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8 objektive Fragen


schubertholger
Themenstarter
Beiträge : 53

Leitfragen zur Kontextanalyse biblischer Texte


Die Bibel ist nicht nur ein Buch, sondern eine Sammlung von Schriften, die in ganz unterschiedlichen Zeiten, Kulturen und Lebenssituationen entstanden sind. Wer biblische Texte verstehen will, braucht deshalb mehr als nur ein oberflächliches Lesen. Es geht darum, den Kontext zu erfassen, die Sprecher, die Adressaten, die Situation und die Absicht der Worte oder Taten.

Die folgenden Leitfragen helfen dabei, biblische Texte sorgfältig, objektiv zu analysieren und die Botschaft differenziert wahrzunehmen.

Hier das Werkzeug:

  1. Wer spricht oder handelt?
  2. Zu wem wird gesprochen oder in Bezug auf wen gehandelt?
  3. Was wird gesagt oder getan?
  4. Wann geschieht es (historisch, heilsgeschichtlich, literarisch innerhalb des Buches)?
  5. Wo geschieht es (geographisch, kulturell, im Handlungsrahmen des Textes)?
  6. Wie wird es gesagt oder dargestellt (Stil, Gattung, rhetorische Mittel)?
  7. Warum / weshalb geschieht oder wird es gesagt (Anlass, Situation, Problemstellung)?
  8. Wozu geschieht es (Absicht, Ziel, intendierte Wirkung)?

Merksatz-Formel

(komprimiert)

  1. Wer spricht oder handelt?
  2. Wem gilt das Gesagte/Handeln?
  3. Was wird gesagt oder getan?
  4. Wann geschieht es?
  5. Wo geschieht es?
  6. Wie geschieht es (Stil, Form, Mittel)?
  7. Warum geschieht es (Ursache, Anlass)?
  8. Wozu geschieht es (Ziel, Absicht)?
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50 Antworten
Deborah71
Beiträge : 27505

@schubertholger 

Danke für die Liste für alle, die tiefer mit dem Text arbeiten wollen. 

 

Endlich erwähnt jemand die Wichtigkeit der Geographie bzgl der biblischen Ereignissen. 

Dr. Cindy Parker geht da ausführlich in ihrem Kurs "Listen to the Land" (Höre dem Land zu) ein und entfaltet wichtige Inhalte zum Verständnis der biblischen Berichte. 

Ich konnte eine Probe über Psalm 23 sehen. Leider nur in Englisch. 

Introduction - Listen to the Land of the Bible

Es verändert unsere "bayrische" oder "ostfriesische" Vorstellung von Schafe hüten und führen deutlich. 

Warum führt der Hirte zu stillen Wassern, wo doch sonst die lebendigen Wasser präferiert werden? 

Wo wurden Schafe gehütet? Wann waren sie auf dem Feld? Was bedeutet das für das Weihnachtsdatum? usw... usw.... 

 

deborah71 antworten
2 Antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9597

@deborah71 

Das Video das du verlinkt hast hört da auf, wo es beginnt, interessant zu werden. Die Dozentin weißt darauf hin, dass Ps 23  von David ist, und er … Tja, und dann hört es einfach auf.

Einiges kann ich mir denken, aber wenn ich mir Alles denken könnte, würde ich das Video kaum nötig haben 😉

hkmwk antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 27505

@hkmwk 

Das ist ja auch nur ein Appetithappen. Es gibt einen ganzen Kurs, ich weiß aber nicht, was er kostet. Interessieren tut er mich sehr. Vielleicht diesen Winter. 

deborah71 antworten


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Beiträge : 29979

@schubertholger Toller Beitrag! Könntest du Punkt 2 mal anhand von zwei Büchern in der Bibel erklären. Wem gilt es?

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42 Antworten
schubertholger
(@schubertholger)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 53

@undwenndoch hier ein mögliches Beispiel (inklusive Punkt 2) um es selbst zu versuchen:

Vergleich:

Evangelien (4 Berichte MT, MK, LK, JOH) versus Gefangenschaftsbriefe des Paulus (EPH, KOL, PHIL, PHLM)

 

1. Wer spricht oder handelt?

  • Evangelien: Jesus Christus selbst, sein Wandel, Wirken, Lehren, Wunder, Tod und Auferstehung werden erzählt. Die Erzähler sind die Evangelisten (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes).
  • Paulusbriefe: Paulus als Apostel (Gesandter) der Nationen; er spricht aus persönlicher Berufung und göttlicher Beauftragung heraus (z. B. Eph 3:1–2).

 

2. Wem gilt das Gesagte / Handeln?

  • Evangelien: Vorrangig Israel, Jesus richtet seine Botschaft an Sein Volk Israel, um die Verheißungen zu bestätigen (Mt 10, 5–6, 15, 24).
  • Paulusbriefe: Die Gemeinde (Herausgerufene) aus den Nationen (Nationen und Juden gemeinsam im Leib Christi, Eph 2, 17–18).

 

3. Was wird gesagt oder getan?

  • Evangelien: Verkündigung des „Königreichs der Himmel“; Ruf ausschließlich an Sein Volk zur Umkehr; Heilungen und Zeichen als Bestätigung der messianischen Sendung.
  • Paulusbriefe: Verkündigung des „Geheimnisses“ der Gemeinde, Einheit von Juden und NichtJuden in Christus, praktische Ermahnungen für den Wandel auf Grundlage der Lehre innerhalb der Briefe von Paulus, Trost und Ermutigung aus der Gefangenschaft.

 

4. Wann geschieht es?

  • Evangelien: Während des irdischen Lebens Jesu, vor Kreuz und Auferstehung (heilsgeschichtlich: Anbruch des messianischen Königreiches auf der Erde, Jesus ist der erwartete Messias/Christus und König und Gott).
  • Paulusbriefe: Nach Kreuzigung und Auferstehung, in der „Zwischenzeit der Gnade“ (Paulus in römischer Gefangenschaft

 

5. Wo geschieht es?

  • Evangelien: In Israel (Galiläa, Judäa, Jerusalem); kulturell jüdisch geprägt.
  • Paulusbriefe: Aus Rom (außerhalb Israels) verfasst, adressiert an Gemeinden in Kleinasien (Ephesus, Kolossä), Mazedonien (Philippi) und an eine Einzelperson in Kolossä (Philemon).

 

6. Wie geschieht es (Stil, Form, Mittel)?

  • Evangelien: Erzählung, Gleichnisse, Wunderberichte, Reden (z. B. Bergpredigt, Abschiedsreden); stilistisch narrativ und lehrhaft.
  • Paulusbriefe: Briefform; Christus zentrierte, tiefgehende Argumentation (Epheser, Kolosser), persönlicher Zuspruch (Philipper, Philemon); Lehre als Grundlage des Wandels derer die in Christus sind.

 

7. Warum geschieht es (Ursache, Anlass)?

  • Evangelien: Um Israel das verheißene Königreich anzubieten (siehe AT), den Messias zu offenbaren, Gottes Verheißungen zu bestätigen.
  • Paulusbriefe: Um Gemeinden zu stärken, Irrlehren zu korrigieren (Kol), Einheit und Freude zu fördern (Phil), praktische Anweisungen zum Wandel „in Christus“ zu geben.

 

8. Wozu geschieht es (Ziel, Absicht)

  • Evangelien: Glaube an (Vertraue auf) Jesus als den Messias (Christus) und König, Vorbereitung Israels auf das Königreich, Offenbarung (Enthüllung) seiner Person und Sendung von Gott Seinem Vater.
  • Paulusbriefe: Aufbau und Festigung derer die in Christus sind aus allen Nationen, Ermutigung zur Treue im Glauben (im Vertrauen), geistliche und praktische Anleitung für das Leben als Leib (Körperschaft) Christi.

Ergebnis der Gegenüberstellung:

Die Evangelien sind historisch und heilsgeschichtlich auf Israel und das messianische Königreich auf der Erde fokussiert, mit Jesus dem Christus (Messias) selbst im Zentrum.

Die Gefangenschaftsbriefe des Paulus richten sich dagegen an die Gemeinde (Herausgerufene) und entfalten das „Geheimnis“ der Körperschaft Christi, losgelöst von Israels nationaler Berufung.

schubertholger antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9597

@schubertholger 

um es selbst zu versuchen

Sei nicht böse, aber den Versuch finde ich nur teilweise gelungen. Natürlich stimmt Vieles, was du sagst, aber …

Gefangenschaftsbriefe des Paulus (EPH, KOL, PHIL, PHLM)

Dass Eph und Kol Gefangenschaftsbiefe sind, wäre mir neu.

Und du hat 2.Tm vergessen, der auch ein Gefangenschaftsbief ist.

Wer spricht oder handelt?

Ist in den Evangelien unterschiedlich, mal spricht der Evangelist, mal Jesus, oder auch seine Gegner. Gerade diese Frage passt kaum für ein ganzes Buch, sondern eher für einen konkreten Abschnitt.

Jesus richtet seine Botschaft an Sein Volk Israel

Das könnte man so verstehen, dass es uns Nichts angeht, weil wir ja keine Israeliten sind. Aber die Evangelien wurden für die Gemeinde geschrieben.

