im Alten Testament das alter von den Mensche
Warum sind im alten Testament die ersten Menschen so alt geworden? Ist da das echte alter gemeint oder nicht
zum Beispiel bei Noah(950Jahre)
https://de.wikipedia.org/wiki/Biblisches_Alter
An diesem Thema entzündet sich vielleicht wieder die Frage, wie "wörtlich" biblische Aussagen zu verstehen sind 🙂
Wer meint, dass die Altersangaben (weil es ja "Gottes Wort" ist) tatsächlich stimmen, sollte sich zumindest bewusst machen, wie hoch in solchen Fragen die Hürde gesetzt ist, Menschen von der Glaubens- und Vertrauenswürdigkeit der Bibel zu überzeugen.
Interessant finde ich auch hier wieder die religionsgeschichtlichen Paralellen, die einfach die "Hochschätzung" (im doppelten Wortsinn) ausdrücken und die auch eine Antwort für das biblische Traditionsverständnis eröffnen.
L'Chaim
@meriadoc leider werden die frauen generell in der bibel nicht als groß geschätzt
Mittlerweile nicht ganz so richtig. Es entspricht halt nur nicht unserem modernen Weltbild.
In den 50igern war es auch anders wie heute. Damals galt eine frau, die rauchten, als verrucht. Im Islam gilt heute noch eine Frau, die alleine in einer Wohnung lebt als immer noch ungern gesehen. Sie könnte ja..... Du weißt schon.
Sollte eigentlich auch für christliche Frauen gelten. Eigentlich!
Wieso denkst du so von mir?
Steht doch im Wort.
Ich schrieb ja "Eigentlich".
Aber was für damals so gut war , muss es ja nicht für heute gelten. Bei den Muslimen ist es undenkbar das eine Frau alleine lebt.
Damals gab es sicherlich mehr Bedrohungen, hat sich heute doch gebessert. Zumindest in der westlichen Welt. Oder nicht? Wobei, diese Femizide sind fürchterlich.
leider werden die frauen generell in der bibel nicht als groß geschätzt
Das kann man so nicht bestätigen. Es muss ja nicht unbedingt und immer die Maria sein, wenn Frauen besonders positiv erwähnt werden, aber wir finden sowohl im AT als auch im NT viele Frauen, die eine positive Erwähnung erhalten.
Aber generell werden die Frauen in der Bibel weniger oft erwähnt als Männer. Das mag damit zusammenhängen, dass es halt eine von Männern dominierte Gesellschaft war. Und deshalb werden auch die Verfehlungen, Unterlassungen und Sünden der Männer deutlich öfter genannt als solche von Frauen.
Sarah ist mit 127 Jahren angegeben.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sara_(Erzmutter)
Miriam, die ältere Schwester von Aaron und Mose wurde über 83 Jahre alt. Das lässt sich aus den Angaben zu Aaron und Mose in etwa zusammensuchen. Sie hat den Auszug aus Ägypten miterlebt, da sie nach dem Schilfmeer das Siegeslied des Mose wiederholt mit den Frauen.
2Mo 7,7 Und Mose war achtzig Jahre und Aaron dreiundachtzig Jahre alt, als sie mit dem Pharao redeten.
Gugg mal
Die Rekordhalter finden sich vor allem im Wasser, da ein langsamer Stoffwechsel in kalten Umgebungen das Altern verzögert.
- Antarktischer Glasschwamm: Diese Schwämme wachsen extrem langsam und können Schätzungen zufolge über 10.000 Jahre alt werden.
- Turritopsis dohrnii (Unsterbliche Qualle): Diese Quallenart kann ihren Lebenszyklus umkehren und von einem ausgewachsenen Stadium zurück in ein Larvenstadium (Polyp) wechseln. Dadurch gilt sie als https://de.wikipedia.org/wiki/Turritopsis_dohrnii&ved=2ahUKEwiC5--bnZqTAxVRB9sEHdhFGToQy_kOegQIBRAC&opi=89978449&cd&psig=AOvVaw3JmW29Zu-jLR8aZEbtYZyi&ust=177340034025500 0">biologisch unsterblich.
