Augenblick vs Jenseits für Christen
Hallo,
ich überlege mir schon länger, ob Christen ihr Leben vielleicht zu sehr auf das „Danach“ ausrichten als auf das „Jetzt“. Also ob Christen das Leben so leben, als wäre es nur wichtig, in den Himmel zu kommen und als müsse man das Jetzt eben solange in Kauf nehmen, bis man da ist.
Das ist mir nicht selbst aufgefallen, sondern war ein Vorwurf oder eine Feststellung meines Sohnes.
Seht ihr das auch so?
Die Behauptung an sich ist ja nicht weit hergeholt, es finden sich genügend Stellen dazu in der Bibel. Aber leben wir tatsächlich so? Und wenn ja, gehört das so? Oder ist das eine Falle, in die wir treten und wir verpassen das eigentliche Ziel, nämlich zu leben?
Nachdenkliche Grüsse, mit der Bitte um Mithilfe beim Denken…
Stern
Heinrich Heine schon spottete: "Den Himmel überlassen wir den Engeln und den Spatzen." (Deutschland. Ein Wintermärchen) ... und reiht sich damit ein in manche Religions- und Glaubenskritik, die den Christen vorgeworfen hat, eine Duldungs- und Hinnahme-Haltung mit der Vertröstung auf's Jenseits zu kompensieren. Was die Mächtigen dieser Welt immer sehr zu schätzen gewusst haben.
Heute heißt der Vorwurf gegenüber dem "modernen" Christentum, dem Glauben, der Theologie und den "Volkskirchen" eher: Ihr seid zusehr aufs Diesseits ausgerichtet und "der Himmel" kommt bei Euch garnicht mehr vor ... alles dreht sich imer nur um "Frieden, Gerechtigkeit & Bewahrung der Schöpfung", und das "Seelenheil" (in Ewigkeit) spielt keine Rolle mehr.
Der Rahmen der Frage ist also weitgesteckt.
Aber Deine Frage ist ja hier eine persönliche und ich habe auf meinem Glaubensweg eigentlich immer beides zusammengesehen und eine Balance gesucht: Verantwortung im Diesseits, "Seligkeit" im Hier & Jetzt - und Getrostheit "im Leben UND im Sterben" durch und in Gottes Liebe und Christus.
Die Frage Deines Sohnes halte ich grundsätzlich nicht für verkehrt.
L'Chaim
Aber Deine Frage ist ja hier eine persönliche und ich habe auf meinem Glaubensweg eigentlich immer beides zusammengesehen und eine Balance gesucht
Ja, das kann ich nachvollziehen. Ich selbst weiss eigentlich gar nicht so recht, wo ich da stehe.
Die Frage Deines Sohnes halte ich grundsätzlich nicht für verkehrt.
Nein, natürlich nicht. Im Gegenteil.
Mir ist dadurch erst bewusst geworden, dass man tatsächlich vieles erduldet aus der Hoffnung heraus „das wird mal anders sein“…und das ist auch gar nicht nur negativ zu sehen…Ausharren bringt Bewährung, oder wie war das nochmal?…
Aber mir ist eben auch bewusst geworden, dass man das Jetzt dann auch nur noch „erträgt“. Ein wohliges Lebensgefühl will sich dadurch gar nicht mehr so richtig einstellen. Also dass man mit dem Augenblick rundum zufrieden und glücklich ist. In Teilen natürlich schon.
@stern Ab einem gewissen Grad an negativem in diesem Leben fängt man sich wohl von alleine an sich nach dem Danach zu sehnen...
Ab einem gewissen Grad an negativem in diesem Leben fängt man sich wohl von alleine an sich nach dem Danach zu sehnen...
Ja, das habe ich auch festgestellt. Und ist auch nachvollziehbar. Aber soll das so ?
Naja. Wenn einem grundsätzliche Sachen fehlen die zum Menschsein gehören fehlen.... Wie soll es anders sein?
Ja, es kann ja auch gut sein, dass dann schon das Ende der Fahnenstange damit erreicht ist, sich auf das Jenseits zu freuen. Ich weiss es nicht.
Das ist eine gute Frage! 👍 ... Soll das so? ... Nee, ganz gewiss nicht ...
@kappa Man kann aber auch in einer Situation landen, in der man feststellt, dass man noch in diesen Himmel will, trotz der anderen Menschen. Und gleichzeitig feststellen, dass die anderen Menschen in nicht allzu ferner Zukunft der Grund sein werden, dass man nach dem Tod nicht mehr wach werden müssen will.