Verkündigung des „Königreichs der Himmel“; Ruf ausschließlich an Sein Volk zur Umkehr

Jesus hatte auch andere Themen, beim Johannesevangelium spielt das Reich Gottes kaum eine Rolle.

Paulusbriefe: Aus Rom

Oder aus Cäsarea, wo Paulus immerhin zwei Jahre gefangen war  Nur bei 2.Tm ist es so gut wie sicher, dass er aus Rom ist.

Zum Stil könnte man noch Viel sagen, aber was du dazu schreibst stimmt natürlich auch.

Was den Zweck angeht, sind die Kopfangaben (Absender, Empfänger, Gruß bzw  Segenswunsch, positive Aussage als Übergang) ein Hinweis auf das Thema, auch wenn ich nicht behaupten will, dass ich diesen Hinweis immer richtig deuten kann.

 

hkmwk antworten
schubertholger
(@schubertholger)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 53

@hkmwk

Jesus hatte in seinem irdischen Dienst den Auftrag, die Verheißungen an Israel zu bestätigen. Dies wird in den Evangelien (Berichten MT, MK, LK, JOH) mehrfach bezeugt (vgl. Mt 1,21; Mt 10,5–6; Mt 15,24; Röm 15,8). Sein Wirken richtete sich daher in erster Linie an das Volk Israel, das Träger der alttestamentlichen Verheißungen und des Bundes war.

Nur in seltenen Ausnahmefällen begegnet Jesus einzelnen aus den Nationen, die sich im Glauben (Vertrauen) an die Verheißungen Israels orientieren oder von Israel das Heil (Rettung) erwarten. Diese Empfänger erscheinen nicht als eigenständige Adressaten, sondern als Menschen, die Anteil an dem bekommen, was Gott seinem Volk Israel für das kommende Zeitalter (FriedensReich) schon im AT zugesagt hat.

Ein eindrückliches Beispiel hierfür ist die Begegnung mit der kanaanäischen Frau (Mt 15,21–28). Ihr wird zunächst deutlich gemacht, dass der Dienst Jesu den „Kindern Israels“ gilt. Dennoch empfängt sie durch ihren Glauben (ihr Vertrauen) das Erbetene. Dieses Geschehen wird im Bild der „Krümel, die vom Tisch der Kinder fallen“, verdeutlicht,  ein Hinweis darauf, dass selbst der Überfluss des Heils (der Rettung), das Gott Israel für das Königreich der Himmel zugedacht hat, auch andere berühren kann. 

In der Apostelgeschichte liest man von diesem Königreich und der Übergangszeit zur heutigen Haushaltung (Oikonomia, von Paulus dargestellt).

Deine Frage zu den Briefen aus der Gefangenschaft des Paulus werden in diesen Briefen mehrfach bezeichnet, daß er „in Fesseln“ oder „in Ketten“ sei (z. B. Eph 3,1; Phil 1,13; Kol 4,3; Phlm 1,1). Damit ist seine Inhaftierung gemeint.

Die inhaltliche Besonderheit in Epheser & Kolosser: Betonung der Gemeinde als Leib Christi, daß ist Christus als Haupt über alle Mächte und Philipper: besonders persönlich, voller Freude trotz Gefangenschaft.

 

 

schubertholger antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9597

@schubertholger 

… werden in diesen Briefen mehrfach bezeichnet, daß er „in Fesseln“ oder „in Ketten“ sei (z. B. Eph 3,1; Phil 1,13; Kol 4,3; Phlm 1,1)

Dass Ph um Phm Gefangenschaftsbriefe sind, ist klar, hab ich doch indirekt selber auch gesagt.

Eph 3,1 Kol 4,3 hatte ich war tatsächlich nicht auf dem Schirm.

Das Jesus, als Er hier auf der Erde war, noch nicht das Evangelium verkünden konnte, dass Er am Kreuz gestorben und auferstanden ist, um uns zu retten, ist selbstverständlich. Aber was Er darin sagt, ist keine Speziallehre für Juden. Es gibt nur ein Evangelium, dass für Juden wie Heiden gilt. Darum ging es mir.

hkmwk antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9597

Vielleicht sollte ich noch was zum Begriff Reich schreiben.

Streng genommen gab es in den alten Sprachen kein Wort für Reich. Sogar im Deutschen bezog sich der Ausdruck ursprünglich auf die Herrlichkeit, die ein Herrscher ausstrahlte. Im Lateinischen bedeutete imperium eigentlich so etwas wie Auftrag oder Mandat.

Das griechische Wort basileia bezeichnete die Herrschaft eines Königs. An ein Territorium wurde erst in zweiter Linie gedacht.

Beim Reich Gottes geht es also darum, dass Gott herrscht. Indirekt also oft um Gebote Gottes, in Gleichnissen Jesu oft auch darum, wie Gott als Herrscher handelt.

Und als gutet Jude hat Jesus oft das Wort Gott vermieden und von der Herrschaft des Himmels (»Himmelreich«) gesprochen.

hkmwk antworten
schubertholger
(@schubertholger)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 53

@hkmwk tatsächlich gibt es mehrere GuteBotschaften (Singular mit Evangelium bezeichnet). Beispiele:

  • Evangelium des Königreichs (Mt 4,23; Mt 9,35 u.a.)
  • Evangelium Gottes (Röm 1,1; Röm 15,16; 1Th 2,8ff u.a.)
  • Evangelium Seines Sohnes (Röm 1,9)
  • Evangelium unseres Herrn (2Thess 1,8)
  • Evangelium Jesu Christi (Mk 1,1)
  • Mein Evangelium (Paulus in Röm 2,16; Röm 16,25; 2Tim 2,8)
  • Evangelium der Unbeschnittenheit (Gal 2,7-9)
  • Evangelium der Beschneidung (Gal 2,7-9)
  • Zeitalterliche Evangelium (Offb 14,6)

Oder prüfe auch mal Lukas 1,19 (auch eine andere GuteBotschaft, also „Evangelium“) usw., etc., etc.,…

schubertholger antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9597

@schubertholger 

Das sind doch nur unterschiedliche Namen für das eine Evangelium.

Natürlich gibt es alle möglichen guten Nachrichten (was ja die Bedeutung von euaggelion ist).

Dazu gehört Lk 1,19, und natürlich auch die Ankündigung Jesu, die gewissermaßen die Ankündigung des Evangeliums ist.

Aber wenn es um das christliche Evangelium geht, gibt kein anderes Evangelium  (Gal 1,6-7).

hkmwk antworten
schubertholger
(@schubertholger)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 53

@hkmwk hier im Unterschied zum Vergleich, zwei zueinander im Inhalt verschiedene, als Evangelium (GuteBotschaft) bezeichnete Verkündigung:

- Evangelium des Königreichs (Jesu Botschaft an Israel)

Jesus kam, um die Verheißungen an Israel zu bestätigen und verkündigte das „Königreich der Himmel“ (Mt 4,17; 10,7). Diese Botschaft galt in erster Linie Israel und war mit den Erwartungen des messianischen Königreiches verbunden.

Zum Vergleich:

Epheser 3,1-9
Paulus spricht von etwas, das zuvor verborgen war: die Bildung der Gemeinde aus allen Nationen, dem „Körper Christi“. Hier geht es nicht um das Evangelium des von Israel erwarteten Messias als König und Seiner Herrschaft in Seinem Königreich auf dieser Erde.

Was in Epheser 3,1-9 inhaltlich steht, hat Paulus als Evangelium (Vers 8) verkündigt.

usw., etc., etc.,…

 

 

 

schubertholger antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9597

@schubertholger 

zwei zueinander im Inhalt verschiedene, als Evangelium (GuteBotschaft) bezeichnete Verkündigung

Dass Jesus, als Er auf der Erde war, nicht das Evangelium verkündet hat (immerhin hat Er es angekündigt), habe ich selbst schon hier gesagt.

Das von Israel erwartete messianische Reich ist mit Pfingsten gekommen, wirf sich aber erst vollenden, wenn Er zurückkommt.

Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass die Zeit der Gemeinde dem alten Bund verborgen war. Weshalb beispielsweise Daniel nur bis zur Zeit Jesu prophezeit, und dann (in Dan 7) sofort auf die Vollendung bei seiner Rückkehr springt.

hkmwk antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 5837

@schubertholger 

Dann bin ich mal gespannt, wie du Hesekiel 43, 1-7 durch dein Schema laufen lässt. 

Wer sagt was wann wie zu Hesekiel, wer sind diejenigen die Sprechen, usw. 

arcangel antworten
schubertholger
(@schubertholger)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 53

@arcangel konzentriert man sich auf die Schlüsselverse von Kapitel 43, schildert es die Rückkehr der Herrlichkeit Gottes in den Tempel. Die Formulierung „לְעוֹלָם“ bedeutet im Grundtext nicht „zeitlos ewig“, sondern „für das kommende „Zeitalter“. Das passt exakt zum neutestamentlichen Gebrauch von αἰών / αἰώνιος. Der Text zeigt: Gottes endgültige Absicht ist es, sein Volk dauerhaft im kommenden Königreich zu bewohnen.

