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Warum nennt Paulus Untugenden fleischliche Gesinnung?

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luxlucetintenebris
Themenstarter
Beiträge : 635

Hallo...
Zu fleischliche Gesinnung, respektive Werken des Fleisches zählt Paulus folgende eigentlichen Untugenden:
Gal 5.19 Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, 20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, 21 Neid, Saufen, Fressen und dergleichen

Röm 8,8 Die aber fleischlich sind, können Gott nicht gefallen.

Darum heisst es für mich dort, wo Paulus feststellt, dass die Christus angehören allmählich bis vollkomen ihr Fleisch gekreuzigt haben, solche Nachfolger Christi keine mehr der oben genannten Untugenden aufweisen. Soweit ist es für mich einleuchtend.

Aber mich wundert es immer noch, warum Paulus solche Untugenden die Feindschaft gegenüber Gott, dem Vater Jesus bedeuten "fleischlich" nennt. Sich in der Nachfolge Christi Untugenden abzugwöhnen ist doch besser verständlich finde ich, als aufzuhören fleischlich gesinnt sein. Wie denkt Ihr darüber?

lg lulute

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36 Antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Hi,

das beschäftigt mich auch sehr und daher lese ich nebenher immer wieder in einem Buch von Watchmen Nee mit dem Titel "Der geistliche Christ". Darin geht er in diesem Dilemma der widerstreitenden Natur von Geist, Seele und Leib.

Dieses Buch ist mittlerweile schwer zu bekommen und es gibt eine Onlineausgabe.

http://info1.sermon-online.com/german/WatchmanNee/Der_Geistliche_Christ.pdf

Es ist wirklich sehr lesenswert.

Veröffentlicht von: @luxlucetintenebris

Aber mich wundert es immer noch, warum Paulus solche Untugenden die Feindschaft gegenüber Gott, dem Vater Jesus bedeuten "fleischlich" nennt. Sich in der Nachfolge Christi Untugenden abzugwöhnen ist doch besser verständlich finde ich, als aufzuhören fleischlich gesinnt sein. Wie denkt Ihr darüber?

Paulus geht noch weiter. 8
6 Denn fleischlich gesinnt sein ist der Tod, doch geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede. 7 Denn fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch sich dem Gesetz Gottes nicht unterwirft; denn es vermag's auch nicht. 8 Die aber fleischlich sind, können Gott nicht gefallen. 9 Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, da ja Gottes Geist in euch wohnt.

Es lohnt sich also, den ganzen Text zu lesen.

Max

Anonymous antworten


Uri.Kulm
Beiträge : 183

Fleisch - fleischlich; Gesinnung - Werke
Das Problem „im Fleisch“ oder „fleischlich“ oder „geistlich“ sein:
- viele versuchen einen Weg der Heiligung/geistigen Erneuerung usw. um Erlösung zu erlangen, bleiben so aber „im Fleisch“ = Tod in Sünden und Vergehungen.
- wiedergeborene Christen haben sich als verlorene Sünder erkannt, Buße getan, Christus und sein Erlösungswerk für sich persönlich im Glauben angenommen, sind somit unverlierbar für Zeit und Ewigkeit gerettet, haben ewiges Leben in Christo und streben danach ein geistliches geheiligtes Leben in Gemeinschaft mit Christus, Gott und anderen Gläubigen zu führen. Durch ein solches Leben wird „fleischlich sein“ vermieden. Sie sind nicht mehr „im Fleisch“, sondern Gott sieht uns in Christus.

