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Vielleicht sollten wir wieder strenger werden....

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Blackhole
Themenstarter
Beiträge : 1274

....und mehr auf Moral achten.

Aber nicht auf Sexualkrampf, nicht auf Jungfräulichkeitskult (Wo war früher die Willkommenskultur für werdendes Leben, wenn die Mutter nicht verheiratet war? Sowas von nicht vorhanden.), nicht auf Unterleibsfixierung.

Sondern auf Anstand, Menschenwürde und Lebensschutz. Also nicht einfach nur gegen Abtreibungen sein, sondern wirklich alles Leben schützen wollen.

Von Laschet ging quer durch die Medien: er ist römisch-katholisch, befördert sogar einen Opus Dei-Mann zum Staatssekretär, usw.
Und was macht er gerade? Feixt und grinst hinter Steinmeier, der gerade den betroffenen der Hochwasserkatastrophe sein Mitgefühl ausdrückt.
Und hat zum Thema Klimaschutz nur zu sagen: "junge Frau, nur weil heute so ein Tag ist, ändert man nicht die Politik!" Aha, die Katastrophe, wo es noch immer viele Vermisste gibt, wo unzählige Menschen jetzt vor dem Nichts stehen, und schwer traumatisiert sind, ist einfach "so ein Tag". Hach, manchmal ist die Kaffeemaschine verstopft und der Bus hat Verspätung, das kennt man ja.
Was für ein Bild gibt so jemand nicht nur von sich als Kanzlerkandidat, sondern auch als Christ ab, was bleibt da zum Thema Christentum in der Öffentlichkeit hängen?

Was gibt es überhaupt für ein Bild ab, wenn diese Partei sich "christlich"-demokratische Union nennt, aber in ihrem Wahlprogramm die besserverdienenden begünstigt, für Arme und für Klimaschutz aber nicht viel übrig hat?

Das Problem mangelnder Moral hat das Christentum schon seit Jahrhunderten.
Während man gleichzeitig extrem sexualfixiert war und einem jungfräulichkeitskult gefrönt hat.
Über Jahrhunderte durften die Fürsten mit ihren Untertanen machen was sie wollten, durften sie in sinnlosen Kriegen abschlachten lassen. Erst die Arbeiter die die Maschinen stillstehen lassen konnten, konnten ihre Rechte durchsetzen. Kein Wunder daß die europäischen Kolonialherren unglaublich brutal zu den Einheimischen in den Kolonien waren: Im Absolutismus waren sie für ihre Fürsten ja selbst nur "Material".
Jesus hat sich für Frauen eingesetzt, hat Frauen den Männern gleichberechtigt behandelt, hat seine Lehren den Frauen genauso zugänglich gemacht wie den Männern (damals unerhört, schließlich galten Frauen als geistig minderbemittelt) und hat eine Frau seine Auferstehung verkünden lassen. Aber im "christlichen Abendland war die Frau bis weit ins 20. Jahrhundert rein nichts. Es mussten 2 Weltkriege und die Pille kommen bis Frauen am Erwerbsleben und an der Macht in der Welt teilhaben konnten, so daß nicht immer nur Männer über Frauen bestimmen, sondern Frauen endlich die Welt mitgestalten konnten. Auch ein Papst Wojtywa hat in "Mulieris Dignitatis" blumiges Wischiwaschizeugs über "Würde der Frau" verzapft, sich aber ansonsten eisern gegen Frauenrechte gestemmt.
Und von Christentum und Umweltschutz rede ich lieber erst garnicht.
Genauso wie von Christentum und Kolonialismus.

Bei gleichzeitiger sexueller Verkrampftheit, Dauerthemen Homosexualität, Selbstbefriedigung, und vor allem vorehelicher Geschlechtsverkehr der Frau, sah es mit Moral im Christentum über lange Jahrhunderte traurig aus. Lasch und fahrlässig.

Und den Eindruck habe ich auch, wenn ein Laschet solche Bolzen raushaut und sich noch "Christ" nennt, wenn ein Merz eiskalt brutalokapitalistisch ohne Mitgefühl ist und sich als "christlich" bezeichnet.

