Gemischte Gefühle
 
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Gemischte Gefühle


Sternschnuppe99
Themenstarter
Beiträge : 2

Hallo liebe Leser,

 

ich wende mich an euch, da ich mich momentan in einer für mich seltsam anfühlenden Phase befinde.
Kurz zu mir:

Ich wurde als Baby getauft und hatte mit 9 auch die Kommunion. In meinem Leben ist mir der Glaube aber immer nur „oberflächlich“ begegnet. Mal habe ich mit meinem Opa als Kind vor dem Schlafengehen gebetet oder wir besuchten die Kirche zu dem ein oder anderen Anlass. Aber so richtig richtig aktiv wurde der Glaube nicht in meiner Familie gelebt/praktiziert. Als Teenagerin hatte ich ehrlich gesagt nie ein großes Interesse am Glauben oder an Gott. Ich habe mir nie sonderlich Gedanken darum gemacht. Bei meinem Onkel sah ich dann mit ca 15, dass er sich beim Autofahren immer bekreuzigt, wenn wir an einem Kreuz auf der Strecke vorbeigefahren sind. Das habe ich dann auch so übernommen (aber nie sonderlich hinterfragt). Mit Anfang 20 dann (nach einigen Schicksalsschlägen) begann ich zu Gott zu beten, ihm zu danken und um Hilfe zu bitten. Ich fing an, eine Kreuzkette zu tragen und seit kurzem bete ich immer vor dem Schlafengehen. Diese „Entwicklung“ stellte ich nie in Frage, doch seit letzter Woche fühlt sich etwas anders an.

Ich mache seit Anfang diesen Jahres keine einfache Zeit durch und der Höhepunkt all dessen ereignete sich letzte Woche. Ich war mit meiner Energie, durch all die Ereignisse am Ende. An diesem Tag kam ich von der Arbeit und die Bahnen streikten, weshalb ich an diesem Tag nach Hause laufen musste. Ich kam an einer Kirche vorbei und hatte das Verlangen danach hineinzugehen, um zu Gott zu sprechen. Dies tat ich dann auch. Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich bewusst und ohne Verpflichtung/Ereigniss, wie zum Beispiel eine Hochzeit, ein Gottesdienst oder eine Taufe etc. eine Kirche betrat. Ich schloss die Augen und betete zu Gott. Mir kamen Tränen und ich flehte Gott an, mir zu helfen. Es tat mir gut, aber machte mir auch irgendwie Angst. Warum genau, kann ich schwer einschätzen. Ich habe so oft in Filmen etc. oder von anderen Menschen gehört, wie sie Gott um Hilfe bitten, in schweren Zeiten die Kirche aufsuchen etc. Dennoch bin ich ein Mensch, der mit Veränderungen nicht so einfach klarkommt. Und generell, mich selbst und meine Glaubensansätze, meine Taten, meine Gefühle und Emotionen immer kritisch beäuge (aufgrund von Ereignissen, die mich im Laufe meines Lebens geprägt haben, um es kurz zu machen). 
Jedenfalls ging ich zusammen mit meinem Freund am Wochenende noch einmal in die Kirche, um gemeinsam zu beten und daraufhin wollte ich auch die Heilige Messe am Sonntag besuchen. Heute war ich erneut in der Kirche, um zu beten. 

So viel zur Vorgeschichte. 

Im Moment habe ich 1000 Fragezeichen in meinem Kopf. Ich bin irgendwie überrascht, wie stark der Wunsch, meinem Glauben und Gott näher zu kommen in mir wächst. Weil es so plötzlich und so intensiv kommt und ich mich bisher in meinem Leben (ich bin jetzt 24) nie bewusst mit meinem Glauben auseinandergesetzt habe. Ich frage mich, ob das normal ist, dass dieser Wunsch nun so intensiv ist.

Auf der anderen Seite frage ich mich auch, wie ich am besten vorgehen soll, um das zu tun? Gibt es, neben der Bibel auch andere Bücher, die empfehlenswert sind, um das Christentum zu verstehen und dem Glauben näher zu kommen oder in dem alles/vieles drinsteht, was man so wissen muss, um ein „guter“ Christ zu sein? Was würdet ihr mir raten, zu tun? Wie geht man in so einer Situation am besten vor? 