- Arktische Islandmuschel: Diese Muscheln können über 500 Jahre alt werden. Das berühmteste Exemplar, „Ming“, wurde bei seiner Untersuchung versehentlich getötet und war 507 Jahre alt.
- Grönlandhai: Er ist das langlebigste Wirbeltier der Welt. Diese Haie wachsen nur etwa einen Zentimeter pro Jahr und erreichen ein Alter von 272 bis zu 500 Jahren.
- Grönlandwal: Mit einer Lebenserwartung von über 200 Jahren ist er das langlebigste Säugetier der Erde.
- Riesenschildkröte: An Land gehören sie zu den Methusalems. Sie können regelmäßig über 150 bis 200 Jahre alt werden. Die berühmte Schildkröte „Jonathan“ auf St. Helena gilt als eines der ältesten lebenden Landtiere.
Weitere bemerkenswerte Beispiele
- Koi-Karpfen: In Ausnahmefällen können diese Fische sehr alt werden; ein berühmtes Exemplar namens „Hanako“ soll angeblich 226 Jahre alt geworden sein.
- Stör: Einige Arten können über 100 bis 150 Jahre alt werden.
- Papageien: Große Arten wie Kakadus oder Amazonen können in Gefangenschaft oft 70 bis 100 Jahre erreichen.
Der Glasschwamm könnte also VOR der eigentlichen Schöpfungsgeschichte entstanden sein.
Einige Tiere erreichen ein Alter, das die menschliche Lebenserwartung bei Weitem übertrifft.Die Rekordhalter finden sich vor allem im Wasser, da ein langsamer Stoffwechsel in kalten Umgebungen das Altern verzögert.
Also öfters mal Eisbaden... das hält frisch!
Nicht ernst zu nehmen.
Es gibt auch andere Zählweise. Vollmondtage können auch als Alter hergenommen werden.
@katharina00 Warum die Menschen im AT so alt geworden sind - darüber könnten einem nur die Autoren der Texte eine zutreffende Antwort geben. Die sind alledings inzwischen auch schon tot. 😉
Dass Menschen bis heute niemals älter als - ich baue mal einen tüchtigen Sicherheitspuffer für die Behauptung ein - zweihundert Jahre wurden, darf als sicher angenommen werden. Die im AT genannten Altersangaben sind also entweder beabsichtigte Fiktion oder unbeabsichtigte Übernahme falscher Angaben.
Da Du Noah als Beispiel anführst: Die gesamte Sintflut-Geschichte ist im historischen Sinne unwahr, kann also, wenn überhaupt, allein als metaphorische Geschichte Sinn ergeben. Und entsprechend ließe sich dann auch die Altersangabe problemlos einordnen: die Zahl bedeutet irgendetwas, beschreibt aber keine Tatsache. Was genau sie gemäß den Intentionen der Textverfasser bedeutet, können aber logischerweise nur jene gewußt haben.
Dass Menschen bis heute niemals älter als - ich baue mal einen tüchtigen Sicherheitspuffer für die Behauptung ein - zweihundert Jahre wurden, darf als sicher angenommen werden. Die im AT genannten Altersangaben sind also entweder beabsichtigte Fiktion oder unbeabsichtigte Übernahme falscher Angaben.
Mindestens eine dritte Möglichkeit ist noch vorhanden: symbolische Zahlen, wie z.B. die 40.
40 als Generationenzahl, 40 als beendeter Abschnitt. Dafür gibt es Beispiele. Auch bei vollendeten Regierungszeiten (40) mit abweichenden Altersangaben.
@deborah71 Mindestens eine dritte Möglichkeit ist noch vorhanden: symbolische Zahlen, wie z.B. die 40.
