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Der Schulweg und die Gesellschaft, in der wir leben...

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Mr.K
 Mr.K
Themenstarter
Beiträge : 157

Hallo zusammen,

wie an anderer Stelle bereits geschrieben habe ich 2 Kinder, einen Sohn und eine Tochter. Dazu muss ich sagen: Mein Sohn ist defacto mein Stiefsohn, aber einen Unterschied zwischen dem leiblichen Kind und dem angeheirateten Kind ist ein Luxus, den ich mir nicht leisten kann. Und in diesem Beitrag geht es jetzt um meinen Stiefsohn.

Der leibliche Vater meines Stiefsohns hat einen Migrationshintergrund- Südamerika. Daher ist die Hautfarbe meines Sohnes etwas dunkler als europäisch.

Leider ist die Gesellschaft dieser Zeit eher ablehnend gegenüber Menschen eingestellt, die vom aussehen her anders aussehen als das mitteleuropäisch übliche Aussehen. In letzter Zeit kam es immer wieder zu Kommentaren an meinen Stiefsohn, die von "Guck mal, ein Schwarzbrot" hingehen zu "Geh dorthin, wo Du hergekommen bist". Auch im Bus auf dem Weg zur Schule oder von der Schule nach Hause sind solche Kommentare zu hören - und zwar nicht nur von Teenagern oder jungen Menschen, sondern auch von Erwachsenen.

Der Gipfel war gestern Mittag erreicht, als mein Junge weinend vom Bus nach Hause kam. Es gab im Bus den "unschönen" Zwischenfall, dass ein Erwachsener meinem Jungen Schläge androhte, wenn er nicht aufhören würde, zu lachen - unter anderem wäre der Begriff "Nigger" in seine Richtung ausgesprochen worden. Und alles, was der Bub getan hat, war, mit Klassenkameraden im Bus Witze zu reißen - wie das 12-13jährige eben so machen.

Ich fühle mich hilflos, da ich weiß, dass ich den Jungen eben nicht immer vor so etwas schützen kann. Ich kann nur hoffen, dass er stark genug ist, den Hass unserer Gesellschaft zu ertragen.

Meine Frage an Euch, liebe Forengemeinschaft, ist: Wie würdet Ihr mit einer solchen Situation umgehen?  

Antwort
72 Antworten
Deborah71
Beiträge : 23518

@mr-k 

Bau seine inneren Grenzen und sein Selbstbewusstsein auf.

Überlegt euch z.B. schlagfertige und auch witzige Antworten auf die Angriffe...

Jemand, der so abwertende Benennungen verwendet, hat  keine Selbstannahme und überträgt seine Selbstablehnung auf andere, die ihm schwächer oder bedrohlich erscheinen.

"Guck mal, ein Schwarzbrot!"  ......... Ja, da hast du dran zu kauen, ne?    Mit dem Du gibt er den Fokus (Junge, du bist das Problem) an den Spötter zurück und geht nicht in eine Opferhaltung.

"Geh dorthin, wo Du hergekommen bist". ...."Ich bin schon unterwegs. Ich wohne hier in der xxx-Straße"   oder.....  Ja, dorthin, wo der Pfeffer wächst und dann werde ich mit Pfeffer reich"

Ich kann mir vorstellen, wenn ihr beide an guten Antworten feilt, dass er so ca 5 schlagfertige Antworten hat, dann stärkt das sein Rückgrat und auch eure Beziehung: Papa hilft mir, ist für mich da.
Das Bewusstsein, ich darf und kann mich wehren, verändert seine Ausstrahlung. Die unsichtbare Grenze wird fester.
Etliche Angriffe finden gar nicht mehr statt.

 

 

deborah71 antworten
17 Antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 4677

@deborah71 

Ganz ehrlich - ich hab keine Lösung. Aber je nach Wohnort und Situation, wäre ich mit schlagfertigen Antworten sehr vorsichtig.

channuschka antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 23518

@channuschka 

Sie zu kennen, kann oft schon genügen.  Sich damit zu befassen, gibt innere Stärke.  Ich bin da selbst durchgegangen und habe erlebt, dass das Bewusstsein "Ich darf mich wehren" die Atmosphäre stark veränderte. Leider hatte ich keinen  hilfreichen Vater. Er war da schon verstorben.

deborah71 antworten
Channuschka-Mod
Moderator
(@channuschka-mod)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 800

