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Zuletzt gesehener Film 2023

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Queequeg
Themenstarter
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Gott existiert, ihr Name ist Petrunya

Eine arbeitslose junge Frau, die noch bei den Eltern wohnt und nichts zustande bekommt, begegnet am 19.01 einer orthodoxen Prozession, in deren Verlauf der Pope ein geheiligtes Kreuz in einen Fluss wirft. Eine Reihe nackter Männer springt dem nach, weil der, der das Kreuz aus dem Wasser holt, 1 Jahr lang nur noch Glück hat. Die junge Frau springt in einen plötzlichen Impuls ebenfalls ins kalte Wasser und bekommt das Kreuz.

Damit löst sie ein gesellschaftliches Erbeben aus, das fast in Mord und Totschlag endet.

Ein sehr sehenswerter Film.

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The Whale

 

Ich war erst mal Baff über die Kostümierung von Brendan Fraser und auch ziemlich überrascht über sein weiteres Schauspielerisches können. 

 

Stellenweise etwas langatmig. Hab auch mal weinen müssen und ich fand seine Pflegerin wunderbar. 

Einfach tragisch zu sehen, zu was ein Verlust der Selbstkontrolle führt und wie schwach man dadurch wird und es nicht mehr rückgängig machen kann. Manch einer schafft es, aber in diesem Fall nicht. Sehr menschlich, sehr ehlich...Toll!

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Jack-Black
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The Matrix: Resurrections

Derzeit bei amazon prime kostenlos zu sehen.

 

WARNHINWEIS:

Ich würde den Warnhinweis am liebsten noch größer und sozusagen lauter warnend formatieren, weiss aber nicht, wie das geht.

Meine Warnung geht an all jene, die wie ich (bis gestern) The Matrix 1 zu den besten Filmen aller Zeiten, zu den Top Ten ihrer persönlichen Lieblingsfilme oder so ähnlich zählten. Die sollten nun besser nicht weiterlesen, denn ich will im Folgenden erklären, warum dieser vierte Matrix-Teil für mich alle Vorgänger, auch den ersten Teil (!) rückwirkend kaputt gemacht hat. Bei meiner Warnung handelt es sich also nicht um eine übliche SPOILER-Warnung für den Film selbst, sondern eine Warnung davor, dass so etwas wie Liebe sich bei Euch vielleicht ebenso in Enttäuschung und das öde Gefühl der Leere verwandeln könnte, wie es bei mir der Fall war.

Falls für Euch aber The Matrix (1) nur ein Popkornfilm unter vielen war, gar nicht sonderlich philosophisch und tief schürfend, sondern halt einfach nur stylisches Geballer in stylishen Latexanzügen - und wenn Ihr nichts dagegen habt, in dieser Überzeugung nun bestätigt zu werden: dann lest weiter. 🙂

 

Ich seh gestern, als ich mal wieder in mein Prime-Angebot reinschaue, dass da tatsächlich schon der vierte Matrix-Teil zu sehen sei. Okay, warum nicht? Den ersten Teil liebte ich und hab ihn bestimmt fünf mal im Kino und zig male im TV geglotzt, auch die zwei damaligen Fortsetzungen fand ich weniger schwach als viele andere Fans, sondern konnte mich an manchen Einfällen erfreuen - auch, was die bemühte Verlängerung des Plots anging. Wie die meisten fand ich, dass eigentlich mit Teil 1 alles gesagt worden war, aber unter Akzeptanz der Marktlogik, nach der die Kuh solange gemolken werden muß, wie sie Milch gibt, fand ich, dass die Wachowski-Brüder mit dem Architekten, der wie Sigmund Freud aussah und mit der Umwandlung von Widerstands-Kämpfer Neo zu Ich-opfere-mich-für-die Menschheit Jesus im dritten Teil sich nicht hatten lumpen lassen, zumindest eine originelle Art des Kuh-Melkens anzubieten.

Was konnte also schon schief gehen, wenn ich mir nun noch diesen vierten Teil gab, viel konnten die Wachowski-Brüder da doch wohl nicht kaputt machen... Oh, Moment mal: Wachowski-Sisters? Hä? Hatte ich da was falsch in Erinnerung, waren die Macher der Trilogie gar keine Brüder gewesen, sondern Geschwister oder so? Gemäß einer von Schopenhauer übernommenen Devise, dass man sich hüten sollte, die Schöpfer von Werken, die man liebt, persönlich kennenlernen zu wollen, weil das immer nur enttäuschend enden könne (er war damals von einer Begegnung mit v. Goethe sehr enttäuscht), hatte ich mich tatsächlich nie mit den Regisseuren der Matrix auseinandergesetzt. Sie waren für mich sowas wie die Coen-Brüder (deren Name für mich immer noch !Qualität! bedeutet): mir reichte das, was ich im Kino von ihnen sah. Also: die Wachowskis waren Frauen?! Hhmm, na gut, egal, ändert ja nix an den Filmen, eigentlich seltsam, dass mir diese Namen in den Feminismus-Debatten noch nicht so aufgefallen waren, aber naja, erstmal jetzt den Film gucken und danach dann mich schlauer machen...