Wer spricht oder handelt?

– Gott selbst durch einen Boten als Führer

– Gott offenbart seine Herrlichkeit und seine Absicht, wieder in Jerusalem zu wohnen.

Wem gilt das Gesagte/Handeln?

– Dem „Haus Israel“, konkret den Rückkehrern aus dem Exil, heilsgeschichtlich aber dem gesamten Volk Gottes.

Was wird gesagt oder getan?

– Gottes Herrlichkeit kehrt zurück.

– Er beansprucht den Tempel als Wohnort.

– Er kündigt „Wohnen לְעוֹלָם (für das Zeitalter)“ an.

Wann geschieht es?

– Historische (Ansage): im babylonischen Exil (6. Jh. v. Chr.).

– Literarisch: in der Schlussvision Hesekiels (Kap. 40–48: Vision des neuen Tempels).

– Heilsgeschichtlich: Ausblick auf die Wiederherstellung, „zukünftiges Zeitalter“.

Wo geschieht es?

– In der ~Vision~: Tempel in Jerusalem (Osttor, wo Gottes Herrlichkeit erscheint).

– Geographisch: das „Land Israel“.

Wie wird es gesagt?

– In einer Schau oder einem Bild, das dem Propheten (Künder) „gezeigt“ wird.

 

– Mit starken Beschreibungen: Herrlichkeit, Wasserrauschen, Licht.

– Tempelbeschreibung als heiliger (abgesonderter) Ort

Warum geschieht es?

– Um Israel zu reinigen von Sünde (Zielverfehlung) und Götzendienst (Falscher Dienst der Unterordnung)

– Um die endgültige Gemeinschaft Gottes mit seinem Volk zu bestätigen.

Wozu geschieht es?

– Ziel: Gottes Wohnung unter den Menschen.

– Absicht: ein „neues Zeitalter“ der Reinheit, Nähe Gottes, wahre Anbetung und Unterordnung hin zum wahren Ziel.

 

schubertholger antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 5837

@schubertholger 

Wer spricht oder handelt?

– Gott selbst durch einen Boten als Führer

– Gott offenbart seine Herrlichkeit und seine Absicht, wieder in Jerusalem zu wohnen.

Da bist du aber schon etwas zu schnell. 

Du hast den Mann, die Herrlichkeit Gottes, die den Tempel erfüllt, den Geist, der Hesekiel emporhebt in den Vorhof bringt und einen, der vom Tempel her redet. 

Ist der vom Tempel her redet und die Herrlichkeit Gottes der(das)selbe?

Grammatikalisch, bezieht sich Vers 7 auf den, der vom Tempel her redet oder auf den Mann der neben Hesekiel steht? 

Und der Spruch des Herrn, wenn er von dem Mann kommt, kann es so verstanden werden, als ob Gott durch diesen Mann spricht. 

Aber wenn es der ist, der vom Tempel her redet, ist es dann Gott der spricht. 

arcangel antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 5837

@schubertholger 

Was wird gesagt oder getan?

– Gottes Herrlichkeit kehrt zurück.

– Er beansprucht den Tempel als Wohnort.

– Er kündigt „Wohnen לְעוֹלָם (für das Zeitalter)“ an.

Vergisst du da nicht etwas, Gott sagt ja noch mehr, und zwar kündigt er eine Zeit an, in der Sein Name nicht befleckt wird und keine Unzucht mehr betrieben wird. Es ist also eine Vision des kommenden Himmelreiches. Was entscheiden ist über die Verortung und Personen, vor allem, wenn später noch vom Prinzen gesprochen wird. 

arcangel antworten
schubertholger
(@schubertholger)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 53

@arcangel na klar kann man auch mal was übersehen. Das wir dabei objektiv bleiben ist das wichtigste zum Maintext der 8W-Fragen.

schubertholger antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 5837

@schubertholger 

Na ja, du machst dir die Mühe einen Text mit Fragen zu analysieren und dann bleibst du aber oberflächlich? 

Ich habe es versucht, mit dem Frage wer spricht zu verdeutlichen. Denn mit deiner Antwort, dass hier Gott durch einen Boten spricht, bin ich nicht einverstanden. 

Gerade in dieser Szene hast du die Herrlichkeit des Herrn, einer (oder der Mann) der als Gott spricht und du hast den Heiligen Geist, der handelt. 

Deine sehr vereinfachte Aussage, 

– Gott selbst durch einen Boten als Führer

Ignoriert, vollkommen, dass in dieser Szene jeder Person der Dreieinigkeit präsent ist, handelt und redet. 

Die Frage, was wird gesagt und getan? Wird dann wichtig, um zu verstehen, ob hier ein Tempel beschrieben wird, der effektiv physisch einmal gebaut werden wird, oder ob dieser Tempel ein Sinnbild für etwas anderes ist. 

Wenn man dies weis, dann stellt sich die Frage; welchen Tempel baut dieser einer (Jesus), in dem der Vater Wohnung nehmen wird und in dem der Heilige Geist wirkt? 

Deine Fragen sind wertvoll, nur wenn sie auch zu einem Gewinn werden sollen, dann sollten sie im Detail beantwortet werden.

Dann wirst du nämlich auch die Frage: Wo geschieht es?

Anders beantworten. 

All diese Fragen sind nicht banal, denn wenn der Tempel den Hesekiel hier beschreibt, tatsächlich ein physischer Tempel in Jerusalem (was alleine von den physischen Dimensionen her nicht möglich ist) dann ist die Herrlichkeit Gottes nicht mehr unter den Menschen, denn in Kapitel 10 hat die Herrlichkeit des Herrn Israel Verlassen. 

arcangel antworten
schubertholger
(@schubertholger)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 53

@arcangel die von mir im Eingang bezeichneten W-Fragen dienen (wie mir)  offensichtlich nur für eine grobe Richtung. 
Für tiefere Details sind dann spezialisierte Profis wie du gefragt.

schubertholger antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 5837

@schubertholger 

Für tiefere Details sind dann spezialisierte Profis wie du gefragt.

Da bin ich anderer Meinung. Man braucht kein Profi zu sein, und mit deinen Fragen lässt sich schon sehr viel herausholen. Wenn man denn auf die Details achtet. 

arcangel antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9597

@schubertholger (zum Beitrag)

Ich würde es anders formulieren:

Die Fragen können hilfreich sein, sollten aber nicht zu einem Korsett werden, in das Alles hineingepresst werden muss.

hkmwk antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9597

@schubertholger (zum Beitrag)

Die Formulierung „לְעוֹלָם“ bedeutet im Grundtext nicht „zeitlos ewig“, sondern „für das kommende „Zeitalter“. Das passt exakt zum neutestamentlichen Gebrauch von αἰών / αἰώνιος.

Das  ist, was αἰών betrifft, sehr vereinfacht, und was αἰώνιος angeht, schlicht falsch.

Das Adjektiv bedeutet „ewig“, und wie im Deutschen kann das im Einzelfall auch ein begrenzter Zeitraum sein.

Auch αἰών kann ewig im Sinne von unbegrenzte Zeit bedeuten, das gilt z.B. immer dann, wenn es gedoppelt wird, wie beispielsweise in Of 20,10.

Ich weiß, dass es Ideologen gibt, die das bestreiten, und hoffe nur, dass du von denen nicht zu sehr beeinflusst bist.

Bei Hsk 43,1-7 ist die wichtigste Frage, ob das mit dem Tempel wörtlich gemeint ist, oder ob es geistlich zu verstehen ist. Geht es vielleicht um die Heilszeit der Vollendung, die im NT (Of 21+22) mit ganz anderen Bildern beschrieben wird? Ich behaupte nicht, dass ich die richtige Antwort dazu kenne.

hkmwk antworten
schubertholger
(@schubertholger)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 53

@hkmwk

Auseinandersetzung mit der Bedeutung und Verwendung der zentralen Begriffe ‚αἰών‘ (aiṓn) und ‚αἰώνιος‘ (aiṓnios) im ursprünglichen biblischen Grundtext.

 

(Bei manchen Bibelstellen mit „Ewigkeit“, bzw. „ewig“ übersetzt)

 

In der antiken griechischen Sprache, besonders auch im Judentum (gegenwärtige Zeit:) des Zweiten Tempels und im sogenannten Neuen Testament, wurde „αἰών“ (aiṓn) oft verwendet, um auf bestimmte Zeitalter (wie das damals jetzige Zeitalter vs. das kommende) zu verweisen.

In diesem Rahmen bezeichnet das davon abgeleitete Adjektiv „αἰώνιος“ (aiṓnios) die Qualität und Bestimmung eines Zeitalters (z.B. eines zukünftigen Zeitalters), was den Zusammenhang an einigen Stellen in der Bibel eine ganz bestimmte, sowie homogene Bedeutung gibt und das Vorkommen dieser beiden Wörter innerhalb des Grundtextes objektiv darstellt. Natürlich könnte man aus Neutralität eine Transliteration vorziehen und hätte immer noch ein besseres Ergebnis erzielt als sich auf das subjektiv geprägte Verständnis der bekannten Bibelübersetzer einzulassen, die ja unterschiedlichste Bedeutungen, an unterschiedlichen Stellen, zueinander unterschiedlich übersetzen.

