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Wie ist ein Christ? Wie lebe ich?

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Seidenlaubenvogel
Themenstarter
Beiträge : 1063

Was macht einen Christ zu einem Christen? Christus.
Woran erkenne ich einen Christen? An Christus.

Immer wieder fällt mir auf, dass ich nicht beständig so lebe (oder mich so verhalte), wie ich für angebracht halte. Es gibt auch Zeiten, in denen mich Leben schlichtweg überfordert und ich dennoch funktioniere oder mich einfach unauffällig zurücknehme. Und ich weiß, als Christ lebe ich immer und immer wieder aus Gnade. Für diese Gnade bin ich dankbar - keine Frage. Mich aber frage ich immer wieder, wie kann ich mehr und mehr mein Leben leben - frei, selbstbestimmt, mit Gott im Einklang? All überall gibt es Kompromisse zu machen - in der Familie, in der Beziehung zu meinem Freund, in meinen Freundschaften, in der Gemeinde (Kirche), in der Gemeinde (als Bürgerin) in der Arbeit, bei Alltäglichem, in der Freizeit. All überall sehe ich mich nur bedingt frei, selbstbestimmt, im Einklang mit Gott. Gottes Gnade nehme ich wahr. Dankbar. Welch ein Segen.

Bei dem, was mir fehlt, geht es mir um Entfaltung - meine Entfaltung und Gottes Entfaltung in mir. Ich sehe mich auf dem Weg, weiß dass es solche und solche Zeiten/ Wahrnehmungen/ Einschätzungen/ ... gibt und dass ich zufrieden sein darf und kann - auch wenn ich es nicht immer bin. Was fehlt mir? Nichts vermute ich. Und am intensivsten erlebe ich, wonach ich mich sehne, wenn ich nicht darüber nachdenke, wenn ich bin, loslasse, zulasse - im Tun. Was sagt mir das? Über mich? Über Gott? Über mein Christ-Sein?

Was unterscheidet uns - Christen von Nicht-Christen? Wir sind, leben und tun - aus Gnade. Unterscheidet uns Glaube, Erkenntnis, wie wir leben, wir ausstrahlen?

Wie glaubwürdig bin ich als Christ, wenn mich meine Kompromisse an dem hindern, was mir wichtig ist? Wie glaubwürdig bin ich als Christ, wenn ich mich non-konform zu gängigen Glaubenshaltungen und Lebensentwürfen positioniere? Wie glaubwürdig bin ich als Christ, wenn sich mir je länger ich glaube umso weniger als nachvollziehbar erschließt?

Wie siehst du dein Leben als Christ?
Wie schaust du auf das Leben von Christen?
Woran machst du Christ-Sein fest?

Und, lebst du dein Leben? Oder (à la Ikea-Werbeslogan) wie sehr wirst du gelebt?

Antwort
9 Antworten
neubaugoere
Beiträge : 12685

Moinsen,

der Inhalt ist wohl nicht jedermanns Sache. 😌
Ich beschreibe mal mein Leben: Ich lebe "ganz normal", oberflächlich wie jeder andere auch. Ich bin nur auf einem anderen Boden gegründet. Okay, das ist frommer Slang. Mein Stand ist ein anderer, mein Boden ein anderer, meine Sicht auf die Welt oft genug (von der anderen Seite gesehen: nicht oft genug 😉) anders, was auch logisch ist.

Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogel

Und, lebst du dein Leben? Oder (à la Ikea-Werbeslogan) wie sehr wirst du gelebt?

Ich bezeichne mich gern als "IKEA-Christen", aber aufgrund eines anderen "Slogans" - Entdecke die Möglichkeiten! 😀 Und Gott hat so viel zu geben, so viel zu bieten, dass wir nie alles überblicken werden, selbst wenn wir tief eintauchen würden ...

Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogel

Was unterscheidet uns - Christen von Nicht-Christen? Wir sind, leben und tun - aus Gnade. Unterscheidet uns Glaube, Erkenntnis, wie wir leben, wir ausstrahlen?

