Die Komfortzone - von Gott erwünscht?
Im Thema darüber, warum Eva sich wohl auf die Schlange eingelassen hat, wurde die Komfortzone erwähnt.
Klar, Weiterentwicklung, Herausforderungen, usw. Fortschritt, Entwicklung fürs Land und die Kinder, aber Gott hatte sie doch mit allem versorgt, was sie brauchten. Sie hätten also in dieser Komfortzone bleiben können.
Und ich hatte gerade Gedanken: Vielleicht war das so von Gott gedacht. Auch gut versorgt, kann man sich weiterentwickeln, empfinde ich so in meinem eigenen Leben. Liegt das nicht an jedem selbst, kann nicht auch trotz des (durch den Sündenfall oder eigentlich ja den Teufel) erschwerten Lebens in der Entwicklung usw. Stillstand herrschen?
Ich halte Zufriedenheit, was ja heute gern als Verharren in der 'Komfortzone' gesehen wird, nicht grundsätzlich für falsch.
Sicher ist es nicht immer gut, sich in vorhandenen Verhältnissen einzurichten, aber genauso kann es verkehrt sein, nur nach Erweiterung dieser 'Komfortzone' zu streben.
@chai Die goldene Mitte ist wie immer der beste Weg,
Und ich hatte gerade Gedanken: Vielleicht war das so von Gott gedacht. Auch gut versorgt, kann man sich weiterentwickeln, empfinde ich so in meinem eigenen Leben. Liegt das nicht an jedem selbst, kann nicht auch trotz des (durch den Sündenfall oder eigentlich ja den Teufel) erschwerten Lebens in der Entwicklung usw. Stillstand herrschen?
Da fällt mir gerade meine Schwiegermutter ein, die jetzt endlich in Rente gehen kann, nachdem man sie gezwungen hat noch einige Jahre mehr zu arbeiten... trotz Krankheit und Behinderung.
Das heisst, das hat sie sich jetzt auch wirklich verdient... trotzdem droht sie gerade in ein Loch zu fallen, weil sie jetzt keine Herausforderungen hat und sich fragt, was sie jetzt eigentlich mit ihrem Leben noch machen soll.
Ich habe da in ihrem Fall langfristig keine Bedenken, weil sie aufgeschlossen und vielseitig interessiert ist - sie wird da schon was finden. Aber es ist schon merkwürdig, dass jetzt, wo die Mühsal, Anstrengungen und Sorgen endlich weg sind, sie sich erst einmal schlechter fühlt als zuvor.
Irgendwie scheinen Sorgen und Nöte also ihren eigenen Wert zu haben - zumindest bis zu einer gewissen Grenze, klar. Zu schlimm darf es natürlich auch nicht sein.
Aber es ist schon merkwürdig, dass jetzt, wo die Mühsal, Anstrengungen und Sorgen endlich weg sind, sie sich erst einmal schlechter fühlt als zuvor.
Ich glaube die Arbeit vorher hat dazu geführt, dass man sie die Sorgen und Nöte besser wegpacken konnte. Sie treten jetzt mehr in den Vordergrund. Zudem hat sie mehr Zeit zum nachdenken als zuvor.
Daher glaube ich nicht, dass die Sorgen irgendeinen Sinn haben - ausser sie zu überwinden.
Ich glaube die Arbeit vorher hat dazu geführt, dass man sie die Sorgen und Nöte besser wegpacken konnte. Sie treten jetzt mehr in den Vordergrund. Zudem hat sie mehr Zeit zum nachdenken als zuvor.
Nein, die Sorgen und Nöte waren die Arbeit selbst, weil sie nicht wusste wie sie das alles noch schaffen soll, weil es ihr gesundheitlich immer schlechter ging.
Aber es gibt einem umgekehrt halt auch das Gefühl, gebraucht zu werden.
Aber es gibt einem umgekehrt halt auch das Gefühl, gebraucht zu werden.
Das ist vielleicht gar nicht der Punkt. Es ist möglicherweise die Routine, die einen dann doch irgendwie zufrieden macht. Man weiß halt, was einem am nächsten Tag erwartet, hat Kontrolle darüber. Fällt das plötzlich weg, weiß man nicht, was man mit sich anfangen soll. Dazu kommt, dass man vielleicht sogar ein schlechtes Gewissen hat, weil man nichts Sinnvolles tut.