 

Zu prüfen ist an allen Stellen, der inhaltliche Bezug bei gleichbleibender Bedeutung in der Verwendung von:

 

  • αἰών (aiṓn) = Substantiv: „Zeitalter“.
  • αἰώνιος (aiṓnios) = Adjektiv: „zeitalterlich“ (weil „zum Zeitalter gehörend“, da es sich auf αἰών (aiṓn) bezieht, z.B. das Leben oder die Strafe, die zum kommenden Zeitalter gehören

(Innerhalb dieser objektiven Untersuchung wird man auf keinen einzigen Widerstand stoßen, ausgenommen der Tradition)

 

Ein Prüfen aller Stellen (Vorkommen) als Vergleich mit dem Wort „Ewigkeit“ und „ewig“ (inkl. Singular und Pluralform) wird an den meisten Stellen in Sinnlosigkeit enden, wenn die Definition einen Zeitraum ohne Anfang und/oder Ende, also ein unendliches Zeitkontinuum bezeichnet und das abgeleitete Adjektiv „ewig“ etwas beschreibt, das für immer besteht, nie endet oder zeitlos ist.

schubertholger antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9597

@schubertholger 

Das ist einseitig formuliert. Zwar gibt es viele Stellen, in denen es so ist, wie du geschrieben hast, aber eben auch andere Stellen.

Ist unsere Rettung nur für ein Zeitalter? Gebührt Gott die Ehre auf Ewigkeit oder nur für ein Zeitalter?

Du wirst auch kein anderes agr. Wort finden, das Ewig(keit) bedeutet - höchstens den Ausdruck der »Ewigkeit(en) der Ewigkeiten«, wie in Of 20,10.

Was du schreibst ist also eine Halbwahrheit, die in die Irre führt.

Wenn du wirklich alle Stellen geprüft hättest, wüsstest du das.

hkmwk antworten
schubertholger
(@schubertholger)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 53

@hkmwk tatsächlich verwende ich in dieser Angelegenheit objektiv das selbe übersetzte Wort an allen(!) Stellen als zentrales Verständnis (wie von mir beschrieben):

- αἰών (aiṓn) = Substantiv: „Zeitalter“.

- αἰώνιος (aiṓnios) = Adjektiv: „zeitalterlich“ (weil „zum Zeitalter gehörend“

In den antiken Sprachen wie Hebräisch oder Altgriechisch gibt es keine moderne „lineare“ Zeitvorstellung wie bei uns.

„Olam“ (Althebräisch) und „Aion“ (Altgriechisch) bezeichnen ein Zeitalter, eine Zeitepoche.

Man liest und versteht objektiv zum Beispiel Plural: „in die Zeitalter der Zeitalter“ – im Hebräischen: olam olamim (עוֹלָם עוֹלָמִים), oder im Griechischen: eis tous aionas ton aionon (εἰς τοὺς αἰῶνας τῶν αἰώνων).

 

Wenn „Ewigkeit“ ein Zeitraum ohne Anfang und/oder Ende ist, dann ist es kein messbarer Zeitabschnitt! Also wird es sinnlos, von „mehreren Ewigkeiten“ zu sprechen. Mehrere Unendlichkeiten nebeneinander? Mathematisch oder logisch ist das problematisch.

 

Historisch gesehen haben viele Übersetzer der Bibel, vor allem in der Spätantike und im Mittelalter, die Begriffe nicht neutral, sondern dogmatisch geprägt übersetzt.

Was wir heute unter „Ewigkeit“ verstehen, ist maßgeblich durch Übersetzungen und die theologische Tradition geprägt, nicht durch den Sinn und Wortlaut der Originaltexte!

Theologische Vorannahmen (z. B. ewige Hölle, ewiges Leben, lineares Weltende) haben oft beeinflusst, wie „olam“ oder „aion“ übersetzt wurden.

 

Der Gedanke von „Ewigkeit“ als „unendlich und absolut“ ist nicht originär biblisch (ursprüngliches Verständnis des Grundtextes), sondern eine spätere dogmatische Interpretation, die von Philosophie (z. B. Platonismus), kirchlich-institutioneller Lehre und sprachlichen Missverständnissen geprägt ist. Es wurde aber auch subjektives und institutionelles Gedankengut bewusst eingebaut, damit die Idee einer unveränderlichen Ewigkeit, jenseits der Zeit zum theologischen Standard wurde.

schubertholger antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9597

@schubertholger 

Hör doch Mal auf so zu schreiben, als ob es um ein Entweder-Oder geht!

In erster Annäherung ist es wie im Deutschen. Wenn jemand sagt: Ich habe eine Ewigkeit auf dich gewartet, dann wird ja niemand annehmen, dass er buchstäblich unendlich lange gewartet hat.

Ist das jetzt der Beweis dafür, dass ewig im Deutschen niemals eine unbegrenzte Zeit bezeichnen kann? Nach deiner Argumentation müsste das ja so sein.

Aber glaube meinetwegen, dass deine Errettung nur für dieses Äon gilt, und wie es danach weiter geht - wer weiß?

Ich glaube, dass Jesus uns eine ewige Errettung erwirkt hat.

Man liest und versteht objektiv zum Beispiel Plural: „in die Zeitalter der Zeitalter“ 

Ja, es gibt ein Zeitalter, das alle Zeitalter umfasst, also ewig dauert.

hkmwk antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9597

Fortsetzung

Wenn „Ewigkeit“ ein Zeitraum ohne Anfang und/oder Ende ist, dann ist es kein messbarer Zeitabschnitt!

Du meinst, was nicht messbar ist, existiert nicht?

Gott ist nicht messbar …

In der Antike wurde tatsächlich die Zeit zirkular gedacht, es gibt nichts Neues unter der Sonne.

Aber gerade die Botschaft der Bibel spricht von einer linearen Zeit, die mit der Schöpfung beginnt und durch eine vielfältige Heilsgeschichte zu einer Erlösung führt, die ausdrücklich besser (und somit anders) als das Paradies am Anfang ist.

Lineare Zeit als unbiblisch zu bezeichnen hat schon ein Geschmäckle.

hkmwk antworten
schubertholger
(@schubertholger)
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@hkmwk mir sind deine Gedanken bekannt und der Wechsel welcher aus dem jeweiligen Zusammenhang der Bibelabschnitte hineininterpretiert wird, allerdings ist meine dargestellte Beschreibung αἰών (aiṓn) mit dem Substantiv: „Zeitalter“ und αἰώνιος (aiṓnios) als Adjektiv mit „zeitalterlich“ zu übersetzen objektiv und homogen, weil „zum Zeitalter gehörend“, da es sich auf αἰών (aiṓn) bezieht, z.B. das Leben oder die Strafe, die zum kommenden Zeitalter gehören.
Da keine EwigkeitEN parallel existieren und auch das Adjektiv nicht immer bei Interpretationen in Übersetzungen mit „ewig“ übersetzt wird, sollte man prüfen, wie es sich mit so einem zentralen Wort in der Grundsprache verhält.

Ein weiteres Beispiel wäre das hebräische Wort „Olam“ siehe Jona 2, 7, was zum Beispiel auch zur späteren Aufnahme des JonaMotivs im NT: das „Zeichen Jonas“ als Bild für Jesu Tod und Auferstehung (Mt 12,40) darstellt.

Anstatt „ewig“ oder „Ewigkeit“ zu verwenden (weil zu unpräzise), ist mit „Zeitalter zu übersetzen.

Aber erst eine Klarstellung (weil die Verszählung in hebräischer und deutscher Tradition abweicht):
• Hebräischer Text (MT): Jona 2,6 = לְעוֹלָם (ləʿolām).
• Deutsche Bibeln: Dieser Vers ist i. d. R. als Jona 2,7 gezählt.

Man könnte übersetzen:
Zu den Fundamenten der Berge stieg ich hinab;
die Erde mit ihren Riegeln war hinter mir für ein Zeitalter עוֹלָם (ʿolām); aber du hast mein Leben aus der Grube heraufgeführt, JHWH, mein Gott.

Von der Septuaginta-Übersetzung ins Deutsche übersetzt:

Ich stieg hinab zur Erde, deren Riegel mich hielten εἰς τὸν αἰῶνα (eis ton aiōna) für ein Zeitalter;
doch lass mein Leben heraufsteigen aus dem Verderben, Herr, mein Gott.