Jemand sagte mal auf eine ähnliche Art von Frage: "Christen sind keine besseren Menschen. Sie sind nur besser dran." Wobei das auch irgendwie ja nur Christen verstehen. Aber es ist ja kein Wettbewerb, zu leben. Es ist auch kein Wettbewerb, mit anderen zu leben, Gemeinschaft zu leben, Liebe zu leben etc.

Mein Leben vor Christus war einfach anders. Ich war anders. Mein Leben war anders. Es war geprägt von Minderwertigkeit, von Ängsten, von Druck, von "jemand sein müssen" und solchen Dingen; von Lieblosigkeit, die sich auf so vielfältige Weise äußert. - Und aus dieser Dunkelheit holte mich Christus heraus. Mein Leben nach Christus oder mit ihm ist hell, geprägt von Liebe, Annahme, dem Wunsch nach Vergebung, dem Leben in Gemeinschaft, der Liebe untereinander, geliebtsein/-werden und lieben dürfen, von aufgehen in meinen Fähigkeiten und Gaben, von Loslassen und Gelassensein, von einer Kraft, die aus meinem Inneren kommt und nach außen strebt, die ich nicht "füttern" muss, sondern die mich ernährt.

Äußerlich unterscheidet sich mein Leben kaum von dem anderer Menschen, die nicht an Christus glauben. Nicht mehr oder weniger als andere auch. Ich "darf" nur nicht immer meinen Mund aufmachen 😀 ... dann merken andere manchmal, dass sich mein Leben wohl doch unterscheidet, weil in mir etwas anderes beheimatet ist, mein Inneres eine andere Heimat hat, ich von anderen Dingen "getrieben" bin. Nicht immer, ich geh manchmal eben auch nur einkaufen wie andere auch 😀 😉.

Und das hier:

Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogel

Was macht einen Christ zu einem Christen? Christus.
Woran erkenne ich einen Christen? An Christus.

ist das Gelungenste, was ich in den letzten Monaten hier gelesen habe; ein wunderbares Zeugnis und so richtungsweisend und vortrefflich kurz und prägnant.

Was macht mich zu einem Christen? Christus.
Woran erkenne ich einen Christen? (An) Christus.
😌

Nachtrag vom 03.02.2020 1019
Und das ist eben nichts "Äußerliches", sondern erweist sich im Leben, im Umgang mit anderen, im Umgang mit Problemen/Schwierigkeiten.

neubaugoere antworten


lena
 lena
Beiträge : 596
Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogel

Immer wieder fällt mir auf, dass ich nicht beständig so lebe (oder mich so verhalte), wie ich für angebracht halte.

beschreibt Paulus auch in Römer 7 und kommt zu dem Schluss dass Christus erlöst, Gott sei Dank!

Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogel

Es gibt auch Zeiten, in denen mich Leben schlichtweg überfordert und ich dennoch funktioniere oder mich einfach unauffällig zurücknehme.

Das habe ich mit den Jahren als wichtige segensreiche Erkenntnis von Gott her erkannt, dass ich das so annehmen soll

Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogel

Und ich weiß, als Christ lebe ich immer und immer wieder aus Gnade. Für diese Gnade bin ich dankbar - keine Frage.

Gnade zu verstehen, diesen LiebesSchub, die Freude immer wieder zu erfahren, dafür bin ich auch sehr dankbar

Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogel

Mich aber frage ich immer wieder, wie kann ich mehr und mehr mein Leben leben - frei, selbstbestimmt, mit Gott im Einklang? All überall gibt es Kompromisse zu machen - in der Familie, in der Beziehung zu meinem Freund, in meinen Freundschaften, in der Gemeinde (Kirche), in der Gemeinde (als Bürgerin) in der Arbeit, bei Alltäglichem, in der Freizeit. All überall sehe ich mich nur bedingt frei, selbstbestimmt, im Einklang mit Gott.

