Was ist eine Anerke...
 
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Was ist eine Anerkennung


Tagesschimmer
Themenstarter
Beiträge : 1029

… im Sinne von Danke sagen oder die kleine Schwester der Würdigung? Ist die Anerkennung bereits vollendet, wenn die angeboten/bereitgestellt wurde oder erst wenn sie angenommen wurde oder erst dann, wenn sich der Empfänger auch wirklich anerkannt fühlt?

Wer muss sich mehr bemühen: Sollte der, der die Anerkennung geben möchte recherchieren, auf Wünsche eingehen oder sollte der, der die Anerkennung erhalten soll, die Dinge dankbar genießen wie sie gerade kommen? Gibt es eine (moralische) Verpflichtung, die Anerkennung anzunehmen, auch wenn sie als zusätzliche Mühe empfunden wird?

Ist das im beruflichen Kontext anders als privat?

Antwort
11 Antworten
Deborah71
Beiträge : 17190

@tagesschimmer 

Hast du mal ein praktisches Beispiel?

deborah71 antworten
7 Antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 1029

@deborah71 Privat: Jemand hat kein Problem, um Hilfe zu bitten, hat aber nie Zeit, selbst zu helfen. Statt dessen gibt es Schokolade oder eine Flasche Wein, die nichts persönliches ausdrücken und auch nicht den Wert der Arbeit wiedergeben.

Beruflich: Der Arbeitgeber ist (oder tut) enttäuscht, wenn die Mitarbeiter am Freitag Nachmittag lieber zu ihren Familien gehen als zu seiner Grillparty, zu der sie auch noch selbst Beiträge leisten sollen. Er findet es nicht gerechtfertigt, dass nach Anerkennung finanzieller Art oder in Form von Arbeitserleichterungen gefragt wird, aber das Angebotene nicht genutzt wird. 

tagesschimmer antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 17190

@tagesschimmer 

Privat und beruflich würde ich da auch trennen.

Aus deinen Beispielen schauen mich mehrere Ebenen an.

Irgendwie habe ich ein komisches Gefühl bei der Arbeitgebergeschichte. Da soll eine Nähe hergestellt werden, fast wie Familie, ist aber keine Familie. Klingt nach Bottle-Party... und er nimmt wohl persönlich und trennt auch nicht nach Arbeit und Familie.

Im privaten Beispiel ist nur ein Nehmen, aber nicht wirklich ein Geben. Da wird eine Distanz bewahrt, die fast schon abweisend ist und mir signalisiert: ich will Hilfe, aber nicht soviel Nähe.

Wo findest du wieviel Beziehungsnähe angebracht? Wie ist deine Erwartung da? Ist da eine Möglichkeit der Selbsttäuschung in der Erwartung, die dann notgedrungen erfüllt wird?

 

 

 

deborah71 antworten
lubov
 lubov
(@lubov)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 2546

@tagesschimmer 

Der Duden erklärt "Anerkennung" mit "Würdigung, Lob, Achtung, Respektierung" und nennt als Synonyme zunächst "Achtung, Ansehen, Auszeichnung, Beifall".

Das, was du darstellst, klingt im Grunde, als meintest du vielleicht eher "Entlohnung" oder "Ausgleich"?

 

