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Vom Beten ; Das Vater unser ( Mt. 6 ; 5 ff. ) Lutherübersetzg.

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Praktiker
Themenstarter
Beiträge : 228

Hallo

Da ich hier nicht wirklich neu bin und schon einige bekannte Namen gesehen habe , möchte ich mich lieber mit diesem Bibeltext auseinandersetzen um mich einzuführen . Jeder hat seinen Glauben . Ich möchte niemand meinen Glauben aufzwingen . Es wäre nicht in der Liebe . Ich möchte nur meine Praxis mit Jesus aufzeigen .

Kann man Gebet lernen gemäß dieser Anweisung , die von Jesus kommt ?

Dazu sage ich gleich im Vorraus . Unter lernen verstehe ich , das man etwas lernt um es selbständig handhaben zu können . Aber genau das ist hier nicht der Fall . Im Prinzip lerne ich in der Abhängigkeit von Gott zu beten .

Das "Vater unser" steckt den Rahmen ab , in dem Gott handelt / handeln kann durch Gebet .

In meinen Augen ist das "Vater unser" so vielschichtig , das es den Rahmen eines Beitrags sprengen würde . Deshalb werde ich es splitten .

Gruß
Praktiker

Antwort
50 Antworten
Yaeli
Beiträge : 308
Veröffentlicht von: @praktiker

Das "Vater unser" steckt den Rahmen ab , in dem Gott handelt / handeln kann durch Gebet .

Für mich klingt der "Rahmen" nach Eingrenzung. So als wenn man nur so und nicht anders beten dürfe. Gott KANN alles. Er braucht keinen Rahmen.

Ich sehe im Vaterunser genau das Gegenteil: das jeder so beten kann, wie man es empfindet, weil JEDER Bereich des Lebens in diesem kurzen Text vorhanden ist. Gott schenkt Weite, und Größe. Das Kleinste ist Gott nicht zu klein und das Größte nicht zu groß. Nur Menschen grenzen das gerne ein, indem sie alles andere (was sie darunter verstehen) ausgrenzen.

Ich denke, Jesus hat diesen Text als Beispiel aufgezeigt, dass man für alle Bereiche des eigenen Lebens beten darf und Gott diese Gebete hört. Selbst dann, wenn der einzelne Mensch das in manchen Situationen nicht spürt und selbst keine Worte dafür findet.

yaeli antworten
3 Antworten
Praktiker
(@praktiker)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 228

Hallo Yaeli

Du hast Recht , wenn Du sagst , jeder kann beten wie ihm der Sinn ist .
Das habe ich auch nicht verneint .

Im "Vater unser" gibt Jesus uns eine Anleitung erfolgreich zu beten .
Was soll denn erfolgreich sein ?
Wenn Gott "unser Gebet erhört" , anders gesagt das tut was wir beten .
Ich denke das diese Anleitung da zu da ist , das wir "erfolgreich" beten können .

Die Frage taucht in diesem Zusammenhang immer wieder auf , warum Gott das Gebet nicht erhört . Es kommen da verschiedene "Lösungsvorschläge" die ich hier nicht aufzähle .

Wie Du sagst . Man muß nicht nach dieser Anleitung beten . Sie ist auch - ohne das Mitwirken des hl. Geistes - nur eine Formel .
Man kann sie 100 mal "plappern" ( siehe Mt. 6 ; 5 ff ) , und Gott wird sich nicht davon beeindrucken lassen .

Trotzdem sagt Jesus : " Darum sollt ihr SO beten ..... ! " ( Mt. 6 ; 9 )
Jetzt ist es bei Dir raus zu finden warum er das so sagt - falls Interesse besteht .

Gruß
Praktiker

praktiker antworten
Yaeli
(@yaeli)
Beigetreten : Vor 10 Monaten

Beiträge : 308
Veröffentlicht von: @praktiker

Im "Vater unser" gibt Jesus uns eine Anleitung erfolgreich zu beten

Das kann ich aus dem Zusammenhang nicht erkennen. Er sagt doch zunächst, dass man nicht nur Worte plappern soll, sondern so, wie es einem ums Herz ist (meine Interpretation).
Und zwar deshalb, WEIL der Vater ohnehin schon alles weiß, was der Anlass zum Gebet ist.

