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Todesschuetze verklagt Opfer-Eltern auf 100 Millionen Dollar


Anonymous
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2012 erschoss der Nachbarschaftswächter George Zimmerman in Florida den schwarzen Teenager Trayvon Martin. Er wurde freigesprochen, wegen des großzügigen Notwehrgesetzes des US-Bundessstaates. Nun will er Geld sehen.

https://www.welt.de/vermischtes/article204058840/Trayvon-Martin-Todesschuetze-verklagt-Opfer-Eltern-auf-100-Millionen-Dollar.html

Da fällt einem nicht mehr viel ein, was man sagen könnte. Erstens hätte der Mann bestraft gehört. Zweitens hätte der Mann vielleicht mal in sich gehen können und sich fragen können, ob er nicht für den Tod des Jugendlichen verantwortlich ist.

Aber nein, er fühlt sich Opfer einer Verschwörung. Und das amerikanische Rechtssystem bietet ihm die Bühne dafür. Da stellt sich die Frage wie kaputt die amerikanische Gesellschaft ist. Die Eltern können einem nur leid tun.

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Anonymous
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US-Bundesstaates?

Da klagen manche einfach alles ein.
Da muss auf den Kaffeemaschinen stehen (steht es bei uns eigentlich auch drauf? Bestimmt oder?) "Achtung, Kaffee kann heiß sein", sonst können die klagen .....

Na ja, wer weiß was hier los wäre (ist eh schon so Einiges), wenn da die Rechte auch großzügiger und erfolgreicher was Klagen angeht wären, also wer dann hier "seine eigenen Urgroßmutter verklagen würde" ...

Amerika halt, eben nicht alles so "ruhmreich" dort drüben, wie ja nirgendwo in der Welt.
Sachen gibt's.

Veröffentlicht von: @jadwin

Und das amerikanische Rechtssystem bietet ihm die Bühne dafür.

Eben, siehe oben.

Veröffentlicht von: @jadwin

Da stellt sich die Frage wie kaputt die amerikanische Gesellschaft ist.

Wie angedeutet, glaubst Du unsere Gesellschaft ist oder "wäre" gesünder, wenn er hier dieselbe Rechtslage gäbe?

Veröffentlicht von: @jadwin

Die Eltern können einem nur leid tun.

Da hast Du Recht, zumal sie einem eh Leid tun (Sohn erschossen worden?.
Aber ich musste gerade danach auch denken, dass die Schwester von Corrie Ten Boom (Biographie "Die Zuflucht" über ihre gemeinsame Zeit im KZ) vermutlich an dieser Stelle sagen würde:
"Mir tut der Todesschütze Leid".

Liebe Grüße
Karibu

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Lucan-7
Beiträge : 16337

Spontan würde ich sagen, dass sich der Mann selbst sicher keinen Gefallen tut, wenn er auf diese Weise in die Schlagzeilen gerät.

Aber die Gesellschaft in den USA (Und nicht nur dort) hat ein grundsätzliches Problem, das mir inzwischen auch für uns in Europa Angst macht:

Ethik und Fakten zählen für viele Menschen längst nicht mehr, allein eine bestimmte Gruppenzugehörigkeit entscheidet über die eigene Meinung.
Vor diesem Hintergrund bekommen derartige Ungeheuerlichkeiten nochmal eine ganze eigene Brisanz.

lucan-7 antworten
JohnnyD
Beiträge : 1344

Wegen welchen Verhaltens der Eltern soll es diese Summe geben?

Veröffentlicht von: @jadwin

Erstens hätte der Mann bestraft gehört.

Es wurde auf Notwehr erkannt. Eine Bestrafung wäre damit rechtswidrig.

Veröffentlicht von: @jadwin

Zweitens hätte der Mann vielleicht mal in sich gehen können und sich fragen können, ob er nicht für den Tod des Jugendlichen verantwortlich ist.

Kausal sicherlich; verantwortlich bleibt der Angreifer selbst.

johnnyd antworten
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Anonymous
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(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @johnnyd

Es wurde auf Notwehr erkannt. Eine Bestrafung wäre damit rechtswidrig.