@deborah71 

Meine Erfahrung ist da eine andere. Solange ich nicht sicher sein kann, mich gegen einen körperlichen Angriff auch wehren zu können, bleibst du unterlegen. Denn wer dieses Niveau bedient mit Sprüchen (vor allem Erwachsene gegenüber Kindern) der würde auch gerne körperlich eine mitgeben und umso selbstbewusster einer ist, umso lieber nehm ich ihn als mein Opfer. 

channuschka-mod antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 4677

@channuschka-mod 

Wah.... wieder der falsche Account gewesen.... ich sollte das mit dem Posten heute lassen. Irgendwie bin ich entweder zu sehr drin oder nicht konzentriert genug dabei...

channuschka antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 23518

@channuschka 

Ich hab dich als Privatperson gelesen. Mach dir keinen Kummer. 🙂

deborah71 antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 2755

@channuschka Aaah, jetzt verstehe ich. Du bist mehrere Personen.

tatokala antworten
Channuschka-Mod
Moderator
(@channuschka-mod)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 800

@tatokala 

Gespalten zwischen Moderator und User

channuschka-mod antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 2755

@channuschka-mod Wie Robbie Williams bei "Madonna"?

tatokala antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 4677

@tatokala 

Kenn ich nicht

channuschka antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 23518

@channuschka-mod 

Zuersteinmal habe ich auf verbale Angriffe und innere Stärkung reflektiert.  Jetzt erweiterst du auf körperliche Angriffe...  damit wird es unklar.

deborah71 antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 4677

@deborah71 

Meine Erfahrung ist, dass das eine ganz schnell ins andere übergehen kann.

channuschka antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 4677

@deborah71 

Wobei alles was das Selbstbewusstsein stärkt nie falsch ist.

channuschka antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 6281

@channuschka-mod 

Wenn die Eskalationsschranke vom anderen bereits überwunden  ist, ist das schwierig - in der Tat.

Aber wenn Du über Deborahs oder meine Vorschläge auch alks Kind ein entsprechend gestärktes Selbstbewusstsein entwickelt hast, dann sendest Du ungezielt und ohne es selbst zu merken Signale, die einem potenziellen Angreifer bedeuten, dass er es lieber sein soll.

Natürtlich funktioniert das nicht immer, aber doch sehr häufig.

Ich hatte in meiner aktiven Zeit oft Frauen in einen für Frauen spezialisierten Selbstverteidigungskurs vermittelt. Eine der Erfahrung von so ziemlich allen: Wie schwierig es war, selbstverteidigend eine angreifende Position einzunehmen, weil das total dem Bild von ihnen selbst widersprach.

Ähnlich hatte mir das auch die Leiterin berichtet. Aber eben auch, dass die Frauen es gelernt hatten, laut schreiend und dann auch durchaus mit dem Willen, einem Angreifer wehzutun, auf jemanden loszurennen.

Im Endeffekt war auch ihr Resumee, dass nicht die selbstverteidigende körperliche Fähigkeit das Entscheidende war, sondern der Eindruck "ich lasse mich nicht einfach angreifen", den sie unbewusst vermittelten, entscheidend war.

Bei ein paar Kindern von Patienten und aus meiner Umgebung habe ich das mit ähnlichem Ergebnis auch empfohlen. Bei einem Kind hatte das auch dazu geführt, dass es sprunghaft in der Schule besser wurde, obwohl das gar nicht der Ausgangpunkt war.

queequeg antworten
Dionysius
(@dionysius)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 31

@queequeg

Im Endeffekt war auch ihr Resumee, dass nicht die selbstverteidigende körperliche Fähigkeit das Entscheidende war, sondern der Eindruck "ich lasse mich nicht einfach angreifen", den sie unbewusst vermittelten, entscheidend war.

Ich denke, dass Täter, die auf Kinder oder andere, eher als schwächer geltende oder erscheinende Menschen losgehen, oft selber diejenigen sind, die schwach sind und ein geringes Selbstbewusstsein haben. Wenn sie sehen, dass das ausgewählte Opfer doch nicht schwach ist, kneifen sie.

dionysius antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 6281

@dionysius 

Ich denke, dass ist genau der Punkt.

queequeg antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 6281

@deborah71 

Ich geb ja selten Ratschläge, geh aber jetzt mal über mich hinaus.

Versuch für Deinen Sohn einen ordentlichen Boxverein oder Selbstverteidigungsverein zu finden - natürlich in vorheriger Absprache mit ihm.