Uns so sehe ich das Vaterunser ganz einfach als eine Möglichkeit, Worte zu finden, wie man das ausdrücken kann, was das Herz wünscht. Gott muss man nicht zu etwas bewegen ... Gott bewegt Menschen, dass sie Möglichkeiten finden, Gott zu erfahren, ihm näher zu kommen.

Veröffentlicht von: @praktiker

Wie Du sagst . Man muß nicht nach dieser Anleitung beten . Sie ist auch - ohne das Mitwirken des hl. Geistes - nur eine Formel .

Die besondere Benennung des "Heiligen Geistes" sehe ich darin überhaupt nicht. Hier geht es nur um Gott und Mensch. Der Mensch darf Gott "Vater" nennen, und genauso auch zu ihm reden. Ganz schlicht und so, wie man gerade empfindet. Weil Gott schon weiß, was das Herz eigentlich wünscht.

Veröffentlicht von: @praktiker

Trotzdem sagt Jesus : " Darum sollt ihr SO beten ..... ! " ( Mt. 6 ; 9 )
Jetzt ist es bei Dir raus zu finden warum er das so sagt - falls Interesse besteht .

Wie schon angemerkt, finde ich da gar nichts, weil ich nicht nach Worten suchen muss in diesem Text. Es sind mögliche Worte, die den Menschen dazu anregen sollen, ihr Herz auszuschütten, wissend, dass Gott es versteht, weil er das Herz kennt - besser, als der Betende selbst.

Veröffentlicht von: @praktiker

Die Frage taucht in diesem Zusammenhang immer wieder auf , warum Gott das Gebet nicht erhört

Ich denke nicht, dass Gott irgendwelche Gebete nicht erhört. Nur versteht Gott, was der Betende wirklich wünscht, wodurch dessen Herz angesprochen wird. Nicht auf das Ergebnis abgezielt, sondern um inneren Frieden mit Gott und sich selbst zu finden.

yaeli antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Im "Vater unser" gibt Jesus uns eine Anleitung erfolgreich zu beten .
Was soll denn erfolgreich sein ?
Wenn Gott "unser Gebet erhört" , anders gesagt das tut was wir beten .
Ich denke das diese Anleitung da zu da ist , das wir "erfolgreich" beten können .

Falsch. Das Vater unser ist keine Anleitung für "erfolgreiches" Gebet. Gott ist nicht Alexa. Und auch nicht Siri, Bixby und wie sie alle heißen. ER ist souverän. ER ist Gott. ER handelt, wie ER es will. Gott ist kein Automat, wo man oben Gebet rein steckt und unten kommt die Erfüllung raus.

Lies noch mal nach, was Jesus über das Vater unser sagt.

herbstrose antworten


Pinia
Beiträge : 1375
Veröffentlicht von: @praktiker

Kann man Gebet lernen gemäß dieser Anweisung , die von Jesus kommt ?

Ja, das denke ich durchaus.
Das Vaterunser ist ein Mustergebet, es kann uns bzw. unseren Gebeten auch den Spiegel vorhalten: Was nimmt in meinem Gebeten wie viel Raum ein? Was ist mir das Wichtigste in meinen Gebeten?

Durchaus bemerkenswert finde ich, dass im Vaterunser die Bitte ums täglich Brot (und alles was damit zusammenhängt) nur eine einzige ist, das Lob Gottes bzw. die Bitte, dass Gott in uns groß werde, dass Gottes Reich uns wichtig werde und unser Wille mit seinem Willen eins werde sind schon drei Bitten, ebenso die Bitten um Vergebung und Vergebungsbereitschaft sowie um Erlösung vom Bösen. D.h. geistliche Anliegen nehmen den größten Raum ein. Das wundert mich auch nicht, denn wenn bei mir Gottes Name geheiligt wird, d.h. wenn Gott für mich groß wird, ich groß von GOTT denke, werden alltägliche Anliegen klein. Vertraue ich auf einen großen GOTT, kommt alles andere in die richtige Relation.
Verglichen mit dem Vaterunser kommen meine Gebete und viele Gebete, die ich in meinem Leben gehört habe, schlecht weg. Da ging es 80-90% um Anliegen des Alltags, und nur 10-20% um GOTT ...

