Warum werden Frauen...
 
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Warum werden Frauen in teilen der Welt...

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KarinHugo
Themenstarter
Beiträge : 390

...immer noch so gering geachtet?

In China, Indien und noch einigen Ländern wurden (oder werden?) weiblich Föten abgetrieben, weibliche Babies ausgesetzt...und jetzt suchen z.B, chinesische Männer verzweifelt nach Frauen, es gibt einfach zu wenige...

Rein rechnerisch ist das sowieso ein Blödsinn:
Ein Mann kann viele Frauen "befruchten".
Eine Frau braucht 9 Monate bis ein Baby kommt.
Jeder Idiot kann sich die Folgen ausrechnen....ich rede jetzt nicht von Liebe, einfach vom Fortbestand der Bevölkerung!

Und was versucht der fortschrittliche Mann in der Türkei?
https://web.de/magazine/politik/tuerkei-erdogan/erdogans-tuerkei-vergewaltiger-heirat-opfers-straffrei-ausgehen-34389616

Mir kommt die Galle hoch!

PtL
Karin

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111 Antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @karinhugo

...immer noch so gering geachtet?

Ich denke, dass Deine Frage so pauschal ist, dass dazu eigentlich nicht sinnvoll geantwortet werden kann. Auch scheint mir, als sei das, was Du hinsichtlich der Türkei da am Ende verlinkst, der Anlaß und damit gewissermaßen auch der Fokuspunkt Deiner Frage ist. Vielleicht würdest Du lieber nur diese konkrete Situation, dieses Gesetz der Erdogan-Regierung in der Türkei diskutieren, als ganz allgemein die Lage der Frauen in (allen Möglichen) Teilen der Welt?

Etwas ist für mich immer wieder interessant hinsichtlich der Diskussion, ob nun Männer oder Frauen höher oder geringer geachtet, bevor- oder benachteiligt würden. Eine wesentliche Kennzahl dafür, wie gut eine Gruppe innerhalb einer Gesellschaft steht, ist deren statistische Lebenserwartung in Relation zur durchschnittlichen Lebenserwartung.
Und da wollte ich spaßeshalber mal schauen, wie sich die von Dir angesprochenen Phänomene in Indien auswirken. Eine direkte Vergleichsstatistik hab ich auf die Schnelle nicht gefunden, aber wenn man diese Zahlen, die allein auf die Lebenserwartung von Männern abheben, mit diesen hier, welche die allgemeine Lebenserwartung abbilden, so zeigt sich, dass die männliche Lebenserwartung auch in Indien immer noch anderthalb Jahre unter der durchschnittlichen Lebenserwartung liegt. Sodaß man davon ausgehen kann, dass indische Frauen im Schnitt 3 Jahre länger zu leben erwarten dürfen als Männer.

Warum dies so ist - warum also die Hälfte der Bevölkerung, die als benachteiligt und gering geachtet gilt, dennoch bei der wichtigsten sozialen Kennzahl überhaupt, der Lebenserwartung, so deutlich vorne liegt, darüber läßt sich sicherlich allerhand sagen, vermuten, erforschen. Aber dass Frauen länger leben als Männer - das ist meines Wissens rund um die Welt gleich. Wie immer also die Gesellschaftsformen sein mögen: sie "rechnen" sich unter'm Strich für das Wohlergehen der Frauen insofern, als Frauen eben eine bessere Aussicht auf ein langes Leben haben.

Damit will ich weder Diskriminierungsphänomene aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit bestreiten, noch Mißachtung beschönigen. Sondern nur eine pauschale Antwort versuchen auf Deine pauschale Frage: wäre die Mißachtung der Frauen so gravierend, hätte so schlimme Folgen, dass deren statistische Lebenserartung weit unter derjenigen der Männer läge, würde dies zu einem Druck führen, wie Du ihn hier:

Veröffentlicht von: @karinhugo

Rein rechnerisch ist das sowieso ein Blödsinn:
Ein Mann kann viele Frauen "befruchten".
Eine Frau braucht 9 Monate bis ein Baby kommt.
Jeder Idiot kann sich die Folgen ausrechnen....ich rede jetzt nicht von Liebe, einfach vom Fortbestand der Bevölkerung!

andenkst. "Rein rechnerisch" fallen aber all die Phänomene, die Du auflistest, allerhöchstens regional (Frauenmangel in bestimmten sozialen Schichten Chinas) in's Gewicht. Im statistischen Mittel hingegen werden Frauen insofern geachtet, dass die gesellschaftlichen Konventionen unter'm Strich zu einer im Geschlechtervergleich höheren Lebenserwartung der Frauen führen.