An dieser Stelle habe ich schon größtmögliche Freiheit erfahren, brauche niemandem zu gefallen. den Segen wünsche ich dir auch

Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogel

Was fehlt mir? Nichts vermute ich. Und am intensivsten erlebe ich, wonach ich mich sehne, wenn ich nicht darüber nachdenke, wenn ich bin, loslasse, zulasse - im Tun. Was sagt mir das? Über mich? Über Gott? Über mein Christ-Sein?

jetzt kommen wir ans Eingemachte! Ich habe festgestellt dass das Christsein nicht aus Worten besteht, aus Erkenntnis aus Predigt aus Sonntagsgottesdienst
sondern aus einer Art von da sein dass sich an sich selber freuen kann, wie Gott gerade ist oder wie er mir auch gerade nicht ist auch das lässt sich immer mehr und besser einfach annehmen wie es ist

Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogel

Was unterscheidet uns - Christen von Nicht-Christen?

Wir sind durchflutet von Freude ab und zu wir kriegen Inspirationen von Gott wir wissen von ihm das heißt wir können nach ihm Fragen, vorher kamen wir gar nicht auf diese Idee und vor allen Dingen seine Haupt Botschaft, dass Jesus Christus das Zentrum aller allen Lebens ist

Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogel

Wie glaubwürdig bin ich als Christ, wenn sich mir je länger ich glaube umso weniger als nachvollziehbar erschließt?

eine fantastische Frage die gefällt mir besonders gut

Ich meine hier hast du den Sinn der Nachfolge erschlossen, denn das Ziel findet auf einer völlig anderen Ebene statt als wir bisher dachten z.b. Gottesdienst Nächstenhilfe, Tätigkeiten, das sogenannte beten, das Bibellesen, und so weiter
Es ist absolut nicht nachvollziehbar eine Beziehung mit Gott zu haben außer wir begeben uns auf eine irdische Erklärbarkeit aber wenn du dir die Bibel anschaust, siehst du dass es sehr sehr sehr viele Worte gibt und Sätze, die überhaupt nichts mit einem nachvollziehbaren verstehen zu tun haben, sondern von einer sagen wir mal Intimität die uns in keinem anderen Verhältnis bekannt ist auch wenn wir hin und wieder mal ein paar menschliche Beispiele benutzen wie verheiratet sein gute Werke Frucht des Geistes etc

Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogel

Wie siehst du dein Leben als Christ?
Wie schaust du auf das Leben von Christen?
Woran machst du Christ-Sein fest?

seitdem ich bemerkt habe dass sich alles vom Kreuz Christi her von dem verbrachten Werker besser versteht, ohne dass ich es wirklich mit dem Verstand verstehe, seitdem lebe ich mein Christsein von dort her, wie gesagt ohne es zu verstehen aber ich lebe es auf jeden Fall nicht mehr von meinem eigenen Verständnis aus, so als ob es eine Steigerung gebe oder eine Verbesserung oder halt so eingeordnet wie man äußerliches Leben einordnet

Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogel

Und, lebst du dein Leben? Oder (à la Ikea-Werbeslogan) wie sehr wirst du gelebt?

Ich habe wahrscheinlich überhaupt keine Ahnung wie viel ich mein Leben überhaupt nicht leben sondern gelebt werde, aber ich kann in dem was ich jetzt gerade bin und das was Gott mir ist mich einfach stehen lassen wie es gerade ist weil es bleibt Gnade es bleibt ich weiß so viel wie Gott offenbart oder es eben lässt dem überlasse ich mich und das gefällt mir schon als christliches Leben

lena antworten
Suzanne62
Beiträge : 7631
Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogel

Immer wieder fällt mir auf, dass ich nicht beständig so lebe (oder mich so verhalte), wie ich für angebracht halte.

Das geht mir auch oft so. Das liegt gar nicht mal daran, dass ich mich überfordert fühle - im großen und ganzen habe ich mir mein Leben so eingerichtet, dass ich ganz gut zurechtkomme.
Aber ich ertappe mich bei lieblosen, verächtlichen Gedanken hier und sarkastischen Kommentaren dort, die einfach nur verletzen, vielleicht auch gar nichts bewirken, aber auf gar keinen Fall dazu angetan sind, jemanden zu überzeugen.

Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogel

All überall gibt es Kompromisse zu machen - in der Familie, in der Beziehung zu meinem Freund, in meinen Freundschaften, in der Gemeinde (Kirche), in der Gemeinde (als Bürgerin) in der Arbeit, bei Alltäglichem, in der Freizeit.

Das finde ich überhaupt nicht schlimm. Ein ganz und gar selbstbestimmtes Leben halte ich weder für wirklich erstrebenswert noch für realistisch.
Kompromisse machen zu können zeugt nicht von Glaubens- oder Charakterschwäche, sondern von Realitätssinn und Sozialkompetenz.
Anders herum: wenn mir jemand mit stolzgeschwellter Brust erklärt er "mache keine Kompromisse", dann weiß ich, dass ich diesem Menschen - falls möglich - am besten weiträumig aus dem Weg gehe.

Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogel

Was unterscheidet uns - Christen von Nicht-Christen? Wir sind, leben und tun - aus Gnade. Unterscheidet uns Glaube, Erkenntnis, wie wir leben, wir ausstrahlen?

Ehrlich gesagt: ich weiß nicht, was mich von Menschen anderer Religionen und Weltanschauungen unterscheidet und denke darüber auch nicht nach.
Was ich "austrahle" bzw. ob ich überhaupt etwas ausstrahle, kann ich selber überhaupt nicht beurteilen.
Was mir aber wichtig ist: ich möchte das, was ich als richtig erkannt habe, in meinem Leben umsetzen. Unabhängig davon, ob es dafür irgendwann mal eine Belohnung gibt oder nicht.
Manchmal gelingt mir das, oft aber auch nicht.

Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogel

Gottes Gnade nehme ich wahr. Dankbar. Welch ein Segen.

Sie schenkt mir nach jedem Scheitern einen Neuanfang.

Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogel

Wie glaubwürdig bin ich als Christ, wenn sich mir je länger ich glaube umso weniger als nachvollziehbar erschließt?

Ich habe, als ich meinen Kinderglauben abgelegt habe, einige Glaubensinhalte, die ich nicht mehr nachvollziehen konnte, hinter mir gelassen - ohne deswegen meinen Glauben gleich komplett in die Tonne zu kloppen.
Ich finde, es macht einen nicht weniger glaubwürdig, wenn man nicht versucht, gegen die eigene erlebte Realität und das eigene Gewissen anzuglauben, im Gegenteil.

suzanne62 antworten
3 Antworten
Ahischa
(@ahischa)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 423

Freiheit.....

Veröffentlicht von: @suzanne62

Ein ganz und gar selbstbestimmtes Leben halte ich weder für wirklich erstrebenswert noch für realistisch.

Das ist idT utopisch. Solange wir in einer Gemeinschaft leben, werden wir immer Kompromisse eingehen müssen.

Veröffentlicht von: @suzanne62

Kompromisse machen zu können zeugt nicht von Glaubens- oder Charakterschwäche, sondern von Realitätssinn und Sozialkompetenz.
Anders herum: wenn mir jemand mit stolzgeschwellter Brust erklärt er "mache keine Kompromisse", dann weiß ich, dass ich diesem Menschen - falls möglich - am besten weiträumig aus dem Weg gehe.

Das sehe ich auch so. Im Außen Kompromisse zu leben, bedeutet nicht zwangsläufig die innere Freiheit aufzugeben. Ich glaube viel mehr, dass das äußere Leben aus dem heraus gelebt werden sollte, was im Inneren das Sein ausmacht. Das ist m. E. die wahre Freiheit.

Veröffentlicht von: @suzanne62

Was mir aber wichtig ist: ich möchte das, was ich als richtig erkannt habe, in meinem Leben umsetzen. Unabhängig davon, ob es dafür irgendwann mal eine Belohnung gibt oder nicht.

