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Fundamentalistisches Bibelverständnis

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Arcangel
Themenstarter
Beiträge : 6248

Hier möchte ich gerne sechs Charakteristiken, welche ein fundamentalistisches Bibelverständnis ausmachen zur Diskussion stellen. 

Erstens - Die Bibel ist verbal inspiriert. Damit ist gemeint Gott hat die Schreiber der Bibel bis in die Wahl ihrer Worte hinein leitet, Gott hat die Worte ausgewählt und festgelegt. Der eigentliche Autor der Bibel ist Gott

Zweitens - Die Bibel ist Gottes Wort. Das heisst die Begriffe, Bibel und Gottes Wort bedeuten das Gleiche, sie sind Synonym.

Drittens - Die Bibel ist Gottes entscheidende Offenbarung und damit die entscheidende Grundlage des christlichen Glaubens.

Viertens – Genauso wie Gott, hat auch die Bibel absolute Autorität, ihre Autorität ist Gottes Autorität, was die Bibel sagt, das sagt Gott, deshalb ist jede Relativierung der Bibel abzulehnen.

Fünftens - In der Bibel gibt es keine Fehler und keine Widersprüche. Das gilt auch für ihre geschichtlichen, geografischen, biologischen, medizinischen und astronomischen Aussagen. In der Bibel kann es keine Fehler geben, weil Gott keine Fehler macht, Gott ist vollkommen also ist es sein Wort auch.

Sechstens - Die biblische Urgeschichte, Genesis 1 bis 11 geht es um den geschichtlichen Anfang der Menschheit. Adam und Eva waren die ersten zwei Menschen alle anderen Menschen stammen von ihnen ab. Die moderne Evolutionstheorie steht im Widerspruch zur biblischen Urgeschichte darum kann sie von Christen nicht akzeptiert werden.

 

 

 

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105 Antworten
3 Antworten
Tertius
(@tertius)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 78
Veröffentlicht von: @arcangel

Sechstens - Die biblische Urgeschichte, Genesis 1 bis 11 geht es um den geschichtlichen Anfang der Menschheit. Adam und Eva waren die ersten zwei Menschen alle anderen Menschen stammen von ihnen ab. Die moderne Evolutionstheorie steht im Widerspruch zur biblischen Urgeschichte darum kann sie von Christen nicht akzeptiert werden.

Ohne Bibelverständnis Aussagen über die Bibel zu machen trägt zur weiteren Verwirrung der Menschheit bei.

Die Bibel, die ungefälschte Bibel, die Lutherbibel anno 1545 Faksimiledruck wortwörtlich nehmen, und dann DENKEN !!!!

Zum Beispiel so. Kain wandert aus ins Land Nod und heiratet dort eine Frau. Lebt diese Frau ganz allein in diesem Land Nod oder hat diese Frau Vorfahren und leben da noch andere Menschen ?

Dann gibt es noch das Land Hawila und das Land Eden wo der Garten war aus dem Adam und Eva rausgeflogen sind. Warum so viele Länder ? Haben sich Adam und Eva so stark vermehrt dass ihre Nachkommen dort hin ausgewandert sind. Oder ist es ganz anders ? Hinweis zum DENKEN. Ackerbau im Schweiße des Angesichts ist Tagesordnung, deshalb bedeutet Auswandern einen Wohlstandsverlust für die wo auswandern und für die wo bleiben, weil weniger Menschen die Gruppe durch Arbeiten unterstützen

Adam und Eva waren die ersten Menschen die Gott produziert hat, die Teufel haben sehr viel früher mit der Produktion von menschenartigen Wesen begonnen. Dass die Teufel dies können ist biblisch. Siehe die sogenannten Nephilim und die sogenannte Schlange im Garten in Eden die gemäß der Bibel gar keine Schlange war sondern ein von den Teufeln aus Menschenfleisch produziertes Alien-Wesen.

Warum heißt die Schlange im Garten in Eden "Schlange" obwohl es keine Schlange ist ?

