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Was ist wahr für Christen (hier im Forum)

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MikeFromMUC
Themenstarter
Beiträge : 441

Hallo,

bei den Diskussionen hier im Forum geht es bisweilen recht turbulent zu, wenn unterschiedliche Interpretationen der Bibel aufeinander treffen. Vor allem aber auch, wenn Nicht-Christen Argumente bringen. Ich finde das oft spannend und herausfordernd, um über den eigenen Standpunkt nachzudenken. 

Gelegentlich frage ich mich, ob es trotz aller unterschiedlicher Standpunkte eine gemeinsame Basis gibt, die wir als Christen teilen. Mir würde es manchmal helfen, wenn wir uns darauf besinnen, was wir teilen. Die gemeinsame Basis dürfte so stark sein, daß es leichter fällt, die Unterschiede zu akzeptieren.

Gibt es eine gemeinsame Wahrheit für uns, speziell hier unter den Forum-Mitgliedern? So etwas wie den kleinsten gemeinsamen Nenner?

Ich denke da zum Beispiel an das Glaubensbekenntnis. Das bringt die Grundsätze auf den Punkt. Ich versuche, es nicht nur herunterzuleiern, sondern mir stets bewußt zu machen, was das für mich bedeutet. Ich gehe implizit davon aus, daß Christen das, was sie dort sagen, als Wahrheit sehen. Geht das Euch auch so? Oder gibt es bereits hier so viele Interpretationen, die ich vielleicht nicht kenne, daß ich lieber mal nachfragen sollte?

An welcher Stelle wird es schwierig, weil es unterschiedliche Interpretationen gibt? Die Bibel ist natürlich das Fundament zu unserem Glauben. Doch jeder findet einen anderen Weg zu ihr. Als Protestant würde ich auch nicht akzeptieren, daß ein oberster Hirte für mich auslegt, wie ich die Worte verstehen muß. 

Welche Wahrheit verbindet die Christen hier im Forum?

Antwort
63 Antworten
3 Antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 345

Zum Eingangsbeitrag

Neben dem Finden eines "kleinsten gemeinsamen Nenners" des Glaubens der Christen im Forum gibt es noch den Weg des Gebets an sich. So, wie Jesus es vorgeschlagen hat. 

Siehe Matthäus 6, 9-13, Quelle z.B. mal aus der "Volxbibel": 

Jetzt mal ein Paradebeispiel, wie ihr beten könnt:

9  Hallo, lieber Papa, der ganz da oben ist und uns von da zusieht. Alle Homies sollen vor deinem voll korrekten und heftigen Namen Respekt haben.

10 Das was du willst soll hier passieren, deine Zeit ist jetzt gekommen. Du musst voll durchstarten!. Es soll so auf der Erde genauso abgehen, wie es bei dir da oben in deiner Hood ja schon immer abgegangen ist.

11 Sorge bitte dafür, dass wir alles bekommen, was wir täglich zum Leben brauchen!

12 Und verzeih’ uns die Sachen, bei denen wir mal wieder Scheiße gebaut haben. Wir verzeihen auch den Leuten, die es sich mit uns mega verkackt haben.

13 Pass auf, dass wir nicht irgendwelchen Depri-Gedanken nachgeben und schlimme Dinge tun. Rette und befreie uns, wenn das Böse uns angreift! Yes [Amen]!‘ 

Das könnte verbinden. 😉

martha antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5636

@martha 

Peinlich.

queequeg antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 345

@queequeg 

...oder den Leuten auf's Maul geschaut...

Nachtrag zur Erklärung:

"Ein Ziel des Volxbibel-Projekts ist es, dass die Sprache der Umgangssprache von Jugendlichen entsprechen soll, die keine christliche Sozialisation erfahren haben. Daher werden alle religiösen Fachbegriffe umschrieben."

Wikipedia

martha antworten
Kappa
 Kappa
Beiträge : 234

@mikefrommuc

Guten Abend ,

theoretisch gab es 7 Konzilien, den meisten müsste auch Luther zugestimmt haben.

