht wirklich als legitime und wohnberechtigte Nachbarn in dem einen, gemeinsamen HAUS GOTTES akzeptieren können --- oder für einen weiteren und tatsächlichen Verbleib der Anderen ihre Maßstäbe anlegen undf Bedingungen stellen ...
Ich stell mir das echt manchmal so vor, als würden (ich nenne mal beliebig-launig ein paar Namen, mit denen sich "Familien" und eben "Glaubenshaushalte" verbinden) Ulrich Parzany, Dorothee Sölle, Richard Rohr, Jörg Zink, der Papst, Joyce Meyer, Meister Eckard, Luther undundund in der "Hausgemeinschaft" wiederfinden und jeder zeigt dem Anderen im Zweifelsfall seinen Wohhnberechtigungsschein oder stellt den der Anderen in Frage 😉 ....
Ich glaube halt, dass unglaublich viel Mieterstreitigkeiten im "Haus Gottes" nichts mit der Großzügigkeit und Weite des Hausherrn zu tun hat, sondern vergleichbar ist mit dem, was Menschen auch ganz real in ihrem Mehrfamilienhaus oder gar Hochhaus erleben - im Guten wie im Schlechten.
L'Chaim
Manch ein Hausbewohner fragt sich, wieso "diese Fremden da" überhaupt eine Wohnung bekamen. Ob das wohl mit rechten Dingen zugegangen ist?
Er wird daran erinnert, dass der Hausherr ein weites Herz hat und die Menschen nicht nach ihrem Aussehen und ihren Gebräuchen beurteilt sondern in ihr Inneres schauen kann.