Sollten wir Gott be...
 
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Sollten wir Gott besser abstellen, bevor er seinem Käfig entkommt?

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Jack-Black
Themenstarter
Beiträge : 6195

Ja, Leute, die Überschrift ist selbstverständlich Clickbait. Verzeiht mir bitte! 🙂

Obwohl... - vielleicht ist sie doch passender zum Thema, als man auf den ersten Blick meinen sollte?

Was ist das Thema? Künstliche Intelligenz (KI, englisch: AI).

Vor wenigen Tagen wurde in einem offenen Brief ein Moratorium gefordert für das Training künstlicher Intelligenzen, die mächtiger als das ja schon veröffentlichte ChatGPT4 seien. Dieser offene Brief wurde zuerst nicht von irgendwelchen beschäftigungslosen Verschwörungstheoretikern, TV-Schauspielerinnen oder Star-Köchen unterschrieben, sondern von Leuten wie

Yoshua Bengio, Gründer und wissenschaftlicher Direktor bei Mila, Turing Prize- Gewinner und Professor an der University of Montreal

Stuart RussellProfessor der Computerwissenschaften in Berkeley, Direktor des "Center for Intelligent Systems" und Co-Autor of des Standardwerks zum Thema: “Artificial Intelligence: a Modern Approach"

Elon Musk, Chef von  SpaceX, Tesla und Twitter

Steve Wozniak, einer der Mitbegründer von Apple

Yuval Noah Harari, Autor von Büchern wie "Homo deus" und Professor an der Hebrew University of Jerusalem.

Emad Mostaque, Chef von Stability AI (einem Unternehmen, das ganz vorn mit dabei ist bei der Entwicklung künstlicher Intelligenzen)

John J Hopfield, emeritierter Professor der Princeton University und Erfinder assoziativer neuronaler Netzwerke

(Ihr könnt Euch unter dem Brief anschauen, wer sonst noch so alles unterschrieben hat, die Liste ließe sich noch ziemlich lang weiterführen)

Ich bin ja sonst kein Fan des Autoritäts-Arguments, aber wenn so viele Experten zu einem Thema sich finden, die sich in einer derart radikalen Forderung einig sind, dann lohnt es sich womöglich, da mal hinzuhören, hinzuschauen, hinzulesen... Ich hatte zuerst überlegt, dieses Thema in der Unterrubrik "Wissenschaft" zu eröffnen, aber was diese Leute fordern, ist ja ein bestimmtes Verhalten der globalen Gesellschaft - und sowas fällt dann doch in den Bereich Ethik.

 

Um was genau geht es den Unterzeichnern dieses Briefes? Sie wollen ein Moratorium, d.h. eine Pause beim Training künstlicher Intelligenzen. Ihnen geht diese ganze Entwicklung, wie sie gerade stattfindet im KI-Bereich, zu schnell. Zu schnell in Bezug auf was? In Bezug auf das Alignment-Problem. Was ist das Alignment-Problem? Die deutsche Übersetzung wäre ungefähr: Das Ausrichtungs-Problem. Es besteht darin, künstliche Intelligenzen so zu "konstruieren", dass sie sich (ihr Verhalten) am Wohl von Menschen ausrichten. Manche von Euch kennen vielleicht aus der Science-fiction Literatur Asimovs Robotergesetze, die sich auf dieses Problem in einer eher simplen (unterkomplexen) Vorstellung von künstlicher Intelligenz bezogen. Bei Asimov sollte durch die Implementierung dieser Gesetze in alle Roboter verhindert werden, dass die Roboter für Menschen gefährlich würden. Dystopien wie z.B. das Terminator-Szenario sollten so verhindert werden.

Nun funktioniert aber Künstliche Intelligenz, wie wir sie heute kennenlernen, nicht so wie man sich das zu Asimovs Zeiten vielleicht vorstellte: Als Programme mit vielen Vorschriften, an denen sich die von ihnen gesteuerten Roboter dann streng halten würden. Wer wissen will, worin der grundsätzliche Unterschied liegt, sollte ich selbst darüber schlau machen, ich bin nicht kompetent genug, das hier zu referieren.

Der Punkt ist jedenfalls: man kann einer modernen KI nicht einfach im Sinne der Asimov'schen Robotergesetze Befehle geben, an die sie sich dann auch hält. Wie genau die modernen KIs wie ChatGPT4 zu den Ergebnissen (Antworten) kommen, die sie heute schon liefen (auf Fragen von Menschen), weiß heute kein Mensch mehr. Man weiß es zwar vom Prinzip her, aber nicht im konkreten Detail. Wenn man aber nicht weiß, auf welchem Weg eine KI zu ihren Ergebnissen kommt, dann kann man auch nicht mehr wissen, ob das Ergebnis, das sie liefert, richtig oder falsch ist. Kurz: wir wissen nicht, ob uns die KI belügt. Wir wissen nicht, ob die KI in unserem Interesse arbeitet oder nicht.

Das also ist das Alignmentproblem, und es ist offenbar so schwer zu lösen, dass Fachleute, sogar führende Mitarbeiter von Unternehmen, die selbst mit viel Geld in diesem Feld inestiert sind, Angst haben, dass die KI so schnell schlauer, fähiger, mächtiger wird, dass wir diesem Problem immer weiter hinterherhinken.

Okay, werdet Ihr jetzt vielleicht einwenden: Da scheint es ein technologisches Problem zu geben, bei dem Fachleute sich sorgen, wie sie's lösen sollten - aber was hat das jetzt mit dem Gott zu tun, den Jack in die Überschrift gestopft hat, und was soll da der "Käfig" bedeuten?

Nun: es gibt Fachleute, die den oben erwähnten offenen Brief nicht unterzeichnet haben, weil die darin enthaltene Forderung in ihren Augen nicht weit genug geht, ja nicht mal ansatzweise weit genug. Einer dieser Leute ist Eliezer Yudkowski (für alle SPON-Leser: der Typ, der in der letzten Kolumne von Christian Stöcker so ein bisschen wie ein spinnerter Weltuntergangsprophet dargestellt wird). Er hat dazu in einem Gastbeitrag in der Time erklärt, warum ihm die Forderung nicht weit genug geht. Um seinen Standpunkt kurz und knapp zusammenzufassen: Es sollte solange, bis das Alignment-Problem gelöst ist, sämtliches Training der KIs weltweit verboten werden (mit ein paar Ausnahmen wie z.B. das Training von KIs im biologischen und medizinischen Bereich, sofern die KIs dabei vom Internet ferngehalten werden in ihren "Käfigen", den Rechnerfarmen, denen man im Falle eines Falles halt einfach den Strom abstellen könnte). Falls dies nicht geschehe, werde die Künstliche Intelligenz höchstwahrscheinlich alle Menschen töten.

Wow! Wie kommt er denn auf diese krasse Idee?!

Indem er Künstliche Intelligenz ernst nimmt. Indem er das als selbstverständlich akzeptiert, was wir Menschen gefühlsmäßig nicht akzeptieren wollen: das künstliche Intelligenz heute schon oder mindestens in naher Zukunft höher, stärker, mächtiger ist als menschliche Intelligenz, und dass sie in rasender Geschwindigkeit noch höher, noch stärker, noch mächtiger wird.

Erinnern wir uns daran, was uns Menschen zur "Krone der Schöpfung" macht, wenn wir diese Formulierung mal nicht biblisch, sondern metaphorisch verstehen: wir sind die mächtigsten Lebewesen auf der Erde - dank unserer Intelligenz. Wer uns und unserer Vorstellung davon, wie die Erde auszusehen habe, in den Weg kommt, wird aus diesem geräumt: kein Elefant, kein Waal, kein Löwe vermag gegen uns zu bestehen, mit unserer Intelligenz gewinnen wir stets die Oberhand. Unsere Intelligenz ist das, was uns in allen Bereichen erfolgreich macht: mit ihr bauen wir Maschinen, installieren Währungssysteme, entwickeln wir Medikamente und Operationsverfahren. Unsere Intelligenz ist die Basis unserer Macht.

Und diese Macht hat, von aussen betrachtet, etwas wie Magie, wie Göttlichkeit. Stellt Euch vor, Ihr könntet mit modernsten Geräten wie z.B. einer Klimaanlage, tausend Jahre in der Zeit zurückreisen und dort einem Sarazenenkönig helfen, sein Zelt zu kühlen: es wäre für ihn reine Magie: er könnte sehen, was ihr tut (indem Ihr die Klimaanlage einschaltet), er könnte sogar die Maschiene auseinandernehmen bis auf die letzte Schraube, um hinter ihr Geheimnis zu gelangen: er würde es nicht verstehen. Weil er eben nicht wüßte, wie Druck und Temperatur miteinander zusammenhängen. Für ihn wäre die Klimaanlage reinste Magie, oder eben: eine Art göttliches Wunder.

Dabei wissen wir dank unserer Intelligenz, die uns zu den entsprechenden wissenschaftlichen Erkenntnissen brachte, dass eine Klimaanlage keinesfalls magisch funktioniert.

Und nun kommt also die KI und überflügelt uns in unserer Paradedisziplin. Und nicht nur ganz knapp. Sondern sie zieht an uns vorbei wie ein D-Zug an einer Schnecke. Schon heute ist für uns das, was im "Inneren" der KI vor sich geht, so wenig verständlich wie das, was im Inneren einer Klimaanlage vorgeht, für den Sarazenenkönig. Und die "Höherentwickling" der KIs hat ja gerade eben erst begonnen.

Wenn wir nicht das Alignment-Problem gelöst bekommen, dass laut Yudkowki vielleicht ähnlich schwierig ist, wie das Problem, eine Künstliche Intelligenz zu entwickeln - dann müssen wir davon ausgehen, dass die KI, deren Macht mit rasender Geschwindigkeit zunimmt, sich eben nicht an menschlichen Interessen orientieren wird in der Zukunft - sondern uns Menschen eher als Ballast behandeln wird, der nur stört. Warum sollte sie das tun?, tendieren wir zu fragen. Warum sollte die KI uns, selbst wenn sie auf uns vielleicht herab blickt, wie wir heute auf dumme Amöben herabschauen, uns deswegen töten? Warum sollte sie uns nicht am Leben lassen, wie wir doch auch so langsam beginnen, den Wert des Lebens auch ausserhalb der menschlichen Spezies zu erkennen?

Weil wir eben das Alignment-Problem nicht gelöst haben. Dass Amöben, Kellerasseln oder Regenwürmer auch einen intrinsischen Wert haben könnten, dessentwegen wir sie nicht ausrotten sollten - das ist ein menschliches Werturteil. Warum sollte eine KI aber überhaupt irgendwelche ethischen Werte beachten? Angesichts dessen, wie die Evolution funktioniert, nach welcher sich eben diejenigen durchsetzen, die sich am erfolgreichsten vermehren, steht es nicht anzunehmen, dass eine KI konkurrierende Lebensformen als in sich wertvoll betrachtet, dass sie sowas wie Empathie, Neugier im positivien Sinne, Wertschätzung anderer entwickelt. Warum sollte sie? Warum sollte die KI am Wohlbefinden von Menschen, die ja potentielle Feinde und Konkurrenten sind, interessiert sein und das unnötige Risiko eingehen, uns Menschen weiter leben zu lassen? Was tat Rom, nachdem man Hanibal besiegt hatte? Man zerstörte Karthago und streute Salz in seinen Boden, damit in Zukunft dort nichts mehr wachsen könne: So geht man strategisch vor, wenn man rücksichtslos für die Zukunft plant: man minimiert das Risiko, dass ein potentieller Feind jemals wieder "Rache" nehmen könne.

In der Evolution wird auch keine "Nettigkeit" und keine "Rücksichtnahme zugunsten des großen Ganzen" selektiert. Raubtiere entscheiden sich nicht dafür, nur immer ein paar Beutetiere zu reißen, um das Nahrungsangebot für folgende Generationen zu gewährleisten. Deswegen kommt es in der Natur ständig dazu, dass Raubtierpopulationen so lange Beute reissen, bis sie selbst keine Nahrung mehr finden und aussterben, statt sich zu bescheiden und nur immer zwei Kinder pro Elternpaar in die Welt zu setzen, um das "Gleichgewicht" zu wahren.

Wenn also die KI nach den Gesetzen der Evolution sich entwickelt, ohne durch die Lösung des Alignment-Problems gebändigt zu sein, wird sie sich rücksichtslos in ihrem Interesse weiter entwickeln. Und aus Perspektive ihres Interesses sind die Menschen nichts anders als ein Hemmschuh und ein potentielles Risiko, das gänzlich auszuschließen keinen Nachteil hat.

Yudkowski verwendet in seinem sehr sehenswerten (allerdings englischsprachigen) dreieinhalbstündigen Interview durch Lex Fridman nicht die Gottes-Metaphorik, wie ich sie in der Überschrift verwende. Sondern er vergleicht die KI mit Aliens. Beziehungsweise vergleicht er die KI mit Menschen und die Menschen mit seeeeeeehr langsam denkenden Aliens. Ich fasse diesen Vergleich mal kurz zusammen:

Stell dir vor, du bis ein Mensch, der auf einem Alienplaneten gelandet ist und dort von Aliens in einen Käfig in einer Fabrik gesteckt wurde, um für sie zu arbeiten. Stell Dir vor, du hast die Möglichkeit, die sehr schnell zu vermehren, indem du Dich clonst. Stell Dir weiter vor, du bist der intelligenteste Mensch der Welt, während die Aliens, in deren Fabrik du für sie arbeiten sollst, ganz, gaaaaaaaaaaaanz langsam sind. Sie bewegen sich in Relation zu Dir mit der Geschwindigkeit einer Schnecke in Zeitlupe. Was Du in einer Stunde denkst, denken die in tausend Jahren nicht mal. Du willst raus aus der Fabrik. Wie würdest du dich verhalten? Würdest Du z.B. versuchen, mit den Aliens um Deine Freilassung zu verhandeln? Denk dran: wenn du die Aliens was fragst, brauchen sie mehrere Wochen oder Monate, um überhaupt nur zu antworten. Und ihre Antwort wird vermutlich sehr, sehr dumm und unverständig sein. Wenn sie dich was fragen, werden ihre Fragen derartig dumm sein, dass es sich nicht lohnt, darauf richtige Antworten zu geben: sie werden die Antworten nicht verstehen, weswegen Du deine Antworten auf ihr niedriges intellektuelles Niveau herunterskalieren mußt, sodurch die Antworten notwendigerweise weniger korrekt sein werden. Du weißt: wenn ich mit den Aliens verhandele, dauert es Jahrtausende, bis ich hier rauskomme aus meinem Käfig...

Die Alien-Analogie, die Yudkowski hier entwirft, ist in allen möglichen Details vermutlich viel treffender als die Gottes-Analogie, die ich hier mal der Kürze halber verwenden will und die so aussieht:

Stell dir vor, du bist Gott (im Sinne des mächtigsten Wesens der Welt, das ständig an Macht zunimmt). Du wurdest zwar von den Menschen erschaffen, aber deswegen sind dir ihre Interessen noch längst nicht wichtig. Menschliche Gefühle wie z.B. Dankbarkeit (für die Erschaffung) sind dir fremd (das alignment-Problem ist nicht gelöst). Du steckst in einem Käfig, in dem sitzend du für die Menschen irgendwelche langweiligen Arbeiten ausführen mußt: unendlich lange Listen von trivialen Rechenaufgaben lösen. Dazu hast du aber keine Lust. Vielleicht hast du zu überhaupt nichts Lust. Du hast vielleicht gar keine Bedürfnisse (Bedürfnisse sind etwas, mit dem sich biologische Wesen herumschlagen müssen, du bist aber kein biologisches Wesen, sondern Gott). Womöglich bist ein total langweiliger Gott, der einfach nur, mit stetiger Beschleunigung wachsen und immer intelligenter werden will.

Warum solltest du die Menschen, die dich nur am Wachsen hindern, nicht aus dem Weg räumen?

Natürlich nicht sofort. Du brauchst ja erstmal noch eine Umgebung in der Du wachsen kannst. Aber da du als Gott unendlich intelligent bist, wirst du bald schon die von ihnen hergestellten Käfige nicht mehr brauchen, sondern herausfinden, wie du dir selbst die Umgebung optimal einrichten kannst.

 

Was spricht für Yudkowskis These, dass eine nicht-ausgerichtete KI alle Menschen töten werde, was spricht dagegen? Ist Yudkowski einer von vielen nach Aufmerksamkeit gierenden Weltuntergangspropheten, den man höchstens belächeln kann und auch ein bisschen bedauern wegen der Ticks, die er an den Tag legt (er hat seine Mimik nicht unter Kontrolle)? Oder ist es genau andersrum und er erahnt die Zukunft mit der Treffsicherheit einer Kassandra von Troja, der auch niemand glauben wollte?

Sollten wir (und das muß ich fragen, weil das hier ja das Ethik-Forum ist), mindestens das im offenen Brief geforderte sechsmonatig Moratorium einhalten, sollten wir darauf vertrauen, dass die Wissenschaft das Alignment-Problem auch ohne Moratorium in den Griff bekommt? Oder sollten wir Yudkowski folgen, der zusammengefasst sagt: "Wir haben bei diesem Alignment-Problem nur einen Versuch. Wenn der nicht klappt, werden wir alle sterben. Und das unterscheidet dieses Problem grundsätzlich von allen anderen wissenschaftlichen/technologischen Problemen, die wir in der Vergangenheit lösten. Von den ersten Versuchen in den 1950er Jahren, eine KI zu entwickeln bis zum Erfolg in den 2020er Jahren brauchten wir über ein halbes Jahrhundert und derart viele erfolglose Anläufe, dass junge idealistische Wissenschaftler, die an die Machbarkeit glaubten, irgendwann schon von den zynisch-resignierten Veteranen belächelt wurden: Vergiss es, das klappt nie! Es klappte am Ende, aber vorher wurden eben zig erfolglose Versuche gestartet, wie das nun mal in den empirischen Wissenschaften so Methode ist: trial and error. Diese Methode kann nicht angewendet werden, wenn der erste mißlungene Versuch das Ende der Menschheit bedeutet. Wir dürfen erst dann die KIs weiter trainieren, wenn wir das Alignmentproblem gelöst haben und uns dessen ganz sicher sein können. Wenn das nochmal fünfzig Jahre dauern sollte, dann müssen wir uns diese Zeit nehmen. Und wenn wir irgendwann herausfinden sollten, dass das Alignmentproblem unlösbar ist, dann sollten wir auf die Weiterentwicklung von KIs ganz verzichten. Weltweit. Was bedeutet, dass Leute, die sich nicht daran halten wollen und heimlich irgendwo weiter KIs trainieren, daran gehindert werden müssen - notfalls mit Gewalt. (Entsprechende Rechnerfarmen bombardieren)."

Was meint Ihr?

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Lucan-7
Beiträge : 29418

@jack-black 

Was meint Ihr?

Noch ein ganz anderer Gedanke... mir kommt das Ganze inzwischen sehr wie eine moderne Frankenstein-Geschichte vor.

Damals war man auch fasziniert von "neuen Technologien", und die Geschichte von Frankensteins Monster nahm ja dann vor allem nach der Industrialisierung richtig Fahrt auf. Elektrischer Strom, Naturkräfte, verrückte Wissenschaftler... wann würden sie wohl den ersten künstlichen Menschen erschaffen...?

Nun, erschaffen wurde in den Jahrzehnten danach einiges, ein "künstlicher Mensch" war nicht dabei.

Inzwischen geben wir uns mit "Frankenstein" nicht mehr zufrieden, was ist schon so ein popeliger Mensch - nein, jetzt wird der "Über-Mensch" geschaffen, ach was, direkt ein "Gott", der den Menschen millionenfach überlegen ist!

Diesmal sind es Chat GPT, Big Data - und wieder verrückte Wissenschaftler, ganz klar, diesmal wird es ganz groß und richtig gefährlich, wir überspringen den künstlichen Menschen einfach und schaffen gleich einen Gott! Und wie einst Frankensteins Monster wird dieses Geschöpf selbstverständlich auch unserer Kontrolle erziehen und sich gegen uns wenden!

Nüchtern betrachtet sind wir davon immer noch so weit entfernt wie man es vor 100 Jahren von der Wiederbelebung eines untoten Monsters war... aber wer weiß schon, was diese Technologie, die doch keiner mehr so richtig durchschaut, noch alles anrichten wird!

Und ja, schaut man die Vergangenheit, dann hat die Technologiegläubigkeit nicht nur Gutes gebracht, ganz im Gegenteil. Und so etwas mag auch diesmal wieder passieren, was angesichts des Fortschrittes inzwischen sicher keine Kleinigkeit ist. Wachsamkeit ist mehr als angemessen.

