Apg 10 - Jesus ist Herr über alles und Richter u er die Lebenden und die Toten
Hallo zusammen,
in den letzten Tage haben wir auf unterschiedlichen Fäden (unter anderem) über diese Themen gesprochen:
-sind Religionen gleichwertig?
-ist Jesus absolut oder ist die Geschichte konstruiert und deshalb sind es relative Wahrheiten, die sich auch ausserhalb des Christentums finden lassen. (Liebe, …)
In der Apg 10 habe ich auf beides Antworten gefunden, deshalb der Thread.
Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht;35sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und Recht tut, der ist ihm angenehm.
Damit ist geklärt, dass für Gott jeder angenehm ist, der so ist: ihn fürchtet und Recht tut. Egal wer, welches Volk, welche Religion.
Ihr wisst, was in ganz Judäa geschehen ist, angefangen von Galiläa nach der Taufe, die Johannes predigte,38wie Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit Heiligem Geist und Kraft; der ist umhergezogen und hat Gutes getan und alle gesund gemacht, die in der Gewalt des Teufels waren, denn Gott war mit ihm.39Und wir sind Zeugen für alles, was er getan hat im jüdischen Land und in Jerusalem. Den haben sie an das Holz gehängt und getötet.40Den hat Gott auferweckt am dritten Tag und hat ihn erscheinen lassen,41nicht dem ganzen Volk, sondern uns, den von Gott vorher erwählten Zeugen, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden war von den Toten.42Und er hat uns geboten, dem Volk zu predigen und zu bezeugen, dass er von Gott bestimmt ist zum Richter der Lebenden und der Toten.
So, hier aus erster Hand: Jesus ist Richter über die Lebenden und die Toten. Hat er selbst darum gebeten, das so zu predigen.
Sobald ich das in Frage stelle, ist Jesus selbst in Frage gestellt.
43Von diesem bezeugen alle Propheten, dass durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen.
36Er hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alles.
Bei Vers 43 kann man sich fragen, ob das nachträglich konstruiert ist
Bei Vers 36 lese ich es so, dass Jesus Frieden mit Gott verkündigt hat.
Verknüpft man beide Verse gedanklich, ist der Frieden mit Gott, den Jesus predigt, gleichzeitig auch die Vergebung der Sünden- denn eigentlich kann man nur dann Frieden mit Gott haben.
(Und man selbst gibt diesen „Verfehlungserlass“ dann weiter im Persönlichen.)
Und dass Jesus Herr über alles ist.
Damit ist er ziemlich absolut.
Ein Verwässern dieses Inhaltes ist, so mein gedanklicher Schluss für heute, nicht zielführend in unserem Glauben. Zumindest für mich nicht.
Was ist das Ziel im Glauben? Für mich ist das: ein fester Glaube. Einer, der nicht wackelt und der belastbar ist und trägt.
Einen schönes Christi Himmelfahrtsfest euch allen!
Veröffentlicht von: @sternAlso Gott hat ja die Juden für sich selbst separiert und von ihnen aus sollte sich dann der Glaube an ihn über die ganze Welt ausbreiten.
Das habe ich nicht so verstanden und meines Wissens verstehen es die Juden auch nicht so.
Nach jüdischem Glauben hat Gott mit Noah einen Bund für alle Menschen geschlossen. Mit 7 Weisungen, die den Menschen quasi eingegeben sind, die alle Menschen folglich selbst erkennen können. Aber auch mit (Selbst-)Verpflichtungen für Gott.
Der Bund der Juden geht darüber hinaus. Betrifft aber ausschließlich die Juden. Vielleicht könnte man ihn als besonderes Opfer der Juden verstehen, denn sie gewinnen dadurch ja nichts, was nicht alle Nichtjuden schon haben, haben aber zum Ziel freiwillig den Ziel schwereren Weg vor sich.
Wobei man darin natürlich schon ein gewisses Vorbild für die Menschheit sehen könnte.
VG
Chey
Das habe ich nicht so verstanden und meines Wissens verstehen es die Juden auch nicht so.
Ich weiss nicht, wie es die Juden verstehen. Ich weiss nur, was in der Bibel steht.