Das Ziel wäre weniger die Vermittlung von Verteidigungstechniken, sondern viel mehr die Stärkung des Selbstbewusstseins.

queequeg antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 754

@deborah71 

Ich kann mir vorstellen, wenn ihr beide an guten Antworten feilt, dass er so ca 5 schlagfertige Antworten hat, dann stärkt das sein Rückgrat

Ein bisschen Selbstverteidigungstraining kann bei der Strategie aber auch nicht schaden. 

 

derelch antworten


Queequeg
Beiträge : 6281

Das war falsch angehängt, aber ich denke mr-k wird es auch so finden.

queequeg antworten
2 Antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 23518

@queequeg 

Alles gut...   es ist eine sehr gute Ergänzung. Ja, ich sehe das hier auch so.... da ein Kind gestärkt werden muss. Da ist Praxisrat notwendig.  Es bleibt dabei trotzdem die Ebene der eigenen Entscheidung für das Kind gewahrt...:was möchte das Kind umsetzen und traut sich zu.

Es ist schließlich im Bus und nicht der Vater.

deborah71 antworten
Mr.K
 Mr.K
(@mr-k)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 157

@queequeg hat er. 😉

mr-k antworten
Weihnachten
Beiträge : 7

Ich habe einen Sohn mit einer Mama aus Ghana, also kenne ich das Problem selbst. Mein Sohn ist fast 11. Ich hab ihm den Bericht lesen lassen und nach seiner Meinung gefragt, was er dem TS raten würde, bzw. was er glaubt, was für den Jungen das beste wäre.

Den Jungen nicht mehr alleine mit dem Bus fahren lassen, war seine erste Antwort. Als wir weiter drüber gesprochen haben, ich ihn auch nach seinen Erfahrungen gefragt habe und was er glaubt, wie er selbst so eine Situation zusammen mit seinen Kumpels erleben würde. Wir kamen beide zum Schluss, dass seine Freunde sich auch falsch verhalten hätten. Mein Sohn ist sich sicher, dass seine Kumpels sofort die Klappe aureißen würden, wenn ihn jemand so beleidigen würde.

Ob es tatsächlich so käme? Weiß ich auch nicht, ich will es am liebsten auch nie erfahren müssen. Aber diese innere Überzeugung, dass seine Kumpels sich sofort für ihn einsetzen würden, das ist es, was dein Sohn braucht. Also vielleicht nochmal gucken, ob er mehr in Richtung tragfähige Freundschaften etwas unternehmen kann.

weihnachten antworten
10 Antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 6281

@weihnachten 

Das ist sicher auch gut - nicht nur für die aggressiven Situationen.

queequeg antworten
Mr.K
 Mr.K
(@mr-k)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 157

@weihnachten Mein Sohn fährt nie alleine mit dem Bus. Er fährt jedoch immer mit zwei Mädchen mit.

mr-k antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 23518

@mr-k 

Würde es deinem Sohn gefallen, wenn du ab und zu mitfährst?  Evtl auch so, dass du verdeckt mitfährst und mal beobachtest und evtl einschreiten kannst?

deborah71 antworten
Mr.K
 Mr.K
(@mr-k)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 157

@deborah71 Ist nicht praktikabel, da seine Fahrtzeiten mit meinen Arbeitszeiten in Konflikt stehen.

mr-k antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 23518

@mr-k 

Da blieben also höchstens mal Brückentage des Freinehmens, denn längeren Urlaub wirst du ja zu Ferienzeiten nehmen, denke ich.

deborah71 antworten
Mr.K
 Mr.K
(@mr-k)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 157

@deborah71 Ja, und auch diese Brückentage kriege ich mangelns adequater Vertretungsregelung in unserer Abteilung (Nette Grüße an meinen Vorgesetzten) oftmals auch nicht frei.

mr-k antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 6281

@mr-k 

Wenn Du Miglied einer Gemeinde bist, wovon ich ausgehe, sollte sich doch da jemand finden, der das übernehmen kann.

queequeg antworten
Mr.K
 Mr.K
(@mr-k)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 157

@queequeg Gelegentlich, vielleicht. Aber ständig leider nicht.

mr-k antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 438

@mr-k nimm mal Urlaub ein paar (halbe) Tage. ..zum Testen ? Aber Dauerlösung ist das keine.

Zum Angesprochen Thema Kampfsport würde ich nur von Religion und Philosophiefreien Sportarten raten (Aus Christlicher Ansicht)

kappa antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 6281

@kappa 

Ich bin ja auch dafür, religionsfreie Brötchen zu kaufen.