Sicher. Aber das Urteil ist schon ein Skandal und wäre in den meisten Rechtsstaaten dieser Erde wohl anders ausgefallen. Nun aber wird dieses skandalöse Urteil auch noch benutzt die Eltern des Opfers zu verklagen, wie perfide ist das denn: Ich bringe den Sohn um und verklage die Eltern.

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KarinHugo
(@karinhugo)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 390

WEnn der junge Mann...
...aber auch aus reiner Bosheit in die Flugbahn der Kugel rennt...!?!

Da ist er ja für seinen Tod selber verangwortlich!

*Ironieaus*

PtL
Karin

karinhugo antworten


Tagesschimmer
Beiträge : 1030
Veröffentlicht von: @jadwin

Erstens hätte der Mann bestraft gehört.

Klar, man kann nicht jeden Einbrecher abknallen, aber es muss auch ein Recht auf Notwehr geben. Das zu gewichten, dafür gibt es ja Gerichte.

Was mich mehr wundert, ist die Summe, um die es jetzt geht: 100 Millionen Dollar für:

Der Hauptzeuge der Anklage in dem Prozess im Jahr 2013 sei ein „Betrüger“ gewesen, der „Falschaussagen geliefert hat, um Zimmerman zu belasten“, erklärte Klayman. Die Eltern von Trayvon Martin, ihr Anwalt Ben Crump und weitere Personen hätten sich abgesprochen, um eine Zeugenaussage zugunsten des Teenagers zu bekommen.

tagesschimmer antworten
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mrb-II
 mrb-II
(@mrb-ii)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 954
Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Was mich mehr wundert, ist die Summe, um die es jetzt geht: 100 Millionen Dollar für:

Der Hauptzeuge der Anklage in dem Prozess im Jahr 2013 sei ein „Betrüger“ gewesen, der „Falschaussagen geliefert hat, um Zimmerman zu belasten“, erklärte Klayman. Die Eltern von Trayvon Martin, ihr Anwalt Ben Crump und weitere Personen hätten sich abgesprochen, um eine Zeugenaussage zugunsten des Teenagers zu bekommen.

die maximalforderungen sind immer so hoch, damit überhaupt was rausspringt am ende, falls man mit der klage durchkommt.

mrb-ii antworten
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(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Klar, man kann nicht jeden Einbrecher abknallen, aber es muss auch ein Recht auf Notwehr geben. Das zu gewichten, dafür gibt es ja Gerichte.

Hast du dich mal mit dem Fall beschäftigt?

Lies mal: https://de.wikipedia.org/wiki/Todesfall_Trayvon_Martin

Für mich sieht es ganz so aus, als ob der Täter mutwillig den unbewaffneten Jugendlichen über den Haufen geschossen hat, eine Jury aus rassistischen Gründen ihn frei gesprochen hat und der Täter nun auch noch die Eltern verklagt. Mein Trost: dieser Mann wir einmal vor einem anderen Richter stehen.

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Anonymous
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(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @jadwin

Mein Trost: dieser Mann wir einmal vor einem anderen Richter stehen.

Ein Richter, der ihn sofort frei spricht, bzw. wird er gar nicht im Gericht landen, wenn er bis dahin den Herrn Jesus angenommen hat.

Könntest Du damit auch leben?
Egal, ob der Mann dann noch Geld hat, dass er zurückgeben könnte und ob er es dann tut weil es "dazu gehört" (siehe Zöllner bei dem Jesus einkehrte und mit ihm aß)?

Wie es aussieht und wie es wirklich gewesen ist, das kann doch keiner von uns hier wirklich wissen und daher beurteilen.
Ein damaliger Kumpel meiner Schwester würde vermutlich heute auch nicht mehr leben, wenn wir hier dieselben Verhältnisse hätten, da er einmal "im Suff" seiner jungen Jahre während einer Feier die Häuser verwechselte und an einer Terrassentür 2 Häuser weiter stand, wo er dann seine Schuhe stehen ließ auf der übereilten Flucht vor dem Mieter der dort unten wohnte!
Er wusste, er war irgendwo und seine Schuhe müssten da stehen, aber mehr wusste er nicht mehr.
Bis meine Schwester ihm daraufhin am Telefon sagte, WO er gewesen war (wir kannten das Haus sehr gut).
Ob er wohl damals genau so ein Opfer geworden wäre, wenn der Mieter eine Waffe gehabt hätte?
Nur, dass sehr schnell klar gewesen wäre, dass er kein Einbrecher war, sondern ein schwer besoffener Jugendlicher oder junger Mann, der "nur einfach" die Häuser verwechselt hatte!