Das ist vielleicht gar nicht der Punkt. Es ist möglicherweise die Routine, die einen dann doch irgendwie zufrieden macht.
Ich schätze mal, dass da viele verschiedene Dinge zusammenkommen. In diesem Fall ist es einfach ein Umbruch, der einen völlig aus der Bahn wirft - obwohl eben dieser Umbruch ja eigentlich herbeigesehnt wurde.
Aber so anstrengend das Leben zuvor auch war - man hatte sich zumindest irgendwie damit arrangiert.
Man muss sich erst mal sammeln und dann sich erstmal bewusst machen, wie viel Freiheit man jetzt hat.
Veröffentlicht von: @lucan-7Und ich hatte gerade Gedanken: Vielleicht war das so von Gott gedacht. Auch gut versorgt, kann man sich weiterentwickeln, empfinde ich so in meinem eigenen Leben. Liegt das nicht an jedem selbst, kann nicht auch trotz des (durch den Sündenfall oder eigentlich ja den Teufel) erschwerten Lebens in der Entwicklung usw. Stillstand herrschen?
Da fällt mir gerade meine Schwiegermutter ein, die jetzt endlich in Rente gehen kann, nachdem man sie gezwungen hat noch einige Jahre mehr zu arbeiten... trotz Krankheit und Behinderung.
Oh fu.., das tut mir Leid für sie, wie schrecklich!
Das heisst, das hat sie sich jetzt auch wirklich verdient... trotzdem droht sie gerade in ein Loch zu fallen, weil sie jetzt keine Herausforderungen hat und sich fragt, was sie jetzt eigentlich mit ihrem Leben noch machen soll.
Das ist das Problem dieser Generation, die das Arbeiten als Lebensinhalt hat(te), imho. Wenn man nur (für andere) arbeitet, hat man keine Zeit für ein eigenes Leben.
Ich habe da in ihrem Fall langfristig keine Bedenken, weil sie aufgeschlossen und vielseitig interessiert ist - sie wird da schon was finden. Aber es ist schon merkwürdig, dass jetzt, wo die Mühsal, Anstrengungen und Sorgen endlich weg sind, sie sich erst einmal schlechter fühlt als zuvor.
Irgendwie scheinen Sorgen und Nöte also ihren eigenen Wert zu haben - zumindest bis zu einer gewissen Grenze, klar. Zu schlimm darf es natürlich auch nicht sein.
Nein, das kommt einfach davon, dass sie vorher so sehr präsent waren, dass sie das Leben ohne nicht (mehr) kannte und wenn man da rauskommt, scheint es erstmal ... leer zu sein, weil so enorm viel Platz und Kraft in Anspruch genommen haben.
Nein, das kommt einfach davon, dass sie vorher so sehr präsent waren, dass sie das Leben ohne nicht (mehr) kannte und wenn man da rauskommt, scheint es erstmal ... leer zu sein, weil so enorm viel Platz und Kraft in Anspruch genommen haben.
Ich denke, dass wenn man jahrelang getrieben wird, man sich so sehr damit arrangiert, dass man das Getrieben sein als Wegweiser nimmt. Kann man plötzlich selbst über seine Zeit verfügen, hat man irgendwie Angst, sie sinnlos zu verschwenden.
@mariposa22 Ich kenne das gut. Immer dann, wenn sich eine 'herausfordernde' Situation ändert oder auflöst, ist da erstmal eine Lücke, die geschlossen werden muss. Das muss ja nicht zwingend das Berufsleben sein, das kann ja auch daher kommen, wenn die Kinder aus dem Haus gehen oder eine zu pflegende Person wieder gesund wird oder verstirbt.
Auf jeden Fall war der Tag ja getaktet und dieser Takt fällt dann weg. Da muss man sich neu sortieren und hat u.U. auch erstmal Zeit für die eigenen Dinge, die man während dieser Phase beiseite gerückt hat, weil es einfach 'Wichtigeres' gab.
Oh fu.., das tut mir Leid für sie, wie schrecklich!
Nun, es gibt sicher Schlimmeres... aber sie ist da schon ziemlich ungerecht behandelt worden, im Vergleich zu anderen. Da war auch einiges an Behördenwillkür dabei. Ich will aber hier nicht zu sehr ins Detail gehen.
Das ist das Problem dieser Generation, die das Arbeiten als Lebensinhalt hat(te), imho. Wenn man nur (für andere) arbeitet, hat man keine Zeit für ein eigenes Leben.
