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Muss man gemocht werden?

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Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Muss ein Christ ( egal welcher Gruppierung) von jedem gemocht werden?

M.

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118 Antworten
speedysweety
Beiträge : 3236

Nein. Wurde Jesus von allen gemocht? Ganz sicher nicht, mit seiner Lehre und seiner Art ist er an sehr vielen Stellen angeeckt und die Menschen haben sich an ihm gestoßen.

Es heißt aber trotzdem nicht, dass man sich wie die Axt im Walde als Christ benehmen sollte. Wenn man wo aneckt, dann lohnt sich ein Blick darauf, warum das so ist 😊 Ist es vertretbar und hat es gute Gründe, wie bei Jesus, oder hat man sich gerade einfach wie ein *** verhalten? Das zu sortieren halte ich für wichtig, dann kann man die geeigneten Schlüsse daraus ziehen.

speedysweety antworten


Lombard3
Beiträge : 4292

Muss man wirklich gemocht werden?
Aus christlicher Perspektive - so wie ich es verstehe - ging Jesus gerade ja zu denen, die nicht so gemocht wurden.

Gemocht werden kann außerdem heimtückisch sein:

Wird man gemocht wegen des Erfolgs, des Geldes, oder einfach so.

Vermutlich ist es besser, wenige, gute Freunde oder Menschen im Leben zu haben, die zu einem stehen, als viele, die einem nur oberflächlich Respekt zollen.

Wobei es auch wichtig ist, dass wir im Alltag auch mit Unbekannten oder unsympathischen Menschen respektvoll (würdevoll) umgehen. (Generell, denke ich).

lombard3 antworten
4 Antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

für mich ist das schönste, gemocht zu werden weil ich gebraucht werde, solange das nicht einseitig verläuft, sondern eher simbiotisch.... 😊

kann sehr sinnstiftend sein.

Außerdem hab ich lieber ein paar anständige Feinde statt falscher Freunde.... so ähnlich wie bei Löwenherz und Saladin:
Erbitterte Gegner auf dem Schlachtfeld, die sich dennoch größten Respekt entgegenbrachten...

Anonymous antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1583
Veröffentlicht von: @willy77

für mich ist das schönste, gemocht zu werden weil ich gebraucht werde

Eine der Abgründe dieser Vorliebe zeigt sich im Helferkomplex. Dieses "sich gut fühlen, weil man gebraucht wird" kann zur Sucht werden, die immer neu befriedigt werden will. Ich kenne eine Person, die daran zerbrochen ist.

goodfruit antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

da liegst du ganz sicher nicht falsch, GoodFruit... haben mir meine Dozenten in meinen Ausbildungen im sozialen Bereich auch gleich zu Anfang erklärt...

Mir gibt's halt das Gefühl, mich auf (in meinen Augen) sinnvolle Weise nützlich machen zu dürfen bzw. meine Zeit zu verbringen, solange es immer nach dem Prinzip geht: "Eine Hand wäscht die andere." 😊

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GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1583
Veröffentlicht von: @lombard3

Wobei es auch wichtig ist, dass wir im Alltag auch mit Unbekannten oder unsympathischen Menschen respektvoll (würdevoll) umgehen. (Generell, denke ich).

Ja, das ist für mich wie eine Art Schlüssel.
Ich habe nie die Achtung vor Menschen verloren und ich bin mir relativ sicher, dass die Menschen das jeweils gemerkt haben. Als jugendlicher bin ich mitunter über "Schnapsleichen" gestiegen, wenn ich ne Party verlassen habe. Ich habe sie angelächelt, sie in ihrer Menschlichkeit geachtet und nicht die Niedrigkeit ihrer Situation gesehen. Damit war es dann für keine der Beteiligten ein PErson, da wr kein Raum für Verachtung, die uns auch hinterher hätte trennen können.