Privat... finde ich das Beispiel schwierig. Es gibt Menschen, die können aus dem einen oder anderen Grund (und das muss kein Grund sein, der mir genehm oder verständlich ist, es reicht, wenn er diesem Menschen plausibel ist!) nicht "Gleiches mit Gleichem vergelten". Persönliches Beispiel: Ich bin körperlich nur sehr begrenzt belastbar und habe tags relativ viele Termine. Nun ging ein Möbel kaputt. Ich hätte eine Firma zum Abtransport bestellt und mir ein neues liefern lassen, das hätte einige Wochen gedauert. Freunde hörten davon, holten - im Grunde ungebeten - das alte Möbel ab und brachten es Freunden ihrer Freunde, die gut sind im "Aufmöbeln" und fuhren mit mir los, für mich ein neues holen, das sie dann auch gleich bis in meine Wohnung trugen. Ich hab mich gefreut und bedankt. Vorher hatte ich gefragt, ob ich ihnen Zeit, Benzin, Autoabnutzung, Mühe... ersetzen könnte, das wurde entrüstet abgewiesen. Entsorgungsfirma und Möbelpacker hätte ich bezahlt und Trinkgeld gegeben. Die Unkosten hätte ich in ähnlicher Höhe beglichen, aber wie gesagt, das war entrüstet abgelehnt worden. Nun hat meine Familie einen Weinlieferanten, bei dem wir schon seit Jahren bestellen, weil wir den Wein lecker finden. Kein hochpreisiges Segment, aber eben lecker. Die Freunde trinken ab und zu mal nen Wein. Also gab es für jeden eine Flasche leckeren Wein - und einen kleinen Gutschein für den Bioladen, der eine tolle Käsetheke hat. Nein, das hat weder die Zeit noch den körperlichen Einsatz noch den Fahrzeugverschleiß und vielleicht nichtmal das Benzin der Freunde "gedeckt".

Stattdessen haben wir uns ein paar Wochen später abends schön auf deren Wiese getroffen, Wein getrunken, Käse gegessen, und ich habe nochmal erwähnt, wie sehr ich mich gefreut habe und dass das Möbel da toll ist.

Was wäre denn deiner Meinung nach angemessen?

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Im beruflichen Bereich finde ich, dass solche Teambildung, so sie in der Arbeitszeit liegt, ganz gut sein kann, aber außerhalb der Arbeitszeit freiwillig sein sollte. Was du meinst, ist eher eine Gratifikation, oder?

lubov antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 1029

Was wäre denn deiner Meinung nach angemessen?

Was mich beschäftigt, ist das Gefühl, wenn die Dankes-Geste beim Empfänger nicht ankommt weil er irgendwie Vorbehalte hat. Das kommt meistens erst beim nächsten Hilfeersuchen raus. Dann geht oft so ein Spielchen los. Der, der eigentlich schon mehr gegeben hat, muss sich dann auch noch rechtfertigen. Er hilft, hat aber hinterher das Gefühl, die Anerkennung nicht richtig zu würdigen, sondern abzuwerten. Er will vielleicht nicht nochmal helfen, aber eigentlich hat der andere nichts falsch gemacht. 

Eine Freundin von mir hat „Freunden“ unglaublich viel Geld geborgt, das sie wahrscheinlich nie wiederbekommt, weil sie ihr eine Nähe vorgegaukelt haben, zu der sie nicht im Geringsten bereit sind. Sie ist enttäuscht. Aber eigentlich wollte sie wirklich selbstlos helfen und klagt sich selbst an für ihre Gefühle. Jetzt, wo sie immer mehr Geld wollen, steht sie unter enormem Druck. Sie fängt schon an zu lügen. 

Dein Fall ist ganz anders gelagert. Es sind anscheinend richtige Freunde, mit denen du bereits eine Basis hast, sie haben selbst die Hilfe angeboten und die Bedingungen entschieden, du hast dich ehrlich bedankt und einen extra ausgewählten Wein gegeben, der eine Bedeutung für euch hat. Bis dahin finde ich es schon ausreichend. Das Picknick kam noch obendrauf und ist schon ein ziemlich dolles Danke, findest du nicht?

tagesschimmer antworten
BeLu
 BeLu
(@belu)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4336

@tagesschimmer Zum Beruflichen: Wenn die Grillparty nach Feierabend stattfindet und man dann auch noch selbst zahlen soll, in wieweit ist das dann überhaupt noch eine "Anerkennung"? Da kann ich es gut verstehen, wenn die Mitarbeiter Besseres zu tun haben als zu seiner Grillparty zu kommen.

