Christliche Meditationspraxis und allezeit beten- Erfahrungen?
Guten Morgen,
ich habe das mal zusammen in einen Topf geworfen- beten und meditieren.
Vielleicht sollte man das nicht, weil in der Bibel sowas wie Meditation nicht zu finden ist. Aber die Gebetsrituale und Gebetspraxis der christlichen Orden oder auch christliche Mystiker haben ja durchaus geistliche Übungen hervorgebracht und auch verbreitet, die der Meditation zT näher stehen als dem Gebet. Insofern denke ich, ist das ok.
Eine christliche Meditation: darunter verstehe ich ein bewusstes sich leer machen und warten auf Gott.
Allezeit beten: darunter verstehe ich eine bewusste gedankliche und emotionale Ausrichtung auf Gott so oft es mein Alltag zulässt bzw. während des Alltags.
Wie handhabt ihr das? Wann und wie richtet ihr euch aus oder ist das eher gar nicht notwendig, was meint ihr dazu?
👋🏻 Stern
Veröffentlicht von: @sternEine christliche Meditation: darunter verstehe ich ein bewusstes sich leer machen und warten auf Gott.
Ich scheitere schon am 'bewussten Leermachen'
Allezeit beten: darunter verstehe ich eine bewusste gedankliche und emotionale Ausrichtung auf Gott so oft es mein Alltag zulässt bzw. während des Alltags.
Wenn ich davon ausgehe, dass Gott immer da ist, kann ich auch jederzeit mit ihm reden.
Wenn ich davon ausgehe, dass Gott immer da ist, kann ich auch jederzeit mit ihm reden.
Ja.
Manchmal bin ich aber dermassen in einem Gedankenkarussel gefangen, dass von meiner Seite aus kein Reden möglich ist sondern nur ein herunterleiern der immer gleichen Gedanken. Das hat dann sehr wenig mit Gott zu tun.
Du kannst Gott doch genau diese Gedanken hinlegen
Ja, das tue ich dann meist auch irgendwann - und dann ist auch gut.
Aber oft dauert es
- bis ich erkenne, dass ich auf dem Gedankenkarussel sitze
- bis mir einfällt, dass ich mich damit an ihn wenden kann
Das sind noch keine Automatismen bei mir.
Hier der Text für alle, weil es mir so gut gefallen hat. Das trifft es wirklich gut.
Hinter meiner Mauer
Gehts mir heut nicht gut
Woher kommt die Trauer
Woher all die Wut?
Wie viel kann ich tragen?
Weiß ich wer ich bin?
Führen meine Fragen
Schließlich zu dir hin?Vater du siehst in mich hinein
Mir bleibt nichts als ehrlich zu sein
Ich hab heut keine Lust zu beten
Können wir nicht einfach reden?
Irgendwo...
Einfach so
Denn ich hab keine Lust zu beten
Doch ich brauch jemand zum Reden
Der versteht, zu mir stehtMach ich alles richtig?
Tu ich was ich kann?
Nehm ich mich zu wichtig?
Steh ich meinen Mann?
Es ist schwer zu lieben
Ausharr'n in Geduld
Soll ich kämpfen, siegen?
Ist es meine Schuld?Vater du siehst in mich hinein
Mir bleibt nichts als ehrlich zu sein
Ich hab heut keine Lust zu beten
Können wir nicht einfach reden?
Irgendwo...
Einfach so
Denn ich hab keine Lust zu beten
Doch ich brauch jemand zum Reden
Der versteht, zu mir steht
Ein Bild, das mir mal geholfen hat:
Wie steigt ein Hamster aus einem Hamsterrad aus? Er fixiert während des Rennens einen festen Punkt ausserhalb des Rades und springt beherzt hinaus.
