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1. Korinther 15, 29

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lhoovpee
Themenstarter
Beiträge : 2212

29 Was machen denn die, die sich für die Toten taufen lassen? Wenn die Toten gar nicht auferstehen, was lassen sie sich dann für sie taufen?

Paulus verteidigt in 1. Korinther 15 die Auferstehung der Toten. Dabei bringt er eine Taufe für die Toten als Argument für die Auferstehung der Toten.

In meinen Augen passt dies in keinem mir bekannten Taufverständnis hinein. Warum erwähnt Paulus dies hier? Warum positioniert er sich nicht gegen den Taufritus, sondern nutzt ihn um die Auferstehung zu bekräftigen?

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42 Antworten
Herbstrose
Beiträge : 14193

Ich denke nicht, dass die Taufe hier als Argument angeführt wird. Ich lese aus diesem Vers eher heraus, dass es unsinnig ist, sich für andere taufen zu lassen.

herbstrose antworten
16 Antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2212

Wo liest du das raus?

lhoovpee antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Na dann, zerpflücken wir doch mal den Text. Augenscheinlich war es üblich, dass man sich stellvertretend für Verstorbene taufen ließ. Christus lehrt aber, dass nur die mit ihm auferstehen, die mit ihm (im Glauben an ihn) verstorben sind. Wenn man sich nun für jemanden taufen lässt, der gar nicht auferstehen wird? Dann war die ganze Aktion für die Katz.

herbstrose antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2212
Veröffentlicht von: @herbstrose

Wenn man sich nun für jemanden taufen lässt, der gar nicht auferstehen wird?

Darauf geht Paulus gar nicht ein.

lhoovpee antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Dann lies nochmal: Wenn die Toten gar nicht auferstehen, was lassen sie sich dann für sie taufen?

herbstrose antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2212

Das nennt sich Suggestivfrage. Die Antwort lautet: Nichts. Aber die Toten stehen wieder auf.
Oder willst du Paulus jetzt unterstellen, dass er nicht an die Widerauferstehung glaubt?

lhoovpee antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Oder willst du Paulus jetzt unterstellen, dass er nicht an die Widerauferstehung glaubt?

Wie kommst du jetzt auf den Trichter?

herbstrose antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2212

Es wäre schön, wenn du deine Gedanken mal ausführen könntest.
Ich kann deine Wortfetzen nicht nachvollziehen.

Du zitierst eine Suggestivfrage von Paulus und behauptest dann, dass die Toten für die sich die Lebenden taufen lassen nicht Wiederauferstehen. Wäre das der Fall passt die Suggestivfrage kein Stück in die Argumentationskette von Paulus rein.

lhoovpee antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Du zitierst eine Suggestivfrage von Paulus und behauptest dann, dass die Toten für die sich die Lebenden taufen lassen nicht Wiederauferstehen.

Bitte lies nochmal, was ich geschrieben habe.

Wenn man sich für einen Toten taufen lässt und dieser dann nicht aufersteht, war der ganze Aufwand für die Katz.

Außerdem wird Taufe in der Bibel immer nur in Zusammenhang mit dem eigenen Glauben gelehrt. Es gibt keine stellvertretende Taufe.

herbstrose antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2212
Veröffentlicht von: @herbstrose

Bitte lies nochmal, was ich geschrieben habe.

Ich habe dir eben gesagt, dass ich deine Darlegung nicht folgen kann. Und dein Tipp ist es das dann nochmal zu lesen. Vielen Dank für nichts.

Veröffentlicht von: @herbstrose

Wenn man sich für einen Toten taufen lässt und dieser dann nicht aufersteht, war der ganze Aufwand für die Katz.

Ja, das ist die Aussage von Paulus. Habe ich in ersten Beitrag ja auch so gesagt.

Veröffentlicht von: @herbstrose

Außerdem wird Taufe in der Bibel immer nur in Zusammenhang mit dem eigenen Glauben gelehrt. Es gibt keine stellvertretende Taufe.