Da gibt es einen Bibelvers der dies erklärt.

Aussagen zur Bibel ohne biblischen Beleg sind wertlos, aber wenn der Tertius jetzt wieder alle Bibelverse serviert verhindert dies das DENKEN bei den Bibel-Spezialisten. Deshalb macht was ihr wollt.

tertius antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10125

@tertius 

Zum Beispiel so. Kain wandert aus ins Land Nod und heiratet dort eine Frau.

»Heiraten« steht da aber nicht. Kain »erkannte« sie, und »erkennen« wird im Hebräischen auch für Sex benutzt. Eine sinngemäße Übersetzung wäre: Er wurde dort mit seiner Frau intim. Ob er sie mitgebracht hatte oder dort geheiratet, ist Interpretationssache.

Lebt diese Frau ganz allein in diesem Land Nod oder hat diese Frau Vorfahren und leben da noch andere Menschen ?

Stammen diese anderen Menschen von Adam und Eva ab?

Adam und Eva waren die ersten Menschen die Gott produziert hat, die Teufel haben sehr viel früher mit der Produktion von menschenartigen Wesen begonnen.

Laut Bibel stammen alle Menschen von Adam und Eva ab, von teuflischen Geschöpfen steht in keiner Bibelstelle was. Du machst genau das, was Luther immer den »Papisten« vorwarf: Erfindest einfach was, das nicht in der Bibel steht.

Siehe die sogenannten Nephilim und die sogenannte Schlange im Garten in Eden

Die Schlange war auch ein Geschöpf Gottes …

die gemäß der Bibel gar keine Schlange war sondern ein von den Teufeln aus Menschenfleisch produziertes Alien-Wesen.

Meinst du diese Bibelstelle:

Of 12,9 Vnd es ward ausgeworffen der gros Drach / die alte Schlange / die da heisst der Teufel vnd Satanas / der die gantze Welt verfüret / vnd ward geworffen auff die Erden vnd seine Engel wurden auch da hin geworffen.

Ich sehe da kein von Teufeln produziertes Alien-Wesen, sondern Satan persönlich.

Warum heißt die Schlange im Garten in Eden "Schlange" obwohl es keine Schlange ist ?

Keine Schlange? Laut Of 12,9 ist er eine Schlange und heißt Teufel und Satan. Du drehst das glatt um - oder gibt es eine Bibelstelle, die das so sagt, wie du es schreibst?

Aussagen zur Bibel ohne biblischen Beleg sind wertlos

Deswegen habe ich ja auch gedacht und Bibelstellen genannt …

hkmwk antworten
BePe0905
(@bepe0905)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 589

@tertius 

Adam und Eva waren die ersten Menschen die Gott produziert hat, die Teufel haben sehr viel früher mit der Produktion von menschenartigen Wesen begonnen. Dass die Teufel dies können ist biblisch. Siehe die sogenannten Nephilim und die sogenannte Schlange im Garten in Eden die gemäß der Bibel gar keine Schlange war sondern ein von den Teufeln aus Menschenfleisch produziertes Alien-Wesen 

Spannend zu erfahren, dass es schon zu Adams und Evas Zeiten Aliens gab und dass Schlangen zu dieser Gattung zählen. 
Noch spannender, dass sogar die Bibel darüber berichtet haben soll..
- also eigentlich über die Schlange, die aber (lt. Bibel) keine Schlange war, 
- und über Gottes Schöpfung, wobei ihn die Teufel mit dem Tempo bei der Herstellung menschenartiger Wesen glatt in den Schatten gestellt hatten. 

Da gibt es einen Bibelvers der dies erklärt.

Jetzt erwischst du mich gerade beim DENKEN, welcher Bibelvers dies eigentlich sein soll und wie er konkret lautet. 

Deshalb macht was ihr wollt.

Genau das mache ich - ist wohl auch besser so.....