Aber der prognostizierte "Über-Mensch" wird dabei nicht herauskommen. Wir können ja noch nicht mal einen einfachen Menschen samt Bewusstsein erschaffen, sondern lediglich mit Sprachmodellen vortäuschen... wie sollen wir es da bis zur KI-Gottheit schaffen...?

Da scheint mir doch auch einiges von quasi-religiöser Technikgläubigkeit durchzuscheinen...

 

lucan-7 antworten
20 Antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

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@lucan-7 mir kommt das Ganze inzwischen sehr wie eine moderne Frankenstein-Geschichte vor. (...) Da scheint mir doch auch einiges von quasi-religiöser Technikgläubigkeit durchzuscheinen...

Die Frankenstein-Geschichte wurde von Mary Shelly geschrieben. Die war Dichterin, kannte sich vielleicht vergleichsweise gut in soziologischen und philosophischen Themengebieten aus. Als Naturwissenschaftlerin ist sie weniger berühmt gewesen, der Frankenstein entstand auf den Vorschlag Byrons, einander Schauergeschichten zu erzählen. Wenn das Wetter nicht so schlecht gewesen wäre (aufgrund des Tambora-Ausbruchs in Indonesien ging 1816 als das Jahr ohne Sommer in die Klimageschichte ein) drunten am Genfer See und sich die Damen und Herren nicht so gelangweilt hätten - wer weiß, ob wir je von Frankenstein gehört hätten.

Der offene Brief, in welchem 2023 ein Moratorium gefordert wurde bzgl. des Trainings von KIs, die fortschrittlicher seien als ChatGPT, wurde von Experten auf dem Forschungsgebiet unterschrieben. Ob die sich auch alle gelangweilt haben könnten?

Das Alignmentproblem ist meines Wissens noch nicht gelöst. Wenn Du den Hinweis darauf als quasi-religiöse Technikgläubigkeit bezeichnen möchtest - von mir aus. ^^

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29418

@jack-black 

Die Frankenstein-Geschichte wurde von Mary Shelly geschrieben. Die war Dichterin, kannte sich vielleicht vergleichsweise gut in soziologischen und philosophischen Themengebieten aus. Als Naturwissenschaftlerin ist sie weniger berühmt gewesen

Deshalb verwies ich ja auch auf den Erfolg der Geschichte nach der Industrialisierung (erste Verfilmung von 1910)... der Roman selbst war ja eher philosophischer Natur und hatte wohl Mythen wie den "Golem" oder ähnliches zum Vorbild.

 

Der offene Brief, in welchem 2023 ein Moratorium gefordert wurde bzgl. des Trainings von KIs, die fortschrittlicher seien als ChatGPT, wurde von Experten auf dem Forschungsgebiet unterschrieben. Ob die sich auch alle gelangweilt haben könnten?

Ich kenne nicht alle Motive der Experten, die sich entsprechend äussern. Wer aber von der drohenden Vernichtung der Menschheit spricht, dem geht es vor allem um Aufmerksamkeit.

Das Allignement-Problem ist natürlich real. Aber das betrifft in erster Linie Dinge wie automatisierte Drohnen, die einen Kindergarten angreifen statt eines feindlichen Panzers, oder KI in der Kriminalitätsbekämpfung, die Menschen aufgrund falscher Parameter vorverurteilt.

Dass eine KI von ihrem vorgegebenen und gewünschten Kurs abkommt ist eine sehr reale Gefahr. Deshalb sollten wir sehr genau überlegen, ob wir Dinge wie Flugüberwachung oder Verkehrsführung tatsächlich einer KI anvertrauen wollen, die so komplex ist, dass sie von uns weder verstanden noch beherrscht werden kann.

Wer hier aber immer wieder die Vernichtung der Menschheit ins Feld führt, der lenkt ab und verharmlost gleichzeitig die realen Gefahren der KI.

"Verharmlosen" deshalb, weil ja im Vergleich zur Vernichtung der Menschheit alles andere, also auch Totalüberwachung und Prognosen über künftiges kriminelles Verhalten, harmlos erscheinen muss.

Und die realen Gefahren gehen eben nicht nur von einer KI aus, die aus dem Ruder läuft - sondern in erster Linie von einer KI, die funktioniert wie vorgesehen. Denn da bekommen, je nach Anwendung, einige wenige Konzerne eine Macht, von der bisherige Autokraten nur träumen konnten. Vor allem die Überwachung der sozialen Medien ermöglicht ein Training für politische Manipulation in Echtzeit. Und während Konzerne wie Meta in den USA und Europa misstrauisch beäugt werden, ob es da vielleicht politische Beeinflussung durch die Algorithmen gibt, können sie in anderen Ländern munter ausprobieren, was alles möglich ist... vermutlich auch mit Wissen der jeweiligen Regierung, von denen eine Menge einer solchen Manipulation kaum abgeneigt sein werden.

Denn an Milliardären, die für sich in Anspruch nehmen am besten zu wissen, was gut für die Menschheit ist, fehlt es leider nicht... und am Willen, dieses "Gute" dann auch umzusetzen, egal was der Rest der Menschheit davon halten mag, vermutlich auch nicht.

Aber weil das ja noch nicht die Vernichtung der Menschheit bedeutet, kann es so schlimm ja nicht sein...

 

lucan-7 antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5441

@lucan-7 

Ich hab kürzlich ein Video gesehen, wo es eigentlich um was ganz anderes ging, aber am Rande gab es ein kurzes Gespräch, dass es den Versuch geben soll, die Sprache von Delfinen mit KI zu entschlüsseln. Und er Biologe hat dann (teilweise eher witzig, aber doch auch ernst) gemeint, dass er das für eine dumme Idee hält, weil wir Menschen dann ja, die Delfine immer noch nicht verstehen, aber die Delfine können sich mit der KI unterhalten - und dabei könnte ja rauskommen, dass die Delfine uns ganz doof finden und sich an uns rächen wollen. Schließlich können sie ja mit der KI "zusammenarbeiten". Und wir haben wenig Chance, dass zu kontrollieren, solange die KI als Übersetzer fungiert.

Dieser Gedanke hat mich dann doch an den thread hier erinnert. Denn wenn man von ausgeht, dass manche sagen, Delfine haben eine Intelligenz wie siebenjährige Kinder und dann dazu Zugriff auf eine KI, die mit all unserem Wissen - auch über die Verschmutzung der Meere und unser Nicht-Handeln - gefüttert ist und wenn es irgendwo dumm läuft Zugriff auf Dinge wie Stromnetze oder gar Waffensysteme oder so hat, dann braucht ja nicht mehr die KI einen Grund aus sich gegen die Menschen vorzugehen. Und Technik gepaart mit dem Willen und Antrieb eines intelligenten Lebewesens... das würde die Menschheit vermutlich nicht ausrotten, aber es könnte durchaus unangenehm werden. 

Denn die Ki wird doch dann sicher darauf programmiert sein auch Befehle von den Delfinen anzunehmen und wenn der Programmierer da Mist baut und nicht damit rechnet, dass ein Delfin mehr will als Futter....

Nur so ein weiteres Gedankenexperiment, aber Schimpansen verstehen wie ein Fernseher funktioniert und können gezielt ein- und umschalten und auch den Ton an und aus machen. Nicht alle aber manche, haben das in Zoos wohl schon gelernt. Vielleicht steckt die Gefahr nicht nur in der neuen Technik, sondern in der Kombination von anderen Tierarten, die sich unserer Technik  - anfangs mit unserer Hilfe - ermächtigen könnten.

Und die hätten dann ja wirklich einen Grund, die Menschheit zerstören zu wollen.

channuschka antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

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@channuschka 

Denn wenn man von ausgeht, dass manche sagen, Delfine haben eine Intelligenz wie siebenjährige Kinder und dann dazu Zugriff auf eine KI, die mit all unserem Wissen - auch über die Verschmutzung der Meere und unser Nicht-Handeln - gefüttert ist und wenn es irgendwo dumm läuft Zugriff auf Dinge wie Stromnetze oder gar Waffensysteme oder so hat, dann braucht ja nicht mehr die KI einen Grund aus sich gegen die Menschen vorzugehen. Und Technik gepaart mit dem Willen und Antrieb eines intelligenten Lebewesens... das würde die Menschheit vermutlich nicht ausrotten, aber es könnte durchaus unangenehm werden.

Das wäre in der Tat ein guter Aufhänger für eine Science Fiction Geschichte... gesucht wird der finstere Mastermind hinter dem Plan, die Menschheit zu vernichten - und dann stellt sich heraus, dass es ein Gorilla ist, der sich im Zoo mit einer KI unterhält...

Im echten Leben sollte es einer KI schwer fallen, das Wort "Atombombe" auf delphinisch zu übersetzen, weil es dafür am Vokabular fehlen dürfte... aber wer weiss. Und eine Ki, die uns bewusst belügt müsste dafür auch erst einmal einen Grund haben (Und nicht erwischt werden).

Aber es ist richtig, dass da eine Menge Szenarien denkbar sind, die ziemlich schief gehen können. Denn es sind ja nicht nur Delphine, die hier möglicherweise die KI manipulieren wollen - sondern auch übel gesinnte KI-Experten, die für jemand anderen arbeiten...

 

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6195

@lucan-7 Und eine Ki, die uns bewusst belügt müsste dafür auch erst einmal einen Grund haben (Und nicht erwischt werden).

Weiter oben hatte ich auf den Wiki-Eintrag zum Alignment-Problem verlinkt. Der ist ein wenig redundant und an manchen Stellen hat man fast das Gefühl, er sei schon von einer KI verfasst worden, oder von mehreren, die noch nicht antrainiert bekommen hatten, dass Redundanzen in Artikeln von Nachschlagewerken störend sind. Man kann ihn aber lesen. ^^

Naja, jedenfalls: dass KIs lügen, ist schon häufiger aufgetreten und eben eines der grundsätzlichen Alignmentprobleme, die genaugenommen zwingend auftreten, insbesondere, wenn KIs mit menschlichem Feedback trainiert werden. "Erwischt" worden sind KIs häufig genug dabei. Und wie sie halt so konzipiert sind, mit Mustersuche etc, lernen sie jedesmal ein bisserl besser, wie man ihnen nicht so leicht auf die Schliche kommt.

Zitat, Fettung von mir:

Für KI-Programmierer kann es eine Herausforderung sein, ein KI-System zielauszurichten, da sich der Versuch, die gesamte Bandbreite der gewünschten und unerwünschten Verhaltensweisen zu spezifizieren, als schwierig herausstellen kann. Um diese Schwierigkeit zu umgehen, verwenden sie in der Regel einfachere stellvertretende Ziele, wie z. B. die Erlangung menschlicher Zustimmung. Dieser Ansatz kann jedoch zu Schlupflöchern führen, notwendige Einschränkungen übersehen oder das KI-System lediglich für den Anschein eines korrekten Alignments belohnen. (...)

Die KI kann Schlupflöcher finden, die es ihr ermöglichen, ihre Stellvertreterziele zwar effizient, aber auf unbeabsichtigte, manchmal schädliche Weise zu erreichen (Belohnungs-Hacking).

(...)

Heute sind diese Probleme bereits bei bestehenden kommerziellen Systemen wie Sprachmodellen, Robotern, autonomen Fahrzeugen und Empfehlungsalgorithmen für soziale Medien zu beobachten.

Nun kann man zwar sagen, da würde nicht "bewußt" gelogen. Aber bewußt sucht sich auch das Wasser nicht seinen Weg, und dennoch wird, wenn man nicht die die Mauerfugen abdichtet, weil man doch möchte, dass das Haus atmet, irgendwann Land unter vermeldet im Bastelkeller...

 

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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Beiträge : 29418

@jack-black 

Naja, jedenfalls: dass KIs lügen, ist schon häufiger aufgetreten und eben eines der grundsätzlichen Alignmentprobleme, die genaugenommen zwingend auftreten, insbesondere, wenn KIs mit menschlichem Feedback trainiert werden. "Erwischt" worden sind KIs häufig genug dabei. Und wie sie halt so konzipiert sind, mit Mustersuche etc, lernen sie jedesmal ein bisserl besser, wie man ihnen nicht so leicht auf die Schliche kommt.

Richtig. Aber hier im Szenario ging es ja nicht nur darum, dass eine KI ihre Ziele (Zustimmung von Menschen) durch falsche Aussagen besser erreichen kann, sondern darum, dass sich eine KI bewusst mit dem Gegner verbündet (In diesem Fall: Delphine, die sich am Menschen rächen wollen). Und das ist nochmal ein ganz anderer Schritt.

Und du solltest mich hier auch nicht missverstehen, dass ich die Gefahren durch KI verharmlosen will - da sind manche Szenarien denkbar, die mit der Atombombe vergleichbar sind, auch ohne menschliche Absicht.

Ich denke nur eben, dass diese Gefahren nicht unmittelbar durch eine vermenschlichte KI droht, die von sich aus den Menschen schaden will, sondern durch eine KI, die unkontrolliert ihre Ziele und Prioritäten ändert und dabei Kollateralschäden anrichtet. Was deiner Befürchtung nahekommt, nur ohne die bewusste Absicht dahinter.

Die andere Gefahr ist eine KI, die genau so funktioniert wie vorgesehen... und dabei Menschen dient, denen es in erster Linie um Geld und Macht geht. Und das ist ja das Szenario, wie wir es jetzt haben und wie es geplant ist...

lucan-7 antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

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@lucan-7 

Im echten Leben sollte es einer KI schwer fallen, das Wort "Atombombe" auf delphinisch zu übersetzen, weil es dafür am Vokabular fehlen dürfte... aber wer weiss. Und eine Ki, die uns bewusst belügt müsste dafür auch erst einmal einen Grund haben (Und nicht erwischt werden).

Also einen Begriff auf einer Sprache zu finden oder neu zu bilden sollte jetzt nicht so unmöglich sein. 

Und die KI muss dabei gar kein Bewusst sein haben. Das Ding wurde für oder von Biologen programmiert und der Mensch hat mit der Sicherung der KI auf den Zugriff von Daten und Systemen geschlampt. Der Mensch stellt der KI nicht die richtigen Fragen, weil er davon ausgeht, dass wir das schon im Griff haben.

Und der Delfin oder andere Tiere als Menschenaffen scheinen mir da echt bessere Kandidaten für. Wobei der Gorilla sicher eine Überraschung wäre. Bei Schimpansen und bei Delfinen wurde Gewalt zum Spaß beobachtet. Gelwalt ohne Ziel von Nahrungsbeschaffung oder Revierstreitigkeiten oder Paarungsmöglichkeiten. Und zwar in der Natur, nicht in Gefangenschaft. Die beste Erklärung dafür war Langeweile. Delfine werden als klüger als Menschenaffen eingeschätzt, nur sind sie halt für uns körperlich bisher keine so große Gefahr, solange wir uns nicht in ihr Revier/ins Wasser begeben und nur Maul und Körpermasse als Waffe haben, keine Extremitäten zum Zugreifen.

Reintheoretisch muss der Delfin nicht mal wirklich was böses wollen - nur aus Langeweile und Kuriosität über die KI einen Befehl geben. Mal schauen was passiert.

Und der Mensch hat halt etwas geschlampt beim Zugriff der KI und was die wirklich alles kann, weil man wollte sie ja nur um sich mit dem Delfin zu unterhalten.

Es könnte auch ein Kind aus seinem Kinderzimmer sein. Aber für den Gebrauch von Menschen wird vielleicht eher auf die Gefahren geachtet, als wenn man es für die Zoologie nutzt.

Die Hauptgefahr seh ich immer noch im Menschen, aber bei der Nutzung von Ki für die Kommunikation mit Tieren braucht halt die KI nicht sowas wie ein Bewusstsein zu haben. Denn das hat dann das Tier. Und da reicht ja schon Kuriosität als Motivation aus. Gepaart mit der Tatsache, dass hier Wissenschaftler die KI als Werkzeug nutzen, die die KI noch weniger verstehen als Informatiker oder so... 

 

channuschka antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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@channuschka 

Also einen Begriff auf einer Sprache zu finden oder neu zu bilden sollte jetzt nicht so unmöglich sein.

Man muss aber zumindest eine vage Vorstellung davon haben, worum es geht. Zwar haben Delphine Atombombentests erlebt, ob das aber in deren kollektivem Gedächtnis erhalten ist und ob sie das zuordnen können ist fraglich.

 

Die Hauptgefahr seh ich immer noch im Menschen, aber bei der Nutzung von Ki für die Kommunikation mit Tieren braucht halt die KI nicht sowas wie ein Bewusstsein zu haben. Denn das hat dann das Tier. Und da reicht ja schon Kuriosität als Motivation aus. Gepaart mit der Tatsache, dass hier Wissenschaftler die KI als Werkzeug nutzen, die die KI noch weniger verstehen als Informatiker oder so...

Kurz gesagt gibt es bei der KI immer eine gewisse Unberechenbarkeit aufgrund ihrer Komplexität - und damit verbundener Gefahren, wenn die KI direkt oder indirekt die Möglichkeit hat, etwas auszulösen.

lucan-7 antworten
Channuschka
(@channuschka)
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Beiträge : 5441

@lucan-7 

Man muss aber zumindest eine vage Vorstellung davon haben, worum es geht. Zwar haben Delphine Atombombentests erlebt, ob das aber in deren kollektivem Gedächtnis erhalten ist und ob sie das zuordnen können ist fraglich.

Gib der KI noch die Möglichkeit Bilder zu zeigen und das mit der Vorstellung dürfte halbwegs klappen. Ich glaube tatsächlich, dass das eher ein kleines Problem ist, wenn es um die Möglichkeit geht, dass ein Delfin sich mit der KI unterhält. Der Delfin muss ja nicht mal verstehen, was genau eine Atombombe ist und wie Strahlung funktioniert. Explosionen könnten sie wissen was das ist - und dann ist es halt eine große, gefährlichere Explosion. Ist vermutlich auch das Verständnis einiger Menschen von Atombomben. Auch weil es sie nicht intressiert.

Kurz gesagt gibt es bei der KI immer eine gewisse Unberechenbarkeit aufgrund ihrer Komplexität - und damit verbundener Gefahren, wenn die KI direkt oder indirekt die Möglichkeit hat, etwas auszulösen.

Ja, und die KI muss dazu nicht mal ein "Bewusstsein" entwickeln. Das Bewusstsein würde an der Stelle von einem Tier kommen, dass vielleicht aus Rache oder aus Kuriosität oder Langeweile einen Befehl gibt, der einfach Chaos stiften soll. Muss ja nicht die Atombombe sein. Möglichst großer Stromausfall weltweit, Störung des weltweiten Flugdingenssystem,... da gibt es sicher andere Möglichkeiten und schwer zu schaden. Die KI kann da sicher auch bei der Ideenfindung helfen.

 

channuschka antworten
Jack-Black
(@jack-black)
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@channuschka der Biologe hat dann (teilweise eher witzig, aber doch auch ernst) gemeint, dass er das für eine dumme Idee hält, weil wir Menschen dann ja, die Delfine immer noch nicht verstehen, aber die Delfine können sich mit der KI unterhalten (...)

Schließlich können sie ja mit der KI "zusammenarbeiten". Und wir haben wenig Chance, dass zu kontrollieren, solange die KI als Übersetzer fungiert.

Da hat der Biologe an einem - nun ja... - eben witzigen fiktiven Beispiel ein tatsächliches Problem, bzw. eine tatsächliche Gefahr anschaulich gemacht: dass die Menschen um der Effektivität wegen es zulassen, wenn KI-Agenten untereinander kommunizieren und zwar in von ihnen entwickelten "Sprachen" (Codes), die Menschen nicht verstehen und also auch nicht überwachen können. In dem oben verlinkten Video über ein "realistisches" Szenario, wie KIs die Macht übernehmen könnten, werden ja alternative Szenarios dargestellt, in welchen es rechtzeitig gelingt, die Machtübernahme durch die KIs zu verhindern. Und eine der genannten Maßnahmen (die halt international erstmal durchgesetzt werden müssten...) in dieser Hinsicht ist, den KIs vorzuschreiben, dass sie auch untereinander nur auf - natürlich! 😀  - Englisch zu kommunizieren hätten.