Darum ist diese Bibelstelle ja so interessant.

lhoovpee antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

[url] Warum positioniert er sich nicht gegen den Taufritus, [/url]

Das war deine Frage. Zumindest ein Teil davon.

Warum muss Paulus sich positionieren? Reicht nicht, was er gesagt hat? Reicht es nicht, dass Paulus seine Zuhörer zum selber Nachdenken anregt?

herbstrose antworten
billy-shears
(@billy-shears)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 1441
Veröffentlicht von: @herbstrose

Christus lehrt aber, dass nur die mit ihm auferstehen, die mit ihm (im Glauben an ihn) verstorben sind.

Hilf mir mal, wo lehrt Christus das?

billy-shears antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Blöde Frage habe.

Liest du das Wort nicht? Selbst ich weis das wo Jesus das sagte.

M.

Anonymous antworten
billy-shears
(@billy-shears)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 1441
Veröffentlicht von: @meriadoc

Selbst ich weis das wo Jesus das sagte.

Wo?

billy-shears antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2212

Dann nenn die Bibelstelle doch einfach, statt so doofe Fragen zu stellen.

lhoovpee antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Er lehrt es durch Paulus in Römer 6

herbstrose antworten
billy-shears
(@billy-shears)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 1441

Er lehrt es durch Paulus

Oh..

in Römer 6

Dort kann ich zwar in Vers 5 lesen, dass wer ihm gleich geworden ist in seinem Tod, wird ihm auch in der Auferstehung gleich sein, aber nicht „dass nur die mit ihm auferstehen, die mit ihm (im Glauben an ihn) verstorben sind.“

Oder meinst du vllt doch ne andere Stelle?

billy-shears antworten


GoodFruit
Beiträge : 1544

Schau mal:
https://weltreligionen.lexas.org/glossar/totentaufe.aspx

Von den Mormonen wusste ich das. Die alten dort genannten Sondergemeinschaften kannte ich nicht. Von den Neuapostolen kannte ich das nicht, dass sie sich für Tote taufen lassen können.

Es scheint ja eine Praxis bereits zu Paulus Zeiten gewesen zu sein.

Paulus argumentiert hier, wie Dur richtig bemerkst, für die Auferstehung der Toten. Er formuliert das ziemlich provokant. Die stellvertretende Tauf für Tote nimmt er als Beleg dafür, dass es offenbar Menschen gibt, die an die Auferstehung von Toten glauben - sonst würde die Praxis keinen Sinn machen. Ich kann nicht erkennen, dass er diese Praxis empfiehlt. Die Anmekrung dient hier nur als Beleg, dass der Glaube an die Auferstehung von Toten wohl nicht außergewöhnliches ist.

Ich erinnere mich, dass Paulus, der ursprünglich von den Pharisäern ausgebildet wurde und zu dieser Gruppe gehörte, vor dem Hohen Rat die Versammlung sprengte, indem er mal einfach so die sehr umstrittene Frage der Totenauferstehung zum Thema machte. Da waren auf einmal seine Ankläger gespalten und die Pharisäer fanden ihn plötzlich gar nicht mehr so schlimm:

Apg 26:
6 Als aber Paulus erkannte, dass ein Teil Sadduzäer war und der andere Teil Pharisäer, rief er im Hohen Rat: Ihr Männer, liebe Brüder, ich bin ein Pharisäer und ein Sohn von Pharisäern. Ich werde angeklagt um der Hoffnung und um der Auferstehung der Toten willen. 7 Als er aber das sagte, brach ein Streit aus zwischen Pharisäern und Sadduzäern und die Versammlung spaltete sich. 8 Denn die Sadduzäer sagen, es gebe keine Auferstehung noch Engel noch Geist; die Pharisäer aber bekennen beides. 9 Es entstand aber ein großes Geschrei; und einige Schriftgelehrte aus der Gruppe der Pharisäer standen auf, stritten und sprachen: Wir finden nichts Böses an diesem Menschen; vielleicht hat ein Geist oder ein Engel mit ihm geredet.

