Wiederspricht Paulus Jesus?
Die Paulusbriefe sind voll mit Versen, in denen steht, dass wir als Christen durch den Glauben errettet sind und nicht durch das Gesetz, dass man also in den Himmel kommt aufgrund des Glaubens und nicht aufgrund seiner Taten. Das steht zum Beispiel im ganzen Kapitel Galater 3. Da steht auch, dass wer versucht durch das Gesetz errettet zu werden unter einen Fluch steht weil er nicht das ganze Gesetz erfüllen kann und jeder der nicht das ganze Gesetz erfüllt stehe unter einem Fluch.
Jesus sprach jedoch: "Nicht wer mich dauernd Herr nennt, wird in Gottes himmlisches Reich kommen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Am Tag des Gerichts werden viele zu mir sagen 'Aber Herr, wir haben doch in deinem Auftrag prophetisch geredet! Herr wir haben doch in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und viele Wunder vollbracht.' Aber ich werde ihnen erntgegnen. 'Ich habe euch nie gekannt. Ihr habt meine Gebote mit Füßen getreten, darum geht mir aus den Augen!"
Wie passt das denn zusammen? Wiederspricht sich das nicht?
Der Wille des Vaters ist Glauben an den Sohn und das Erlösungswerk, die größte Liebestat des Universums.
Wenn der christliche Dienst nicht auf der Liebesbeziehung zu Jesus und dem Vater beruht, ist er eigenmächtig und ohne Erkennen (sich verbunden haben mit) und Erkanntsein von Jesus.
Das Gebot Jesu ist Lieben mit der Liebe Gottes.
Ohne Beziehung zu Jesus, ohne Gottes Liebe, geht nichts.
Mit dem Gesetz, ist das Gesetz der Tora gemeint. Aber allein das Gesetz rettet eben nicht, wenn man nicht aus Liebe zu Gott handelt.
Jesus hat die Strafe auf sich genommen, die alle Menschen von Gott verdient hätten, weil sie schuldig geworden sind vor/an ihm.
Er hat den Ausgleich geschaffen und wer sich mit ihm verbindet indem er ihn als Retter und Sohn Gottes anerkennt, dessen Schuld ist gesühnt.
Seine Gebote sind, ihm in der Liebe Gottes zu folgen.
@ga2 Danke für die Antwort.
Ich habe noch zwei Fragen:
Meinst du mit Jesus in der Liebe Gottes folgen die Liebe für den Nächsten und für Gott?
Wer Jesus als Sohn und Retter anerkannt hat und danach trotzdem eine Sünde begangen hat, obwohl er bemüht war nach Gottes Geboten zu leben, ist diese Sünde dann auch durch Jesu Opfer gesühnt?
Liebe zu Gott und zum Nächsten.
Nun, im Vater Unser beten wir ja, vergib uns unsere Schuld…
Warum sollte Gott uns nicht vergeben, wenn wir ihn aufrichtig um Vergebung bitten? Manchmal hat man ja auch Sachen, die man gerne lassen würde, es aber nicht so leicht schafft. Auch da gilt, dass Gott vergibt. Und über manches ist man sich vielleicht noch gar nicht bewusst.
Jesus hat alles getragen. Vergangene, gegenwärtige und zukünftige.
@ga2 Ich bin gestern abend zufällig kurz nachdem ich deine Antworten laß über folgenden Bibelvers gestoßen:
"Denn wenn wir mit Willen sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig" Hebräer 10, Vers 26
Das klingt so als sind die Sünden, die wir nach der Bekehrung willentlich begangen haben nicht gesühnt. Und wir können nur darauf hoffen, dass Gott uns unsere Sünden trotzdem vergibt wenn wir ihn, z.B. im Vaterunser bitten.
Der Hebräerbrief wurde in die Situation einer Christenverfolgung geschrieben. Juden wurden von den Römern nicht verfolgt. Die Frage an Paulus war: "können wir uns von Jesus lossagen und nach der Verfolgung wieder umkehren?"