Ähnliches, wenn man in eher zwielichtigem Millieu unterwegs war. Da sind mir mitunter Menschen begegnet, vor denen man hätte Angst haben können - vielleicht sogar müssen. Ich bin ihnen in Achtung begegnet. Mein Lächeln hat ihnen gezeigt, dass ich Liebe für sie haben und das von mir auch keine Gefahr ausgeht. Ich konnte dort sein. Ich durfte dort sein. Ich habe mich nicht selber durch Verachtung oder gar Hass zum Fremdkörper gemacht. Aber ich habe mich trotzdem nict ihnen gleich gemacht. Jeder durfte so sein, wie er nunmal war.

goodfruit antworten
GoodFruit
Beiträge : 1583
Veröffentlicht von: @meriadoc

Muss ein Christ ( egal welcher Gruppierung) von jedem gemocht werden?

Ja und nein.

Du kannst nicht machen, dass Du gemocht wirst. Du kannst vielleicht Dich anpassen, jedem nach dem seinen Geschmack reden. Aber ich glaube kaum, dass Gott das von Dir wollte, denn ER ist der Maßstab und nicht irgendeine meist vom Zeitgeist oder von Tradition geprägte Gruppenmeinung.
Von daher mein "nein". Es fühlt sich oft schöner an, geliebt zu werden. Aber wenn Du für diese Liebe Dinge wie "Wahrheit" oder die Freiheit, die Dinge so zu sehen, wie Gott sie Dir zeigt, aufgeben musst, dann ist das ein schlechter Tausch, der in Unfreiheit und irgendwann zum Zusammenbruch führen wird.

Sprichwörtlich sagen wir ja auch:
Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.

Auf der anderen Seite gehe ich davon aus, dass Du, wenn Du Christ bist, in einer christlichen Gemeinschaft bist. All diese Menschen leben unter dem höchsten Gebot, dass sie ihre Nächsten lieben müssen, wie sie sich selber lieben. Nun mag es sein, dass diese Menschen sehr wenig Liebe für sich selber haben und so der Maßstab für ihre Liebe ziemlich winzig ist - aber irgendeine Liebe sollte da sein, weil mindestens Gott sie ja liebt. Vor diesem Hintergrund können wir postulieren, dass Du als Christ nicht nur von Gott sondern auch von Menschen geliebt werden wirst. Wenn das nicht der Fall ist, dann gibt es wohl ein gravierendes Problem in Deiner Gemeinschaft - was unmittelbar nicht Dein Problem ist.

Fazit aus diesem Abschnitt: Ja, als Christ musst Du von jedem Christen liebt werden.

goodfruit antworten


Tineli
 Tineli
Beiträge : 1372

Niemand muss müssen...

Es ist völlig illusorisch, von jedem gemocht zu werden. Wer das versucht, verbiegt sich total, um es jedem recht zu machen und verliert sich am Ende selbst.

Ist's möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. (Paulus, Römer 12,18)

Hier steht Frieden, also kein Streit, aber nicht "gemocht werden". Wir sollen nicht diejenigen sein, die Streit anzetteln. Dass man dennoch nicht immer ohne auskommt, zeigt der Einschub: Soviel an euch liegt.

Also, wir sollen nicht extra einen Streit vom Zaun brechen, wir sollen auf friedliches Miteinander-Auskommen hinwirken. Wer das tut, wird vermutlich von vielen gemocht. Aber vermultlich wird es immer Zeitgenossen geben, die sich an irgendwas stoßen.

Und manchmal muss man auch für sich selbst Grenzen setzen. Und das wird auch nicht jedem passen.

Das andere ist: Ohne ein gewisses Maß an Gemocht-werden wird es schnell sehr kalt in unserem Herzen. Also ja, man braucht es, das gemocht werden. Aber das muss nicht von jedem sein, ein paar wenige, ggf. auch nur einer reicht aus. Ist ja auch immer eine Frage der Intensität. Gemocht-werden ist ja noch nicht innig geliebt. Aber wir brauchen alle ein Gefühl von Zugehörigkeit und Angenommen sein in einer bestimmten Gruppe. Da unterscheiden sich Christen nicht von Nicht-Christen.