Unter „ewig“ liest und versteht man Quantitativ (zeitlich): „für immer“, vielleicht„für lange Zeit“, oder„unabsehbar“, aber das ist *nicht* gemeint, sondern Jona bezeichnet eine Qualitative Epoche/Ära, zwar kurz, aber es geht nicht um Zeit, sondern zeitalterlich, daß ist zur Ordnung / zur Bestimmung eines Zeitalters gehörig. Jona erkennt, daß er in eine Existenzsphäre geraten ist, die zum Zeitalter des Todes gehört. Damit ist es eine qualitative Bestimmung seines Zustandes, nicht eine Angabe der Dauer.
Die Rettung Jonas ist dann also ein „Herausführen in das Leben“, ein Hineinholen in eine andere, neue Qualität des Daseins.
Objektiv ist im Sinn zu übersetzen-verstehen:

„… die Erde schloss mit ihren Riegeln hinter mir den Zugang in die Ära (Sphäre) des Todes …“

oder vom Sinn auch möglich:

„… die Erde war mit ihren Riegeln um mich geschlossen, wie es dem Zeitalter des Todes entspricht …“

Variante 1 ist zwar sehr frei übersetzt, aber dafür objektiv verständlich.

schubertholger antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
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@schubertholger 

allerdings ist meine dargestellte Beschreibung αἰών (aiṓn) mit dem Substantiv: „Zeitalter“ und αἰώνιος (aiṓnios) als Adjektiv mit „zeitalterlich“ zu übersetzen objektiv und homogen

Objektiv? Dann nenne mir bitte mal ein Wörterbuch, das diese objektive Beschreibung bietet!

Und homogen ist dein Wort für das, was ich kritisiert habe: dass  du nur eine Bedeutung der Wörter herauspickst und den Rest des Bedeutungsfelds ignorierst.

Und das, obwohl ich dir im Deutschen gezeigt habe, dass ein Wort beide Bedeutungen haben kann!

Da keine EwigkeitEN parallel existieren

Was soll das? Ich habe schon dreimal gesagt, dass aion(ios) im Griechischen zwei Bedeutungrn hat, und du meinst, ein Beleg für eine dieser beiden Bedeutungen würde das widerlegen?

Beschäftige dich besser mit den Belegen für die andere Bedeutung, ob du die entkräften kannst!

Deshalb meine Frage: Rechnest du wirklich mit der Möglichkeit, in einem kommenden Äon verloren zu gehen, weil ja nirgendwo in Bibel, wie du sie liest, davon die Rede ist, dass unsere Rettung ewig Bestand hat?

Hebräischer Text (MT): Jona 2,6 = לְעוֹלָם (ləʿolām).
• Deutsche Bibeln: Dieser Vers ist i. d. R. als Jona 2,7 gezählt.

Hast du eine App, die den MT in der im Englischen üblichen Zählung bietet? Gedruckte Ausgaben des MTs benutzen i.d.R. die Zählung deutscher Bibeln.

hkmwk antworten
schubertholger
(@schubertholger)
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@hkmwk vielen Dank für dein weiteres Statement.

Die von dir empfohlenen Informationen stellen eine mögliche Interpretation dar, jedoch keinen Maßstab mit absolutem Anspruch.

Die konsequente Übersetzung von αἰών (aiṓn) als Substantiv mit „Zeitalter“ und von αἰώνιος (aiṓnios) als Adjektiv mit „zeitalterlich“ (im Sinne von „zum Zeitalter gehörend“) ist nicht nur sprachlich transparent und sachlich nachvollziehbar, sondern eröffnet an vielen Stellen auch neue Perspektiven. Diese verdienen es, im jeweiligen Kontext geprüft und in einem möglichen Dialog berücksichtigt zu werden – unabhängig von institutionellen oder dogmatischen Vorgaben.

schubertholger antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
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@schubertholger 

Die konsequente Übersetzung

So was ist weltfremd. Wörter haben immer ein Bedeutungsspektrum, und weil sich die Bedeutungsfelder in verschiedenen Sprachen nicht völlig decken, muss man in der Regel ein Wort in einer Sprache in einer anderen Sprache je nach Zusammenhang unterschiedlich übersetzen.

Eine »konsequente« Übersetzung ist also fast immer ein Fehler, egal welches Wort und welche Sprachen.

Natürlich gibt es Ausnahmen, v.a. bei Übersetzungen von einer chinesischen Sprache in eine andere  (meist werden diese Sprachen als Dialekte des Chinesischen bezeichnet).

Ich habe mal Sprachwissenschaft studiert, du kannst mir das glauben.

Wenn du dich vom Dogma der »konsequenten« gelöst hast, können wir vernünftig miteinander reden. Wenn du in deinem Irrtum verharrst, wird ein weiteres Gespräch über Aion sinnlos.

hkmwk antworten
schubertholger
(@schubertholger)
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@hkmwk mir ist der Inhalt deiner Argumentation bekannt, deswegen besteht die Schwierigkeit deiner Argumentation darin, daß sie wesentlich auf einem subjektiven Empfinden einer möglichen Interpretation beruht. Mein Ansatz hingegen besteht in einem vergleichenden Verfahren, das darauf abzielt, zwei mögliche Deutungen systematisch gegenüberzustellen und ihre wechselseitige Bedeutungsrelation für den zusammenhängenden Bibelabschnitt zu überprüfen.

 

schubertholger antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
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@schubertholger 

mir ist der Inhalt deiner Argumentation bekannt, deswegen besteht die Schwierigkeit deiner Argumentation darin, daß sie wesentlich auf einem subjektiven Empfinden einer möglichen Interpretation beruht

Ich habe mit einer von dir ignorierten dprachwissenschaftlichen Tatsache argumentiert. Was soll denn daran subjektived Empfinden sein?

Subjektiv ist doch eher deine Meinung, eine »konsequente« Übersetzung hätte irgendeinen Wert. Nein, sie ist bestenfalls so viel wert wie eine sinngemäße (also »inkonsrquente« Übersetzung.

Aber eben meist deutlich weniger wert.

Beispiel: Ein Universitätsstudium wird als Erziehung bezeichnet (konsequente Übersetzung von englisch education).

Mein Ansatz hingegen besteht in einem vergleichenden Verfahren

Dieses Verfahren beruht auf einer objektiv falschen Einschätzung und ist somit wissenschaftlich unhaltbar.

Zum konkreten Beispiel habe ich auf Bibelstellen hingewiesen, deren Aussagen sinnlos werden, wenn man da von zeitalterlich ausgeht. Du hättest nachfragen können, wo das genau steht, wenn du diese Aussagen nicht in der Bibel findest, du hättest auf diese Bibelstellen eingehen können, um meine Argumentation zu entkräften. Statt dessen hast du belegt, dass du in dem Punkt Recht hast, in dem ich dir Recht gegeben habe, bist also meinen Argumenten ausgewichen.

Und bei all dem schreibst du so, als ob du es besser weißt.

So wirst du mich nie überzeugen.

hkmwk antworten
schubertholger
(@schubertholger)
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@hkmwk in diesem Zusammenhang geht es nicht um den Versuch, dich zu überzeugen, sondern vielmehr um den Hinweis darauf, dass die Begriffe „Ewigkeit“ und „ewig“ nicht in allen biblischen Kontexten sinnvoll angewendet werden können. Ihre Verwendung erfordert vielmehr ein subjektives Einschätzungsvermögen, das sich an institutionell geprägten Interpretations- und Übersetzungstraditionen orientiert. Demgegenüber erscheint es philologisch konsequent, für αἰών (aiṓn) das Substantiv „Zeitalter“ und für αἰώνιος (aiṓnios) das Adjektiv „zeitalterlich“ im Sinne von „zum Zeitalter gehörend“ zu verwenden, da diese Übersetzungen in sämtlichen Textstellen widerspruchsfrei bleiben, wenngleich sie inhaltlich durchaus unterschiedliche Bedeutungsnuancen zulassen. Abweichungen ergeben sich dabei primär aus traditionellen Übersetzungs- und Interpretationsmustern.

Aus einer neutralen Perspektive wäre es daher auch nachvollziehbar, an bestimmten Stellen eine Transliteration beizubehalten. Dies könnte insofern sinnvoll sein, als dadurch die semantischen Unterschiede sichtbar gemacht werden, die in verschiedenen Verständnistraditionen und bereits existierenden divergierenden Bibelübersetzungen zum Ausdruck kommen.

 

schubertholger antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
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@schubertholger 

sondern vielmehr um den Hinweis darauf, dass die Begriffe „Ewigkeit“ und „ewig“ nicht in allen biblischen Kontexten sinnvoll angewendet werden können

Das habe ich auf unterschiedliche Weise dir schon 5-mal bestätigt. Wozu erwähnst du es?

da diese Übersetzungen in sämtlichen Textstellen widerspruchsfrei bleiben

Das habe ich mit meinen Beispielen widerlegt, also hör bitte auf, eine falsche Aussage zu wiederholen. Oder gehe auf meine Beispiele ein!

Aus einer neutralen Perspektive wäre es daher auch nachvollziehbar, an bestimmten Stellen eine Transliteration beizubehalten

Damit wird das Problem nur verschoben: was bedeutet »Äon«?

hkmwk antworten
schubertholger
(@schubertholger)
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@hkmwk zum oben erwähnten, hier noch ein zusätzliches Beispiel in der Anwendung der vier kanonischen Evangelien (Mt, Mk, Lk, Joh) wo homogen das Substantiv αἰών (aiṓn) mit „Zeitalter“ und das Adjektiv αἰώνιος (aiṓnios) mit „zeitalterlich“ im Sinne von „zum Zeitalter gehörend“ wiedergegeben wird, so erschließt sich daraus im jeweiligen Kontext ein spezifisches Verständnis: Gemeint sind etwa das Leben oder die Strafe, die dem kommenden Zeitalter zugeordnet werden.