Veröffentlicht von: @praktiker

Das "Vater unser" steckt den Rahmen ab , in dem Gott handelt / handeln kann durch Gebet .

Das denke ich wiederum nicht. Gott ist mein himmlischer Vater. Ich kann ihm alles sagen, was mich bewegt. Er handelt gemäß seines Willens bzw. so, dass es für mich das Beste ist. Sein Handeln bzw. die Erhörung von Gebeten ist nicht an bestimmte Formulierungen und Abfolgen von Bitten gebunden. Das Gebet ist kein Automatismus nach dem Motto "sage das Richtige und bekomme, was du erbittest".

pinia antworten
3 Antworten
Praktiker
(@praktiker)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 228

Hallo Pinia

Nur eine Frage . Was glaubst Du , wann man ein Kind Gottes ist ?
Wenn ich sein Kind bin ist er mir auch Vater - meine Auslegung .

Gruß

Praktiker

praktiker antworten
Pinia
(@pinia)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 1375
Veröffentlicht von: @praktiker

Nur eine Frage . Was glaubst Du , wann man ein Kind Gottes ist ?
Wenn ich sein Kind bin ist er mir auch Vater - meine Auslegung .

Zu deiner Frage: Kind Gottes wird man durch die Wiedergeburt.
Deinen zweiten Satz verstehe ich nicht so ganz. Das ist doch logisch, oder?

pinia antworten
Praktiker
(@praktiker)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 228

Hallo Pinia

Mit der Wiedergeburt haben wir die Tür geöffnet . Die Möglichkeit erlangt .

Du kannst ja mal schauen wen Jeus als Kind Gottes bezeichnet .
Der verloren Sohn hat sich diesen Vorraussetzungen entzogen .
Deshalb hat der Vater ihn als tot bezeichnet .
Ein Toter ist kein Sohn / Tochter mehr . In unseren Augen war er aber lebendig .

Gruß

Praktiker

praktiker antworten
Deborah71
Beiträge : 15905
Veröffentlicht von: @praktiker

Kann man Gebet lernen gemäß dieser Anweisung , die von Jesus kommt ?

Die Jünger baten Jesus: HErr, lehre uns beten.
Daraufhin gab er ihnen diese Zusammenstellung, die wesentliche Bestandteile aus jüdischen Gebeten enthält. Kurz und knackig auf den Punkt gebracht.

Jesus lehrte also, um die Jünger und uns etwas zu lehren.

Und er lehrte auf rabbinische Weise.
Jede einzelne Zeile kann als komplettes Gebet praktiziert werden, sie kann aber auch die Anregung zu weiterer Entfaltung bieten.

Der Eingang richtet sich wie im Avinu Malkeinu = unser Vater, unser König, an Gott und betont seine Vaterschaft im Vater unser.

Aus dem Amidah stammt geheiligt werde dein Name, wie im Himmel so auf Erden.

Aus dem Morgengebet stammt das führe uns nicht in Versuchung (Führe uns nicht in Sünde und Übertretung, Ungerechtigkeit, Versuchung und Schande, damit das Böse nicht über uns herrsche.)

Veröffentlicht von: @praktiker

Dazu sage ich gleich im Vorraus . Unter lernen verstehe ich , das man etwas lernt um es selbständig handhaben zu können . Aber genau das ist hier nicht der Fall . Im Prinzip lerne ich in der Abhängigkeit von Gott zu beten .

Wohin willst du denn dein Gebet richten, wenn nicht zu Gott (Vater, Sohn und Heiliger Geist)? Wer soll denn sonst dein Gebet erhören?

Welche Form liegt dir denn am meisten? Das Ausbeten der einzelnen Sätze/Titel oder die kompakte Form, wie sie geschrieben steht?

deborah71 antworten
4 Antworten
Praktiker
(@praktiker)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 228

Hallo deborah71

Danke für Deine Ergänzungen aus dem jüdischen .