Dann habe ich wiederum manchmal die Frage im Kopf, warum es so viel Unheil auf der Welt gibt und warum Gott das „zulässt“, wenn man das so sagen kann. Ich hoffe ihr versteht, was ich meine. Hat mir darauf jemand eine Antwort oder einen Tipp zu passender Literatur? 
Nicht falsch verstehen, ich möchte Gott nicht in Frage stellen. 

Irgendwie macht mir diese Situation Angst, weil ich merke, dass sich etwas verändert. Einerseits möchte ich dem Wunsch nachkommen und das mit „offenen Armen“ andererseits macht mir die Veränderung Angst. Ich weiß nicht, ob das nachvollziehbar ist.

 

Vielen Dank fürs Durchlesen und ich freue mich auf Eure Antworten. ☺️

 

 

Antwort
12 Antworten
Goldapfel
Beiträge : 1986

@sternschnuppe99 

Hey Sternschnuppe99,

schön, dass du hier her gefunden hast. ☺️

Und einen ganz herzlichen Dank für dein Berichten. Das hat mir gerade richtig gut getan, zu lesen, wie Gott dich gerade ruft.

Ja, das denke ich, Gott ruft dich. Und du hast ja bereits begonnen, ihm zu antworten. Indem du dich ihm zu gewandt hast im Gebet. Das ist eine Liebesgeschichte, weißt du das? 😉 Die mit Jesus am Kreuz begonnen hat. Denn so ist der Weg für jeden Menschen frei geworden um zu Gott kommen zu können.

Mit dem Hinwenden zu Gott, der Bereitschaft dich auf ihn einzulassen, antwortest du ihm auf sein Werben, betrittst allerdings quasi auch für dich ein noch neues unbekanntes Land. Dass dir das etwas Unbehagen macht, kann ich durchaus verstehen. Eben, weil man es noch nicht kennt. Und gerade wenn man Sicherheit braucht. Aber je mehr du dich auf Gott einlässt, umso mehr wird dein Vertrauen in ihn gestärkt. 

Mit meinem heutigen Wissen würde ich, wenn diese Sehnsucht in dir so stark ist, zunächst in erster Linie die Evangelien lesen. Aber durchgängig. Und ich würde Gott bitten, mich dabei zu leiten. 

Und auch aufkommende Fragen würde ich im Gebet ihm hinlegen, jede. 

Zum Einstieg findet man online eine kleine Schrift zum kostenlosen Download. Die heißt "Ein Brief für dich" und erklärt einiges ganz gut, wie ich finde.

Welche Bücher man lesen sollte, hängt sicher auch stark davon ab, wen du fragst. Ich finde als intellektuelle Herausforderung ja immer noch die Bücher von C.S. Lewis ganz gut. Und damit meine ich nicht die Kinder oder Fantasy-Literatur (bis auf den Briefroman "Dienstanweisung an einen Unterteufel" der es echt in sich hat), sondern seine Essays oder "Pardon, ich bin Christ" , was in der Neuübersetzung jetzt zu "Schieres Christentum" geworden ist. Die Kinderbücher sind etwas zum inneren Aufblühen.

Welches Buch ich für den Anfang auch noch sehr sehr gut finde, ist das Buch "Nicht wie bei Räubers" . Auch ein Kinderbuch, aber ebenso für Erwachsene geeignet. Darin geht es um den Räuberjungen Tom, der jetzt beim König lebt. Und da ist eigentlich alles anders, als das, was er von Räubers her kannte. Ich finde da wird das was Jesus getan hat und was es für uns bedeutet sowie geistliche Prinzipien verständlich beschrieben. 

Ich wünsche dir alles Gute auf deinem weiteren Glaubensweg und bin gespannt, wie es weiter geht. 

Der Herr aller Herren, der Allmächtige Vater, der dich ins Leben gerufen hat, behüte und bewahre dich und schenke dir Frieden!

goldapfel antworten


SinNombre
Beiträge : 19

@sternschnuppe99 Ein sehr schöner Beitrag, finde ich 🙂 Ich habe nur nicht ganz verstanden, wovor Sie eigentlich Angst haben. Vor diesem neuen Bedürfnis, Gott nahe zu kommen? 

Ich glaube, in der Antwort von Goldapfel sind Ihnen schon einige gute Tipps gegeben worden. Zu der alten Frage, warum Gott dieses und jenes zuläßt, fällt mir ein Cartoon ein, den ich leider nur beschreiben kann: Ein junger Mann und Jesus sitzen auf einer Bank. Der junge Mann sagt: "Hör mal... warum läßt Du all das Schlechte und Böse in der Welt zu?" Jesus sagt: "Ey, cool! Genau das wollte ich Dich auch gerade fragen." 