In den Evangelien tritt Jesus mit einem klar umrissenen Auftrag auf: Er kam, um die den Vätern gegebenen Verheißungen an Israel zu bestätigen. Dementsprechend richtet sich sein Wirken in den Evangelien primär und nahezu ausschließlich an Israel (vgl. Mt 1,21; 10,5–6; 15,24; Röm 15,8). Nur in wenigen Ausnahmefällen begegnet er Proselyten oder Nichtjuden, die ihr Heil von Israel erwarten. Diese erhalten – im Bild gesprochen – lediglich die „Krümel“, die vom Tisch Israels fallen (vgl. Mt 15,21–28).

Mit Jesus war der verheißene Messias erschienen (vgl. Mt 11,3–6; 16,15–16). Damit stand auch das von Daniel angekündigte „Königreich der Himmel“ unmittelbar bevor (vgl. Dan 2,44; 7,27; Mt 3,2; 4,17; 10,7). Dieses messianische Königreich bildet den zentralen Inhalt der Verkündigung Jesu in den vier Berichten (Evangelien). Der Übergang vom gegenwärtigen Zeitalter zum kommenden Zeitalter, mithin die eschatologische Wende, ist das Hauptthema der sog. Endzeitrede Jesu in Mt 24–25 (vgl. Mt 24,3). Das zeitalterliche (~ewige~) Leben bezeichnet in diesem Zusammenhang das Leben mit dem Messias im kommenden Äon (Zeitalter) auf dieser Erde (vgl. Mk 10,28–30).

Nicht ohne Grund erkundigten sich bestimmte Jünger bei ihrem Herrn, ob er in dieser Zeit das Königreich für Israel wiederherstellen werde (Apg 1,6) in dem erwarteten Zeitalter!

schubertholger antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
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@schubertholger 

Wie bereits gesagt, du ignorierst, dass die Evangelien von Christen geschrieben wurden, die vor allem festhielten, was von den Taten und Reden Jesu für sie relevant war. Und damit ist das, was da steht, auch eine Botschaft an uns.

Auch für Juden gilt heute das Evangelium von Tod und Auferweckung Jesu.

hkmwk antworten
schubertholger
(@schubertholger)
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@hkmwk

Unsere Diskussion um die semantische Reichweite der Begriffe αἰών (aiṓn) und αἰώνιος (aiṓnios) verdeutlicht ein grundlegendes hermeneutisches Problem biblischer Exegese: nämlich das Spannungsverhältnis zwischen philologisch-objektiver Wortbedeutung und traditionell-dogmatischer Deutung.

Aus philologischer Perspektive ist festzuhalten, daß αἰών im altgriechischen Sprachgebrauch in erster Linie einen qualitativen und nicht einen quantitativen Zeitraum oder ein Zeitalter bezeichnet (siehe mein vorgeganges Beispiel bei Jona), dessen Dauer variabel sein kann. Das davon abgeleitete Adjektiv αἰώνιος beschreibt folgerichtig etwas, das einem Zeitalter zugehört oder für ein Zeitalter gültig ist. Diese Grundbedeutung ist in zahlreichen Texten des Neuen Testaments und vom Gewicht auch besonders in der Septuaginta konsistent erkennbar. Ähnliche semantische Strukturen finden sich auch im Hebräischen mit עוֹלָם (ʿolām). Daraus ergibt sich also, daß die traditionelle Übersetzung mit „Ewigkeit“ bzw. „ewig“ nicht als primäre, sondern vielmehr als sekundäre und institutionell-theologisch geprägte Deutung zu verstehen ist.

Die Beobachtung, daß in antiken Sprachen kein modernes Konzept einer linearen und unbegrenzten Zeitkategorie existierte, untermauert diese Einschätzung, besonders dahin, da es sich um die Qualität als Sinn dieses Wortes handelt und nicht um die quantitative und endlose Länge. Das Verständnis von „Ewigkeit“ als zeitlos-unendlicher Zustand ist wesentlich durch platonische Philosophie und später kirchlich-dogmatische Traditionen geprägt worden. Historisch hat sich dieses Bedeutungsverständnis in die gängigen Übersetzungen eingeschrieben und damit die sogenannte christliche Theologie nachhaltig beeinflusst.

Dein Einwand, die konsequente Übersetzung mit „Zeitalter/zeitalterlich“ sei „weltfremd“, beruht auf einem linguistisch zutreffenden, jedoch hermeneutisch einseitigen Argument: Wörter haben in der Tat Bedeutungsfelder (semantische Felder), die je nach Kontext unterschiedliche Nuancen zulassen. Daraus folgt jedoch nicht zwingend, daß die Übersetzung mit „Ewigkeit“ sachgerechter ist, sondern vielmehr, daß die jeweilige Textstelle kontextuell zu prüfen ist. Hier liegt der Kern des wissenschaftlichen Diskurses:

  • Die philologische Konsequenz spricht dafür, αἰών und αἰώνιος in erster Linie als „Zeitalter“ und „zeitalterlich“ wiederzugeben.
  • Die theologische Tradition hat diese Bedeutung erweitert oder verschoben, indem sie das Wortfeld mit der Idee einer zeitlosen, absoluten „Ewigkeit“ verband.

Im Blick auf die Evangelien (Mt, Mk, Lk, Joh) ist zudem zu beachten, daß die Verkündigung Jesu historisch zunächst auf Israel bezogen ist. Seine Botschaft ist im Horizont des kommenden messianischen Zeitalters zu verstehen. Daß die Evangelien später in christlichen Gemeinden redaktionell gestaltet wurden und somit auch für in späteren Generationen Glaubende Relevanz erhielten, ist ein redaktionsgeschichtliches Faktum, ändert jedoch nichts an der ursprünglichen Semantik der Begriffe.

Die Übersetzung von αἰών und αἰώνιος mit „Zeitalter“ bzw. „zeitalterlich“ ist philologisch begründet und semantisch konsistent. Die Übertragung mit „Ewigkeit“ bzw. „ewig“ ist dagegen Ergebnis einer institutionell/theologischen Traditionsbildung, die auf metaphysischen Konzepten beruht. Beide Ebenen, die sprachlich-ursprüngliche und die theologisch-traditionelle, sind ernst zu nehmen, dürfen jedoch nicht vermischt werden. Eine sachgerechte Exegese erfordert es, die Begriffe zunächst im ursprünglichen historischen und sprachlichen Kontext zu bestimmen, bevor sie – wie in der von dir vertretenen Substitutionstheologie, in einer dogmatischen Rezeption nicht berücksichtigt und dadurch in ihrer ursprünglichen Bedeutung relativiert oder überlagert werden.

schubertholger antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
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@schubertholger 

nämlich das Spannungsverhältnis zwischen philologisch-objektiver Wortbedeutung

Ich weiß zwar nicht, was du mit »philologisch-objektiver Wortbedeutung« meinst, aber ich weiß, dass ich die philosophische Wortbedeutung vertrete, wie sie auch in philologischen Lexika zu finden ist.

Mir kommt deine Deutung dogmatisch begründet vor, wenn auch nicht traditionell dogmatisch.

Im Übrigen benutzt du viel Text, um zu verschleiern, worum es geht.

Wir sind uns einig, dass Äon etc. auch einen begrenzten Zeitraum bezeichnen kann. Ich habe auch keine Einwände gegen deine Hinweise auf die Qualität, auf die komisch hinweist.

Ich habe nur darauf hingewiesen, dass es Bibelstellen gibt, in denen mit ewig und Ewigkeit übersetzt werden muss, und Beispiele genannt.

Ich habe auch auf Ausdrückte verwiesen, die anders als ein einfaches aion(ikos) 

Statt auf diese Beispiele einzugehen, bringst du ständig andere Beispiele für das, worüber wir uns einig sind.

Glaube meinetwegen, dass Gott nicht ewig existiert, sondern nur für ein Zeitalter 😉 Nur erzähle mir bitte nicht, das wäre philologisch objektiv so.

Und ja: Ich vertrete das Dogma, dass die Aussage, etwas würde nicht existieren, nicht durch Hinweise darauf verteidigt wird, was alles sonst existiert, sondern indem man sich mit Belegen auseinander setzt, die zeigen, dass es doch existiert (und sie entkräftet).

hkmwk antworten
schubertholger
(@schubertholger)
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@hkmwk

Es ist hilfreich, die unterschiedlichen Ebenen unserer Diskussion noch einmal klarer herauszustellen.

 

Wenn ich von philologisch-objektiv spreche, meine ich damit eine Wortanalyse, die sich primär an den sprachlichen Belegen des Grundtextes orientiert, auch an der Septuaginta (als Beispiel einer Übersetzung in ihrer fast homogenen Übersetzung des Wortes „olām“) und wesentlich den neutestamentlichen Schriften. Ziel ist es, das Bedeutungsspektrum eines Begriffs zunächst unabhängig von späterer Dogmatik oder theologischen Traditionen herauszuarbeiten. So wird bei αἰών (aiṓn) durchgängig eine begrenzte Zeitspanne oder ein „Zeitalter“ erkennbar, das in verschiedenen Kontexten unterschiedliche Länge haben kann. Entsprechend ist αἰώνιος (aiṓnios) im Ausgangspunkt „zum Zeitalter gehörend“.