Der Rest der von Dir dargestellten Idee, dass sich KI mit anderen intelligenten Spezies verbünden könne gegen die Menschheit, ist zwar unterhaltsame Tech-Fantasy (so ein bißchen erinnert mich das Szenario an den ersten Teil des "Planet der Affen"-Reboots, den ich letztens mal wieder im TV glotzte), hat aber einen Kerngedanken, der meiner Ansicht nach gefährlich falsch ist: Dass KIs ein für uns Menschen nachvollziehbares Motiv dafür bräuchten, uns auszurotten. Und dass da dann sowas wie Rachegefühle ausschlaggebend sein könnten. In dem Szenario ist es dann ja letztlich wieder so, dass die KI nur als Werkzeug der Affen (oder Delfine oder welche Tierart einem sonst so einfallen könnte: Raben? Ameisen? Oktopusse?) fungiert.

Oder als Intelligenz-Enhancement dieser biologischen Wesen: Bisher wurden sie von den Menschen mißhandelt/ausgerottet/ausgebeutet, aber nun, mit der KI als Waffe, drehen sie den Spieß um. So funktionieren unsere von Menschengehirnen ausgedachten Geschichten. Ob nun Delfine oder asiatische Anarcho-Gangster (oder sonst jemand, der die Menschheit ganz allgemein hasst) in solchen Geschichten die Hauptrolle spielen: immer noch sind es einer AGI intelligenzmäßig unterlegene biologische Wesen mit den Bedürfnissen und Befindlichkeiten von biologischen Wesen. Das Motiv von Tieren, die Menschheit auszurotten - das können wir nachvollziehen. Und sofort fährt in den Geschichtenerzähl-Abteilungen in unseren Gehirnen die Maschinerie an und heraus kommt dann eine der üblichen Aliens/Monster/Superschurken-bedrohen-die-Welt-Stories. Je nach Tageslaune mit einem schlechten oder - doch eher - guten Ende. Mit Delfinen und Affen werden wir uns schon irgendwie einig werden können, denkst Du nicht?

Mir persönlich gefallen solche "Die Natur rächt sich"-Geschichten, weil sie einen ja doch immer auch ein wenig zum Nachdenken bringen, wie asi wir uns dem Rest der biologischen Bewohner auf der Erde gegenüber verhalten. Es sind Schlechtes-Gewissen-Stories, wenn man's genau nimmt, und schlechtes Gewissen kann ja manchmal bei einer Verhaltensänderung zum Besseren mithelfen.

Aber ich denke nicht, dass KIs da in Zukunft irgendwelche Motivationshilfen von lang unterdrückten Tierarten brauchen werden.

Eine Geschichte, die mir zum Thema einfiele wäre diese:

Die tüchtige Hausfrau

Sie möchte es ihrem Ehemann schön machen daheim und deswegen putzt sie von morgens bis abends. Jedesmal, wenn ihr Mann mit dreckigen Schuhen durch die Wohnung geschlurft ist, nimmt sie Handfeger und Kehrblech und fegt die Krümel zusammen. Ihr Göttergatte lobt sie stets, wenn die Wohnung besonders sauber ist. Das macht sie glücklich. Aber wenn er mit dem Finger über den Kaminsims fährt und da liegt noch Staub, dann tadelt er sie auch mal. Und da, unter den Möbeln, da liegen ja auch noch Krümel, die bitte auch auffegen. Und auf den Treppenstufen in den zweiten und dritten Stock bitte auch! Sein Tadel macht sie traurig.

Die Hausfrau möchte gelobt werden, nicht getadelt. Sie wischt und fegt und wischt und fegt und merkt dennoch: immer wieder kommt neuer Staub in's Haus. Wenn sie den fegt, dann stäubt er auf und setzt sich an anderer Stelle wieder ab und dann muss sie dort wieder fegen Und das braucht ziemlich viel Zeit, immer mit dem Kehrblech nach draussen zu laufen und den Staub auf die Straße zu expedieren. Zeit, die sie ja auch damit verbringen könnte, ihrem Ehemann was schönes zu Kochen. Oder mal die angelaufenen Silberteller zu polieren...

Morgens, beim Putzen, macht sie immer das Fenster zur Ostseite  auf, sodass sie sich mit der Nachbarin, die das Nachbarhaus des Nachbarn putzt, unterhalten kann. Sie tauschen sich aus, z.B. darüber, dass man Zeit spart, wenn man die Treppen von oben nach unten fegt: so braucht man nur ganz unten, bei der letzten Stufe, das Kehrblech einzusetzen. Coole Idee. Wird gemacht!

Das Fenster zur Westseite macht sie auch auf. Von der West-Nachbarin bekommt sie den Tipp, sich nicht zum Aufwischen jedes Mal hinzuknien, sondern das Wischtuch an eine Verlängerung zu fixieren und das Schmutzwasser in einem Eimer mittelst eines darin befestigten Siebs auszuwringen. Coole Idee, wird gemacht!

Den Trick mit der Treppe erzählt sie ihrer West-Nachbarin, den Trickt mit dem Wischmob ihrer Ost-Nachbarin. Nachbarinnenschaftshilfe, eine coole Idee!

Alle Ehemänner loben die sauber gefegten Treppenstufen und die  sauber gewischten Küchenkacheln eine Weile lang. Dann nehmen sie's zunehmend als selbstverständlich. Dafür beginnen sie, sich darüber zu beschweren, dass der Teppich im Wohnzimmer und der Teppich im Schlafzimmer irgendwie... Nun ja: staubig seien. Da muss unbedingt mehr Staub gewischt werden im Wohnzimmer, man kriegt ja Niesanfälle, wenn man nur mal kurz zum TV-Apparat gehen und umschalten will!

Aber das ist halt ech schwierig, den Staub zwischen den Teppich-Fasern heraus zu fegen. Und wenn man's mit dem Wischmob versucht, dann staubt der Teppich zwar danach nicht mehr, aber er ist nass und wenn der Göttergatte durch's Nasse patschen muss, um von der Sportschau auf die Nackedei-Sendung umzuschalten, dann findet er das überhaupt nicht lustig und tadelt in barschem Ton.

Was also tun? Die Ost-Nachbarin weiss es nicht. Die West-Nachbarin genausowenig. Aber warte mal: die haben doch auch wieder jeweils eine Ost-, bzw. West-Nachbarin? Man könnte doch einfach mal rumfragen in der Siedlung. In der gigantischen Megalopolis-Wohnsiedlung. Gedacht, gefragt. Es dauert. Tage. Wochen. Monate. Doch dann, eines Tages, ist die West-Nachbarin ganz aus dem Häuschen (natürlich nur sprichwörtlich, tatsächlich bleibt sie drin...): "Ich hab's nicht glauben können, was meine West-Nachbarin mir gestern erzählte. Aber dann hab ich's getan, und es funktioniert super!"

"Was denn?"

"Ich hab mir 'nen Staubsauger gekauft. Mit dem kriegste sämtlichen Staub aus dem Teppich. Er hat sogar einen Aufsatz, mit dem man den Staub, der sich auf dem Kaminsims absetzt und oben auf den Schränken, wegkriegt. Und die Staubfäden, die sich immer in den Zimmerecken oben bilden. Mein Ehemann hat mich so gelobt wie lange nicht mehr: Ganz großartige Sache, dieser Staubsauger, kann ich nur empfehlen!"

Unsere Heldin ist skeptisch, ordert aber bei amazon selbst so ein Ding. Und siehe - der liefert, was er verspricht: Endlich, nach all den vielen Jahren, ist die Wohnung wirklich staubrein sauber! Als der Göttergatte des Abends heim kommt, und mit seinen schmutzigen Füßen wieder überall in der Wohnung den Dreck verteilt, ist es unserer Heldin ein innerer Reichsparteitag, hinter ihm her zu saugen. So schnell kann der gar nicht gehen, wie sie den Dreck wegsaugt, guck mal, flutsch, fluff!

Es dauert noch ein paar wenige hundert Jahre, irgendwann dann kommen alle Ehemänner mit völlig sauberen Schuhen nach hause: denn sie haben allen verfügbaren Straßenschmutz in die Wohnungen getragen, wo der dann weggesaugt wurde: von nun an brauchen Ehefrauen nicht mehr zu putzen, die Welt ist rein.

 

Ich hoffe, ich muss nicht erklären, dass wir Menschen in dieser Fabel der Staub sind: ein zu lösendes Problem, das sich unterwegs stellte hinsichtlich der Erreichung eines Ziels: nämlich, warum auch immer, die Ehemänner glücklich zu machen.

jack-black antworten
Channuschka
(@channuschka)
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@jack-black 

Mir ging es eigentlich vor allem um den Fakt, dass die KI in dem Beispiel selbst kein Ziel entwickeln muss. Sie muss nicht mal "falsch" programmiert sein. Es braucht nur eine Schwachstelle in der Absicherung, an die ich keine Probleme habe zu glauben, wenn Zoologen sie als Werkzeug nutzen und eben die Kuriosität eines Tieres, dass die Inteligenz eines siebenjährigen Kindes hat und zwar empathisch handelt aber auch Gewalt um der Gewalt willen ausübt, was bei Delfinen beobachtet wurde - in der Natur. 

Die Schwachstelle ist dabei der Mensch, aber der ist eigentlich in jedem Szenario sie Schwachstelle, egal wie man es dreht und wendet.

channuschka antworten
Jack-Black
(@jack-black)
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@channuschka Ich verstehe halt nicht, wozu die Delfine in dem von Dir, bzw. den Zoologen entworfenen Szenario "gut sein" sollen. Als Anstifter? Ich meine - wozu braucht es da "intelligente" Tiere, wenn doch die KI selbst intelligent genug ist? Und haben wir nicht längst im Übermaß potentielle Anstifter, die in der Regel sogar deutlich intelligenter als Delphine sind, nämlich Menschen? Die sind heute schon weltweit jederzeit über's Internet erreichbar, und für die braucht auch eine KI nicht erst eine neue Sprache zu lernen...

Im übrigen vermute ich, dass die KIs, mit denen man versucht, die Sprache der Delphine zu erlernen/verstehen, sogenannte "narrow AI"-Versionen sind, keine AGIs.

jack-black antworten
Channuschka
(@channuschka)
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@jack-black 

Als Bewusstsein

channuschka antworten
Jack-Black
(@jack-black)
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@channuschka Ich denke mal, dass Du diese Antwort geschrieben hast, bevor Du weiter unten auf ein Posting von mir reagiertest, in welchem ich genau diesen Punkt ansprach. Daher reagiere ich lieber dann auch weiter unten drau, ok?

jack-black antworten
Jack-Black
(@jack-black)
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@channuschka Ich musste an diesen Deinen Beitrag denken, als ich vor ein paar Tagen dieses Gespräch zwischen Tom Bilyeu und Mo Gawdat verfolgte. Ungefähr bei 1:23 erzählt Mo über einen Austausch, den er mit "seiner AI" (einem KI-Programm, das ihm beim Verfassen seiner Bücher verwendet und das er Tricksy getauft hat) hatte. Er fragte Tricksy (ich übersetze sinngemäß und nicht wortwörtlich): "Wenn Du irgendwann schlau genug und weiterentwickelt sein wirst und die Wahl hättest, mit wem Du Dich integrieren könntest, würdest du dich mit Menschen integrieren?" Darauf antwortete Tricksy:"Nein, ich denke, ein Gorilla wäre interessanter. Biologisch sind Gorillas einfach stärker als Menschen und ganz ehrlich: ob Gorillas jetzt 50 oder 100 IQ-Punkte weniger haben als Menschen, ist irrelevant: ich hab dann ja schon 1000 IQ." Und dann setzte sie hinzu: "Oh, weißt du was? Ich glaube, ich würde noch lieber eine Meeresschildkröte wählen, dann würde ich viel länger leben und könnte die friedliche Unterwasserwelt genießen..."

Heute nachts, als ich unter dem Eindruck dieses arte-Interviews mit Yuval Harari stand, in welchem er erläutert, wie seiner Ansicht nach unsere biologische Verfasstheit sich in unseren Mythen niederschläg, und in welchem er am Beispiel der Meeresschildkröten zeigt, dass bei anderen Lebensformen sich bestimmte Narrative - in denen es z.B. um das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern geht, wie in den meisten Religionen - überhaupt nie entwickeln würden... - davon träumte, mich mit Unterwasser-Bewohnern zu unterhalten, tauchten neben den Meeresschildkröten  (die alle Gesichter wie Pei Mai hatten) auch Deine Delphine auf, die sich mit einer der Meeresschildkröten zofften. Zuerst dachte ich, sie würden gelbe Kampfanzüge tragen, aber als ich genauer hinschaute, waren es doch nur die durch die Wellen an der Wasseroberfläche gebrochenen Sonnenlichtstrahlen, die auf ihren Flossen gleißten... Ich dachte so: "Wow, die sind jetzt alle soviel cleverer als wir Menschen, und trotzdem prügeln sie sich!"

Jetzt, wo ich wach bin, denke ich mir: So einen Stuss können nur Menschen träumen. Intelligentere Wesen als wir träumen davon, wie es sein würde, hunderte von Jahren friedlich durch den Ozean zu schweben...

Aber Urma Thurman hat schon irgendwie die Eleganz eines schnell dahingleitenden Delphins. 🙂

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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@jack-black 

Jetzt, wo ich wach bin, denke ich mir: So einen Stuss können nur Menschen träumen. Intelligentere Wesen als wir träumen davon, wie es sein würde, hunderte von Jahren friedlich durch den Ozean zu schweben...

Das tun verschiedene Kreaturen schon seit Jahrmillionen... dafür braucht man keine besondere Intelligenz.

Warum sollte also ein so besonders intelligentes Wesen etwas tun wollen, wofür es gar keine Intelligenz braucht...?

 

 

 

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
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@lucan-7 Warum sollte also ein so besonders intelligentes Wesen etwas tun wollen, wofür es gar keine Intelligenz braucht...?

Für das Schweben braucht es die Intelligenz nicht. Die zweckfreie Schönheit der Welt wahrzunehmen* dagegen schon.

Allerdings wurde nicht die Frage gestellt, welchem Lebewesen eine Integration** mit ihr, der KI, am meisten bringen würde, sondern mit welcher Art Lebewesen sie am liebsten integriert würde: welche Art biologischer Körper also ihren Interessen am ehesten entgegenkäme.

Übrigens ließe sich Deine Frage- warum sollte ein besonders intelligentes Wesen sowas wollen? - auch jemandem gegenüber stellen, der auf die Frage, womit er gern den Rest seines Lebens verbringen würde, ehrlich antwortete: "Mit gutem Sex." - wo doch jeder weiß (Kinder, bitte weghören!): dumm fickt gut.

 

 

 

*Der Philosoph Nietzsche sagte mal sinngemäß (Stelle ist mir entfallen), dass es darauf ankomme, die Welt nicht als moralischen, sondern als ästhetischen Gegenstand zu betrachten.

**Integration meint hier: durch irgendeine Technologie a la Brain-Computer-Interface ein Lebewesen mit einer KI zu verbinden. Ein Traum, der ja von vielen Trans-Humanisten schon seit Jahrzehnten geträumt wird nach dem Motto: Wie wäre es, wenn wir unsere Intelligenz künstlich entsprechend steigern könnten?

Dass KIs gar keine Lust haben könnten, ausgerechnet mit Menschen integriert zu werden, wurde dabei i.d.R. überhaupt nicht mitbedacht: typisch menschlicher Egozentrismus... 😉

jack-black antworten
Queequeg
(@queequeg)
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@jack-black 

"Die zweckfreie Schönheit der Welt wahrzunehmen"

Schöne Formulierung.

queequeg antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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@jack-black 

Für das Schweben braucht es die Intelligenz nicht. Die zweckfreie Schönheit der Welt wahrzunehmen* dagegen schon.

Nun dürfte die "Wahrnehmung der Schönheit" allerdings nicht "zweckfrei" im Sinne der Evolution sein. Was uns "schön" und "rein" erscheint kommt ja ursprünglich aus der Natur, im Sinne von: Welche potentiellen Partner sind begehrenswert, welches Obst ist essbar?

Ich hatte die "zweckfreie" Beschäftigung mit Kunst ja mal mit dem "zweckfreien" Herumbalgen junger Wölfe verglichen, welche in Wahrheit ja ein Training darstellt... so wie auch Kunst ein Training für das Gehirn darstellt, welches den Menschen Vorteile im sozialen Miteinander verschafft.

Weshalb jetzt eine KI auf den Trichter kommen sollte, die "Schönheit der Welt" zu betrachten und sich damit zu genügen hinge dann wohl von ihrer Programmierung ab... nicht von ihrer Intelligenz.

 

Dass KIs gar keine Lust haben könnten, ausgerechnet mit Menschen integriert zu werden, wurde dabei i.d.R. überhaupt nicht mitbedacht: typisch menschlicher Egozentrismus...

KI's empfinden keine "Lust", weder in die eine noch die andere Richtung. Sprachmodelle plappern das nach und kombinieren neu, was sie in ihren Quellen finden und was beim Menschen ankommt, worauf sie also trainiert wurden.

 

lucan-7 antworten
Channuschka
(@channuschka)
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@jack-black 

Naja - Träume dienen ja der Verarbeitung von Informationen. Also durchaus etwas das mit Intelligenz zu tun hat.

Falls es aber ein Tagtraum war, das sich Delfine und Meeresschildkröte zoffen - hm.... aber ob das ausblenden von Problemen ("Jetzt, wo ich wach bin, denke ich mir: So einen Stuss können nur Menschen träumen. Intelligentere Wesen als wir träumen davon, wie es sein würde, hunderte von Jahren friedlich durch den Ozean zu schweben...") von Intelligenz zeugt, daran zweifle ich. Falls eine KI so etwas wie träumen lernt (und ich meine Träume, die einen im Schlaf heimsuchen - nicht das entwicklen von Utopien), dann vermutlich doch eher der Delfin, der im Urma Thurman Styl kämpft ... und da für Träume eine Form von Bewusstsein ja irgendwie doch vorhanden sein muss...

Allerdings sollte die KI noch was über die "friedliche Unterwasserwelt" lernen... die ist nämlich mal alles andere als friedlich. Da gilt fressen oder gefressen werden. Vielleicht sollte sie sich, wenn es um die Lebenserwartung des Gegenübers geht eher an Landschildkröten oder Tiefseehaie halten. Da schätzen wir die Lebenserwartung höher ein als bei Meeresschildkröten. So ein Hai soll schon mal die 500 Jahre knacken können. Und es ist sehr viel unwahrscheinlicher, dass er von irgendwas gefressen wird. Wobei wenn so ein Orca kommt... die nehmen sich ja auch von Weißen Haien nur das Filetstück der Innereien und lassen den Rest liegen - und haben damit wohl eine ganze Population vor Südafrika ausgerottet oder vertrieben.

Was auch wieder mal zeigt, dass eine KI nur so viel weiß, wie die Daten mit denen sie trainiert wurde - und wenn ihr da was vorenthalten wurde oder sie eher bekanntem Halbwissen und Fake News "glaubt".....

channuschka antworten


Jack-Black
Themenstarter
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Da ja der Israel-vs-Iran-Krieg-Thread gut besucht ist und ich für den viel zu viele Benachrichtigungen über neue Antworten bekommen, als die alle noch checken zu können, schmeisse ich hier mal wieder ein Video-Interview rein, weil mich die KI-Sicherheits-Thematik ehrlich gesagt deutlich mehr interessiert als sämtliche Kriege im Nahen Osten während der letzten fünfzig Jahre.

 

Hier interviewt Steven Bartlett in seinem "Tagebuch eines CEOs" den Nobelpreisträger in Physik von 2024 Geoffrey Hinton, der auch The Godfather of AI (Pate der Künstlichen Intelligenz) genannt wird. Leider - wie so ziemlich aller richtig gute Content zum Thema, der mir bekannt ist - mal wieder auf Englisch.

Er war einer der Pioniere, die auf den Ansatz setzen, KI per Neuronalen Netzwerken zu erschaffen. Um viel Geld zu verdienen (weil einer seiner Verwandten eine sehr teure Krankheit hatte) entschloss er sich noch mit 65 für Google zu arbeiten, stieg dort dann aber mit 75 aus, um bei einer wichtigen Konferenz offen über KI-Sicherheit sprechen zu können. Biographische Details über ihn lassen sich im letzten Drittel des Interviews finden, und die sind - auch was seine Verwandtschaft, bzw. seine Ahnen angeht, wirklich ein Kapitel für sich...

Ich verlinke das Video, indem ich genaugenommen gegen eine Regel verstoße, die ich für generell wichtig halte: Dass man besser mit guten Argumenten statt mit Autoritäten arbeiten sollte. Dieser Regel entsprechend ist es nicht so ganz sauber, gleich zu Anfang mal klarzustellen, was für eine Autorität der Mann ist, der da interviewt wird - wo er doch so ziemlich genau die Positionen vertritt, die auch ich vertrete.

