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Eifersuchtsopfer

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Kaffeepott
Themenstarter
Beiträge : 65

https://www.bibelwissenschaft.de/bibeltext/num5/

11Und der HERR redete mit Mose und sprach:

12Sage den Israeliten und sprich zu ihnen: Wenn irgendeines Mannes Frau ihm untreu wird und sich an ihm versündigt

13und jemand bei ihr liegt und es bliebe dem Mann verborgen und es würde nicht entdeckt, dass sie unrein geworden ist, und es ist kein Zeuge wider sie da, denn sie ist nicht dabei ergriffen worden,

14und der Geist der Eifersucht kommt über ihn, dass er auf seine Frau eifersüchtig wird, sie sei unrein oder nicht unrein:

15so soll der Mann sie zum Priester bringen und ein Opfer ihretwegen darbringen, ein zehntel Scheffel Gerstenmehl, und er soll kein Öl darauf gießen noch Weihrauch darauf tun. Denn es ist ein Eifersuchtsopfer, ein Erinnerungsopfer, das Schuld ans Licht bringt.

 

16Und der Priester soll sie heranführen und vor den HERRN stellen

17und heiliges Wasser nehmen in ein irdenes Gefäß und Staub vom Boden der Stiftshütte ins Wasser tun.

18Und er soll die Frau vor den HERRN stellen und ihr Haupthaar lösen und das Erinnerungsopfer, das ein Eifersuchtsopfer ist, auf ihre Hand legen. Und der Priester soll in seiner Hand das bittere, fluchbringende Wasser haben

19und soll die Frau beschwören und zu ihr sagen: Hat kein Mann bei dir gelegen und bist du deinem Mann nicht untreu geworden, dass du dich unrein gemacht hast, so soll dir dies bittere, fluchbringende Wasser nicht schaden.

20Wenn du aber deinem Mann untreu geworden bist, dass du unrein wurdest, und hat jemand bei dir gelegen außer deinem Mann, –

21so soll der Priester mit einem Verwünschungsschwur die Frau beschwören und zu ihr sagen: Der HERR mache deinen Namen zum Fluch und zur Verwünschung unter deinem Volk, dadurch, dass der HERR deine Hüfte schwinden und deinen Bauch schwellen lässt.

22So gehe nun das fluchbringende Wasser in deinen Leib, dass dein Bauch schwelle und deine Hüfte schwinde! Und die Frau soll sagen: Amen! Amen!

 

23Dann soll der Priester diese Flüche auf einen Zettel schreiben und mit dem bitteren Wasser abwaschen

24und soll der Frau von dem bitteren, fluchbringenden Wasser zu trinken geben. Und wenn das fluchbringende, bittere Wasser in sie gegangen ist,

25soll der Priester von ihrer Hand das Eifersuchtsopfer nehmen und als Speisopfer vor dem HERRN schwingen und auf dem Altar opfern, nämlich:

26er soll eine Hand voll vom Speisopfer nehmen als Gedenkopfer und es auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen und danach der Frau das Wasser zu trinken geben.

……

Das ist sehr befremdlich. Irgendwelche Gedanken dazu?

 

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97 Antworten
Kaffeepott
Themenstarter
Beiträge : 65
Veröffentlicht von: @simba

„Ok. Naja, ich bin ebenfalls der Ansicht, dass auch das AT "Wort Gottes" ist (wobei zu klären wäre, was "Wort Gottes" eigentlich heißt), und dass dort durchaus von Abtreibung die Rede sein kann, weil das dort so war und beschrieben wird bzw. Bestandteil dieser Priestertexte war.“

Bis jetzt seh ich nur, dass das reininterpretiert wird, aber für mich ist es eine unlogische Interpretation, rein vom Text her, bzw der Biologie.

Da finde ich meine Überlegung, dass es so eine Art Gottesurteil ist, noch schlüssiger. Sowas gibts an anderen Stellen der Bibel auch, wenn auch nicht so „seltsam“. 
Egal wie man die Stelle interpretiert: die Frau muß etwas über sich ergehen lassen, weil Männe eifersüchtig ist. DAS irritiert mich wahrscheinlich am meisten daran.

 

 

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Simba
 Simba
(@simba)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 82

@kaffeepott Ja, das sind auch irritierende Texte. Aber so war das bei denen damals anscheinend, wenn die das aufschreiben. Die Frage ist, was schert dich das, bzw. was hast du damit zutun?

Man sieht, wenn man sich die alten Gesetzestexte durchliest, dass ganz viel aus Situationen heraus entstanden ist, wofür es noch keine Regelungen gab. Daher kommen da teilweise sehr kuriose Fälle zustande: "Wenn einen ein Rind stößt, sodass er stirbt", usw. Das sind Sachen, die waren anscheinend vorgekommen, und es gab dafür keine Gesetze. Also schrieb man welche ...

Was dich vermutlich irritiert ist, wenn da steht, dass GOTT das befohlen habe. Das schrieben die damals aber immer so; es wurde alles auf die Gottheit bezogen.

Was Gott will, dazu äußerten sich dann immer wieder Propheten und ferner Jesus dann. "Eure Opfer habe ich nie gewollt! Ich will Barmherzigkeit, nicht Schlachtopfer!", oder: "Warum unterjocht ihr die Witwen und Waisen?", oder: "Warum übervorteilt ihr den Fremden? Wenn er zu mir ruft, ich werde ihn hören!", usw.