Da Luther aber weder den Hirten noch das Lehramt hinterlassen hat ist genau das passiert,  auf was du Wert legst - Du bist selbst die Oberste Instanz der Bibelauslegung. Genau das führte zu einer großen "Diversität" Da sehr viele sich selbst anmaßen das Rad quasi neu zu erfinden. Ich seh das kritisch mittlerweile.

Möchtest Du nun alle Gläubigen unter einen Hut bekommen?  Oder nur ein Teil ?

 

frohe Weihnachten 🙂

 

 

kappa antworten
1 Antwort
MikeFromMUC
(@mikefrommuc)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 441

@kappa Ich dachte, ehrlich gesagt, nicht, daß die Antwort so schwer ist. Zumindest für die Teilnehmer hier im Forum müßte es etwas geben, was allen gemeinsam ist. Das Glaubensbekenntnis finde ich da schon einen guten Anhaltspunkt.

Möchtest Du nun alle Gläubigen unter einen Hut bekommen?  Oder nur ein Teil ?

Ich möchte verstehen, ob jemand recht hat, wenn er sagt: Als Christ ist es doch klar, daß man XYZ muß. Hier im Forum lese ich sowas manchmal. Auch die Kirchen sagen sowas: Christsein und XYZ schließen sich aus. 

Ich möche das nur für mich verstehen, um meinen inneren Kompaß auszurichten. Ich möchte nicht über andere urteilen, ob sie "richtige" oder "falsche" Christen sind. Das steht mir nicht zu, finde ich. Aber ebenso wenig steht es anderen zu, über mich zu richten.

Es sei denn, und da komme ich zu meiner Frage, es gäbe etwas, was für alle Christen gilt, was jeder Christ als WAHR betrachtet.

Ich finde die Erklärung von @frosch80-mod ganz gut gelungen, wie die Moderatoren das hier handhaben.

mikefrommuc antworten


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Beiträge : 18002

@mikefrommuc 

Welche Wahrheit verbindet die Christen hier im Forum?

Tatsächlich sehe ich es gar nicht als so schwer an, eine Antwort zu finden. 
Eigentlich ist es wie in der Mathematik, wie bei der Lösung einer komplizierten Gleichung:
Wir sollten uns schlicht und einfach auf die Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner begeben.
Und da werden wir mit Sicherheit nicht ganz falsch liegen, wenn wir als "kleinsten gemeinsamen Nenner" das apostolische Glaubensbekenntnis sehen (auch wenn es selbst hierbei einige unterschiedliche Formulierungen gibt). 

Kritischer und schwieriger wird es, wenn wir meinen, möglichst viele Infos und Glaubensaussagen in eine gemeinsame Basis "reinpacken" zu müssen. Denn dabei wird es individuell, da bringt jeder seine Lieblingsthesen anbringen möchte und dadurch die allgemein akzeptierte Basis verlassen wird. Es ist dann ähnlich wie mit den 10 Geboten: da versuchten Priester und Schriftgelehrte eine immer genauere Auslegung und schufen so mehrere hundert Einzelgesetze.

Während diese aber im jüdischen Umfeld zumindest weitgehend allgemein akzeptiert waren, sind bei der Vielfalt und Unterschiedlichkeit der verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen viele denominations-individuelle Glaubensaussagen für andere Christen kaum nachvollziehbar und können somit keine gemeinsame Basis sein. 

Was uns also verbinden und einen Zusammenhalt schaffen kann, das sind die "christlichen Grundelemente" Glaubensbekenntnis und Vaterunser. Und mehr braucht es eigentlich auch nicht. 

 

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lhoovpee
Beiträge : 2815

@mikefrommuc 

Den kleinsten gemeinsamen Nenner wird es in keiner größeren Gesellschaft/Gruppe geben. Es wird immer Menschen geben, die diesen Nenner nicht für wahr halten oder ihn anders deuten. In der Gruppe und Gesellschaft braucht es kein kleinsten Konsens, sondern es braucht den Willen Widersprüche zu akzeptieren; auch das verschiedene Standpunkte in Konkurrenz zueinander stehen.