@stern Innerlich wird das mit dem Frieden schwierig. Bereits vor Corona bin ich christlichen Veranstaltungen lieber ferngeblieben, bspw. um von unerbetenen Heilungszeugnissen verschont zu bleiben. Während einer Andacht im Krankenhaus ging dieser Kelch dann leider doch nicht an mir vorüber.
Der Oberknaller war für mich, dass, als ich mich darüber beklagte, gesagt wurde, "Na lass ihn das doch sagen, wenn ihm das geholfen hat!". Hm, 1-2 Tage vorher wurde ich gebeten, auf ein bestimmtes Wort zu verzichten, da es (für den Bittenden) ein Triggerwort sei. Ich soll also auf die Trigger anderer Rücksicht nehmen, aber meine klaglos aushalten??
Egal ob für Jen- oder Diesseits, mit solchen Situationen und Christen die entweder nur das Leid in der 3. Welt sehen oder mir mit dem unpolitischen Jesus kommen, es sei denn, sie können Politik mit dem Thema Sex verknüpfen, braucht Gott mir nicht mehr kommen.
Genau so wenig mit Christen, die unter "Du brauchst Gott!" "Komm in unsere Gemeinde!" verstehen.
Wie Du siehst, alles nicht so einfach...
Wie Du siehst, alles nicht so einfach...
Nein, in der Tat, alles nicht so einfach.
Deshalb heisst es vermutlich „das enge Tor“ und nicht das „breite“…
Ich verstehe gut, dass du mit dem So-Sein anderer Menschen/Christen haderst, das geht mir oft auch so. Aber ich glaube mittlerweile auch, dass ich da verkehrt bin…weil: „richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet“ und „vergebt, damit euch vergeben wird“
…? siehst du das nicht so?
@stern Ich weiß nicht, ob das bereits ein "richten" in dem Sinne, wie es die Bibel meint, ist.
Ich weiß nur, dass mir ausser der Vermeidungsstrategie nichts bleibt.
Wenn Du mit "Vertrauen zu Gott" googlest, kommt auch da der Hinweis auf Erfahrungen.
Genau diese (positiven) Erfahrungen fehlen mir aber.
Bis du im Himmel bis oder wenn du im Himmel bist oder nich besser: um überhaupt dorthin zu können, musst du schon deinen Frieden mit den anderen Menschen gemacht haben. Also denke ich.
Ein wenig „ja“ aber auch „nein“ denke ich…
Zumindest ein „Ringen“ mit Gott sollte es vielleicht schon darum geben, im Bewusstsein, dass man auch selbst wenigstens etwas falsch liegen könnte, sich vielleicht zu sehr auf den Mangel anderer Menschen fokussiert, statt darauf, dass Gott auch sie liebt und Jesus auch für sie gestorben ist.
Gott hält mir (Danke!) nicht die ganze Zeit vor, wo ich (immer noch) falsch denke und handle und vielleicht so gar keine Einsicht zeige. Mich daran zu erinnern und vielleicht einen barmherzigeren Blick zu bekommen, wäre vielleicht eine Möglichkeit.
Den anderen vergeben, wenn man von ihnen verletzt wurde, finde ich persönlich auch sehr wichtig. Damit erst gar keine Bitterkeit, die töten kann, groß wird.
Und damit ich selbst diesen Ärger über andere nicht auch noch mit mir rumschleppen muss. Was mich nieder drückt und Kapazitäten nimmt, mich mit Gottes Liebe füllen zu lassen. Wenn ich mit Ärger voll bin, wo ist dann Platz für Gottes gute Gaben?
Manches kann man auch übersehen, klein halten. Aber das gelingt besser, wenn ich mit mir und natürlich mit Gott im Frieden bin.
Vor allen Dingen aber habt untereinander eine anhaltende Liebe! Denn die Liebe bedeckt eine Menge von Sünden. 1.Petrus 4,8
(Spr 10,12; 1Kor 16,14; 1Thess 3,12; Jak 5,20)(ERF Bibleserver)
Jesus hat davon gesprochen, dass die Liebe in vielen Menschen aufgrund schwieriger äußerer Umstände erkalten wird.
Aber wir können uns immer wieder „volltanken“ lassen.
Das zu meinem „Ja“
Jetzt zum „Nein“. Ich glaube, dass Gottes Kraft und Möglichkeiten meine und die jedes Menschen um ein Vielfaches übersteigen. 🤗
Wenn man nicht kann, so gar überhaupt nicht, kann Er immer noch zum Ziel führen und einen auch „in den Himmel“ aufnehmen. Weil Er weiß…
…um alle Begrenzungen, ungeheizten Wunden, alle Schwachheit und was einen hier sonst noch so einschränkt und hindert.