Eine Hamsterbesitzerin hat mir das mal erklärt: der Hamster kann nicht langsamer im Rad laufen, da würde er über Kopf purzeln durch den Schwung des Rades. So ist es mit Sorgengedanken, die das Hamsterrad in Schwung gebracht haben. Sie können das Rad nicht verlangsamen. Raus springen auf einen ruhenden Pol zu.
Wie steigt ein Hamster aus einem Hamsterrad aus? Er fixiert während des Rennens einen festen Punkt ausserhalb des Rades und springt beherzt hinaus.
Genau!
Alles andere hilft nicht.
Ich übe das beherzte rausspringen…🤝🙂
@stern Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es schwer fällt, aus dem Gedankenkarussell auszusteigen, wenn man sich tief im Inneren etwas davon erhofft, z.B. eine tolle Idee. Oder wenn man umgekehrt befürchtet, dass man etwas verdrängen würde, wenn man seine Probleme nicht bis ins kleinste Detail analysiert.
Es ist hilfreich, sich ab und zu grundsätzlich mit dem Thema Grübelfalle und was einen hindert, auszusteigen, auseinander zu setzen. Wenn sich die Erkenntnis, dass Gottvertrauen mehr bringt als die vage Idee, man könnte seine Probleme durch Nachdenken lösen, erst einmal in einem durchgesetzt hat, fällt das Loslassen gar nicht mehr so schwer.
Es ist hilfreich, sich ab und zu grundsätzlich mit dem Thema Grübelfalle und was einen hindert, auszusteigen, auseinander zu setzen. Wenn sich die Erkenntnis, dass Gottvertrauen mehr bringt als die vage Idee, man könnte seine Probleme durch Nachdenken lösen, erst einmal in einem durchgesetzt hat, fällt das Loslassen gar nicht mehr so schwer.
Na, da hast du eine große Wahrheit gelassen ausgesprochen…ich falle nämlich immer wieder darauf rein, dass ich so denke.
Veröffentlicht von: @mariposa22@stern Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es schwer fällt, aus dem Gedankenkarussell auszusteigen, wenn man sich tief im Inneren etwas davon erhofft, z.B. eine tolle Idee. Oder wenn man umgekehrt befürchtet, dass man etwas verdrängen würde, wenn man seine Probleme nicht bis ins kleinste Detail analysiert.
Es ist hilfreich, sich ab und zu grundsätzlich mit dem Thema Grübelfalle und was einen hindert, auszusteigen, auseinander zu setzen. Wenn sich die Erkenntnis, dass Gottvertrauen mehr bringt als die vage Idee, man könnte seine Probleme durch Nachdenken lösen, erst einmal in einem durchgesetzt hat, fällt das Loslassen gar nicht mehr so schwer.
Das merk ich schon bei ganz kleinen Kleinigkeiten.
Wenn mir z.B. jemand begegnet und mich grüßt und ich grüße zurück und hinterher überlege ich, woher ich diese Person kenne. Da bastle ich mir dann einen Hintergrund zurecht, der zur Person passen könnte und komme oft genug nicht weiter. Und wenn es dann anfängt, mir egal zu werden (oder mich etwas anderes beschäftigt), fällt's mir oft genug plötzlich wieder ein.
Oder irgendwelche Text- oder Liedfrequenzen, die mir so in den Sinn kommen und die ich nicht zum ganzen Text zusammenbekomme - auch die sind auf einmal wieder da.
Wenn ich davon ausgehe, dass Gott immer da ist, kann ich auch jederzeit mit ihm reden.
Dass ich mit ihm rede, ist eigentlich nie ein Problem, dass er mit mir redet manchmal schon. Und da hilft die Meditation dann doch einiges.
weil in der Bibel sowas wie Meditation nicht zu finden ist.
Meditation: Nachdenken über etwas ....
christliche Meditation z.B. Psalm 1, 1 Wie glücklich ist der,............ 2 der Gefallen hat an der Weisung Jahwes / und über sein Gesetz Tag und Nacht sinnt!