Man kann verschiedener Meinung sein, welche Liturgie man lieber mag. Das ist Geschmacksfrage. Oder ob man das kirchliche Leben lieber so oder so organisiert haben will. Es wird und muss verschiedene christliche Richtungen geben, die friedlich nebeneinander koexistieren, damit Menschen unterschiedlicher Prägung sich wohlfühlen können.
Aber auf einen moralischen Grundkodex sollten wir Christen und überkonfessionell einigen. Und der sollte verbindlich sein.
Nur eben nicht mehr Sexualkrampf und Jungfräulichkeitskult.
Sondern so Fragen wie: Wie hat man sich als Christ zu verhalten, wenn man in öffentliche Ämter kommt? Welches Maß an Konsum ist angemessen, ab wann überzieht man die Ressourcen? Usw.

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113 Antworten
tristesse
Beiträge : 20559

Heute Abend im WDR
um 19:55 Uhr wendet sich Armin Laschet an den Westen, um Stellung zu nehmen.

Vielleicht schaut der / die eine oder andere rein.

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9 Antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

Pustekuchen
Ich hatte ECHT gehofft, Herr Laschet nimmt Stellung und haut mal eine annehmbare Entschuldigung raus, stattdessen kamen Durchhalteparolen und leichtes Geseiere.

Ach Mann *motz* Ich hatte auf eine aufrichtige Entschuldigung gehofft und dass er das Ruder noch rumreisst.

Unwählbar für mich.

tristesse antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

dto.

Anonymous antworten
staffan
(@staffan)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 504
Veröffentlicht von: @tristesse

Ich hatte ECHT gehofft, Herr Laschet nimmt Stellung und haut mal eine annehmbare Entschuldigung raus, stattdessen kamen Durchhalteparolen und leichtes Geseiere.

Ach Mann *motz* Ich hatte auf eine aufrichtige Entschuldigung gehofft und dass er das Ruder noch rumreisst.

Verständnisfrage: Wofür konkret hätte er sich denn Deiner Meinung nach entschuldigen sollen?

staffan antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

https://www.waz.de/politik/hochwasser-lachender-armin-laschet-sorgt-fuer-kritik-id232816889.html

Wurde hier eingehend thematisiert.

tristesse antworten
staffan
(@staffan)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 504
Veröffentlicht von: @tristesse

https://www.waz.de/politik/hochwasser-lachender-armin-laschet-sorgt-fuer-kritik-id232816889.html

Veröffentlicht von: @tristesse

Wurde hier eingehend thematisiert.

Dafür hatte er sich ja schon vorher entschuldigt. Und ist dieser Moment unpassenden Lachens hier überhaupt der Riesenskandal, als der er dargestellt wird?

Oder liegt der eigentliche Skandal nicht vielmehr in dem durch die mehr als 150 Toten ganz offensichtlich gewordenen völligen Versagen von Katastrophenschutz und - vorsorge?

Das ist doch hier vielleicht der viel entscheidendere Punkt. Und den hat er - im Gegensatz zu manchen anderen - zwar etwas verklausuliert, aber doch deutlich genug adressiert.

staffan antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559
Veröffentlicht von: @staffan

Dafür hatte er sich ja schon vorher entschuldigt. Und ist dieser Moment unpassenden Lachens hier überhaupt der Riesenskandal, als der er dargestellt wird?

Da hab ich meine Meinung ja schon kund getan 😊

Veröffentlicht von: @staffan

Oder liegt der eigentliche Skandal nicht vielmehr in dem durch die mehr als 150 Toten ganz offensichtlich gewordenen völligen Versagen von Katastrophenschutz und - vorsorge?

Wie soll ich diese Frage denn beantworten?
Was meinst Du denn?

Veröffentlicht von: @staffan

Das ist doch hier vielleicht der viel entscheidendere Punkt. Und den hat er - im Gegensatz zu manchen anderen - zwar etwas verklausuliert, aber doch deutlich genug adressiert.

