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Bibelverse über den Alkoholkonsum

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crepuscularray
Themenstarter
Beiträge : 27

Ich habe den Artikel "Sollten Christen Alkohol trinken?" von Christian Assemblies / International gelesen ( https://www.cai.org/de/bibelstudien/sollten-christen-alkohol-trinken). Da steht es:

"Micha warnte vor lügenden, falschen Propheten, die von Wein und starkes Getränk prophezeihen (MICHA 2:11). Heute lehren sie immer noch Mäßigkeit und führen viele zur Verdammnis. Es ist Zeit für wahre Propheten, wieder biblische Heiligkeit zu predigen."

Ich bin nicht sicher, ob der Bibelvers Micha 2,11 wirklich so lehrt, weil dieser Vers in mehreren deutschen Bibelübersetzungen unterschiedlich übersetzt wurde. Ich glaube, Micha 2,11 lehrt was anders. Was meint Ihr?

Zweitens:

"In den Kriterien für den Aufseher sagt Paulus, daß ein Kandidat ""me paroinos" "oder ""nicht in der Nähe von Wein"" sein darf (1. TIMOTHEUS 3:3, TITUS 1:7 wörtliche Übersetzung!)."

Ich glaube, 1. Timotheus 3,3 besagt was anders: Der Gemeindeleiter darf ab und mal Wein in Maßen trinken, sollte aber nicht vom Wein abhängig sein. Mehr nicht. Was meint Ihr?

Antwort
37 Antworten
Suzanne62
Beiträge : 7535

mäßiger Alkoholkonsum ist erlaubt
In meiner Kirche (römisch-katholisch) ist mäßiger Alkoholkonsum erlaubt - also mal ein Glas Bier oder Wein zu einem guten Essen oder an Silvester mit Sekt anstoßen.
Immerhin hat ja Jesus selbst Wein getrunken - da finde ich es nicht nötig, frömmer zu sein als er selbst.
"Verboten" (ich setze das jetzt mal in Anführungszeichen, weil erstens nicht jeder sich daran hält und es zweitens niemand kontrollieren kann) ist Alkohol in der Fastenzeit (zwischen Aschermittwoch und Ostern), außerdem versteht es sich von selbst, dass ein unmäßiger - also zum Kontrollverlust führender - sowie andere Menschen gefährdender (z.B. am Steuer oder bei der Arbeit) Alkoholkonsum nicht akzeptabel ist.

suzanne62 antworten
3 Antworten
crepuscularray
(@crepuscularray)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 27

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich möchte aber wissen, was die Bibelstellen Micha 2,11 und 1. Timotheus 3,3 wirklich lehren?

Ich glaube, viele wissen nicht, wie viel Alkohol dem Alkohol in Maßen entspricht. Das ist gefährlich. So rutscht man leicht in die Sucht.

crepuscularray antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @crepuscularray

Ich glaube, viele wissen nicht, wie viel Alkohol dem Alkohol in Maßen entspricht. Das ist gefährlich. So rutscht man leicht in die Sucht.

Sicherlich übernimmt sich manch einer, gerät ungewollt in eine Beeinflussung und versagt gegenüber selber gefassten (und ratsamen) Vorsätzen.

Bin ich recht lax mit dem Alkoholumgang bin ich ihm lt. 1.Tim. vielleicht ergeben aus meiner Sicht. Das wird wohl stets eine individuelle Sicht sein.

Micha 2,11 bedeutet für mich: jemand ist wankelmütig, neigt zur Unzuverlässigkeit und Besitzsucht. Er neigt zur Genußsucht und Haltlosigkeit ... diese Eigenschaften werden Führern zu eigen sein.

Anonymous antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 7535
Veröffentlicht von: @crepuscularray

Ich glaube, viele wissen nicht, wie viel Alkohol dem Alkohol in Maßen entspricht.

Ich dachte, das hätte ich in meinem Beitrag deutlich gemacht: es sollte zu keinem Kontrollverlust kommen.
Außerdem ist jeglicher Alkoholkonsum tabu, wenn man Auto oder Motorrad fährt sowie am Arbeitsplatz/während der Arbeitszeit.