Lk 2,19 Maria aber bewahrte das Gehörte in ihrem Herzen und dachte immer wieder darüber nach.
Gebet: sprechen mit Gott und Antwort empfangen, Kommunikation
Eine christliche Meditation: darunter verstehe ich ein bewusstes sich leer machen und warten auf Gott.
Was bedeutet hier 'sich leer machen' ? In der Bibel habe ich keine Anweisung eines 'sich leer Machens' gefunden, im Gegenteil: die Aufforderung ist voll Heiligen Geistes zu sein.
Eph 5, 18b .......sondern lasst euch vom Geist Gottes erfüllen!
19 Das geschieht, indem ihr euch gegenseitig mit Psalmen, Lobliedern und anderen geistlichen Liedern ermutigt; indem ihr aus vollem Herzen dem Herrn singt und musiziert;
20 indem ihr Gott, unserem Vater, im Namen unseres Herrn Jesus Christus allezeit und für alles dankt;
Vielleicht meinst du mit 'sich leer machen' ein ruhig werden vor Gott? Alltagsgedanken beiseite legen, was man noch zu erledigen hätte? Sich Qualitätszeit einrichten für ungestörtes Reden mit Gott?
Vielleicht meinst du mit 'sich leer machen' ein ruhig werden vor Gott? Alltagsgedanken beiseite legen, was man noch zu erledigen hätte? Sich Qualitätszeit einrichten für ungestörtes Reden mit Gott?
Ja, genau. Die anderen Tausend Gedanken in den Hintergrund treten lassen und still werden…meist gelingt das auch erst nach einer gewissen Zeit. Ich brauche manchmal lange dazu, den Alltag/die vordergründigen Gefühle und Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen.
Meditation: Nachdenken über etwas ....
christliche Meditation z.B. Psalm 1, 1 Wie glücklich ist der,............ 2 der Gefallen hat an der Weisung Jahwes / und über sein Gesetz Tag und Nacht sinnt!
Lk 2,19 Maria aber bewahrte das Gehörte in ihrem Herzen und dachte immer wieder darüber nach.
Ja, das ist für mich auch Meditation, dass sich der Sinn und die Tiefe einer Aussage erschließen kann und es ins eigene Leben transportiert werden kann.
Ja, genau. Die anderen Tausend Gedanken in den Hintergrund treten lassen und still werden…meist gelingt das auch erst nach einer gewissen Zeit. Ich brauche manchmal lange dazu, den Alltag/die vordergründigen Gefühle und Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen.
So wird der Ausdruck 'leer werden' für mich jetzt verständlicher. Es gibt ein paar Strategien, die Alltagsgedanken zum Schweigen zu bringen, die nicht so viel Zeit kosten.
1) was man noch erledigen muss: rausschreiben auf einen Zettel "Ihr seid später dran. Jetzt nicht!" Damit schlägt man der Angst, etwas zu vergessen, ein Schnippchen.
2) Sorgengedanken: was ist meine Aufgabe an der Aufgabe und was kann ich als nicht meine Verantwortung jemand anderem und/oder Gott hinlegen
3) noch zuviel Adrenalin, sprich Bewegungsdrang im Körper: sich nicht zwingen, ruhig zu sitzen, sondern mit leichter Bewegung(Tanzschritte, gehen und leise in die Hände klatschen) und vllt einem Loblied das Adrenalin verbrauchen
4) wer kann, in Sprachen Geheimnisse mit Gott reden: 1. Kor 14, 2 Denn wer in einer Sprache redet, spricht nicht zu Menschen, sondern zu Gott. Niemand versteht ihn. Was er durch Geisteswirkung redet, bleibt ein Geheimnis.
Eph 5, 18b .......sondern lasst euch vom Geist Gottes erfüllen!