Gruß, Tineli

tineli antworten
Queequeg
Beiträge : 3127

Mich wundert ...
... dass noch niemand auf meine oben angesprochene Frage eingegangen ist, ob eine Beziehung zu Gott oder Jesus den völligen Mangel an menschlicher Zuwendung aufwiegen kann. Eigentlich müsste man das im Raum christlichen religiösen Glaubens erwarten können. Aber nach meiner Erfahrung ist es nicht so.

Andererseits habe ich eine Reihe Menschen kennen gelernt, die recht umfangreich von vielen gemocht (geliebt?) wurden und auch ein sehr nahes Verhältnis zu Gott hatten.

Meine Hypothese: eine primär liebevolle Erfahrung mit menschlicher Nähe öffnet sozusagen auch das Tor zum Himmel - erwartet man hingegen primär die Öffnung des Himmels, geschieht gar nichts.

queequeg antworten
15 Antworten
Tineli
 Tineli
(@tineli)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1372

Gott ist kein Mensch. Gott existiert in einer Welt, die unserer Erfahrung, die wir mit den Sinnen erfassen können, nicht zugänglich ist.
Gottes Zuwendung zu uns ist zwar wunderbar, aber daher oft nicht für uns wirklich zu erfassen.
Gerade als Babys lernen wir aber, wie Beziehung funktioniert - daran, wie uns unsere Eltern begegnen. Wir lernen am menschlichen Vorbild. Und das brauchen wir auch später, das übertragen wir dann auch auf die Beziehung zu Gott.

Wer hier gute Erfahrungen gemacht hat, findet oft auch leichter einen Zugang zu Gott.
Dennoch gibt es auch viele Beispiele, wie sich Gott den gebrochenen Seelen zuwendet und es zu Heilung kommt. Oft genug braucht es aber auch dazu den menschlichen Kontakt, z.B. durch einen Freund/Freundin, einen Seelsorger o.ä. Wer sagt: Dann hol dir doch von Gott alle Liebe, die dir fehlt, macht es sich zu einfach. Gott schickt uns Menschen zu den anderen Menschen, um ihnen durch unser Beispiel (und nicht nur durch ein Wort) Gottes Liebe zu verkünden.

Deine Hypothese halte ich für durchaus häufig zutreffend. Aber ich habe auch sehr tiefe, heilsame Erfahrungen mit Gott gemacht, gerade am wunden, ungeliebten, verletzten Punkt meiner Seele. Dass man bei Gott da gar nichts zu erwarten hätte, stimmt auch nicht.

Gruß, Tineli

tineli antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3127
Veröffentlicht von: @tineli

Gerade als Babys lernen wir aber, wie Beziehung funktioniert

Ja, das ist so und dann prägend für ein ganzes Leben.

Nun ja, meine Prämisse, dass jemand so reinweg gar keine positiven Beziehungserfahrungen gemacht hat, ist natürlich kaum denkbar. Jedenfalls habe ich immer wieder erlebt, dass bei der tiefenpsychologischen Arbeit dann doch an Beziehungen angeknüpft werden konnte - und sei es auch nur der berühmte Teddybär. Aber meist war es schon etwas mehr - die Nachbarin aus dem übernächsten Haus, mit deren Hund man spazieren gehen konnte, oder auch nur ein Nachbar, mit dem man nie ein Wort gewechselt hatte, der einen aber immer freundlich ansah und lächelte. Letzteres bei einem Mann, der eine wahrhaft mörderische Kindheit hatte.

Das sind dann oft die Ressourcen, an die man später ohne es selbst zu wissen, anknüpfen kann. Aber Du hast recht, es geht fast nie ohne die Begegnung mit einem oder mehreren Menschen, die einen etwas erleben lassen, was man vorher nicht kannte.

queequeg antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15595
Veröffentlicht von: @queequeg

ob eine Beziehung zu Gott oder Jesus den völligen Mangel an menschlicher Zuwendung aufwiegen kann. Eigentlich müsste man das im Raum christlichen religiösen Glaubens erwarten können. Aber nach meiner Erfahrung ist es nicht so.

Klar ist das möglich. Es gibt und gab ja wohl entsprechende Einsiedler, die sich für so ein Leben entscheiden.