Grundsätzlicher Unterschied
- Gesinnung = das aus dem Herzen hervorkommende Gedankengut, das zu Werken führt
- Werke = aus der Gesinnung vollendete Taten

Fleisch =
a) der Körper/Leib des natürlichen Menschen/der Nachkommen Adams
b) die alte sündige Adams-Natur
1) die jeder natürliche Mensch hat und nichts anderes als aus dieser Gesinnung sündige Werke tun kann
2) die auch der Christ noch in sich trägt, wiewohl er neues göttliches geistliches Leben durch Neugeburt empfangen hat und durch Wandel im Geist im Tode halten kann

fleischlich =
a) Gesinnung eines Christen, der sich nach der Bekehrung nicht nach dem Tun des Willens Gottes ausrichtet, in Sünde fällt oder sogar darin verharrt
b) Folglich Verhalten eines Christen, das aus einer weltlichen Gesinnung entspringt

Der Weltmensch
„Werke des Fleisches“ tun heißt, in vollendeten Sünden leben. Diese werden von jenen vollbracht, die „im Fleische sind“ und somit Gott nicht gefallen und tot sind in Sünden und Vergehungen und verloren gehen.
Den „Werken des Fleisches“ geht die Gesinnung „Lust des Fleisches“ und somit das Leben „im Fleisch“ voraus. Die Gesinnung des „Fleisches“ ist der Tod und Feindschaft gegen Gott.

Der wiedergeborene Christ
„Frucht des Geistes“ sind die guten Werke, die Gott zuvor bereitet hat, damit die aus Gnade erretteten darin wandeln sollen.
Kein Christ wird als „im Fleisch seiend“ gesehen, sondern als in Christo lebend.
Der Gläubige weiß, dass sein „Fleisch“ auf Golgatha mit Christus gekreuzigt ist und er die alte Natur im Tode halten kann, sein Sinn erneuert wird und er nach dem Willen Gottes fragt und diesen tut.

Der fleischlich gesinnte Christ
Christen, die in der Welt wie Weltmenschen leben, werden „fleischlich“ genannt. Sie verhalten sich, als wenn sie noch „im Fleisch“ sind. Sie haben die Reinigung ihrer vorigen Sünden vergessen und verleugnen ihre wahre Identität als Christen.
Abhilfe ist eine Erkenntnis der verloren gegangen Gemeinschaft mit Gott, ein Bekenntnis und lassen der Sünde und geistliche Wiederherstellung.

Um es noch mal klar zu sagen:
- aus dem Herzen des natürlichen Menschen kommen hervor: böse, schlechte Gedanken und solche sündigen Taten
- durch die Versuchungen des Teufels und Anreize der Welt kann auch ein Christ zur Sünde verleitet werden. Aberermuß nicht wie Weltmenschen zwingend sündigen.
- durch ständigen Umgang mit Gott (beten, singen, bibellesen, Gemeinschaft mit Gläubigen) wird der Christ bewahrt und wächst in der Gnade und Erkenntnis des Herrn durch Erneuerung seines Sinnes
- wenn wir im Licht wandeln, durch den Geist geleitet unser Sinnen und Trachten nach den himmlischen Dingen ausrichten, werden wir bewahrt und unser Verhalten wird sichtbar durch den Herrn den Geist verwandelt in sein Bild
- wenn jemand sündigt hat, so ist Jesus Christus, der Gerechte, der Sachwalter beim Vater zur Wiederherstellung

Tugenden = biblisch - geistliche Tüchtigkeit, Vortrefflichkeit, Energie, Kraft, Anstrengung
Untugenden = theologisch - Umdeutung von Sünde, vor allem im Katholizismus mit der weiteren Unterscheidung gedankliche und vollendete Todsünden, solche die im erdachten Fegefeuer nachgereinigt würden und solche die unvergebbar sind.

Aber jede Sünde ist zum Tode, denn es gibt keine „kleinen“ Sünden. Und ist zu Lebzeiten vergebbar. „Fleisch“ aber ist nicht vergebbar, es muß in den Tod.

Heute lebst du, heut bekehr dich, eh´s mag wenden sich.

uri-kulm antworten
Evana
 Evana
Beiträge : 924

Hi Luxlucetintenebris,

ganz einfach, unser Fleisch ist zusammen mit Jesus gekreuzigt und begraben worden. Und ein geistliches Leben ist zusammen mit Christus auferweckt worden. Deshalb lebt nicht mehr unsere sündige Natur uns, sondern uns lebt der lebendige und auferstandene Christus uns.