Also gucke ich mir den Film an. Die erste Szene kenne ich. Die ist doch wie in Matrix 1, nur mit anderen Schauspielern? Trinity macht ein paar Polizisten alle und wird danach von Agenten gejagt, kann ihnen aber entkommen. Sogar die Dialoge sind dieselben, bis...

Oh, Moment mal: da läuft was anders. Die Agenten sind mehr und schlauer und... Ein blauhaariges Mädchen und ein mit Tech-Zeugs gepimpter Kerl lugen hinter irgendwelchen Verstecken hervor und kommentieren, dass da was schief laufe...

Sind wir hier in einer Zeitschleife, die von neunmalklugen Youngstern beobachtet wird? Öhm, warte mal...

Ja, warte mal. Und zwar am besten bis zum Schluss. Das muss doch am Ende irgendwie Sinn ergeben, nicht wahr? Das kann doch nicht sein, dass da eine Story aufgetischt wird, die so absurd und billig auf "meta" getrimmt daherstöckelt, dass man beim besten Willen keine ernsthafte Idee mehr darin erkennen mag? Das kann ja wohl nicht sein, das kann nicht sein, das darf nicht sein, oh nein, das DARF NICHT SEIN!!!

Isses aber. Richtig zusammenfassen läßt sich der Plot gar nicht, wie sehr man auch zu spoilern versucht, denn er ist wie Pudding und läßt sich nicht an die Wand nageln. Alles ist irgendwie meta und ironisch und selbstironisch und mindfuckig und bullet-time-ig und Warner Brothers lassen sich als geldgeile Videogame-Schmiede vorführen, die einen alternden Programmierer (Neo aka Mr. Anderson aka Thomas) dazu drängen, eine neue Version des ersten Bestseller-Games mit dem Titel "The Matrix" zu programmieren. Dieser Programmierer hat aber ganz schlimme mentale Probleme, die er mit seinem Therapeuten bespricht, zu welchem er seit irgendeinem Nervenzusammenbruch samt Suizidversuch (oder andersrum) regelmäßig geht und der eine schwarze Katze namens Deja vu besitzt und... Arrrgh!  Aus dem Hacker Neo ist nun also der in die Jahre gekommene John Wick, öhm, Pardon, Thomas Anderson geworden, der mit Depressionen im Bett oder mit einem Quietscheentchen auf dem Kopf in der Badewanne liegt und seinen ganzen Ich-bin-der-liebe-aber-schüchterne-Keanu-Reves-Charme ausspielen darf, aber immer wieder nervös die Finger über die gebügelte Designer-Anzug-Hose krampfen läßt, um damit zu zeigen, wie innerlich angespannt, zerrissen, verwirrt, unglücklich, mißverstanden, deplatziert, kurz: weired er sich fühlt.

Also alles wie in Teil 1, nur ganz anders. Irgendwie. Der treue Kinogänger weiß sehr schnell, was los ist: mal wieder wurde Neo vom bösen System, also der Matrix, gefangen und eingesperrt und also muss er wieder befreit werden. Und - tataaaa, jetzt kommen die großen Überraschungen! - Trinity ist ebenfalls gefangen und muss auch befreit werden. Aber weil die Ressourcen der Rebellen-Armee (oh, sorry, war kurz ins Starwars-Universe abgeglitten), des Widerstands endlich sind und nur einen zur Zeit aus den Fängen der Hölle rausklauben können, muss nun also, nachdem wir uns schon durch den halben Film gelangweilt haben, der große Befreiungsplan für Trinity ausgearbeitet werden.

Am Ende - und das spoilere ich jetzt aus reinem Hass und gnadenlos! - lernen wir, dass eigentlich nicht Neo, sondern Trinity die supersten Superkräfte hat und Superman-mäßig fliegen kann und überhaupt der einzige Kerl mit Hosen an in dieser Mindfuck-Welt ist, einzig und allein unterdrückt von ihrem Ehemann, der sie mit den Lappalien ihrer Kinder erpresste. Aber ihre Liebe zu Neo ist fast ebenso gewaltig wie ihre Motorrad-Stunt-Künste es sind und also darf sie dann am Ende stellvertretend für alle Idioten, die darauf immer schon mal Bock gehabt hätten, dem fiesen Psychotherapeuten-Obermotz so richtig in die Fresse treten. Aber wirklich so richtig voll echt total mitten in die Fresse, ey! Ey. Neo darf sich dies, in pittoreskem schwarzen Ledermantel und maximal lecker-cool-vollkrass-sexy an den nutzlosen Türrahmen (die Wand des Obermotz-Hauses wurde gerade von Trinity weggebammm!!!t) lehnen und Trinity mit ein paar Sentenzen assistieren. Das ist ihr Plan: sie werden jetzt die Matrix nicht vernichten - was sie natürlich könnten, oder auch nicht, keine Ahnung, ist auch nicht wichtig - sondern verbessern. Mit Regenbogen überall am Himmel - wie es der Obermotz in sarkastischer Ironie vorschlug. Das findest Du lächerlich? Na, dann machen wir's erst recht, harharhar. Nimm dies, Schurke!