19 Das geschieht, indem ihr euch gegenseitig mit Psalmen, Lobliedern und anderen geistlichen Liedern ermutigt; indem ihr aus vollem Herzen dem Herrn singt und musiziert;
Es gibt kein Vakuum in den Gedanken. Legst du die einen ab, ist es sinnvoll, den Platz mit Gedanken im Heiligen Geist zu füllen, dann können die Störgedanken nicht so leicht bzw. in dem Moment gar nicht zurückkommen und stören.
Es gibt kein Vakuum in den Gedanken.
Ja, das stimmt…sie wachsen einfach wie Pilze aus dem Boden.
Und trotzdem gibt es ja ein zur Ruhe kommen - um dann in dieser Stille Gott erkennen zu können. Das heisst für mich ich mache Raum für ihn, auch ohne diesen erst wieder mit etwas anderem zu füllen.
“Sei still und erkenne ich bin Gott“
Psalm 46,10
Der Psalmvers ist wunderbar. Es lohnt sich, ihn zu 'kauen' (in Gedanken zu bewegen)
Gott ist meiner Ansicht nach schon da. Er wohnt doch in meinem Herzen, seit ich von oben neu geboren wurde. Nur die Störnebel und Störgeräusche der unruhigen Seele verdecken gerne diese Wahrheit.
Nicht umsonst spricht David seine Seele an in Psalm 103, 1 und gleich dreimal die Ansprache in Psalm 42 und 43.
Ps 42,6 Was bist du so verwirrt, meine Seele, / was stöhnst du in mir? / Hoffe auf Gott! / Denn ich werde ihn noch loben / für das Heil von seinem Angesicht.
Ps 42,12 Was bist du so verwirrt, meine Seele, / was stöhnst du in mir? / Hoffe auf Gott! / Denn ich werde ihn noch preisen, / ihn, meine Hilfe und meinen Gott!
Ps 43,5 Was bist du so verwirrt, meine Seele, / was stöhnst du in mir? / Hoffe auf Gott! / Denn ich werde ihn noch preisen, / ihn, meine Hilfe und meinen Gott!
Meditation: Nachdenken über etwas ....
Das wäre dann Kontemplation.
Mediation ist für mich, warten ohne zu erwarten, hören ohne zu die Ohren zu spitzen, still sein ohne gegen den Lärm im Kopf zu kämpfen, da sein ohne weiter gehen zu müssen, Zeit haben um da zu sein.
Ein gesundes Gebet leben kennt alle drei.
Kontemplation, Meditation und das Gespräch mit Gott (klassisch Gebet).
Danke für deine Definitionen.
In welchen Bereich würdest du Loblieder im Inneren singen einordnen?
Habakuk 2,1 Auf meinen Posten will ich treten und hören,..... wäre dann, was? (Mein Posten ist manchmal ein Adlerfelsen in einer Vision).
Gebet also das Reden mit Gott, kann man weiter unterteile; in Danksagung, Fürbitte, Lobpreis, Klagen....
Ob ich Lobpreis singe oder spreche, spielt dabei keine Rolle.
Veröffentlicht von: @deborah71In welchen Bereich würdest du Loblieder im Inneren singen einordnen?
Das ist so ein Punkt, wo ich manchmal denke, dass ein Loblied einfach ein frommer Ohrwurm ist.
Ist ja nicht immer per Bewusstsein steuerbar.
Geist schläft nicht. Seele verarbeitet, Körper regeneriert.
Irgendwann ist mir da ein Licht aufgegangen und ich habe den Heiligen Geist gebeten, während ich schlafe, mit meinem Geist zusammen zu beten oder anzubeten. Manchmal wache ich auf und höre den beiden zu. Sprachengebet oder Loblied/Anbetung.
Ohrwürmer stellen sich oft als Gebete heraus tagsüber, wenn sie einige Tage bleiben. Ist das durch, dann hört das Liedgebet auf.
Ohrwürmer stellen sich oft als Gebete heraus tagsüber, wenn sie einige Tage bleiben. Ist das durch, dann hört das Liedgebet auf.
