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Warum wird in Verfilmungen die Handlung oft abgeändert?

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Schwabe63
Themenstarter
Beiträge : 25

Hallo zusammen,

mir fällt auf, dass bei verfilmten Büchern die Handlung im Film meist mehr oder weniger stark vom Buch abweicht. Manchmal kann man das Buch da noch in groben Zügen erkennen, manchmal aber auch so gut wie nicht mehr. Beispiele sind die Karl- May- Filme der Sechzigerjahre aber auch vieles andere.

Woran kann das liegen?

Liebe Grüße
Schwabe

Antwort
28 Antworten
Alescha
Beiträge : 5961

Nicht nur das - bei Filmen, die einen realen historischen Hintergrund haben nehmen sich die Filmemacher auch Freiheiten raus. Siehe z.B. Braveheart, einem Historiker zieht es da die Zehennägel hoch.

Die Frage habe ich mir auch schon oft gestellt. Ich denke, das hat oft damit zu tun, daß die Handlung gestrafft oder, im Fall von Serien, gestreckt werden muß, daß im Film ganze Handlungsstränge wegfallen oder komprimiert werden müssen, etc.
Dann ist die Erwartungshaltung eines Kino-/Fernsehpublikums vielleicht anders als diejenige eines Buchlesers.

alescha antworten


Herbstrose
Beiträge : 14193

Wie lange liest du an einem Buch? Schaffst du das selbe Buch auch in 90 Minuten?

Außerdem ist Vieles im Buch filmisch nicht umsetzbar (ich denke da z.B. an die Geschlechtsregister in der Bibel).

herbstrose antworten
14 Antworten
B'Elanna
(@belanna)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 1597
Veröffentlicht von: @herbstrose

Wie lange liest du an einem Buch? Schaffst du das selbe Buch auch in 90 Minuten?

Es geht nicht allein um die Komprimation des Inhalts - es geht stellenweise vor allem um die VERÄNDERUNG des Inhalts.

belanna antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Ich weiß. In "Vom Winde verweht" fehlen etliche Kinder der Hauptfigur. Es hätte gar nicht gepasst, das alles aus zu erzählen.

Das in "Der Name der Rose" ein Happy End eingebaut wurde (statt des eigentlichen Ausgangs) sollte wohl mehr Leute ins Kino locken.

herbstrose antworten
Sternenbluete
(@sternenbluete)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 850
Veröffentlicht von: @herbstrose

Ich weiß. In "Vom Winde verweht" fehlen etliche Kinder der Hauptfigur. Es hätte gar nicht gepasst, das alles aus zu erzählen.

Ansonsten ist gerade Vom Winde verweht sehr genau an dem Text.

Das hatte mich sehr gewundert, finde ich aber sehr schön.

sternenbluete antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1478

Dafür ist es aber auch ein endloses Epos... Fast vier Stunden, glaube ich - schlimmer als "Der Herr der Ringe". Da braucht man echt Sitzfleisch 😕

tinkerbell antworten
Sternenbluete
(@sternenbluete)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 850

Wenn man erst das Buch liest und dann den Film schaut, ist das
schon eine tolle Sache 😊

Man kann den Film sich ja zu Hause unterteilen.

Aber jetzt wo du das so schreibst, dann könnte ich mir Herr der
Ringe ja wirklich mal antun 😊

sternenbluete antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1478

Wenn ich daran denke, dass wir damals in einer Herr-der-Ringe-Nacht im Kino waren...alle drei Teile nacheinander...oh man 😀 Daran merkt man, wie alt man inzwischen ist - ich würde es niemals mehr durchhalten.

tinkerbell antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @tinkerbell

..alle drei Teile nacheinande

Normale Kinofassung oder SEE?

Anonymous antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 16860

Im Kino gab es meines Wissen keine Special Editon.

tristesse antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @tristesse

Im Kino gab es meines Wissen keine Special Editon.

Nach dem Erscheinen der SEE Versionen wurden hier bei uns auch ein paar mal "Herr der Ringe Nächte`" von Kinos gemacht, in denen die SEE gezeigt wurde 😊

Alle drei SEE bringen es dabei wenn ich mir recht erinnere auf nicht ganz 700 Minuten, als fast 11 Stunden ...

Anonymous antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 16860
Veröffentlicht von: @scylla

Alle drei SEE bringen es dabei wenn ich mir recht erinnere auf nicht ganz 700 Minuten, als fast 11 Stunden ...

Ja gut, so verrückt wäre ich nicht gewesen.

Falls es das hier vor Ort gab, dann hab ich es nicht mitbekommen. Aber ich bekomme die coolsten Filme ja momentan meist erst mit, wenn sie nicht mehr laufen.

tristesse antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @tristesse

Ja gut, so verrückt wäre ich nicht gewesen.