Nun hab ich das Ende gespoilert, aber wen interressiert's? Bevor ich zum eigentlichen Problem des Films komme, seien noch die üblichen Stichpunkte kurz abgehandelt:

Action: Wie betrüblicherweise zu erwarten hat sich der Look der Serie nicht verbessert dadurch, dass heute mehr CGI möglich ist. Im Gegenteil: der noch exzessivere Einsatz von künstlich generierten Bildern macht alles billiger, selbst die Erinnerungen an die ersten 3 Teile. Erinnert Ihr Euch an das damals relativ neue Feature der "Bullet-Time"? Als Neo zum ersten Mal den von einem Agenten abgeschossenen Pistolenprojektilen ausweicht, aber von dem letzten dann noch leicht gestreift wurde - das war ikonisch (und wir daher in Teil 4 auch nochmal vollständig, also mit den Originalaufnahmen, zitiert, denn man muss ja die Überlänge irgendwie vollstopfen). Nun schießt nicht ein Agent mit einer Pistole, sondern unzählige Agenten schießen mit Maschinenpistolen und das blauhaarige Mädel, deren Namen ich mir nicht merken mochte, weder als Figur noch als Darstellerin, wird nie getroffen - wie auch ihre diversen (hahaha, Wortspiel!) Mitstreiter nicht. Plotarmor, so dick wie Felsgestein. Wobei Gestein und dessen Konsistenz ja in der Matrix-Welt reine Interpretationssache ist.

Also ja, Action ist ständig in Matrix 4. Oder vielleicht auch nicht, denn sonst könnten ja die strunzdoofen superphilosophischen Labereien nicht so ausufernd lang und langatmig sein. Rein rechnerisch kann also gar nicht stündig Action sein, aber sie ist gefühlt halt doch ständig und zwar so nonstop, dass es zum Gähnen langweilt. Ja, Kung Fu wird auch noch untergebracht, aber das Baletthafte, welches die Kampfszenen in den ersten Teilen hatten, ist einem wild geschnittenen CGI-Mix gewichen, dem man in jeder Sekunde anmerkt, dass vor allem kaschiert werden muss, dass die echten Schauspieler, aufgrund ihres Alters oder aufgrund mangelnder Schulung, überhaupt nicht kämpfen können, also nicht mehr als ihre Gesicht-Skins hergeben konnten für diese Szenen.

Look/Ausstattung/Bildregie

Der Look ist derselbe wie damals. Die Aussattung auch (bis auf den Umstand, dass die Matrix mit der Zeit gegangen ist und also Smartphones, Flachbildschirme und beleuchtete Computer-Mäuse Teil der Schien-Welt wurden). Da schamlos recyclet wird, auch was die Art der Kameraführung angeht, könnte man vermuten: wer The Matrix 1 liebt, wird auch The Matrix 4 lieben. Aber inzwischen sind 20 Jahre vergangen, und wer Teil eins damals liebte, der tat dies, weil der Look damals neu, überraschend, sexy, originell war. Heute ist er es nicht mehr, und das Iknonische wird per Zitat und Wiederholung nicht ikonischer, sondern ständig blasser, lahmer, öder, abturnender. Einzige Neuerung ist also die blaue Haarfarbe der verzichtbaren weiblichen Hauptfigur. Wenn ich aber sowas will, dann schaue ich mir lieber Rezo auf YT an, wie er die CDU vernichtete vor gefühlt einer halben Ewigkeit. (Kinder, erinnert Ihr Euch noch?...)

Schauspieler/Darstellung

John Wick wie immer. Auch frisurtechnisch. Trinity merklich gealtert und inzwischen so sexy wie Sigourney Weaver in Alienform. In einer Szene darf sie sich als Motorrad-Mechanikerin versuchen und bekommt so eine Art Jennifer-Beals-Gedächtnis-Glitter-Lichteffekt spendiert. Weil ja Frauen, die in MännerInnenberufen brillieren, sich so schön mit Motoröl und Arbeitsschweiß-Glanz in Szene rücken lassen, während sie ihre Schutzhandschuhe abstreifen. Aber naja, was soll das mit Schauspielerei zu tun haben? Eigentlich ist es ein Standbild, Stichwort: Bullet-Time.

