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Postzustellung

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schreiberin
Themenstarter
Beiträge : 503

Hallo zusammen,

mal ne Frage zur Post / DHL...

Kommt bei Euch auch so wenig Post an bzw. geht einiges verloren?

Was kann man dagegen tun? Habe jetzt schon mal was mit Hermes geschickt...

Da ist das Porto schon nicht gerade preiswert und dann geht auch noch was verloren. 😫 

Bin gespannt auf Eure Erfahrungen.

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Jack-Black
Beiträge : 6270

@schreiberin Hier auf dem Lande kommt die Post eigentlich immer irgendwann an. Auch wenn eine Postkarte aus Italien schon mal drei Wochen dauert... Als ich noch in der Großstadt wohnte, hatte ich ein paar Mal Probleme damit, dass per DHL versendete größtere Lieferungen (ein Rad, ein Spezialschrank...) nicht bei mir, sondern irgendwo in der Nachbarschaft (Firmen, die viele Paketzustellungen bekamen) abgeliefert wurden. Die Benachrichtigungen dazu waren mal falsch, mal gar nicht in meinem Briefkasten gelandet. Aber dank guter Beziehungen zu den Nachbarn klärte sich das alles dann immer nach ein, zwei Tagen auf.

Aber die Überschrift triggert mich gerade, weil ich vor zwei Wochen etwas ganz Tolles erlebte: In meinem Briefkasten fand ich eine Postkarte von meinem sehr geliebten, aber längst verstorbenen Großvater, die er mir und meinem Bruder einst von einem Museumsbesuch in Stuttgart schickte. Sogar mit genauem Datum: Mai 1976. Die war also über 50 Jahre unterwegs gewesen. Warum hatte die sooo lange gebraucht? Meine Theorie ging dahin, dass damals, weil die Adresse etwas falsch geschrieben war (eine Hausnummer, die es in unserer Straße überhaupt nicht gab und ein falscher Buchstabe im Straßennamen), die Post es nicht hingekriegt hatte, die gemeinte Adresse herauszufinden. Also - so meine Theorie weiter - hatte man die Postkarte erstmal auf den Haufen mit den zu klärenden Sendungen gelegt und dort war sie immer weiter nach unten gewandert. Bis nun - der KI sei Dank! - es endlich gelang, trotz zwischenzeitlicher Änderung der Postleitzahlen doch noch herauszukriegen, für wen diese Urlaubsgrüße gedacht waren. Ich war total begeistert von dieser Hartnäckigkeit unserer Deutschen Post und wollte mich bei der zuständigen Abteilung bedanken. Leider gibt es irgendwie keine Möglichkeit, mal eben nach dieser zuständigen Abteilung zu googeln, es gibt zwar irgendwelche Kontaktadressen, die aber dann auch eher für Reklamationen etc. zuständig sind oder bei denen man unter unterschiedlichen Gründen für die Kontaktaufnahme wählen muss, die keine Rubrik "Danksagungen" enthalten... Also passte ich unseren Postboten ab, um ihm persönlich den Dank auszurichten - auf dass er den dan weitergeben möge an die Zuständigen...

Er konnte sich nicht erinnern, die Karte bei uns eingeworfen zu haben. Vielleicht ein Kollege? Wir rechneten gemeinsam zurück. Nein, an dem Tag, als ich die Karte gefunden hatte, hatte er Dienst gehabt. Hhmm. Komisch. Meine Theorie, dass jetzt mit KI alte, nicht zustellbare Sendungen neu ihren Adressaten zugeordnet würden, konnte er erstmal nicht bestätigen, davon hatte er jedenfalls nix mitbekommen.

Na gut, dann war also ein kleines Wunder geschehen. Oder die Karte hatte schon ein, zwei Tage unbemerkt im Kasten gelegen (passiert schon mal) und war doch von seiner Kollegin eingeworfen worden. Er versprach, bei der mal nachzufragen. War ein sehr schönes Gespräch mit ihm, und er erschien auch erfreut, mal so ein fröhlich-dankbares Kundengespräch führen zu können (auch, wenn die Zeit natürlich drängte...).