Ist nicht nur zynisch. In meiner Kindheit durfte nur bei dem evangelische Bäcker, der weiter weg war und dessen Brötchen nicht so gut schmeckten, gekauft werden und nicht bei viel näher gelegenen katholischen, dessen Brötchen bedeutend besser waren.

Begründung: Katholiken sind keine richtigen Chriísten, die tun nur so.

queequeg antworten


Mariposa22
Beiträge : 608

@mr-k 

Also erst einmal finde ich toll, dass dir dein Sohn (ich nenne ihn einfach mal deinen Sohn) so viel Vertrauen entgegengebracht hat und dir offen über den Vorfall berichtet hat. Das ist überhaupt nicht selbstverständlich.

Mein Mann kommt aus Westafrika und meine Kinder sind natürlich auch etwas dunkler. Ich frage immer wieder nach, ob sie rassistisch beleidigt werden. Es kommt vor, aber nicht so häufig. Ich denke, man kann seine Kinder davor leider nicht bewahren, so weh es auch tut, sondern kann den Kindern nur helfen, solche Vorkommnisse richtig einzuordnen. Es ist schlimm und traurig, aber man sollte ihnen helfen einzuschätzen, wann eine Situation tatsächlich gefährlich werden kann.

Der Fall, den du geschildert hast, finde ich grenzwertig. Ich will dir keine Angst machen, aber fährt dieser Typ regelmäßig mit dem Bus? Das würde ich versuchen herauszufinden und gegebenenfalls entsprechend reagieren (andere Busverbindung vielleicht?). Generell finde ich es wichtig, mit den Kindern im Gespräch zu bleiben. Das was Deborah und Queereng über Selbstbewußtsein geschrieben habe, sehe ich auch so. Aber es ist auch wichtig, sich nicht zu überschätzen und besser deeskalierend zu agieren.

Ich wollte noch ergänzen, dass wir Frauen generell ein ähnliches Problem mit Sexismus haben.

mariposa22 antworten
11 Antworten
Mr.K
 Mr.K
(@mr-k)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 157

Hallo @mariposa22,

leider ist keine andere Busverbindung realistisch. Es gibt nur eine Linie, die die Schule anfährt. Es gibt zwar 2 Linien, die aus unserem Viertel herausfahren; beide haben jedoch den identischen Fahrweg zu der Haltestelle, an der er umsteigen muss, es spielt also keine Rolle ob er da Linie 119 oder 219 nimmt.

Das Problem ist halt auch, dass die beiden Buslinien, die unser Viertel bedienen, unter anderem auch eine soziale Wohnsiedlung (4 Haltestellen weiter) an den ÖPNV anbindet, in dem man eben auch entsprechendes Klientel antreffen kann... Da nach einem Gespräch mit den beiden Klassenkameradinnen meines Sohnes heute morgen wohl von dem Erwachsenen auch ein Alkoholgeruch wahrzunehmen war (und das am frühen Nachmittag) erscheint es denkbar, dass dieser Erwachsene wohl zu diesem entsprechenden Klientel gehört...

Nach Rücksprache mit dem Betreiber haben wir unseren Sohn gestern darüber in solchen Fällen informiert, den Busfahrer anzusprechen und nötigenfalls die Polizei zu informieren, sollte sich ein derartiger Zwischenfall wiederholen.

Liebe Grüße,

Mr.K 

 

mr-k antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 608

@mr-k 

Nach Rücksprache mit dem Betreiber haben wir unseren Sohn gestern darüber in solchen Fällen informiert, den Busfahrer anzusprechen und nötigenfalls die Polizei zu informieren, sollte sich ein derartiger Zwischenfall wiederholen.

Na, der Busfahrer wird sich bedanken 😉 . Wäre eine Elterninitiative vielleicht denkbar (jeder fährt die Kids mal, z.B.)?

Ich würde die Sache jedenfalls beobachten und wenn es bei einem einmaligen Vorkommnis bleibt, dann sähe ich keinen weiteren Handlungsbedarf. Bei uns sind übrigens Elternteile ab und zu mal im Schulbus mitgefahren, weil es der Busfahrer war, der angeeckt war.

mariposa22 antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 4677

@mariposa22 

Na, der Busfahrer wird sich bedanken

Ob du es glaubst oder nicht - das gehört mit zu seinem Job. Und es funktioniert. Ich bin zehn Jahre lang nur mit den öffentlichen unterwegs gewesen und ich hab mehr als einmal den Busfahrer oder Tramfahrer (oder Fahrerin) angesprochen und bis auf einmal haben sie immer reagiert.

channuschka antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 608

@channuschka 

Ob du es glaubst oder nicht - das gehört mit zu seinem Job

Warum sollte ich das nicht glauben?