Alte Bekannte aus den Vorgängerfilmen haben ihre Auftritte. Niobe und der Merowinger (die Namen ihrer Schauspieler konnte ich mir nie merken) dürften ihre Gesichter in die Kamera halten. Die eine vorsätzlich auf noch älter totgeschminkt, der andere zur sabbernd chargierenden Witzfigur in einem Lumpenkostüm, dass zu einer Commedia dell arte- Theater-Aufführung passen würde, entstellt (nota bene: die mesmerisierende Monica Bellucci - ja, ihren Namen merkte ich mir damals! - kommt nicht nochmal vor, und wir ahnen, warum: ihr damaliger Auftritt war reinster, erhabener Milf-Sex und das kann eine zwanzig jahre ältere Darstellerin halt nicht mehr überzeugend transportieren, überhaupt dürfen Frauen ja nicht unheldisch gezeigt werden - aber dazu später mehr). Die neue Morpheus-Version wurde vermutlich nach Ähnlichkeits-Kriterien gecastet. Oder per KI gleich am Computer generiert: schlanker, fitnessstudio-gestählter, glatthäutiger und Rap-Video-tauglicher. So genau kann ich mich aber nicht mehr an das Gesicht erinnern, denn ich hab den Film ja gestern geschaut und der Eindruck solcher Fastfood-Darsteller verblasst halt ähnlich schnell wie das Sättigungsgefühl nach einem Cheeseburger von Mc Doof.

Der "neue" Agent Smith spielt gar nicht sooo schlecht: das belegen ein paar Closeups, in denen er sich um zu den Dialogzeilen passende Mimik bemüht. Nur ist er eben nicht Hugo Weaving und damit eine Fehlbesetzung: zu hübsch, zu smart, zu durchtrainiert, zu generisch. Er erinnert mich an den Bösewicht von Stirb langsam 4, an dem auch allein seine anti-charismatische Forgetability das einzig Erinnerungswürdige war. Immerhin hat seine Figur, Achtung,

!!!SPOILER!!!

 

die einzige überraschende Plot-Idee-Szene, welche allerdings auf dem ältesten und abgenutztesten Trick beruht, einem Trick, der sogar noch  - meta, meta, meta! - namentlich an anderer Stelle im Film* zitiert wird: er darf den deus ex machina geben, indem er den Obermotz in den Kopf schießt, sodass da grüner Code rausläuft.

 

SPOILERENDE

 

Der Obermotz (der Analytiker als so'ne Art Architekt 2.0) wird von irgendeinem Darsteller gespielt, den ich schon in anderen Filmen (Serien - ich glaub, er war in "How I met your mother" enthalten) gesehen habe. Ob er gut schauspielern kann, läßt sich nicht sagen, denn das Drehbuch zwingt ihn ja zum Chargieren. Immerhin wird er ganz gut darin sein, sich Texte zu merken, denn er monologisiert hier erklärbärmäßig sehr, sehr viel. Noch mehr als die ohnehin tendenziell zur Logorrhoe neigenden anderen Figuren. Siedendheiß überfällt mich gerade eine böse Ahnung: vielleicht hab ich mich bei ihm angesteckt?

Der Rest des Casts ist ohne Belang. Divers eben und hip und memorabel wie ein Papiertaschentuch.

 

Warum dieser Film aber eigentlich so schlecht ist -wenn auch nur für Leute wie mich

 

Zuerst dachte ich, das Ärgerlichste an diesen knapp zweieinhalb Stunden Zeitverschwendung wäre, dass sich Matrix4 so schamlos an den Ideen der Vorgängerfilme bedient, also plotmäßig so unglaublich faul ist. Dass es auch darum geht, nochmal Kasse zu machen, hatte ich ja von Anfang an akzeptiert, aber dass man sich beim Recycling sooo wenig Mühe machen könnte, hätte ich nicht zu befürchten vermocht. Meinte ich doch, dass Künstler, die so einen Riesenerfolg mit einem ihrer Filme hatten, noch sowas wie "Ehre im Leib" haben müssten: eine Verpflichtung ihrem bisherigen Werk gegenüber, ihrem Eintrag in die kulturellen Geschichtsbücher. War ich so ein Dummerchen?

Ja, war ich, aber auf einer völlig anderen Ebene. Und das erkannte ich erst, nachdem ich mich durch die Renzensionen auf amazon prime crunchte. Warum, so fragte ich mich, hatte dieses lächerliche Spektakel nicht einen Bewertungsschnitt von knapp über 1 von 5 Sternen, warum waren Spitzenbewertungen von 5/5 sogar am zahlreichsten? Zuerst - man möchte sich ja immer erst bestätigt fühlen, las ich die 1-Stern-Bewertungen, und ertappte mich dabei, ständig mit dem Kopf zu nicken: stimmt, stimmt, stimmt!