Diese Postkarte war übrigens, wie ich nachrechnete, das letzte Lebenszeichen meiner Großmutter an uns, ihre Enkel. Sie hatte nämlich - ganz klein und quer auf dem Rand der ohnehin schon sehr eng von meinem Opa in seiner für uns Kinder extra angelernten lateinischen Handschrift vollgeschriebenen Karte, noch Grüße an uns angefügt. Von der letzten Reise, die sie noch mitgemacht hatte - danach war sie ins Krankenhaus gekommen und relativ rasch an Lungenkrebs gestorben. Irgendwann im August/September. Na, wenn das nicht ein zusätzlicher Wunder-Aspekt war: dass ihr letztes Lebenszeichen so ziemlich genau ein halbes Jahrhundert nach ihrem Ableben bei uns eintraf?! Fast war ich versucht, an Höhere Mächte zu glauben, die mir da irgendeine Botschaft übermitteln wollten. Mein Bruder, dem ich natürlich davon erzählte, war auch total begeistert. Meine Mutter ebenso - sich durchforstete ihre Tagebücher und bestätigte, dass Oma und Opa tatsächlich damals auf einem Verwandtenbesuch in Stuttgart waren. Auch wenn die Episode, dass mein Opa sich - er berichtete auf der Postkarte davon - die Hand "böse in einer Autotür zerquetscht" habe, sich durch ihre TB-Einträge nicht verifizieren ließ. Jedenfalls: krass, oder? Damals hätte uns diese Postkarte, wäre sie rechtzeitig angekommen, kaum so aus dem Häuschen gebracht. Jetzt, fünfzig Jahre später, freute ich mich tagelang darüber und hatte Anlass, alle möglichen Erinnerungen an meinen Opa nochmal rauszukramen, ebenso wie die Briefe, die er mir später, als ich während meiner Zivi-Zeit viel Zeit für sowas hatte, in unserer ausgedehnten Korrespondenz schrieb.

 

 

 

 

 

Eine Woche später rief mich ein guter Freund an. Dem hatte ich zu seinem 55-jährigen Geburtstag, da mir nichts Besseres (die Leute haben ja schon immer alles...!) einfiel, für seinen etwas speziellen Sohn (seeeehr ruhig und kontaktscheu, aber hochintelligent und eine absolute Leseratte) die gesamte Kollektion meiner alten "Was ist Was"-Bücher geschenkt. Dieser Knabe, statt, wie andere Jungs seines Alters es wohl getan hätten, diese doofen, schon etwas seltsam riechenden Bücher beiseite zu tun, oder als Sitz-Stapel beim Daddeln auf der Konsole zu verwenden, hatte sich dran gemacht und die Bücher der Reihe nach gelesen. Und war nun irgendwann bei dem Band über Dinosaurier gelandet. Meinem damaligen Lieblingsband: ich konnte schon Triceratops und Tyrannosaurus rex voneinander unterscheiden, bevor das kleine Einmaleins in der Schule dran kam. An der Stelle, wo der Kampf zwischen Triceratops und Tyrannosaurus rex beschrieben wird - an der Stelle hatte ich als kleiner Junge ein Lesezeichen reingesteckt: die Postkarte meines Opas - auf deren Bildseite ein Dinosaurierskellet zu sehen war aus jener Ausstellung, die Oma und Opa damals in Stuttgart besucht hatten. Mein Freund hatte mir diese Karte, da er gerade in der Gegend war, persönlich vorbeigebracht, mich aber nicht daheim vorgefunden, und sie also einfach in den Briefkasten geworfen. Damit war das Post-Wunder entzaubert. Schade eigentlich. Aber gut, dass ich nicht schon, wie ich's in meiner ersten Begeisterung in Erwägung gezogen hatte, mit dieser "Wundergeschichte" zur örtlichen Tageszeitung gerannt war...

Falls es wen interessiert: 40 Pfennige kostete damals das Postkarten-Porto. 🙂

 

 

 

 

 

 

 

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neubaugoere
Beiträge : 19238

@schreiberin 

Ich bekomme von natur aus sozusagen wenig Post. Bisher ist - meine ich - alles angekommen bei mir und von mir zu anderen auch. Nicht mehr wie früher in Berlin am nächsten Tag, sondern innerhalb 3 oder 4 Tage, aber das hatte die Post ja angekündigt.

Mein letztes Päckchen gab ich Donnerstag vormittag im kleinen Spätshop um die Ecke ab (die sind auch meine feste Lieferadresse (Umleitung) für DHL-Sachen), und es war am nächsten Tag schon bei meiner Familie an der Ostseeküste. Da hab auch ich gestaunt. Ich hab nächste Woche wieder ein Päckchen, mal sehen, ob das auch so flott unterwegs ist.

neubaugoere antworten
2 Antworten
schreiberin
(@schreiberin)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 503

@neubaugoere 

ich habe vor Jahren mal was nach Wyck auf Föhr geschickt, das war den nächsten Tag da (Montags abgeschickt)...

habe am gleichen Tag was abgeschickt nach Ahrensburg (Nähe Hamburg) - kam erst Donnerstag an.

da fehlen mir echt die Worte...

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neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19238

@schreiberin 

Alles eine Frage der Logistik, der Transportwege und der Abläufe bei der Zustellung.

neubaugoere antworten
Adjutante
Beiträge : 3554

@schreiberin 

Bei uns ist der Briefkasten immer nur mittwochs rappelvoll.

adjutante antworten
1 Antwort
schreiberin
(@schreiberin)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 503

@adjutante 

hier ganz unterschiedlich

 

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