Also mir hat mal der "HdR" Abend mit den beiden ersten Teilen als SEE, den ich mal mit meiner Nichte daheim gemacht hab, gereicht..
Danach ging nichts mehr rein...

Veröffentlicht von: @tristesse

Aber ich bekomme die coolsten Filme ja momentan meist erst mit,

Soviel von dem ich gesagt hätte *cool, da muss ich rein* lief für mich eh nicht in letzer Zeit.

Anonymous antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 16860
Veröffentlicht von: @scylla

Also mir hat mal der "HdR" Abend mit den beiden ersten Teilen als SEE, den ich mal mit meiner Nichte daheim gemacht hab, gereicht..
Danach ging nichts mehr rein...

Ich teile mir das meist auf 3 Abende auf, das mache ich im Urlaub mit meiner Schwester z.B. Dann aber mit Genuß.

Veröffentlicht von: @scylla

Soviel von dem ich gesagt hätte *cool, da muss ich rein* lief für mich eh nicht in letzer Zeit.

Einiges gab es schon.
Den neuen Tarantino, Dumbo, etc.

tristesse antworten
Groffin
(@groffin)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 1872
Veröffentlicht von: @tristesse

Einiges gab es schon.
Den neuen Tarantino, Dumbo, etc.

Hast Du den neuen Tarantino gesehen?

groffin antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 16860
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Wenn ich daran denke, dass wir damals in einer Herr-der-Ringe-Nacht im Kino waren...alle drei Teile nacheinander...oh man 😀 Daran merkt man, wie alt man inzwischen ist - ich würde es niemals mehr durchhalten.

Ich würde es wieder tun 😊
Wobei ich an sich die Zeitpunkt etwas schwierig fand, da der dritte Teil ja erst Donnerstag um 0:00 gezeigt werden durfte und bis dahin hatte man schon einiges geschafft 😎

Ich kenne auch ein paar Verrückte in meinem Bekanntenkreis die haben sich alle 5 (!) Teile von Twilight im Kino gegeben, da fing das aber schon mit Sektfrühstück an 😀

Ich hab im Kino in der Mitte des 3. Teils etwas geschwächelt, aber es war bombastisch. Vielleicht würde ich das mit viel Schlaf vorher noch schaffen ^^

Beim Hobbit hab ich mir das Triple gespart, was daran liegt, dass ich im ersten Teil schon eingeschlafen bin 😀 Ich finde den Hobbit sehr zäh.

Schön war auch nach der Aufhübschung der Star Wars Triologie das Triple im Szene Kino hier vor Ort. Da sind meine Schwester und ich mit Begeisterung rein, allerdings sind mir beim Endkampf der Ewoks die Augen etwas zugefallen. Das hat aber auch richtig Spaß gemacht.

Irgendwie bin ich jetzt ins Plaudern gekommen und hab mich verlaufen 🤨

tristesse antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Filmisch nicht oder nur schwer umsetzbar. Vor Jackson galt der Herr der Ringe als unverfilmbar (auch wenn es schon einen, grob an der Handlung angelehnten, Film aus (wimre) den 80igern gab.

Künstlerische Freiheit

Zuviel Stoff, zu viele Handlungstränge im Buch für 90 - 140 Minuten

Ähnliches findet man ja auch bei "historischen" Filmen

Schlimmste Beispiele sind da Emmerichs "Der Patriot" und Scotts "Gladiator", die ja nur so vor historischen Fehler, Falsch- und Überzeichnungen strotzen.

Anonymous antworten


Groffin
Beiträge : 1872

Dafür gibts gleich einen Strauß an Gründen.

1. Das Zeitfenster: die Handlung eines Buchs auf eine für das Publikum vernünftige Zeitlänge zu reduzieren ist alles andere als einfach. Selbst bei komplexen Verfilmungen wie Shogun oder Herr der Ringe werden Passagen ausgelassen - insbesondere dann, wenn sie mit der eigentlichen Handlung wenig zu tun haben.
Selbst bereits fertige Szenen werden später am Schnitttisch aussortiert, wenn dadurch der Film zu lang wird oder sie den Charakter von Figuren verändern (z.B. weil der Bösewicht plötzlich zu menschlich wirkt oder der Held zu albern ist, oder, oder)

2. Budget: Zeit kostet Geld. Lange Filme kosten mehr Geld in der Produktion. Mehr Drehtage, mehr Schnitttage, mehr Material mehr Mieten für Studios etc. Auch deshalb werden aufwändige Szenen reduziert und die Länge gekürzt.
Nebenstränge, die als unwichtig angesehen werden, lässt man weg und spart sich dadurch Zeit und Geld.