Irgendwann fühlte ich mich dann stark genug, mir nun mal den Unfug durchzulesen, den die Jubelperser da verzapft haben mochten. Und dann traf es mich deutlich härter, als mit einer Dachlatte, die man vor den Kopf geknallt kriegt:

Ich hatte tatsächlich The Matrix nie verstanden! Meine Verehrung für diesen Kultfilm beruhte auf eine Mißverständnis. Die eigentliche Intention der Wachowskis hatte ich nicht kapiert, etwas völlig Falsches in den Film hineininterpretiert. In meinem Wahn, Kunst verstehen zu können, hatte ich gemeint, meine Normalo-Perspektive, die Perspektive eines durchschnittlich gebildeten heterosexuellen weißen Mannes erlaube es mir, die Geschichte zu verstehen, einzuordnen und treffend zu interpretieren. Das, was ich als erfreuliche "Offenheit" empfand, als Sensibilität für das Unbehagen an der Moderne, als mutige Verweigerung einer allzu klaren systemkritisch-politischen Positionierung zugunsten einer künstlerischen Offenheit, zugunsten der Freiheit, Dinge auch mal nicht auszusprechen - all das beruhte auf Mißverstehen meinerseits.

Es gibt einen Schlüssel, mit dem man das Geheimnis der Matrix-Filme "entschlüsseln" kann, bis es als triviale Message nackt und jämmerlich vor einem liegt: Die Matrix - das ist der heteronormative Mainstream und Neo fühlte sich, ebenso wie die Wachowski-Brüder, in denen schon damals die Trans-Identität rumorte, eben in dieser heteronormativen Welt gefangen und drangsaliert. Mehr ist da nicht. Darin besteht dieses ganze mir einst so tiefsinnig-geheimnisvoll erspürte und ästhetisch genial umgesetzte Fremdheitsgefühl: nicht der Welt an sich gegenüber, sondern der Heteronormativität gegenüber. Die Matrix war kein Film für Leute wie mich. Dass Leute wie ich ihn liebten, beruhte auf einem - vermutlich rein aus Profitgründen unaufgeklärten - Mißverständnis: Thema war, dass Transidente, Transsexuelle oder wie immer sie sich nennen mögen, sich fremd in der Heten-Welt fühlen. Insbesondere, wenn sie als Jungen geboren und als Männer erzogen wurden und doch so gern eigentlich Frauen wären. Niemand nimmt sie so an, wie sie sich fühlen, und sie werden dann durch die gesellschaftlichen Konventionen mit ihren unzähligen Selbstverständlichkeiten unterdrückt.

Ich hätte es erkennen können, wenn ich mißtrauischer den kleinen Details nachgespürt hätte, die mir auch damals schon ein klein wenig merkwürdig vorkamen, denen ich aber keine Bedeutug zumessen mochte, um meine eigene Begeisterung nicht zu stören. Beispielsweise den Umstand, dass ich Carrie-Anne Moss niemals richtig schön/sexy/attraktiv empfand. Ich verbuchte dies unter "naja, Geschmäcker sind halt verschieden" und dachte, eine Frau, die als Action-Heldin funktionieren solle, müßte doch vielleicht etwas burschikos-männlich und gewissermaßen sportlich-anti-feminin wirken. Hätte ich mich schon länger mit Mangas auseinandergesetzt, hätt ich's besser wissen müssen. Carrie-Anne Moss wurde genau richtig, wirklich perfekt für diese Rolle gecastet: sie sollte nicht feminin verführerisch sein, sie verkörperte das Transsexuelle schon damals. Ich merkte das bloß nicht.

Absolut folgerichtig ist daher auch die "Entwicklung" ihrer Figur in diesem vierten Teil der Serie: da wird die Emanzipation von der Weiblichkeit als Emanzipation einer Frau von ihrer Mutter- und Ehefrauenrolle dargestellt: sie muss, um sie selbst zu werden, also die kickassmäßige Befreierin der Welt, sich von ihren Kindern und ihrem Mann trennen. Dessen schlimmer, unverzeihlicher Fehler darin bestand, sie mit einem falschen, zu weiblichen Namen (Tiffany) anzureden. Tiffany - eine Anspielung auf "Breakfirst at Tiffany's" - erinnert an die Traumfrau schlechthin: Audrey Hepburn in ihrer ikonischsten Rolle. So eine Frau - zerbrechlich, nervös, alle Männer um sie herum in Verwirrung stürzend, rehäugig und vogelhaft singend, ein wenig borderlinig eben noch jubilierend, dann gleich wieder melancholisch verschattet  - so eine Frau ist Trinity nicht. Will sie nicht sein. So eine Frau ist doch nur der feuchte Beherrschungstraum alter Cis-Männer. Richtige Frauen sind anders. Sie sind auf eine Art weiblich, die Hetero-Männer wie ich überhaupt nicht verstehen können: auf eine männliche Art weiblich.