Tja, da dachte man sich damals nur "gut, dass wir hier nicht amerikanische Verhältnisse haben".

....

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Anonymous
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(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @karibu20

wenn er bis dahin den Herrn Jesus angenommen hat.

Die englischsprachige wiki beschreibt ihn als *devoutly religious Catholic.* Was, wenn mich mein Küchenenglisch nicht täuscht als praktizieren/fromm religiös übersetzt werden kann. Ich denke von daher, Jesus wird schon wissen ob er zu seiner Herde gehört oder nicht.

Veröffentlicht von: @karibu20

Wie es aussieht und wie es wirklich gewesen ist, das kann doch keiner von uns hier wirklich wissen und daher beurteilen.

100 Prozent Zustimmung. Fakt ist ja wohl auch, das George Zimmerman bei seiner Verhaftung Verletzungen im Gesicht und am Hinterkopf hatte.

Letzendlich kann ein (möglicherweise) ideologisch gefärbter wiki Artikel oder Zeitungsbeitrag mit individueller Brille verfasst, selten die ganze Wahrheit, was wirklich war, wiedergeben.

Veröffentlicht von: @karibu20

Tja, da dachte man sich damals nur "gut, dass wir hier nicht amerikanische Verhältnisse haben".

In Florida gibt es ja das "stand your Ground" (nicht von der Stelle weichen) Recht.

Die Rechtslage in Deutschland ist theoretisch sogar ähnlich. Niemand ist (zumindest auf dem Papier) zum Zurückweichen vor (vermeintlicher) Gewalt verpflichtet.

Selbst bei sog. Putativnotwehr (der Beschuldigte geht irtümlicherweise von einem rechtwiedigen Angriff aus) kann am Ende der Freispruch stehen.

Das ist aber, wie es in den USA auch der Fall war, immer die Entscheidung eines Gerichtsverfahrens.

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Anonymous
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(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @scylla

Die englischsprachige wiki beschreibt ihn als *devoutly religious Catholic.* Was, wenn mich mein Küchenenglisch nicht täuscht als praktizieren/fromm religiös übersetzt werden kann. Ich denke von daher, Jesus wird schon wissen ob er zu seiner Herde gehört oder nicht.

Genau.

Veröffentlicht von: @scylla

Letzendlich kann ein (möglicherweise) ideologisch gefärbter wiki Artikel oder Zeitungsbeitrag mit individueller Brille verfasst, selten die ganze Wahrheit, was wirklich war, wiedergeben.

Es gibt viele Artikel darüber. Man muss sich nicht auf Wiki abstützen. Mich hat der Fall damals interessiert, ich habe mindestens ein halbes Dutzend Artikel dazu gelesen. Fakt ist, dass der Fall Rassenunruhen auslöste.
Fakt ist auch, dass der Mann diesen Jungen verfolgt hat, obwohl ihm die Polizei gesagt hatte, er müsse sich nicht darum kümmern.

Veröffentlicht von: @scylla

Die Rechtslage in Deutschland ist theoretisch sogar ähnlich. Niemand ist (zumindest auf dem Papier) zum Zurückweichen vor (vermeintlicher) Gewalt verpflichtet.

In Deutschland ist die Rechtslage eine völlig andere. Da ist nur die notwendige Gewalt erlaubt. Jeder der Notwehr oder Nothilfe in Anspruch steht, steht mit einem halben Bein im Gefängnis (meistens natürlich nur eine Geldstrafe, wenn keiner ums Leben kommt). Es gibt verschiedene Vorfälle wo vor Gericht haarklein nachgespielt wurde, welche Verteidigung notwendig gewesen ist. Dabei ist das alles doch zumeist eine Aktionsituation. Da redet man von Civilcourage, wenn aber jemand zur Gewalt greift, auch um andere zu schützen, werden derart hohe Ansprüche gestellt.