Auch dafür ist Jesus am Kreuz gestorben. Und wer das (noch) glauben kann, dass Jesu Opfer am Kreuz auch für ihn gilt, dass er es braucht, weil er nichts bringen kann, den wird der Herr zum letzten Ziel bringen.
Und dann darf man auch darauf vertrauen, dass man in dieser geheilten, von Gott selbst geschaffenen Gemeinschaft ohne Schmerz leben kann.
Nachtrag:
Autokorrektur machte aus „ungeheilten“ vermutlich wegen Kälte „ungeheizten“ 😅
Weil Er weiß…
…um alle Begrenzungen, ungeheizten Wunden, alle Schwachheit und was einen hier sonst noch so einschränkt und hindert.
Ja.
Letztendlich kann ich auch nur das wiedergeben was ich in der Bibel dazu finde. Wie es dann tatsächlich aussieht, wenn wir hier das Zeitliche segnen…wer weiss.
Je länger ich jetzt mit Jesus unterwegs bin oder er eher mit mir, umso stärker merke ich, wie wichtig es ist, Menschen (gesund) zu lieben. So wie sie sind und nicht wie ich sie haben möchte.
Weiß ich um die inneren Kämpfe des Einzelnen?
Weiß ich um seine Verzweiflung?
Ich habe Menschen gesehen, die sich mit großer Hoffnung und großer Bereitschaft dem christlichen Glauben öffneten. Menschen mit tiefen Verletzungen und einer schweren Vergangenheit. Und dann passierte, auf ihrem Weg, sie selbst noch lange nicht ansatzweise heil, mit zuwenig oder nicht die richtige Lehre, das Leben.
Und sie merkten, oft unbewusst, dass sie diesen Weg nicht so gehen konnten, wie sie dachten, dass sie müssten. Oder wie sie selbst oder andere von sich erwarteten, weil sie die Bibel so verstanden und Gott so verstanden.
Oder sie konnten mit Kränkungen oder Enttäuschungen von Geschwistern nicht umgehen, dachten, Gott belohnt sie nicht nach ihrer ganzen Bereitschaft zur Hingabe oder Nachfolge…
Und trotzdem wollten die meisten dieser Menschen Jesus nachfolgen. Eigentlich. Und an einem Punkt hielten sie auch immer noch daran fest, an dieser Hoffnung und der Liebe. Und einige wiesen auch immer mal wieder andere auf Jesus hin und das Jesus von Schuld erlöst und dass jeder Mensch das braucht. Da waren sie mit dem Herzen dabei und treu und überzeugt. Aber ihr Leben bekamen sie nicht unbedingt so auf die Kette, dass man da zunächst dachte, derjenige sei Christ.
Ich kenne Menschen mit „psychischer“ Einschränkung, denen über Jahre buchstäblich eingebläut wurde, sie wären für andere Menschen eine Zumutung und als Mensch nichts wert.
Diese Menschen sind tatsächlich irgendwann mal auf einen Christen getroffen, der sie auf Jesus hingewiesen hat mit der Frage, ob diese Person erlöst sei. Was zum nachdenken und Bibelstudium und anschließender Bekehrung geführt hat.
Aber wenn jemand von klein auf lernt, er wäre eine Zumutung, eine Belastung mit seiner Einzigartigkeit (für die er noch nicht mal etwas konnte) aber nach seiner Bekehrung merkt, dass er immer wieder große Probleme im persönlichen Umgang mit anderen bekommt auch aufgrund der Disposition, dann sieht seine Umkehr sicherlich noch mal ganz anders aus und sein Leben als Christ auch.
Gott allein kennt das Herz. Und eben auch das Ringen und die Kämpfe im Innern.
Erst wenn da gar nichts ist, sehe ich schwarz.
Weiß ich um seine Verzweiflung?
…
aber nach seiner Bekehrung merkt, dass er immer wieder große Probleme im persönlichen Umgang mit anderen bekommt auch aufgrund der Disposition, dann sieht seine Umkehr sicherlich noch mal ganz anders aus und sein Leben als Christ auch.
Ja, jedes Leben mit Jesus sieht anders aus. Und nicht jedes Leben wird Früchte tragen - da denke ich an die Geschichte mit dem Mitgekreuzigten - da geht es einfach nur um ein dazugehören und gerettet sein, ohne dass das Auswirkungen auf das Leben hier noch hat. Und man kann das nicht beurteilen von aussen. Wir sehen nicht besonders gut und auch nicht besonders viel was den inneren Bereich anderer Menschen angeht.
Erst wenn da gar nichts ist, sehe ich schwarz
Auch da würde ich nicht hoffnungslos sein.