Wir müssen weg vom Konsens-Denken und hin zu einem pluralen Denken in dem Widersprüche als eine Bereicherung gesehen werden. Ein Problem dabei ist, dass wir Menschen eher zum Konsesndenken neigen und denken, dass wir über ein Konsens eine gemeinsame Identität haben würden. Sei es die Religion, sei des die Nationalität, sei es das gemeinsame Hobby; wir suchen Konsens um füreinander da zu sein. Schöner wäre es aber, wenn wir füreinander da sind, ohne diesen Konsens zu haben. 

lhoovpee antworten
15 Antworten
MikeFromMUC
(@mikefrommuc)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 441

@lhoovpee Im Grunde stimme ich Dir zu. Plurales Denken erlebe ich oft als Bereicherung. Im kirchlichen Bereich schätze ich die Ökumene. Es ist auch schön, wenn dies nicht nur die christlichen Konfessionen umspannt, sondern wenn auch Juden und Moslems mit dabei sind.

Bei meiner Frage nach dem, was für Christen wahr ist, erwarte ich aber schon, daß wir im Rahmen dieses Forums einen gemeinsamen Nenner dafür haben, was wir als Christen für wahr erachten. Mehrfach wurde das Glaubensbekenntnis genannt. Es geht hier ja nicht nur um eine Meinung, sondern um Wahrheit.

Jesus ist Gottes Sohn. Das ist eine Wahrheit, die alle Christen eint. Darin unterscheiden wir uns zum Beispiel vom Islam, der Jesus lediglich als Propheten betrachtet. Als Christ kann ich hier keinen Konsens mit dem Islam finden, denn über eine Wahrheit kann ich nicht diskutieren. Wir können miteinander friedlich darüber reden, worin wir uns im Glauben unterscheiden. 

Eine interessante Frage wären zum Beispiel für mich die Zeugen Jehovas. In der Wikipedia steht, sie seien eine Christlich ausgerichtete Religionsgemeinschaft. Doch sie bekennen ihren Glauben nicht mit dem apostolischen Glaubensbekenntnis. Würde ich, würdest Du, würden andere Foristen hier sie als Christen bezeichnen?

Um das noch klarzustellen: Natürlich ist es in Ordnung, daß ein anderer Mensch eine andere oder gar keine Religion hat. Natürlich kann ich mit diesen Menschen in Frieden und Harmonie zusammenleben. Natürlich kann ich auch mit diesen Menschen sehr viel gemeinsam haben. Im Alltag macht es keinen Unterschied, welchen Glauben mein Mitmensch hat (Extreme ausgenommen).

mikefrommuc antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 2815

@mikefrommuc 

Selbst dem Glaubensbekenntnis werden einige Christen widersprechen; siehe z.B. Jungfrauengeburt. Daher gibt es ja auch verschiedene Glaubensbekenntnisse, und von diesen verschiedene Varianten und Formulierungen.

Ich denke der einzige Konsens unter Christ wird sein: Es gibt Gott. Jesus ist Gottes Sohn.

Selbst diese beiden simplen Aussagen lassen jedoch viel Interpretationsspielraum zu. Wer/Was ist Gott? Was bedeutet Gottes Sohn zu sein? Kann ein Sohn Gottes selbst Gott sein? Das sind jetzt keine Fragen, die ich hier Diskutieren möchten, sondern sie sollen nur aufzeigen wie ungenau der angebliche Konsens ist und wie schnell ein gemeinsam gedachter Konsens wegbrechen kann, wenn man ins Detail geht.