Wie das nun bei den Korinthern ist, weiß ich nicht. Die Gemeinde ist ja in einem Multi-kulti-Umfeld entstanden mit griechischen und römischen Göttern einerseits, aber auch sehr spezifischen und lokalen Mysterienkulten andererseits. Hier ging es wohl erst einmal darum, die Auferstehung der Toten als Lehre zu etablieren, die den Korinthern von ihrem kulturellen Kontext her fremd war.

goodfruit antworten
6 Antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2212

Vielen Dank für den Link. Diese beiden Strömungen hatte ich gar nicht vor Augen.

Veröffentlicht von: @goodfruit

Wie das nun bei den Korinthern ist, weiß ich nicht.

Ich leider auch nicht. Ich bezweifle auch, dass wir da alt so viel historisch belegbares drüber wissen.

Veröffentlicht von: @goodfruit

Hier ging es wohl erst einmal darum, die Auferstehung der Toten als Lehre zu etablieren, die den Korinthern von ihrem kulturellen Kontext her fremd war.

Hat dieser Bibelvers für dich ein Auswirkung auf dein Taufverständnis?

lhoovpee antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1544
Veröffentlicht von: @lhoovpee

Hat dieser Bibelvers für dich ein Auswirkung auf dein Taufverständnis?

Im Grunde genommen wenig. Höchstens, dass ich jetzt die Mormonen etwas besser verstehe. Da war bei mir in Bezug auf ihre Taufpraxis bislang ausschließlich Ablehnung.

Problematisch finde ich es dennoch, weil, wenn Tote getauft werden, diese Menschen weder selbst entscheiden können (das ist ja bei der Säuglingstaufe nicht anders) noch die Chance bekommen, diese Entscheidung im Nachhinein zu bestätigen oder abzulehnen, wie das bei der Konfirmation/Kommunion bei den heutigen Kirchen mit Säuglingstaufe der Fall ist.

Ich war bei meiner Recherche auf eine Seite gestoßen, wo massiv Kritik gegen diese Praxis geäußert wurde. Da war es wohl vorgekommen, dass verstorbene KZ Insassen irgendwo durch andere an ihrer statt getauft wurden - und zwar ohne Rücksicht auf deren Konfession.

goodfruit antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2212

Ok. Danke für deine Antwort.
Ich werden noch etwas recherchieren über entsprechende Taufpraktiken.

lhoovpee antworten
billy-shears
(@billy-shears)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 1441
Veröffentlicht von: @goodfruit

wenn Tote getauft werden, diese Menschen weder selbst entscheiden können (das ist ja bei der Säuglingstaufe nicht anders)

Aber ist das nicht Zentrum des christlichen Glaubens? Dass Gott sich den Menschen zuwendet, ohne dass die vorher was von ihm wussten? So ähnlich wurde mir zumindest das lutherische (Kinder-)Taufverständnis erklärt und begründet.

billy-shears antworten
DerNeinsager
(@derneinsager)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1449

Ich würde hierzu sagen Gratuliere besser als im Laufe des Christenlebens von Gott abzufallen:

"" ""
Problematisch finde ich es dennoch, weil, wenn Tote getauft werden, diese Menschen weder selbst entscheiden können (das ist ja bei der Säuglingstaufe nicht anders) noch die Chance bekommen, diese Entscheidung im Nachhinein zu bestätigen oder abzulehnen, wie das bei der Konfirmation/Kommunion bei den heutigen Kirchen mit Säuglingstaufe der Fall ist."" "" "

Die persönliche Entscheidung hervorzuheben das ist mir Suspekt. Zum einen Weil ich als Mensch immer in einer geschwächten Position bin auf dieser Erde, zum anderen weil wenn, das Ganze Leben die Entscheidung ist und weniger ein Moment.