Bei uns sind die Busfahrer leider das Problem, vielleicht liegt es am Wohnort. Viele Busfahrer haben einen unterirdischen Fahrstil, prüfen nicht, ob die Kinder richtig sicher im Bus stehen, bevor sie anfahren. Lassen die Kinder nicht einsteigen, wenn sie zu viel "Gepäck" haben (z.B. Musikinstrument oder Bastelzubehör), verwehren ihnen Sitzplätze direkt hinter ihnen, fahren einfach an den Haltestellen vorbei und und und. Wir wohnen in einer Kleinstadtregion, in größeren Städten ist es vermutlich besser.

Eine Mutter hat mal das Geschehen im Schulbus gefilmt, woraufhin sie eine Rüge wegen Datenschutz bekommen hat, was ja auch wiederum verständlich ist.

mariposa22 antworten
Mr.K
 Mr.K
(@mr-k)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 157
Veröffentlicht von: @mariposa22

Eine Mutter hat mal das Geschehen im Schulbus gefilmt, woraufhin sie eine Rüge wegen Datenschutz bekommen hat, was ja auch wiederum verständlich ist.

Das Filmen ist vielleicht zu weit gegangen. Aber wenn Eure Situation so aussieht: https://www.eba.bund.de/DE/Themen/Fahrgastrechte/Bus/bus_node.html

Hier alles wesentliche zu Fahrgastrechten im Busverkehr sowie eine bundesweite Beschwerdestelle.

mr-k antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 4677

@mariposa22 

Da hier aber offensichtlich nicht der Busfahrer das Problem ist, ist die Problemlage eine andere als bei euch. Und es soll tatsächlich Busunternehmen geben, die auf Kundenservice wertlegen. Hier hat die Freundlichkeit der Busfaherer in den letzten 20 Jahren stark zugenommen. Klar, ein paar Idioten gibt es immer (aber die gibt es weltweit unter den Busfahrern), die ihre Machtposition ausnutzen. Aber der Großteil der Busfahrer in den letzten Jahren den ich erlebt habe, war neutral bis freundlich.

channuschka antworten
Mr.K
 Mr.K
(@mr-k)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 157
Veröffentlicht von: @mariposa22

Na, der Busfahrer wird sich bedanken 😉 .

Der darf sich dann bei der Kundenbetreuung und der Fahrdienstleitung bedanken, die haben uns diese Vorgehensweise so angetragen.

mr-k antworten
frosch80
(@frosch80)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 837

@mariposa22 

Hej Mariposa,

 

"Na, der Busfahrer wird sich bedanken"

ein guter auf alle Fälle! Und ein schlechter sollte (endlich mal?) darüber nachdenken, ob er nicht doch lieber Kieslaster fahren sollte, weil seine Sozialkompetenz für den Kies vielleicht reichen könnte...

Einige Jahre lang hatte ich einen eigenen kleinen 14-Sitzer Schulbus (die "Tigerente"). Knapp sechs Meter lang, aber auch da kriegt man nicht immer alles mit, was in der Affenschaukel* passiert. 

Nur ein einziges Mal war ich mit einem 12-Meter-Bus mit bestimmt 80 Schülern drin unterwegs, 30 davon stehend. Dieses eine Mal hat mir aber völlig ausgereicht, um jetzt sicher zu wissen, wieviel ein Busfahrer von dem mitkriegt, was mehr als fünf Meter hinter ihm passiert: ABSOLUT GAR NICHTS! (Zumal die Busfahrer ja auch noch diesen lästigen Nebenjob haben, bei dem sie auf die doofe Straße und die doofen hmm... anderen Verkehrsteilnehmer gucken müssen; wenigstens ab und zu...). Also: wenn hinten im Bus einer abgestochen wird, sagt dem Fahrer Bescheid. Meistens hält der dann an (ja, Busse haben wirklich Bremsen!). Aber wenn ihr nichts sagt, hat der Fahrer keine Chance.

Soweit mal... ich hätte hier aber noch einiges zu erzählen...