Das Beispiel Zeugen Jehovas ist durchaus interessant. Denn sie haben ein ganz andere Christologie als die anderen großen christlichen Kirchen.

lhoovpee antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 21493

@lhoovpee 

Den kleinsten gemeinsamen Nenner wird es in keiner größeren Gesellschaft/Gruppe geben. Es wird immer Menschen geben, die diesen Nenner nicht für wahr halten oder ihn anders deuten. In der Gruppe und Gesellschaft braucht es kein kleinsten Konsens, sondern es braucht den Willen Widersprüche zu akzeptieren; auch das verschiedene Standpunkte in Konkurrenz zueinander stehen.

Das gilt sicher für eine größere Gesellschaft, wie etwa die Einwohner eines Landes. Aber für eine Glaubensgemeinschaft? Wie kann man da von einer "Gemeinschaft" reden, wenn es keinen kleinsten gemeinsamen Nenner gibt?

Das ist ja auch das, was ich immer wieder kritisiert habe... dass die Unterschiede im Christentum teils so groß sind, dass man eigentlich von keinem gemeinsamen Glauben mehr sprechen kann.

 

 

 

 

lucan-7 antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 2815

@lucan-7

Aber für eine Glaubensgemeinschaft?

Einzelne Kirchen und Gemeinden haben einen gemeinsamen Konsens. Aber dieser wird auch immer wieder hinterfragt. Das führt dann dazu, dass Menschen die Kirche verlassen, wechseln oder die Kirche sich spaltet.

Bei allen Christen wird dieser Konsens recht klein ausfallen. Siehe meine Antwort an mikefrommuc.

Wie kann man da von einer "Gemeinschaft" reden, wenn es keinen kleinsten gemeinsamen Nenner gibt?

Indem man den Konsens aufgibt und sich Pluralem Denken öffnet. So versucht es zumindest die evangelische Kirche und viele Ökumenen. 

Viele Evangelikalen dagegen versuchen eher auf Konsens zu setzen. Daher wird dort der persönliche Glaube an Jesus in Zentrum gestellt. Tradition und Religion werden als Begriffe teils abgelehnt; z.B. mit Slogan wie "No Religion, Just Jesus". 

dass die Unterschiede im Christentum teils so groß sind, dass man eigentlich von keinem gemeinsamen Glauben mehr sprechen kann.

Unabhängig vom vorhandenen Konsens ist die gemeinsame Historie ein Punkt, der einen kann. Man schaut auf Dinge, die die eigenen Gemeinschaft hervorgebracht hat oder die man "zusammen" "erlebt" hat.

lhoovpee antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 21493

@lhoovpee 

Indem man den Konsens aufgibt und sich Pluralem Denken öffnet. So versucht es zumindest die evangelische Kirche und viele Ökumenen. 

Meiner Ansicht leidet darunter allerdings die eigene Glaubwürdigkeit. Warum sollte ich einer Kirche folgen, die auch andere Lehren als gleichberechtigt akzeptiert? Und zwar eben nicht nur vom Toleranzgedanken her, sondern auch inhaltlich.

 

Unabhängig vom vorhandenen Konsens ist die gemeinsame Historie ein Punkt, der einen kann. Man schaut auf Dinge, die die eigenen Gemeinschaft hervorgebracht hat oder die man "zusammen" "erlebt" hat.

Dazu zählen dann aber auch Gnostiker, die Zeugen Jehovas oder die Mormonen... und die haben aus der Historie ja etwas ganze Anderes gemacht.

 

lucan-7 antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 2815

@lucan-7 

Meiner Ansicht leidet darunter allerdings die eigene Glaubwürdigkeit.

Was hat das mit Glaubwürdigkeit zu tun? Sind nur Menschen Glaubwürdig, die intolerant auf ihre eigene Meinung pochen?

Warum sollte ich einer Kirche folgen, die auch andere Lehren als gleichberechtigt akzeptiert?

Also ich zwinge dich da nicht zu. Mach was du willst.

Dazu zählen dann aber auch Gnostiker, die Zeugen Jehovas oder die Mormonen...