 

bepe0905 antworten
Helmut-WK
Beiträge : 10125

Wenn das jetzt ein Glaubensbekenntnis wäre, würde mir mindestens der Hinweis auf Jesus fehlen. Aber du hast ja auf Bibelverständnis eingeschränkt …

So frage ich mich: Wie sieht denn eine nicht-fundamentalistische Auslegung aus? Bei einigen Punkten ist das klar, bei anderen fehlt mir eine Alternative, die noch christlich genannt werden kann.

Fünftens - In der Bibel gibt es keine Fehler und keine Widersprüche. Das gilt auch für ihre geschichtlichen, geografischen, biologischen, medizinischen und astronomischen Aussagen. In der Bibel kann es keine Fehler geben, weil Gott keine Fehler macht, Gott ist vollkommen also ist es sein Wort auch.

Da wird es spannend. In der fundamentalistischen Chicago-Erklärung zur Irrtumslosigkeit der Bibel werden durchaus auch Fehler zugestanden:

Wir verwerfen ferner die Auffassung, dass die Irrtumslosigkeit in Frage gestellt werde durch biblische Phänomene wie das Fehlen moderner technischer Präzision, Unregelmäßigkeiten der Grammatik oder der Orthographie, Beschreibung der Natur aus dem Blickwinkel der subjektiven Beobachtung, Berichte über Unwahrheiten, durch den Gebrauch des Stilmittels der Hyperbel oder gerundeter Zahlen, thematischer Anordnung des Stoffes, unterschiedlicher Auswahl des Materials in Parallelberichten oder der Verwendung freier Zitate.

So wie Jesus als Wort Gottes Mensch wurde, mit menschlicher Begrenztheit, so ist auch die Bibel als Wort Gottes zugleich Menschenwort.

PS: Da ich Erstens nicht so absolut wie oben formuliert und Sechstens überhaupt nicht (mehr) vertrete, bin ich also kein Fundamentalist …

hkmwk antworten
6 Antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@hkmwk 

oder der Verwendung freier Zitate.

🤣

PS: Da ich Erstens nicht so absolut wie oben formuliert und Sechstens überhaupt nicht (mehr) vertrete, bin ich also kein Fundamentalist …

Oder Teilfundamentalist 🙂

Wie sieht denn eine nicht-fundamentalistische Auslegung aus?

Die Bibel ist nicht gleich dem Wort Gottes, denn das Wort Gottes ist Jesus es ist deshalb nicht Synonym. Die Bibel ist nicht für unsere Sünden gestorben und wiederauferstanden und hat uns Erlöst und am Anfang war auch nicht die Bibel und die Bibel war am Anfang auch nicht bei Gott und Gott war nicht die Bibel. Wort Gottes ist viel umfassender als die Bibel. Deshalb kein Gleichheitszeichen und kein Synonym. Man kann höchstens sagen, dass das Wort Gottes auch die Bibel umfasst. Die Bibel ist eine Teilmenge des Wortes Gottes. 

Ich glaube nicht an Gott, weil ich der Bibel glaube, Fundament für meinen Glauben ist nicht die Bibel, sondern die Person Jesus Christus. Die Bibel ist Fundament für mein Wissen über Jesus aber nicht das Fundament für meinen Glauben. 

Der einzige der absoluten Autorität hat ist der Schöpfer, die Bibel als etwas Geschaffenes kann dies nicht in derselben Absolutheit beanspruchen. Und diese Absolutheit bedingt auch eine einzige Absolute richtige Version der Bibel. Die Bibel muss nicht absolut sein, um vom Absoluten zu zeugen. 

arcangel antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 12 Monaten

Beiträge : 2572

@arcangel 

Die Bibel ist nicht gleich dem Wort Gottes, denn das Wort Gottes ist Jesus

Das ist ein ganz erhellender Satz….danke!

Die Bibel ist Fundament für mein Wissen über Jesus aber nicht das Fundament für meinen Glauben. 