In den USA (zumindest in manchen Bundesstaaten) gilt: Stand your ground. Du darfst einen über den Haufen schießen, wenn du dich bedroht fühlst. In Deutschland Täterschutz über alles, der aus Notwehr Handelnde muss selbst in einer in sekundenschnelle ablaufender Sequenz ganz genau abwägen was er tut.

Es muss eine mehr in der Mitte liegenden Kompromiss zwischen dem Recht auf Notwehr und dem Täterschutz geben.

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Anonymous
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(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @karibu20

Könntest Du damit auch leben?
Egal, ob der Mann dann noch Geld hat, dass er zurückgeben könnte und ob er es dann tut weil es "dazu gehört" (siehe Zöllner bei dem Jesus einkehrte und mit ihm aß)?

Das wäre mir sehr lieb, denn dann hätte sich dieser Mensch ja derart geändert, dass er mir ein lieber Bruder wäre.

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Liberatus
Beiträge : 132

Daneben wirkt es ja nahezu serioes...
...daß die NS-Strafvollzugsbehörden den Angehörigen der Delinquenten lediglich Gebühren für Haft, Hinrichtung und Papierkram in Rechnung stellten...

Die Angehörigen der Hingerichteten müssen eine “Kostenrechnung” bezahlen. Die Staatsanwaltschaft fordert für jeden Hafttag in Plötzensee 1,50 Reichsmark, für die Hinrichtung 300 Reichsmark und für das Porto zur Übersendung der “Kostenrechnung” 12 Pfennige.
https://www.gedenkstaette-ploetzensee.de/02_dt.html

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Anonymous
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(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Naja, da gibt's einen Unterschied. Dein Beispiel ist eines für organisierte Ungerechtigkeit, der Staat ist es, der hier als institutionalisierter Zynismus die betroffenen Bürger noch über den Tod hinaus demütigt.

Im Fall, der das Threadthema bildet, haben wir, wenn wir mal nicht sofort urteilen, sondern erstmal nur feststellen, einen Bürger, der seine verfassungsgemäßen Rechte, wie er sie versteht, durchzusetzen versucht.

Das jetzt als Skandal zu bezeichnen, setzt voraus, dass man das vorangegangene Urteil (den Freispruch wg. Notwehr) für ein Fehlurteil hält.

Falls es sich nicht um ein Fehlurteil handeln sollte (was vermutlich die Perspektive des Klägers im jetzigen Fall ist), dann kann man die Angelegenheit anders sehen. Der Ruf des Todesschützen wurde möglicherweise durch die Ventilation des Falles durch sämtliche Medien gründlich zerstört. Wenn tatsächlich sich Zeugen absprachen, um ihn im Prozeß zu belasten und also mindestens in's Gefängnis zu schicken, wenn Zeugen logen, um eine Verurteilung zu erreichen - dann liegt da ein durchaus gravierendes Vergehen zu seinem Schaden vor.

Ob es so ist oder anders war, wird sich dann vielleicht vor Gericht klären. Aber die Situation ist auf jeden Fall solcherart, dass ein Bürger den Rechtsweg einschlägt, wozu ihm der Rechtstaat die Möglichkeit einräumt. Und eben nicht eine, in welcher ein Unrechtstaat willkürlich die Opfer seiner Unrechtspolitik auch noch durch die Schlammpfütze vor'm Geßlerhut schleift.

Daß hier im Thread, wie in vielen anderen deutschen Medien, diese Klage als Anlaß genommen wird, sich wieder einmal über das us-amerikanische Rechtsystem zu mockieren, welches sich nun mal in manchem vom deutschen System unterscheidet (weswegen Volkswagen-Kunden in den USA eben entschädigt wurden und deutsche Kunden dumm aus der Wäsche schauen), sollte den Blick auf diese grundsätzliche Unterschiedlichkeit nicht verstellen.

Lesetipp (ein bisserl Schleichwerbung ist dabei, da ich den Autoren persönlich kenne) bezüglich der unterschiedlichen Ansätze zwischen deutschem und us-amerikanischen Rechtsverständnis: "Die Wahrheit vor Gericht" von Prof. Klaus Volk.

Anonymous antworten


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