Ich schrieb bewusst von "ein Punkt" und "kann". Natürlich ist das Thema weit komplexer. Und es gibt ein Unterschied zwischen Pluralismus und Beliebigkeit. 

lhoovpee antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 21493

@lhoovpee 

Was hat das mit Glaubwürdigkeit zu tun? Sind nur Menschen Glaubwürdig, die intolerant auf ihre eigene Meinung pochen?

Im Fall einer göttlichen Offenbarung?

Wie glaubwürdig kann ein Prediger sein, der den Leuten erzählt: "Jesus ist der Sohn Gottes, der zur Erlösung führt! Aber vielleicht irre ich mich auch... es könnte auch Mohammed sein, das ist genau so gut möglich...!"

Da fragen sich die Leute doch sofort: "Ja was denn nun... gab es jetzt eine göttliche Offenbarung oder nicht? Und was besagt sie denn nun?"

Klar, das ist ein extremes Beispiel... aber das lässt sich ja auf praktisch alles übertragen. Da kommt der katholische Priester, reicht die Hostie und sagt: "Jesus sagt: Das ist mein Leib! Möglicherweise aber auch nicht, es kann auch sein, dass die Protestanten recht haben und ich hier Unsinn erzähle! Aber nehmen wir einfach mal an, ich hätte recht!"

Das wäre doch auch völlig unglaubwürdig.

"Toleranz" kann in diesem Zusammenhang also nicht bedeuten, dass man eine andere Lehre als möglicherweise wahr anerkennt - sondern, dass man zwar die eigene Lehre als richtig ansieht, aber andere Lehren toleriert und Gemeinsamkeiten sucht, auch wenn man sich in den Unterschieden nicht einig sein mag.

 

lucan-7 antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 2815

@lucan-7 

Jesus ist der Sohn Gottes, der zur Erlösung führt! Aber vielleicht irre ich mich auch... 

Bis hier her nennt man das Ehrlichkeit. 

es könnte auch Mohammed sein, das ist genau so gut möglich...!

Und ab hier verwechselst du Pluralität mit Beliebigkeit.

lhoovpee antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 21493

@lhoovpee 

Bis hier her nennt man das Ehrlichkeit. 

Wenn ein gläubiger Mensch eingesteht, dass er sich möglicherweise irrt, dann ist das eher etwas Hypothetisches - denn man geht ja davon aus, dass man es nicht tut, sonst wäre man ja nicht gläubig.

 

Und ab hier verwechselst du Pluralität mit Beliebigkeit.

Genau dahin führt ja diese "Pluralität". Als Leiter einer Gemeinde kann ich schlecht sagen, dass eine andere Religion genau so gut recht haben könnte wie die eigene Lehre.

Das heißt ja nicht, dass man nicht trotzdem tolerant und freundlich gegenüber Andersgläubigen sein kann. Aber eben nicht in Bezug auf deren Glauben. Vielmehr geht es darum, sich inhaltlich deutlich von anderen Lehren abzugrenzen.

lucan-7 antworten
Lachmöwe
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 1527

@lucan-7 ... ich misch mich hier mal ein mit 2 Gedanken:

1) Wir verstehen Gott nicht. Da sind wir uns - wenn wir ehrlich sind - alle wohl einig.

2) Was setze ich absolut - meinen Glauben oder Gott? 

Und genau an Punkt 2) entscheidet sich, wie offen ich allen anderen "Anders-/ Nichtgläubigen' begegnen kann. Ich glaube, wie ich verstehe (wie ich überzeugt bin), beiß mich aber nicht an meinem Glaubensverständnis fest, sondern vertraue auf Gott, dass Er es mit allen/m gut meint, alles zum Guten führen wird (unabhängig davon wie es aktuell aussieht), dass Er so individuell mit uns umgeht, wie wir alle verschieden sind.

