Kampf gegen den Kopf
Hallo zusammen,
ich merke immer wieder dass mein Kopf etwas anderes wie mein Herz möchte. Mein Herz weis dass es Gott gibt und dass an dem ganzen viel wahres dran ist. Mein Herz möchte Gott weiter kennenlernen und ihm Nachfolgen, das tun was er von mir will, hören was er zu sagen hat usw. (Prinzipiell bin ich Christ, oder war es mal, durch christliche Erziehung)
Mein Kopf hingegen ist der komplette Gegner. Immer wieder denke ich schlecht über Dinge. Ich denke Dinge wie, glaubst du wirklich das es ihn gibt? Eigentlich ergibt das garkeinen Sinn. Gott liebt die Menschen nicht, Es gibt keinen Himmel das ergibt alles keinen Sinn. Diese Blöden Christlichen Lieder, die tun immer so als ob Gott so gut wäre, alles bloß blödes getue. Eben ganz viel Zeug das mich dann fragen lässt, wie soll ich bloß ein richtiger Christ sein bzw. werden, wenn mein Kopf immer eine negative Einstellung zum Glauben hat, und ich keine Kontrolle darüber habe wie meine Gedankliche Stellung zum Glaube ist. Ich kann mich einfach nicht für den Glauben entscheiden. zumindest weitläufig. Gefühlt lacht mein Kopf über Christen wie sie nur so naiv sein können, während ich eigentlich versuche an Gott zu glauben.
Des weiteren fehlt mir natürlich auch die Motivation, Zeit mit Gott zu verbringen. Ich bete immer seltener, gehe ungerner in die Kirche, singe bei Liedern nichtmehr mit, usw. Alles weil mein Kopf einfach dagegen ist, und ich keine Macht darüber habe (zumindest fühlt es sich so an).
Nach und nach distanziere ich mich weiter von Gott bzw. dem Christ sein, und scheinbar kann ich es nicht stoppen.
Wisst ihr damit umzugehen bzw. weiß jemand wie ich mich selbstständig aus dieser Abwärtsspirale retten kann?
Danke schonmal 🙂
Ich fand gerade etwas .... zu-fällig??? ... vielleicht hilft es Dir!
https://www.youtube.com/watch?v=z2g_F4Y_Bvo
L`Chaim
1. Vielleicht hast du eine "falsche" Vorstellung, was Gott von dir will bzw. wie man ein "guter Christ" ist
2. Seinen "Geist" kennenlernen? Der schaltet immer den Kopf aus.
3. Nicht so viel Stress. (Sein Wunsch war, jemanden zu haben, den er lieben kann, dedhalb hat er sich ein Gegenüber (mit freiem Willen) geschaffen? "Mich von ihm erstmal bedingungslos (innerlich) lieben lassen" würde ich als allererstes mal ganz intensiv machen.)
Ich setz mich oft hin und sag "Heiliger Geist, lieb' mich!" 🙂
PS: Ich hab immer den Verdacht, dass Leute, denen es (vermeintlich oder real) an Hingabe mangelt, sich einfach noch nie richtig von Gott haben beschenken lassen (und nicht weil er es nicht tun würde, sondern weil sie meinen, er will stattdessen was von ihnen).
Ich hatte letztens mal dazu aufgeschrieben:
(Gnade ist hier "bedingungslos geliebt sein, Schuldfreiheit, d.h. dass egal was ich mache keine negativen Konsequenzen für mich hat, weil Jesus die Strafe für das - und für noch für viel schlimmere Sachen - schon getragen hat.)
"Das Indiz dafür, dass Du die Gnade angenommen hast, ist, dass du dich völlig Gott hingegeben hast, dein ganzes Leben, dein ❤️, freudig.
Denn wenn man SOWAS geschenkt bekommen hat, will man was zurückgeben, automatisch (das geht gar nicht anders). Aber was willst du Gott zurückgeben/geben, der alles hat? Nur dein Leben, das geht (denn das gehört ihm nicht per se, er hat es dir geschenkt, damit du damit frei machen kannst, was du willst). Jedenfalls: Wenn du das Geschenk seiner Gnade = bedingungslos geliebt und beschenkt sein einmal angenommen hast, willst du dich ihm hinschmeißen, mit allem, was du bist. Du willst nur noch bei ihm und in ihm sein, mit allem, was du bist, du willst, dass dein ganzes Leben, alles, nur voll ist mit ihm und von ihm bestimmt. Weil du weißt (und schon erlebt hast): er macht dir immer alles zum Besten, er liebt dich so stark sehr.
Deshalb kennt "die Religion" Gott nicht, weil das bedingungslos geliebt & beschenkt sein von ihm dort nie erlebbar ist. Deshalb gibt es in der Religion auch nie echte Liebe zu Gott, nur "gut sein". Also: Wenn du merkst: Die komplette Hingabe an Gott, dass ich nur in ihm und mit ihm und aus ihm leben will und mir das reicht, fehlt mir, dann musst du dich ganz dringend mal von ihm mit Gnade beschenken lassen. Sonst bleibt alles mit ihm für immer nur "gut sein" und Pflicht, aber Spaß und Liebe wirst du nie bekommen. Und deshalb auch immer wieder vor ihm flüchten. Nicht vor ihm, sondern deiner Vorstellung von ihm, mit der du lebst. Aber es geht ja darum, dass wir in die Ruhe einkehren, in ihn/ihm."