So, wie die Wachowski-Schwestern. Ja, das ist der eigentliche Clou an der Sache: inzwischen wurden aus den Brüdern Schwestern. Beide haben ihr Geschlecht gewechselt. Oder ihr Gender. Oder vielleicht war ihr Gender immer schon weiblich. Was weiß ich schon. Was ich verstanden habe: The Matrix war nie an mich gerichtet, nie für mich gefilmt worden. The Matrix wurde für andere produziert: für eine Minderheit, zu der ich nun mal nicht gehöre. Ihr eigentlicher Plot endete auch nicht, wie ich fälschlich annahm, schon in Teil 1 (ich fand die Superman-Flug-Szene am Ende damals schon eher lächerlich, aber sah auch darüber hinweg, weil ich nicht kapierte, dass sie eigentlich nur das erste pathethische Emporrecken der Faust eines Transsexuellen-Protestmarschs war). Er endet frühestens jetzt, als die vollkomen emanzipierte Trans-Trinity das Kommando übernimmt und dem Repräsentanten der heteronormativen und binären Diktatur die Fresse einschlägt. Transsexuelles oder -identes Empowerment: So sieht es wohl aus. Kantige MotorradmechanikerInnen und blauhaarige Bugs (huch, mir ist der Name der neuen weiblichen Identifikationfigur wieder eingefallen!) werden die Welt beherrschen, angeleitet von greisen und von daher natürlich auch besonders weisen Afroamerikanerinnen.

Das ist okay. Warum sollten nicht Künstler oder meinetwegen auch Künstler*Innen Kunst speziell für ihr Soziotop erschaffen? Warum sollen sie nicht eine doppelte Quadrillion an kulturellen Verweisen und Zitaten in diese Kunst mit hineinquirlen? Das ist ihr gutes Recht und wenn sie finden, dass ihre Message wichtig und bedenkenswert ist, dann kann ich sogar nachvollziehen, warum sie diese Message sozusagen unter'm Radar in die Mehrheitsgesellschaft schmuggelten: sie könnten gedacht haben, dass sie damit diese Mehrheitsgesellschaft zu bessern vermöchten: die binär-heteronorme Matrix gleichsam aufbrechen.

Aber: mich interessiert das nicht. Ich bin hetero. Ich fühle mich nicht unterdrückt. Weil ich nicht unterdrückt werde - nicht, weil ich (O-Ton aus einem der Film-Monologe) ein "Massentier" bin, dass brav dahin geht, wohin man es dirigiert. Ich mag freiwillig, ganz ohne Unterdrückung, weibliche Weiber und männliche Männer. Ich bin freiwillig dem präpubertären Alter entwachsen, in welchem es mir ein Bedürfnis war, meinen heimlichen Wunsch, dem Bösewicht möge die Fresse poliert werden, dann explizit in filmischer Ausführung umgesetzt zu bekommen. Dieser Film ist nichts für mich, da seine um das Meta-Schaf tanzende bemühte Ironie und Zitieritis mich anöden (wer kulturelle Verweise mit intellektuellem Gehalt mag und subtile Ironie, soll halt "Der Titan" von Jean Paul lesen, aber das würde ja denn doch zu sehr anstrengen), wenn sie platt und durchschaubar mit dem Vorschlaghammer serviert werden.

Aber nachdem ich - desillusioniert durch eine kenntnisreich geschriebene positive Rezension auf amazon prime - nun informiert wurde, dass ich über zwanzig Jahre hinweg einen Film großartig fand, weil ich zu dumm und zu unaufmerksam war, ihn richtig zu verstehen - überwiegt bei mir, die Irrtumseinsicht tut halt weh, der Verlustschmerz. Ich werde nie wieder "The Matrix" gucken können, mich auf das "white Rabbit" auf der Schulter der hübschen namenlosen Lady freuen können oder  auf  die Auskunft des glatzköpfigen kleinen Jungen:  "There is no spoon!", ohne das "Knock, knock! Wake up, Neo!" als Kampfruf einer transidenten Empowerment-Demo vor irgendeinem texanischen Provizgerichtsgebäude verstehen zu müssen, als die Illustration eines inneramerikanischen Kulturkampfes um sexuelle Rollenbilder: ich bin nicht gemeint.