Ich hätte wohl Jesus nie kennengelernt, wenn das alles nur zukünftig wäre ... Doch Er ist hier und hütet seine Schafe schon in dieser "Zeit" ... Er ist erlebbar und jeder kann und darf mit Ihm leben - und DAS ist das eigentlich Grandiose für mich. Das eine ist vom anderen nicht trennbar (vielleicht ist das auch der Sinn dieser Art von "Gegenargumentation" (Vorwurf)). Es gibt das eine nicht ohne das andere.
Das eine ist vom anderen nicht trennbar
Was meinst du: das Diesseitige und das Jenseitige?
Ja, vermutlich hast du völlig Recht.
😳 Stimmt…so betrachtet hast du noch viel mehr recht…
Wenn man das Diesseits und das Jenseits als eins betrachtet…das wäre revolutionär…!
„wie im Himmel so auf Erden“
Dem spricht nur so viel entgegen, was man sieht..oder manchmal auch fühlt…hört…
nnnnnnnnaajaaaaa ... wir haben neue Augen und neue Ohren erhalten ... wir sind verbunden mit Ihm ... Seinem Reich ... (Angeld/Heiliger Geist) ... sich nicht leiten zu lassen von dem, was wir (hier) sehen und hören ... sondern wissend um unsere (Zu-)Gehörigkeit ...
Ich sehe das ähnlich wie zwei Kreise, die man ein Stück übereinanderlegt ... da gibt es sozusagen eine Überschneidung ... das ist das, worin WIR leben ... alles ist im Grunde Gottes Reich, ER hat alles geschaffen. Nur gibt es eben noch diesen Fürsten ... (Jesus sagt: (Joh 14,30) Ich werde nicht mehr viel mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt. Er hat keine Macht über mich.) Ein Reich und doch wie "ein Stück abgegeben, das der andere noch beeinflussen darf <- mal so gesagt" ... wirkt wie zwei Reiche (auch wegen der zwei Kreise) und ist doch eins mit Genehmigungen für den anderen ...
Für uns fühlt es sich vielleicht an wie zwei Reiche ... aber wie das so ist mit dem Gefühl ... kein Ratgeber und kein Leitfaden ... maximal Richtungsanzeiger ...
Für uns fühlt es sich vielleicht an wie zwei Reiche ... aber wie das so ist mit dem Gefühl ... kein Ratgeber und kein Leitfaden ...
hm, ich kann jetzt nicht sagen, dass ich wirklich bewusst switchen (umschalten) kann zwischen dem einen und dem anderen Reich, so als wären es zwei …es passiert halt was passiert…scheinbar ohne meinen Einfluss
Nichts passiert "einfach so" ... ich glaub, meine Oma hat das schon gesagt. Alles hat Ursachen. Und seit ich auch in Gottes Reich unterwegs bin sozusagen, hab ich einen anderen Blick auf die Dinge, die um uns herum geschehen. Eben mit dem Wissen um das Geistliche ...
Nichts passiert "einfach so" ..
Eben mit dem Wissen um das Geistliche ...
Aber gehst du dann auch für dich soweit zu sagen, dass auch das Böse geplant ist und mit Absicht passiert?
Geplant - ja, nur nicht von Gott. Und ja, das geschieht - geistlich gesehen - mit voller Absicht. Die Absicht ist: Die Gläubigen von Gott und untereinander zu entzweien.
Also du schreibst das Böse dem Teufel zu (klar, wem sonst)…und das Gute, Heilende, Einende Gott zu…(klar, wem sonst)…
Ich musste das jetzt kurz nachvollziehen, weil ich immer wieder geneigt bin zu denken, dass eventuell auch das Böse von Gott mit guter Absicht kommt…und das, obwohl ich diesen Sachverhalt theoretisch anhand der Bibel ausschließen kann.
Jakobus 1, 12-18
Selig der Mann, der in der Versuchung standhält. Denn wenn er sich bewährt, wird er den Kranz des Lebens erhalten, der denen verheißen ist, die Gott lieben.Keiner, der in Versuchung gerät, soll sagen: Ich werde von Gott in Versuchung geführt. Denn Gott lässt sich nicht zum Bösen versuchen, er führt aber auch selbst niemanden in Versuchung.Vielmehr wird jeder von seiner eigenen Begierde in Versuchung geführt, die ihn lockt und fängt. Wenn die Begierde dann schwanger geworden ist, bringt sie die Sünde zur Welt; ist die Sünde reif geworden, bringt sie den Tod hervor.Lasst euch nicht irreführen, meine geliebten Brüder und Schwestern:Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, vom Vater der Gestirne, bei dem es keine Veränderung oder Verfinsterung gibt.Aus freiem Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit geboren, damit wir eine Erstlingsfrucht seiner Schöpfung seien.