belu antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 12362

@tagesschimmer 

Zum Beruflichen: Ich stimme BeLu darin zu, was ist da noch Anerkennung dran? Und selbst, wenn ich mir vorstelle und davon ausgehe, dass dieser Chef (im Beispiel) es wirklich von Herzen meint, hat er einfach mit einem Freitag-Nachmittag ein sehr unglückliches Händchen bewiesen, weil er dann keine (oder kaum) Wahrnehmung dafür hat, dass die Menschen die ganze Woche für oder mit ihm arbeiten und am WE (das fängt Freitag Abend an) eben gern die "restliche Zeit" in ihrem Privatleben unterwegs sind. Und diese - ich nenne sie mal - fehlende Wahrnehmung zu haben, ist eben keine Art von Anerkennung dessen, wie es den Menschen um ihn herum geht. Manchmal sind es eben auch die Dinge oder Botschaften, die mit Handlungen transportiert werden, ohne dass sie so "offensichtlich" sind ... *denk*

neubaugoere antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 12362

@tagesschimmer 

Zum Privaten (ich hab woanders was zum Beruflichen geschrieben):

Wieso sollte Schokolade oder eine Flasche Wein NICHT einen Wert ausdrücken? Geht es denn um den "Wert" der Flasche oder den "Wert" der Schokolade vom Einkauf her? Oder geht es nicht auch um die Geste an sich? Ist es nicht auch der "Zeitgeist", der uns dann einredet, dass auch nach - konstruierter Gedanke - 20 Jahren eben eine Tafel Schokolade nicht (mehr) ausdrückt, was sie vor 20 Jahren ausgedrückt hat? -> Also schauen wir nach 20 Jahren Schokolade quasi immer noch auf die Geste oder doch (wieder) auf den Wert des Einkaufs? Wohin schauen wir also bei unseren "Bewertungen"? Was an unseren "Bewertungen" ist von der Liebe initiiert (ich sag mal pauschal: göttlich) und was an ihnen ist weltlich/zeitgeistlich?

Wenn sich Menschen eine Weile kennen und miteinander ihren Weg gehen, wissen sie einiges übereinander. Davon gehe ich jetzt mal aus. Ich weiß, dass es "nerven" kann, wenn man von einer Person z.B. immer nur Geld zugesteckt bekommt und viele liebe Worte. Das hat mich auch so manches Mal in meinem Leben "aus der Fassung" gebracht (ich nutze mal extra solche Wörter, die etwas veranschaulichen). Gottes Geist, der die Liebe offenbart, transportiert etc. wies mich darauf hin, auf die Person zu schauen und ihr Leben, ihre Gaben, ihre Art und so. Und dann sah ich, dass es ihre Art der Liebe, Wertschätzung und Anerkennung ist und sie keine andere hat. Dann wusste ich - in meinem Fall - wieder zu schätzen, dass sie mir vielleicht "plump" (wer beurteilt das eigentlich und warum so?) oder schlicht eben "einfach nur Geld zusteckte".

Zusammenfassend: Mit welchem Auge schauen wir auf so eine Situation, auf den (jeweils anderen) Menschen? Mit dem liebenden Auge, der den anderen (an)nimmt, wie er ist, ihn wertschätzt, wie es Gott uns gezeigt hat, was Liebe vermag?

