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Therapieablehnung bei unheilbarer Krankheit

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ke56
 ke56
Themenstarter
Beiträge : 2

Hallo,

ich habe eine Krebsdiagnose erhalten, unheilbar, schlechte Prognose. Restlebensdauer schwer zu sagen, kleine einstellige Zahl an Jahren. Der durch diese Krankheit verursachte Tod ist langsam und grausam. Unerträgliche Schmerzen, Knochenbrüche, Lähmungen, usw. Ich habe mir überlegt, wenn ich jetzt eine akute Krankheit bekommen sollte, wie z.B. eine schwere Lungenentzündung, die durch entsprechende Behandlung, z.B. Antibiotika, überstanden werden könnte: ist es mit der Unverfügbarkeit unseres Lebens, gehört ja zur "Glaubens-DNA" jeden Christen, vereinbar, jede Behandlung abzulehnen, und dem "Leben seinen Lauf zu lassen"? Oder ist eine solche Krankheit dann vielleicht sogar ein "Gnadenangebot"? Es sit ja auch nicht sicher, dass ich diese Krankheit auch ohne Behandlung überlebe. Mich würden möglichst viele Meinungen dazu interessieren.

LG ke56

 

Antwort
8 Antworten
Deborah71
Beiträge : 16784

Hast du mal die Diagnose "unheilbar" bei Doktor Jesus auf den Tisch gelegt, um eine zweite Meinung zu erhalten?

deborah71 antworten


Kintsugi
Beiträge : 499

@ke56 Zunächst mal tut es mir leid, dass Du so eine Diagnose erhalten hast und ich werde gerne im Gebet an Dich und Deine Lieben denken.

Dann möchte ich Dich (und/oder Deine Angehörigen, wenn Dir die Kraft fehlt) doch bitten und ermuntern, nach aller Unterstützung zu suchen, die Du bekommen kannst. Sowohl in seelischer, therapeutischer, seelsorgerischer Hinsicht als auch in Hinblick darauf, dass Du nicht unerträgliche Schmerzen leiden musst.

Deine konkrete Frage kann ich für Dich nicht beantworten. Ich nehme doch an, Du bist weiter in ärztlicher Betreuung und nicht einfach quasi ins Nichts entlassen worden. Dieses Frage würde ich ruhig auch mit einem Mediziner Deines Vertrauens (den Du hoffentlich hast) erörtern.

 

kintsugi antworten
Jack-Black
Beiträge : 2176

@ke56 

ist es mit der Unverfügbarkeit unseres Lebens, gehört ja zur "Glaubens-DNA" jeden Christen, vereinbar, jede Behandlung abzulehnen, und dem "Leben seinen Lauf zu lassen"?

 

Zu dieser Frage kann ich Dir als Nicht-Christ selbstverständlich keine Antwort geben, vermute aber, dass es trotz aller "Glaubens-DNA" da die unterschiedlichsten Antworten auch von Christen geben dürfte.

Als Mensch und als Deutscher kann ich nur sagen: Jeder sollte das Recht und die Möglichkeit haben, selbst darüber zu bestimmen, ab wann ihm/ihr das Leben nicht mehr lebenswert erscheint. Ich habe "als Deutscher" hinzugefügt, weil wir hier in Deutschland eigentlich längst ein Recht darauf haben sollten, in Situationen wie Deiner auch Hilfe zu bekommen, wenn wir unserem Leben ein würdiges Ende setzen wollen, statt, wie Du es beschreibst, auf grausame und schmerzvolle Weise sterben zu müssen. Indirekt wurde so längst höchstrichterlich entschieden, nämlich mit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Februar 2020, in welchem klar gesagt wurde, dass das Verbot der "Gewerbsmäßigen Förderung der Selbsttötung" nicht mit der Verfassung vereinbar sei.

Seit Februar 2020 drückt sich die deutsche Politik darum, diese Urteil in der Praxis anwendbar zu machen, dafür dürfen wir uns ganz direkt bei unseren Gesundheitsministern bedanken.

Also: in meinen Augen (und ich sehe mich da auf einer Linie mit unserem höchsten deutschen Gericht) hast Du das Recht, selbst zu bestimmen, ob und wann Du eine Abkürzung der von Dir befürchteten Leidens-Prozedur nimmst. Entsprechend halte ich es für Dein ganz selbstverständliches Recht, in einem Fall, wie Du ihn hier skizzierst, auf eine lebensverlängernde Behandlung zu verzichten.  Mir wäre so ein eventuelles "Gnadenangebot" ehrlich gesagt noch zu wenig. Wäre ich an Deiner Stelle, ich suchte nach einer Möglichkeit, [ - gestrichen -; mfg fr:-)sch80-mod ], um es genau dann, wenn ich es entscheide, einnehmen zu können. Jede zur Selbstbestimmung fähige Person hier in Deutschland sollte das können.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, mit Deiner Diagnose umzugehen und dass Du in deiner verbleibenden Lebensspanne noch viele schöne Dinge erleben mögest!

jack-black antworten


Goldapfel
Beiträge : 788

@ke56 

Wie sieht es denn mit deinem Gewissen in der Hinsicht aus? Wenn du hier im Forum fragst, bist du dir selbst nicht ganz klar? Widersprechen sich dein Wunsch und das, was du glaubst? Oder dein Wunsch und das, was von christlicher Seite dazu kam?