Alles hat seine Ursachen …und nichts passiert einfach so…
Stell dir eine Kugel vor, in der 100e von Gedanken im Chaos routieren. Der Gedanke, dass alles Ursachen hat, ist für mich wie ein Stoppschild/Anhalten, sodass ich sortieren kann, woher welche Gedanken kommen (mit Prüfung, wohin sie führen).
Gott weiß um alle Dinge. Mein Gedanke ist: Er sieht ja, was "der andere" plant. Und Gott lässt so manches zu, um uns damit etwas zu lehren. Was genau, muss auch ich in jeder Situation abfragen. Und vielleicht ist es manchmal auch genau das ... dass wir uns hinwenden zu Gott ...
Die Versuchungen kommen nicht von Gott, Gott führt uns aber wohl durch Versuchungen hindurch (das ist am Vater-Unser halt schwierig übersetzt), d.h. er ist an unserer Seite und begleitet uns. Wir können zu ihm schauen oder auch nicht. Es sind immer diese Entscheidungen ... woran orientiere ich mich ... und es sind meist soo kleine Situationen, die wir oft genug nicht mal als Versuchung erkennen ...
Gott weiß um alle Dinge
Das ist tröstlich -für mich.
Für andere ist es der Grund ihres Unglaubens (weil er nichts tut, um es besser zu machen).
Der Gedanke, dass alles Ursachen hat, ist für mich wie ein Stoppschild/Anhalten, sodass ich sortieren kann, woher welche Gedanken kommen (mit Prüfung, wohin sie führen).
Ich denke, oft kenne ich die Ursachen auch gar nicht und nehme es dann einfach hin…das meinte ich mit: es passiert halt was passiert
Veröffentlicht von: @sternIch denke, oft kenne ich die Ursachen auch gar nicht und nehme es dann einfach hin…das meinte ich mit: es passiert halt was passiert
Das ist stark! Alle Achtung! 👍
Veröffentlicht von: @sternFür andere ist es der Grund ihres Unglaubens (weil er nichts tut, um es besser zu machen).
Ich würde vorsichtig einen Gedanken äußern, dass dann evtl. an der Beziehung mit Gott was nicht stimmt ...
"alles hat Seine Zeit" , mein Leben hier und heute, und mein Leben in der Ewigkeit bei Gott.
Je älter ich werde, wird mir mein Leben in der Ewigkeit wichtiger. Aber ich versuche es nicht so extrem zu
leben. Durch meinen Enkel ist mir die Zeit hier und heute auch wichtig.
Dann hilft mir auch mein Blick auf die Ewigkeit gelassener zu werden, los zu lassen. Mir nicht "zu viele
Schätze auf der Erde zu sammeln.
Und mich auf meinen Tod vorbereiten.
Versuchen für mein vergangenes Leben dankbar zu sein, und ein Ja zu haben, für das Leben nach meinem Tod.
Extremes fand ich persönlich noch nie gut.
liebe Grüße,
Extremes fand ich persönlich noch nie gut.
Ja, alles hat seinen Zeit.
Ich weiss nich nicht, was du mit extremen meinst.
......mit extrem meine ich Menschen, die extreme Meinungen haben.
In diesem Fall Menschen die nur für die Ewigkeit leben, oder Menschen, die nur im hier
und heute leben.
liebe Grüße,
......mit extrem meine ich Menschen, die extreme Meinungen haben.
In diesem Fall Menschen die nur für die Ewigkeit leben, oder Menschen, die nur im hier
und heute leben.
Und doch gibt es beides…
Vermutlich darf man weder das eine noch das andere aus den Augen verlieren.
Halte ich für ratsam, wenn wir schon "Bewohner beider Reiche" sind 😉
@hundemann Die 'fromme Ecke', aus der ich stamme, war sehr ewigkeitsorientiert.
Also halt so, dass man sich auf den Himmel freute, den man erst erreicht, wenn man durch das 'irdische Jammertal' durch war. Und natürlich musste man diesen ganzen bösen Versuchungen widerstehen.
Zumindest empfand ich das so. Und irgendwie war das recht unlustig.
Jetzt ist es sicher auch nicht gut, wenn man nur für den Spaß lebt, aber ich denke schon, dass man sich als Christ auch an irdischen Dingen freuen kann.
ja, man kann Gott mit Arbeit dienen, aber auch mit feiern und ausruhen.