Und wenn jemand ein "Problem" hat, um Hilfe zu bitten, wird Gott an ihm arbeiten. Er hat auch an mir gearbeitet, als ich nicht um Hilfe bitten konnte, weil ich das von meinen Eltern quasi adaptiert hatte. Aber ich hatte mir vor Jahren den linken Unterarm verbrannt (Verbrennung 2. Grades), konnte mich nur schwerlich an- und ausziehen und eben auch kaum den Haushalt erledigen. Ich brauchte Hilfe, das wusste ich. Aber ich war zu beschämt und zu stolz (ja, beides), um Hilfe zu bitten, weil ich es so gelernt habe, dass man ( *zudeborahguckundgrins* ) alles alleine schaffen muss. Nach knapp drei Wochen überwand ich mich, weil ich nicht mehr zurechtkam und bat eine Person von den vielen, die ihre Hilfe anboten, dann doch um Hilfe. Ich bat die Person, der ich damals am meisten vertraute. Und sie half. - Was mich am meisten daran überraschte und eben eine innerliche Veränderung bewirkte, war die Tatsache, was ich "gesehen" habe, nämlich ihre übersprudelnde Freude, mir helfen zu können. Es berührt mich heute noch, wenn ich daran denke, mit wie viel Freude sie auf meinem (damals noch vorhandenen) Hochbett herumturnte und mein Bett neu bezog, wie sie den Staubsauger schwang und so fröhlich war. - Natürlich unterhielten wir uns auch darüber. Und während ich die Scham vor mich her schob, "es" nicht gepackt zu haben, erwiderte sie, dass ich mich gar nicht schämen müsse, weil ich es doch gar nicht können kann (Haushalt schmeißen) in dieser Situation. Und sie klärte mich auch darüber auf, wie es auf jemanden wirkt, der helfen möchte und (ständig) abgewiesen wird. Bis dahin hatte ich selbst noch nicht über diese Seite nachgedacht. Ja, es ist wie eine Art "Zurückweisung", ein "Ablehnen" der Hilfe. Dabei geht es ja - weil wir Beziehungsmenschen sind (wir haben einen Gott der Beziehung 😉 ) - nicht nur um uns selbst, sondern immer auch um den anderen. - Und je öfter ich heute um Hilfe bitte, umso leichter fällt es mir und umso mehr bin ich von Gott überwältigt (overwhelmed), was es mit dieser seiner Liebe auf sich hat, mit seinem Leib und wer ER eigentlich ist und wie sehr Er liebt.

Und ich glaube nicht, dass derjenige, der um Hilfe bittet, immer "mit gleicher Münze heimzahlen" muss. Er kann eben auch gern eine andere Form der Anerkennung haben, die er anderen Menschen entgegenbringt. Jemand kann mir auch "helfen", indem er zuhört. Jemand kann mir auch "helfen", indem er für mich betet ... etc.pp. Die "Form" der "Anerkennung" (oder Hilfe) kann doch von Mensch zu Mensch unterschiedlich aussehen. Wichtiger ist doch, dass jede Form von Herzen kommt, der Mensch authentisch gegenüber dem anderen ist und sich beide so nehmen, wie sie sind. Ist genau DAS nicht eben die Art von Anerkennung, die wir bei Gott lernen?

neubaugoere antworten


Tineli
 Tineli
Beiträge : 1376

@tagesschimmer Schwierige Frage und vermutlich kaum allgemein zu beantworten.

Natürlich ist eine Anerkennung eine Anerkennung, auch wenn sie der Empfänger nicht annimmt und sich nicht anerkannt fühlt. Aber die Frage ist, wo das Problem lag, wenn der Empfänger sie nicht annimmt. Das kann bei dem liegen, der die Anerkennung gibt, eben weil es keine echte Anerkennung ist (weil bei genauem Hinsehen diese lieblos ausgesprochen ist oder wie in deinem Beispiel der Chef für das Fest auch noch einen Beitrag verlangt). Das kann aber auch am Empfänger liegen, der z.B. nicht fähig ist, die Anerkennung anzunehmen (du kennst vielleicht auch Personen, die immer abwehren, wenn man ihnen ein Lob ausspricht, oder die jedes Lob umdeuten und abwerten, z.B. "Das sagt der nur so, das meint der nicht ernst"). Dann liegt es eindeutig am Empfänger, und man kann den Sender nicht dafür verantwortlich machen. Ist wie beim Radio: Wenn die Sendung bei dir nicht ankommt, kann es dran liegen, dass der Sender kaputt ist oder dass dein Radiogerät kaputt ist. 

Ne Bekannte berichtete mir letztens, dass ihr Arbeitgeber ein Sommerfest ausgerichtet hat. Sie hat sich an dem Tag krank gemeldet. Der Arbeitgeber hat ihr in letzter Zeit so übel mitgespielt, dass ihr beim besten Willen nicht danach war, sich auch noch feiern zu lassen... Selbst wenn das Sommerfest perfekt geplant ist (es ist Arbeitszeit, keiner muss was leisten etc.), kommt diese Anerkennung nicht an, wenn davor zu viel gelaufen ist, was der Anerkennung widerspricht.