3. Dramaturgie: Ein Buch wirkt anders als ein Film. Wenn im Buch die Figuren einfach denken, oder der Erzähler Hintergrundinfos erzählt, dann ist das zwar nicht unmöglich darzustellen, führt aber oft zur Straffung oder Veränderung. Wichtige Infos werden dann z.B. anderen Protagonisten in den Mund gelegt und Gedankengänge in einem Dialog erörtert. Wirkt einfach besser, als fünf Minuten jemanden ins Gesicht zu schauen und von einem Erzähler gesagt bekommen, was die Person gerade denkt.

4. künstlerische Freiheit: Bei Karl May hatte man nicht den Anspruch, die Story möglichst genau wiederzugeben. Es wurden im Kern die wichtigsten Hauptcharaktere genommen, die Story in (sehr) groben Zügen an der Buchvorlage orientiert und der Rest um Action und Drama angereichert. Vielleicht weil man sich dadurch mehr Zuschauer erhofft? jedenfalls muss ein Roman erst in ein Drehbuch umgeschrieben werden. Je nach dem, welche Vorgaben und Freiheiten ein Drehbuchautor hat, enthält das Drehbuch und somit auch der Film mehr oder weniger vom ursprünglichen Stoff.
Besonders die Interessen der Produzenten spielen hier hinein: denkt er mit einer reinen Literaturverfilmung punkten zu können, oder will er mehr Liebesszenen, mehr Action oder was auch immer, um beim Publikum punkten zu können?

5. Manche Stars beeinflussen die Story sowohl aktiv als auch passiv.
Das kann bedeuten, dass eine Romanfigur passend zum Star nochmal umgeschrieben wird oder auch dass die Rolle erweitert wird, weil dem Star der Charakter zu langweilig, zu brav, zu böse oder was auch immer ist. Reichlich kompliziert.

In den meisten Fällen läuft es aufs Geld hinaus: Einsparmaßnahmen und "Aufpeppen der Handlung" für das Publikum.

groffin antworten
2 Antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1478

Entstehungszeit der Vorlage
Die darf man auch nicht vergessen. Manche Sachen kann man nicht mehr so verfilmen, wie sie ursprünglich waren - z.B. fällt mir da Agatha Christies "Und dann gabs keines mehr" ein. Es spielt auf Nigger Island, selbst die Bücher müssen ja inzwischen angepasst werden (ähnlich Pippi Langstrumpf). Das wirkt sich natürlich auch inhaltlich immer ein bisschen aus.

tinkerbell antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Hauptgrund

Veröffentlicht von: @groffin

3. Dramaturgie: Ein Buch wirkt anders als ein Film.

Das dürfte der Hauptgrund sein (der von Dir unter Punkt 4 Genannte ist eigentlich nur eine Variation dieses Grundes).

Mir scheint, dass das Publikum gern Romane verfilmt haben möchte, dabei aber vergißt, dass der Roman nicht so wie die Short story (Kurzgeschichte) jene Qualitäten aufweist, die für den Film wichtig sind: Handlung, Handlung, Handlung. Der Roman erlaubt sich ausführliche Schilderungen von Lokalitäten, Gefühlen, Vergleichen, inneren Monologen der Helden, Rückblenden... Der Roman hat Zeit und Raum, über seine literarische Form zu reflektieren (mein Lieblingsbeispiel: "Joseph und seine Brüder" von Thomas Mann).
Ausserdem kann der Roman komplex zwischen einzelnen Handlungssträngen hin- und her mäandern, hat es nicht nötig, einen genau auf die Aufmerksamkeitsspanne des Publikums abgezirkelten Spannungsbogen einzuhalten.
All dies ist bei Short Stories viel weniger ein Problem. Die Short Story hat i.d.R. nur einen oder vielleicht zwei, drei Helden. Insbesondere sind sie, sofern sie die in den USA geprägte Form haben, sehr handlungsbetont. Darüber hinaus haben sie eine zumeist klarere Struktur und einen gut filmisch übersetzbaren Spannungsbogen.
Jene Romane, deren Autoren gewissermaßen durch die Short-Story-Schule gegangen sind, wie beispielsweise James Sallis eignen sich dann besonders gut für 1:1-Verfilmungen. Wie jeder bestätigen wird, der "Drive" gelesen und dann die Verfilmung genossen hat.

Kurz: Das Problem bei Literaturverfilmungen ist häufig, dass die falsche/unpassende Literatur verfilmt wird, weil das Publikum etwas verlangt, das eigentlich nicht machbar ist.