Das subsummiere ich unter beabsichtigter Fiktion.
@jack-black ..oder man kann das auch einfach unter "Stilmittel" subsummieren.
Stellt Euch mal vor, die Menschen würden heute noch so alt werden.
Da würde Martin Luther noch leben und man könnte ihn fragen, was er sich bei manchen Übersetzungen so gedacht hat.
Und der Erfinder des Buchdrucks würde die Digitalisierung noch erleben ...
Interessanter Gedanke.
Luther wäre vielleicht mit dem Papst längst "auf Du", hätte eine neue VOLX-Bibel übersetzt und autorisiert ... und man wüsste ihn in dritter Ehe verheiratet mit Karima, einer "edlen Käthe" aus dem Morgenland, die er von Herzen liebet & ehret ... 😉
L'Chaim
@awhler Eher hätte man Luther wegen seiner antisemitischen Jugendausfälle längst ausgebürgert oder zumindest zu Xavier Naidoo und anderen in die ewigen Jagdgründe der abseitigen X-Gefilde verdrängt. Und was die dritte Ehe angeht - wie lange geht denn wohl so ein Ehe-Dingens, wenn die Leute sechshundert oder älter werden? Wer würde es zweihundert Jahre mit dem gleichen Fredel aushalten? Man stelle sich mal Familienzusammenkünfte vor, wo Onkel Martin zum hundertfuffzichsten Male die Anekdote zum besten gibt, wie ihm Erasmus von Rotterdam mit Vogelschiss auf der Samtjoppe beim Spaziergang entgegenkam, um hernach, weil das ja irgendwann mal ankam, in die Runde zu fragen: "Warum rülpset und furzet Ihr nicht!?" Wie da dann die Kinder und Kindeskinder und Kindeskindeskinder in entnervte Schreikrämpfe ausbrechen...
Schon im Vorfeld die Disskussionen zwischen dem zweihundertsiebzigjährigen Hans und dem Zweihundertzweiundfünfzigjährigen Hänschen: "Papa, muss ich da wirklich wieder zum Osterlammbratenessen mitkommen? Stets wird da so der grässlichen Langeweile gepflegt! Ururururururgropapa Martin mit seinen obligatorisch falsch gesungenen Liedern..." "Die Diskussion hatten wird doch schon, müssen wir die ernsthaft alle zehn Jahre erneut führen? Familientradition ist Familientradition und Ururururururururgroßpapa Martin ist unser aller verehrter spiritueller Lehrer. Nun lege Er gehörigst mal ein wenig Respekt an den Tag, junger Mann, warte nur, bis Er die Fünfhundertfuffzich erreicht haben mag. Man möchte raten , ob Er alsdann noch ebenso wie Martin des frohen Singens sich zu befleissigen in der Lage sein sollte!" - "Herr Vater hat da mindestens zwei Urs zuviel in die Titulatur unsres allseits ausserhalb des römischkatholischen Imperiums geliebten und verehrten Patriarchen eingefügt, was auf fortgeschrittenen altersbedingten Verschleiß der kleinen grauen Zellen hindeutet, so scheint mir...!" - "Mein lieber Freund und Scholli, solange der werte Herr Sohnemann seine ausgelatschten Schuhe unter meinen mehrfach restaurierten Tisch stellt, verbitte ich mir derlei ohnbotmäßige Keckheiten!"
Hänschenshänselchen aus dem Nachbarzimmer: "In echt jetzt, Keckheiten? Ihr seid soooo 1855!"