Nochmal, damit ich nicht mißverstanden werde: Konkrete Diskriminierungen von Frauen will ich in keinster Weise relativieren, beschönigen, kleinreden. Aber ganz kühl betrachtet, lautet die Antwort auf Dein Warum? nun einmal: weil es (bislang) für die Menschheit funktioniert insofern, als die Gesellschaften aufgrund der geschilderten Mißtstände nicht zusammenbrachen.
Weil Aggressivität und Brutalität, wie sie in einer miesen Behandlung von Schwächeren zum Ausdruck kommen, eben evolutionsbiologisch betrachtet nur die Kehrseiten darstellen von dem, was man als "Tatendrang" bezeichnen kann, als "Welterorberungsmentalität". Weil rücksichtslosere, "forschere", aggressivere Männer nun mal im statistischen Mittel mehr Reproduktionserfolge hatten (d.h.: besser bei den Frauen ankamen!) als ihre weniger mutigen, weniger aggressiven, weniger tatenfreudigen Geschlechtsgenossen.
Das ist die Antwort auf die Warum-Frage. Es ist kein Statment hinsichtlich dessen, wie ich mir eine gerechtere, friedlichere, weniger diskriminierende Welt vorstelle. Sondern nur darauf, wie wir dahin kamen, wo wir heute, am Ende einer langen evolutionsbiologischen Entwicklung stehen. Bis heute hat "es" funktioniert, die Rollenverteilungen innerhalb der Spezies Mensch haben zu rund acht Milliarden Menschen geführt.
Ob in unserer modernen Welt evolutionsbiologische Mechanismen hinsichtlich der sozial-ethischen Entwicklung der menschlichen Gesellschaften noch eine große Rolle spielen werden, ist dann eine ganz andere Frage. Ich vermute ja: eher nicht mehr so stark. Aber das betrifft dann ja nicht mehr so sehr die "Warum?"-Frage, sondern eher diese hier: "Wie wollen wir zukünftig miteinander leben?"
Statt des biologischen könnte zukünftig vielleich ein sozialer Evolutionsmechanismus entscheidend sein: Diejenigen Gesellschaften, die besser funktionieren als andere, werden sich durchsetzen. Und wenn hinsichtlich dieses Funktionierens eine Nivellierung der Geschlechterwertigkeit wichtig sein sollte (was ich vermute), so könnte dies dazu führen, dass Gesellschaften, in denen keine Geschlechterdiskriminierung mehr auftaucht, anderen, konkurrierenden Gesellschaften immer stärker überlegen werden und sich entsprechend als dominierendes Modell ausbreiten.

Konkret denke ich, dass Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung der Geschlechter im Berufsleben ein sehr wichtiger Faktor für das Prosperieren moderner Gesellschaften sind. Und also zukünftig nur diejenigen Gesellschaften sich durchsetzen, in denen die Potentiale beider Geschlechter wirtschaftlich genutzt werden. Diese wirtschaftlichen Notwendigkeiten werden - auf längere Sicht hin betrachtet - die Gleichberechtigung der Frauen stärker vorantreiben, als einzelne Empörungsereignisse und die ihnen folgenden "Konsequenzen".

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Beiträge : 18002

...immer noch so gering geachtet?

In China, Indien und noch einigen Ländern

Solange man bei uns den Körper einer Frau für 20€ zum schnellen Fick mieten kann und sie dazu extra aus der ganzen Welt hierher verfrachtet werden, brauchen wir gar nicht so weit in die Ferne schauen.

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7 Antworten
Marie-Hope
(@marie-hope)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 42

Da hast du allerdings recht!

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KarinHugo
(@karinhugo)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 390

Wenn aber....
...nach einer Vergewaltigung die Frau den Mann heiraten muss, damit der Schw.....kerl nicht bestraft wird...*würg*

PtL
Karin

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Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 7193

Würg, ja, steht aber genau so in der Bibel, nachzulesen in 5.Mose 22, 28+29:

Wenn jemand eine Jungfrau trifft, die nicht verlobt ist, und ergreift sie und schläft bei ihr und wird dabei betroffen, so soll der, der bei ihr geschlafen hat, ihrem Vater fünfzig Silberstücke geben und soll sie zur Frau haben, weil er ihr Gewalt angetan hat; er darf sie nicht entlassen sein Leben lang.

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KarinHugo
(@karinhugo)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 390

Ich weiß,....
...aber trotzdem *würg*

Was würde Jesus wohl zu diesem Thema sagen, wenn er z.B. sagt "Wer eine Frau ansieht ihrer zu begehren, begeht Ehebruch.." (aus dem Gedächtnis zitiert!

PtL
Karin

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Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 7193

Ungeachtet dessen, was Jesus dazu sagen würde, hat sich das Christentum in seiner Geschichte auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert, was die Achtung der Frau gegenüber betrifft. Frauen galten als anfälliger für den Teufel, waren schuld am Sündenfall, waren schwächer, dümmer, ihr Wort galt weniger.

Und Vergewaltigung in der Ehe ist hier auch erst seit 1997 strafbar.

alescha antworten
KarinHugo
(@karinhugo)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 390

Auch das ist richtig,....
...was aber die Tatsache der Missachtung nicht weniger schlimm macht!

PtL
Karin

karinhugo antworten
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(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 18002
Veröffentlicht von: @karinhugo

...nach einer Vergewaltigung die Frau den Mann heiraten muss, damit der Schw.....kerl nicht bestraft wird...*würg*

Sei vorsichtig mit dem Würgreiz:

5Mo 22,28 "Wenn ein Mann ein Mädchen trifft, eine Jungfrau, die nicht verlobt ist, und ergreift sie und liegt bei ihr, und sie werden dabei angetroffen,
29 dann soll der Mann, der bei ihr lag, dem Vater des Mädchens fünfzig Schekel Silber geben, und es soll seine Frau werden, weil er ihr Gewalt angetan hat; er kann sie nicht entlassen all seine Tage."

Nachtrag vom 03.02.2020 1419
Oh, Alescha war schneller 😅

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Marie-Hope
Beiträge : 42

Daa ist doch glasklar: Männer nutzen ihre körperliche Überlegenheit, die Macht zu halten und das überalle Kulturen, Religionen, Jahrhunderte hinweg.

marie-hope antworten


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