Hm…das sehe ich jetzt nicht ganz so fundamentalistisch auf Jesus bezogen🙂…in der Bibel sind auch sonst noch ein paar Glaubens-Perlen…

 

stern antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10125

@arcangel (zum Beitrag)

Man kann höchstens sagen, dass das Wort Gottes auch die Bibel umfasst. Die Bibel ist eine Teilmenge des Wortes Gottes. 

Einverstanden. Ergänzend möchte ich auch darauf hindeuten, dass auch Jesu nicht mit dem Wort Gottes „synonym” ist - oder denkst du, dass in Vers 105 mit »dein Wort« Jesus gemeint ist?

Ich glaube nicht an Gott, weil ich der Bibel glaube

Die Grundlage, auf der jemand zum, Glauben kommt, ist individuell. Das Fundament, durch das ich weiß, wer Jesus ist, ist die Bibel.

Klar kann jemand durch persönliche Erfahrungen (Wunder, Visionen) dazu kommen, an Jesus zu glauben. Nur zuweilen führen auch persönliche Erfahrungen in die Irre. So was muss deshalb auch immer an der Bibel gemessen werden. Schon Paulus hat vor einem anderen Jesus gewarnt.

hkmwk antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@hkmwk 

Das Fundament, durch das ich weiß, wer Jesus ist, ist die Bibel.

Was ich ja auch geschrieben habe.Das Fundament, dessen, was ich über Gott weis, ist die Bibel. Das Fundament für dafür, das ich Gott kenne, ist der Geist Gottes in mir. Dieses kennen kommt aus der Stille, dem Gebet und dem Erleben. 

arcangel antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10125

@arcangel 

Das Fundament für dafür, das ich Gott kenne, ist der Geist Gottes in mir

… und der wird niemals der Bibel widersprechen - außer es ist ein anderer Geist.

hkmwk antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@hkmwk 

… und der wird niemals der Bibel widersprechen - außer es ist ein anderer Geist.

Stimmt, aber er kann meiner Interpretation der Bibel widersprechen. Und vielen fällt es leider schwer zu sehen, dass das, was sie als Biblisch betrachteten nur eine Interpretation derselben ist. 

arcangel antworten
AWHler
 AWHler
Beiträge : 1852

@arcangel 

Ich schließe mich mal den bereits gemachten Differnzierungen an und sage dazu (es wird niemanden, der AWHlers Beiträge hier kennt, überraschen), dass ich biblischen Fundamentalismus (wie er mit den 6 Punkten beschrieben wird) für unhaltbar, bibel-missverstehend und sie missdeutend halte.

Theologisch schließe ich mich wohl am ehesten dem Schriftverständnis Karl Barths an: Das entscheidene, zentrale und maßgebende (Offenbarung-) Wort Gottes ist Jesus Christus selbst. Die Bibel selbst (die hebräische hinführend, das NT nach-klingend) ist Zeugnis und Echo auf dieses Wort hin. Nicht mehr und nicht eweniger. Sie ist menschengemacht, in Vielem zeitgebunden und "viel-stimmig".

Und wenn wir sie bis heute als Quelle und Richtschnur unseres anknüpfenden Glaubens an das EINE Wort Gottes (Christus) nehmen, entlastet uns das nicht davon, immer wieder neu danach zu fragen, wo und wie sie uns heute in die Begegnung mit dem EINEN Wort bringt.

Wenn wir das suchen, möchten und erbitten - dann kann die Bibel uns immer und immer wieder zum "Wort Gottes" (Anrede und Wegweisung) WERDEN.

Und es ist mMn kein Ausdruck eines rechtverstehenden, geforderten und nötigen "Glaubens", sie fundamentalisch/biblizistisch mit dem EINEN Wort Gottes (seiner Offenbarung in Christus) gleichzusetzen. 

L'Chaim

awhler antworten
Irrwisch
Beiträge : 3620

@arcangel Hi Arcangel 

Sehr lange habe ich mich hier aus verschiedenen Gründen zurückgezogen.

Mal schauen, wie lange ich mich wieder äußern werde.

 

Für mich als " Fundamentalistin" brauchts, egal ob richtig oder sehr zweifelhaft, dazu keine 6 Punkte.