Anlässe zum feiern gibt es genug. Sowohl die Erinnerung an Gottes Handeln, als auch die Freuden
des Lebens.
Christus, der Mittelpunkt des Glaubens war bekannt als jemand, der gerne und gut feierte.
Einmal verwandelte er einige hundert Liter zu Wein, um ein Fest feucht fröhlicher zu machen.
Anderen wäre es lieber, er hätte das umgekehrt gemacht.
Christus hat das Leben auch gefeiert, die Rückkehr der Menschen zu Gott, aber auch
Seine Schöpfung.
Denn ER weiß, was wir feiern und genießen können, schenkt und Kraft zum Leben.
Mehr als nur laufend herum nörgeln........
Gemeinsam feiern, kann auch unsere Beziehungen untereinander stärken, und zu Gott.
Alles was uns bewegt, kann gefeiert werden. Ein beruflicher Erfolg, Erntedank..........
mit Worten, gutem Essen, schöner Dekoration, schöne Ausflüge, Unternehmungen.
Lebe ja seit vierzig Jahren als Badener im Schwabenland, schaffe, spare, Häusle baue..........
Das ist auch gut. Aber wenn der Ausgleich fehlt......
Wenn ich nur schaffe, spare, mir nichts gönne, dann werde ich nörglerisch, neidisch,
unzufrieden.........
dazu ein "frommer Bibelvers." 5. Mose 12 Vers 7
"denn dort wohnt der Herr . In seiner Gegenwart sollt ihr mit euren Familien feiern, essen,
und euch an allem freuen, was ihr euch erarbeitet und von Ihm geschenkt bekommen habt."
liebe Grüße,
@hundemann Genau. Ab und zu mal feiern ist auch wichtig.
Dadurch entsteht ja auch eine menschliche Verbindung.
Jetzt ist es sicher auch nicht gut, wenn man nur für den Spaß lebt, aber ich denke schon, dass man sich als Christ auch an irdischen Dingen freuen kann.
In der Zeit meinen Jugendjahren war ich in einer zwar sehr christlichen, aber doch auch sehr liberalen, weltoffenen und aktiven bündischen Jugendgruppe engagiert. Bei unseren Treffen mit anderen Gruppen aus eher pietistischen, freikirchlichen und evangelikalen Gemeinden stellten wir häufig fest, wie unterschiedlich eng oder weit das Wort Gottes ausgelegt und verstanden werden konnte und welch große Unterschiede es daher in unserem Dies- und Jenseitsverständnis und somit in unserer Einstellung zu vielen Dingen gab. Tatsächlich fiel es mir meistens schwer zu verstehen, wie sich manche Christen Ge- und Verbote auferlegten, die ich auch heute noch allenfalls als "vorauseilenden Gehorsam" bezeichnen möchte.
Und - obwohl inzwischen toleranter geworden - bin ich auch heute noch gegen Sätze wie "Ein Christ darf nicht..." oder "als Christ muss man..." etwas allergisch.
Denn damit schafft man künstlich "enge Pforten" durch die man angeblich hindurch muss, auch dort, wo Jesus einen weiten und offenen Weg geschaffen hat. Und das Schlimmste daran: diese engen Pforten stehen dann nicht nur für uns selbst, sondern sie sind auch Hindernisse für Andere, die wir dadurch nach unseren Vorstellungen formen möchten.
Und so möchte ich manchen meiner Mitchristen zurufen: "Es gibt auch ein Leben VOR dem Tode" - und dieses dürfen wir gleichermaßen ernst wie fröhlich, zielstrebig wie ausgelassen, sehr bewusst und manchmal in heiterer Gelassenheit genießen.
Ich denke auch, dass man sich als Christ/in an irdischen Dingen erfreuen darf & sogar sollte
Ich hab mich heute morgen am nebligen Wald erfreut…aber: habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. 1.Johannes 2,15
Das lässt nicht viel Spielraum.
@stern Warum soll ich mich als Christ/in nicht an einer schönen Bluse oder einem guten Parfum erfreuen?
Oder einem gut gearbeiteten Holzschrank?
Es soll nicht mein Lebensinhalt werden, aber freuen darf ich mich da schon dran.
Warum soll ich mich als Christ/in nicht an einer schönen Bluse oder einem guten Parfum erfreuen?
Oder einem gut gearbeiteten Holzschrank?
Heute bewundere ich die Handwerkskunst in manchen Stücken, das wars dann aber auch schon. Früher habe ich diese Dinge geliebt. Da ist ein Unterschied…ich denke schon, dass das stimmt, was Jesus sagt in dem Spruch oben, dass wir das nicht lieben sollen.