(Vielleicht hab ich das eh für dich aufgeschrieben :-D)
Und du könntest dir noch anschauen, ob du irgendwo "vom Leben" enttäuscht worden bist und das jetzt Gott zuschreibst - dann könnte auch "Vergeben" (allen die damit zu tun haben) ein Schlüssel sein. Das gibt schonmal Leichtigkeit und gute Bedingungen für "Neuaufbruch". 🙂 - (Also quasi Gnade auch für alle anderen.)
@mautz Was vielleicht "praktisch" noch hilft, weil der Verstand die meiste Angst hat vor dem "Unbekannten", was kommt, wenn er gewohnte Verhaltensweisen oder Muster ablegt, obwohl er/man sie vielleicht schon als hinderlich/störend erkannt hat:
Nicht so sehr "darauf" schauen und dagegen kämpfen, oder sich vllt noch ärgern "jetzt ist das schon wieder da" (denn es gibt sogar oft einen Grund, warum man dich solche Dinge überhaupt "geholt" hat), sondern (grundsätzlich und spezifisch wenn es sich zeigt) sagen: "Heiliger Geist, zeig mir, wie (m)ein Leben ohne das aussieht."
Dann ist man gleich "nach vorne" und aufs "Abenteuer" ausgerichtet - und nicht "alleine", beim "Loswerden".
Das ist extrem effektiv, hab ich gemerkt.
Biblisch ist es auch fundiert: auf "ihn" schauen und so in sein "Ebenbild" verwandelt werden. (nicht auf die Dinge, die verwandelt werden sollen. Sonst hängt man so stark an denen fest.) Korinther 3,18
In dir ist noch Kampf und du musst dich entscheiden, was und wem du glauben willst.
Wenn du für dich klar hast, dass du Gott vertrauen willst, kannst du handeln.
Im Gebet, durch ein Bewusstmachen geistlicher Wahrheiten (Bibel lesen), durch ein Abweisen der Gedanken, die dich von Gott und der Gemeinschaft mit Ihm abhalten wollen,…
Auch Seelsorge und Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit im Licht Jesu finde ich wichtig bzw. sinnvoll.
Du musst nicht immer alle geistlichen Lieder toll finden oder mitsingen.
Du darfst auch ablehnen, wenn du meinst, es passt gerade nicht oder oder.
Aber sich aufgrund eigener gefühlter „Schlechtigkeit“ der Gemeinschaft der Gläubigen zu entziehen, macht nichts besser. Im Gegenteil.
Manchmal ist Gemeinschaft im Gottesdienst gerade dann heilsam, wenn alles in dir sich dagegen wehrt.
Ich wünsche dir Klarheit, Weisheit und Entschlossenheit auf deinem Weg.
Der Herr sei dir gnädig und erfülle dich mit Seinem Frieden und Seiner Liebe.
Ergänzung
Damit meine ich keine angebrachten Zweifel.
Aber wenn diese Gedanken geistliche Dinge lächerlich machen wollen und dich dazu bringen, Dinge zu lassen, die deiner Seele gut tun und du daraus in einen Kreislauf aus inneren Anklagen und schlechtem Gewissen gerätst, darfst du dich fragen, wem das dient.
Ich sehe es nunmal als geistlichen Kampf, wie auch die Bibel es beschreibt.
Natürlich gibt es auch im frommen Bereich vieles über das man schmunzeln kann.
Es bleibt aber die Frage was und wem du glauben willst. Und wenn du dich für Gott entscheidest, wird Er dir mit Seinem Geist helfen. Er wird dir helfen, Seine Stimme zu hören und ihm zu folgen.
Das alles im Zeichen Seiner Liebe zu dir, Seiner Vergebung für dich und Seiner Barmherzigkeit.
Was mir noch einfällt - zumindest war das für mich wichtig in der Zeit, als ich Zweifel hatte - ist dass du früher oder später für dich das entscheiden musst: gibt es Gott oder gibt es ihn nicht.
Es geht nicht darum, es zu wissen und beweisen zu können, sonder für sich eine Entscheidung zu treffen.
Es geht dabei im Prinzip darum, dass du für dich festmachst: gibt es für mich einen Gott oder gibt es ihn nicht. Das hat erstmal nichts mit beten oder sonst einer religiösen Handlung zu tun, sondern wirkt dem Zweifel entgegen.
Manche sagen: das geht doch nicht…du kannst Zweifel nicht einfach abstellen dadurch.
Bei mir hat es gewirkt. Wobei das nicht meine erste Intention war, sondern ich war total genervt von mir selbst…mal hab ich geglaubt, mal nicht…und das ist mir auf den Wecker gegangen. Weil: das hat ja erstmal nichts mit seiner Existenz zu tun, dass ich zweifle. Mir wurde zum einen klar, dass ich durch das Zweifeln ständig hin- und hergerissen bin zwischen Glauben und Unglauben und zum anderen dachte ich: es gibt ja nur diese zwei Möglichkeiten. Also entweder gibt es ihn - oder nicht.
Und dann hab ich mich einfach gefragt, ob ich nun ein Leben in diesem Glauben leben möchte, dass es ihn gibt oder ob ich in dem Glauben leben möchte, dass es ihn nicht gibt. Diese Frage finde ich persönlich in so einer Situation hilfreich, weil. An dann zum Punkt kommt. Entweder - oder. Und alles andere ergibt sich dann aus dieser Entscheidung.