 

Ich bin Christin, dazu ist nicht zuletzt die Bibel auch für mich Grundlage.

Daraus hervorgehend lebe ich aber eine Gottesbeziehung u. A. durch den Heiligen Geist.

Außerdem eine Jesusbeziehung in  Form der Nachfolge.

 

Dazu brauche ich nicht die Beurteilungen von Mitchristen, die mich evtl. meinen verteufeln zu können. 

Sehr wohl aber die innere Haltung und besonders auch das feste Vertrauen, eine in und durch Jesus begnadigte Sünderin zu sein.

Ein mir zugesagter Bibelvers aus Matthäus ist mir dabei zum langjährigen Wegweiser geworden

" Folge du mir nach!"

 

Aus Matthäus, wo Petrus Jesus fragt, was denn wohl in Zukunft aus Johannes werden wird.

 

Worauf Jesus mit deutlichen und klaren Worten antwortet: 

 " Was geht es dich an?

Folge du mir nach!"

 

Diese klaren Worte von Jesus würde ich hier ab und zu  gerne in Erinnerung rufen, wenn hier Menschen meinen, Mitmenschen zu verteufeln oder ihnen ihren Glauben absprechen zu können..........

 

 

 

 

 

irrwisch antworten
2 Antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@irrwisch 

Hallo, ich habe ja nicht Fundamentalismus als solchen thematisiert, ich würde mich auch als Fundamentalisten bezeichnen. Sondern ich habe mich speziell auf ein fundamentalistisches Bibelverständnis bezogen. Jeder dieser Punkte begegnet mir des Öfteren und jeder dieser Punkte hat bei genauerer Betrachtung seine Probleme. 

Ich bin Christin, dazu ist nicht zuletzt die Bibel auch für mich Grundlage.

Das stelle ich auch nicht zur Disposition, sondern wovon ist die Bibel Grundlage. Die Bibel ist Grundlage meines Wissens über Gott, und Gott kann auch durch die Bibel zu mir sprechen. Aber die Bibel ist nicht die Grundlage für meine Beziehung zum Vater, sie ist auch nicht Grundlage für meinen Glauben. Ich glaube der Bibel, weil ich Gott kenne und nicht umgekehrt. 

arcangel antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4414
Veröffentlicht von: @arcangel

Sondern ich habe mich speziell auf ein fundamentalistisches Bibelverständnis bezogen.
Jeder dieser Punkte begegnet mir des Öfteren und jeder dieser Punkte hat bei genauerer Betrachtung seine Probleme. 

Ist jeder dieser Punkte negativ? 
Und ist es nicht so, dass eine andere Betrachtungsweise auch ihre Probleme mit sich bringt?

chai antworten
Chai
 Chai
Beiträge : 4414

'Fundamentalismus' ist ja eins dieser Worte, die in den letzten Jahren einen sehr negativen Beigeschmack bekamen. 
Von daher mag man halt auch nicht mehr gern als 'Fundamentalist' bezeichnet werden. Auch ich nicht. 

Und doch - ein 'Fundament' ist notwendig, damit man einen Halt und einen Grund hat. 

Deine obigen Charakterisierungen sind mit ein bissel plakativ und haben zwischen den Zeilen auch irgendwie einen negativen Beigeschmack. 

Erstens- Die Bibel ist verbal inspiriert. Damit ist gemeint Gott hat die Schreiber der Bibel bis in die Wahl ihrer Worte hinein leitet, Gott hat die Worte ausgewählt und festgelegt. Der eigentliche Autor der Bibel ist Gott

Ich geh davon aus, dass Gott die Schreiber inspiriert hat - ob es bis in die Wahl der Worte geht, ist mir nicht so wichtig. 
D.h. es ist schon klug, zu berücksichtigen, dass sich Sprache im Lauf der Zeit ändert und dass Gott auch bei denen ist, die diese sprachlichen Anpassungen dann zu Papier bringen. Eine biblische Aussage hängt ganz sicher nicht davon ab, ob in der Übersetzung dann -wie bei Luther- der Begriff 'Weib' oder eben etwas zeitgemäßer 'Frau' steht. 