Aber das lässt sich wohl kaum verallgemeinern, da muss man schon der Typ für sein...

lucan-7 antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3127
Veröffentlicht von: @lucan-7

Es gibt und gab ja wohl entsprechende Einsiedler, die sich für so ein Leben entscheiden.

Klar, aber die werden dann vermutlich auch in ihrem Leben bis zu dieser Entscheidung entsprechend positive Erfahrungen gemacht haben.

queequeg antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Hi Queequeg,

ob eine Beziehung zu Gott die Bedürfnisse des „gemocht“ werden erfüllen kann? Ich behaupte mal das eigentlich es so ist. Aber wir leben in der Welt. In dieser Welt wird man gemessen. Leider!

M.

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Hallo und erstmal ein frohes neues Jahr euch allen ihr Lieben!

Veröffentlicht von: @queequeg

. dass noch niemand auf meine oben angesprochene Frage eingegangen ist, ob eine Beziehung zu Gott oder Jesus den völligen Mangel an menschlicher Zuwendung aufwiegen kann.

Ich möchte diese Frage mit Ja beantworten. Das habe ich in meiner Kindheit so erlebt, dass ich mich mutterseelen allein gefühlt habe ( obwohl ich es zwischenmenschlich nicht war) und habe es als Erwachsene ebenso erlebt, als ich mich von allen verlassen gefühlt habe.
Da hatte ich nach Jahren des Gefühls, niemand ist so da, wie ich es brauche, keiner versteht mich, auf keinen kann ich mich verlassen, immer wieder die tiefgehende, seelische Erfahrung mit Gott gemacht, dass ich bei ihm alles bekomme, was mir fehlt. Ebenso die Art von Liebe, die ich brauchte/ brauche und nicht so ein oberflächliches Geplänke wie ich es von Mitmenschen erfahren habe.
Das führte dazu, dass ich einige Jahre meine Mitmenschen für überflüssig in meinem Leben hielt, ich habe gemerkt, ich brauche niemanden, denn Gott sorgt für mich und ist treu, wo Mitmenschen heute Hü und morgen Hot sagen.
Wie ich sowas verachtet habe, diese innere Unbeständigkeit der Menschen.
Ich wäre gerne in ein Kloster gegangen und hätte auf diese Welt und ihre Menschen pfeifen können, Hauptsache Gott ist bei mir, mehr brauchte ich nicht.

Doch Gott erweckte dann die Liebe zu den Menschen in mir und so lernte ich durch Gott, wie bereichernd und schön das zwischenmenschliche Miteinander ist, trotzdem der Mensch so ist, wie er ist.

Heute würde ich noch immer sagen, setz mich irgendwo aus, wo es menschenleer ist und meine Seele wird von Gott trotzdem gesättigt werden.
Die jahrelange Dürre, der menschlichen Lieblosigkeit in meiner Kindheit und die Erfahrung im weiteren Leben mit den unzuverlässigen, egostischen Menschen war mir eine Lehre, dass ich nur von und bei Gott alles bekomme, was ich wirklich brauche.

Anonymous antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3127

Ja, ich kenne solche und ähnliche Berichte schon. Bei den Menschen, die ich dann näher kennen lernen konnte, stellte sich dann immer heraus, dass es in ihrem frühen Leben durchaus auch ermutigende Erlebnisse und Beziehungen gab - wenn auch zu wenig und nicht immer mit Menschen, mit denen sie viel zu tun hatten. Ein wirklich totales Alleinsein von Anfang an dürfte es vermutlich kaum geben, so dass eine Art basaler Verbundenheit mit jemandem oder etwas eigentlich immer da war.

Das kann dann der Ausgangspunkt für Beziehungen aller Art sein. Aber leider ist das nicht bei allen so.

queequeg antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @queequeg

Ein wirklich totales Alleinsein von Anfang an dürfte es vermutlich kaum geben,

Das denke ich auch.

Veröffentlicht von: @queequeg

Bei den Menschen, die ich dann näher kennen lernen konnte, stellte sich dann immer heraus, dass es in ihrem frühen Leben durchaus auch ermutigende Erlebnisse und Beziehungen gab - wenn auch zu wenig und nicht immer mit Menschen, mit denen sie viel zu tun hatten.

