Vermieter Ferienwohnung
Hej 🙂 ich glaube, hier passt es gut rein - Christ sein, wie man halt ist. 🙂
Für die Hochzeit einer engen Freundin von mir habe ich mir in dem Ort dort eine Ferienwohnung gesucht, auch gefunden. Der Vertrag wurde digital abgewickelt - ich mag das nicht besonders, aber so war es nun mal. Der "digitale Vermieter" (eine Gesellschaft) sozusagen sandte mir Reisevertrag, Daten und die Rechnung, üblich halt mit Anzahlung und Endbetrag. Alles gut, alles, wie ich es kenne. - Es ist ein Haus für bis zu 6 Leute, ich buchte erstmal für mich und für 1 Person mehr und hatte meiner Freundin angeboten, wenn sie im Bekannten- oder Freundeskreis jemanden hat, der noch ein Domizil sucht, könnte er bei mir unterkommen. - Es meldete sich niemand. Da fragte dann meine Eltern an, wenn sich niemand gemeldet hat, ob sie die Unterkunft nicht für einen Urlaub nutzen könnten, sie würden mich auch nicht "behelligen" 😉 😀 . Ja, gut. Und weil das noch 1 Person mehr ist als nur die 2 gemeldeten, habe ich sie digital - über die App - nachgemeldet, wie es "vorgeschrieben" war. Ich registrierte eine eMail, schaute aber nicht rein, dachte, ja, guck ich mir morgen an.
Gestern - ich hatte noch nicht in meinem Mails geschaut - rief mich der "analoge Vermieter" an, der, dem das Haus halt gehört. Er fragte - schon recht "vorwurfsvoll" (ich hörte eine Art "Not" raus), warum ich das nicht bei ihm gemeldet habe (warum über diese Gesellschaft, hätten Sie doch bei mir angerufen). Unsere Kommunikation lief nicht unbedingt "glatt", wir hatten sowas wie Verständigungsschwierigkeiten sowohl technisch als auch menschlich. - Ich sagte ihm zu, ich würde versuchen, was ich kann und würde mich zurückmelden, wenn ich "es hingekriegt" habe.
Ich hatte es dann gestern sein lassen mit dem Gedanken: das mache ich morgen in Ruhe.
Heute Morgen lese ich mir alle Sachen durch und denke über das Gespräch nach, suche in der App nach Möglichkeiten, als mir gewahr wurde, dass ich beim "digitalen Vermieter" zugunsten des "analogen Vermieters" lügen sollte. Das war es, was er am Ende von mir wollte. Ich verstand auch seine "Not" irgendwie - die Gegend dort ist sehr arm, möglicherweise - so meine Vermutung - hätte er sich gern in bar etwas "dazuverdient". Es würde dann digital eben nur 2 Leute anreisen, "in echt" aber drei, das muss der andere ja nicht wissen und so weiter.
Hossa. Nee. Das geht gar nicht. Auch wenn ich die Situation wirklich verstehen kann. Es ist am Ende nicht mein Problem, warum er die Dinge tut, die er tut und warum er die Probleme hat, die er möglicherweise hat. Es sind seine und dürfen sie auch bleiben. Ich habe die Rechnung des "digitalen Vermieters" für die nachgemeldete Person in der eMail gefunden und auch bezahlt und mich eben entschieden, nicht zu lügen. Weder in die eine noch in die andere Richtung. - Bleibt abzuwarten, wie der "analoge Vermieter" darauf reagiert und ob sich sein Verhalten verändert, wenn wir dort Urlaub machen für die eine Woche.
Mir ging noch durch den Kopf: Ich hab ihm Möglichkeiten geboten im Gespräch, wo er hätte "tätig" werden können - Fahrradverleih (ich fragte nach, ob er Fahrräder hat), nee, sei zu kompliziert etc., im Ortskern würde es Verleihe geben. Nach Fußläufigkeit zum Stadtkern hab ich ihn gefragt und ihm von der Hochzeit erzählt und dass ich ein Taxi brauchen würde etc. ... auf nichts ist er eingegangen, er kam mir nicht entgegen - er gab mir nicht mal ne Nummer eines Taxiunternehmens.
Wie dem auch sei. - Das ist es, was ich unter 'Christ sein, wie man halt ist' verstehe. Ich hatte die Wahl ... und hab mich entschieden für die Wahrheit, nicht die Lüge. Eine kleine Episode, aber diese Dinge machen eben auch unser Leben aus. Ich bin froh, mich nicht habe reinziehen lassen.
HA 😀 Gerade hat dieser Analog-Vermieter noch mal angerufen und nachgefragt, ob "es denn funktioniert hat" (Erinnerung: Ich sollte beim Online-Vermieter die Nachmeldung einer dritten Person doch rückgängig machen, damit er das Geld in der Hand hat.). - Ich antwortete wahrheitsgemäß (!), dass es wohl schon zu spät gewesen sei, ich hatte schon die Rechnung für die nachgemeldete Person in der Post gehabt. Daraufhin reagierte er erstauuunlich gelassen: Na, dann ist das eben so. Huiiiii.
Es entspann sich ein weiteres Gespräch über Busverbindungen und Fön und Betten-Beziehen, welches sich erstaunlich klar und positiv, freundlich, entgegenkommend gestaltete. Krass. Er hat mir sogar rausgesucht, dass es einen Busshuttle gibt vom Bahnhof bis direkt zur Siedlung fast bis vor die Ferienwohnung, und hat mir die Abfahrtszeiten durchgegeben, weil ich doch mit dem Zug komme.
Ich hab nicht schlecht gestaunt. Ich hab ihn dann einfach eingeladen zur Trauung bzw. zu Kaffee u Kuchen nach der Trauung. 😀 (das ist okay, das ist im Sinne des Brautpaares). 😀
Kraaaaass. Und cool. 😎 🥰
PS: Nach der "Idee" von BePe0905 werde ich die nächsten Male, so ich vermutlich öfter dorthin fahren werden, persönlich buchen. 🙂