Und - mir ist bewusst, dass ich auch damit daneben liegen kann (auch wenn ich das nicht glaube). So beuge ich mich Gott unter und werde (in den großen Fragen) annehmen, was kommt - wie ich auch für jeden Tag mein Leben und Sterben nicht voraussehen kann und einfach nur (bestenfalls dankbar) annehme, was mir zuteil wird. Und ja, im besten Fall will ich davon ausgehen, dass auch der Tod ein Geschenk ist.

seidenlaubenvogel antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 21493

@seidenlaubenvogel 

1) Wir verstehen Gott nicht. Da sind wir uns - wenn wir ehrlich sind - alle wohl einig.

Ich denke, man muss hier klar unterscheiden zwischen dem individuellen Glauben und einer Gemeindeleitung.

Individuell kann man natürlich sagen, dass man selber christliche glaubt, dass es aber möglicherweise auch andere Wege gibt. Dass also vielleicht ein Hindu oder Buddhist letztlich genau so zu Gott findet wie der Christ, weil Jesus auch im fernen Osten wirkt... wenn auch unter anderem Namen.

Wenn aber eine Gemeinde so etwas lehren würde, dann wäre das etwas merkwürdig. Das mag es vielleicht sogar geben, aber in der Regel will man doch eine klare und eindeutige Lehre verkünden... die mag vielleicht nicht vollständig sein, und vieles hat man halt noch nicht erfasst, aber im Großen und Ganzen ist das, was man den Leuten erzählt, tatsächlich wahr. sonst hätte das Ganze wohl auch wenig Sinn.

Das ist meiner Ansicht ja auch das, was die Stärke der katholischen Kirche ausmacht. Man hängt sein Mäntelchen nicht einfach in den Wind, man folgt nicht dem "Zeitgeist"... was gestern "wahr" gewesen ist wird auch morgen noch "wahr" sein, und darauf kann man sich mehr oder weniger verlassen.

Und wenn man sich doch einmal Irrtümer eingestehen muss, dann ist das ein langer und aufwändiger Prozess. Auf keinen Fall wird man dieses Jahr mal das Eine und nächstes Jahr etwas ganz Anderes behaupten. Und das gibt den Gläubigen Sicherheit.

2) Was setze ich absolut - meinen Glauben oder Gott?

Persönlich kannst du das handhaben, wie es dir richtig erscheint... eine Organisation muss sich wohl eher an der Richtigkeit des Glaubens orientieren, um selbst nicht unglaubwürdig zu werden.

 

 

lucan-7 antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 2815

@lucan-7

Ach, bei dir gibt es immer nur die Extreme. Lassen wir es. Schönen Rutsch. 

lhoovpee antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 21493

@lhoovpee 

Ach, bei dir gibt es immer nur die Extreme. Lassen wir es. Schönen Rutsch. 

Ich wüsste jetzt nicht, was bei dem Wunsch nach Klarheit "extrem" sein soll... wünsche dir aber auch (inzwischen) ein frohes Neues Jahr.

 

lucan-7 antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 2815

@lucan-7 

Frohes neues Jahr.

Du sagst, dass Pluralität immer in Beliebigkeit mündet. Das ist ein extrem, das nichts mit der Realität zu tun hat.

lhoovpee antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 21493

@lhoovpee 

Du sagst, dass Pluralität immer in Beliebigkeit mündet.

Nicht immer, sondern im spezifischen Fall des Glaubens. Und mit "Pluralität" meine ich da schon recht konkrete Dinge, nicht welche Farbe die Kleidung eines Predigers haben sollte oder ähnliche Kleinigkeiten.

Denn wenn die Kirche selber sagen würde, dass es schon möglich sei, dass alles, was sie erzählt, genau so gut auch falsch sein könnte, und vielleicht hat ja die andere Kirche recht... was anderes als "Beliebigkeit" wäre das denn...?

lucan-7 antworten


Jack-Black
Beiträge : 3599

@mikefrommuc Gibt es eine gemeinsame Wahrheit für uns, speziell hier unter den Forum-Mitgliedern? So etwas wie den kleinsten gemeinsamen Nenner?