Zweitens- Die Bibel ist Gottes Wort. Das heisst die Begriffe, Bibel und Gottes Wort bedeuten das Gleiche, sie sind Synonym.

Drittens- Die Bibel ist Gottes entscheidende Offenbarung und damit die entscheidende Grundlage des christlichen Glaubens.

Schon irgendwie. 

Fünftens- In der Bibel gibt es keine Fehler und keine Widersprüche. Das gilt auch für ihre geschichtlichen, geografischen, biologischen, medizinischen und astronomischen Aussagen. In der Bibel kann es keine Fehler geben, weil Gott keine Fehler macht, Gott ist vollkommen also ist es sein Wort auch. 

Wir haben hier schon genug Beispiele gefunden, in denen die Geschichte aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet wurde. 

Sechstens- Die biblische Urgeschichte, Genesis 1 bis 11 geht es um den geschichtlichen Anfang der Menschheit. Adam und Eva waren die ersten zwei Menschen alle anderen Menschen stammen von ihnen ab. Die moderne Evolutionstheorie steht im Widerspruch zur biblischen Urgeschichte darum kann sie von Christen nicht akzeptiert werden.

Darüber wurde doch schon hinreichend diskutiert. 

chai antworten
8 Antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@chai 

Ich geh davon aus, dass Gott die Schreiber inspiriert hat - ob es bis in die Wahl der Worte geht, ist mir nicht so wichtig.
D.h. es ist schon klug, zu berücksichtigen, dass sich Sprache im Lauf der Zeit ändert und dass Gott auch bei denen ist, die diese sprachlichen Anpassungen dann zu Papier bringen. Eine biblische Aussage hängt ganz sicher nicht davon ab, ob in der Übersetzung dann -wie bei Luther- der Begriff 'Weib' oder eben etwas zeitgemäßer 'Frau' steht.

Das spannende ist, das die Lehre der Inspiration erst nach der Reformation entstanden ist. Davor hat sich niemand darüber Gedanken gemacht. Ich finde jede Definition von Inspiration zwar nicht falsch (mit Hausname der Verbalinspiration) aber einfach nicht ganz ausgegoren. 

Schon irgendwie.

🙂 Gerade das irgendwie ist das spannende. 

arcangel antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4438

@arcangel 

 jede Definition von Inspiration zwar nicht falsch (mit Hausname der Verbalinspiration) aber einfach nicht ganz ausgegoren. 

...und wie willst du das konkret ausgären lassen?

 

lg tatokala

tatokala antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@tatokala 

Ich will gar nichts ausgären lassen, da ich keine Inspirationslehre brauche. 

Alle drei Postionen: Diktat-Inspiration, Indirekter-Inspiration und Verbal-Inspiration haben alle ihre Probleme, die, wenn sie konsequent durchbuchstabiert werden, an keinen guten Ort führen. Welche der vielen Textvarianten ist denn die richtige von Gott Verbal-Inspiriert, und welche ist die richtige Übersetzung? Welche Stellen in der Bibel hat Gott den Diktiert? Auch etwa den Brief des Xerxes in Esra, oder die Aussagen von Gottes fernen Menschen in der Bibel? Wie differenziert man zwischen dem, was Gott diktiert hat und anderen Stellen? Wenn Gott nur indirekt inspiriert hat und die Bibel Menschen Wort ist die zwar Gottes Intention und Offenbarung enthält, aber schlussendlich Menschenwort ist. Welche Autorität hat die Bibel dann und die differenziert man Gottes Offenbarung von menschlichen Gedanken?

 

Wie geschrieben die Christenheit, kam sehr lange sehr gut ohne irgendeine Form der Inspirationslehre aus.  

arcangel antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4438

@arcangel 

Ich will gar nichts ausgären lassen, da ich keine Inspirationslehre brauche. 