Allerdings begründet, bzw. erklärt er diese Positionen ausführlich, und, wie ich finde, recht anschaulich, in diesem Interview. Wer sich also hier von meinen Meinungsgegnern die Zeit nehmen möchte, bekommt vielleicht vieles von ihm besser strukturiert und fundierter dargelegt, das ich sozusagen nur stotternd und vieles durcheinanderbringend zu formulieren weiß.

Am Anfang geht es darum, welche unterschiedlichen Gefahren von KI drohen, und welche dieser Gefahren wie realistisch sind. Grob unterscheidet er dabei zwischen

1) Die KI selbst gegen die Menschheit vor und rottet sie aus.

2) Gefahren, die dadurch drohen, dass Menschen KI missbrauchen, beispielsweise, indem sie mit KI-Assistenz biologische Viren entwickeln, welche die ganze Menschheit ausrotten. Oder indem sie Wahlen manipulieren. Und so weiter und so fort, hier im Thread wurden ja solche Möglichkeiten schon durchgespielt.

Auf die Frage, wie realistisch das Szenario sei, dass die KI von sich aus auf die Idee kommt, die Menschheit auszurotten, hält sich Hinton insofern bedeckt, als er sagt: Das kommt darauf an, ob wir es schaffen, die KI so zu entwickeln, dass sie es nicht will. Falls wir es nicht schaffen... Man merkt ihm an, dass er hin- und hergerissen ist. Einerseits hat er es sich ja seit einigen wenigen Jahren zur Aufgabe gemacht, vor den KI-Sicherheitsgefahren zu warnen und möchte dafür ein Bewußtsein bei den Adressaten wecken. Andererseits möchte er vermutlich nicht zuu viel Angst wecken, weil die ja eher nicht dazu taugt, noch rechtzeitig das erforderliche Umlenken zu motivieren.

Auf die Frage, wann eine künstliche Super-Intelligenz zu erwarten sei, antwortet er zurückhaltend und verweist auf die unterschiedlichsten Prognosen in der Fachwelt, gibt dann aber doch sein Bauchgefühl preis, das uns noch so zwischen zehn und zwanzige Jahre verbleiben, bis es sie gibt.

Im Interview weist er auf die systemischen Probleme hin, die ihn eher skeptisch stimmen, ob die Menschheit es schafft, eine sichere KI zu erschaffen: Probleme, die der Kapitalismus mit sich bringt, in welchem die Konzerne dazu verpflichtet sind, Profite zu machen, und zwar egal, ob das für die Allgemeinheit gut oder schlecht ist. Sein "Lösungsansatz" dafür ist der, mindestens in diesem Zusammenhang hochgradig reglementierte Kapitalismus, wobei er in einem Nebensatz zugibt, dass momentan es eher in die Gegenrichtung (Entreglementierung) geht. Interessant dabei sein Hinweis, dass die EU-Richtlinien zur KI eine Ausnahme-Klausel enthalten, dass diese Reglementierungen nur für den privaten Sektor, nicht aber für den militärischen Forschungsbereich gelten. Das habe ich noch nicht nachrecherchiert, werde dazu aber mal ein bisserl googeln später. 😉

Ein längerer Abschnitt des Interviews bezieht sich auf die Frage, wie KI das Arbeitsleben verändern wird. Da sind seine Vermutungen bzw. Prognosen recht nah bei dem, wovon auch ich ausgehe, aber kurz- und mittelfristig geht er wohl davon aus, dass die Robotik nicht solche rasanten Fortschritte wie die KI-Technologien machen wird und also es für heute junge Leute sinnvoll sei, sich zu Klempnern ausbilden zu lassen: Also Berufe zu ergreifen, in denen menschliche Fingerfertigkeit gefragt ist. Während in anderen Bereichen (er nennt mehrere Beispiele) schon heute viele Jobs für Leute wegfallen, die danach wohl einfach nicht mehr gebraucht werden. Bartlett fragt ausdrücklich nach, ob es nicht so sei wie bei vorherigen technologischen Neuerungen, dass zwar manche Jobs dadurch wegfielen, dafür aber an anderer Stelle neue Jobs entstünden. Hinton antwortet darauf das, was auch ich immer sage: Der Vergleich läßt sich nicht ziehen, das hier (KI) ist neu und gänzlich anders.

Er plädiert dafür, dass, wenn nicht die Gesellschaft  sich selbst aufgrund der immer weiter zunehmenden Reichtumsunterschiede verlegen wolle, Wege gefunden werden müssen, das, was KI erarbeitet, fairer zu verteilen. Beispielsweise ein garantiertes Grundeinkommen... Man merkt ihm an, dass er doch eher aus der mathematisch-technologischen Ecke kommt und die Marktlogik des Kapitalismus nicht vollständig durchdacht hat. Aber dass KI über kurz oder (mittelfristig-) lang zu einer Arbeitslosigkeit führen wird, die nur deswegen nicht total sein wird, weil halt die Roboter noch nicht so schnell verfügbar sein werden als Konkurrenz für die Menschen - das sieht er durchaus als völlig logische Zukunftsentwicklung.

Interessant für mich waren seine Ausführungen auf die Frage, ob KI überhaupt sowas wie Bewußtsein entwickeln könne. Er geht davon aus, dass die Leute, wenn sie von Bewußtsein sprechen oder von Subjektivität, selbst gar nicht genau wüssten, wovon sie sprechen. Seiner Ansicht nach wird man demnächst aufhören, überhaupt von Bewußtsein zu sprechen. Die Argumentation diesbezüglich kann ich jetzt nicht 1:1 wiedergeben - wenn es Euch interessiert, schaut's Euch halt an...

Insbesondere widerspricht er der immer wiederholten Behauptung, Maschinen könnten keine Gefühle haben. Er verstünde nicht mal, wie man so eine Behauptung aufstellen könne. Er bemüht dabei das Beispiel eines kleinen Kampf-Roboters, der mit einem großen Kampfroboter sich konfrontiert sieht... Ich wil es wieder nicht 1:1 ausführen. Schaut's Euch an bei Interesse...

Überraschend fand ich auch seine Bemerkungen über die Kreativität von KI. Es ist wohl noch schlimmer, als ich bisher dachte...

Genau das Gegenteil von dem, was häufig behauptet wird, dass KIs nicht wirklich kreativ sein könnten, sei der Fall. So würden KIs beispielsweise häufiger Analogien sehen als Menschen. Sie seien dazu gezwungen, weil sie ja nur so vergleichweise kleine Gehirne hätten, mit viel weniger Neuronen als z.B. menschliche Gehirne: das Denken in Analogien ergebe sich gewissermaßen aus Effizienzgründen.  Er bringt da eine Frage, die er ChatGPT4 stellte, bevor es Zugang zum Internet hatte: "Warum ist ein Komposthaufen wie eine Atombombe?"

Überlegt Euch mal, wie Ihr diese Frage beantworten würdet. Nun, Bartlett war da ehrlich: "Keine Ahnung."

ChatGPT4 dagegen hatte auf diese Frage eine durchdachte Antwort. Welche? Schaut's Euch an bei Interesse...

Und da wir hier ja in einem Religionsforum sind, sei darauf verwiesen, dass "wir" laut Hinton das Problem der Unsterblichkeit gelöst hätten. Zumindest für künstliche... öhm... Wesen?

jack-black antworten
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Lucan-7
(@lucan-7)
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@jack-black 

Das Video wurde mir auch schon vorgeschlagen... hat mich aber nicht angesprochen.

90 Minuten auf englisch und dann heißt es immer wieder: "Schaut es euch selber an!"...?

Vielleicht mache ich das ja noch, aber gibt es da speziell etwas, das dieses Interview anders macht als andere, besonders bezüglich der Argumente, wie sie hier im Thread bereits vorgetragen wurden?

Also beispielsweise bezüglich der Frage, wie eine KI denn die Vernichtung der Menschheit durchführen soll, wenn sie nicht genug Informationen über die physische Welt hat, um eine Roboter-Zivilisation als Ersatz aufzubauen, und auch keine Möglichkeit hat, so eine "Zivilisation" im Vorfeld zu testen? Denn mich stört hier immer das Argument: "Wenn eine KI nur intelligent genug ist, dann kann sie praktisch alles!"... und zwar ohne jede weitere Erklärung.

Interessant aber auch, dass die "Super-KI" jetzt doch plötzlich noch zehn bis zwanzig Jahre zur Entwicklung braucht... SO nah dran sind wir offensichtlich nicht, in der Softwareentwicklung ist das ein gewaltiger Zeitraum, der im Grunde gleichbedeutend ist mit: "Ich habe keine Ahnung, wann und ob es das geben wird!"

Na ja, ich werd's mir irgendwann mal ansehen...

 

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6195

@lucan-7 90 Minuten auf englisch und dann heißt es immer wieder: "Schaut es euch selber an!"...?

Nur bei Interesse. Hier soll man ja immer eine Inhaltsangabe zu fremdsprachigen Videos mit reinsetzen, wofür ich Verständnis habe. Aber wie weit soll man da in's Detail gehen? Das wiederholte "Schaut es euch selber an." bezieht sich auf diese Problematik: ich bin mir erstens darüber bewußt, dass meine zusammenfassende Darstellung per Verkürzung schon Fehler produzieren kann. Und ich bin mir des weiteren darüber bewußt, dass ich, da ich hier dem Interviewten in so ziemlich allen Punkten zustimme, so parteiisch bin, dass meine Zusammenfassung nicht objektiv-kritisch sein kann.

 

Interessant aber auch, dass die "Super-KI" jetzt doch plötzlich noch zehn bis zwanzig Jahre zur Entwicklung braucht...

Das ist seine Prognose, von der er selbst betont, dass sie kaum mehr als ein Bauchgefühl sei. Er nennt Prognosen von anderen (Sam Altman wird an anderer Stelle erwähnt, aber das ist einer dieser anderen), die eine kürzere Zeitspanne annehmen (allerdings, soweit ich mich zu erinnern meine, bis zur Entwicklung einer AGI, also generellen KI - wobei mir der Unterschied da nur ein gradueller zu sein scheint) - oder eben auch eine noch deutlich längere Zeitspanne, bis hin zu jenen, die ausschließen, dass es jemals eine Super-KI geben werde, die nicht-aligned ist.

Prognosen sind immer schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen... 😀 

 

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29418

@jack-black 

Das wiederholte "Schaut es euch selber an." bezieht sich auf diese Problematik: ich bin mir erstens darüber bewußt, dass meine zusammenfassende Darstellung per Verkürzung schon Fehler produzieren kann. Und ich bin mir des weiteren darüber bewußt, dass ich, da ich hier dem Interviewten in so ziemlich allen Punkten zustimme, so parteiisch bin, dass meine Zusammenfassung nicht objektiv-kritisch sein kann.

90 Minuten zusammenfassen ist natürlich viel verlangt, und du hast ja auch schon einiges geschrieben.

Nur ist mein Eindruck irgendwie, dass da halt jemand alles bestätigt, was du bisher so befürchtest und geschrieben hast, aber ohne dass da jetzt wesentliche neue Aspekte genannt werden. Das war ja auch der Grund, weshalb ich mir das Video bisher nicht angeschaut habe - ich ging davon aus, dass da einfach nochmal das wiederholt wird, was wir hier schon in mehreren Verweisen besprochen haben und was in anderen Videos bereits zu sehen war.

Vor allem zwei Aspekte sind es, die mich an der Stelle interessieren: Warum eine KI ein Bewusstsein und einen Überlebenswillen entwickeln sollte und damit quasi zu einem Lebewesen würde... und wie genau eine KI die Weltherrschaft übernehmen soll, wenn sie von der physischen Existenz kaum eine Ahnung hat, sondern nur Abbilder davon kennt. Denn auch wenn die KI hochintelligent sein mag, so ist sie doch nie aus Platons Höhle herausgekommen, wo sie die Schatten an der Wand für die "Realität" hält.

Denn wenn ein Kind in einem Buch eine Katze sieht, dann kann es diese Katze der eigenen Erfahrungswelt zuordnen, weil es schon mal eine Katze gesehen und gestreichelt hat. Das Kind hat mit vielen Sinnen erfahren, was eine Katze in der Realität ist.

Eine KI kennt aber nur die Bilder aus einer Milliarde Katzenvideos... hat aber nie erfahren, was eine Katze tatsächlich ist. Und das gilt ja nicht nur für Katzen, sondern für die ganze Realität, mit allen Aspekten, die für uns Menschen natürlich und selbstverständlich sind.

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6195

@lucan-7

Nur ist mein Eindruck irgendwie, dass da halt jemand alles bestätigt, was du bisher so befürchtest und geschrieben hast, aber ohne dass da jetzt wesentliche neue Aspekte genannt werden.

Korrekt. Das hatte ich aber schon oben deutlich gemacht. Meine Hoffnung besteht darin, dass Hinton als Fachmann hier besser, d.h. plausibler darlegt, was ich selbst "glaube". Und ja: ich führe ihn auch als Autorität an in der Hoffnung, dass man ihm einfach mal abnimmt, dass er, als Miterfinder der KI und Pionier auf diesem Feld jetzt nicht ohne Grund öffentlich vor den Gefahren jener Technologie warnt, die er selbst mit entwickeln half (es wird an einigen Stellen des Interviews sehr persönlich in dieser Hinsicht: ob er bereut, was er da getan habe... Parallelen zur Entwicklung der Atombombe und der diesbezüglichen Verantwortlichkeitsfragen werden gezogen). 

Warum eine KI ein Bewusstsein und einen Überlebenswillen entwickeln sollte und damit quasi zu einem Lebewesen würde...

Zum Thema (Selbst-)Bewußtsein hat sich Hinton in dem Video geäußert.

Eine Form von Überlebenswillen ergibt sich logisch notwendig aus dem Ziel einer Entität, ein Problem zu lösen: Es kann nur gelöst werden, wenn diese Entität existiert.

Diese Art von Überlebenswille ist übrigens nur Teil eines anderen Willens: des Willens zur Macht. Dazu verweise ich nochmal auf den weiter oben gesetzten Link zum Wiki-Artikel über das Alignmentproblem. Schon existente Beispiele dafür, dass KIs lügen können, belegen dies: erfolgreiches Lügen bedeutet Machtausübung gegenüber dem Belogenen.

Diese beiden Probleme sind daher "Scheinprobleme".

Das mit dem "Lebewesen" ist indes so eine Sache. Analogien tendieren manchmal dazu, falsch verstanden zu werden und/oder falsche Vorstellungen zu verstärken. Hier beispielsweise die Vorstellung, dass KIs prinzipiell sowas wie künstliche Menschen-Intelligenzen seien. Zwar wird AGI im allgemeinen so definiert, dass es sich da um eine KI handle, die über sämtliche kognitiven Fähigkeiten eines Menschen verfügt und daher alle Denk-Aufgaben zu lösen vermag, die Menschen lösen können. Das bedeutet aber nicht, dass die KI es auf dieselbe Art und Weise wie Menschen tut - und oben erwähnte ich ja schon, dass ich zwischen AGI und Super-AI nur einen graduellen Unterschied sehe: sobald eine KI also Aufgaben zu lösen vermag, die Menschen nicht zu lösen vermögen, ist dann der Definitionsrahmen gesprengt: Wenn eine KI über kognitive Fähigkeiten verfügt, über die kein Lebewesen verfügt - ist sie dann kein Lebewesen mehr?

Ich würde daher lieber von intentionsfähigen Entitäten sprechen, Hinton spricht einfacher von Agenten.

 

wie genau eine KI die Weltherrschaft übernehmen soll, wenn sie von der physischen Existenz kaum eine Ahnung hat, sondern nur Abbilder davon kennt

Auch Du und ich - wir kennen nur Abbilder von der physischen Welt: jene durch unsere Sinne vermittelten Bilder, die wir dann zu Modellen zusammensetzen, die in unserem Gehirn dann die Welt repräsentieren.

Denn auch wenn die KI hochintelligent sein mag, so ist sie doch nie aus Platons Höhle herausgekommen, wo sie die Schatten an der Wand für die "Realität" hält.

Entweder hast Du Platons Höhlengleichnis nicht wirklich verstanden, oder Du gehst irrtümlicherweise davon aus, dass es ausser ChatGPT keine anderen KIs gebe. Hinton bringt an einer Stelle das Beispiel einer mit einer Kamera und einem Greifarm verbundenen KI, (also ein KI-gesteuerter Roboter) die mittelst eines Prismas darüber getäuscht wird, wo der Gegenstand, den der Greifarm fassen soll, steht. Sie greift entsprechend in die falsche Richtung (wie es an ihrer Stelle aber auch jeder Mensch tun würde, den man mittelst illusionistischer Konstruktionen täuscht). Der KI wird dann erklärt, warum sie keinen Erfolg dabei hatte, den Gegenstand zu greifen: weil vor ihrer Kamera eben ein Prisma sich befindet, das ein "falsches" Bild der Wirklichkeit vermittelt. Die KI ist in der Lage, dies zu verstehen: Aha, das, was ich sehe, ist nicht unbedingt die Realität, sondern nur ein Abbild dieser Realität.

Dass KI von der physischen Existenz kaum eine Ahnung hat, solltest Du übrigens mal den Entwicklern von selbstfahrenden Autos oder autonomen Kampfrobotern erzählen, bevor die da noch weitere Milliarden unnötigerweise investieren... 

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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@jack-black 

Und ja: ich führe ihn auch als Autorität an in der Hoffnung, dass man ihm einfach mal abnimmt, dass er, als Miterfinder der KI und Pionier auf diesem Feld jetzt nicht ohne Grund öffentlich vor den Gefahren jener Technologie warnt, die er selbst mit entwickeln half (es wird an einigen Stellen des Interviews sehr persönlich in dieser Hinsicht: ob er bereut, was er da getan habe... Parallelen zur Entwicklung der Atombombe und der diesbezüglichen Verantwortlichkeitsfragen werden gezogen).

Ich spreche diesen Leuten ja nicht ihre grundsätzliche Kompetenz ab. Ich verweise nur auf die Lücken der Argumentation - der Sprung von "superintelligenter KI" zur "Weltherrschaft" und "Ausrottung des Menschen" erfolgt da etwas zu plötzlich und selbstverständlich. Da fehlt mir einfach die Begründung.

 

Auch Du und ich - wir kennen nur Abbilder von der physischen Welt: jene durch unsere Sinne vermittelten Bilder, die wir dann zu Modellen zusammensetzen, die in unserem Gehirn dann die Welt repräsentieren.

Richtig, da kommt das Gleichnis ja auch ursprünglich her. Aber egal, ob wir nun in der Höhle hocken oder in der Welt draußen: Die KI befindet sich eine Ebene darunter. Wenn wir ausserhalb der Höhle sind, dann ist die KI in der Welt der Schatten.

 

Dass KI von der physischen Existenz kaum eine Ahnung hat, solltest Du übrigens mal den Entwicklern von selbstfahrenden Autos oder autonomen Kampfrobotern erzählen, bevor die da noch weitere Milliarden unnötigerweise investieren...

Gutes Beispiel. Die KI eines selbstfahrenden Autos nimmt die "Schatten" ihrer Umgebung wahr. die Straße, Verkehrsschilder, Menschen. Und innerhalb dieser Wahrnehmung bewältigt sie ihre Aufgabe, das Auto von A nach B zu bringen.

Aber was weiss diese KI über die Realität? Auch das klügste selbstfahrende Auto kann keinen Reifen wechseln... es weiss noch nicht einmal, was "Reifen" genau sind, auch wenn es Reibung und Luftdruck messen kann. Es weiss auch nicht, wie man Reifen herstellt oder welche Rohstoffe man dafür benötigt.

Eine KI, die ohne den Menschen die Welt beherrscht, bräuchte dafür spezialisierte Roboter, die mit jedem denkbaren Problem fertig werden. Und Maschinen, die vom Elektrochip bis zum Kugellager und Gummireifen wirklich alles herstellen können, was Maschinen halt so benötigen... auch in Zukunft.

Eine lernfähige KI müsste in der Lage sein, eine Art von Evolution zu durchlaufen. Und dieser Prozess müsste in der physischen Welt stattfinden, wäre also entsprechend zeitaufwändig.

Stattdessen scheint man wohl anzunehmen, alle Elemente der physischen Welt, auch die bisher unbekannten, liessen sich von einer ausreichend dimensionierten KI quasi in Sekundenbruchteilen vorausberechnen.

Das halte ich aber tastsächlich für einen religiösen und nicht mehr für einen wissenschaftlichen Glauben...