Du siehst, da spielen viele Facetten mit rein und man muss es immer genau hinschauen.

Gruß, Tineli

tineli antworten
1 Antwort
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 1029
Veröffentlicht von: @tineli

Ne Bekannte berichtete mir letztens, dass ihr Arbeitgeber ein Sommerfest ausgerichtet hat. Sie hat sich an dem Tag krank gemeldet. Der Arbeitgeber hat ihr in letzter Zeit so übel mitgespielt, dass ihr beim besten Willen nicht danach war, sich auch noch feiern zu lassen... Selbst wenn das Sommerfest perfekt geplant ist (es ist Arbeitszeit, keiner muss was leisten etc.), kommt diese Anerkennung nicht an, wenn davor zu viel gelaufen ist, was der Anerkennung widerspricht.

… und - hat das der Arbeitgeber auf sich beruhen lassen? 

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Tagesschimmer
Themenstarter
Beiträge : 1029

Entschuldigt bitte, als ich das Thema angefangen habe, wusste ich nicht, dass ich grad so wenig Zeit habe. Danke für eure guten Beiträge, ich habe alles gelesen. Leider weiß ich nicht, wann ich wieder richtig Zeit habe, deshalb auch Entschuldigung im Voraus. 

Am konkretesten hat Tineli auf die allgemeine Frage geantwortet und damit das bestätigt, was theoretisch eigentlich klar sein sollte, nur im Alltag schwer zu leben ist: Es ist nicht so eindeutig, man muss genau hinschauen. Also sollten doch auch beide die Verantwortung tragen und beide das Recht haben, die Anerkennung als solche zu sehen oder auch nicht?

Man ist nur irgendwann so verwirrt von den selbstbewussten Behauptungen mancher Menschen, dass man sich permanent in der Situation fühlt, dem anderen ein gutes Gefühl geben zu müssen und dafür einfach alles zu akzeptieren. Diese uneindeutigen Situationen werden oft zu einem Machtspiel. Plötzlich ist der Ankläger (egal auf welcher Seite er steht) der, dem man es um des lieben Friedens willen Recht machen möchte. Ich glaube, das ist der springende Punkt. 

Z.B. der Arbeitgeber, der kontrolliert, warum bestimmte Mitarbeiter nicht zu der Party kommen, denn er will ja die strahlenden Mitarbeiter in der Kirchenzeitung präsentieren. (Dieses Kontrollieren und subtile Einschüchtern habe ich gerade gestern erlebt, selbst die Absage wurde noch zu einigen kontrollierenden Fragen genutzt und ein paarmal nachgehakt, ob es wirklich so ist. Die willigen Mitarbeiter hatten ihre Salate fertig, viele haben die Zwischenzeit zwischen Arbeit und Party irgendwo überbrückt, mehre haben nachgefragt. Bis eine Stunde vor der Party hieß es: Kein Problem, wir haben ja Innenräume. Dann ein Anruf vom Pastor mit der Absage und allgemeine Fröhlichkeit im Gruppenchat: Da haben wir ja alle genug zu essen für zu Hause. Haha)

Ich erlebe häufig, dass sich Mächtige etwas herausnehmen, das ich persönlich als übergriffig empfinde. Warum bekomme ich nicht endlich den Mindestlohn, auch wenn ich nicht an all den zusätzlichen Terminen teilnehme? Ich empfinde es als Unrecht und möchte gar nicht mitmachen. Andere lächeln darüber hinweg und akzeptieren es einfach mit den Worten: „Da kann man nichts machen“. Während sie sagen: „Ist doch nett, dass wir auch mal in der neuen Kirche feiern dürfen“ denke ich: „Wer bezahlt eigentlich das Grillfest (und die ganze Schickimicki-Grillanlage dazu), wenn jeden Monat hunderte Euro an Lohn gespart werden?“

Hm, da sitze ich nun und akzeptiere ganz heimlich die Anerkennung der Chefetage nicht. 😀 Immerhin fühle ich mich jetzt im Recht dazu.

tagesschimmer antworten


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