Will sagen: Natürlich gibt es unerklärliche Dinge, unverdiente Schicksalsschläge usw. Aber an vielem - u.a. dem Hunger in der Welt - tragen wir auch selbst Schuld. 

Ich finde, Sie machen das schon genau richtig. Sie haben Gottes Ruf vernommen und suchen Ihn. Wie man ein guter Christ wird? Abgesehen davon, daß Ihre/unsere Kirche den regelmäßigen Besuch der Heiligen Messe empfiehlt, haben wir die Richtschnur in der Bibel. Halten Sie die Zehn Gebote, so gut es geht, und denken Sie an das Doppelgebot der Liebe: Liebe Gott mit aller Kraft und Deinen Nächsten wie Dich selbst. Nicht immer einfach, räume ich ein 😉 

sinnombre antworten
8 Antworten
Tamaro
 Tamaro
(@tamaro)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 1743

@sinnombre 

 

Hallo sinnombre und herzlich willkommen in diesem Forum!

 

Ich finde, Sie

Hier sind wir eigentlich alle per Du... 🙂  Du darfst dich also zurücklehnen, entspannen und ein bisschen wie zuhause fühlen! ☕ 

 

tamaro antworten
SinNombre
(@sinnombre)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 19

@tamaro Ich bevorzuge das Sie. Ich kenne hier niemanden persönlich (nehme ich an) und das Sie drückt Respekt aus, soll es wenigstens, wenn ich es benutze. Wen's stört - keine Sorge, ich werde hier nicht viele Beiträge reinsetzen 🙂

sinnombre antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 19099

@sinnombre 

Ich bevorzuge das Sie. Ich kenne hier niemanden persönlich (nehme ich an) und das Sie drückt Respekt aus,

In so einem Forum kommt es eher unhöflich rüber, wenn sich alle duzen und Du der einzige bist, der auf dem "Sie" besteht 😊 

tristesse antworten
SinNombre
(@sinnombre)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 19

@tristesse Ich bestehe nicht drauf, daß man mich siezt.

sinnombre antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 19099

@sinnombre 

Ich bestehe nicht drauf, daß man mich siezt

Aber Du bestehst darauf, uns zu siezen und das kann man als unhöflich auslegen.

Wenn man will 😉 

tristesse antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 21570

@tristesse 

In so einem Forum kommt es eher unhöflich rüber, wenn sich alle duzen und Du der einzige bist, der auf dem "Sie" besteht

Ich empfinde das nicht als unhöflich, lediglich als etwas altertümlich.

Unhöflich wäre es, wenn jemand umgekehrt darauf besteht, gesiezt zu werden, obwohl das den gängigen Regeln in Internetforen widerspricht. Aber das ist hier ja ausdrücklich nicht der Fall.

Wie gesagt, nur mein Empfinden...

lucan-7 antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 19099

@lucan-7 

Wie gesagt, nur mein Empfinden...

Ich muss das Thema auch nicht weiter ausbreiten 😉 

tristesse antworten
Tamaro
 Tamaro
(@tamaro)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 1743

@sinnombre 

 

Ich bevorzuge das Sie.

Ok, kein Problem, solange ich dich duzen darf. 🙂

 

keine Sorge, ich werde hier nicht viele Beiträge reinsetzen

Es hätte mich jetzt eher gefreut, von dir mehr zu lesen, als Sorge bereitet. 🙂 

 

tamaro antworten
Monifere
Beiträge : 53

Jeder, wie er sich wohlfühlt...und jemanden ins Duzen zwingen ist auch unhöflich...

 

Liebe Sternschnuppe, du kannst einen neuen Weg beschreiten durch deine Erlebnisse.

Dass das erstmal Angst macht, kann ich verstehen, aber wenn der gute Hirte sein Schäfchen ruft...

Hattest du denn vorher keine Angst? 

Nimm die Hand, die Jesus dir liebevoll entgegenstreckt, du brauchst dafür keine Leistung vollbringen und Bibelstellen aufsagen.

DU BIST GENUG

monifere antworten


Sternschnuppe99
Themenstarter
Beiträge : 2

Vielen Dank an alle, die mir geantwortet haben. Das hat mir sehr geholfen.🙏🏽

sternschnuppe99 antworten
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