Veröffentlicht von: @crepuscularray

Ich möchte aber wissen, was die Bibelstellen Micha 2,11 und 1. Timotheus 3,3 wirklich lehren?

Dazu kann ich nichts sagen - wenn ich eine Frage mit dem gesunden Menschenverstand entscheiden kann, muss ich nicht unbedingt "einschlägige" Bibelstellen bemühen.
Dass Alkohol für Christen nicht komplett verboten ist, dürfte m.E. klar sein.
Dass man sich nicht bis zur Besinnungslosigkeit volllaufen lässt, eigentlich auch.

suzanne62 antworten


chhu
Beiträge : 6

Ich kann dem Artikel nicht zustimmen.
Die Interpretation von Wein im Neuen Testament als unvergorenen Traubensaft finde ich sehr fragwürdig.
Wenn Jesus bei der Hochzeit zu Kana Wasser in Wein verwandelt und beim Abendmahl den Kelch mit dem Wein nimmt, denke ich tatsächlich an Wein und nicht an Traubensaft.
Ich bin mir der Problematik von Alkoholsucht sehr wohl bewußt (genauso wie jeder anderen Sucht), aber ich denke nicht, dass ich als Christ keinen Alkohol (in Maßen) trinken darf, weil das unbiblisch ist.
Es ist wie mit vielen guten Dingen: im Übermaß sind sie schlecht. Es geht um den maßvollen Genuß.

chhu antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Nach meinem Wissen war allein der Nasiräer zur völligen Enthaltsamkeit verpflichtet. Ansonsten wird in Gottes Wort der Mäßigung zugeraten.

Pred 9,7 Geh, iß dein Brot mit Freude und trinke deinen Wein mit frohem Herzen; denn längst hat Gott Wohlgefallen an deinem Tun.

Die Festmahle der Söhne Hiobs unterliegen keiner Kritik, dagegen ist das Ergebnis bei Noah recht kritisch zu sehen. Paulus ermuntert zum mäßigen Genuß zur Stärkung. Weniger ist mehr ... denke ich.

Anonymous antworten


Herbstrose
Beiträge : 14193

Micha 2, 11 warnt vor Lügenpredigern, die uns zum Saufen (= übermäßiger Alkoholgenuss) und zu Völlerei (= Essen um des Essens willen) überreden wollen:

11 Ja, wenn ein Irrgeist käme und ein Lügenprediger und predigte, wie sie saufen und schwelgen sollen – das wäre ein Prediger für dies Volk!

Weitere Stellen zum Thema Ailkohol:

In Richter 13 geht um eine Schwangerschaft:
13 Der Engel des HERRN sprach zu Manoach: Vor allem, was ich der Frau gesagt habe, soll sie sich hüten: 14 Sie soll nichts essen, was vom Weinstock kommt, und soll keinen Wein oder starkes Getränk trinken und nichts Unreines essen; alles, was ich ihr geboten habe, soll sie halten.

Auch hier geht es um übermäßigen Alkoholgenuss:
Eph 5,18 Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern lasst euch vom Geist erfüllen.

Ansonsten: Jesus macht Wasser zu Wein, beim Abendmahl gibt es Wein

Und es gibt noch eine Stelle, wo es um Rücksichtnahme beim Essen geht. Ich denke, das kann man auch auf Getränke ausweiten.

herbstrose antworten
bepe0905
Beiträge : 1087

Eigentlich ist es erschreckend, wenn man solche Artikel wie den verlinkten liest. Da biegt ein militanter Abstinenzler und Genussverächter alle biblischen Aussagen zum Thema Alkohol (insbesondere Wein) und zusätzlich das, was gar nicht in der Bibel steht, in seinem Sinne zurecht, um daraus eine flammende Rede "widder den Saufteuf" zu verfassen.