Ich glaube, dass da, wo das gelingt dies zu leben, die "Belohnung" im Hier und Jetzt erfahren wird. Ein Leben, das Freiheit atmet, das sich selbst genug ist und seine Befriedigung darin erfährt, einfach nur sein zu dürfen.....

Lieben Gruß
Ahischa

ahischa antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 7631
Veröffentlicht von: @ahischa

Ich glaube, dass da, wo das gelingt dies zu leben, die "Belohnung" im Hier und Jetzt erfahren wird.

Ja, das stimmt schon: wenn ich das mache, was ich als richtig erkannt habe - unabhängig davon, ob es dafür nun Beifall gibt oder nicht - dann liegt die "Belohnung wohl darin, dass ich mit mir selbst im Einklang bin und mich selbst respektieren kann. Das ist tatsächlich sehr viel wert - eine jenseitige Belohnung braucht es da gar nicht unbedingt.

suzanne62 antworten
lena
 lena
(@lena)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 596
Veröffentlicht von: @suzanne62
Veröffentlicht von: @suzanne62

Immer wieder fällt mir auf, dass ich nicht beständig so lebe (oder mich so verhalte), wie ich für angebracht halte.

Das geht mir auch oft so. Das liegt gar nicht mal daran, dass ich mich überfordert fühle - im großen und ganzen habe ich mir mein Leben so eingerichtet, dass ich ganz gut zurechtkomme.
Aber ich ertappe mich bei lieblosen, verächtlichen Gedanken hier und sarkastischen Kommentaren dort, die einfach nur verletzen, vielleicht auch gar nichts bewirken, aber auf gar keinen Fall dazu angetan sind, jemanden zu überzeugen..

Veröffentlicht von: @suzanne62

Das geht mir auch oft so. Das liegt gar nicht mal daran, dass ich mich überfordert fühle - im großen und ganzen habe ich mir mein Leben so eingerichtet, dass ich ganz gut zurechtkomme.

Du bist gelassener! Hast deinen Anspruch aufs überschauliche gepackt!
Wieso können das manche, wärend Seidenlaubvogel sich den Ansprüchen nicht erwehren kann?

Lena

lena antworten


deadman
Beiträge : 52

ist ja schade, dass dein beitrag nicht mehr antworten gefunden hat.
und es ist schade, dass du so oft das gefühl hast, dein leben sei unfrei und fremdbestimmt.

Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogel

Was unterscheidet uns - Christen von Nicht-Christen? Wir sind, leben und tun - aus Gnade. Unterscheidet uns Glaube, Erkenntnis, wie wir leben, wir ausstrahlen?

inzwischen denke ich, dass einzige, was christen von nicht-christen unterscheidet, ist die taufe. punkt. und sonst gar nichts.

Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogel

Wie siehst du dein Leben als Christ?

es ist gesegnet, d.h. ich darf an vielen stellen in meinem leben die großzügigkeit und barmherzigkeit gottes erkennen, ich fühle mich reich beschenkt.

Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogel

Wie schaust du auf das Leben von Christen?

neugierig, interessiert - aber das tue ich auch, wenn ich auf das leben aller anderen menschen blicke, falls ich sie kennen lernen darf.

Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogel

Woran machst du Christ-Sein fest?

der sinn des lebens besteht m.e. in vier dingen:
leben weiter geben
leben fördern
leben schützen
leben feiern

ich tue die o.g. dinge als ein mensch, der getauft ist, d.h. als einer, der zu dem gott gehört, der sich uns in christus offenbart hat. punkt. und sonst gar nichts.

es ist egal, wie gut oder schlicht mir das gelingt, wie glaubwürdig oder unglaubwürdig das in den augen anderer aussieht. am anfang, mitten drin und am ende unseres lebens sind wir alle auf gottes gnade und barmherizigkeit angewiesen.

deadman antworten
Ahischa
Beiträge : 423

"Abfall" vom Glauben......

All überall sehe ich mich nur bedingt frei, selbstbestimmt, im Einklang mit Gott.