Die Taufe für Säuglinge ist eine Gnade, solange die Eltern Verantwortung tragen oder andere Personen.

So würde ich es sehen.
Grüße Eddie

derneinsager antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @goodfruit

Von den Mormonen wusste ich das. Die alten dort genannten Sondergemeinschaften kannte ich nicht. Von den Neuapostolen kannte ich das nicht, dass sie sich für Tote taufen lassen können.

Bei Fragen zu letzteren stehe ich gerne zur Verfügung. Ich bin einige Jahrzehnte in den Genuss dieser Lehre gekommen....

Anonymous antworten
Lucan-7
Beiträge : 15347
Veröffentlicht von: @lhoovpee

Paulus verteidigt in 1. Korinther 15 die Auferstehung der Toten. Dabei bringt er eine Taufe für die Toten als Argument für die Auferstehung der Toten.

Das ist aber nicht sein eigenes Argument. Er verwendet es als Argument dafür, dass jene Leute, die so etwas tun, offensichtlich an die Auferstehung glauben. Denn ohne die Auferstehung ergäbe diese Handlung keinen Sinn.

Er benutzt das Argument demnach als Anknüpfungspunkt, um auf die Konsequenzen hinzuweisen, die sich aus diesem Verständnis ergeben.

So nach dem Motto: "Schaut mal, viele von euch glauben doch eh an die Auferstehung! Aber ist euch eigentlich bewusst, was das wirklich bedeutet?"

lucan-7 antworten


Miss.Piggy
Beiträge : 1597

Ich habe gerade eine Auslegung gelesen, die ich noch nicht kannte:

https://www.bibelstudium.de/articles/3749/fuer-die-toten-getauft.html

Da wird argumentiert, dass damals viele Christen als Märtyrer starben und dass die Täuflinge durch ihre Taufe die Reihen quasi wieder auffüllten.

miss-piggy antworten
9 Antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2212

Danke für den Link. Schade, dass der Abschnitt keine Quellen angibt. So steht die Aussage etwas allein im leeren Raum.

lhoovpee antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Der Abschnitt gibt Quellen an. Und zwar den Kontext der Bibelstellen, aus dem der Autor seine Schlüsse zieht.

herbstrose antworten
Miss.Piggy
(@miss-piggy)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 1597

Welche Quellen würden dir denn helfen?

Ich habe jetzt mal in einigen Kommentaren nachgeschaut, die ich zu Hause habe. Tatsächlich halten alle Kommentatoren diese Auslegung für die wahrscheinlichste. Wobei meist betont wird, dass dies einer der schwierigsten Bibelverse des NT ist. Auf keinen Fall sollte man allein aus diesem Vers eine bestimmte Tauflehre und -praxis ableiten, wie die Mormonen es tun. Denn die Kernaussage des Abschnitts betrifft ja die Auferstehung und nicht die Taufe.

Ich schreibe es mal in anderen Worten, so wurde es mir auch noch verständlicher:

Diejenigen, die den Platz der Gläubigen einnehmen, die bereits verstorben sind, stellen sich durch ihre Taufe unter die Herrschaft Jesu* (genau so wie die Verstorbenen es getan hatten) und setzen deren Arbeit fort. Welchen Sinn würde das ergeben, wenn es die Auferstehung nicht gäbe?

*In einem Kommentar wurde 1. Kor 10,2 angeführt: "...und sind alle auf Mose getauft worden in der Wolke und im Meer". Auf Mose getauft zu werden bedeutet, sich unter Mose Herrschaft und Führung zu stellen und ihm zu folgen. In diesem Sinne bedeutet die neutestamentliche Taufe, sich unter Jesu Herrschaft zu stellen.

miss-piggy antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2212
Veröffentlicht von: @miss-piggy

Welche Quellen würden dir denn helfen?