Trotzdem musste ich an einigen Stellen ziemlich breit grinsen, z.B. als ich las "Die Kinder Hiobs starben Wein trinkend" - Ja, ein solches Ende hat doch was ....
Und wenn es bei mir einmal so weit sein sollte - dann denke ich, dass ein Abschied mit einem guten Glas Wein in der Hand nicht die schlechteste Lösung ist. 😉

Geradezu lächerlich finde ich die verzweifelten Bemühungen des Schreibers, zwischen vergorenem und nicht vergorenem Wein zu unterscheiden. Oder gar Jesus als Abstinenzler hinzustellen. Selbst Jesus Wirken bei der Hochzeit, als der Wein ausging, wird von ihm sehr frei so interpretiert, dass Jesus die Krüge wohl mit Traubensaft füllte (weil er sich nicht vorstellen will, dass Jesus anders dachte und handelte als er). Und dass Jesus beim Abendmahl Wein getrunken haben könnte - das liegt wohl völlig außerhalb der Vorstellungskraft des Schreibers.

Dabei sagte Jesus z.B. NICHT "Ich bin der Traubensaftstock...", sondern "Ich bin der Weinstock - Ihr seid die Reben" - für mich ein Beleg, dass auch Jesus die Realität sah und akzeptierte - und wohl auch einem Becher Wein nicht abgeneigt war. So ist in der Bibel beispielsweise nirgendwo geschrieben, dass Jesus bei den Einladungen, die er erhielt, alkoholische Getränke abgelehnt hätte.

Der Schreiber dieses Artikels aber gehört wohl zu jenem "digitalen" Menschenschlag, die nicht bereit (oder nicht in der Lage sind), zu differenzieren und Zwischentöne zu erkennen. Für ihn ist Alkohol nun mal böse, Sünde -und damit basta. So einfach kann man es sich also machen (nur die Begründung ist etwas aufwändiger). Aber lassen wir das - militante Abstinenzler gehen einer selbst auferlegten inneren Berufung nach und lassen sich sowieso nicht überzeugen. 😛
Soll mir auch recht sein - umso mehr bleibt für uns Genussmenschen übrig 😀

Dabei gibt die Bibel zum Thema Alkohol durchaus gute Ratschläge, z.B. wenn im Brief des Timotheus steht, dass "Diakone nicht vielem Wein ergeben" sein sollen oder wenn es bei Titus heißt, dass Gemeindeleiter "keine Trinker und keine Schläger" sein sollen. Genauso vernünftig ist es, dass Kandidaten nüchtern bleiben und dass Priester keinen Wein trinken sollen, bevor sie das Heiligtum betreten (auch heute noch macht sich ein betrunkener Pfarrer auf der Kanzel nicht besonders gut) und dass Schwangere keinen Wein trinken sollen finden wir auch schon in der Bibel.

So sehe ich auch die Aussage bei Micha in einem völlig anderen Kontext. Die verständlichsten Übersetzungen finden wir meines Erachtens in der "Hoffnung für Alle-Bibel": 11 Ich weiß sehr wohl, was für Propheten ihr euch wünscht: solche, die euch nach dem Mund reden, die das Blaue vom Himmel herunterlügen und euch ankündigen, Wein und Most würden in Strömen fließen!« und in der "Gute Nachricht Bibel": 11 Soll ich etwa den Mantel nach dem Wind hängen, soll ich lügen, dass sich die Balken biegen, soll ich prophezeien, dass es Wein und Bier in Strömen regnet? Das wäre ein Prophet nach dem Geschmack dieses Volkes!
So sagt diese Stelle also überhaupt nichts über den Genuss alkoholischer Getränke aus, sondern darüber, wie sehr sich das Volk solche Propheten und Führer wünscht, die dem Volk nach dem Mund reden und damit unredliche Versprechungen und Verheißungen machen.

LiGrü
Dschordsch

bepe0905 antworten
1 Antwort
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 15874
Veröffentlicht von: @bepe0905

Und wenn es bei mir einmal so weit sein sollte - dann denke ich, dass ein Abschied mit einem guten Glas Wein in der Hand nicht die schlechteste Lösung ist. 😉

Wein? 😯 also da hätte ich jetzt mit der Erwähnung von Single Malt oder so gerechnet..... 😀

deborah71 antworten


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