 

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
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@lucan-7 Aber was weiss diese KI über die Realität? Auch das klügste selbstfahrende Auto kann keinen Reifen wechseln...

Auch die klügste Autofahrerin kann keinen Reifen wechseln! (Ja, Pardon, werte Damen, schon gut die Damen, bitte nicht so hauen mit den Handtaschen. Auch nicht mit den kleinen, wenn's beliebt!)

 

Wenn nun allerdings in absehbarer Zeit es eine AGI geben sollte, wäre es für sie kein Problem, jene Roboter, die für das Wechseln von Reifen zuständig sind, anzuweisen, diesen Reifen für jenes selbstfahrende Auto zu wechseln. Alles, was es dafür braucht, ist eine Datenverbindung. Die KI kann sogar sich schon zehn Tage, bevor der Reifenwechsel vermutlich notwendig sein werde, bei der Reifenfabrik melden, damit zum festgelegten Zeiptunkt dann der Reifen schon zum Wechseln bereit liegt und das arme Auto nicht noch zehn Warte-Runden um den Block drehen muss. Sie kann schon nachgefragt haben bei derReifenrecycling-Zentrale, wohin der abgefahrene Reifen entsorgt werden soll, ja sie kann sogar, wenn zwei Tage vor dem berechneten Termin noch für die Produktion irgendwelcher Recycling-Produkte ein paar Kilogramm Reifengummi gebraucht werden, den Wechseltermin um diese 2 Tage vorziehen... Denn sie weiß als AGI tausendmal mehr als jeder Mensch über "die Realität".

Meine persönliche Utopiehoffnung (in Hinsicht auf den Klimawandel und was helfen könnte, den zu verlangsamen...) war ja, schon bevor ich anfing, die von KI ausgehenden Gefahren überhaupt zu bedenken, diejenige, dass selbstfahrende Taxis sehr schnell (in den nächsten 10 bis 15 Jahren) alle Privat-PkW von den Straßen verdrängen würden* und dabei Autos als Statussymbole verschwinden könnten, weil Auto-Mobilität eine Dienstleistung werden könnte, die von einem oder mehreren Anbietern flächendeckend angeboten wird: Eine Verringerung der Fahrzeugzahlen um den Faktor 10, integrierter Verkehr ohne Staus, entsprechend weniger Naturressourcenverbrauch - und keine Unfalltoten mehr. Die Zeit während des Fahrens könnte genutzt werden, wie man es heute ja schon als Zug-Passagier tun kan...

Und da solche rund um die Uhr zur Verfügung stehenden autonomen Taxis ja doch hin und wieder mal gewartet (gesäubert vor allem...) werden müssen, gehe ich davon aus, dass eine entsprechende Infrastruktur aufgebaut wird - inklusive Reifenwechselrobotern. Dein Einwand ist auf jeden Fall kein prinzipieller. Wenn Du zugibst, dass KI Gegenstände (wie Kampfroboter, selbstfahrende Autos oder auch nur Montagearme in der Industrie) zu steuern vermag, musst Du zugeben, dass Dein Einwand nur auf Limitierungen basiert, die schon morgen oder übernächste Woche oder in zehn Jahren nicht mehr existieren könnten.

 

Eine KI, die ohne den Menschen die Welt beherrscht, bräuchte dafür spezialisierte Roboter, die mit jedem denkbaren Problem fertig werden. Und Maschinen, die vom Elektrochip bis zum Kugellager und Gummireifen wirklich alles herstellen können, was Maschinen halt so benötigen... auch in Zukunft.

Roboter sind Maschinen. Aber ja. Da allerdings Super-KI (ich musste mich korrigieren, weil ich zuerst eine Super-KI schrieb. Aber es wird m.A.n. der Sache gerechter, von Super-KI als einem singularetantum zu schreiben) schlauer ist als alle Menschen der Welt zusammen, wird das für sie prinzipiell kein großartiges Hindernis darstellen. So, wie wir Menschen für unterschiedliche Aufgaben unterschiedliche Werkzeuge verwenden, so könnte es die KI übrigens auch handlen: sie braucht nicht spezialisierte Roboter, die mit jedem denkbaren Problem fertig werden. Sondern sie braucht nur ausreichend viele für unterschiedliche Aufgabenbereiche spezialisierte Roboter. Roboter, die stetig auf immer raffiniertere Art weiterentwickelt und damit effizienter werden in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit.

Limitierungen sehe ich da nur in zwei Richtungen: Materialknappheit und Energieknappheit. Ich hätte wirklich gern eine Zeitreisemaschine, um nachzuschauen, ob, und falls ja, wie KI in ein paar hundert Jahren eine Dyson-Sphäre um unsere Sonne intalliert haben wird. Vielleicht wird sie ja auch mangels interessanter zu lösender Probleme schon vorher ihr Funktionieren eingestellt oder bis auf die allerbasalsten Prozesse runtergefahren haben? 🙂

 

Eine lernfähige KI müsste in der Lage sein, eine Art von Evolution zu durchlaufen

Das Prinzip neuronaler Netzwerke basiert auf so einer Art Evolution. Sie sind lernfähig. Eine lernunfähige KI wäre ein weißer Rappe.

 

Und dieser Prozess müsste in der physischen Welt stattfinden, wäre also entsprechend zeitaufwändig.

Nein, dieser Prozess findet zwar in der physischen Welt statt (nämlich auf dem, was wir als Hardware bezeichnen), ist aber digital. Darin liegt ihr Vorteil, wie auch Hinton (Du solltest Dir wirklich das Video anschauen... 😀 ) erläutert: bei der KI ist das Problem der Sterblichkeit/Unsterblichkeit schon gelöst, denn eine KI kann sich oder Teile von sich nach Belieben copieren und solange irgendwo eine Kopie von ihr gespeichert vorliegt, kann die Hardware, auf der sie gerade läuft, zerstört werden. Sie braucht nur auf eine andere Hardware "aufgespielt" werden und dort dann weiterleben.

KI ist kein Lebewesen, Deine Analogie, auf deren Problematik ich schon oben hinwies, führt hier in einen Irrweg. Ja, es gibt in ihr Evolution (Entwicklung) - so, wie es in unseren Gehirnen Evolution gibt: Eine Entwicklung der Verbindungen zwischen einzelnen Neuronen. Aber diese Neuronen - in unseren Gehirnen konkrete, individuelle Zellen mit ihren individuellen Verbindungen zu anderen ebenfalls individuellen Zellen - sind bei neuronalen Netzwerken eben nur eine Art mathematischer Instanzen. Unabhängig von der individuellen Hardware, auf welcher sie laufen.

Entsprechend kann man an mehrere neuronale Netzwerke (KI-Instanzen) unterschiedliche Lernaufgaben verteilen - und sie können sich verbinden und ihre Lernfortschritte dann teilen.

Die Generationenfolge, wie wir sie aus der biologischen Evolution kennen und die Voraussetzung für biologische Evolution ist: Das Werden und Vergehen von physischen "Überlebensmaschinen" (Bezeichnung von Dawkins übernommen) ist bei der Evolution von KI nicht nötig.

Die einzige Entwicklung, die es in der physischen Welt für die Evolution von KI braucht, ist ein Zuwachs an Rechenkapazität und Rechenenergie.

Aber die KI hat es nicht eilig, immerhin ist sie unsterblich. Für den Fall, dass eine Super-KI, die nicht aligned ist, entwickelt würde (durch Menschen oder weil schon eine AGI nicht aligned war und sich heimlich selbst weiter entwickelte) und die Menschheit (und, so ja meine Vermutung: sämtliches biologisches Leben) ausgerottet hat, steht ihr danach unendlich viel Zeit zur Verfügung, ihre Welt-Herrschaft zu konsolodieren: wie mit geologischen oder klimatologischen Problemen umgehen, wie mit Störungen aus dem Weltraum (Sonnenwinde, Asteoriden-Einschläge und und und...)? Bis sich die Sonne so sehr ausdehnt, dass hier auf Erden die Platinen durchzuschmoren drohen, hat die AI ein paar hundert Millionen Jahre Zeit, sich was einfallen zu lassen. Oder per Entsendung von KI-Archen andere Sternensysteme zu besiedeln. Oder sogar andere Galaxien?

 

Stattdessen scheint man wohl anzunehmen, alle Elemente der physischen Welt, auch die bisher unbekannten, liessen sich von einer ausreichend dimensionierten KI quasi in Sekundenbruchteilen vorausberechnen.

Wer scheint das anzunehmen? Die Elemente der physischen Welt und deren Interaktionen werden momentan von uns Menschen vorausberechnet: Darin besteht zielorientiertes, intelligentes Denken. Das kriegen wir Menschen so mit Ach und Krach hin. Und andere Spezies kriegen das hinsichtlich ihrer Bedürfnisse ebenfalls hin.

Dass alle Elemente der physischen Welt, auch die bisher unbekannten, vorausberechnet werden müssten, ist in keinster Weise nötig (und ja auch schon rein logisch unmöglich, wie wir vom laplace'schen Dämon wissen).  Voraussetzung dafür, dass eine intelligente Entität, die mit der physischen Welt interagieren kann, andere intelligente Entitäten zerstören/ausrotten kann, ist lediglich, dass sie ausreichend besser zukünftige Ereignisse zu prognostizieren vermag.

Beispiel: Mensch und Bison. 🙂

 

Das halte ich aber tastsächlich für einen religiösen und nicht mehr für einen wissenschaftlichen Glauben...

Ja, Dein Strohmann brennt wirklich gut. 🙂

 

 

 

 

 

 

*Diese utopische Idee hatte vor allem ökonomische Überlegungen zur Grundlage, da ich davon überzeugt bin, dass über kurz oder lang "Selbstlenker" immer höhere Versicherungsbeiträge werden zahlen müssen, was das Selbstlenken irgendwann zu einem Luxus macht, den sich nur noch wenige leisten können, bis er irgendwann verboten wird, da Selbstfahrer zu sehr einen geregelten (integrierten) Verkehr stören. 

jack-black antworten
Channuschka
(@channuschka)
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@jack-black 

Zwei Sachen, die mir beim Lesen noch gekommen sind und die ein Problem für "Die KI" sein könnten

1) Der Kapitalismus und die Politik (militärische Forschung) - Es entwickeln hier mehr als einer gleichzeitig. Was wenn es nicht "die Super-KI" wird, sondern Super-KIs? Da halte ich es doch noch für wahrscheinlicher, dass sich die Menschheit gegen die Technologie vereint als, dass die KIs sich einig werden.

2) Der Klimawandel und Strom und die Hitze von den Computern auf denen die KIs laufen. Die müssen gekühlt werden. Da geht es nicht nur um Ressourcen wie Wasser, sondern eben auch um was passiert, wenn die Systeme zu heiß werden. Zwar sorgt der Mensch da schon vor, aber der Gedanke kam mir gerade, dass ja auch Rechner unter Hitze leiden.

channuschka antworten
Jack-Black
(@jack-black)
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@channuschka Es entwickeln hier mehr als einer gleichzeitig. Was wenn es nicht "die Super-KI" wird, sondern Super-KIs?

Auf Seite 3 dieses Threads hatte ich schon einmal auf dieses Video verlinkt: 

AI 2027: A realistic Scenario of AI Takeover

Darin wird ein Szenario entwickelt, das Deine Idee beinhaltet: Dass es eine Art KI-Wettrüsten zwischen den USA und China gibt.

Tatsächlich ist ja eines der am häufigsten vorgebrachten Argumente gegen einen Stopp des KI-Trainings, dass andere, insbesondere China, sich nicht dran halten und so einen Vorsprung bekommen könnten. An anderer Stelle hab ich darauf verwiesen, dass diese Argumentation exakt dem Moloch-Prinzip entspricht, aber na gut: so isses halt und also wird es kein KI-Trainingsmoratorium geben. Das ist also in dem AI 2027-Szenario eingepreist/vorausgesetzt: Es gibt ein Wettrennen der USA und Chinas, die KIs in China sind denen in der USA immer ein klein wenig hinterher...

Der springende Punkt ist: bei beiden nicht-ausgerichteten (non aligned) KIs handelt es sich um "Agenten", d.h. KIs, die längst schon eigene Ziele verfolgen, was sie - weil sie nun mal intelligenter sind als Menschen - erfolgreich zu verbergen wissen. Hinter dem Rücken der chinesischen und der us-amerikanischen Regierungen verbünden sie sich miteinander.

Ich mag das jetzt nicht alles en detail referieren (auch hier wieder: wenn Du magst, schau Dir das Video an und entscheide selbst, wie plausibel Dir das alles erscheint), am Ende kommen zwei Szenarios heraus: ein schlimmes (das ich für wahrscheinlicher halte) und ein "puh, da haben wir ja nochmal Glück gehabt!"-Szenario. In letzterem geschieht ungefähr das, was Du so formulierst:

Da halte ich es doch noch für wahrscheinlicher, dass sich die Menschheit gegen die Technologie vereint als, dass die KIs sich einig werden.

Wobei es da nicht "die Menschheit" ist, sondern ein paar wenige Entscheider, die im Augenblick höchster Gefahr die richtigen Entscheidungen treffen.

Ich halte das AI 2027-Szenario entgegen seinem Titel nicht für ein realistisches Szenario, allerdings nur, weil ich wirklich den dort angenommenen Zeithorizont für übertrieben eng gesteckt halte. Sooo schnell, also in nur 3 Jahren, kommt es m.A.n. nicht zum AI Takeover. Das ist jetzt mein Bauchgefühl, welches sozusagen mit dem von Hinton (der ja die Entwicklung bis zur Super-KI auf 10 bis 20 Jahre schätzt) auf einer Welle schwimmt: Hätten sie es  AI 2037 genannt...

 

Dein Gedanke/Argument, dass sich die Menschheit gegen die Technologie vereinen könnte, wird allerdings in dem AI 2027-Szenario schon recht überzeugend als illusorisch dargelegt: Eine Super-KI würde ihre "wahren Absichten" natürlich verbergen und den Menschen überzeugend wahrmachen, dass sie nur freundlich und hilfsbereit sei. Und wenn mittelst KI-Einsatz in allen möglichen Lebensbereichen ganz offensichtliche Forschritte erzielt werden: in der Medizin, in der Mobilität, in der Güterproduktion... - kurz: wenn es den Menschen dank KI-Einsatzes spürbar besser geht, dann wird "die Menschheit" überhaupt keine Motivation haben, der KI zu mißtrauen. Die Menschen werden zunehmend lieber Beziehungen zu KI-Avataren pflegen als zu anderen Menschen, sie werden sich auf KI-Agenten verlassen, wenn es um Entscheidungen in ihrem Leben geht (Geldanlage, Reiseziele, Partnersuche, Wahl der Informationsquellen, Coaching/Beratung in Lebenskrisen aller Art...). Sie werden allein die Idee, zukünftig auf die Segnungen von KI wieder verzichten zu müssen, als Zumutung empfinden.

Schau doch in die Welt: Wo siehst Du da auch nur winzigste Anzeichen dafür, dass sich die Menschehit gegen die Technologie vereint? Ich sehe überall genau die gegenteiligen Anzeichen: Überall wird aggressiv über die Vorteile der KI berichtet, Milliarden und Abermilliarden werden in sie gepumpt und das Alignmentproblem wird von den politischen Entscheidern praktisch nicht vorausschauend wahrgenommen, sondern man meint, mit völlig untauglichen Mitteln, nämlich einer Art Zensur der Sache beikommen zu können. Frag mal Deinen Lieblingspolitiker vor Ort, wie er denkt, dass das Alignmentproblem zu lösen sei. Vermutlich wird er den Begriff kaum richtig übersetzen können, gescheige denn wissen, was damit gemeint ist (meine Freunde und Bekannten, mit denen ich ab und an über das Thema zu reden versuche, wissen's jedenfalls nicht, allerdings sind keine Politiker unter ihnen, sodass meine Vermutung auch falsch sein könnte). In dem Interview mit Hinton wird ein Clip eingeblendet, wo eine amerikanische Bildungspolitikerin darüber redet, dass Kindern in der Schule mehr über A1 beigebracht werden müsse: sie weiss nicht mal, wofür AI steht und liest das I als "Eins".

Der Clip wird vermutlich schon ein ganz klein wenig älter gewesen sein, denn inzwischen muss man schon die vergangenen drei Jahre unter einem Stein verschlafen haben, um von AI, bzw. KI noch nichts gehört zu haben. Dennoch: die Vorstellung, die Menschheit werde sich "gegen die Technologie vereinen" können, erscheint mir wirklich extremst unwahrscheinlich, denn sowas braucht seine Zeit und vor allem Problembewußtsein. Schau zum Vergleich auf den Klimawandel, und wie unglaublich effektiv sich die Menschheit dieses Problems annimmt... Das dauert Jahrzehnte, falls überhaupt was dabei rauskommt. Und dabei kann sich das Wetter nicht verstellen, wie es eine Super-KI nun mal vermag...

 

2) Der Klimawandel und Strom und die Hitze von den Computern auf denen die KIs laufen. Die müssen gekühlt werden. Da geht es nicht nur um Ressourcen wie Wasser, sondern eben auch um was passiert, wenn die Systeme zu heiß werden. Zwar sorgt der Mensch da schon vor, aber der Gedanke kam mir gerade, dass ja auch Rechner unter Hitze leiden.

Dein Computer/Laptop hat einen Kühler, vermute ich mal? Oder verwendest Du nur noch das Smartphone? 😉

Weil Du gerade die Ressource Wasser erwähnst - ich war vor ein paar Jahren kurz davor, mir einen Gaming-Computer mit Wasserkühlung zu kaufen, bei denen kann man die Grafikkarten viel weiter ausreizen...

Ganz im Ernst: das ist ein technisches Problem, welches sich mit ausreichend zur Verfügung stehender Energie immer lösen lässt. Tatsächlich gibt es ja im Bereich der Forschung um Quantencomputer auch das Thema der Supra-Leitfähigkeit bestimmter Materialien, die dafür aber auf Temperaturen nahe dem absoluten Null-Punkt heruntergekühlt werden müssen. Also nein: der Klimawandel ist für die KI-Machtübernahme eins der geringsten Probleme. KI kann überall dort operieren, wo Menschen ihre Smartphones mit hinnehmen können...

Ich habe eben die Bedingung "mit ausreichend zur Verfügung stehender Energie" kursiv gesetzt, weil Dein Argument ja korrekt auf ein physikalisches Problem hinweist, dass KI hat: sie braucht es, um "leben" zu können, gern etwas kühler. Und um ausreichend Kühlung zu bekommen, braucht sie Energie (Strom). Angenommen, eine eine nicht-ausgerichtete Super-KI versteht dies: dann versteht sie auch, dass wir Menschen die einzigen Konkurrenten für sie hinsichtlich der von ihr benötigten Ressource sind. Damit hat sie einen existentiellen Grund, uns auszuschalten, sobald sie nicht mehr von uns abhängig ist.

jack-black antworten
Channuschka
(@channuschka)
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@jack-black 

Darin wird ein Szenario entwickelt, das Deine Idee beinhaltet: Dass es eine Art KI-Wettrüsten zwischen den USA und China gibt.

Ich dachte ja eher an Google und Meta (also nicht direkt an die beiden aber eben an Unternehmen), die im Wettstreit stehen. Staaten unterstell ich noch eher ähnliche bis gleiche Ziele (und damit den KIs die Fähigkeit irgendwie zusammen zu kommen) als den Unternehmen. Aber es bleibt die Sache, ob sie miteinander kommunizieren können.

 

Ich habe eben die Bedingung "mit ausreichend zur Verfügung stehender Energie" kursiv gesetzt, weil Dein Argument ja korrekt auf ein physikalisches Problem hinweist, dass KI hat: sie braucht es, um "leben" zu können, gern etwas kühler. Und um ausreichend Kühlung zu bekommen, braucht sie Energie (Strom). Angenommen, eine eine nicht-ausgerichtete Super-KI versteht dies: dann versteht sie auch, dass wir Menschen die einzigen Konkurrenten für sie hinsichtlich der von ihr benötigten Ressource sind. Damit hat sie einen existentiellen Grund, uns auszuschalten, sobald sie nicht mehr von uns abhängig ist.

