Best off
Hallo dies ist ein Thema, dass ich mal aus reiner Neugierde aufwerfe.
Welche drei biblischen Bücher (nicht Bibelstellen) sind eure Favoriten und warum?
Welche drei biblischen Bücher (nicht Bibelstellen) sind bei euch gar nicht beliebt und warum?
PS: ich werde meine Antwort in einem eigenen Beitrag liefern.
Faves:
Johannes-Evangelium - weil christozentrisch und mystisch
Hiob - weil existentiell in der Theodizee
Die beiden Korintherbrief-Briefe - weil essentiell ( 3x mit 1. Kor 12/ ein Leib, 13/die Liebe und 15/Auferstehung) und gemeinde-nah (2. Korinther spiegelt das Gegenteil einer idealen Gemeinde)
Dislikes:
Josua/Richter - weil zuviel "Wild West" und fragwürdige Stories
Hebräerbrief - zu fern in Priester- und Heiligtumsbezügen
Offenbarung des Johannes (bis auf das "selige Ende" Kap.21f.) -zu abstrus und missbräuchlich
L'Chaim
Interessant, dass dir der Hebräerbrief mit seiner Christologie und seiner Transzendenten Sprache nicht zusagt, und du gleichzeitig Johannes wegen seiner Mystik magst.
Favoriten:
Habakuk, spricht von Gottes Kontakt mit seinem Propheten und seinen Zusagen
Hesekiel, spricht für mich von Leben.
Johannesevangelium, in dem Jesus mir begegnete
weniger interessant bislang:
3. Mose/Levitikus: Tempeldienst
Klagelieder: zuviel Resonanz mit Trauer
Judasbrief: irgendwie verblasst der ständig
Das Evangelium des Johannes und seine Briefe:
Was ich daraus für mich gelernt und angenommen habe:
- Gottes Liebe zu mir: er hat aus Liebe seinen Sohn für mich gegeben
- Was Gott sich wünscht: eine innige Beziehung zu mir, ein Vater für mich zu sein
- Wie ich Gottes Angebot annehme: durch den Glauben an Jesus
- Was muss ich dafür tun: nur daran Glauben und das Geschenk annehmen
- Es entsteht etwas neues in mir: Wiedergeburt, ein neues Herz und ein neuer Geist
- Wer bin ich nun: ein Kind Gottes/Sohn Gottes
- Wer sind wir als Glaubende untereinander: Geschwister
- Wie ich an dieser Beziehung teilhaben kann: durch Glauben und den Heiligen Geist meine Zeit mit Ihm verbringen
- Wie ich mit meinen Geschwistern und den Nächsten umgehen soll: lieben wie Jesus geliebt hat
- Wie können wir das alles überhaupt begreifen und in diesem neuen "Leben" zurechtkommen: durch den Heiligen Geist und die Gemeinschaft unteteinander
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Exodus: Weil es so viel zu entdecken gibt das man bei einfachen durchlesen so nicht sieht, und weil Sinai und Gottes Selbstoffenbarung das Fundament der ganzen Bibel sind.
Johannesevangelium: Weil hier der ganze Erzählbogen der Bibel seinen Höhepunkt findet.
Apostelgeschichte: Weil hier wichtige weichen gestellt werden und weil hier die Geschichte weitergeht.
Flop:
3. Johannes: Kein Buch finde ich nichtssagender.
Ester: Dieses Buch liegt irgendwie einfach quer in der Landschaft und trägt so gar nichts zum Evangelium bei.
Sprüche: Es gibt zwar viele gute Stellen darin, aber als Buch zu lesen ist es grauenhaft, mit Ausnahme vielleicht des Weisheitsliedes.
Spannend. Bis jetzt ist das Johannesevangelium eindeutig ein Favorit.
Ester hätte ich vllt auch noch gewählt, wenn es mehr als drei hätten sein dürfen. Es ist ein Buch der Rettung und wie Gott sich um sein Volk kümmert. Interessant finde ich, dass es eine einzige Stelle in einem Satz gibt, an der die hebräischen Anfangsbuchstaben von vier Wörtern in direkter Folge Y H W H ergeben.
Interessant finde ich, dass es eine einzige Stelle in einem Satz gibt, an der die hebräischen Anfangsbuchstaben von vier Wörtern in direkter Folge Y H W H ergeben.
Kommt darauf an welchen Text man nimmt, wenn man die Septuaginta nimmt dann gibt es einige Kapitel mehr und dann wird auch YHWH genannt.