 

*rumheulschnief*

 

 

*Ja, schon klar, da wird auch noch auf das Standards setztende Computerspiel "Deus Ex" angespielt. Bin ja nicht ganz von gestern, insbesondere, wenn popkulturelle Anspielungen auf Vorgestern gebracht werden. 😉

jack-black antworten
8 Antworten
tristesse
(@tristesse)
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@jack-black 

Hi,

ich hab mir den 4. Teil im Kino angesehen und fand ihn großartig, zutiefst romantisch und würdig, die Reihe abzuschließen. Von mir aus hätte man aber auch auf Teil 2 und 3 verzichten und gleich zum 4. Teil übergehen können 😀 

tristesse antworten
Jack-Black
(@jack-black)
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@tristesse 

ich hab mir den 4. Teil im Kino angesehen und fand ihn großartig

So verschieden sind die Geschmäcker. 🙂

jack-black antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

@jack-black 

Ich bin eben keine Zynikerin 😉 

tristesse antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6217

@tristesse Ich bin eben keine Zynikerin 😉 

Ich auch kein Zyniker. ^^

jack-black antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

@jack-black 

Wohl 😆 

tristesse antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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Beiträge : 29478

@jack-black 

 Ich werde nie wieder "The Matrix" gucken können, mich auf das "white Rabbit" auf der Schulter der hübschen namenlosen Lady freuen können oder  auf  die Auskunft des glatzköpfigen kleinen Jungen:  "There is no spoon!", ohne das "Knock, knock! Wake up, Neo!" als Kampfruf einer transidenten Empowerment-Demo vor irgendeinem texanischen Provizgerichtsgebäude verstehen zu müssen, als die Illustration eines inneramerikanischen Kulturkampfes um sexuelle Rollenbilder: ich bin nicht gemeint.

Ts, ts... zwischen all den Meta-, Meta-Meta- und Meta-Meta-Metaebenen bist du doch glatt bei der vorletzten Ebene hängengeblieben...

"Transsexualität" (Mal vorausgesetzt die ganzen Leute haben tatsächlich recht damit) ist doch auch nur wieder eine Metapher für das Gefangen-Sein des Geistes in der materiellen Welt, die uns ihr allzu enges Korsett aufzwingt. Und die Frage dabei lautet (neben vielen Anderen): Passt dieses Korsett denn auch zu unserer Persönlichkeit?

Sind wir denn überhaupt die richtige Besetzung für das Drehbuch, das unser Leben darstellt? Oder sollte unsere Rolle nicht eine ganz andere sein?

Der  letzte Teil der Matrix-Reihe verweist auf diese Frage... und ich stimme dir halbwegs zu (Und dann auch wieder nicht) - der letzte Teil passt nicht recht zum Ersten. 

Der letzte Teil ist eine alternative Realität zur alternativen Realität des ersten Teils. Und wir können uns entscheiden, ob wir diese Alternative annehmen (Und die ganzen Fortsetzungen als kanonisch akzeptieren) - oder ob wir sagen: Alles Quatsch, es kann nur einen Teil geben... nach dem ersten Teil gab es nur noch alternative Ideen, die aber nichts mit dem ursprünglichen Konstrukt zu tun haben. 

Und dann sind die anderen Teile, auch der letzte, eben nichts weiter als philosophische Spielereien, die einen wahlweise dahin führen, wo man selber gerne wäre... oder genau  davon  ablenken...

Kurz gesagt: ich fand den letzten Teil gar nicht so schlecht... aber vor allem deshalb, weil ich ihn nicht ernst genommen habe und für mich eh nur der erste Teil wesentlich ist...

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6217

@lucan-7 Kurz gesagt: ich fand den letzten Teil gar nicht so schlecht...

Ach komm schon, gib zu, dass Du dafür Geld im Kino gezahlt hast und nun Dir selbst gegenüber diese unnütze Ausgabe rechtfertigen musst! 😝 

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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Beiträge : 29478

@jack-black 

Ach komm schon, gib zu, dass Du dafür Geld im Kino gezahlt hast und nun Dir selbst gegenüber diese unnütze Ausgabe rechtfertigen musst!

Ich weiss gar nicht mehr genau, unter welchen Umständen ich den gesehen habe... meine Frau fand ihn jedenfalls recht schlecht, obwohl wir sonst eigentlich einen ähnlichen Geschmack haben.

Aber für einen Kinoeintritt mache ich mir normalerweise noch nichts vor, da muss schon mehr zusammenkommen... 😉

 

 

 

lucan-7 antworten
Lucan-7
Beiträge : 29478

The Popes Exorcist

(kleine Spoiler)

 

Ein Film von 2023, der jetzt auch auf Netflix läuft, mit Russel Crowe in der Titelrolle des Exorzisten.

Ein film, den man als "solide" bezeichnen könnte, wenn es dafür ausreicht verschiedene Versatzstücke aus diversen Horrorfilmen zu einer Handlung zusammenzuzimmern, bei der ein glaubwürdiger Hintergrund keine Rolle spielt... und mit "Glaubwürdigkeit" meine ich nicht die dämonischen Phänomene, um die es geht, sondern Motivation und Hintergrund der beteiligten Figuren.