Die auf die sich der Autor auch immer bezieht. Es geht nicht darum, was mir helfen würde.

Wenn die Quelle ein Historiker ist, der diese Infos aus seinen Forschungsarbeiten hat, ist das ganze valide. Wenn die Quelle Theologen sind, die keine historische Quelle angeben, dann sind es höchstens Gedankenkonstrukte, die man mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit versehen kann. Quellen würde halt helfen, das ganze einzuordnen.

Veröffentlicht von: @miss-piggy

Tatsächlich halten alle Kommentatoren

Mit dem Wort "alle" wäre ich vorsichtig. Nenn lieber, welche Kommentatoren, du geprüft hast.

Veröffentlicht von: @miss-piggy

Auf keinen Fall sollte man allein aus diesem Vers eine bestimmte Tauflehre und -praxis ableiten,

Das ist auch nicht mein Ziel. Aber vielleicht gibt es ja Darlegungen, warum man sie explizit nicht mit aufnimmt.

Veröffentlicht von: @miss-piggy

In einem Kommentar wurde 1. Kor 10,2 angeführt

Wobei hier auch das bereits vorhandene Taufverständnis auf die Überlieferung übertragen worden sein könnte. Das AT selbst kennt ja keine Taufe.

Veröffentlicht von: @miss-piggy

Ich schreibe es mal in anderen Worten, so wurde es mir auch noch verständlicher:

Danke, verstanden habe ich es aber bereits. Mir ging es nur noch um die Validierung der Aussagen.

lhoovpee antworten
Miss.Piggy
(@miss-piggy)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 1597
Veröffentlicht von: @lhoovpee

Wenn die Quelle ein Historiker ist, der diese Infos aus seinen Forschungsarbeiten hat, ist das ganze valide. Wenn die Quelle Theologen sind, die keine historische Quelle angeben, dann sind es höchstens Gedankenkonstrukte, die man mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit versehen kann.

Ich vermute mal, dass es keine historische Quelle gibt, die über die "Taufe für die Toten" was aussagt. Also kann man nur versuchen, die Bibel mit der Bibel auszulegen. Falls es doch eine historische Quelle gibt, wäre ich daran auch interessiert.

Veröffentlicht von: @lhoovpee

Mit dem Wort "alle" wäre ich vorsichtig. Nenn lieber, welche Kommentatoren, du geprüft hast.

Das "alle" bezog sich auf die Kommentare, in denen ich nachgeschaut habe. Das war der "CV-Kommentar zum Neuen Testament", der "Kommentar zur Bibel" (Hrsg. Donald Guthrie, J. Alec Motyer), das Buch "3x 100 Fragen zur Bibel" (Benedikt Peters, Bruno Schwengeler) und die "John McArthur Studienbibel".

Veröffentlicht von: @lhoovpee

Das ist auch nicht mein Ziel. Aber vielleicht gibt es ja Darlegungen, warum man sie explizit nicht mit aufnimmt.

Du meinst, warum man aus dieser Stelle keine bestimmte Tauflehre ableitet? Ich habe das mal so gelernt, dass man bei schwierigen oder unklaren Stellen lieber klare und eindeutige Aussagen über das Thema hinzuzieht und nicht eine bestimmte Lehre auf eine einzige umstrittene Stelle aufbaut, sofern diese Lehre dann anderen Aussagen widersprechen würde.

Eine klare biblische Aussage ist z.B., dass man zu Lebzeiten an den Herrn Jesus glauben muss, um errettet zu werden. Also kann 1. Kor 15,29 nicht bedeuten, dass man sich für ungläubige Verstorbene stellvertretend taufen lässt, damit diese errettet werden. Diese Auslegung kann man definitiv ausschließen, weil sie wichtigen anderen Aussagen widersprechen würde.

miss-piggy antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2212
Veröffentlicht von: @miss-piggy

Ich vermute mal, dass es keine historische Quelle gibt, die über die "Taufe für die Toten" was aussagt. Also kann man nur versuchen, die Bibel mit der Bibel auszulegen.