An diesem Punkt wärst du nur möglicherweise gar nicht, wenn du dich nicht schon damit auseinandergesetzt hättest.

Wie geschrieben die Christenheit, kam sehr lange sehr gut ohne irgendeine Form der Inspirationslehre aus.  

Im Nachhinein (und wenn man selber nicht dabei war) leicht gesagt. 😀

tatokala antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10125

@arcangel (zum Beitrag)

Alle drei Postionen: Diktat-Inspiration, Indirekter-Inspiration und Verbal-Inspiration haben alle ihre Probleme, die

Ich habe eine noch andere Position, ich weiß jetzt nicht ob du das Inspirationslehre nennst:

Gott hat dafür gesorgt, dass die Bibel so ist, wie sie ist, d.h. jedes Wort in der Bibel ist so von ihm gewollt. Und auch die Unsicherheiten, also z.B. ob mit »Ihn« in Mt 14,12 nun Johannes der Täufer gemeint ist (auton), oder sein Leichnam (auto).

Wie Gott das geschafft hat, ist Seine Sache, da spekuliere ich besser nicht 😉

Welche der vielen Textvarianten ist denn die richtige von Gott Verbal-Inspiriert, und welche ist die richtige Übersetzung?

Da gibt es ja mit Textkritik, Übersetzungstheorie, Philologie etc. schon gute Antworten, was da an Unsicherheiten bleibt ist verschmerzbar (bei obigen Beispiel ist der einzige sachliche Unterschied, dass bei auton wohl der Kopf von Johannes mitgemeint ist, während dies bei auto unklar ist).

hkmwk antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10125

@arcangel (zum Beitrag)

Das spannende ist, das die Lehre der Inspiration erst nach der Reformation entstanden ist. Davor hat sich niemand darüber Gedanken gemacht.

Weil es dazu keinen Anlass gab. Die Bibel war Gottes Wort, was drin steht stimmt, also hats auch die Urgeschichte so gegeben wie erzählt.

Das wurde doch erst problematisch, als z.B. die Urgeschichte aus Gründen, die nicht in der Bibel stehen, problematisch wurde. Also frühestens ab 1700.

Aber schon vorher gab es das Problem, dass Leute beim Lesen der Bibel auf »ketzerische« Gedanken kamen, die der Bibel widersprachen. Weshalb einerseits ab ca. 1200 in mehreren Ländern den Laien verboten wurde, in der Bibel zu lesen, andererseits die Lehre vom vierfachen Schriftsinn ausgebaut wurde - was nicht passte, wurde übertragen (also nicht wörtlich) ausgelegt passend gemacht. Dagegen hat sich z.B. Luther gewandt.

Inspirationslehren entstanden, weil es ohne die nicht ging. Wie hätten Luther, Calvin etc. sich entschieden, wenn sie das Problem gekannt hätten?

hkmwk antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@hkmwk 

Weil es dazu keinen Anlass gab. Die Bibel war Gottes Wort, was drin steht stimmt, also hats auch die Urgeschichte so gegeben wie erzählt.

Das platonische Weltbild ging davon, aus das die Materie ewig ist und lediglich geordnet wurde. Weshalb Augustin auch eine Apologetik für die Entstehung der Welt und deren Endlichkeit verfasst hat. Der Standpunkt der Antike war, es war schon immer so und wird auch schon immer so Bleiben. Die Idee einer Eschatologie war im Westen fremd. Das die Welt einen Anfang und ein Ende hat. War lange keine Selbstverständlichkeit. Aber das die Urgeschichte immer so verstanden wurde wie dies heute Kreationisten tun ist auch nur eine Behauptung. 

Inspirationslehren entstanden, weil es ohne die nicht ging. Wie hätten Luther, Calvin etc. sich entschieden, wenn sie das Problem gekannt hätten?

Sie mussten sie erfinden, da nur so ein Sola Scriptura Legitimität erhalten hat. 

arcangel antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10125

@arcangel 

Weshalb Augustin auch eine Apologetik für die Entstehung der Welt und deren Endlichkeit verfasst hat.