Bevor die Mutter meiner Halbschwester starb (was nicht abzusehen war), hatte sie wochenlang davor dieses eine geistliche Lied (Fürchte dich nicht) im Kopf, ohne dass sie es bewusst vorher gehört hatte, aber sie kannte es..es kam einfach immer wieder wie ein Ohrwurm in ihre Gedanken. Als dann dieMutter starb, wusste sie plötzlich, wieso sie das die ganze Zeit über eingespielt bekam…danach war es weg…also es kam nicht mehr einfach so in ihre Gedanken.
Ah ---- Danke für die Thread-Eröffnung ... da bin ich ja gespannt, was daraus wird ... an anderer Stelle hab ich ja hier schon versucht, ein paar Türen zu öffnen für das Thema Meditation, Kontemplation & (christliche) Mystik.
Grundsätzlich geht es ja schon los mit der Frage, was die beiden Begriffe "GEBET" und "MEDITATION" für eine Bedeutung haben, wie wir sie definieren, mit Inhalt und Deutung füllen, und was sie als Reizworte und ggf. Sprungbrett (für Abgrenzung & Zurückweisung) in uns als Reaktion hervorrufen, oder wie offen wir sind ...
Ich selbst kenne in den Anfängen meines Glaubens (pietistisch-evangelikal) das Gebet eigentlich nur als freies Reden mit Jesus/Gott, dialogisch und in Gebetsgemeinschaften.
Im Laufe meines Werdegangs habe ich dann aber mein Gebetsverständnis ausweiten dürfen - Stichworte: Gottesdienstliche Liturgie, vorgegebene Gebetstexte, Stille sein vor Gott, Gebetsgebärden etc. ...
Ein weiterer Schritt war dann die Begegnung mit christlicher Meditation, die "gegenständlich" orientiert ist: Meditation über ein Bild, ein Wort, ein Symbol oder ein christliches Gebets-Mantra (wie das Herzensgebet der Ostkirche "Herr Jesus Christus, erbarme Dich unser/meiner!")
Schließlich aber hat sich mir auch (in der Beschäftigung mit östlicher Spiritualität, Meister Eckkard und Mystik grundsätzlich) die kontemplative Seite des Betens (wort- und bildlos in der Gegenwart Gottes präsent zu sein) erschlossen - und ich habe viele Jahre lang in der Gemeinde einen Meditationskreis angeboten und gehalten - mit christlicher Verortung (Gebetselemente, Liedstrophen, Vater Unser) und zugleich ZEN-Elementen (Sitzen, Schweigen, Verneigungsritual, Kin-Hin/meditatives Gehen).
Kurzum: Ich darf in den verschiedenen Formen der Gottesbeziehung und des Gebets zu Hause sein - und wünsche es allen, ihre Form zur rechten Zeit zu finden und das Eigene/Gewohnte nicht zu verabsolutieren.
L'Chaim
Kurzum: Ich darf in den verschiedenen Formen der Gottesbeziehung und des Gebets zu Hause sein - und wünsche es allen, ihre Form zur rechten Zeit zu finden und das Eigene/Gewohnte nicht zu verabsolutieren.
Und wie sieht das dann heute im täglichen Ablauf aus?
Grundsätzlich fühle ich mich - mal bewusst, mal weniger bewusst - 24 Std. und "rund um die Uhr" mit meinem Leben Tun, Denken & Empfinden IN der Gegenwart Gottes (da muss ich nix von mir zu ihm überbrücken), lebe wie IN einem weiten Raum (Gottes Präsenz), in dem ich BIN ... mit und ohne Worte.
Worte sind manchmal hilfreich - so spreche ich mich immer wieder "in die Wirklichkeit Gottes hinerin" - mal mit freien Worten, mal mit dem Vater Unser, einer Fürbitte, einem DANKE ... oder mit einem Wiederholungsgebet/einem christlichen Mantra.