Dass Völker "im Namen Gottes" irgendwas machen, ist nichts Neues. Das geht bis heute so. Man sprengt sich auch im Namen Gottes in die Luft, oder peitscht Menschen aus, hat Hexen verbrannt oder Kinder als Wechselbälger des Satans in den Fluss geworfen, oder was weiß ich.

simba antworten


Simba
 Simba
Beiträge : 82
Veröffentlicht von: @jack-black

Damit Du der Ansicht sein kannst, dass das AT "Wort Gottes" sei, mußt Du für Dich ja logischerweise schon geklärt haben, was dies heißt. Was heißt es denn?

Dass dieser Gott, den Jesus später dann den Menschen offenbarte und predigte, sich auch schon im Alten Testament zeigt.

Die Frage ist ja immer, was man voraussetzt. Bei Lucan nehme ich an (klingt es so), als würde er voraussetzen, Christen, die das AT für "Gottes Wort" halten, meinen, jeder Satz sei einszueins von Gott diktiert. Mit dieser Voraussetzung ist zwar der Gegner klar umrissen, aber die Gespräche leider nicht sehr ergiebig, finde ich.

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Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 22649

@simba 

Die Frage ist ja immer, was man voraussetzt. Bei Lucan nehme ich an (klingt es so), als würde er voraussetzen, Christen, die das AT für "Gottes Wort" halten, meinen, jeder Satz sei einszueins von Gott diktiert. 

Nein, das wohl nicht. Dafür ist ja auch der Stil zu unterschiedlich.

Viele Christen gehen aber von einer absoluten Wahrheit aus, das heißt, die Autoren haben zwar in ihrem eigenen Stil geschrieben, aber Gott hat darüber gewacht, dass alles korrekt ist.

Dabei mögen manche Berichte historische Tatsachen und andere Metaphern sein - auf ihre Weise sagen aber alle wahre Dinge aus, an denen sich der christliche Glaube messen lassen kann.

 

lucan-7 antworten
Simba
 Simba
Beiträge : 82
Veröffentlicht von: @deborah71

Ach quatsch. Es gibt keinen biblischen Bericht, der diese Übertragung 1:1 ins Heute rechtfertigt.

Eigentlich erzählt das der Text auch nicht, finde ich.

Viele denken an den alten Mann, der oben auf ner Wolke sitzt und runterschaut, und diejenigen schlägt, die ihm nicht "wohlgefallen". In der Bibel ist eigentlich von "Heimsuchung" die Rede.

 Du Pharao, der du das Blut der Kinder Israels vergossen hast, siehe, dein Wasser (der Nil) wird rot wie Blut und faul, sodass es nicht mehr zum Leben dient, sondern krank macht und Tod bringt.

 Dein Hab und Gut, deine Ernte und dein Vieh, sie werden krank und brach, und der Staub deiner Erde, auf den ich mit dem Stab schlage, wird zu Mücken, die alles Volk quälen.

 Deine Götter, die dein Hab und Gut schützen sollen, sie helfen nicht [jede Plage war nämlich bezogen auf eine ägyptische Gottheit].

 Da du kein Einsehen hast, kommt die Finsternis, und da du es auch dann nicht einsiehst, vergeht deine Nachkommenschaft (die Erstgeborenen als Sicherung der Nachkommenschaft und somit des Volkes, und somit der eigenen Existenz; Nachkommenschaft = Weiterleben)

"Heimsuchung" bedeutet: das eigene Werk wird vollendet. Das hebräische Denken bezog das aber nicht einfach auf ein "karmisches Gesetz" (dir geschieht, wie du selbst getan hast), sondern sie bezogen immer alles auf Gott, der das unter Kontrolle hat. Das Übel ist also nicht einfach sich selbst überlassen.

 

simba antworten
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Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 23518

@simba 

Wenn du die Schöpfungsgeschichte mit den Plagen vergleichst, dann hättest du eine Chiasmus-Struktur.

Sie zeigt auch, dass Pharao nie und nimmer ein Schöpfer sein kann, ein Gott auf Erden.

Gott kann geben und Gott kann nehmen, so wie Hiob das auf seine Art formulierte.

Dein letzter Satz passt auch gut zu Hiob, der am Ende erkennen durfte, dass Gott real ist und Wiederherstellen kann.

deborah71 antworten


Simba
 Simba
Beiträge : 82
Veröffentlicht von: @lucan-7

aber Gott hat darüber gewacht, dass alles korrekt ist.

Ich würde es so ausdrücken: er hat darüber gewacht, dass die Botschaft seines Sohnes - trotz allem - nicht verlorenging. Daran müssen sich Lesart der Bibel, Kirchengeschichte und Kirchen messen lassen. So würde ich das auffassen.

Veröffentlicht von: @lucan-7

Dabei mögen manche Berichte historische Tatsachen und andere Metaphern sein - auf ihre Weise sagen aber alle wahre Dinge aus, an denen sich der christliche Glaube messen lassen kann.

All diese Texte haben auf ihre Weise etwas zu sagen, ja, das sehe ich auch so. Aber der Glaube wird ja nicht an der Bibel gemessen. Aber gut ...

simba antworten
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