Der erst Link von dir Argumentiert aber historisch. Daher ja meine Frage nach den Quellen.

Veröffentlicht von: @miss-piggy

Das "alle" bezog sich auf die Kommentare, in denen ich nachgeschaut habe. Das war der "CV-Kommentar zum Neuen Testament", der "Kommentar zur Bibel" (Hrsg. Donald Guthrie, J. Alec Motyer), das Buch "3x 100 Fragen zur Bibel" (Benedikt Peters, Bruno Schwengeler) und die "John McArthur Studienbibel".

Danke für die Nennung der Quellen.

Veröffentlicht von: @miss-piggy

Du meinst, warum man aus dieser Stelle keine bestimmte Tauflehre ableitet?

Nun, wie ich in diesen Thread gelernt haben, hat die Bibelstelle durchaus Auswirkungen auf Tauflehren bestimmter religiöser Gruppen (Neuapostolen, Mormonen). Es wird also evtl. Diskussionen geben, vielleicht sogar auf akademischen Niveau, die das Thema beleuchtet haben.

Veröffentlicht von: @miss-piggy

Eine klare biblische Aussage ist z.B., dass man zu Lebzeiten an den Herrn Jesus glauben muss, um errettet zu werden

Hm, so klar wäre diese Aussage jetzt für mich nicht. Dies hieße ja, dass in der Bibel explizit ausgeschlossen wird, dass Tote noch gerettet werden können. Im Angesicht dessen, dass Jesus zu den Toten hinabgefahren ist, halte ich das für keine klare Aussage.

Das führt jetzt aber zu weit vom Thema ab.

lhoovpee antworten
Miss.Piggy
(@miss-piggy)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 1597
Veröffentlicht von: @lhoovpee

Der erst Link von dir Argumentiert aber historisch. Daher ja meine Frage nach den Quellen.

Mit "historisch" meinst du die Aussage, dass viele Christen als Märtyerer starben? Auch Paulus selbst schrieb, dass das Leben der Christen ständig in Gefahr war. Das ist also auch eine innerbiblische Aussage, für die man keinen Historiker benötigt.

Interessant finde ich, dass er z.B. bei diesen beiden Abschnitten zuerst die Bedrängnisse beschreibt und dann auf die Auferstehungshoffnung hinweist:

8 Denn wir wollen euch, Brüder und Schwestern, nicht verschweigen die Bedrängnis, die uns in der Provinz Asia widerfahren ist, da wir über die Maßen beschwert waren und über unsere Kraft, sodass wir auch am Leben verzagten; 9 und wir dachten bei uns selbst, zum Tode verurteilt zu sein. Das geschah aber, damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt, 10 der uns aus solcher Todesnot errettet hat und erretten wird.

8 Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. 9 Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. 10 Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, auf dass auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde. 11 Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, auf dass auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleisch. 12 So ist nun der Tod mächtig in uns, aber das Leben in euch. 13 Weil wir aber denselben Geist des Glaubens haben, wie geschrieben steht (Psalm 116,10): »Ich glaube, darum rede ich«, so glauben wir auch, darum reden wir auch; 14 denn wir wissen, dass der, der den Herrn Jesus auferweckt hat, wird uns auch auferwecken mit Jesus und wird uns vor sich stellen samt euch.

miss-piggy antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2212

Die Behauptung ist: Christen sahen sich durch die Taufe als Nachfolger der Märtyrer und nannten das dann Totentaufe.

Das wäre zu belegen.

lhoovpee antworten
Miss.Piggy
(@miss-piggy)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 1597
Veröffentlicht von: @lhoovpee

Die Behauptung ist: Christen sahen sich durch die Taufe als Nachfolger der Märtyrer und nannten das dann Totentaufe.