Manchmal setze ich mich aber auch aufs Kissen oder Bänkchen - konzentriere mich auf's Aus- und Einatmen (Gottes Odem in mir), übe mich im Loslassen (aller Gedanken, die wie wilde Affen in meinem Kopf hermspringen) und Leerwerden (von zuviel Kopfkino), sitze in der Gegenwart Gottes.
L'Chaim
Ja, wunderbar beschrieben. Wenn ich darf, würde ich mir diese Worte gern zu eigen machen. Ich hatte nie so treffende Worte für mein Innenleben ... 🙂
@awhler ich ergänze mal:
Wobei ich mich ja nicht irgendwo hineinsprechen muss, wenn ich schon drin bin ...
Bei mir ist es eher ein "erinnern" meiner Seele ... ähnlich, wie die Psalmisten schreiben, wenn sie mit ihrer Seele sprechen sozusagen.
Das mit dem Atmen lasse ich mal weg ...
Ich bin IN Gott. 24 Std. rund um die Uhr mit allem, was ich bin, also eben immer in der Gegenwart Gottes (in die ich mich nicht extra hineinsprechen muss). Ich setz mich zu seinen Füßen und bin einfach ... kann sein ... kann atmen, kann loslassen (Gebet ähnlich wie in dem einen Lied: "was mich hindert, ganz bei dir zu sein, räume aus")
Sich Zeit nehmen und irgendwo in Ruhe hinsetzen ist dabei hilfreich. Wobei ich mich meist mit Gott bei typischen Hausarbeiten unterhalte ... Bügeln, Abwaschen/Abtrocknen, Wäsche zusammenlegen, aufhängen ...
Ja, die Gedanken, die wie wilde Affen manchmal im Kopf herumspringen ... so nette Beschreibung. 🙂 Leer werden bei Gott und durch Gott vom zu vielen Kopfkino ... eben IN Gott, IN seiner Gegenwart ... (in der ich ja immer bin)
Das "mich hineinsprechen" ist ja nicht gemeint als Schaffung von etwas, was ja gegeben ist, sondern als eigene Bewusstmachung, das Worte findet und das mir (meine Geist) bewusst macht & mit Worten realisiert, was "da ist".
Warum das mit dem Atem weglassen? - Es ist doch das Elementarste, was uns im Menschendasein & Lebensvollzug (an "Odem") gegeben ist ... Abgesehen davon, dass der Atem ein großes auch physisches, therapeutisches Thema ist (die Konzentration auf das Ein- und Ausatmen entspannt und holt uns immer wieder ins Hier-Jetzt), kann es eben auch zum Gebet werden - z.b. mit einem "Du in mir" beim Einatmen und "Ich in Dir" (beim Ausatmen) ...
Das mit den Affen ist übrigens ein Bild aus der östlichen Tradition. Es heißt so schön anschaulich, dass die Gedanken (- wir sagen wohl zu selbstversändlich immer : Ich denke - während "es uns denkt", d.h.dass wir so häufig nicht Herr/Frau über unsere Gedankengänge sind -) wie wilde Affen auf unserem Baum rumspringen. Werfen wir sie runter, klettern sie frech hinter unserem Rücken wieder hoch 😉
L'Chaim
Veröffentlicht von: @awhlerDas "mich hineinsprechen" ist ja nicht gemeint als Schaffung von etwas, was ja gegeben ist, sondern als eigene Bewusstmachung, das Worte findet und das mir (meine Geist) bewusst macht & mit Worten realisiert, was "da ist".
Verstehe. - Wie wäre es dann, es auch einfach so zu benennen? 😉 "mache ich mir (und meiner Seele) noch mal bewusst ..."