Jesus spricht: Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht würdig. (Mt. 10,38)

Paulus sagte dazu in Röm. 6,4: So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln.

Und in Gal. 2,19+20: Denn ich bin durchs Gesetz (dem) Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe; ich bin mit Christus gekreuzigt, und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben (und zwar im Glauben) an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.

Veröffentlicht von: @luxlucetintenebris

Aber mich wundert es immer noch, warum Paulus solche Untugenden die Feindschaft gegenüber Gott, dem Vater Jesus bedeuten "fleischlich" nennt. Sich in der Nachfolge Christi Untugenden abzugwöhnen ist doch besser verständlich finde ich, als aufzuhören fleischlich gesinnt sein. Wie denkt Ihr darüber?

Weil das Fleisch gegen den Geist (der Liebe) aufbegehrt. Die Untugenden richten Schaden an bei sich selbst, aber auch bei anderen.

evana antworten
2 Antworten
luxlucetintenebris
(@luxlucetintenebris)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 635

Hallo Evana

Veröffentlicht von: @evana

Weil das Fleisch gegen den Geist (der Liebe) aufbegehrt. Die Untugenden richten Schaden an bei sich selbst, aber auch bei anderen.

Ja, du hast es mit wenigen Worten auf den Punkt gebracht. Danke dafür Evana: Untugenden, wie sie Paulus in Gal 5.19-21 richten Schaden bei sich selbst aber auch bei anderen an.

Dadurch wirken sie sich auch störend auf eine allfällige innige Gottbezeihung nach Vorgaben Jesus Christus aus.

Darum wohl hatte Paulus auch klar festgelegt:

Gal 5,24 Die aber Christus Jesus angehören, die haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden.

Gerade für einen Ex-Pharisäer und deshalb einstigen Christenverfolger wie Paulus, der zu jenen gehörte, die Jesus nicht glauben wollten, dass bei seinem Vater, dem allein wahren Gott NUR die Liebe zählt.

Paulus hat dann eingesehen, dass die Liebe hilft vollkommen gottgefällig zu leben. So auch erkannte Paulus dass man mit gewissen Werken, wie sie Mose gesetzlich vorschrieb (Werke des Gesetzes/Gesetzeswerke) vor dem Vater Jesus nicht als Gerechter
gelten/bestehen kann.
lg lulute

luxlucetintenebris antworten
Evana
 Evana
(@evana)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 924
Veröffentlicht von: @luxlucetintenebris

Gerade für einen Ex-Pharisäer und deshalb einstigen Christenverfolger wie Paulus, der zu jenen gehörte, die Jesus nicht glauben wollten, dass bei seinem Vater, dem allein wahren Gott NUR die Liebe zählt.

Ich denke mal, dass er durch sein Erlebnis in Damaskus und die damit verbundene Blindheit in den innerlich zerbrach. Er erkannte, dass dieser Saulus den Tod verdient hat. Durch das Gespräch mit Hananias und die Auflegung der Hände wurde Gottes Geist auf Saulus übertragen. Er nahm Jesus in sein Leben auf und begrub im Akt der Taufe seine alte Natur. (Apg. 9)
Solche Lebensveränderungen schafft man nicht von sich selbst aus. Das geht nur durch Gottes Geist. Das habe ich selbst an meinem eigenen Leben erfahren.
Gottes Geist verändert mich mehr und mehr.

LG
Evana

evana antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @luxlucetintenebris

Sich in der Nachfolge Christi Untugenden abzugwöhnen ist doch besser verständlich finde ich, als aufzuhören fleischlich gesinnt sein. Wie denkt Ihr darüber?

Nachdenkenswert. Die Lehre von Fleischlich-Geistlich
Nach meiner Meinung ähnlich wie bei dir verstanden.

Lass uns hier darüber weiter reden!
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Anonymous antworten
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