Die willentliche Lossagung vom Erlöser war die diskutierte willentlich begangene Sünde. In der Offenbarung steht da gegen Ende etwas darüber, dass dieses Verlassen des Retters und der Rettung unumkehrbar ist.
Das hat nichts damit zu tun, dass man mit Rauchen oder Süßigkeiten aufgehört hat und es doch noch mal tut.
Die Frage an Paulus
Der Hebräerbrief steht zwar in der Sammlung der Paulusbriefe, aber schon im Altertum war bekannt, dass er nicht von Paulus ist.
Da weder der Anfang (mit Absender, Empfänger etc.) noch der Schluss (mit Grüßen) überliefert ist, bleibt nur das, was schon ein Kirchenvater (Origines?) sagte:
Wer den Hebräerbrief geschrieben hat, weiß nur Gott allein.
Das hat nichts damit zu tun, dass man mit Rauchen oder Süßigkeiten aufgehört hat und es doch noch mal tut.
Es auch Sünden, die schwerer wiegen als Naschen, ohne dass gleich der Glaube verleugnet wird.
Der Vers ist eine Warnung, dass Gottes Geduld ihre Grenzen hat. Die sind aber nicht so eng wie manche Leute befürchten.
Ob Paulus den Brief selbst geschrieben hat oder jemand in seinem Stil ist nicht der Kern der Frage von Elfentanz.
Arnold Fruchtenbaum ist meine Quelle für die Auslegung des Themas im Hebräerbrief. Jesus ist ein für allemal für uns gestorben und das hat Gewicht.
Auch heute ist das Thema Christenverfolgung und kann ich für einige Zeit meinen Retter verleugnen oder nicht, sehr aktuell.
ist nicht der Kern der Frage
Trotzdem kann ich das korrigieren … 😉
Der zweite Absatz von mir war auch mit Blick auf Elfentanz formuliert (vor allem der Schluss).
Veröffentlicht von: @deborah71Die willentliche Lossagung vom Erlöser war die diskutierte willentlich begangene Sünde. In der Offenbarung steht da gegen Ende etwas darüber, dass dieses Verlassen des Retters und der Rettung unumkehrbar ist.
Vielen Dank für den Hinweis. Ich habe ein bisschen Angst, dass ich diese Sünde begangen habe. Denn ich war mal gläubig, habe mich vom Glauben abgewandt und bin dann wieder zurück zum Glauben gekehrt.
Ich bin katholisch und mit 14 war ich sehr gläubig, habe gebetet und bin regelmäßig in die Kirche gegangen. Mit 17 hatte ich damit wieder aufgehört, angefangen an Reinkarnation zu glauben und mich langsam auch anderen esoterischen Glaubensvorstellungen geöffnet. In meinen Studium traf ich freikirchliche Christen und ging in christliche Studentengruppen. Ich habe damals schon and Jesus und Gott geglaubt, wenn ich mit anderen zusammen gebetet habe war es ehrlich aber ich habe gleichzeitig auch viel esoterisches Zeug geglaubt. In einen freikirchlichen Gottesdienst ging ich einmal nach vorne und übergab mein Leben Gott. Doch nicht lange danach machte ich Schluss mit den christlichen Glauben und wollte keine Christin mehr sein weil ich nicht mit dem Glauben klarkam, dass Jesus sich für uns geopfert hat. Mir kam das zu grausam vor. Esoterikerin war ich weiterhin. Doch ein bis zwei Jahre später habe ich erkannt was für ein Lügensystem die Esoterik ist. Ich habe daraufhin die Esoterik aus meinen Geist und meinen Leben verbannt und wurde wieder gläubige Christin. Diesmal eine die regelmäßig in der Bibel liest und ich fand meine geistliche Heimat in einer freikirchlichen Gemeinde. Ich bin dort nicht mehr weil ich wegzog und heute gehe ich parallel in eine freikirchliche Gemeinde aber auch wieder in die katholische Kirche.
Das klingt eher danach, dass du in den Irrungen und Wirrungen einer Suche warst und jetzt bei Jesus deine Heimat gefunden hast.
@elfentanz wenn man nur den Satz sieht ja.
Aber man muss es im Kontext betrachten.