Veröffentlicht von: @awhlerWarum das mit dem Atem weglassen? - Es ist doch das Elementarste, was uns im Menschendasein & Lebensvollzug (an "Odem") gegeben ist ... Abgesehen davon, dass der Atem ein großes auch physisches, therapeutisches Thema ist (die Konzentration auf das Ein- und Ausatmen entspannt und holt uns immer wieder ins Hier-Jetzt), kann es eben auch zum Gebet werden - z.b. mit einem "Du in mir" beim Einatmen und "Ich in Dir" (beim Ausatmen) ...
Weil ich schlicht damit nichts anfangen kann, wirkt mir zu aufgesetzt. Du darfst das gern so weitermachen, auch wenn es mir persönlich nicht gefällt (dass du es tust). Jeder hat selbst vor Gott Rechenschaft abzulegen, warum er wie was wann tut ... jeder trägt für sich selbst Verantwortung.
Dafür, dass du Jesus liebst und ihm folgst, hast du für meine eigene Befindlichkeit (!) zu viel Schnickschnack aus anderen Richtungen im Kopf, hoffentlich nicht im Herzen. <-- aber das ist nur meine Befürchtung, die ich ebenso zu Gott trage, wie alles andere auch. Ich distanziere mich jedoch davon, ich brauch nicht mehr als meinen Jesus ... den Heiligen Geist als Mittler und den Vater, der mich so sehr liebt.
Mich holt der Geist Gottes selbst ins Hier und Jetzt, in seine Gegenwart. Er ist der Weg ... warte, das kenne ich von irgendwoher *scherzt* ... Jesus ist Weg (wow), Wahrheit (Doppel-wow) und auch noch das Leben!!!! Hallelujah! 😉
Veröffentlicht von: @awhlerDas mit den Affen ist übrigens ein Bild aus der östlichen Tradition. Es heißt so schön anschaulich, dass die Gedanken (- wir sagen wohl zu selbstversändlich immer : Ich denke - während "es uns denkt", d.h.dass wir so häufig nicht Herr/Frau über unsere Gedankengänge sind -) wie wilde Affen auf unserem Baum rumspringen. Werfen wir sie runter, klettern sie frech hinter unserem Rücken wieder hoch
Das Bild ist schon nett, sch....egal, wo es herkommt. Es sind die wild hin- und herspringenden Gedanken, die mich oft ... beschäftigen ... (deshalb fand ich die wilden Affen als Bild dafür ganz nett) ... manchmal über die Maßen ... die ein Karussell bilden, aus dem ich verzweifelt versuche auszusteigen. Mittlerweile habe ich gelernt: Manchmal braucht man die Gedanken anderer, um auf andere Gedanken zu kommen. <-- Spruch/kürzlich gelesen. 🙂
Ich hab ein eigenes Bild für Gedankengänge, wenn ich mit Gott Dinge durchdenke (was ja auch permanent ist): das eines Balance-Labyrinths. Kennste das? War früher mal so'n "Handspielzeug", mit ner kleinen Kugel, die durchs Labyrinth musste, um in einer Kuhle zu landen oder um eine Etage runter zu kommen. So ähnlich sind meine Gedankengänge mit Gott, auch angelehnt an so'n Flipperautomaten 😀 ... Kugel wird reingeschossen ... dann durchläuft sie eine Ecke, noch ne Ecke ........ und entweder verschwindet der Gedanke oder hakt fest oder läuft durch ... was verschwindet, kann verschwunden bleiben, ist also nicht wichtig - wenn es hakt, sind wir im Gespräch/ich in der Ausbildung - wenn der Gedanke durchläuft sozusagen, dann kann er auch abgelegt werden ins entsprechende "Fach". 🙂
So, nu aba ooch ma jenuch davon. 👋
@neubaugoere Noch ein Gedankenbild:
Kennst Du diese Schachteln oder Schubladen mit einem Knäul von Schnürsenkeln?
Da gucken x Enden raus und Du versuchst, das Ding zu entwirren.
(Ich mag das - ich kann auch stundenlang dasitzen und Wolle entwirren. Nur ganz, ganz selten kommt mal die Schere zum Einsatz. Kann man, wenn man will, auch als meditativ bezeichnen.)