Mag sein, aber wenn Paulus aus dem Leben von Adam und Eva zitiert - stand das in der LXX? Es ging ja um die Bibel, die die ersten Christen (z.B. Paulus) hatten.
Und warum wird nie aus den Apokryphenj zitiert?
Und warum wird nie aus den Apokryphenj zitiert?
Judas 9 — Eine Anspielung auf die Himmelfahrt des Mose, die einen Streit zwischen dem Erzengel Michael und Satan um Mose erwähnt
Judas 14–15 — Ein direktes Zitat aus dem Buch Henoch (1. Henoch 1,9), das die einzige klare Zitierung aus den Pseudepigraphen darstellt
Hebräer 11,37 — Eine Anspielung auf die Leben der Propheten, die beschreibt, wie der Prophet Jesaja in zwei Teile gesägt wurde
1. Korinther 2,9 — Eine Anspielung auf die Apokalypse des Elija, obwohl dies umstritten ist
2. Timotheus 3,8 — Erwähnung der Namen Jannes und Jambres, die in rabbinischen Schriften bekannt waren, aber nicht im Alten Testament genannt werden
Judas 6 und 2. Petrus 2,4–5 nutzen explizit die Rebellion der Wächter und ihre Verbannung in den Tartarus, um die Strafe zu verdeutlichen, die falschen Lehrern in der Endzeit bevorsteht. Was eine Bezugname auf 1. Henoch ist.
Selbst Matthäus 22,13 verwendet die präzise Formulierung, jemanden “Hand und Fuß gebunden” in die Finsternis zu werfen—exakt die Sprache, die in 1. Henoch 10,4 zur Beschreibung des Schicksals des Dämonenfürsten Asasel verwendet wird.
aber wenn Paulus aus dem Leben von Adam und Eva zitiert - stand das in der LXX?
Worauf beziehst du dich hier genau? Das einzige direkte Zitat von Paulus aus Genesis zu Adam und Eva finde ich in 1.Kor 15,45. Es gibt keinen inhaltlichen Unterschied zwischen der Griechischen und hebräischen Version des Verses.
Die griechischen Begriffe die in Genesis 2,7 verwendet werden (pnoēn zōēs — “Atem des Lebens”), haben die Theologie massiv geprägt hat. Gott der seinen Lebensatem gibt, daraus entwickelte sich u. a. das Konzept der Inspiration (Gott gehaucht = theopneustos).
Eine Anspielung auf die Himmelfahrt des Mose
Gehört nicht zu den Apokryphen, du findest sie nicht in der Einheitsübersetzung oder einer anderen Bibel mit Apokryphen. Genau wie bei den anderen Beispielen.
Im NT gibt es Anspielungen und Zitate aus Büchern, die nicht im Tenakh stehen - aber kein Zitat aus den Apokryphen.
Also wieso sollte ich annehmen, dass die Bibel der ersten Christen dem Kanon der rkk o.ä. entsprach?
das die einzige klare Zitierung aus den Pseudepigraphen darstellt
Ich dachte 1.Kor 2,9 wär ebenfalls klar? »Wie geschrieben steht« …
Apokryphen, du findest sie nicht in der Einheitsübersetzung oder einer anderen Bibel mit Apokryphen.
Es gibt noch mehr Apokryphen, als die die in
einer anderen Bibel mit Apokryphen
stehen.
Guckst du hier: Apokryphen – Wikipedia
Und da gibt es auch die: Himmelfahrt des Mose – Wikipedia
die durchaus unter "apokryphe Schriften" eingeordnet wird.
Ich dachte 1.Kor 2,9 wär ebenfalls klar? »Wie geschrieben steht« …
Da zitiert Paulus aber aus Jesaja 64 und das hat weder etwas mit Adam und Eva noch mit Apokryphen zu tun. Deshalb verstehe ich nicht ganz was du hier meinst.
Aber wenn du schon bei Jesaja 64 bist, dann wird klar, dass sich Paulus auf die Griechische LXX bezieht und nicht auf den Hebräischen MT. Denn Paulus zitiert dieses Kapitel auch im Römerbrief, und es ist der griechische Text, der klarmacht, dass es hier um Verfehlungen und Rettung geht, während der MT hier unscharf ist.
Aber was die Apokryphen betrifft, so ist 1.Henoch in der Äthiopischen Bibel z.B. kanonisch.