Die gab es vereinzelt bei mir natürlich auch. Doch dieses innere Gefühl der Rastlosigkeit, das Gefühl überall mit einem Gefühl der Enttäuschung zurückzubleiben, weil dieser innere Durst von nichts, was einen umgab gestillt werden konnte...
Da war nichts, egal wo und was ich im Aussen gesucht habe, was mich innerlich erfüllen konnte.
Das fand ich nur in Gott, durch Gott in mir.
Dieses Hin und Hergelaufe über Jahre hätte ich mir sparen können, wenn ich von Anfang an am richtigen "Ort" gesucht hätte.

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Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3127

Paradies lost
Tja, das Problem ist, dass man, wenn man in der - vor allem frühen - Kindheit nicht genug "narzisstische Zufuhr" bekommen hat, diese dann in der kindlich gebliebenen Form sein Leben lang sucht. Und die kann man schlicht und einfach bei einem Menschen nicht finden.

Vielleicht ist hier so etwas wie eine Nahtstelle zwischen Religion und Psychologie. Bis etwa zum Ende des 3. Lebensjahres lebt ein Kind unter guten Verhältnissen quasi im Paradies und die Eltern und eigentlich auch die ganze andere Umgebung sind im Erleben des Kindes praktisch in ihrer Gesamtheit Gott.

Sind die Verhältnisse in dieser Lebensphase wirklich gut, werden diese Menschen später auch unter schwierigen Bedingungen keine Basis erschütternden Schwierigkeiten haben und kaum in die Lage kommen, nicht genug gemocht zu sein.

Anders ist es aber, wenn dieser "primäre Narzissmus" des Kindes nicht gewürdigt wurde. Dann war schon das Paradies kein Paradies und und das eigentlich einheitliche Erleben Gottes zutiefst gespalten und zerrissen. Dann kann es auch keine Ablösung aus dieser Phase ergeben und die Sehnsucht nach diesem verlorenen Paradies bleibt bestehen und wird als Hoffnung oder Anspruch auf andere Menschen übertragen. Aber die können natürlich nicht leisten, was von ihnen erwartet wird.

queequeg antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Mir scheint, wie reden hier von zwei verschiedenen Dingen.

Veröffentlicht von: @queequeg

Tja, das Problem ist, dass man, wenn man in der - vor allem frühen - Kindheit nicht genug "narzisstische Zufuhr" bekommen hat,

Ich rede nicht von narzisstischer Zufuhr, sondern von den Grundbedürfnissen eines Kindes. Wenn es z.b. alleine im Bett liegt, im
Dunklen und sich fürchtet und möchte, dass jemand kommt und bei einem ist, aber es kommt niemand.

Veröffentlicht von: @queequeg

Vielleicht ist hier so etwas wie eine Nahtstelle zwischen Religion und Psychologie.

Ja, das denke ich auch. Das ist sicher auch miteinander gekoppelt als mögliche Schnittstellen.

Veröffentlicht von: @queequeg

Sind die Verhältnisse in dieser Lebensphase wirklich gut, werden diese Menschen später auch unter schwierigen Bedingungen keine Basis erschütternden Schwierigkeiten haben und kaum in die Lage kommen, nicht genug gemocht zu sein.

Das mag sein. Ich kenne aber auch welche, die aus solch einem elterlichen Paradieszustand kommen und beim kleinsten Alltagsmist überfordert sind und sich nicht zu helfen wissen. Und die ebenso ständig das Gefühl brauchen, dass sie gemocht werden, weil ihnen sonst das Vertraute des Geliebt- seins fehlt.
Sie kennen das nicht und kommen damit nicht zurecht auch mal Durststrecken wegstrecken zu müssen.

Veröffentlicht von: @queequeg

Dann kann es auch keine Ablösung aus dieser Phase ergeben und die Sehnsucht nach diesem verlorenen Paradies bleibt bestehen und wird als Hoffnung oder Anspruch auf andere Menschen übertragen. Aber die können natürlich nicht leisten, was von ihnen erwartet wird.