Das ist eine mögliche Auslegung, ja. Die kannst du nun plausibel finden oder nicht. Mehr kann ich hier nicht liefern.

miss-piggy antworten
billy-shears
Beiträge : 1441
Veröffentlicht von: @lhoovpee

In meinen Augen passt dies in keinem mir bekannten Taufverständnis hinein. Warum erwähnt Paulus dies hier? Warum positioniert er sich nicht gegen den Taufritus, sondern nutzt ihn um die Auferstehung zu bekräftigen?

Was ich an diesem Vers spannend finde ist, es ist der einzige Vers in diesem Abschnitt, der von "sie" spricht. Es ist ansonsten ein Lehrtext "uns" oder "wir", gerichtet an "euch" oder "ihr":

"wie sagen einige unter euch, dass es keine Auferstehung der Toten gebe?" (V. 12)
"wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist also auch unsere Predigt inhaltslos, inhaltslos aber auch euer Glaube." (V.14)
"Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist euer Glaube nichtig" (V.17)
"Wenn wir allein in diesem Leben auf Christus gehofft haben, so sind wir die elendesten von allen Menschen." (V.19)

Aber in V.29 redet er von "die" und "sie": Was werden sonst die tun, die sich für die Toten taufen lassen? Wenn überhaupt Tote nicht auferweckt werden, warum lassen sie sich denn für sie taufen?"

Welche Schlüsse kann man daraus ziehen?

- Es war wohl keine ausschließliche Praxis der Korinther sich für Tote taufen zu lassen. Eher war es bei ihnen nicht einmal üblich. Vergleiche V.12: "wie sagen einige unter euch, dass es keine Auferstehung der Toten gebe?" Eine solche Anrede fehlt.
- Selbst wenn es gar keine Korinther gab die sich für Tote taufen ließen, es muss eine Praxis gewesen sein, die ihnen bekannt war. Sonst wäre Paulus' Verweis darauf Käse.
- Gerade weil Paulus sagt "die" und "sie", ist es wohl eine Praxis, die er selbst der von ihm (mit) gegründeten Gemeinde nicht gelehrt hat. Sonst hätte er etwas gesagt wie "wir" oder "einige unter euch".
- Wen könnte er dann mit "sie" meinen? Zumindest welche die davon überzeugt waren, dass es eine Auferstehung der Toten gibt. Die Urgemeinde in Jerusalem? Zeugen der Auferstehung Jesu? Vielleicht sogar Jünger? Das geht aus dem Text nicht hervor.
- Man kann nur davon ausgehen, dass es eher nicht in seine Theologie passt, er es aber auch nicht kategorisch ablehnt. Aber gerade deshalb müssten es wohl Zeugen der Auferstehung Jesu (oder vergleichbares) gewesen sein, denn weshalb sonst beruft er sich auf eine Praxis, die er selbst nicht lehrt? Eigentlich bleibt da nur: aufgrund "transzendenter" Umstände.

billy-shears antworten
3 Antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2212

Das war mir gar nicht aufgefallen. Danke.

lhoovpee antworten
Clay
(@clay)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1322
Veröffentlicht von: @billy-shears

Aber in V.29 redet er von "die" und "sie": Was werden sonst die tun, die sich für die Toten taufen lassen? Wenn überhaupt Tote nicht auferweckt werden, warum lassen sie sich denn für sie taufen?"

Mit 'sie' sind diejenigen gemeint, die sich für Tote taufen lassen.
Paulus hat solche Taufpraktiken nicht gelehrt, Jesus auch nicht, aber darum geht es ihm hier auch nicht.
Es geht ihm um die Leugner der Auferstehung, die sich widersprüchlich verhalten, denn wenn man sich für Tote taufen lässt, macht das ja nur Sinn, wenn sie auferstanden sind.

clay antworten
billy-shears
(@billy-shears)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 1441

Es geht ihm um die Leugner der Auferstehung

Das ist hier jedem klar. Steht auch im Eingangsbeitrag des TE.

billy-shears antworten


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