Die Apokryphen also die Schriften, die in der LXX enthalten sind, aber nicht im MT und von Luther als Apokryph klassifiziert worden sind, wurden nicht in den Kanon aufgenommen, weil sie wie du richtig sagst nicht in der Bibel referenziert werden und vor allem, weil sie nur auf Griechisch verfasst sind und es keine hebräischen Quellen gibt. Aber es gibt Bücher wie die oben erwähnten, die im antiken Judentum als Apokryph behandelt wurden und eben auch zitiert worden sind.
Da zitiert Paulus aber aus Jesaja 64
Das wäre aber ein ziemlich freies Zitat … auch wenn ich mit LXX vergleiche.
Im Nestle-Aland gibt es da einen Hinweis auf Apocalypsis Eliae, (»sec. Orig«), also laut Origines war diese Schrift die Quelle.
Nein, wir verkünden, wie es in der Schrift steht, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was in keines Menschen Herz gedrungen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.
kein Ohr hat gehört, kein Auge hat gesehen einen Gott außer dir, der so wohltut denen, die auf ihn harren.
Ziemlich frei zitiert aber dennoch sehr offensichtlich.
ja der erste Teil des Verses wird sehr unterschiedlich formuliert,
https://www.bibleserver.com/EU.ELB.ZB.LUT.NG%C3%9C/1.Korinther2%2C9
Der Bezug zu Jesaja ist dann aber bei allen praktisch gleich.
Du hattest die EÜ zitiert, in den anderen von dir verlinkten Übersetzungen wird aber ein Zitat aus der Schrift angekündigt, nicht eine paraphrasierende Wiedergabe von dem »wie es in der Schrift steht«.
Für ein »wie geschrieben steht« ist die Zitierung zu frei.
1.Kor 2,9:
was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was in keines Menschen Herz gedrungen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.
Jes 64,3f:
Seit Urzeiten hat man nicht vernommen, / hat man nicht gehört; kein Auge hat je einen Gott außer dir gesehen, / der an dem handelt, der auf ihn harrt. 4 Du kamst dem entgegen, / der freudig Gerechtigkeit übt,
Das ist doch mehr als »freie Zitierung«. In Jes fehlen Ohr und Herz, und auch das Lieben finde ich da nicht …
Da musst du dich bei Paulus beschweren, dass der nicht richtig Zitieren kann und sich erlaubt einfach Worte einzufügen.
Oder aber Paulus hatte eine Textvariante, welche eben besagtes Ohr und Herz enthalten hatte, welche wir leider nicht mehr haben.
Kann durchaus sein, da aber Paulus besagtes Kapitel auch prominent im Römerbrief zitiert.
5-6 "Wie ein Unreiner sind wir alle geworden, unsere ganze Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid. Wie Laub sind wir alle verwelkt, unsere Schuld trägt uns fort wie der Wind. Niemand ruft deinen Namen an, keiner rafft sich dazu auf, festzuhalten an dir. Denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen und hast uns zergehen lassen in der Gewalt unserer Schuld."
Römer 3,10-11 "wie geschrieben steht: Es gibt keinen, der gerecht ist, auch nicht einen; es gibt keinen Verständigen, keinen, der Gott sucht."
Und auch hier ist Paulus Zitat sehr frei, inhaltlich deckt sich aber die Aussage aus Jesaja mit dem Kapitel 3 von Paulus.
Es reicht, in den Nestle-Aland zu schauen, um herauszufinden, dass Rö 3,10-11 ein Zitat aus den Psalmen ist (Jes 64 wird da gar nicht erwähnt!).
Ps 14,3 Doch alle sind sie von ihm abgefallen, verkommen sind sie, alle miteinander, niemand ist da, der Gutes tut, nicht einmal einer!
Mir scheint, du konstruierst aus Ähnlichkeiten zu schnell »freie Zitate«.
Welche drei biblischen Bücher (nicht Bibelstellen) sind eure Favoriten und warum?
Ach wie schade, nur drei ... ganz schwierige Entscheidung für mich
Hosea - hat mein Gottesbild und meine Beziehung zu ihm völlig verändert
Der Hebräerbrief - hat mir Jesus groß und noch größer gemacht
Das AT - hat mir das biblische Menschenbild gezeigt. Und Abraham, was es bedeutet, Gott zu vertrauen.
Welche drei biblischen Bücher (nicht Bibelstellen) sind bei euch gar nicht beliebt und warum?
Hmmmm ... weniger beliebt oder gar nicht ansprechend? Da hab ich gar nix anzubieten.