Du meinst, die Sehnsucht nach Gott in einem hat seine Wurzel in der Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies im Elternhaus?
Auch das mag sicher so bei manchen zutreffen, doch das meinte ich nicht. Ich hatte meine erste Begegnung mit Gott in der Kindheit und genau direkt nach IHM hat es mich auch am meisten gedürstet.
Diese Erfahrung, dass man sich nicht gut auf Menschen verlassen kann, ist nochmal ne andere Kategorie.

Ich habe aber den Fehler gemacht und habe, wie du es beschreibst bei meiner Suche nach Gott, meine Erwartung und Hoffung auf andere gesetzt, weil ich mich viel zu gering, zu wertlos ansah, als dass ich fähig wäre, Gott direkt zu kontaktieren.
Ich dachte, andere wissen es besser, können es besser.
Was gab und gibt es für X verschiedene Angebote, wie man Gott findet. Hier und da überall haben sie die Lösung für die ultimative Erlösung, Erleuchtung, Antworten und Hilfestellungen und was man alles geistig tun und lassen kann, um Gott näher zu kommen.... 🙄
Das reinste Karusell, was schnell in einer geistigen Verwirrung enden kann.

Auch hier gab es einen entscheidenden Wendepunkt in meinem Leben. Das war, als Jesus mir im Traum erschienen ist und mir bildhaft eine Botschaft zeigte/ mitteilte, in dem er etwas tat, wo ich wusste, er hat nun die Führung in meinem Leben übernommen. Er hat mich befreit, mich erlöst und ich muss nicht mehr wie ein Hamster im Hamsterrad von A nach B laufen, sondern nur noch meinen Blick auf ihn richten.

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @amalia-12

Ich rede nicht von narzisstischer Zufuhr, sondern von den Grundbedürfnissen eines Kindes.

Hallo Amalia,

das meint das gleiche. Narzisstische Zufuhr ist nicht im Sinne von "narzisstische Persönlichkeitsstörung" gemeint, sondern meint in der Fachsprache das, was das menschliche Wesen an Grundbedürfnissen hat (Liebe, Zuwendung, Anerkennung, Geborgenheit, also seelische Nahrung, ebenso wie natürlich echte Nahrung); der Säugling, der schreit, ist "vollkommen narzisstisch", denn er teilt der Welt ungehemmt seine elementaren Bedürfnisse mit. Ich bin mit dem Begriff auch nicht sooo befreundet, weil ich bei Narzissmus immer an "Narkissos und Echo" (also die Erzählung von dem schönen, selbstverliebten Narziß, dessen Eigenliebe ja niemals Erwiderung finden kann) oder eben an narzisstische Leute denke, aber das ist damit nicht gemeint.

Diese rein geistliche Liebe und Erfüllung haben sehr wenige Menschen, aber natürlich gibt es sie. Es sind auf jeden Fall viel zu viele Menschen Mönche und Nonnen und Priester, alsdas sich das decken könnte mit jenen, die wirklich fähig dazu sind; das nur am Rande. Es kann auch diese reine Gottesliebe eine Befreiung aus solchen desulaten Familienverhältnissen sein; dass also die schlimme Kindheit nicht das schlimme Gottesverhältnis gebiert, sondern dass das Gottesverhältnis aus der schlimmen Kindheit rettet.

Aber irgendwo, das denke ich auch und habt ihr ja schon erwähnt, muss ein Mensch irgendjemanden oder zumindest irgendwelche Erfahrungen gemacht haben, dass diese Welt ein vertrauenswürdiger Ort ist. Es ist durch ein sehr berühmtes und trauriges Experiment erwiesen, dass ein Mensch ohne jegliche Zuwendung und Liebe stirbt. Er ist nicht lebensfähig.
In der Rückschau zu sagen, man habe Gott allein gebraucht und sonst niemanden, das mag einem ganz gut tun, wenn man schwer enttäuscht wurde. Ob es wirklich ganz gerechtfertigt ist und zutrifft, ist eine andere Sache.

