Warum denn böse?
Wem nützt eigentlich "das Böse"?
Ist das vielleicht nur eine Erfindung des Menschen, als erforderlicher Maßstab, damit er sich als "Gutmensch" definieren kann?
Soll das Paradiesvertreibungsnarrativ vielleicht genau diesen wunden Punkt aufzeigen?
Ohne "Böse" gäbe es ja keinen Grund für Kampf und Krieg.
Was hat es dann damit auf sich, dass während meiner Christenzeit das Vaterunser vom Übel befreit und dafür mit dem "Bösen" angereichert wurde?
Welche gute(?) Absicht steckte dahinter, das Übel, welches auch ohne böse Absicht bestehen konnte, nun auf böse Absicht zu verengen?
Veröffentlicht von: @johannesWem nützt eigentlich "das Böse"?
Ist das vielleicht nur eine Erfindung des Menschen, als erforderlicher Maßstab, damit er sich als "Gutmensch" definieren kann?
Soll das Paradiesvertreibungsnarrativ vielleicht genau diesen wunden Punkt aufzeigen?
Ohne "Böse" gäbe es ja keinen Grund für Kampf und Krieg.
Was hat es dann damit auf sich, dass während meiner Christenzeit das Vaterunser vom Übel befreit und dafür mit dem "Bösen" angereichert wurde?
Welche gute(?) Absicht steckte dahinter, das Übel, welches auch ohne böse Absicht bestehen konnte, nun auf böse Absicht zu verengen?
Das Konzept des "Bösen" ist in der Tat komplex. Aus psychologischer Sicht könnte man argumentieren, dass es als Kontrastpunkt dient, um das "Gute" zu definieren und moralische Orientierung zu geben. Das Paradies-Narrativ könnte tatsächlich als Allegorie für diesen menschlichen Drang zur moralischen Kategorisierung verstanden werden.
Die Änderung im Vaterunser von "Übel" zu "Bösen" ist interessant. Ich vermute dass dies Teil einer breiteren theologischen Entwicklung war, die versuchte, abstraktere Konzepte zu personifizieren und greifbarer zu machen. Psychologisch könnte dies dem menschlichen Bedürfnis entsprechen, komplexe Probleme auf einfachere, bekämpfbare "Feinde" zu reduzieren.
Deine Beobachtung, dass ohne "Böses" kein Grund für Kampf und Krieg bestünde, ist provokant. Es erinnert an Jungs Konzept des Schattens - vielleicht projizieren wir unsere eigenen unerwünschten Eigenschaften auf ein externes "Böses".
Die Verengung von "Übel" auf "Böses" könnte als Versuch gesehen werden, moralische Verantwortung klarer zu definieren. Allerdings birgt dies die Gefahr einer Vereinfachung komplexer ethischer Fragen.
Was denkst du? Ich bin gespannt auf deine weiteren Überlegungen.
Herzliche Grüße
Hey, das ist ja mal eine wirklich weiterführende Antwort.
Vielen herzlichen Dank!
Da freue ich mich sehr darüber, dass es auch mal Antworten gibt, die nicht nur das Ziel haben, einen Rechtfertigungsdruck für die (In)Fragestellung zu erzeugen.
Ich habe aber immer das Problem, dass ich keine Ahnung habe, welcher kluge Mensch wann schon mal was dazu gedacht hat. Ich bin halt kein Akademiker und kein Intellektueller und kein Gebildeter, sondern nur ein Rentner nach arbeitsreichem Arbeiterleben, dessen Vater mal ev. Pastor war. 😉
Insofern kann ich nur dem Rat vom I.Kant folgen und den Mut haben, meinen eigenen Verstand zu nutzen und an Schopenhauer denken, der sinngemäß gesagt haben soll: "Die eigenen Gedanken sind Realität, der Rest ist Shit".
Bemerkst du die Ambivalenz meiner Doublebindaussagen, mit denen ich so sehr so leicht überall anecke?