Naja . Dein Wille geschehe ! Sein Wille ist für mich etwas aktuelles . Das was ER in der Situation tuen will , und was ich dann bitte - bete .
Das hat auch etwas mit der Verantwortung zu tun , die ich vor Gott habe .
Diese Verantwortung wird er mir nicht automatisch abnehmen !
Wenn ich ihn nicht darum bitten - beten würde es in meinem Verantwortungsbereich zu tun .

Gruß

Praktiker

praktiker antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 15905

Ich stell mal eine Frage, nicht nur an dich zum Nachdenken und zur persönlichen Standortbestimmung.

Bin ich jemand, der Gebet tut, weil es zur Verantwortung als Christ gehört, oder bin ich ein Beter, weil es zu meinem IchBin in Christus gehört und verinnerlichte Identität ist?

lg
Deborah71

deborah71 antworten
Praktiker
(@praktiker)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 228

Hallo deborah71

Sorry wenn es jetzt etwas ausschweift , aber für mich ist "in Christus" zu sein eine Bewegung mit ihm und nicht automatisch .

Gebet , Du weist das wahrscheinlich besser als ich weil Du die Bibel besser kennst als ich , hat viele praktische Ausführungen .

Kann es sein , das Du da eine besondere Gabe auf diesem Gebiet hast ?
Dinge zu erkennen , die anderen verborgen bleiben ?
Meine Erfahrung ist , das wenn ich die Gaben die er mir gegeben hat nach seinen Vorstellungen einsetzte , er mir eine größere Verantwortung in seinem Reich gibt .
Wer im Kleinen treu ist , ist auch im Großen treu .

Gruß

Praktiker

praktiker antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 15905
Veröffentlicht von: @praktiker

Sorry wenn es jetzt etwas ausschweift , aber für mich ist "in Christus" zu sein eine Bewegung mit ihm und nicht automatisch .

Ja, es ist kein Automatismus. Es ist Teil der Kindschaft.

Veröffentlicht von: @praktiker

Gebet , Du weist das wahrscheinlich besser als ich weil Du die Bibel besser kennst als ich , hat viele praktische Ausführungen .

Ja....da gibt es einen bunten Strauß an Belangen.

Veröffentlicht von: @praktiker

Kann es sein , das Du da eine besondere Gabe auf diesem Gebiet hast ?
Dinge zu erkennen , die anderen verborgen bleiben ?

Ich darf viel sehen, das ist schon so. Damit ist ein Auftrag verbunden, das im Gebet umzusetzen. 😊

Veröffentlicht von: @praktiker

Meine Erfahrung ist , das wenn ich die Gaben die er mir gegeben hat nach seinen Vorstellungen einsetzte , er mir eine größere Verantwortung in seinem Reich gibt .

Das hast du schön angemerkt, das ist ein Kernpunkt. Freut mich gerade sehr und deswegen habe ich in deinem Zitat fett hervorgehoben.

lg
Deborah

deborah71 antworten


Erz
 Erz
Beiträge : 50

Guten Abend Praktiker,

beten ist etwas Besonderes und ja, das Vater unser ist vielschichtig.
Und schön, dass aus einem Forenleser ein Beitragschreiber geworden ist. Du hast eine sympathische Herangehensweise.

Um eine passende Antwort zu finden fehlt leider etwas Hintergrund:

Unter lernen verstehe ich , das man etwas lernt um es selbständig handhaben zu können . Aber genau das ist hier nicht der Fall . Im Prinzip lerne ich in der Abhängigkeit von Gott zu beten .

... Im Prinzip lerne ich in der Abhängigkeit von Gott zu beten ...

Hmmm, ist das in Deinen Augen gut oder schlecht oder fehlt da was?
Vielleicht kannst Du diesen Punkt verständlicher beschreiben.

Danke.

Mit schönem Gruß
Erz

erz antworten
3 Antworten
Praktiker
(@praktiker)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 228

Hallo Erz

Habe kurz Dein Profil angeschaut .
Hab mal in grauer Vorzeit mit Siemens S5 Kontakt gehabt .
Ein bißchen programmiert und visualisiert .