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Hallo Simon,

Veröffentlicht von: @simonsson

das meint das gleiche. Narzisstische Zufuhr ist nicht im Sinne von "narzisstische Persönlichkeitsstörung" gemeint, sondern meint in der Fachsprache das, was das menschliche Wesen an Grundbedürfnissen hat (Liebe, Zuwendung, Anerkennung, Geborgenheit, also seelische Nahrung, ebenso wie natürlich echte Nahrung)

Danke für deine Erklärung. Ich sehe das etwas zwiegespalten. Dann geht da mein Verständnis in eine andere Richtung als es wohl psychologisch geläufig ist. Seelische Nahrung steht jedem Kind zu und sollte meiner Meinung nach stehen bleiben können ohne dass es in Kombination/ Verbindung mit dem Wort Narzistisch gebracht wird.
Wie gesagt, ist nur mein persönliches Empfinden dabei.

Ich habe jetzt mal eben gegoogelt und folgende Definition gefunden:
"Die narzisstische Zufuhr erstreckt sich dabei von positiven Gefühlen wie Aufmerksamkeit, Lob und Respekt zu materiellen Gesten, Geschenken, Einladungen, sexuellen Eroberungen etc..."

Veröffentlicht von: @simonsson

der Säugling, der schreit, ist "vollkommen narzisstisch", denn er teilt der Welt ungehemmt seine elementaren Bedürfnisse mit.

Ahhhhhh wie süüüüüß! Ja, das machen die kleinen Mäuse genau richtig so. 😊
Ich würde bei einem Baby deshalb nicht von narzistischer Zufuhr sprechen. Es wurde in die Welt gesetzt und es ist sein gutes Recht nach Nahrung zu verlangen, solange es selbst nicht in der Lage dazu ist. Man kann zwar sagen, es schreit, weil es was will, nämlich sein Bedürfnis nach Nahrung stillen und das könnte man als egoistisch/ narzistisch ansehen. Aber trotzdem sehe ich da eher einen automatischen, unbewussten Überlebenstrieb.
Von Narzismus zu sprechen geht für mich eher in die Richtung was bewusst Gesteuertes zu tun mit dem Ziel etwas zu erreichen, meist in Kombination in Kauf zu nehmen anderen zu schaden.

Veröffentlicht von: @simonsson

Ich bin mit dem Begriff auch nicht sooo befreundet, weil ich bei Narzissmus immer an "Narkissos und Echo" (also die Erzählung von dem schönen, selbstverliebten Narziß, dessen Eigenliebe ja niemals Erwiderung finden kann) oder eben an narzisstische Leute denke, aber das ist damit nicht gemeint.

Ja genau. Daran muss ich auch immer denken, deshalb finde ich den Begriff schwierig.

Veröffentlicht von: @simonsson

Es kann auch diese reine Gottesliebe eine Befreiung aus solchen desulaten Familienverhältnissen sein; dass also die schlimme Kindheit nicht das schlimme Gottesverhältnis gebiert, sondern dass das Gottesverhältnis aus der schlimmen Kindheit rettet.

Richtig.

Veröffentlicht von: @simonsson

Aber irgendwo, das denke ich auch und habt ihr ja schon erwähnt, muss ein Mensch irgendjemanden oder zumindest irgendwelche Erfahrungen gemacht haben, dass diese Welt ein vertrauenswürdiger Ort ist

Genau, irgendwelche positiven Erlebnisse hat man immer. Es kommt halt drauf an, was überwiegt und wenn das Negative überwiegt, kann man durch die Beziehung zu Gott trotzdem heil werden.
Aber dass die Welt ein vertrauenswürdiger Ort ist....naja...ich weiß nicht 😀😀

Veröffentlicht von: @simonsson

In der Rückschau zu sagen, man habe Gott allein gebraucht und sonst niemanden, das mag einem ganz gut tun, wenn man schwer enttäuscht wurde. Ob es wirklich ganz gerechtfertigt ist und zutrifft, ist eine andere Sache.

Ja, das stimmt schon, wie gesagt, meist ist immer auch was Positives an Erfahrung dabei. Allerdings kann so eine Aussage trotzdem richtig sein, weil man vielleicht die Erfahrung macht, dass nur Gott einen tiefgehend heilen kann und nur Gott die richtige, sättigende Nahrung hat.