Schau mal die Auslegung der katholischen Theologie dazu an.
Dort kommt die Autorität Paulus und die Worte Jesus unter einen Hut
An genau der Frage ist mein früheres Glaubensleben auch verzweifelt gewesen .
@elfentanz hi,
Sie sieht es im Prinzip als Ergänzung.
Der Glaube oder die Erlösung, ist an sich ein Geschenk, in dessen Kontext Gott ein Neuanfang schenkt. Das ist nicht verdienbar. Davon redet Paulus in den betreffenden Passagen.
Der Mensch muss darauf aber in Liebe Antworten, in seinem Leben zeigt sich dann fortwährend die Reaktion darauf.
Paulus warnt ja auch das wenn welche dieses und jenes an Unarten tun, das Reich Gottes nicht ererben werden.
Grüße Eddy
Davon redet Paulus in den betreffenden Passagen.
Meines Wissens hat sich auch die rkk-Theologie von dem Gedanken gelöst, dass der Hebräerbrief von Paulus wäre.
Der Mensch muss darauf aber in Liebe Antworten
Die evangelische Ansicht ist, dass auch die Antwort darauf eine von Gott geschenkte Gnade ist. Siehe auch Eph 2,8-10.
Wo ich gerade bin ist es normal, jemandem Dinge vor die Wohnungstür zu stellen.
Normalerweise sind das Dinge, die man bestellt hat, aber im Prinzip ginge das auch mit Geschenken.
Aber wenn jemand nicht die Tür öffnet und das Paket reinholt, hat er Nichts vom Geschenk.
Schon klar, das Geschenke angenommen werden müssen. Das ist auch nicht mein Einwand.
Das Originale Zitat von Kappa
Der Mensch muss darauf aber in Liebe Antworten, in seinem Leben zeigt sich dann fortwährend die Reaktion darauf.
Wenn die Liebesantwort und die fortwährende Reaktion darauf (was ja dann in den Leben der Menschen sichtbar werden würde) allen gleich geschenkt würde, dann würden ja alle einen Vergleichbaren Progress in der Heiligung durchmachen.
Was ja aber offensichtlich nicht der Fall ist.
Die Gnade ist geschenkt, die kann angenommen werden oder nicht.
Welche Antwort wir darauf in unserem Leben geben, hängt aber vom Individuum ab.
Jesus sprach jedoch
Jesus hat aber auch gesagt:
Jh 8,24 Daher sagte ich euch, dass ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glauben werdet, dass ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben.
Joh 3,16 Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe
Wenn du dir nur bestimmte Worte Jesu nimmst und am Besten auch noch bei Paulus selektierst, kannst du auf einen Widerspruch kommen.
Aber wenn du Alles berücksichtigst, was Jesus sagte und Paulus schrieb, dann fällt es schon deutlich schwerer, einen Widerspruch zu finden 😉
Nicht wer mich dauernd Herr nennt, wird in Gottes himmlisches Reich kommen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut
Ja dann frag dich mal was der Wille des Vaters ist. Dieser Satz steht ja am Ende der Bergpredigt. Vielleicht lohnt es sich dann mal die Bergpredigt zu lesen und zu sehen, was Jesus da alles sagt.
Die Bergpredigt beginnt mit den Seligpreisungen und dann kommt der grosse Hammer. Wie zum Beispiel
Mt 5,27 Ihr habt gehört, dass gesagt wurde: Du sollst nicht ehebrechen!
28 Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht und sie begehrt, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.
29 Wenn dein rechtes Auge dich zu Fall bringt, reiss es aus und wirf es von dir. Es ist besser für dich, eines deiner Glieder geht verloren, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.
Und dann kommt das
Mt 5,48 Ihr sollt also vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.
Also, wenn du nicht perfekt bist, hast du bereits verloren.
Bist du perfekt? Kennst du jemanden ausser Jesus, der perfekt ist? Wenn es also niemanden gibt, der perfekt ist, für wen ist denn Jesus gekommen?
Oder ist es vielleicht viel mehr so, dass es Jesus ist, der dich perfekt macht?