Wenn Du meinst.

tristesse antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 4219

Hallo Tris,

ich fand als Hintergrundinformation zu Armin Laschet diesen Beitrag ganz interessant:
https://www.tagesschau.de/inland/btw21/laschets-leute-101.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Das sieht für mich nach nem guten Team aus, in dem der Ton nun mal immer etwas lockerer ist und wo auch viel gelacht wird. Die hätten sich das in der Situation also bewußt verkneifen müssen, was nicht eben authentisch wäre.

Die Frage, ob man in Katastrophenfälle bierernst sein muss, ist für mich aber generell nicht geklärt. Ich habe mal gelesen, dass es da eher hilfreicher ist, zu Lockerheit beizutragen, weil in einer verkniffen betroffenen Stimmung keine guten Entscheidungen getroffen werden können und die Hilfe und das Herangehen am Helfen darunter leidet.

goodfruit antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559
Veröffentlicht von: @goodfruit

Das sieht für mich nach nem guten Team aus, in dem der Ton nun mal immer etwas lockerer ist und wo auch viel gelacht wird. Die hätten sich das in der Situation also bewußt verkneifen müssen, was nicht eben authentisch wäre.

Ich hab nichts gegen einen guten Ton im Team, ich hab so ein Team ja auch. Aber man muss als Politiker angesichts einer solchen Tragödie auch im Blick haben, wie das, was man sagt, ankommen könnte. So legt Frau Merkel bei Joe Biden auch nicht die Füsse auf den Tisch und wischt sich den Mund an der Tischdecke ab, auch wenn sie das evtl zu Hause tut.

Da geht es nämlich auch um Respekt.
Und so wohl sich Laschet in der Gesellschaft seiner Buddies fühlen mag, so unpassend war sein Gealbere im Hintergrund eines Bundespräsidenten, der nach Worten ringt.

Versteh mich nicht falsch, ich halte die Hetzjage auf Laschet jetzt auch für unverhältnismässig. Ich bin eine Frau, die vergibt, wenn sich einer entschuldigt. Herr Laschet hat sich entschuldigt, wenn auch leider nicht im WDR gestern, aber ich nehme das an und dann ist das Thema für mich beendet.

Was aber nichts daran ändert, dass der Fehler, für den er sich entschuldigt war, einer war und sein Verhalten ungeschickt.

Veröffentlicht von: @goodfruit

Ich habe mal gelesen, dass es da eher hilfreicher ist, zu Lockerheit beizutragen, weil in einer verkniffen betroffenen Stimmung keine guten Entscheidungen getroffen werden können und die Hilfe und das Herangehen am Helfen darunter leidet.

Ich glaube, angesichts der Außmassen der Zerstörung und des Schadens an Leib, Seele und Geist in dieser Katastrophe sollten die Politiker, die im Nadelzwirn anreisen um sich an die Seite der Geschädigten zu stellen, die "Lockerheit" vorerst hinten anstellen. Ich verarbeite Trauer auch durchaus, indem ich mich locker mache, aber deshalb pfeife ich auch nicht auf einer Beerdigung "Always look on the bright side of life", wenn die Angehörigen neben mir in Trauer versinken.

Das ist das Problem an Herrn Laschet. Ich glaub, er ist kein unfähiger Politiker, aber er hat kein Gespür dafür was angebracht ist und was nicht. Wie so ein tollpatischer Pandabär, der mit den Kumpels durchs Gehege rollt und ich frage mich ernsthaft, ob ich will dass so ein Mann die Regierung anführen darf.

tristesse antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398
Veröffentlicht von: @tristesse

Das ist das Problem an Herrn Laschet. Ich glaub, er ist kein unfähiger Politiker, aber er hat kein Gespür dafür was angebracht ist und was nicht. Wie so ein tollpatischer Pandabär, der mit den Kumpels durchs Gehege rollt und ich frage mich ernsthaft, ob ich will dass so ein Mann die Regierung anführen darf.

Ein harmloser Kumpeltyp, der nichts ändert und auch ganz offen so tut, als müsste nichts geändert werden, ist aber genau der Typ Politiker, den sich ein Großteil der deutschen Bevölkerung wünscht... und deshalb wird er wohl auch gewählt werden.

lucan-7 antworten


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