1. Mose 12,3
„Und durch dich sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden.“
Jesaja 49,6
Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten Israels zurückzubringen. Ich habe dich auch zum Licht für die Völker gemacht, dass mein Heil reiche bis an die Enden der Erde.“
Johannes 4,22
„Denn das Heil kommt von den Juden.“ (sagt Jesus selbst)
…
Nach jüdischem Glauben hat Gott mit Noah einen Bund für alle Menschen geschlossen. Mit 7 Weisungen, die den Menschen quasi eingegeben sind, die alle Menschen folglich selbst erkennen können
Welche Weisungen meinst du?
Der Bund der Juden geht darüber hinaus. Betrifft aber ausschließlich die Juden. Vielleicht könnte man ihn als besonderes Opfer der Juden verstehen, denn sie gewinnen dadurch ja nichts, was nicht alle Nichtjuden schon haben, haben aber zum Ziel freiwillig den Ziel schwereren Weg
Was haben alle Nichtjuden schon?
Ich probiere es mal kurz:
Im Judentum geht es für alle Menschen darum, vor Gott gerecht zu sein. Das misst sich vor allem an Taten, die von Gott gewogen werden. Anders als im Christentum ist also eine Sünde nicht heilsausschliessend.
Für die Juden gibt es 613 Weisungen, für Nichtjuden nur 7. Es ist also für Nichtjuden leichter, gerecht zu werden.
Das war jetzt allerdings sehr vereinfacht.
Für die Juden gibt es 613 Weisungen, für Nichtjuden nur 7. Es ist also für Nichtjuden leichter, gerecht zu werden.
Ok, verstehe. Allerdings denke ich nicht, dass es diese Gerechtigkeit ist, in der die Juden uns ein Vorbild sein sollen, sondern in ihrem Glauben an ihren Gott.
Ob jemand gerecht ist, entscheidet Gott. Wobei es Fälle gibt, wo man bereits auf Erden davon ausgeht, dass es jemand ist. Siehe Allee der Gerechten in Yad Vashem.
Was das Vorbild angeht. Diese Sichtweise gibt es, aber eben auch andere, nämlich z.B. das es allein eine Sache zwischen den Juden und Gott ist.
VG
Chey
Veröffentlicht von: @sternBei den Juden ist es ja klar, dass wir uns auf den gleichen Gott beziehen.
Nur aus christlicher Sicht.
Nach jüdischem Verständnis ist ein trinitäres Verständnis von Gott höchst problematisch. Manche Juden sehen darin sogar Gotteslästerung.
VG
Chey
… und das, obwohl schon im ersten Kapitel der Thora davon die Rede ist, dass der Mensch Ebenbild Gottes ist - als Mann und Frau.
Nicht Adam, nicht Eva war Gottes Ebenbild, sondern beide zusammen.
Aus diesem und anderen Gründen gibt es auch im Judentum Vorstellungen, die mit der Trinitätslehre vergleichbar sind. Ich habe mal einen Text über die Kabbala gelesen, wo sinngemäß stand: Ein Kabbalist würde zur Trinitätslehre sagen: Warum Drei? Wir haben Neun!
Ein Kabbalist würde aber wohl keinen als Messias bezeichnen. Wobei ich mich mit der Kabbala nicht auskenne und auch nicht auskennen will.
Ich würde, wie es auch das Judentum tut, von einer Interpretation der Kabbala abraten. Diese ist derart komplex, dass es meines Wissens auch nur wenigen Juden gegeben ist, sich damit eingehender zu beschäftigen.
Das Judentum kennt keine Trinität. Das sollte auch ein Christ akzeptieren. Genauso wie es 'Messias' anders versteht als das Christentum.
Jedes andere Verständnis des Judentums macht es unmöglich, dieses zu verstehen. Was auch für Christen ein Verlust wäre. Meines Erachtens zumindest
VG
Chey
Ein Kabbalist würde aber wohl keinen als Messias bezeichnen
Es ging um »Hypostasen« der Gottheit. Wobei es da auch Unterschiede zwischen verschiedenen kabbalistischen Systemen gibt, Wikipedia nennt 10 »Sephirot«. Mit Messias hat das gar nichts zu tun.
Das Judentum kennt keine Trinität.
Wobei die Frage erlaubt ist, wie viel sie über die Trinitätslehre wissen. Die wird ja immer wieder mal mit einem Tritheismus verwechselt.