Du solltest m.M.n. für dich selbst forschen und im Gespräch mit Jesus zu einer Entscheidung kommen. Die Überzeugungen oder Erkenntnisse anderer werden dir am Ende nicht helfen können, wenn du nicht selbst im Glauben dahinter stehst. 

Ich gebe nur zu bedenken, dass eine andere schwere Krankheit unbehandelt zwar zum Tod führen kann, wenn der Organismus bereits geschwächt ist, andererseits aber nicht zwingend muss und evtl. nur zusätzliches Leid verursacht. Es ist nicht unbedingt die Garantie, schneller oder 'leichter' zu sterben, falls du dir überlegst, dich z.B. bewusst dem Risiko einer Lungenentzündung auszusetzen.

Egal, welche Entscheidung du am Ende triffst, ich wünsche dir Mut, Weisheit, die Kraft und den Frieden Gottes!

 

goldapfel antworten
ke56
 ke56
Themenstarter
Beiträge : 2

Hallo,

danke für die Antworten, die inhaltlich teils doch sehr weit auseinander liegen.

Zunächst mal zu Doktor Jesus: natürlich gibt es immer wieder Spontanheilungen, auch bei so "aussichtslosen" Fällen wie meinem, die sich wissenschaftlich nicht erklären lassen. Warum soll da nicht Jesus der Heilende gewesen sein? Das halte ich durchaus für möglich, absolute Gewissheit kann ich nicht haben, ich bin gläubig, nicht wissend. Aber dennoch muß ich darauf vorbereitet sein, dass an mir kein Wunder vollzogen wird. Vielleicht ist mein Glauben ja zu schwach, kleiner als ein Senfkorn, aufgrund dessen an mir kein Wunder geschehen kann, Stichwort "Ein Glaube wie ein Senfkorn kann Berge versetzen". Wir alle treffen ja auch Vorsorge für unser Leben, obwohl wir ja auch wortwörtlich darauf vertrauen könnten, wie geschrieben steht: "Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung? 26Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?"

Ich möchte nicht, wie von Goldapfel vermutet, mich bewusst dem Risiko einer akuten Zweiterkrankung aussetzen. Ich halte es eben nur für möglich, dass mich eine solche ereilen kann, zumal mein Körper sowieso schon geschwächt ist. Als Beispiel habe ich eine Lungenentzündung angeführt, aber es kann natürlich auch etwas ganz anderes sein.

Natürlich erwarte ich keine konkrete Antwort, nach der Art, so ist es richtig oder falsch. Ich möchte eigentlich nur eine Art Stimmungsbild von Geschwistern im Glauben bekommen. Ich muß ich am Ende ganz selbst entscheiden, aber wir sind im Glauben ja nicht allein, und jeder Beitrag kann mir dabei helfen, zu der für mich richtigen Entscheidung zu kommen.

@Goldapfel: die Fragen am Anfang deiner Antwort kommen meiner seelischen Notlage recht nahe. Glaube, Verstand, Gewissen und Emotionen sind nicht im Gleichklang. Ich bin gerade dabei, für mich selbst zu forschen und im Gespräch mit Jesus Klarheit zu bekommen. Das ist aber ein längerer Prozeß, und ich hole mir da Hilfe, wo ich nur kann. Auch hier im Forum.

ke56 antworten
1 Antwort
Goldapfel
(@goldapfel)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 788

@ke56 

Vielen Dank für deine Offenheit, deinen Mut.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr beide zu einer Lösung kommen werdet, die zu dir passt, einen Weg findet, der gangbar ist. Dass das Zeit braucht, müsste jedem klar sein. Aber ich wünsche dir von Herzen, dass du bald deinen Frieden darüber findest.

Das mit dem bewussten Risiko "musste" ich schreiben, ich kenne dich ja nicht. 😉  Aber ich bin froh, dass du das nicht vorhast.

Was mögliche Infekte o.ä. angeht, ist die Frage, ob es nicht genug Zeit ist, darüber nachzudenken, wenn du einen hast.                                                    Auch da im Gespräch mit Jesus und deinem Arzt. Es hinge für mich sicherlich davon ab, wie die Prognose zu diesem Zeitpunkt wäre, ließe ich ihn nicht behandeln, in welchem Gesamtzustand ich dann wäre.

Für den Fall, dass ich bereits halb im Koma läge, hätte ich vermutlich eine Verfügung, was gemacht werden darf und was nicht mehr. Wobei ich nicht weiß, ob man das festlegen kann, dass dann nicht mehr behandelt werden soll. Ob Antibiotika Gabe beispielsweise in Richtung lebensverlängernde Maßnahmen geht...Da ist dein Arzt der richtige Ansprechpartner. Wobei ich eine Patientenverfügung immer für sinnvoll halte.

Ich hoffe, du hast in deinem Leben Menschen zur Seite, die dich begleiten können. Ziemlich sicher bin ich mir jedoch, dass ab jetzt einige zusätzliche Gebete für dich emporsteigen. 

 

goldapfel antworten


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