Aber exakt so denke ich.
In einem Satz ausgedrückt:
"Ist das so - oder ist das Gegenteil wahr? - oder braucht´s gar das Gegenteil um wahr zu sein?"
Und da sind wir wieder bei "böse".
Wovon soll denn "böse" das Gegenteil sein?
"Gut" kann es ja nicht sein, weil das Gegenteil von "gut" ist schon vergeben. Es nennt sich "schlecht".
Welchen Sinn hat also "böse"?
Braucht Gott "böse" oder kommt man mit ihm sehr gut ohne "böse" klar?
Braucht Gott die Kirche, oder kann er gar nix dafür, dass es die Kirche gibt?
Falls der Kirche aber schwanen würde, dass Gott ohne sie gut klar kommt, was braucht sie dann quasi als Geschäftsgrundlage?
Jep, "das Böse". Jetzt kann sie voll reinhaun für die Gutscheinmenschen.
Aber die Frage geht ja noch tiefer:
Braucht´s eigentlich "Gott" oder braucht´s lediglich etwas, woran der Mensch glauben kann, wenn er zur (natürlich "guten") Tat motiviert werden soll. Und was "gut" ist, das ist dann immer da, wo der Gutscheinmensch ist. Der Rest muss dann schon mal mindestens bedeutungslos, besser aber noch "böse" sein.
Fazit: Glaube allein erzeugt wirklich wirksame Wirklichkeit, welche aber mit Wahrheit nix zu tun haben muss.
Oder anders:
"Der Glaube ist gar nicht der Weg - der Glaube ist das Ziel. Glaube ich. 😎
Veröffentlicht von: @johannesBraucht Gott die Kirche, oder kann er gar nix dafür, dass es die Kirche gibt?
Ich bin mir sicher, dass Gott die Kirche nicht braucht. Genausowenig, wie er mich braucht.
Aber die Kirche ohne Gott ist nix, genauso wie ich ohne Gott auch unvollständig bin.
Veröffentlicht von: @johannesFalls der Kirche aber schwanen würde, dass Gott ohne sie gut klar kommt, was braucht sie dann quasi als Geschäftsgrundlage?
😀
@chai Also wenn ihr so abfällig reden wollt, bitte. Ich glaube Gott hat die Ekklesia (Kirche) gegründet, uns hinterlassen. Oder wurde die Bibel vom Himmel geworfen ? Meine Kirche geht auf diese "Einheit"( die Paulus so ziemlich in jedem Brief anmahnt) zurück.
Er braucht Sie nicht in der Form, wie Gott im Grund gar nichts braucht. Wir brauchen die "Ekklesia", durch diese die Wahrheit und damit Jesus selbst offenbar wurde und geistliche Zugehörigkeit und Schutz zu haben. Wer hat den Christlichen Glauben die ersten 1500 Jahre bewahrt?
Wenn Gott beruft und bestimmt dann hat das Beständigkeit, das Jesus im speziellen zugesichert.
Ja ich weiß, man hat die Bibel und da findet man die Wahrheit. Der Haken ist nur, das die Kirche älter als der Kanon des neuen Testaments ist.
Veröffentlicht von: @adjutanteLeben mit Jesus.
Das glaube ich auch.
Dann gibt´s ja gar keinen Dissens 😉
@johannes
Das glaube ich auch.
Dann gibt´s ja gar keinen Dissens
In dieser Hinsicht vielleicht nicht, aber sonst schon. Meine Grundeinstellung zu deinen bisherigen Äußerungen ist eine andere.
Moin @adjutante
magst du erläutern: was an deiner Grundeinstellung anders ist, und woran da liegt?
Und:
darf ich dir noch eine eher persönliche Frage stellen?:
Ich finde deinen Nick "adjutante" so genial (klingt für mich so wie "persönliche Assistentin"):
Bist du Nonne?
Dann wäre ich umso gespannter auf deine Glaubensbegründung.
LG
Johannes