Veröffentlicht von: @sternWarum soll ich mich als Christ/in nicht an einer schönen Bluse oder einem guten Parfum erfreuen?
Oder einem gut gearbeiteten Holzschrank?Heute bewundere ich die Handwerkskunst in manchen Stücken, das wars dann aber auch schon. Früher habe ich diese Dinge geliebt.
Da ist ein Unterschied…ich denke schon, dass das stimmt, was Jesus sagt in dem Spruch oben, dass wir das nicht lieben sollen.
Tja. Ich kenne / kannte viele Christen, denen 'Äußerlichkeiten' wie Kleidung oder Frisuren oder ähnliche Dinge nicht wichtig sind / waren. Nichtsdestotrotz hängt / hing ihr Herz doch sehr an ihrem Haus und Hof.
Da ist doch kein Mensch (auch kein frommer) frei davon.
Da ist doch kein Mensch (auch kein frommer) frei davon.
Nein, aber das heisst doch nicht, dass wir da nicht frei davon werden müssen/sollen…wenn ich mir dessen bewusst bin, dass ich nichts mitnehmen kann, dann entspannt mich das und macht mein Herz frei von diesen Begehrlichkeiten.
@stern Was denkst Du, wie sehr ich mich an einer nebelverhangenen Waldlichtung erfreuen kann... Oder an meinen Katzen...
Was denkst Du, wie sehr ich mich an einer nebelverhangenen Waldlichtung erfreuen kann... Oder an meinen Katzen...
Ja, klar…geht mir ja auch so.
Grundsätzlich kann man ja immer den Schöpfer preisen; sei es jetzt die Natur oder ein vom Menschen geschaffenes Werk. Solange man dann diesen Menschen nicht vor Gott stellt und die geschaffenen Dinge auch nicht vor Gott stellt indem man sie liebt, ist denke ich alles ok.
Steht aber doch ein wenig konträr zum Eingangsposting, indem du eben diese Sichtweise hinterfragst. Finde ich.
aber: habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. 1.Johannes 2,15
(Für mich resultiert dieser Satz in Jenseitsorientierung.)
Steht aber doch ein wenig konträr zum Eingangsposting, indem du eben diese Sichtweise hinterfragst. Finde ich.
Sehe ich nicht so, denn ich kann doch auch „mit beiden Beinen im Leben stehen“ ohne mein Herz an Dinge zu hängen. Ich muss nicht ein schönes Schmuckstück lieben oder sonst ein schönes Ding oder Menschen…weil das ist „Augenlust“, „Fleischeslust“, „die Hochmut des Lebens“…steht so in der Bibel.
Bei der Natur denke ich, da kann ich den Schöpfer dafür preisen, für das was er geschaffen hat…das ist aber für mein Empfinden auch nicht weit davon entfernt vom obigen.
Veröffentlicht von: @sternSteht aber doch ein wenig konträr zum Eingangsposting, indem du eben diese Sichtweise hinterfragst. Finde ich.
Sehe ich nicht so, denn ich kann doch auch „mit beiden Beinen im Leben stehen“ ohne mein Herz an Dinge zu hängen. Ich muss nicht ein schönes Schmuckstück lieben oder sonst ein schönes Ding oder Menschen…weil das ist „Augenlust“, „Fleischeslust“, „die Hochmut des Lebens“…steht so in der Bibel.
Bei der Natur denke ich, da kann ich den Schöpfer dafür preisen, für das was er geschaffen hat…das ist aber für mein Empfinden auch nicht weit davon entfernt vom obigen.
Das ist eine etwas eigenartige Interpretation.
Zumindest was die Liebe zu anderen Menschen angeht.
Zumindest was die Liebe zu anderen Menschen angeht.
Ich denke, dass es da auch einen Unterschied gibt, oder? Also ich meine zwischen Liebe und Lust. Und die Liebe zu Dingen ist ja nicht das gleiche wie die Liebe zu Menschen.
Veröffentlicht von: @sternZumindest was die Liebe zu anderen Menschen angeht.
Ich denke, dass es da auch einen Unterschied gibt, oder? Also ich meine zwischen Liebe und Lust. Und die Liebe zu Dingen ist ja nicht das gleiche wie die Liebe zu Menschen.
Es ging mir um 'das Herz dran hängen' und zwar darum, dass man das Herz an einen Menschen hängt.
Das halte ich nämlich für ziemlich 'normal'.
Da hast Du schöne Dinge und Menschen in einem Atemzug genannt.
Da hast Du schöne Dinge und Menschen in einem Atemzug genannt.