Dazu, was Christen für wahr halten, kann ich als Nichtchrist selbstverständlich nichts sagen, wollte aber von der Seitenaus-Linie  mal kurz einwerfen, dass es keine speziellen christlichen (oder muslimischen oder hinduistischen oder kommunistischen oder atheistischen...) Wahrheiten gibt. Entweder, ein Satz ist wahr, oder er ist nicht wahr.

Es kann also bei Deiner Frage nur darum gehen, was Christen für wahr halten.

jack-black antworten
6 Antworten
MikeFromMUC
(@mikefrommuc)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 441

@jack-black Die Frage richtete sich ausdrücklich an die Christen. Deshalb geht es mir nicht darum, was sie für wahr halten, sondern was wahr ist.

Für mich ist Gott wahr, ich halte ihn nicht nur für wahr. Für mich ist Gott auch nicht nur für Christen wahr, sondern für alle Menschen, Tiere, alles auf Erden und im Himmel.

Es ist Dein gutes Recht, das anders zu sehen. Ebenso wie es mein Recht ist, zu denken, daß Du falsch liegst. 😉

Entweder, ein Satz ist wahr, oder er ist nicht wahr.

Tertium non datur? Auch wenn ich ein Fan mathematischer Logik bin - das greift bei Gott nicht.

 

mikefrommuc antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 21493

@mikefrommuc 

Die Frage richtete sich ausdrücklich an die Christen. Deshalb geht es mir nicht darum, was sie für wahr halten, sondern was wahr ist.

Für mich ist Gott wahr, ich halte ihn nicht nur für wahr. Für mich ist Gott auch nicht nur für Christen wahr, sondern für alle Menschen, Tiere, alles auf Erden und im Himmel.

Da du nicht selber Gott bist und die Realität durch deinen Glauben nicht erzwingen kannst, fürchte ich dass du hier über deine Grenzen hinaus zu gehen versuchst...

Wir können hier nicht darüber reden, was wahr IST, sondern nur darüber, was wir für wahr halten. Und das gilt für alle User hier, egal ob gläubig im christlichen Sinne oder nicht.

Dass du davon überzeugt bist, dass Gott real ist, das glaube ich gerne. Und ich nehme an, dass du deine Gründe dafür haben wirst. Genau so, wie ich meine Gründe dafür habe, etwas anderes zu glauben.

Das ist die Ebene, auf der wir uns hier begegnen können. Wie die Realität WIRKLICH aussieht... das ist eine völlig andere Frage, die unseren Horizont weit übersteigen dürfte (deshalb gehe ich auch davon aus, dass mein Weltbild falsch ist, aber ich habe halt nichts Besseres...).

lucan-7 antworten
Lachmöwe
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 1527

@lucan-7 ... wie gut, dass es auch nicht auf unser Weltbild ankommt, sondern wie wir leben und worauf wir unser Vertrauen (in das Leben, die Liebe, in andere Menschen, in Gott, in uns selbst?) setzen.

seidenlaubenvogel antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 21493

@seidenlaubenvogel 

... wie gut, dass es auch nicht auf unser Weltbild ankommt, sondern wie wir leben und worauf wir unser Vertrauen (in das Leben, die Liebe, in andere Menschen, in Gott, in uns selbst?) setzen.

Wohl wahr. Vielleicht sollten wir uns auch mehr angewöhnen, Menschen weniger nach ihren Weltbildern zu beurteilen... auch wenn es schwer fällt und manche Weltbilder natürlich eindeutig in extremen Fällen abzulehnen sind.

Aber nur weil ein Weltbild anders ist als unser eigenes sollte das allein noch kein Grund zur Ablehnung sein.

 

lucan-7 antworten
MikeFromMUC
(@mikefrommuc)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 441

@lucan-7 Das sehe ich anders. Verzeih, aber in einem christlichen Forum unter dem Thema Authentisch Christsein fällt es mir schwer, Deinen folgenden Satz zu akzeptieren:

Das ist die Ebene, auf der wir uns hier begegnen können.