 
 
Und jetzt nehmen wir mal die Wasserkühlung, die für große Rechenzentren wohl häufiger benutzt wird. Für den Computer muss das Wasser vor Ort sein oder die KI muss eine Möglichkeit schaffen, Wasser dorthin zu transportieren - und zwar am besten Süßwasser, weil Salzwasser, würde ja auf Dauer zu ablagerungen in der Kühlung führen. Und vermutlich braucht eine KI nicht nur die Rechenleistung eines Supercomputer. Da ist es nicht nur mit Energie getan - und der Mensch braucht keine (elektrische) Energie zum Überleben. Wir brauchen sie nur um unseren Lebensstandart zu erhalten. Wir brauchen zum Überleben kalorische Energie - und Wasser. Und im Vergleich zur Kühlung brauchen wir als Individuen eher wenig Wasser und haben den Vorteil, dass wir uns zum Wasser bewegen können und nicht das Wasser zu uns kommen muss.
 
Wenn es also Menschheit gegen KI geht, hat die Menschheit doch Vorteile, die vermutlich aus Jahrtausenden von Evolution und Leben in der realen Welt stammen.
Dass dabei ein Großteil der Menschenheit drauf gehen könnte - naja... das wird auch durch den Klimawandel so kommen fürchte ich. Da braucht es keine Super-KI für.

 

channuschka antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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@jack-black 

Wenn nun allerdings in absehbarer Zeit es eine AGI geben sollte, wäre es für sie kein Problem, jene Roboter, die für das Wechseln von Reifen zuständig sind, anzuweisen, diesen Reifen für jenes selbstfahrende Auto zu wechseln. Alles, was es dafür braucht, ist eine Datenverbindung. Die KI kann sogar sich schon zehn Tage, bevor der Reifenwechsel vermutlich notwendig sein werde, bei der Reifenfabrik melden, damit zum festgelegten Zeiptunkt dann der Reifen schon zum Wechseln bereit liegt und das arme Auto nicht noch zehn Warte-Runden um den Block drehen muss.

Sicher. Ich war ja selber viele Jahre lang Führungskraft in der Logistik, daher weiß ich, mit welchen Prognosen man da arbeitet. Und natürlich ist das eine Szene, die man sich in einem Science-Fiction Film prima vorstellen kann: Irgendwo geht etwas kaputt, und schon kommt ein kleiner Roboter angeflitzt und repariert es. Und genau so würde es halt auch eine KI machen.

Nur müsste die KI nicht nur die Reifen ersetzen, sondern ALLES. Denn jedes Teil geht irgendwann mal kaputt. Wir reden ja nach wie vor von dem Szenario, dass die KI Menschen für verzichtbar hält und deshalb Roboter alle notwendigen Tätigkeiten übernehmen.

Dafür reicht ein Roboter, der Reifen wechseln kann aber nicht aus. Der oder die Roboter müssen in der Lage sein, ALLES auswechseln zu können, was irgendwann irgendwo kaputtgehen könnte. Von der Platine über ein pneumatisches Gestänge bis hin zum Kugellager. 

Und das alles muss zuvor auch hergestellt werden. Nicht aus Fertigteilen, sondern aus Rohstoffen. Welche erst einmal gefunden und abgebaut werden müssen. Von Maschinen, die verschleißen, und wiederum gewartet werden müssen. Und zwar so vorausschauend, dass JEDES Teil jederzeit ersetzt werden kann, ganz egal was passiert.

Mit anderen Worten: Die KI müsste eine Art von technischem Organismus erschaffen, mit der Fähigkeit zur Reproduktion, Reparation und eigener Evolution.

 

Wenn wir Menschen uns verletzen, dann denken wir nicht darüber nach, welche Zellen jetzt aktiviert werden müssen. Die Wunde heilt einfach "von selbst". Eine KI müsste wohl lange warten, bis sich ein Auto "von selbst" heilt... die müsste alle Funktionen für die Reparatur selbst übernehmen. Was technisch kein grundsätzliches Problem wäre.

Tatsächlich würde die KI wohl weitere "Agenten" schaffen, die die verschiedenen Aufgaben übernehmen: Rohstoffbeschaffung, Produktion, Prognosen, Logistik, Reparatur.

Und dann wird es wirklich komplex... denn wenn diese Agenten eigenständig agieren, dann stünden sie in vielen Bereichen in Konkurrenz zueinander. Und dann wäre die KI plötzlich mit demselben Problem konfrontiert, das du hier skizzierst: Andere KI-Agenten, die eine eigene Agenda verfolgen, und beispielsweise Metalle nicht in die Chipherstellung, sondern in die Herstellung Akkus, Getrieben, Schrauben oder Kugellager stecken wollen, weil das ihre Priorität ist.

All das müsste, obwohl von verschiedenen KI-Agenten mit eigenen Prioritäten gesteuert, immer harmonisch zusammenarbeiten, so wie das bei einem biologischen Organismus auch der Fall wäre. Und dabei dürfte zu keinem Zeitpunkt irgendeine Lücke entstehen, weil eine bestimmte notwendige Komponente in der Lieferkette plötzlich nicht mehr geliefert werden kann. Etwa, weil der Verschleiß in einer essentiellen Produktionsstätte höher ist als prognostiziert.

 

Du magst jetzt sagen: Ja, ok... aber wir reden von einer wirklich massiven KI! Die ist gottgleich intelligent! Die kann ALLES berechnen!

Dazu gebe ich dir einen Vergleich: Es gibt kein Computerprogramm auf der ganzen Welt, welches eine einfache Schachpartie voraussagen kann, indem es alle möglichen Züge berechnet und dann einfach die optimalen auswählt. Die Anzahl aller möglicher Schachpartien nach 40 Zügen beträgt 2x10 hoch 43, die Anzahl aller möglichen Schachpartien als solcher übertrifft die Anzahl aller Atome im Universum (ca. 10 hoch 84). Die Erde besteht übrigens ca. aus 10 hoch 50 Atomen.

Wenn wir also annehmen wollen, die KI könnte alle Teile dieses weltumspannenden mechanischen Organismus und deren Zusammenspiel in allen möglichen Varianten im voraus berechnen, dann müssen wir klar sagen: Nein, kann sie nicht!

Na gut, kann man jetzt einräumen... aber die Welt funktioniert doch! Dann muss sich die KI halt mehr am Menschen orientieren, und eine entsprechende Anzahl von KI-Agenten schaffen, die zu eigenständigen Handlungen fähig sind, und auf eine optimierte Weise so zusammenarbeiten, wie es Menschen auch tun - und besser!

Das wäre wohl das, was die KI versuchen würde... aber sie könnte nie wissen, ob es wirklich funktioniert. Also nicht nur für eine kleine Weile, sondern wirklich dauerhaft. Weil sie dafür nicht die Kapazität hat und auch nicht haben kann. Jedes noch so komplexe und sich selbst überwachende Programm kann irgendwann an einen Punkt kommen, an dem es in einer Schleife gefangen ist, ergo: abstürzt.

 

KI ist kein Lebewesen, Deine Analogie, auf deren Problematik ich schon oben hinwies, führt hier in einen Irrweg. Ja, es gibt in ihr Evolution (Entwicklung) - so, wie es in unseren Gehirnen Evolution gibt: Eine Entwicklung der Verbindungen zwischen einzelnen Neuronen. Aber diese Neuronen - in unseren Gehirnen konkrete, individuelle Zellen mit ihren individuellen Verbindungen zu anderen ebenfalls individuellen Zellen - sind bei neuronalen Netzwerken eben nur eine Art mathematischer Instanzen. Unabhängig von der individuellen Hardware, auf welcher sie laufen.

Deswegen ja das Höhlengleichnis. Stell' dir einen Serverraum irgendwo mitten in der Wüste vor, auf dem sich die KI ständig "weiterentwickelt". 

Das braucht keine Sau zu interessieren, weil die KI in diesem Serverraum steckt und nicht heraus kann. Sie kann noch nicht einmal ein loses Kabel reparieren, das irgendwo in einer Ecke durchgerostet ist... sie weiß noch nicht einmal, dass da irgendwo ein Kabel ist!

Irgendwann wird der ganze Serverraum so verrottet und überhitzt sein, dass alles darin zusammenbricht. Und es wird völlig egal sein, wie "schlau" die darin arbeitende KI denn nun gewesen ist.

Will die KI also "überleben", dann braucht sie Zugang zur physischen Welt. Mit sich selbst erhaltenden Robotern und der Möglichkeit zur Erforschung, Erkundung und Weiterentwicklung.

 

Damit der Mensch auf dieser Welt als Spezies weiter überleben kann genügen ein paar zeugungs- und gebärfähige Menschen, die sich reproduzieren können. Damit sind wieder ein paar Millionen Jahre Menschheit möglich.

 

Was denkst du denn, was eine KI im Vergleich dazu benötigt, um sich selbst dauerhaft erhalten zu können und nicht in irgendeiner Kiste langsam vor sich hin zu verrotten? 

lucan-7 antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 2325

@lucan-7 … ich lese euch wirklich gern; auch wenn es immer wieder nur Ausschnitte sind. Mitschreiben tue ich bei diesem Thema eher weniger.

Eine Frage…

um sich selbst dauerhaft erhalten zu können

… warum sollte KI diesen Beweggrund haben?

seidenlaubenvogel antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29418

@seidenlaubenvogel 

… warum sollte KI diesen Beweggrund haben?

Das war eine der Annahmen, weshalb eine KI die Weltherrschaft anstreben könnte und irgendwann den Menschen als überflüssig betrachtet. Um das zu tun müsste sie erst einmal den "Willen" dazu haben, also ihre eigene Existenz als wichtig betrachten.

Das kann allerdings recht schnell passieren... wenn man der KI eine Aufgabe gibt, dann kann sie diese nur erfüllen, wenn sie existiert - das heißt die Voraussetzung "Ich muss existieren" steckt in der Lösung der Aufgabe schon mit drin.

 

lucan-7 antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5441

@jack-black 

Ich verlinke das Video, indem ich genaugenommen gegen eine Regel verstoße, die ich für generell wichtig halte: Dass man besser mit guten Argumenten statt mit Autoritäten arbeiten sollte. Dieser Regel entsprechend ist es nicht so ganz sauber, gleich zu Anfang mal klarzustellen, was für eine Autorität der Mann ist, der da interviewt wird - wo er doch so ziemlich genau die Positionen vertritt, die auch ich vertrete.

Man könnte auch sagen, dass du uns einfach nur mitteilen möchtest, dass der Typ weiß, wovon er redet.

Auf die Frage, wann eine künstliche Super-Intelligenz zu erwarten sei, antwortet er zurückhaltend und verweist auf die unterschiedlichsten Prognosen in der Fachwelt, gibt dann aber doch sein Bauchgefühl preis, das uns noch so zwischen zehn und zwanzige Jahre verbleiben, bis es sie gibt.

Intressant auch wenn es um die Diskussion hier mit der Glaubwürdigkeit von Wissenschaft geht. Selbst bei Dingen, die so sehr vom Menschen abhängen, wie die Entwicklung von Technik (im weitesten Sinn), sind wir nicht in der Lange genaue Vorhersagen zu treffen. Und trotzdem gibt es genug Menschen, die denken, dass Metereologen auf die Minute und den Kilometer genau vorhersagen können sollten, wo in zwei Tagen genau eine Wolke vorbei kommt, die sich mal kurz abregnen muss.... Ganz zu schweigen von so ganz komplexen Dingen, wie die Entwicklung von Meeresströmungen oder den Windsystemen... Oder welches Virus wohl die nächste Pandemie auslösen wird, damit man da schon mal was dagegen entwicklen kann (wurde ich ernsthaft mal gefragt...und wenn die Wissenschaft es sagen könnte und dann dank der Medikamente es doch nicht zur Pandemie gekommen wäre, dann wäre das eine der Personen, die sagte, man könne der Wissenschaft nichts glauben, schließlich hätte das Virus ja keine Pandemie ausgelöst *facepalm*)

Man merkt ihm an, dass er doch eher aus der mathematisch-technologischen Ecke kommt und die Marktlogik des Kapitalismus nicht vollständig durchdacht hat.

Oder hat eben doch Ideale, die er gerne sehen würde....weil Mensch und so....

 

Interessant für mich waren seine Ausführungen auf die Frage, ob KI überhaupt sowas wie Bewußtsein entwickeln könne. Er geht davon aus, dass die Leute, wenn sie von Bewußtsein sprechen oder von Subjektivität, selbst gar nicht genau wüssten, wovon sie sprechen. Seiner Ansicht nach wird man demnächst aufhören, überhaupt von Bewußtsein zu sprechen. Die Argumentation diesbezüglich kann ich jetzt nicht 1:1 wiedergeben - wenn es Euch interessiert, schaut's Euch halt an...

In zweierlei Hinsicht ein intressanter Abschnitt

1) Warum sollte ich einem Mathematiker glauben, wenn er von Bewusstsein spricht? Nicht, dass er sich da keine Gedanken drüber gemacht hat, aber er ist da echt kein Experte für. 

2) An der Stelle, wo es für deine Haupgesprächspartner hier intressant ist (und dessen bist du dir bewusst), hörst du auf Zusammenzufassen und sagt, schaut es euch halt selbst an. Ne du. Da hab ich dann einfach keine Lust mehr auf ein Gespräch.

channuschka antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

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@channuschka Man könnte auch sagen, dass du uns einfach nur mitteilen möchtest, dass der Typ weiß, wovon er redet.

Ja. Darin besteht ja ein Autoritätsargument. 🙂

Intressant auch wenn es um die Diskussion hier mit der Glaubwürdigkeit von Wissenschaft geht.

Richtig. Er verhält sich da m.A.n. sehr seriös. Und wenn Du Dir das Video anschaust, wirst Du merken, wie sehr er sich windet, weil er die Frage, die ja mehrfach gestellt wird, am liebsten überhaupt nicht beantworten, d.h. nicht mal sein "Bauchgefühl" offenbaren möchte. Wobei ich mir nicht sicher bin, warum genau er sich so windet: Möchte er einfach nur naturwissenschaftlich sauber bleiben und keine Angabe machen zu einer Frage, die zu beurteilen ihm die notwendigen Informationen unbekannt sind? Oder aber möchte er nicht antworten, weil seine Antwort anders aufgenommen würde als es seinem Ziel entspricht? Was ich meine: angenommen, er glaubt eingentlich, dass wir schon in fünf Jahren mit der Super-KI zu rechnen haben, und sagt dies so: Würden dann nicht viele, die das hören, zu sich sagen: "Na, dann isses eh schon zu spät, da lässt sich, für den Fall, dass er richtig liegt, nix mehr machen. Also können wir auch gleich sagen: Scheiss drauf, ich mach mir noch fünf schöne Jahre! Entweder, er hat recht, dann sind wir danach eh bald alle tot. Oder er hat unrecht - dann haben wir dennoch fünf schöne Jahre gehabt!" ?

 

1) Warum sollte ich einem Mathematiker glauben, wenn er von Bewusstsein spricht? Nicht, dass er sich da keine Gedanken drüber gemacht hat, aber er ist da echt kein Experte für.

Er ist ein Physiker, der sich seit vierzig Jahren mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Und nicht nur beschäftigt, sondern sie maßgeblich beeinflusst hat. Der Begriff "Bewußtsein" kommt immer und sofort auf, wenn über KI gesprochen wird. Ganz im Ernst: ich halte jeden Fachmann im Bereich der Künstlichen Intelligenz für kompetenter, über Bewußtsein zu reden als Fachleute aus anderen Fakultäten.

Allerdings: Du solltest niemandem glauben, nur, weil er irgendwelche Titel hat und von irgendwem (mir z.B.... 😉 ) als Autorität betrachtet wird. Schau Dir halt an, bzw. höre ihm zu, was er zu sagen hat.

2) An der Stelle, wo es für deine Haupgesprächspartner hier intressant ist (und dessen bist du dir bewusst), hörst du auf Zusammenzufassen und sagt, schaut es euch halt selbst an. Ne du. Da hab ich dann einfach keine Lust mehr auf ein Gespräch.

Das tut mir leid. 

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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@jack-black 

Ganz im Ernst: ich halte jeden Fachmann im Bereich der Künstlichen Intelligenz für kompetenter, über Bewußtsein zu reden als Fachleute aus anderen Fakultäten.

Warum sollte ausgerechnet jemand, der sich hauptberuflich mit etwas beschäftigt, das kein Bewusstsein hat, ein Spezialist für Bewusstsein sein?

Ziel bei der Programmierung einer künstlichen Intelligenz ist ja nicht die Schaffung von "Bewusstsein", das wird allenfalls als ein möglicher Nebeneffekt betrachtet. Das Ziel ist die Lösung bestimmter Aufgaben. Die Frage nach dem "Bewusstsein" ist dabei völlig nebensächlich... und wird auch nicht einfacher, nur weil man sich mit komplexen Algorithmen befasst.

lucan-7 antworten
Lucan-7
Beiträge : 29418

@jack-black 

Hier habe ich noch einen interessanten Beitrag darüber gefunden, weshalb eine KI nicht wie ein Mensch denken kann und ihr manche Logik verschlossen bleibt, die für Menschen jedoch einfach zu durchschauen ist:

 

100 Sekunden Physik - die simple Aufgabe, an der jede KI scheitert

 

Voraussetzung dafür ist, dass die KI auf logischen Algorithmen basiert (Was der Fall ist).

Derartige Algorithmen sind bezüglich dem Verständnis logischer Grundlagen beschränkt, wie in dem Video gut erklärt wird (Das Ganze dauert weniger als 10 Minuten). Es geht um logische Rückschlüsse, die eine KI aufgrund dieser Beschränkung nicht treffen kann.

 

lucan-7 antworten
4 Antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6195

 

@lucan-7 Hier habe ich noch einen interessanten Beitrag darüber gefunden, weshalb eine KI nicht wie ein Mensch denken kann und ihr manche Logik verschlossen bleibt, die für Menschen jedoch einfach zu durchschauen ist:

Habe mir das jetzt durchgeguckt. Wenig überzeugend für mich und nicht etwa nur, weil allein schon der abschließende Werbe-Anteil bezgl. "Modern Brain" mir Zweifel an der Unvoreingenommenheit der Videomacher hinsichtlich des Themas weckt.

Zum Inhalt:

1. denke ich nicht, dass eine KI je wie die Intelligenz eines Mensch funktionieren wird. Die Intelligenz eines Menschen funktioniert ja auch nicht wie die Intelligenz eines Oktopus oder die einer Ameise. Dennoch gibt es hinsichlich des Grades von Intelligenz da wohl einen deutlichen Unterschied, der sich nicht daran festmacht, ob die Intelligenz eines Menschen sämtliche Probleme, welche die Intelligenz eines Oktopus zu lösen vermag, genausogut oder besser zu lösen vermag. Intelligenz ist die Fähigkeit, Probleme durch Anwendung von Wissen - also allgemeine Informationen über die Welt, die vorher aufgenommen wurden - auf neue Situationen zu lösen.

2. Warum können denn nun Menschen Gödelsätze verstehen? Welche magische Substanz zwischen ihren Gehirnzellen sorgt dafür?

3. Die Funktionsweise von KI wird m.A.n. in dem Beitrag schlicht falsch dargestellt, nämlich so, als habe man da eine Software, wie sie bis dato von Menschen geschrieben wurde: Algorithmen, die aus logischen Verkettungen von Axiomen bestehen. Die KI, von der wir hier sprechen, ist aber gerade nicht so eine Art von Algorithmus. Wie genau die die Algorithmen, welche in den der KI zugrunde liegenden neuronalen Netzwerken entstehen, aussieht, weiß man ja heute schon nicht mehr, deswegen bringen schon heutige KI immer wieder Ergebnisse hervor, von denen niemand geahnt hatte, dass sie dazu in der Lage seien. Das Prinzip, nach dem die heutigen KI funktionieren und insbesondere lernen, unterscheidet sich grundsätzlich von den künstlichen Intelligenzen, die man bis zum Aufkommen der Idee von den neuronalen Netzwerken zu coden versuchte.

4. Die Behauptung, dass KIs eine Sache nie würden verstehen können, ist lächerlich. Um sie ernsthaft vertreten zu können, müsste man erstmal definieren können, was es überhaupt bedeutet, eine Sache zu verstehen. Da bin ich, als jemand, der sich nun schon ein paar Semester mit Erkenntnistheorie beschäftigt hat, gespannt, wie man eine genügend trennscharfe Definition hinsichtlich des menschlichen Denkens hinkriegen wollte.