Also mich würde das Gekrame & Gedrösel ganz rappelig machen ... und ich müsste mich danach erstmal aufs Meditationsbänkchen setzen und tief durchatmen *lach*
L'Chaim
Veröffentlicht von: @awhlerAlso mich würde das Gekrame & Gedrösel ganz rappelig machen ... und ich müsste mich danach erstmal aufs Meditationsbänkchen setzen und tief durchatmen *lach*
Wenn ich z.B. Fäden (oder Schnürsenkel) sortiere, mache ich das ja nicht mit der Absicht zu meditieren. Aber wenn ich sowas mache, merke ich, dass es meditativ ist.
Ich find's ja gut, bei mir fällt das Entwirren eher in die Rubrik " nervige Geduldsprobe ... z.B. auch, wenn der Schlauch oder diverse Kabel erst mal wieder entknotet werden müssen, weil sich vorher niemand Mühe gegeben hat. Dann spreche ich auch keine Mantras, sd. eher "Verwünschungen" aus ...
Bei Meditation gibt's übrigens Leute, die "verknoten" ihre Beine 😉 - im sog. "vollen Lotus-Sitz". Ist auch nicht meins, aber eher aus mangelnder physischer Flexibilität.
L'Chaim
Gleich mal vorweg, Gebetserhörungen sind da auch nicht drin.
Was willst du damit sagen? Ich verstehe es nicht…beziehst du dich auf meine anderen Posts, wo ich gesagt habe, dass Gott für mich nicht glaubwürdig ist, wenn er nicht hält was er verspricht?
@stern Christliche Meditationen habe ich bereits einige gemacht; eine davon war beispielsweise eine geführte Meditation, bei der man sich vorstellt, man treffe unter einem Baum in einer wunderschönen Landschaft auf Jesus und spüre die Liebe, die von ihm ausgeht... Andere Meditationen waren ein bewusstes Ein - und Ausatmen mit einem Gebet, das vorab gesprochen wurde; auch bestimmte Gebete wie z.B. der Rosenkranz können tendenziell etwas Meditatives an sich haben, finde ich.. Man kann auch Bibelverse oder Wörter meditieren usw...
Das Vor - Gott - kommen, ruhig & still vor ihm zu sein, still in seiner Gegenwart zu werden, das ist das Wichtige..
Wie handhabt ihr das? Wann und wie richtet ihr euch aus oder ist das eher gar nicht notwendig, was meint ihr?
Der Möglichkeiten gibt es viele.
Die innere Verbindung zum Vater steht imgrunde immer.
Einfach lange genug sitzen - im Sessel mit einer Tasse Tee oder Kaffee - , den Vögeln am Himmel zuschauen und mit ihnen die eigenen Gedanken wegfliegen lassen und dafür Seinen Frieden im Herzen empfangen.
Für einen schnellen Kick nutze ich manchmal eine Klangschalenmassage.
[Die feinen Vibrationen der Schale breiten sich über die Haut, das Gewebe und die Körperflüssigkeiten aus, wirken wie eine innere Massage, lösen Spannungen und führen zu tiefer Entspannung.]
Durch ein grosses Blätterwerk schaue ich auf den weißen Kirchturm mit güldenem Kreuz, das zuweilen in der Sonne strahlt. 😉
Das Glockengeläut verbindet sich mit dem Klang der Schale (ist der gleiche Ton) und schwingt durch meinen Körper - und umgekehrt (Wechselwirkung), während ich bete oder einfach nur genieße. 🙂
Wenn ich's recht bedenke: Die Natur spielt bei mir in beiden Fällen eine große Rolle.
Mir ist wichtig, dass das Gespräch mit dem Schöpfer von Leichtigkeit geprägt ist. Alles kann sein, kein Muss.
(Was das Wehklagen nicht ausschliesst, aber du fragst ja nach Meditationspraxis.)