 

Du hast recht, Wörter besitzen in der Regel ein semantisches Feld. Dieses Spektrum reicht im Fall von aiṓn von einer begrenzten Epoche bis hin zu einem Zeitalter „ohne erkennbares Ende“. Allerdings lässt sich philologisch schwer begründen, daß aiṓn oder aiṓnios in sich bereits das Konzept einer absoluten, zeitlosen Unendlichkeit tragen. Das wäre eine Bedeutungsverschiebung, die erst in der Rezeptionsgeschichte durch platonische Philosophie und dogmatische Theologie systematisch verankert wurde.

 

Gerade die angeführten Bibelstellen zeigen die Problematik. Nehmen wir Offb 20,10: „… εἰς τοὺς αἰῶνας τῶν αἰώνων“. Übersetzt: „in die Zeitalter der Zeitalter“. Ein Ausdruck, der verstärkend wirkt, aber grammatisch nicht zwingend „Ewigkeit im metaphysischen Sinn“ meint. Ähnlich in Gal 1,5 oder Phil 4,20, wo Gott die Ehre „in die Zeitalter der Zeitalter“ zukommt. Hier ist die Bedeutung nicht „eine abstrakte, endlose Zeitdimension“, sondern eine fortlaufende, qualitative Zuordnung durch alle Zeitalter hindurch.

 

Ein weiteres Beispiel ist Jona 2,7 לְעוֹלָם (ʿolām) „für ein Zeitalter“. In der Septuaginta mit εἰς τὸν αἰῶνα (eis ton aiṓna) wiedergegeben. Hier wird ganz konkret eine begrenzteZeit gemeint, nämlich die Sphäre des Todes, aus der Gott Jona herausführt. Wäre „Ewigkeit“ im dogmatischen Sinn gemeint, ergäbe der Text keinen Sinn.

 

Wenn du sagst, daß du die „philosophische Wortbedeutung“ vertrittst, wie sie auch in Lexika vorkommt, verweist du selbst indirekt auf den Einfluss späterer Interpretationen. Lexika wie Bauer/Aland oder Liddell-Scott dokumentieren Bedeutungen, die sich nicht nur aus dem Grundtext, sondern eben auch aus Jahrhunderten theologischer Lesarten ergeben haben. Das macht ihre Arbeit wertvoll, aber nicht frei von Rezeption. Darum mein Hinweis bei allen Vorkommen die ursprüngliche, kontextbezogene Bedeutung mit „Zeitalter“/„zeitalterlich“ vorrangig in einem Vergleich zu berücksichtigen und erst danach die dogmatischen Deutungen daneben zu stellen.

 

Mir geht es nicht darum, Gottes Ewigkeit zu bestreiten, das wäre eine absurde Verkürzung. Sondern darum, klarzumachen, das der  Grundtext eben andere Kategorien verwendet. Wenn wir αἰών / αἰώνιος automatisch mit „Ewigkeit“ im modernen Sinn gleichsetzen, überlagern wir den Text mit Konzepten, die aus späterer Philosophie und Theologie stammen. Objektiv sprachlich lässt sich jedoch zeigen: Der Grundtext spricht zunächst von „Zeitaltern“ und „zeitalterlicher Zugehörigkeit“; - nicht von Quantität, sondern von Qualität!

schubertholger antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
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@schubertholger 

Wenn ich von philologisch-objektiv spreche, meine ich damit eine Wortanalyse, die sich primär an den sprachlichen Belegen des Grundtextes orientiert

Mit anderen Worten: Deine Meinung, was aion bedeutet und was nicht, nennst du philologisch objektiv. Denn weder die sprachlichen Belege, wie sie von Philologen in Wörterbüchern präsentiert werden, noch die Belege des Grundtextes (unter denen es, wie ich gezeigt habe, auch einige für ewig gibt) geben das Herz, was du als Wortanalyse ausgibst.

Du verzerrst durch Weglassen - was du lieferst stimmt meist, du unterschlägst nur die Bedeutung ewig, die mit zum Bedeutungsspektrum von Äon gehört, wie philologische Werke zeigen.

Zeitalter, die alle Zeitalter umfassen (so wie ein König der Könige alle Könige regiert) sind inwiefern anders als einr Ewigkeit?

durch alle Zeitalter hindurch.

Du benutzt ja selber einen Ausdruck, der Ewigkeit ausdrückt, du denkst es nur nicht logisch zu Ende. Weil nicht sein kann was nicht sein darf?

Lexika wie Bauer/Aland oder Liddell-Scott dokumentieren Bedeutungen, die sich nicht nur aus dem Grundtext, sondern eben auch aus Jahrhunderten theologischer Lesarten ergeben haben

Das mag für Bauer gelten, Liddell-Scott dokumentiert die Bedeutung(en), die sich in der antiken Literatur finden, das NT oder die LXX spielt da selten eine Rolle, und spätere theologische Literatur gar keine.

Du behauptest also, die Philologie wäre von der Theologie so beeinflusst worden, dass philologische Ergebnisse die Fakten verfälschen und du mit deiner angeblich objektiven Forschung kommen musst, um die wahre Bedeutung der alten Texte zu finden.

Dazu passt der (vermutlich freudsche) Fehler, dass du aus der philologischen Bedeutung, die ich vertrete, eine philosophische Bedeutung machst.

Ich wäre ja bereit, darüber nachzudenken, ob die historische Bedeutung (was nicht automatisch das Gleiche wie die Grundbedeutung ist) stärker zu berücksichtigen ist. Aber wenn du sogar bei den Äonen der Äonen, die du selbst als Ewigkeit deutest (und nur das schlimme E-Wort vermeidest) noch darauf bestehst, dass das keine Ewigkeit ist, dann wird klar, dass bei das Ergebnis von vornherein fest stand.

Und es wäre ehrlicher, wenn du deine der Philologie widersprechende Meinung nicht als philologisch bezeichnen würdest.

hkmwk antworten
schubertholger
(@schubertholger)
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@hkmwk an keiner Stelle habe ich die Begriffe αἰών (aiṓn) und αἰώνιος (aiṓnios) im Sinne einer quantitativen „Ewigkeit“ bzw. „ewig“ beschrieben. Mein Anliegen war vielmehr, ihre ursprüngliche, kontextgebundene Bedeutungsebene hervorzuheben und diese von späteren dogmatischen bzw. philosophischen Bedeutungsverschiebungen abzugrenzen.

Die von mir angeführten Beispiele und Erläuterungen sind als Grundlage für eine weiterführende Prüfung gedacht und beanspruchen nicht, die gesamte Diskussion abschließend zu lösen. Wenn du auf konkrete Bibelstellen im Detail eingehen möchtest, wäre es aus Gründen der Übersichtlichkeit und thematischen Fokussierung sinnvoll, dafür einen neuen Thread im Forum zu eröffnen.

schubertholger antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
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@schubertholger 

an keiner Stelle habe ich die Begriffe αἰών (aiṓn) und αἰώνιος (aiṓnios) im Sinne einer quantitativen „Ewigkeit“ bzw. „ewig“ beschrieben

Doch, »durch alle Zeitalter hindurch« ist genau das, nur anders formuliert.

hkmwk antworten
schubertholger
(@schubertholger)
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@hkmwk die Behauptung, die Formulierung „durch alle Zeitalter hindurch“ entspreche inhaltlich bereits der Definition von „Ewigkeit“ im Sinn von „endlos“, ist sprachlich und exegetisch problematisch. Denn die biblischen Grundtexte sprechen ausdrücklich davon, dass die Zeitalter (αἰῶνες / עולמים) von Gott geschaffen wurden und daß diese Zeitalter ein Ende haben. Damit wird deutlich: „Zeitalter“ und das davon abgeleitete Adjektiv „zum Zeitalter gehörend“ (αἰώνιος) sind nicht deckungsgleich mit der späteren dogmatischen Vorstellung einer unendlichen, absoluten „Ewigkeit“.

Im Grundtext finden wir die klare Aussage, daß Gott die „Zeitalter“ geschaffen hat:

Hebräer 1,2: „… durch den Er auch die Zeitalter (τοὺς αἰῶνας) gemacht hat.“

Hebräer 11,3: „Durch Glauben (Vertrauen) verstehen wir, daß die Zeitalter (τοὺς αἰῶνας) durch Gottes Wort bereitet worden sind …“

Der Text spricht im Plural (aiōnas), was unmissverständlich zeigt, daß es sich um mehrere, aufeinander folgende Zeitalter handelt. Da alles Geschaffene einen Anfang hat und seinem Ziel entgegengeht, sind diese Zeitalter nicht endlos, sondern von Gott begrenzt und zweckgebunden.