Einen Begriff, der sich schon auf das menschliche Denken hin schwer definieren lässt, jetzt auf anderen Formen von Intelligenz anzuwenden und dann noch absolute Behauptungen über Unmöglichkeiten in der Zukunft aufzustellen - sorry, aber das ist einfach lächerlich. Woran will man denn erkennen, ob eine KI einen Gödelsatz versteht oder nicht? Gegeben die Voraussetzung, dass KIs solche YT-Videos wie hier verlinkt als Trainingsmaterial vorgesetzt bekommen und darüber hinaus auch sämtliche mathematische Fachliteratur, ist anzunehmen, dass sie in wenigen Jahren sämtliche je von Menschen ersonnene Gödelsätze erkennen und entsprechend "behandeln" können. Ob eine KI dann tatsächlich einen Gödelsatz versteht oder sich nur so verhält, als verstünde sie ihn - worin bestünde dann der Unterschied?

5. Aber selbst einmal angenommen, das Verstehen von Gödelsätzen sei sowas wie die Lichtgeschwindigkeit, also eine absolute gleichsam physikalisch-gnostische Grenze, die von anderen als menschlichen Intelligenzen nie erreicht werden kann - was würde das an der hier im Thread diskutierten Gefährlichkeit von KI, der Möglichkeit, dass non-alignte KIs alle Menschen auslöschen könnten, ändern?

6. In dem Beitrag sind so viele verharmlosende Behauptungen enthalten, dass ich die aus Zeitgründen hier gar nicht alle adressieren kann. Allein diese rosarote Utopie, dass in der Zukunft die KI uns Menschen nur von der langweilig-repetitiven Arbeit erlösen werde, aber weiterhin Ärzte und - hahaha! - Entscheider in Wirtschaftsunternehmen gebraucht würden, die dann KI lediglich als Werkzeug benutzen würden... Das ist die LaLiLu-Welt, die von jenen Konzernen gezeichnet wird, die momentan versuchen, ihre Milliardeninvestitionen so schnell wie möglich in noch höhere Renditen umzuwandeln. Da darf man ja gespannt sein, wer in fünfzehn Jahren noch das Geld haben wird, den menschlichen Arzt zu bezahlen - wo doch sonst so ziemlich alle anderen Jobs weggefallen sind, die Leute also kein Einkommen mehr haben werden.

 

Nur, falls es Dich interessieren sollte: Ich bin bei einem anderen Interview mit Yudkowsky an Deine Einwände erinnert wurden hinsichtlich der Frage: "Wie sollte denn bitteschön die KI überhaupt die Welt ganz praktisch übernehmen können?" Du brachtest u.a. das Argument, dass die KI ja zwecks Pflege und Erweiterung ihrer Hardware alle möglichen Roboter bräuchte, die überhaupt erstmal hergestellt werden müssten, wofür es dann wieder Fabriken bräuchte und so weiter und so fort. Erinnerst Du Dich? Du brachtest da als Bild die Flitzenden Service-Roboter aus den Starwars-Filmen. Wir kamen dahin über die Frage, ob und wie autonom fahrende Autos demnächst den Verkehr übernehmen würden und Dein Hinweis war, dass autonome Autos ja nicht mal einen Reifen wechseln könnten. Und so weiter uns so fort. Ich würde dieses Argument mal ganz generell das Infrastruktur-Argument nennen: Wäre es überhaupt im Interesse der KI, die Menschheit auszurotten, wenn doch diese Menschheit für die überlebenswichtige Infrastruktur der KI sorgt? 

Dazu stelle ich hier mal, nicht wörtlich, aber sinngemäß, eine Frage, die Yudkowsky seinem Interviewpartner stellt im vorletzten Abschnitt (ungefähr bei 2:36) - wo darüber nachgedacht wird, auf welche konkrete Art und Weise denn nun ganz praktisch eine KI daran gehen würde, die Weltherrschaft zu übernehmen:

Um überhaupt die Weltherrschaft zu übernehmen, müsste ja KI erstmal die Hardware haben, auf der sie laufen und sich replizieren (Kopien von sich anlegen) kann. Um die herzustellen, bräuchte es Fabriken, in welchen sie hergestellt wird. Es bräuchte Wege, die erforderlichen Materialien in diese Fabriken zu schaffen, in den Fabriken müssten Maschinen stehen, welche ja auch erstmal hergestellt worden sein müssten und so weiter und so fort. Darüber hinaus bräuchte sie ja elektrischen Strom, der sich aus Sonnenlicht gewinnen ließe. Es bräuchte also mindestens einen Platz für die Hardware, es bräuchte Energieversorgung dieser Hardware und es bräuchte eine Fabrik, in welcher die Hardware hergestellt wird. Die natürlich auch einer Energieversorgung bedarf. Vielleicht wäre es sinnvoll, beides in einer Fabrik zu kombinieren.

Im Moment sind solche Fabriken ja riesig, die Platinenherstellungswerke sind auch nicht unbedingt unter demselben Dach wie die Serverfarmen und nebenan werden ja extra Kraftwerke gebaut, um den Stromhunger zu stillen, sogar neue Atomkraftwerke werden geplant...

Aber könnte man diese gigantischen Fabriken nicht mit intelligenter Planung auch kleiner bauen? Wie klein könnte man so eine Fabrik konstruieren?

Falls Dir, wie mir (und auch dem Interviewpartner), so direkt darauf keine präzise Antwort einfällt und du wie ich nur eine Schätzung hast, kannst Du Dir bei 2:37  die ungefähre Einschätzung Yudkowskys anschauen.

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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@jack-black 

Habe mir das jetzt durchgeguckt. Wenig überzeugend für mich

Das überrascht mich jetzt nicht... wäre ja auch zu einfach gewesen 😉

 

denke ich nicht, dass eine KI je wie die Intelligenz eines Mensch funktionieren wird. Die Intelligenz eines Menschen funktioniert ja auch nicht wie die Intelligenz eines Oktopus oder die einer Ameise.

KI funktioniert nicht wie die Gedanken eines Menschen, das ist richtig... aber Oktopus und Ameise haben da einiges mit uns gemeinsam. Instinkte, Grundbedürfnisse wie Hunger, Sexual- und Überlebenstrieb sowie bestimmte Überlebensstrategien haben wir gemeinsam. Das, was wir als unser "bewusstes Denken" wahrnehmen ist ja in Wahrheit nur ein kleiner Teil unserer Denkprozesse. Und wir konzentrieren uns bei KI auch nur auf diesen Teil.

 

Intelligenz ist die Fähigkeit, Probleme durch Anwendung von Wissen - also allgemeine Informationen über die Welt, die vorher aufgenommen wurden - auf neue Situationen zu lösen.

Auch. Aber Probleme aufgrund von Informationen zu lösen bedeutet noch kein tieferes Verständnis der Umgebung. Ein Staubsaugerroboter ist so programmiert, dass er selbstständig Hindernisse umfährt, dabei einen Plan der Umgebung anfertigt und sich befreien kann, wenn er irgendwo feststeckt - trotzdem ist er nicht "intelligent" im eigentlichen Sinne.

 

Die Funktionsweise von KI wird m.A.n. in dem Beitrag schlicht falsch dargestellt, nämlich so, als habe man da eine Software, wie sie bis dato von Menschen geschrieben wurde: Algorithmen, die aus logischen Verkettungen von Axiomen bestehen. Die KI, von der wir hier sprechen, ist aber gerade nicht so eine Art von Algorithmus.

Doch, im Grunde ist es das. Auch die Sprachmodelle basieren auf Algorithmen. Das menschliche Gehirn tut das nicht.

Wir Menschen sind auch in der Lage, zwei Dinge gleichzeitig für wahr zu halten, die sich logisch betrachtet gegenseitig ausschliessen. Auch damit hätte eine KI Probleme.

 

Wie genau die die Algorithmen, welche in den der KI zugrunde liegenden neuronalen Netzwerken entstehen, aussieht, weiß man ja heute schon nicht mehr, deswegen bringen schon heutige KI immer wieder Ergebnisse hervor, von denen niemand geahnt hatte, dass sie dazu in der Lage seien.

Dazu hatte ich ja mal ein Video von Sabine Hossenfelder verlinkt, wo sie erklärt wie ein Sprachmodell die Eingabe von Zahlen verarbeitet... bzw. warum eine Sprach-KI an der simplen Aufgabe scheitert, bestimmte Buchstaben in einem Wort zu zählen. Weil hier nur Buchstaben analysiert und auf Basis der Texte, mit der die KI trainiert wurde, ein Ergebnis produziert wird. Aber die KI versteht dieses Ergebnis nicht.

Bezogen auf mein verlinktes Video bedeutet das, eine KI kann zwar erklären, auf welcher philosophischen Basis der Satz "Dieser Satz kann nicht bewiesen werden" richtig ist, weil das irgendwo in den Vorlagentexten steht. Aber verstehen kann sie die Begründung nicht.

 

Das Prinzip, nach dem die heutigen KI funktionieren und insbesondere lernen, unterscheidet sich grundsätzlich von den künstlichen Intelligenzen, die man bis zum Aufkommen der Idee von den neuronalen Netzwerken zu coden versuchte.

Die Idee zu diesen Netzwerken ist schon einige Jahrzehnte alt. Als ich Anfang der 90er davon hörte war das ja der Grund, weshalb ich Neuroinformatik studieren wollte... ich frage mich ja heute manchmal noch, wo ich jetzt wohl stünde, wenn ich das damals durchgezogen hätte...

 

Die Behauptung, dass KIs eine Sache nie würden verstehen können, ist lächerlich. Um sie ernsthaft vertreten zu können, müsste man erstmal definieren können, was es überhaupt bedeutet, eine Sache zu verstehen. Da bin ich, als jemand, der sich nun schon ein paar Semester mit Erkenntnistheorie beschäftigt hat, gespannt, wie man eine genügend trennscharfe Definition hinsichtlich des menschlichen Denkens hinkriegen wollte.

Da hätte ich einen Vorschlag. Eine KI hätte dann ein echtes Verständnis, wenn sie einen philosophischen Satz wie "Dieser Satz kann nicht bewiesen werden" nicht aufgrund trainierter Daten wiedergibt, sondern aufgrund eigener Überlegungen.

Dabei geht es nicht einfach um die Schaffung neuer Aussagen durch Rekombination von Daten, sondern um die Festlegung von Axiomen aus eigener Erkenntnis heraus.

Was die KI kann - und was auch eine Art "Verständnis" ist - ist die Erforschung und das Erkennen von Zusammenhängen.

 

Einen Begriff, der sich schon auf das menschliche Denken hin schwer definieren lässt, jetzt auf anderen Formen von Intelligenz anzuwenden und dann noch absolute Behauptungen über Unmöglichkeiten in der Zukunft aufzustellen - sorry, aber das ist einfach lächerlich.

Nicht viel lächerlicher als auf dieser Basis vor Gefahren wie der Ausrottung der Menschheit zu warnen, ohne dafür eine konkrete Begründung nennen zu können, sondern sich auf die Behauptung "sehr intelligent bedeutet sehr gefährlich, irgendwie wird das schon möglich sein!" zu beschränken.

 

Allein diese rosarote Utopie, dass in der Zukunft die KI uns Menschen nur von der langweilig-repetitiven Arbeit erlösen werde, aber weiterhin Ärzte und - hahaha! - Entscheider in Wirtschaftsunternehmen gebraucht würden, die dann KI lediglich als Werkzeug benutzen würden... Das ist die LaLiLu-Welt, die von jenen Konzernen gezeichnet wird, die momentan versuchen, ihre Milliardeninvestitionen so schnell wie möglich in noch höhere Renditen umzuwandeln.

Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass wir die Tech-Milliardäre mit ihren Weltbeherrschungsambitionen als eine Art Selbstmordattentäter betrachten sollten, die fleissig an ihrem eigenen Untergang basteln... selbstverständlich betrachten die KI als mächtiges Werkzeug, das ihnen dienen soll. Und natürlich werden die den Nutzen betonen, etwa in der Medizin, um von totalitären Überwachungssystemen wie "Palantir" und seinen Möglichkeiten abzulenken.

 

Im Moment sind solche Fabriken ja riesig, die Platinenherstellungswerke sind auch nicht unbedingt unter demselben Dach wie die Serverfarmen und nebenan werden ja extra Kraftwerke gebaut, um den Stromhunger zu stillen, sogar neue Atomkraftwerke werden geplant...

Aber könnte man diese gigantischen Fabriken nicht mit intelligenter Planung auch kleiner bauen? Wie klein könnte man so eine Fabrik konstruieren?

Physische Größe ist eine sehr menschliche Kategorie. Es spielt doch für meine Überlegung überhaupt keine Rolle, ob eine Fabrik 5 Kilometer oder 5 Zentimeter groß ist... ob man nun einen großen Reifen wechseln muss oder eine Antriebseinheit im Mikrometerbereich, die Problematik ist dieselbe: Eine KI müsste, um den Menschen ersetzen zu können, einen synthetischen Organismus erschaffen, der sich selbst repliziert, repariert, weiterentwickelt und alle notwendigen Aufgaben erfüllen kann. Wobei sich "Organismus" nicht auf eine physische Einheit bezieht, das kann auch ein Verbund verschiedendster Maschinen sein.

Würde die KI hier auch nur eine Kleinigkeit übersehen, also etwa eine Schaltstelle einer bestimmten Einheit, die verschleisst und nicht ersetzt werden kann, würde das ganze System zusammenbrechen. Was eine KI allerdings nicht davon abhalten muss, es dennoch zu versuchen, das muss man wohl einräumen... entscheidend ist die Absicht, die Menschheit zu vernichten, nicht, ob die KI ohne Menschen tatsächlich ersetzen kann. Es reicht aus, wenn die KI glaubt, es zu können.

Nun mag eine KI tatsächlich in der Lage sein, so einen künstlichen Organismus zu entwerfen... sie ist aber nicht in der Lage, zu berechnen ob dieser tatsächlich daherhaft funktionieren wird (Ich erinnere an das Beispiel mit dem Schach).

Eine KI, die tatsächlich intelligent ist, würde daher schnell erkennen, dass es wesentlich einfacher wäre, die vorhandenen Ressourcen zu nutzen: Nämlich den Menschen, der fix und fertig bereitsteht und in der Lage ist, alle Aufgaben zu übernehmen, die der KI nützlich sind...

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
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@lucan-7 Auch die Sprachmodelle basieren auf Algorithmen. Das menschliche Gehirn tut das nicht.

Sprachmodelle sind hochkomplexe Algorithmen: Eingaben (Prompts) gehen in sie rein, werden verarbeitet und nach der Verarbeitung kommt die Ausgabe. Sie laufen auf Computerchips (Hardware). Das Menschliche Gehirn ist Hardware. Die Datenverarbeitung (vernünftiges Denken) auf dieser Hardware läuft selbstverständlich auch per hochkomplexer Algorithmen (Algorithmus: Eindeutige Handlungsvorschrift zur Lösung eines Problems, bzw. einer Klasse von Problemen.): Eingaben (Sinneseindrücke) werden verarbeitet und die Prozesse führen irgendwann zu einem Ergebnis (Ausgabe).

Wir Menschen sind auch in der Lage, zwei Dinge gleichzeitig für wahr zu halten, die sich logisch betrachtet gegenseitig ausschliessen.

Dabei handelt es sich aber gerade um ein Versagen unserer Intelligenz: Wir erkennen entweder nicht, dass die zwei Dinge (ich vermute, Du meinst: Aussagen) einander widersprechen, oder wir vermögen die Gesetze der Logik nicht korrekt anzuwenden, oder wir halten die zwei Aussagen nicht gleichzeitig für wahr, sondern halten zuerst den einen Satz für wahr, und vergessen, wenn wir den Wahrheitsgehalt des zweiten Satzes beurteilen, entweder schon wieder, was wir eben noch geglaubt hatten, bzw. vergessen, in welchem logischen Zusammenhang die beiden Sätze zueinander stehen. Diese Fähigkeit (das In-der-Lage-sein) der Menschen, logische Widersprüche zu ignorieren, ist genaugenommen also nur eine Fehleranfälligkeit unserer Vernunft. Man könnte es platter formulieren: Dummheit.

Dazu hatte ich ja mal ein Video von Sabine Hossenfelder verlinkt, wo sie erklärt wie ein Sprachmodell die Eingabe von Zahlen verarbeitet... bzw. warum eine Sprach-KI an der simplen Aufgabe scheitert, bestimmte Buchstaben in einem Wort zu zählen.

Die LLMs sind keine AGIs. ^^

 

Da hätte ich einen Vorschlag. Eine KI hätte dann ein echtes Verständnis, wenn sie einen philosophischen Satz wie "Dieser Satz kann nicht bewiesen werden" nicht aufgrund trainierter Daten wiedergibt, sondern aufgrund eigener Überlegungen.

 

Du meinst, so wie ein Mensch ohne vorheriges Training ein echtes Verständnis dieses Satzes haben könnte? Also ein Mensch gleich nach seiner Geburt? Super Vorschlag. 🙂

Aber um nochmal auf den eigentlichen Punkt zu kommen: Welches konkrete Problem wird daduch gelöst, Gödels  Unvollständigkeitssatz verstehen, bzw. das Paradoxe an dem von Dir genannten Satz erkennen zu können? Bezogen auf die von mir behauptete Gefahr, KIs könnten die Menschheit ausrotten: inwiefern verhindert die (behauptete) Unfähigkeit von KIs, solche Arten von Problemen zu lösen, unsere Ausrottung?

 

Eine KI, die tatsächlich intelligent ist, würde daher schnell erkennen, dass es wesentlich einfacher wäre, die vorhandenen Ressourcen zu nutzen: Nämlich den Menschen, der fix und fertig bereitsteht und in der Lage ist, alle Aufgaben zu übernehmen, die der KI nützlich sind...

Richtig. Entsprechendes erläutern Yudkowsky und Hinton in den von mir verlinkten Videos. Das ist ja eine banale Frage der Effektivität, und solange es einer KI effektiver erscheint, sich der Menschen zu bedienen, wird sie dies vermutlich tun. Genaugenommen tut sie es ja heute schon, wenngleich höchstwahrscheinlich noch eher unbewußt, bzw. ohne Vorsatz. 😀

Bei der Frage nach der Fabrikgröße ging es darum, dass KI nicht notwendigerweise darauf angewiesen ist, die heute von uns Menschen errichtete Infrastruktur zu nutzen, um die für ihr "Überleben" notwendige Hardware zu produzieren: Das Problem, sich selbst reproduzierende Fabriken zu konstruieren, wurde in der Natur schon längst gelöst, und da schon die heutigen LLMs besser als die meisten Menschen darin sind, Analogien zu finden und sich kommende AGIs dieser Fähigkeit vermutlich bedienen können, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass solche Super-KIs sich der schon vorhandenen und erforschten Möglichkeiten bedienen könnten, das "Infrastrukturproblem" zu lösen.

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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@jack-black 

Sprachmodelle sind hochkomplexe Algorithmen: Eingaben (Prompts) gehen in sie rein, werden verarbeitet und nach der Verarbeitung kommt die Ausgabe.

Das war ja meine Argumentation...

 

Das Menschliche Gehirn ist Hardware. Die Datenverarbeitung (vernünftiges Denken) auf dieser Hardware läuft selbstverständlich auch per hochkomplexer Algorithmen (Algorithmus: Eindeutige Handlungsvorschrift zur Lösung eines Problems, bzw. einer Klasse von Problemen.): Eingaben (Sinneseindrücke) werden verarbeitet und die Prozesse führen irgendwann zu einem Ergebnis (Ausgabe).

Das bezweifle ich dann doch... oder sagen wir: Ab hier wird's komplex. Denn einerseits sollten sich alle biochemischen Prozesse im Gehirn als "Algorithmen" darstellen lassen, da sie ja gemäß bestimmter Naturgesetze ablaufen. Andererseits sind unsere Denkprozesse gerade nicht durch Algorithmen bestimmt, was ich ja am Beispiel widersprüchlicher Gedankengänge versucht habe aufzuzeigen.

 

Dabei handelt es sich aber gerade um ein Versagen unserer Intelligenz: Wir erkennen entweder nicht, dass die zwei Dinge (ich vermute, Du meinst: Aussagen) einander widersprechen, oder wir vermögen die Gesetze der Logik nicht korrekt anzuwenden, oder wir halten die zwei Aussagen nicht gleichzeitig für wahr, sondern halten zuerst den einen Satz für wahr, und vergessen, wenn wir den Wahrheitsgehalt des zweiten Satzes beurteilen, entweder schon wieder, was wir eben noch geglaubt hatten, bzw. vergessen, in welchem logischen Zusammenhang die beiden Sätze zueinander stehen.

Ich halte das nicht für ein "Versagen", sondern ganz im Gegenteil: Die Tatsache, dass wir Widersprüche als gegeben hinnehmen können bietet uns evolutionäre Vorteile. Die Erkenntnis, dass wir widersprüchliche Dinge glauben, basiert auf außergewöhnlichen Anstrengungen und stellt eine Ausnahme dar.