Interessant. Wobei (nebenbei bemerkt) es ja neben (neu-)Platonismus auch Aristoteles gab …

Hat Augustinus in seiner »Apologetik« die Aussagen der Genesis irgendwie relativiert?

Aber das die Urgeschichte immer so verstanden wurde wie dies heute Kreationisten tun ist auch nur eine Behauptung.

Also von schneller Abfolge der Gesteinsschichten, hohem CO²-gehalt oder was es so alles an kreationistischen Hypothesen gab (und z.T. heute gibt) haben die natürlich nicht gesprochen, und die Deutung von 1.Ms 10,25 auf die Kontinentalverschiebung (Platten teilen sich) geht ja auch weit über das hinaus, was da geschrieben steht.

Sie mussten sie erfinden, da nur so ein Sola Scriptura Legitimität erhalten hat.

Dafür reicht die Aussage, dass die Bibel von Gottes Geist inspiriert ist. Details der Inspiration können da offen bleiben.

Haben denn Luther und/oder Calvin schon eine Inspirationslehre »erfunden«?

hkmwk antworten
lhoovpee
Beiträge : 3525

@arcangel 

Erstens - Die Bibel ist verbal inspiriert. Damit ist gemeint Gott hat die Schreiber der Bibel bis in die Wahl ihrer Worte hinein leitet, Gott hat die Worte ausgewählt und festgelegt. Der eigentliche Autor der Bibel ist Gott

Die biblischen Texte im Ganzen erheben diesen Anspruch nirgends (einige Abschnitte schon). Daher frage ich mich immer, warum man das so glaubt.

Zweitens - Die Bibel ist Gottes Wort. Das heisst die Begriffe, Bibel und Gottes Wort bedeuten das Gleiche, sie sind Synonym.

"Gottes Wort" ist recht unpräzise. Das wird ja für vieles genutzt, je nach Kontext für Jesus, die Bibel, Predigten, usw. 

Drittens - Die Bibel ist Gottes entscheidende Offenbarung und damit die entscheidende Grundlage des christlichen Glaubens.

Gibt es christliche Gruppen, die die Bibel tatsächlich als Grundlage ablehnen? Das ist für mich jetzt keine fundamentalistische Eigenschaft. 

Viertens – Genauso wie Gott, hat auch die Bibel absolute Autorität, ihre Autorität ist Gottes Autorität, was die Bibel sagt, das sagt Gott, deshalb ist jede Relativierung der Bibel abzulehnen.

Bei solchen Formulierungen muss ich immer daran denken, dass wir uns keine Götter bauen sollen.

Fünftens - In der Bibel gibt es keine Fehler und keine Widersprüche. Das gilt auch für ihre geschichtlichen, geografischen, biologischen, medizinischen und astronomischen Aussagen. In der Bibel kann es keine Fehler geben, weil Gott keine Fehler macht, Gott ist vollkommen also ist es sein Wort auch.

Diese Aussagen ist so ja offensichtlich nicht haltbar. Das wird im Grunde auch ständig eingeschränkt, man versucht aber gleichzeitig an der Irrtumslosigkeit festzuhalten. Warum man das so vehement macht, erschließt sich mir nicht. Wir sollten doch an der Wahrheitsfindung interessiert sein. Das Betrifft natürlich auch die Dinge, die in der Bibel stehen und so eben nicht stimmen. 

Sechstens - Die biblische Urgeschichte, Genesis 1 bis 11 geht es um den geschichtlichen Anfang der Menschheit. Adam und Eva waren die ersten zwei Menschen alle anderen Menschen stammen von ihnen ab. Die moderne Evolutionstheorie steht im Widerspruch zur biblischen Urgeschichte darum kann sie von Christen nicht akzeptiert werden.

Diesen Punkt würde ich noch um die Ablehnung von historisch-kritischer Exegese und die Jungfrauengeburt ergänzen.

 

lhoovpee antworten
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