Ja, ich meinte schöne Menschen, nicht Menschen allgemein, das war missverständlich, sorry. Wenn das Äussere eines Menschen im Vordergrund steht, dann ist das „Augenlust“ oder „Fleischeslust“ aber keine Liebe und gleichzusetzen wie Liebe zu Dingen, finde ich jedenfalls.
Dass man sein Herz an Menschen hängt, ist völlig normal und das Wesen der Liebe. Aber die müssen nicht schön sein, um sie zu lieben….also man liebt ja unabhängig vom Äusseren.
Veröffentlicht von: @sternDa hast Du schöne Dinge und Menschen in einem Atemzug genannt.
Ja, ich meinte schöne Menschen, nicht Menschen allgemein, das war missverständlich, sorry. Wenn das Äussere eines Menschen im Vordergrund steht, dann ist das „Augenlust“ oder „Fleischeslust“ aber keine Liebe und gleichzusetzen wie Liebe zu Dingen, finde ich jedenfalls.
Dass man sein Herz an Menschen hängt, ist völlig normal und das Wesen der Liebe. Aber die müssen nicht schön sein, um sie zu lieben….also man liebt ja unabhängig vom Äusseren.
Wieso sollte man sein Herz an schöne Menschen hängen, die man nicht liebt?
Du musst die Diskussion doch nicht so verkomplizieren.
Wieso sollte man sein Herz an schöne Menschen hängen, die man nicht liebt?
Du musst die Diskussion doch nicht so verkomplizieren.
Ursprünglich hatten wir es ja davon, dass ma sein Herz an Dinge hängt. Und vielleicht bin ich da eine Ausnahmeerscheinung, aber ich habe schon auch in Verbindung mit Menschen „Augenlust“ oder „Fleischeslust“ und nicht nur in Verbindung mit Dingen erlebt. Ich wollte nichts verkomplizieren. Und ob bei Menschen oder Dingen - mit Liebe hat das nichts zu tun, sondern nur mit Begierde.
@stern Vielleicht kommt es auch ein bißchen auf die berufliche Prägung an, die man mitbringt - manch einer hat eher mit Menschen zu tun, ein anderer eher mit Dingen... für einen Kunsthandwerker hätte "Liebe zu den Dingen" vielleicht ne andere Bedeutung als für eine Krankenschwester.
für einen Kunsthandwerker hätte "Liebe zu den Dingen" vielleicht ne andere Bedeutung als für eine Krankenschwester.
Ja, vielleicht. Ich habe nur festgestellt, dass ich früher Dinge haben wollte, weil ich sie schön fand und das ist komplett weg….insofern kann ich das verstehen, wenn das so in der Bibel steht.
@stern Nun ja - ich mag diverse Dinge, aber 'meine Menschen' liebe ich.
Das dürfte doch nicht so schwer zu differenzieren sein.
Und ich hab mich so weit im Griff, dass ich nicht jeden 'Augenlust-Menschen' haben muss.
Könnte man als "Lauf des Lebens" einordnen - oder meinst du, es hat was mit dem Glauben zu tun?
Schwer zu unterscheiden…ich schiebe es mehr auf den Glauben. Es hat auch lange gedauert, bis ich gemerkt habe, dass ich anders ticke als früher. Irgendwann ist mir dann aufgefallen, dass ich überhaupt kein Auge mehr dafür habe…was früher eben ein Hauptaugenmerk war.
Veröffentlicht von: @tatokalaKönnte man als "Lauf des Lebens" einordnen - oder meinst du, es hat was mit dem Glauben zu tun?
Das hab ich ja auch schon irgendwo geschrieben - bei manchen Veränderungen, die ich an mir im Lauf der Jahre bemerkte, kann ich nicht genau differenzieren, ob sie vom Glauben kommen oder eben einfach im Lauf der Jahre auch so passiert wären.
Es wird ja auch ohne Zusammenhang mit Glauben von der 'Gelassenheit des Alters' gesprochen.
@stern Nur so eine Überlegung, aber: Vielleicht kommt es auch ein bisschen drauf an, an was genau man sich in der Welt erfreut & warum. An seinem geliebten Ehepartner, an wundervollen Momenten & auch an der Natur - z.B. einem herrlichen Wald, dem Meer oder einen Blick in den Sternenhimmel - ist, finde ich, nochmal eine ganz andere Liga, als z.B. ein rein materieller Gegenstand
z.B. einem herrlichen Wald, dem Meer oder einen Blick in den Sternenhimmel - ist, finde ich, nochmal eine ganz andere Liga, als z.B. ein rein materieller Gegenstand
Ja, Natur und Lebewesen haben nochmal einen anderen Aspekt, obwohl sie auch in der Welt sind…