Joh 20,22-23
Guten Morgen,
erst neulich ist mir aufgefallen, dass es da einen Unterschied geben muss zur Schuldvergebung im Vaterunser.
Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden erlasst, dem sind sie erlassen. Und wem ihr die Schuld nicht vergebt, der bleibt schuldig.
Ich dachte immer, dass laut dem Vaterunser wir quasi jedem der an uns schuldig geworden ist, vergeben sollen (zum Selbstschutz, damit man nicht davon belastet ist).
Die oben genannte Stelle spricht aber explizit von Nicht-Vergeben.
Nun meine Frage:
Das bezieht sich aber auf eine Schuld, die uns nicht unmittelbar betrifft, oder? Denn bei der Schuld, die mich als Betroffene angeht, soll ich mich ja anders verhalten.
So ganz klar ist es mir nicht, andererseits ergibt es nur so Sinn.
Neulich gab es ein zoom-Seminar des Israel Study Instituts über Vergebung. Sie hatten drei Bereiche herausgearbeitet (frei wiedergegeben):
Frei werden von persönlicher Verletzung (die Frage des Petrus, Mt 18,21)
Vergebung zur Versöhnung im Gespräch mit einer anderen Person (Mt 18, 15 ff)
rechtlicher Einfluß von Vergebung bzw Unvergebenheit in der Gemeinde (Mt 18, 16 ff)
Im Vater unser wird noch ein besonderer Hintergrund wirksam: zwischenmenschliche und rechtliche Klärung vor dem Yom Kippur Fest, dem großen Versöhnungstag
Frei werden von persönlicher Verletzung (die Frage des Petrus, Mt 18,21)
Klar.
Vergebung zur Versöhnung im Gespräch mit einer anderen Person (Mt 18, 15 ff)
rechtlicher Einfluß von Vergebung bzw Unvergebenheit in der Gemeinde (Mt 18, 16 ff)
Auch klar.
Math 18,17: Wenn er nicht auf die Gemeinde hört, sei er wie ein Heide oder Zöllner…
Aber ergibt das Sinn im Gesamtkontext von Jesus Art, auf die Menschen zuzugehen? Er hätte mit Zöllnern doch eher Gemeinschaft gehabt als sie auszugrenzen…? Oder ist das dann einfach eine Konsequenz, dass dieser nicht auf Jesus hören will? Vermutlich…
Math 18,18 formuliert es dann so
Wahrlich, ich sage euch: was ihr auf Erden binden werdet, das wird im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, das wird im Himmel gelöst sein.
Diese Stelle sagt mir, dass es im Himmel gebundenes und gelöstes gibt.
Ist das nun gelöstes/gebundenes an die Gemeinde? Gebunden wäre dann „Sünden vergeben“ und gelöst wäre dann „Sünden behalten“ in Johannes 20,23?
Heide und Zöllner... behandle ihn wie Jesus, der ihn zur Umkehr ruft...
Binden und Lösen hat im Hebräischen die Bedeutung von Verbieten und Erlauben. Das sind rechtliche Schritte, die Gemeindeverantwortliche unternehmen können und von Jesus autorisiert sind.
Erinnere dich an Paulus, der befiehlt, den Mann, der mit seiner Schwiegermutter ins Bett ist, "dem Satan zu übergeben"... Ich verstehe hier den Satan als einen Staatsanwalt, israelitische Rechtssprechung, nicht Satan persönlich. Ist aber nur meine Meinung. Ziel ist aber wieder die Rettung seines Geistes, dass er im ewigen Leben bleibt.
5Mo 27,23 Verflucht sei, wer bei seiner Schwiegermutter liegt! Und alles Volk soll sagen: Amen.
1. Kor 5, 1 Überhaupt hört man, dass Unzucht unter euch ist, und zwar eine solche Unzucht, wie es sie nicht einmal unter den Heiden gibt: dass einer die Frau seines Vaters hat. 2 Und ihr seid aufgeblasen und seid nicht vielmehr traurig geworden, sodass ihr den aus eurer Mitte verstoßen hättet, der diese Tat begangen hat? 3 Denn ich, der ich zwar nicht leiblich bei euch bin, doch mit dem Geist, habe schon, als wäre ich bei euch, den verurteilt, der solches getan hat: 4 Wenn ihr im Namen unseres Herrn Jesus versammelt seid und mein Geist mit der Kraft unseres Herrn Jesus bei euch ist, 5 sollt ihr diesen Menschen dem Satan übergeben zum Verderben des Fleisches, auf dass sein Geist gerettet werde am Tage des Herrn. 6 Es ist nicht gut, wessen ihr euch rühmt.
Veröffentlicht von: @deborah71Erinnere dich an Paulus, der befiehlt, den Mann, der mit seiner Schwiegermutter ins Bett ist,
5Mo 27,23 Verflucht sei, wer bei seiner Schwiegermutter liegt!
1.Kor 5,1 ... dass einer die Frau seines Vaters hat.
Nur für's Verständnis - an der einen Stelle ist von der Schwiegermutter die Rede, an der anderen Stelle von der Frau des Vaters; nach meinem Verständnis also von der Mutter oder Stiefmutter.
Ah...aus der Erinnerung zitiert.... im NT Stiefmutter oder Mutter... es ist ein Bruch der Ehre des Vaters, eine Entmachtung zusätzlich zur Unzucht.
Eine ähnliche Sache war mit Noah, Sem, Ham und Japhet. Sem und Japhet haben die Ehre des Vaters bedeckt, Ham hat über ihn gespottet und sein Sohn Kanaan musste die Konsequenz tragen.
Nachtrag:
Und wenn ich weiter darüber nachdenke: was für einen Sinn ergibt es, dass Jesus wollen könnte, dass man (an seiner statt bzw. von ihm dazu befähigt) eine Schuld nicht vergibt. 🤔😳?
Ich meine, wo Jesus doch gekommen ist um Menschen von Sünde frei zu machen…
wem ihr die Schuld nicht vergebt, der bleibt schuldig.
Der Vers ist sperrig. Mich erinnert er an Petrus und was in Folge daraus wurde (Papst mit 🔑 ...).
"Ich werde dir die Schlüssel zu dem Reich geben, in dem der Himmel regiert. Was du auf der Erde bindest, wird im Himmel gebunden sein, und was du auf der Erde löst, das wird im Himmel gelöst sein (Mt 26,19)."