 

Liebe Grüße

fr 🙂 sch

 

*ach ja... wer es vielleicht nicht weiß: die Affenschaukel ist die letzte Bank im Bus.

frosch80 antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 608

@frosch80 

Ich denke bei uns liegt es wohl am Busunternehmen, dass die Busfahrer so sind wie sie sind, vermutlich ganz schlechte Bezahlung und viel Druck. Die guten Busfahrer arbeiten wohl lieber woanders.

Als ich noch zur Schule ging hat mich die Heimfahrt im Bus mehr gestresst als der Unterricht.

mariposa22 antworten
Mr.K
 Mr.K
(@mr-k)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 157

@frosch80 Ah, wir haben jemanden aus dem Beruf unter uns, schön! Da wir bislang nur gute Erfahrungen mit den Busfahrern in unserem Ort gemacht haben (viele winken meiner 2jährigen Tochter zu, die jedes Mal bei Anblick eines Busses vor Freude auf und ab hüpft) danke erst einmal für Euren Dienst.

Ich denke, der Rat galt auch wegen der Abschreckwirkung auf den vermeidlichen Täter. Die Nähe zu der Person, die einen hochkant aus dem Bus werfen darf, kann hier schon dafür sorgen, dass es sich jemand zweimal überlegt... 

mr-k antworten
frosch80
(@frosch80)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 837

@mr-k 

"Ah, wir haben jemanden aus dem Beruf unter uns, schön!"

Nun ja... es ist über zehn Jahre her, dass ich zum letzten Mal einen Bus gefahren habe.

"meiner 2jährigen Tochter zu, die jedes Mal bei Anblick eines Busses vor Freude auf und ab hüpft"

Cooles Mädchen! Mag Busse und hüpft wie ein Frosch...

"Ich denke, der Rat galt auch wegen der Abschreckwirkung auf den vermeidlichen Täter."

Hmm... ja... vielleicht...

"Die Nähe zu der Person, die einen hochkant aus dem Bus werfen darf, kann hier schon dafür sorgen, dass es sich jemand zweimal überlegt..."

Hmm... ja... vielleicht...

das kann völlig richtig sein, was du da schreibst, nur sollte man dabei gewisse Grenzen beachten. 

Hier...:

"Es gab im Bus den "unschönen" Zwischenfall, dass ein Erwachsener meinem Jungen Schläge androhte, wenn er nicht aufhören würde, zu lachen - unter anderem wäre der Begriff "Nigger" in seine Richtung ausgesprochen worden."

... ist die Sache relativ klar. DIESEN Erwachsenen hätte ich tatsächlich rausgeschmissen, ggfls. mit Hilfe der Polizei, DAS darf ein Busfahrer auch machen. Der kommt schon irgendwie weiter. - Einmal war ich unterwegs mit Fußballern, könnte die Größenordnung deines Sohnes gewesen sein, 10- oder 11-Jährige. Wir standen irgendwo rum mit dem gerade fast leeren Bus, und einer von den Betreuern sagte zu einem Jungen: Wenn du nicht...?.... haue ich dir eine rein (oder so ähnlich). Zu dem Betreuer bin ich hin und habe ihm gesagt, dass dieser Junge mein Fahrgast ist, ab sofort unter meinem persönlichen Schutz steht, und dass ich ihn, den Betreuer, umgehend rausschmeiße, wenn er dem Jungen auch nur ein Haar krümmt. Hat gewirkt. Die Stimmung auf der Fahrt war nicht mehr die beste, Trinkgeld gabs glaub ich auch keins, aber das war es allemal wert.

Geht morgen wahrscheinlich noch weiter; bin noch nicht fertig. Aber jetzt geh ich erstmal off...

 

Liebe Grüße

fr 🙂 sch

 

 

 

 

frosch80 antworten
Irrwisch
Beiträge : 3570

@mr-k Etwas off Topic

 

Ein Pastor bemerkte einmal in einer Predigt:

" Die Schweden haben eine ganz bezaubernde Formulierung für den bei uns verwendeten Begriff " Stief..."

 

Bei deinem Sohn würde es demnach heissen:

" Bonussohn"

irrwisch antworten
2 Antworten
Mr.K
 Mr.K
(@mr-k)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 157

@irrwisch Der Junge nennt mich auch immer liebevoll Stiefel, aber das ist ne andere Geschichte.

mr-k antworten
Irrwisch
(@irrwisch)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 3570

@mr-k Gefällt mir sehr gut und klingt  ganz liebevoll :-))

irrwisch antworten


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