Ich glaube, die eigentliche Freiheit beginnt in uns selbst und letztlich lebt sie auch nur da. Diese innerliche Freiheit lässt sich nicht durch äußere Umstände begrenzen, auch wenn man im Außen Kompromisse leben muss, es Begrenzungen gibt, oder Belastung. Das Außen bringt hervor, was in uns ist. Aus dem Inneren heraus gestalten wir dann (bestenfalls) das Außen.

Was unterscheidet uns - Christen von Nicht-Christen? Wir sind, leben und tun - aus Gnade. Unterscheidet uns Glaube, Erkenntnis, wie wir leben, wir ausstrahlen?

Diese Frage ist für mich weniger relevant. Christsein ist für mich nicht eine Frage nach der richtigen Lebenseinstellung, dem korrekten Glauben, oder einer Festlegung auf Glaubensüberzeugungen. Es ist eine Seins-Frage und die hat sehr viel mit der Frage zu tun, wer bin ich, wo komme ich her, wo will ich hin………. Es ist eine Frage nach der Identität und die wird nicht von außen bestimmt, sondern meinem Inneren.

Wie glaubwürdig bin ich als Christ, wenn mich meine Kompromisse an dem hindern, was mir wichtig ist? Wie glaubwürdig bin ich als Christ, wenn ich mich non-konform zu gängigen Glaubenshaltungen und Lebensentwürfen positioniere? Wie glaubwürdig bin ich als Christ, wenn sich mir je länger ich glaube umso weniger als nachvollziehbar erschließt?

Glaubwürdig muss ich in erster Linie vor mir selbst sein und das setzt voraus, in Einklang mit mir selbst zu sein, eben authentisch.

Wie siehst du dein Leben als Christ?

Ich bewerte das nicht, denn ich bin, was ich bin und das lebe ich…..

Wie schaust du auf das Leben von Christen?

Ich nehme das wahr und versuche darauf zu verzichten, das zu bewerten.
Es gibt Christen, die ziehen mich an, weil sie etwas ausstrahlen, was für mich erstrebenswert erscheint. Die beobachte ich sehr genau, kommuniziere und schaue, da zu lernen. Das betrachte ich als Gewinn.
Dann gibt es wiederum Christen, die stoßen mich ab, weil ihre Glaubensüberzeugungen und Lebensweisen für mich nicht erstrebenswert erscheinen. Sie nehmen mir eher die Luft zum Atmen und da spüre ich dann schon, das ist so gar nichts für mich. Hier braucht es eher Distanz.

Woran machst du Christ-Sein fest?

Wer sich selbst nicht spürt, kann auch Gott nicht spüren. Wir müssen in Berührung mit uns selbst sein, unserer inneren Wirklichkeit, den verdrängten Wünschen und Sehnsüchten. Gott mit allen Sinnen wahrzunehmen und mich auf diese Begegnungen einzulassen, mich selbst darin loszulassen, mich zu überlassen, so würde ich das umschreiben und das gelingt mir da, wo ich mir den Raum gebe, selbst zu sein mit all dem, was mich ausmacht.

Und, lebst du dein Leben? Oder (à la Ikea-Werbeslogan) wie sehr wirst du gelebt?

Was meinen inneren Menschen angeht, lasse ich mich nicht von anderen leben. Da bin ich frei und für mich war das ein langer Weg, zu dieser inneren Freiheit zu kommen. Teilweise auch ein schmerzlicher Weg, aber ein Lohnender. Am Anfang dieses Weges stand die Entscheidung, mich von äußeren Glaubenskonstrukten zu lösen und in der gewonnenen Distanz heraus zu finden, was will ich, was ist für mich lebenswert, was brauche ich und wie kann ich das leben, was für mich Bedeutung hat. Letztlich der „Abfall“ vom Glauben (der anderen), um zum Glauben zu finden, der in meinem Innsten Raum hat und wachsen darf.

Lieben Gruß
Ahischa

ahischa antworten


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