Es wäre toll ,wenn man Gebet programmieren könnte . Und gleichzeitig auch nicht , weil wir dadurch alles in die Finger kriegen würden .
Warum wäre das so schlimm ?
1. Wir wissen nicht was wichtig ist
2. Wir wissen nicht was dran ist
Falls wir das doch glauben zu wissen , sind wir wie der reiche Mann
( Gleichnis ) , der im Endeffekt selbst von Jesus wegging .
Aus dieser Erkenntnis heraus laß ich mich lieber im Gebet führen .
Nach dem Motto : Er leitet mein Herz wie einen Bach...

Gruß

Praktiker

praktiker antworten
Erz
 Erz
(@erz)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 50

Gebet. Ohne Computer...
Hallo Praktiker,

Es wäre toll ,wenn man Gebet programmieren könnte .

Gott möchte offensichtlich das Gespräch mit seinem Geschöpf. Eine Maschine hat für ihn wohl den gleichen Stellenwert wie Statuen aus Holz und Stein.
Mir würde es fehlen, wenn statt mir eine Applikation ein "Gebet" zusammenstückelt.

Und gleichzeitig auch nicht , weil wir dadurch alles in die Finger kriegen würden .

Was meinst Du mit "weil wir dadurch alles in die Finger kriegen würden"? Vielleicht kannst Du uns das ausführlicher beschreiben.

Mit schönem Gruß
Erz

erz antworten
Praktiker
(@praktiker)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 228

Hallo Erz

David wurde einmal vor die Alternative gestellt - weis die Bibelstelle nicht mehr - aber das Ergebnis war , das er alles in Kauf genommen hätte . Nur eines nicht . Das Gott ihn in die Hände von Menschen gibt .

David hatte anscheinend erkannt , das wir Menschen nicht gut sind .
Besonders , weil er Gott kennengelernt hatte . So im Kontrast ist das natürlich besser zu erkennen . Wie ein Schatten vor einer weißen Wand .

Die Welt haben wir in der Hand . Und was machen wir damit ?
Wenn wir gut wären wäre es ein Paradies - ganz ehrlich .

Ein Wort halt mir immer in den Ohren .
Das wir ohne Gott zu nichts zu gebrauchen sind .

Gruß

Praktiker

praktiker antworten
bepe0905
Beiträge : 1095

Hallo Praktiker,
ich denke, das Vaterunser ist gerade deshalb so vielschichtig und "universell", weil es so einfach ist. Eigentlich ist es eine kleine "rhetorische Meisterleistung", weil hier mit ganz wenigen Worten wirklich alles gesagt wird, was wichtig ist. Fast zeigt sich hierin die alte Lebensweisheit "In der Kürze liegt die Würze".

Man kann das Vaterunser durchaus mit unterschiedlichen persönlichen Einstellungen beten. Es ist bestimmt nicht falsch, wenn sich ein Beter hierbei in besonderer Form mit Jesus verbunden fühlt, denn es ist schließlich das Gebet unseren Herrn. Und genauso darf man beim Beten des Vaterunser auch die Verbindung und das Gemeinsame der Christen über alles Trennende hinweg empfinden.
Trotzdem wehre ich mich etwas gegen die manchmal zu spürende Überhöhung des Vaterunsers. Denn erstens wissen wir noch nicht mal, ob es auch wirklich "originalgetreu" aufgeschrieben und übersetzt wurde. So gab es auch bei Vaterunser Veränderungen bzw. Ergänzungen (z.B. den letzten Satz) und gelegentlich überlegen Christen, ob nicht Veränderungen (z.B. bei "führe uns nicht in Versuchung") angebracht wären.

Ich denke, dass solche Überlegungen durchaus zulässig sind. Schließlich hat Jesus den Jüngern dieses Gebet nicht in einem besonders feierlichen oder würdevollem Rahmen beigebracht und schon gar nicht als für Christen verbindliches Ritual festgelegt, sondern er hat es in einer fast alltäglichen Lebenssituation zusammen mir anderen Ermahnungen als Beispiel für angemessenes Beten gezeigt.

Wichtig ist daher, was bei Matthäus im Kontext steht:
5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, um sich vor den Leuten zu zeigen. (...)
6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, (...)
7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen (...)
8 (...) Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet (...)