Anonymous antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3127

Hysterie

Veröffentlicht von: @amalia-12

Ich würde bei einem Baby deshalb nicht von narzistischer Zufuhr sprechen. Es wurde in die Welt gesetzt und es ist sein gutes Recht nach Nahrung zu verlangen, solange es selbst nicht in der Lage dazu ist.

Ja, aber das ist ja in keiner Weise ein Widerspruch.

Veröffentlicht von: @amalia-12

Von Narzismus zu sprechen geht für mich eher in die Richtung was bewusst Gesteuertes zu tun mit dem Ziel etwas zu erreichen, meist in Kombination in Kauf zu nehmen anderen zu schaden.

Nein, das meint der Begriff ganz und gar nicht. Der Begriff "primärer Narzissmus" bezeichnet punktgenau das, was Du gemeint hast. Das Problem ist nur hier wie auch bei anderen "Fachworten", dass sie im allgemeinen Sprachgebrauch eine ganz andere Bedeutung bekommen haben - oft eine schlechtere, wie z.B. auch bei dem Begriff "Hysterie", der im psychologisch-medizinischen überhaupt nicht Ehrenrühriges meinst.

queequeg antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @queequeg

Nein, das meint der Begriff ganz und gar nicht. Der Begriff "primärer Narzissmus" bezeichnet punktgenau das, was Du gemeint hast. Das Problem ist nur hier wie auch bei anderen "Fachworten", dass sie im allgemeinen Sprachgebrauch eine ganz andere Bedeutung bekommen haben - oft eine schlechtere,

Danke für die Klarstellung. Dann habe ich diese schlechtere Bedeutung übernommen bei diesem Begriff und werde das mal abspeichern, dass dies nicht so gemeint ist. 😉

Anonymous antworten
Miss.Piggy
(@miss-piggy)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 1626

Nachdem Gott Adam geschaffen hatte, sagte er "Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei". Und das obwohl Adam ein Mensch war, der im Paradies lebte, noch ohne Sünde und in engster Gemeinschaft mit Gott.

Wir sind also offensichtlich von vorneherein so gemacht, dass wir neben der Beziehung zu Gott auch Beziehungen zu Menschen brauchen, um uns nicht allein zu fühlen.

Für mich selber kann ich aber sagen, dass, seitdem ich Gott kenne, ich mich nie mehr wieder so allein gefühlt habe als in der Zeit davor. Was ich in meiner Kindheit und Jugend an Bindungslosigkeit erlebt habe, hat mich in Gottes Arme getrieben und deswegen bin ich überzeugt, dass es mir zum besten gedient hat. Aber "nur" mit Gott und ohne menschliche Gegenüber möchte ich nicht leben.

miss-piggy antworten


Evana
 Evana
Beiträge : 924

Gesegnetes neues Jahr wünsche ich dir, Meriadoc!

Ohne jetzt die anderen Meinungen gelesen zu haben.

Nein, so steht es auch nicht in der Bibel. Das Gegenteil ist eher der Fall.

1 Joh. 3,13: Wundert euch nicht, Brüder, wenn die Welt euch hasst.

Joh. 15,18: Wenn die Welt euch hasst, so wißt, dass sie mich vor euch gehasst hat.
19 Wenn ihr von der Welt wäret, würde die Welt das Ihre lieben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt.

Andererseits aber sollten Christen sich untereinander lieben.

Joh. 13,34: Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt.
35: Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.

Also, wenn ein Christ konsequent Jesus nachfolgt, wird sich die Menschheit ihm gegenüber trennen: Die einen werden ihn hassen und die anderen werden ihn lieben, weil er Jesus widerspiegelt.

Es kann sich da auch heraus kristallisieren, ob jemand wirklich ein Christ ist, oder es nur vorgibt.

LG
Evana

evana antworten
1 Antwort
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Danke liebe Evana, auch dir ein gesegnetes neues Jahr.

Ich geh noch auf deinen Beitrag ein. Im Moment lese ich erst mal einiges hier durch.

M.

Anonymous antworten
Seite 2 / 4
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