Ebenso zeigt der Grundtext in der Ausgangssprache, daß die Zeitalter ein Ende haben werden:

1. Korinther 10,11: „… auf welche das Ende der Zeitalter (τὰ τέλη τῶν αἰώνων) gekommen ist.“

Hebräer 9,26: „Nun aber ist Er (Christus) einmal in der Vollendung der Zeitalter (ἐπὶ συντελείᾳ τῶν αἰώνων) offenbar geworden …“

Diese zentralen Informationen zeigen, daß die biblische Redeweise die Zeitalter als abgeschlossene und in sich begrenzte Einheiten versteht und zusätzlich dort, wo ein „Ende“ (τέλος) und eine „Vollendung“ (συντέλεια) genannt wird, ist eine unendliche Dauer ausgeschlossen.

Wie schon erwähnt, bezeichnen das hebräische עוֹלָם (ʿolām) und das griechische αἰών (aiṓn) jeweils einen Zeitraum, ein Zeitalter oder eine Epoche. Das dazugehörige Adjektiv αἰώνιος (aiṓnios) bedeutet „zum Zeitalter gehörend“ oder „zeitalterlich“. Erst in späteren philosophischen und dogmatischen Entwicklungen und institutionell geformter Theologie wurde der Begriff zunehmend mit dem Konzept der „endlosen Ewigkeit“ verknüpft.

Sprachlich ist die Formel „in die Zeitalter der Zeitalter“ keine Interpretation und Definition von „unendlicher Ewigkeit“, sondern ein Ausdruck für eine fortdauernde Abfolge von Epochen.

Es ist zudem von Bedeutung, daß die im biblischen Grundtext verwendeten Wörter für „Zeitalter“ (αἰών, ʿolām) stets in einem konkreten, geschichtlichen (auch besonders heilsgeschichtlichen) und materialen Zusammenhang gebraucht werden. Sie bezeichnen keine abstrakte oder vergeistigte Vorstellung einer zeitlosen „Ewigkeit“, sondern verweisen auf die in die Schöpfung und Geschichte hineingesprochenen Ordnungen Gottes. Mit anderen Worten: Die Rede von den Zeitaltern bleibt innerhalb der geschaffenen Welt wie wir sie wahrnehmen und damit, mit ihrer Materialität verankert und ist nicht als metaphysische „Vergeistlichung“ oder spekulative Zeitlosigkeit oder quantitativen Unendlichkeit zu verstehen.

 

 

schubertholger antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
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@schubertholger 

Denn die biblischen Grundtexte sprechen ausdrücklich davon, dass die Zeitalter (αἰῶνες / עולמים) von Gott geschaffen wurden und daß diese Zeitalter ein Ende haben.

Also entweder gibt es irgendwann ein letztes Äon, und danach ist die Zeit zu Ende. Glaubst du das?

Oder die Zeitalter aller Zeitalter enden nie (weil es kein letztes Zeitalter gibt), auch wenn natürlich jedes Zeitalter ein Ende hat. Wo ist da der Unterschied zu ewig?

1. Korinther 10,11: „… auf welche das Ende der Zeitalter (τὰ τέλη τῶν αἰώνων) gekommen ist.“

Also entweder hat der Heilige Geist sich geirrt, als Er Paulus das schreiben ließ, denn die Zeitalter sind immer noch nicht zu Ende.

Oder du hast etwas falsch verstanden.

Tipp: telos bedeutet nicht nur „Ende“.

sondern ein Ausdruck für eine fortdauernde Abfolge von Epochen.

Was soll das? Eine fortdauernde Abfolge ist ohne Ende, weil sie nach jedem möglichen Ende fortdauert.

Sie bezeichnen keine abstrakte oder vergeistigte Vorstellung einer zeitlosen „Ewigkeit“

… sondern die konkrete Vorstellung einer Zeitenfolge ohne Ende. Ich habe doch nichts Anderes gemeint.

Natürlich wäre auch eine abstrakte Bedeutung von Ewigkeit denkbar, die durch ihre Qualität charakterisiert ist.

Aber auch dann bleibt es dabei, dass die Äonen der Äonen alle Äonen umfasst …

hkmwk antworten
Gelöschtes Profil
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Veröffentlicht von: @hkmwk

Ist in den Evangelien unterschiedlich, mal spricht der Evangelist, mal Jesus, oder auch seine Gegner. Gerade diese Frage passt kaum für ein ganzes Buch, sondern eher für einen konkreten Abschnitt.

Ja, deshalb hatte ich gefragt. Und beim AT finde ich es stellenweise kniffeliger. Aber ich freue mich über die Antwort und Anleitung. Vielen Dank!

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Tojak
 Tojak
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@schubertholger 

Danke für diese Leitfragen! Wenn es um Objektivität geht, gehören für mich folgende Fragen unbedingt dazu:

1. Wer hat diesen Bibeltext geschrieben?

2. Wann hat er ihn geschrieben?

3. Steht darin etwas, das aus naturwissenschaftlichen Gründen nach heutigem Verständnis nicht stimmen kann?

4. Gibt es andere Bibeltexte, die dem Geschriebenen anscheinend widersprechen?

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Arcangel
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@schubertholger 

Wer spricht oder handelt?

Als wen identifiziert sich diese Person oder wird identifiziert.

Zu wem wird gesprochen oder in Bezug auf wen gehandelt?

Wer ist der Adressat des gesagten, welchen Gültigkeitsbereich hat eine Aussage? 

Was wird gesagt oder getan?

Gibt es Subtext, oder Bezugnahme zu anderen Kulturen? Ist das gesagte ein geflügeltes Wort? Ist eine Formel, die so auch andern Ort verwendet wird und einen anderen Kontext hat. 

Wann geschieht es (historisch, heilsgeschichtlich, literarisch innerhalb des Buches)?

Ist es eine reale Begebenheit oder ist der Zeitpunkt mythologisch zu verstehen? 

Wo geschieht es (geographisch, kulturell, im Handlungsrahmen des Textes)?

Auch hier ist es ein realer geografischer Ort oder ist es ein mythologischer Ort? Oder gibt es eine Doppeldeutung des Ortes, sowohl real als auch mythologisch. 

Wie geschieht es (Stil, Form, Mittel)?

Gibt es parallelen im Stil, Form und Mittel in antiker Literatur. Wie wurde dieser Stil eingesetzt, welche Form wurde, wozu benutzt? 

Warum / weshalb geschieht oder wird es gesagt (Anlass, Situation, Problemstellung)?

Gibt es Parallelen zu anderen ähnlichen Situationen, sind die Antworten unterschiedlich. 

Wozu geschieht es (Absicht, Ziel, intendierte Wirkung)?

 

Ich möchte deinen Punkten noch weitere anfügen. 

Wodurch, unterscheidet sich biblische Aussagen von zeitgenössischen Aussagen in vergleichbaren Kategorien?

 

Woher kommt ein Konzept? Gibt es innerbiblische Parallelen, oder existieren Bezüge zu anderen Kulturen oder Religionen? (Wenn es externe Bezüge gibt, wie unterscheiden sie sich von biblischen Konzepten)

 

Und ganz wichtig. 

Weshalb, soll mich das überhaupt interssieren?

 

arcangel antworten
1 Antwort
schubertholger
(@schubertholger)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 53

@arcangel Vielen Dank!

Ich habe Punkt 7 und 8 neu überarbeitet:

Leitfragen zur Kontextanalyse biblischer Texte

Die Bibel ist nicht nur ein Buch, sondern eine Sammlung von Schriften, die in ganz unterschiedlichen Zeiten, Kulturen und Lebenssituationen entstanden sind. Wer biblische Texte verstehen will, braucht deshalb mehr als nur ein oberflächliches Lesen. Es geht darum, den Kontext zu erfassen, die Sprecher, die Adressaten, die Situation und die Absicht der Worte oder Taten.

Die folgenden Leitfragen helfen dabei, biblische Texte sorgfältig, objektiv zu analysieren und die Botschaft differenziert wahrzunehmen.

Hier das Werkzeug:

  1. Wer spricht oder handelt?
  2. Zu wem wird gesprochen oder in Bezug auf wen gehandelt?
  3. Was wird gesagt oder getan?
  4. Wann geschieht es (historisch, heilsgeschichtlich, literarisch innerhalb des Buches)?
  5. Wo geschieht es (geographisch, kulturell, im Handlungsrahmen des Textes)?
  6. Wie wird es gesagt oder dargestellt (Stil, Gattung, rhetorische Mittel)?
  7. Warum / weshalb geschieht oder wird es gesagt (Anlass im heilsgeschichtlichen Rahmen, Situation, Problemstellung)?
  8. Wozu geschieht es (Absicht im heilsgeschichtlichen Rahmen, Ziel, intendierte Wirkung)?

Merksatz-Formel

(komprimiert)

  1. Wer spricht oder handelt?
  2. Wem gilt das Gesagte/Handeln?
  3. Was wird gesagt oder getan?
  4. Wann geschieht es?
  5. Wo geschieht es?
  6. Wie geschieht es (Stil, Form, Mittel)?
  7. Warum geschieht es (Ursache, Anlass)?
  8. Wozu geschieht es (Ziel, Absicht)?

 

schubertholger antworten


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