Eigentlich wird dann Roman-Verfilmung umso besser, je stärker sie sich von der literarischen Vorlage emanzipiert. Was leider häufig von den Produzenten nicht nur so verstanden wird, dass Überflüssiges und/oder Ablenkendes weggelassen werden muß, sondern dass es auch eine glatte Umkehrung der Kernaussage legitimiert, weil die ursprüngliche Aussage bei irgendwelchen screenings vor Testpublikum nicht "ankommt". Berühmtes Beispiel dafür ist die Rambo-Serie, deren erster (und mit weitem Abstand bester!) Teil sich ja noch weitgehend an die Roman-Vorlage hielt, aber dann diese am Ende verriet, indem Rambo überlebte/siegte und fortan seinen kommerziellen Siegesritt und inhaltlichen Tiefflug durch die Fortsetzungen nahm.

Dann möchte ich noch einen 6. Grund zu den Deinen hinzufügen: Das Setting einer Handlungsidee wird in Zeit und Raum verlegt, da beim avisierten Publikum die ursprüngliche Geschichte zu wenige Assoziationen hat. Prominentestes Beispiel: Apocalypse now. Die literarische Vorlage von Joseph Konrad (übrigens auch kein ganzer Roman, sondern "nur" eine Novelle) hat den belgischen Kolonialismus als Hintergrund. Mit dem der übliche US-Kinobesucher wenig anzufangen wußte. Also wurde die Story in ein den Amerikanern wesentlich näheres Umfeld umgesiedelt: den Vietnamkrieg. Etwas besseres konnte der Geschichte nicht passieren - heute würde kaum mehr einer von Joseph Konrads "Herz der Finsternis" wissen, wenn da nicht dieser Napalm-Angriff mit dem "Ritt der Walküren" als Hintergrundmusik "Apocalypse now" zu einem cineastischen Mount Everest gemacht hätte.

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andreas
Beiträge : 1643

Verfilmungen, die "frei nach Karl May" oder "nach Motiven von Nele Neuhaus" gemacht wurden, hatten nie den Anspruch, Literaturverfilmungen zu sein. Das muss nicht gegen sie sprechen. Sie verstehen Literatur und Film als zwei unabhängige Kunstformen mit eigener Sprache, die teilweise auch Geschichten unterschiedlich erzählen müssen, um dasselbe Gefühl zu erzeugen.

Die Karl-May-Filme der 60er könnten m.E. trotzdem ein bisschen werktreuer sein. Sie sind einfach nicht gut. Aber schweigen wir davon.

Bei Filmen, die Literaturverfilmungen sein wollen (das Parfum, Harry Potter, Nachtzug nach Lissabon, ...) findet man meist einen Kompromiss zwischen Werktreue und cineastischer Qualität.
Es gibt m.W. die Regel, dass ein Film einen Umstand nicht aussprechen, sondern zeigen soll. Bilder können Dinge zeigen, die Worte nicht aussprechen können. Und umgekehrt. Das setzt der Werktreue Grenzen.

So ist der permanente Off-Erzähler in "Das Parfum" zwar sehr passend zur literarischen Vorlage, aber eigentlich etwas, worauf Filme sonst verzichten.

Da Bücher keine Bilder und Geräusche machen können, erzeugen sie Atmosphäre auch oft durch Nebenhandlungen. Das Schuljahr auf Hogwarts wird dadurch anschaulicher. Der Film erreicht dasselbe, indem er das Wetter zeigt. Kann also Nebenhandlungen weglassen und stattdessen eine Handlung besser erzählen.

Aber es gibt natürlich auch Literaturverfilmungen, die gar nicht werktreu sein wollen und wo dies sogar im Sinn des Autors ist. "Der Dritte Mann" wurde vom Autor sehr gelobt, die dramaturgischen Ideen seien viel besser als in seiner Vorlage, und bei "Per Anhalter durch die Galaxis" sagte Douglas Adams vor seinem Tod noch, dass alle bisherigen Versionen (Buch, Hörspiel, Fernsehserie) einander widersprachen und der Film hauptsächlich dem ersten Teil widersprechen werde, und das sei auch ganz richtig so.

Ich fand in diesem Zusammenhang diese Artikel spannend.
Zur Werktreue vor allem die Erkenntnis, dass schon Goethe sie ablehnte, da "im Theater keineswegs die Literatur, sondern die Aufführung der Gegenstand des Theaters sei." Aber auch andere Problematisierungen des Gedankens.
Sowie die Artikel zur filmischen Adaption
und zur Literaturverfilmung.
Vor allem ersterer ist sehr aufschlussreich, indem er den Gedanken der Adaption des Werkes einer Kunstform durch eine andere aufdröselt. Deine Frage könnte man ja auch bei jeder Oper über Shakespeare-Stoffe stellen

andreas-wendt antworten


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