Ich verstehe Deine Außensicht durchaus. Ich teile sie auch in Bezug auf andere Religionen. Ich habe kein Problem damit, anderen zuzugestehen, daß sie ihre Sicht für wahr halten. Wenn wir uns außerhalb des Forums begegnen, ist das auch OK für mich, wenn Du so auf die Christen blickst.

Doch innerhalb des Forums, wie gesagt, erwarte ich einen anderen Konsens. In dem Beitrag von @frosch80-mod wird das ganz gut erklärt. Das Glaubensbekenntnis liefert eine gemeinsame Grundlage. So erwarte ich eigentlich schon, daß die wesentliche Kernbotschaft des Glaubensbekenntnisses für die meisten hier wahr ist und nicht nur für wahr gehalten wird.

Auf der Startseite steht: "Wir sind ein sicherer Ort für geschützte Gespräche und Glaubensfragen." Dazu gehört für mich, daß mein Glaube von den Diskussionsteilnehmern nicht unter dem Vorbehalt betrachtet wird, es könnte einen anderen Gott oder gar keinen Gott geben. 

Für Dich mag das keinen Unterschied machen. Das ist in Ordnung. Für mich macht es einen Unterschied. 

mikefrommuc antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 21493

@mikefrommuc 

So erwarte ich eigentlich schon, daß die wesentliche Kernbotschaft des Glaubensbekenntnisses für die meisten hier wahr ist und nicht nur für wahr gehalten wird.

Es geht mir hier nicht darum, deinen Glauben in Frage zu stellen. Dass du davon überzeugt bist, dass der Inhalt des Glaubensbekenntnisses wahr ist steht für mich an keiner Stelle zur Debatte. Ebensowenig, dass du unter dieser Voraussetzung deine Diskussionen führst. Das ist dann die Perspektive, auf die ich mich gegebenenfalls einlassen muss.

Das ändert aber objektiv nichts daran, dass du als Mensch lediglich dazu in der Lage bist, das Glaubensbekenntnis für wahr zu halten (Und das gegebenfalls auch zu begründen). Mehr geht einfach erkenntnistheoretisch nicht. Und darauf wollte ich hinaus.

Dass du, wenn du mit anderen Christen diskutierst, gemeinsam mit diesen von einer Tatsache ausgehst bleibt davon ja unberührt.

lucan-7 antworten
Lucan-7
Beiträge : 21493

@mikefrommuc 

Ich denke da zum Beispiel an das Glaubensbekenntnis. Das bringt die Grundsätze auf den Punkt. Ich versuche, es nicht nur herunterzuleiern, sondern mir stets bewußt zu machen, was das für mich bedeutet. Ich gehe implizit davon aus, daß Christen das, was sie dort sagen, als Wahrheit sehen. Geht das Euch auch so?

Dazu eine kurze Anmerkung von mir... ich hatte ja am Glaubensbekenntnis auch reichlich zu knabbern als ich noch auf der Suche war und mir eben diese Frage stellte, ob ich denn da auch mitgehen kann oder nicht.

Und dabei ist mir aufgefallen, dass es da schon eine breite Auswahl an Auslegungen gibt... "empfangen durch den heiligen Geist", "am dritten Tage auferstanden von den Toten"... da gibt es einige Möglichkeiten.

Tatsächlich habe ich festgestellt, dass es im Glaubensbekenntnis nur sehr wenige Stellen gab, die ich gar nicht mitgehen konnte... darunter die "Jungfrau Maria"... und wo genau Jesus "zur Rechten Gottes" sitzen soll war mir auch nie klar (sitzt er da auf einem Stuhl, oder wie...?).

Aber für die meisten anderen Sachen gab es Auslegungen, mit denen ich eigentlich kaum Probleme hatte... das nur mal so als Einwand.

 

 

lucan-7 antworten


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