Mal im Erst: Diese Vorstellung von langlebigen Geschlechtern kommt ja in der Literatur immer wieder vor und ich habe mich noch jedesmal wundern müssen, wie wenig Phantasie, bzw. "vernünftiges Vorstellungsvermögen" da zumeist herrschte. So, als würde eine um das Fünf- oder Zehnfache verlängerte durchschnittliche Lebenserwartung nicht sämtliche Normalitäten unseres gesellschaftlichen Lebens ganz grundsätzlich verändern. Das fängt beim Eingehen von Paarbeziehungen/Ehen an, geht über die Karriere/Beruf-Fage weiter und hört beim Thema Erben noch nicht auf. Frag mal den Bauern, der seines Vaters Hof übernehmen soll und darauf dann geschlagene fünfhundertneunzig Jahre warten muss... 😀
Und stets sind in diesen Geschichen (mal sind Elben, mal Zwerge, mal Vampire solche langlebigen Wesen) die Leute so lernresistent und verhalten sich so dumm, wie sich dreißigjährige Serien-Autoren an ihrer Stelle verhalten würden...
Meine Vermutung: Bei einer biologisch angelegt durchschnittlichen Lebenserwartung zwischen 600 und 1000 würde die kompakte Majorität derer, die dann stürben, durch eigene Hand sterben: Per Selbsttötung. Und wiederum die kompakte Majorität dieser "Frühabgänger" wären Atheisten*, die für sich dem ganzen Welttheaterschauspiel aufgrund einer Mischung von Langeweile und allzu regelmäßig bestätigter Enttäuschung** entflöhen.
*Fragt nicht, Ihr wollt die Antwort gar nicht lesen! 😀
**Und zu knapper Rentenbezüge.
Natürlich haste Recht ... *lach* ... Tiefsinn, Logik und eine Reflexion der ernstzunehmenden Art hatte ich natürlich nicht reingesteckt und locker-launig vor der Tür gelassen.
Einer mittlerweile 100jährigen Dame hatte ich übrigens vor meinem Abschied vorletztes Jahr aus der Gemeinde noch versprochen, ihre Beisetzung und Trauerfeier, wenn ich sie überlebe, zu übernehmen ... 😉
L'Chaim
@jack-black Ich wusste, dass ich mich auf Deine Fantasie verlassen kann 😆
Tja, die Rentenfrage müsste dann wohl anders geklärt werden.
Meine Mama ist jetzt grad mal 88 und hat schon ziemlich mit den Beschwernissen des Alters zu tun.
Auf diese Weise ist es sicher nicht schön, nochmal ein paar hundert Jahre weiterzumachen.
Demnach müsste der Alterungsprozess dann irgendwie verlangsamt werden oder das Leben wird sehr lang sehr mühsam.
Demnach müsste der Alterungsprozess dann irgendwie verlangsamt werden oder das Leben wird sehr lang sehr mühsam.
Das ist ein Punkt, der tatsächlich gerne übersehen wird... wir schauen oft zu sehr darauf, wie alt Menschen werden und dass es doch ganz toll ist, wenn man 87 oder 98 Jahre alt wird.
Aber viel entscheidender ist doch, welche Lebensqualität man in diesem Alter noch hat... wenn man mit 77 Jahren dement wird, dann mögen die nächsten 2, 3 Jahre noch ganz gut verlaufen... aber wenn man dann noch 8 weitere Jahre lebt, dann wird man nicht mehr viel davon mitbekommen. Von schmerzvollen Krankheiten ganz zu schweigen...
Die Frage sollte also weniger lauten, wie alt man wird... sondern wie lange man sein Leben noch mit Freude leben kann...
Psalm 90,10
Mein Vater - im Sommer 2023 verstorben - wurde fast 93 ... Er war damit schon 12 Jahre über das biblische Zeitmaß hinaus .. und am Ende war es gut, dass er gehen konnte, weil er (mehr als) "seine Zeit gehabt" hat.
Ich bin jetzt allmählich auf dem Weg zum 68. - und die Frage, was noch auf mich (uns) wartet und wieviel Lebenszeit mir (uns) noch gegeben ist, ist zum ständigen Begleiter geworden.