Ja, das sicher auch... wobei ich ja schon erwähnte, dass sie vielseitig interessiert und aufgeschlossen ist. Sie liest viel, ist kreativ und kulturell interessiert, sieht sich aber auch gerne Superheldenfilme an und so was. Sie wird da schon was finden, aber im Moment fühlt sie sich nicht befreit (wie man erwarten sollten), sondern eher niedergeschlagen.
Nein, das kommt einfach davon, dass sie vorher so sehr präsent waren, dass sie das Leben ohne nicht (mehr) kannte und wenn man da rauskommt, scheint es erstmal ... leer zu sein, weil so enorm viel Platz und Kraft in Anspruch genommen haben.
Ich vermute, dass einfach plötzlich kein Ziel mehr da ist. Vorher musste sie halt arbeiten, um noch ihre Rente zu sichern... und jetzt muss sie plötzlich gar nichts mehr.
Das ist schon etwas völlig Anderes.
@lucan-7 Ok, ich weiß was du meinst und kenne das tatsächlich auch. Man muss sich halt neu sortieren, aber erstmal ist da ein Loch, ja.
Es gibt Bücher und Beratung für die Vorbereitung auf das Rentnerdasein. Etwa zwei Jahre vorher sollte man damit beginnen.
Es bleiben dabei trotzdem noch Herausforderungen.
Mit Garten und Sprachschule konnte ich dem Loch einigermaßen entgegensteuern. Was Zeit brauchte, waren zwei Jahre mit abnehmenden Aufwachen mit Schrecken, ob ich verschlafen hätte, da mein Arbeitstag streng in 20-Minuten-Einheiten getaktet war.
Und dann kam die Umstellung meines Mannes dazu, weil mein Tagesablauf sich änderte und er noch seinen Arbeitstakt nachkommen musste.
Es gibt Bücher und Beratung für die Vorbereitung auf das Rentnerdasein. Etwa zwei Jahre vorher sollte man damit beginnen.
Es bleiben dabei trotzdem noch Herausforderungen.
Ja, Theorie und Praxis halt...
Bei meinen Eltern war es so, dass die nach ihrer Rente plötzlich derartig beschäftigt waren, dass sie sich gewundert haben wo sie denn früher noch die Zeit zum Arbeiten hergenommen haben... die haben die Zeit wirklich bewusst genutzt und genossen.
Ich nehme an, dass meine Schwiegermutter da auch noch hinkommen wird, auch wenn sie nicht ganz so fit ist - aber reisen und aktiv sein kann sie trotzdem, und allein das ist schon viel wert.
Ich kam jetzt halt drauf, weil das, was wir uns so als "Komfortzone" so vorstellen, womöglich gar nicht immer so gut für uns ist. Ich für meinen Teil würde jedenfalls, sollte jetzt plötzlich ein großer Reichtum über mich kommen, trotzdem noch weiter arbeiten... nur etwas weniger als jetzt. Denn ich habe festgestellt, dass mir das auch einiges an Halt gibt, egal wie sehr mich das auch oft nerven mag...
Ein strukturierter Tag ist ein hilfreiches Gerüst.
Gleichzeitig in verschiedenen Bereichen eine angemessene Flexibilität zu entwickeln halte ich für genauso wichtig.
Es hat eine ganze Zeit gedauert, bis wir unseren Modus für die kompatiblen Zeiten für die Mahlzeiten gefunden hatten. weil wir einen anderen Rhytmus haben. Ich habe mich schlicht geweigert, dass das Mittagessen um Punkt 12:00 auf dem Tisch zu stehen hatte. Ich mochte nicht programmiert werden, wie es mein Mann aus seinem Elternhaus erfahren hatte. Wir haben eine Zeitspanne von ca 1,5 Stunden flex. Das war nun auch hilfreich während der Sanierungsarbeiten am Elternhaus, da die Handwerker dann nicht mit Fragen in unsere Essenszeit platzen konnten, der Medikamentenzeitplan aber sicher abgedeckt wurde.
Ich hab heute Herberts Beitrag gelesen und bin beim Darüberlegen meiner eigenen Aufarbeitung meines Traumas im April zu dem Schluss gelangt, dass Gott uns vielleicht genau dafür schützen wollte. Davor dass uns die Augen für all das Böse geöffnet werden, das nur schwer zu ertragen ist. Aber irgendwas war schließlich stärker, vermutlich die Neugier.