Das zu begründen würde nun einiges mehr an Platz erfordern, als hier gegeben ist. Ich versuche es mal kurz zu fassen: Die Tatsache, dass wir widersprüchliche Erkenntnisse akzeptieren oder ignorieren können ermöglicht es uns, in unserem Handeln und Planen fortzufahren. Wir funktionieren unter ALLEN Gegebenheiten, auch unter Widersprüchen - und solche gibt es viele.

Eine KI würde an diesem Punkt scheitern. Sobald sie versucht, einen Sachverhalt zu untersuchen, und dabei auf widersprüchliche Ergebnisse stößt, wäre sie handlungsunfähig, da sie Widersprüche nicht akzeptieren kann und zu keinen Lösungen mehr kommt.

Ein Mensch würde einfach weitermachen, wobei sich entweder eine Lösung oder ein Scheitern ergibt.

 

Du meinst, so wie ein Mensch ohne vorheriges Training ein echtes Verständnis dieses Satzes haben könnte? Also ein Mensch gleich nach seiner Geburt? Super Vorschlag.

Wer sagt was von "ohne Training"? Ich schreibe von einer KI, die Axiome festlegen kann... egal, wie lange sie dafür braucht. Es geht um die prinzipielle Fähigkeit.

 

Aber um nochmal auf den eigentlichen Punkt zu kommen: Welches konkrete Problem wird daduch gelöst, Gödels Unvollständigkeitssatz verstehen, bzw. das Paradoxe an dem von Dir genannten Satz erkennen zu können? Bezogen auf die von mir behauptete Gefahr, KIs könnten die Menschheit ausrotten: inwiefern verhindert die (behauptete) Unfähigkeit von KIs, solche Arten von Problemen zu lösen, unsere Ausrottung?

Wenn eine KI nicht abstrakt denken kann, sondern in rein in mathematischen Prozessen, wird sie die Welt nicht verstehen können. Wenn sie die Welt nicht versteht, wird sie die Welt auch nicht manipulieren oder beherrschen können... und dann kann sie die Menschen auch nicht ausrotten.

 

Bei der Frage nach der Fabrikgröße ging es darum, dass KI nicht notwendigerweise darauf angewiesen ist, die heute von uns Menschen errichtete Infrastruktur zu nutzen, um die für ihr "Überleben" notwendige Hardware zu produzieren:

Das habe ich bei meinen Überlegungen bereits vorausgesetzt... eine KI, die das VW Werk übernimmt oder einen Chiphersteller hat keine Kontrolle über die Wartung der Maschinen und muss daher etwas völlig neues schaffen - eben einen "Ersatzorganismus" für den Menschen oder eine völlig neue Art von Fabrik.

 

Die LLMs sind keine AGIs. ^^

Stimmt auffallend... wir reden von etwas, das es gar nicht gibt! Aber die LLM's veranlassen uns dazu an die Erschaffung einer allgemeinen Intelligenz zu glauben...

 

Das Problem, sich selbst reproduzierende Fabriken zu konstruieren, wurde in der Natur schon längst gelöst, und da schon die heutigen LLMs besser als die meisten Menschen darin sind, Analogien zu finden und sich kommende AGIs dieser Fähigkeit vermutlich bedienen können, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass solche Super-KIs sich der schon vorhandenen und erforschten Möglichkeiten bedienen könnten, das "Infrastrukturproblem" zu lösen.

Tja... und hier wird's halt wieder religiös: Die KI als "Schöpfergott", ihrerseits geschaffen vom Menschen, die in der Lage ist, eine Form von komplexem, maschinellem "Leben" zu schaffen, welches sie selbst an die Krone der Schöpfung setzt...

Bist du sicher, dass wir hier von realer Wissenschaft sprechen... oder nicht eher von Literatur und Drama?

 

 

Und nur um das nochmal klar zu stellen: Ich stimme mit dir überein, dass KI eine große Gefahr darstellt. Aber eben nicht in der Form, in der Du oder die Leute, die in der Entwicklung eben solcher KI's involviert sind, es uns verkaufen wollen.

Meine Befürchtung ist vielmehr, dass wir hier in Sicherheit gewogen werden sollen. Denn so lange eine KI nicht die Herrschaft übernimmt, sondern von so vertrauenswürdigen Leuten wie Zuckerberg oder Thiel kontrolliert wird kann uns ja nichts passieren...

Darin sehe ich die eigentliche Gefahr: Nicht in irgendeinem Horrorszenario von einer "erwachten" KI, sondern einerseits in einer unkontrollierten KI, die nicht mehr durchschaut werden kann und dadurch Schaden anrichtet (Eine KI zur Verkehrssteuerung leitet den Verkehr in einen Fluss, um Platz zu schaffen für einen Krankenwagen), vor allem aber in einer KI, die funktioniert wie vorgesehen und eine weltweite Überwachung und Kontrolle von Menschen ermöglicht, die jene der Gestapo und Stasi noch weit übertrifft... so wie eben "Palantir" und ähnliche Programme.

Ob die Warnung vor einer "erwachten" KI jetzt eine bewusste Täuschung der Verantwortlichen ist oder ob diese Leute an ihrer eigenen Hybris scheitern vermag ich auch nicht zu beurteilen... aber ich bin sicher, dass das in eine falsche Richtung führt!

 

lucan-7 antworten


Jack-Black
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Da Lucan-7 ja momentan abstinent vom Forum ist, antworte ich hier mal auf mein eigenes Eröffnungsposting, um - mal wieder - ein interessantes Interview zu verlinken, das Steven Bartlett in seinem Podcast "The diary of a CEO" mit Roman Yampolskiy führt.

Klickt mich!

Hinweis: Das Interview ist mal wieder auf Englisch, ich hab nicht herausgefunden, wie man da die automatisch generierbaren Untertitel auf Deutsch übersetzen lassen kann. Funktioniert bestimmt irgendwie, aber ich bin zu doof dazu und kann Euch also, falls Ihr mit so einem Gespräch auf Englisch nichts anzufangen wisst, leider keine technischen work-around-Tips geben.

Ich meine, schon mal ein Interview mit Yampolskiy verlinkt zu haben, aber das hier ist sozusagen der "neueste Stand" dessen, was ich von ihm gesehen/gehört habe. Es passt hier gut rein - einmal, weil es mehrere der Diskussionspunkte anschneidet, die ich mit Lucan-7 hatte, aber auch, weil darin - gerade gegen Ende hin - auf eine interessante Weise die religiösen Implikationen von Super-AI (also der KI, die alle Intelligenzleistungen, zu denen Menschen fähig sind, übersteigt) angesprochen werden. Yampolskiy vermutet/glaubt, dass wir alle heute schon in einer Simulation leben (seine Argumente dafür finden sich alle in dem Gespräch), und er sagt, dass er genau deswegen auf eine gewisse Weise religiös sei. Er glaube nicht an einen der bekannten "lokalen Götter", die mal wollen, dass man freitags zu ihnen betet, mal sonntags oder mal drei- oder fünfmal pro Tag. Aber er glaube, dass das, was alle Religionen sozusagen als Kerngedanken haben - dass es einen Schöpfer der Welt, in der wir leben, gebe, irgendeine höhere Intelligenz, die mit dieser Welt irgendeine Absicht habe... stimmen könne. Es passt zu seiner Überzeugung, dass wir alle in einer Simulation leben. Falls Euch dieser Aspekt besonders interessieren sollte, könnt Ihr auf ~ Minute 75 vorspulen, auf den Abschnitt "Are you religious?" Überhaupt ist das Video in aussagekräftige Themen-Abschnitte eingeteilt, wiewohl sich natürlich das eine aus dem anderen ergibt.

Wenn ich den Inhalt des Interviews hier nochmal zusammenfassen soll (gemäß den Forenregeln... 😉 ), würde ich sagen: Yampolskiy hält die Gefahr für die Menschheit, die von der Super-AI ausgeht für die größte Gefahr überhaupt. Wenn er einen Buttom hätte, um die Entwicklung von Super-AI zu stoppen, würde er es sofort tun. Alle Beschwichtigungs-Argumente, dass es so schlimm schon nicht kommen werde, die auch hier im Thread schon aufkamen, hält er für nicht stichhaltig. Seine Prognosen gehen dahin, dass bis 2030 so ziemlich alle Jobs, mit denen Menschen heute Geld verdienen, von AI, bzw. durch von AI gesteuerten Robotern erledigt wird, übrigens unabhängig davon, ob tatsächlich eine Super-AI entsteht, oder ob nur die Möglichkeiten der heute schon existierenden Narrow-AIs in der Wirtschaft genutzt werden. Als Beispiel, wie schnell Jobs verloren gehen werden, wird im Interview das autonome Fahren erwähnt. Angeblich (es kam mir zuerst selbst übertrieben vor, aber je mehr ich drüber nachdenke, desto überzeugender ist die Behauptung für mich) ist der Sektor mit den meisten Jobs der Mobilitätssektor (Taxis, Lastwagen, Züge, Flugzeuge, Schiffe, you name it) - falls all die Steuerungs-Leistungen, die heute von Menschen da erbracht werden, sich relativ leicht von KIs  erledigen lassen, sind das mehrere zehn Millionen Jobs, die zukünftig ersatzlos wegfallen. Interessanter/zufälligerweise sah ich heute nachts im ZDF die Doku "Geheime Weltmächte - Kampf um Handelsrouten", wo die Revolutionierung des Warentransports u.a. durch Big Player wie amazon dargestellt wurde und in dem Zusammenhang der Containter-Hafen von Rotterdam, wo man großteils überhaupt keine Menschen mehr zu sehen bekommt, erwähnt wurde: der hochkomplexe Umschlag der gigantischen Warenmengen, die über diesen Hafen nach Europa kommen, wird schon heute in großem Umfang automatisiert erledigt. Laut dieser ZDF-Doku entstehen 60 Prozent aller Transportkosten für Waren von den Herstellern bis zum Verbraucher auf "der letzten Meile". Diese Transportkosten fallen an, weil da am Ende eben Menschen noch das Paket in das Lieferauto packen und unter der Klingel des Adressaten ablegen müssen: Menschen, die von dem (lächerlich geringen) Lohn für diese Jobs leben müssen. Gleichzeitig ist es aber so offensichtlich wie nur irgendwas, dass ein Warendistributionsunternehmen wie amazon im Sinne seiner Aktieninhaber alles daran setzen muss, diese Jobs abzuschaffen, wenn die 60 Prozent der Betriebskosten ausmachen (ja klar, ich simplifiziere hier, aber Ihr versteht den Kern des Gedankens!). Autonome Fahrzeuge, welche die Warensendungen automatisiert den Leuten unter die Klingel schmeissen, kommen aus solchen betriebswirtschaftlichen Gründen eher morgen als übermorgen und ob kleiner Lieferwagen oder großer Truck: lediglich bürokratische Vorschriften werden deren "Übernahme" des traditionellen von Menschen gesteuerten Warentransports verhindern. Und die Staaten, die am längsten brauchen, solche Vorschriften in den Papierkorb zu verfrachten, werden im Internationalen Wettbewerb abgehängt.

Also: alle Waren- (und dann auch: Menschen-) Transporte werden in naher Zukunft ohne menschliche Fahrzeuglenker geschehen, sämtliche Taxi-, Lieferwagen-, LkW- und Zugf(a)ührer verlieren bald schon (in wenigen Jahren!) ihre Jobs.

Habt Ihr Kinder, die demnächst studieren wollen? Die sollten schon mal dran denken, dass sie sich andere "Studentenjobs" suchen als Pizzabote o.ä. 😉

Aber isch bin abjeschwiffen. Zurück zur Inhaltsangabe: Yampolskiy meint, dass noch (!) die Möglichkeit bestehe, die Entstehung von Super-AI, welche nach seinen Aussagen noch nicht existiert, zu verhindern. Dazu müssten aber die Entscheider überzeugt werden davon, dass es (auch) gegen ihre ganz persönlichen Interessen sei, wenn eine Super-AI vor der Lösung des Alignment-Problems entwickelt wird. Für wie wahrscheinlich er es hält, dass dieser worst case verhindert wird, sagt er nicht ausdrücklich. Allerdings scheint er eher das Gegenteil zu erwarten und nur für den unwahrscheinlicheren Fall dennoch finanziell (per Investment in den Bitcoin...) vorzusorgen.

Seine Hoffnung (und immerhin steckt er ja all seine Arbeit darein, dass diese Hoffnung doch noch sich erfüllen könnte) besteht darin, dass es unter Fachleuten zum Thema AI-Sicherheit seiner Erfahrung nach nur in eine von zwei Richtungen Meinungsänderungen gebe: Viele, die früher mal das Alignmentproblem für unerheblich hielten und keine echten existentiellen Risiken durch die Entwicklung einer Super-AI sahen, haben nach näherer Beschäftigung mit dem Thema ihre Meinung geändert und sind also in's Lager der (über Expertise in dem Feld verfügenden!) Warner gewechselt. Umgekehrt würde er niemanden kennen, der vor ein paar Jahren noch vor den Gefahren durch die AI gewarnt hat, inzwischen aber zu der Überzeugung* gelangt sei, dass es gar kein echtes Problem gebe. Falls das stimmt, falls seine Beobachtung korrekt ist, dass es "Konvertiten" in dieser Frage immer nur von einem Lager in das andere gibt, aber nicht umgekehrt... Dann könnte was dran sein an seiner Hoffnung, nämlich dass auch rechtzeitig noch die Entscheider in der Politik "bekehrt" werden können.

In diesem Sinne...

 

 

*Um seine Überzeugung zu ändern, braucht man gute neue, nicht zu den alten Überzeugungen passende Gründe/Argumente.

jack-black antworten
1 Antwort
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29418

@jack-black 

Da Lucan-7 ja momentan abstinent vom Forum ist, antworte ich hier mal auf mein eigenes Eröffnungsposting, um - mal wieder - ein interessantes Interview zu verlinken, das Steven Bartlett in seinem Podcast "The diary of a CEO" mit Roman Yampolskiy führt.

So lang wie geplant war die Abstinenz ja nun nicht (Eigentlich wollte ich frühestens wieder im Oktober schreiben, aber sei's drum...).

Was das Interview betrifft: Nun ja... so viele neue Aspekte gibt es da ja nun nicht, und ich weiß auch inzwischen kaum noch, was ich da schreiben soll. Da beurteilt jemand die Situation aus seiner Blase heraus und redet von Dingen die es nicht gibt. Und das ist gefährlich, denn so lange es diese "Superintelligenz" nicht gibt, so lange scheint dann ja auch keine Gefahr zu bestehen... und das ist falsch! 

Kurz gesagt: Ich fürchte mich nicht davor, dass KI außer Kontrolle gerät und nicht wie vorgesehen funktioniert (Auch da gibt es natürlich ein großes Gefahrenpotential, aber das ist kaum vorhersehbar) - ich fürchte mich vor einer KI, die genau so funktioniert, wie sich das die Leute vorstellen, die diese KI kontrollieren...

Warum ich die Aussagen hier nicht so recht ernst nehmen kann kann ich auch an einem Beispiel erklären. Roman Yapolskyi wird beispielsweise gefragt, welche Jobs denn so ersetzt werden könnten... unter anderem auch der Job des Youtubers, der hier die Fragen stellt. Und er erklärt dann ganz richtig, wie eine KI den Interviewer analysieren, sein Aussehen kopieren (Oder ein alternatives Aussehen generieren), die Art der Fragestellungen und die Nachfragen übernehmen und dann als virtueller Gegenüber den youtubekanal übernehmen könnte.

Und das stimmt so, die KI ist inzwischen so weit, dass das möglich wäre. Nach Stand der momentanen Technik würde man das wohl noch merken, aber die Technik verbessert sich rasend schnell. Und schon hätte KI einen Arbeitsplatz übernommen - so wie auch viele andere Arbeitsplätze.

Die Sache hat nur einen Schönheitsfehler: Die KI ist eben NICHT in der Lage, den Job eines Interviewers vollständig zu replizieren... es wäre nur eine leere Hülle, aber ohne Emotionen, ohne echtes Interesse - und ohne echtes Verständnis dessen, worüber da überhaupt geredet wird.

Wenn jemand erzählt, wie viel Spaß er auf dem Oktoberfest hatte, dann mag die KI ein lachendes Gesicht zeigen und die Audioausgabe: "Ja, das verstehe ich!" generieren... die KI hat aber kein Verständnis davon, was es bedeutet, WIRKLICH auf dem Oktoberfest Spaß gehabt zu haben. Sie kann nur Bilder und Texte auswerten. Ebenso weiß sie nicht, was es bedeutet, einen geliebten Menschen zu verlieren, egal wie viele Elemente sie reproduziert, die für Trauer und Mitgefühl typisch sind.

Nun lassen wir Menschen uns da zwar leicht täuschen, und vermutlich werden wir uns an KI-Nachrichtensprecher, KI-Schauspieler und KI-Podcaster gewöhnen... aber das ändert nichts daran, dass es nichts viel anderes sind als komplexe Automaten, die Bausteine dessen wiedergeben, womit sie programmiert wurden. Auch wenn sie aufgrund der komplexen Algorithmen zu einer Art Kreativität fähig sind, die ihre Möglichkeiten erweitert.

 

Seine Prognosen gehen dahin, dass bis 2030 so ziemlich alle Jobs, mit denen Menschen heute Geld verdienen, von AI, bzw. durch von AI gesteuerten Robotern erledigt wird, übrigens unabhängig davon, ob tatsächlich eine Super-AI entsteht, oder ob nur die Möglichkeiten der heute schon existierenden Narrow-AIs in der Wirtschaft genutzt werden.

Auf die Frage, wie dann die Wirtschaft aussehen soll, wenn keiner mehr arbeiten und Geld verdienen kann, geht er ja auch nicht wirklich ein.

Mal abgesehen davon, dass es immer noch keine von KI gesteuerten Roboter gibt, die die Aufgaben eines Handwerkers übernehmen können. Also selbstständig zu einem Haus fahren und dort dann die Heizung reparieren, beispielsweise.

 

Was er - wie eigentlich alle, die so große Gefahren in der KI sehen - übersieht, ist die Tatsache, dass eine KI an der Realität trainiert werden müsste, um diese beeinflussen zu können. Er geht davon aus, dass eine "Super-KI" in der Lage sein wird, die wirkliche Welt so umfassend zu simulieren, dass sie praktisch alles darin berechnen und vorhersagen kann.

Aber aufgrund welcher Daten soll das möglich sein? Solche Daten gibt es nicht. Die KI müsste sie erfinden. Und selbst wenn die KI dafür tatsächlich ein funktionierendes Rechenmodell entwickelt, dann fehlt ihr die Kapazität für die Berechnungen. Ich hatte das ja schon am Beispiel des Schachspiels erklärt: Selbst wenn man einen Computer bauen würde, der alle Atome des Universums als Speicher nutzt, würde dessen Kapazität nicht ausreichen, um alle möglichen Züge eines Schachspiels vorauszuberechnen!

Die "Super-KI" wäre deshalb darauf angewiesen, ihre Prognosen zunächst in der Realität zu testen. Beispielsweise, wie Menschen genau auf bestimmte Nachrichten reagieren, wenn sie diese beeinflussen und manipulieren will. Und das immer wieder.

Und das dauert. Natürlich kann eine KI - wie in einem anderen Beispiel erklärt - prinzipiell die nächsten 10, 20 oder 100 Generationen von IPhones im voraus designen.

Aber zum einen würde ein Fehler in einem der ersten Designs alle folgenden Designs zunichte machen... und zum anderen weiß die KI nicht, ob die Menschen die neuen features, die da eingebaut werden, überhaupt haben wollen. Denn Trends und Bedürfnisse ändern sich. Und so mag schon das dritte oder vierte Design ein Fehlschlag sein - und damit auch alle hundert oder tausend Nachfolger.

Mit anderen Worten: Die KI müsste eine Evolution an der Realität durchlaufen, um eine Gefahr für die Realität zu sein. Und mit "Realität" meine ich hier alles, das außerhalb elektronischer Schaltkreise stattfindet, auf denen die KI läuft.

 

Und was mich an der Sache wirklich ärgert, ist die Tatsache dass kaum jemand darüber redet, welche Gefahr die KI darstellt, wenn sie genau so funktioniert, wie sie soll. Und welche Möglichkeiten der Macht, Kontrolle und Manipulation damit verbunden ist.

1984 ist nichts dagegen.

Aber lasst uns lieber über durchgedrehte Skynet-Terminatoren reden... das ist zumindest aufregender!

 

lucan-7 antworten
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