"Nur Arbeit und Mühe", wie das Psalmwort sagt? Gott-sei-Dank nicht! 🙂
Dass es aber "schnell dahingeht", wird ein zunehmendes Gefühl - wenn schon wieder der nächste "Tatort" am Sonntagabend ansteht, die Enkeltöchter vor unseren Augen scheinbar im Zeitraffer zu "Kleinen Frauen" werden und mir zwischendurch, in der Erinnerung an dieses oder jenes, das korrekte Zeitempfinden flöten geht ("Was, das ist schon so lange her? Kommt mir vor, als wäre es erst vor Kurzem gewesen ...")
Letztendlich also - biblisches Alter hin oder her >>> Psalm 31,16
L'Chaim
@chai Tja, die Rentenfrage müsste dann wohl anders geklärt werden.
Hab da nochmal drüber nachgedacht (weil solche Fragen einen ja nachts vom Schlafen abhalten...) und bin zu dem Schluss gekommen, dass es da sehr darauf ankäme, welchen Alterungsverlauf so eine 1000er-Menschenspezies (hab einfach mal auf eine runde Zahl gerundet, aus rechenpragmatischen Gründen) hätte. Wenn wir mal annehmen, dass auch solche Menschen mit unter 20 geschlechtsreif würden und also die Familiengründungen weiter mit 30 - 45 abgeschlossen wären, die Arbeitsunfähigkeit wiederum nur die letzten zwei bis drei Lebensjahrzehnte beträfe, dann hätten wir - gaaaaaanz grob gerechnet - im Schnitt 900 Beitragszahlerjahre, aufgrund denen am Ende die Rente berechnet werden würde. Neun von zehn Bürgern wären also Beitragszahler. Die Finanzierung der Rentenkassen wäre entsprechend ein Klacks, bei Wahlen würde das Thema praktisch nicht existieren.
Dagegen würden gesundheitliche Wartungskosten, insbesondere im zahnmedizinischen Zusammenhang, immer wieder zum Knaatsch um Kostenbudgets führen. Denn da die Menschen ja nach wie vor keine Nagetierzähne hätten, die von selbst lebenslang nachwachsen (wie bei Meerschweinchen z.B....), wäre Zahnersatz ein stetig wiederkehrendes Problem in jeder einzelnen Biografie: Wann lässt man sich die gesamte Beißleiste neu einpflanzen: alle dreissig Jahre? Alle vierzig Jahre? Das läppert sich ja über die Jahrhunderte auf zwanzig bis fünfzig Grundsanierungen, und entsprechend dürften die Krankenkassen-Lobbyisten alles daransetzen, Einfluss auf die Lebensmittelgesetze nehmen zu können, sowie darauf, Überwachungskameras in alle Privatbadezimmer zu bekommen, mittelst denen dann garantiert werden kann, dass die Konditionen der Zahnpflegequalitäts-Einstufungen, anhand denen wiederum sich die Zahnersatzzusatzversicherungsbeiträge berechnen, auch eingehalten werden: nutzt der Krankenkassenpatient X auch tatsächlich, wie in der Selbstauskunft angegeben, jeden Morgen und jeden Abend die Zahnseide und schmiert genügend jodhaltige Paste auf die Bürste?
Oder nehmen wir ein anderes Problem: ab wann verjähren Straftaten? Kann einem siebenhundertjährigen Bewerber um einen der rar gesähten Posten im oberen Management immer noch ein Eintrag im Strafregister ob dreimaligen Schwarzfahrens auf einer Lübecker Treidelfähre zum Verhängnis werden, dessentwegen ihn mal ein wegen schlecht beheizten (spätmittelalterlichen) Verhandlungsräumen übellauniger Richter sechshundertfünfzig Jahre früher einen Tag im Karzer aufbrummte?