Und so weist Jesus auf das wohl Wichtigste hin, nämlich dass wir zum Gebet erst mal selbst zur Ruhe finden sollen, dass es nicht auf viele Worte ankommt, mit denen wir entweder andere Menschen beeindrucken wollen oder "dem lieben Gott das Ohr abquasseln" würden und dass wir mit wenigen, vom Herzen kommenden Worten das Richtige sagen können, weil Gott uns ja sowieso schon kennt und um unsere Bedürfnisse weiß.
Er sagt seinen Jüngern aber auch, dass das Vergeben von Schuld auf jeden Fall ein wesentlicher und unverzichtbarer Bestandteil ist (12 Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.), den Jesus betont und auf die Folgen von Vergebung und Nichtvergebung in den Versen 14 und 15 ausdrücklich hinweist.

bepe0905 antworten
4 Antworten
Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 4 Monaten

Beiträge : 414
Veröffentlicht von: @bepe0905

So gab es auch bei Vaterunser Veränderungen bzw. Ergänzungen (z.B. den letzten Satz) und gelegentlich überlegen Christen, ob nicht Veränderungen (z.B. bei "führe uns nicht in Versuchung") angebracht wären.

Laut der aramäischen Peschitta Übersetzung heißt es nicht " führe uns nicht in Versuchung" sondern: " ... und lass uns nicht in die Versuchung gehen ( geraten), sondern geleite uns fort von dem Übel...."😊

amalia antworten
bepe0905
(@bepe0905)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 1095

Liebe Amalia,
ich bin in meinem Post nicht allzu sehr in die Tiefe gegangen, weil ich nicht wollte, dass jetzt eine Diskussion über einzelne Worte und Übersetzungen losgeht.
Aber trotzdem finde ich deinen Hinweis hier sehr gut und nützlich, denn er zeigt , wie unterschiedlich die Übertragung und vielfältig damit die Auslegung sein kann.
Danke!

bepe0905 antworten
Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 4 Monaten

Beiträge : 414
Veröffentlicht von: @bepe0905

ich bin in meinem Post nicht allzu sehr in die Tiefe gegangen, weil ich nicht wollte, dass jetzt eine Diskussion über einzelne Worte und Übersetzungen losgeht.

Das kann ich verstehen. 😉 Und ich glaube kaum, dass der liebe Gott sich an das ein oder andere vielleicht nicht korrekt übersetze Wort stört, wenn wir uns mit diesem Gebet an sein Vaterherz wenden. ❤ 😊

amalia antworten
Praktiker
(@praktiker)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 228

Hallo bepe0905

Danke für Deine ausführliche Betrachtung .
Ich habe auch von einem nicht überzeugten Christen ( ev. Landeskirche ) gehört , das ein Vers ( und führe uns nicht in Versuchung )
angeblich falsch übersetzt ist . Habe mich damit aber nicht weiter befaßt .

Wenn ich ehrlich bin bete ich auch nicht den Text des "Vater unser" sondern sehe es als Rahmenbedingung an .
Ein Rahmen der mir vorgibt wann und wie ich bete .
Das ich nichts im Gebet unterstütze was böse ist - geheiligt werde sein Name .

Wie kann ich seinen Willen in meine Gebete integrieren ?

Mit welchen Zweck bete ich ? Das sein Reich kommt ? Falls es ihm damit Ernst ist offenbart sich sein Reich mit Auswirkungen .

Wie Du schon erwähntest ist Vergebung eine Voraussetzung ohne die ich erst gar nicht zu beten brauche . Ich es kann es natürlich . Dann kann ich mir aber den Atem sparen . Außer ich tue es vor anderen .

Das tägliche Brot ... Wenn ich ihm folge sehe ich wann und wie er in meine Versorgung eingreift . Mich z. B. arbeitsfähig erhält . Bei mir mit dem Job als alter Müllkipper sehr wichtig .

V. 13 ( ? ) Sehe ich mehr so , was er mir zu beten gibt , wodurch er mich vor Bösem bewahrt . Manchmal sehr konkret .

Die Überhöhung die Du ansprichst kann ich nachvollziehen . Wenn man es als Schablone einfach nachbetet hat es den überzogenen Stellenwert den Du ansprichst .
Wenn man es als Rahmenbedingungen ansieht ändert sich diese Bewertung in meinen Augen .

Gruß

Praktiker

praktiker antworten


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