Oder nimm die Diffizilitäten im persönlichen Bereich: man kann ja kaum noch zum Zigarettenholen um die Ecke gehen, ohne dass einem ein(e) Ex über den Weg läuft, mit der/dem man vor ein paar Jahrhunderten mal nach 'nem Glas zuviel ein Techtelmechtel hatte, an welches man nur ungern noch erinnert werden möchte. Überhaupt: die innerpaarliche Streitkultur! Meine letzte Freundin hatte - da scheinen Frauen uns Männern ja was voraus zu haben - ein erstaunlich präzises Gedächtnis, wenn es um Fehltritte aller Art meinerseits ging. Noch Jahre später konnte sie mir bei Bedarf minutiös auflisten, wann ich wo welche Peinlichkeit begangen, ein muffiges T-Shirt getragen, einen Geburtstagstermin durcheinandergebracht oder einer hübschen Bedienung im Restaurant zuviel Trinkgeld gegeben hatte. Gewiß würden in einer Gesellschaft, wo Paarbeziehungen im Durchschnitt 200 Jahre währten, ganz neue Geschäftsmodelle entwickelt, beispielsweise praktisch in der Hemdtasche unterzubringende Journale für den Mann für Welt, in welchen eben die Herren der Schöpfung nach einem raffiniert ausgeklügelten, platzsparenden Notationsprinzip all die Verfehlungen ihrer Partnerinnen tabellarisch festhalten könnten, um auf diese in Streitsituationen im Sinne der Waffengleichheit unerläßlichen Informationen rasch zugreifen zu können: "Na gut, das Trinkgeld, dass ich der Rotblonden bei der Sedansfeier 1893 gab, war vielleicht etwas zu hoch bemessen und hätte falsch interpretiert werden können. Dafür hattest du aber dem Fliesenleger, der uns in der ersten Märzwoche 1923 das Gästebadezimmer neu kachelte, weil die Farben der alten Fliesen aus Gründen Deiner ständig wechselnden Innenarchitektur-Vorstellungen nicht mehr passten, am Donnerstagnachmittag ziemlich eindeutig mit dem Hintern was vorgeschlenkert, meinst Du etwa, das zählt nicht!?"
Paartherapeuten wären ein angesehener und durchschnittlich höchst wohlhabender Berufsstand, sie bräuchten sich nie um Klienten sorgen, sondern hätten eine treue Stammkundenschaft.
Die Werbebranche hingegen wäre praktisch inexistent, da Markenbindung ja in den ersten zwei- bis maximal drei Lebensjahrzehnten statt findet und Werbung also nur auf unter drei Prozent aller Konsumenten einen Effekt haben würde. Was im übrigen auch der Grund dafür wäre, dass Lifestyle-Produktentwicklung ein reines Verlustgeschäft darstellen würde. Überhaupt die Sache mit den Produktzyklen: Kunden jenseits der fünfzig würde auffallen, dass es nicht wirklich glücklich macht, alle achtzehn Jahre ein I-Phone der neuesten Genration zu kaufen, nur um die neuen Lipp-Gloss-Filter der integrierten Selfie-Kamera nutzen zu können. Kulinarische Modetrends a la Sushi oder Dubai-Schokolade fänden bei den wenigsten Anklang, denn satt wurde man schließlich auch schon vor dreihundert Jahren mit Kartoffelstampf und Matjeshering.
Der superreiche Geldadel übrigens bestünde aus zwei Familienbetrieben: Fotoalbum-Vertreibern, deren Gründer sich pfiffigerweise schon kurz vor Christi Geburt in weiser Voraussicht das Patent auf Selbstklebe-Sticker und transparentes Trennseidenpapier sicherten um dann, als endlich eineinhalb Generationen später die Daguereotypie erfunden ward, den großen monopolistischen Reibach machten.
@jack-black Wenn alle zusammen einfach weiterleben, würde es vielzuviel Krach miteinander geben... wenn jede Generation ihre Massstäbe der nächsten aufdrückt...
Ohne Tod gehts einfach nicht. 😀
Punkt.
interessantes Thema