Da wurde offenbar im Vorfeld von Seiten der Macher gesagt, um die gruseligen Phänomene zu zeigen brauchen wir eine Mutter, einen kleinen Jungen, ein junges Teenager-Mädchen, einen Priester und diverses mehr, in einem unheimlichen Gebäude, mit ganz viel Kirchentheatralik und -symbolik und diversen Gruselfaktoren aus der Mottenkiste. 

Warum die da alle zusammenkommen ist eigentlich egal, Hauptsache sie sind da, es ist einsam... und dann können wir mit den ganzen Tricks loslegen, Handlung interessiert eh nicht...

Und ja, wie in dem Film gesagt wird... "Dämonen sind Meister der Täuschung"... deshalb produzieren sie auch so viele Effekte aus der Geisterbahn und sprechen mit verzerrter, abgrundtiefer Stimme... weil sie die Menschen täuschen wollen, ja nee...

Könnte man als weiteren 08/15 Gruselschinken durchgehen lassen, für Leute die so etwas noch nicht kennen. 

Allerdings basiert der Film angeblich auf den Memoiren des echten vatikanischen Exorzisten, Gabriele Amorth. Der hat sich wohl erst dagegen gesträubt, stimmte kurz vor seinem Tod dann aber doch einer Verfilmung zu.

Nun kann man davon halten was man will, man kann es auch lächerlich finden und das ganze zu einem Film verwursten... aber wenn man hier schon die Rechte erwirbt, dann sollte man das auch irgendwie respektieren und sich an die Vorgaben halten. Und DAS hat nun wirklich gar nichts damit zu tun, das ist einfach nur die übliche Hollywood-Geisterbahn, und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieser Exorzist mit diesem Werk über seine Arbeit einverstanden gewesen wäre.

Sollte anderen als Warnung dienen...

lucan-7 antworten
5 Antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6217

@lucan-7 Sollte anderen als Warnung dienen...

Wem? Anderen "echten" Exorzisten? Oder meinst Du, dass man, unabhängig von der Profession, generell so kurz vor'm Ableben am besten nix mehr "absegnen" sollte, gegen dessen Verwurstung man später nur noch per Rotieren im Grab protestieren kann? 😉

 

p.s.: Hatte Crowe nicht schon den Kapitän Neo in "Titanic" gespielt? Oder Noah in "der Untergang"? Oder irgendsoeiner katholischen Action-Sause? Da scheint mir System dahinter zu stecken...

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29478

@jack-black 

Oder meinst Du, dass man, unabhängig von der Profession, generell so kurz vor'm Ableben am besten nix mehr "absegnen" sollte, gegen dessen Verwurstung man später nur noch per Rotieren im Grab protestieren kann? 

Ich meine, man sollte niemandem leichtfertig die Rechte für seine Lebensgeschichte überschreiben... es sei denn, es wäre einem wirklich komplett egal. Was ich mir in dem Fall nicht vorstellen kann.

Da wird auch der Vatikan so klischeehaft gezeigt, wie es nur geht... da gehen kostümierte Statisten weihrauchschwenkend im Hintergrund, wie das in der Kirche halt so üblich ist, wenn man durch den Vatikan läuft. Und Autoritäten kann man da eh ignorieren, wer nimmt die schon ernst? Ein Exorzist sicher nicht... während der Papst offenbar vor dem Altar in einer Kirche zu Hause ist und auch dort arbeitet...

Wie gesagt, kann man so machen, muss man alles nicht ernst nehmen... aber wofür braucht man dafür ganz offiziell die Rechte...? 

Echter wird's davon auch nicht, soviel steht fest...

 

lucan-7 antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

@jack-black 

Hatte Crowe nicht schon den Kapitän Neo in "Titanic" gespielt? Oder Noah in "der Untergang"? Oder irgendsoeiner katholischen Action-Sause? Da scheint mir System dahinter zu stecken...

Du bist da was ganz Großem auf der Spur.

tristesse antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6217

@tristesse Du bist da was ganz Großem auf der Spur.

Meinste? Könnte sein, aber um dem Ganzen so richtig investigativ nachzugehen, fehlen mir freilich derzeit noch die Mittel. Moagst mi sponsern?! 🙂

jack-black antworten
CoffeeandBible
(@coffeeandbible)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325

@lucan-7 Den fand ich super 😉

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tristesse
Beiträge : 20559

Carrie (2013)

Es gibt ja zwei Verfilmungen des Romans von Stephen King, einmal den von 1976 mit Sissy Spacek als Carrie und Piper Laurie als Mutter (und einem ganz jungen John Travolta) und eine von 2013 mit Chloe Grace Moretz und Julianne Moore. 

Kurz zum Plot: die junge Carrie wird von ihrer religiös-manischen Mutter streng "biblisch" erzogen, dementsprechend ist sie nicht sehr beliebt in der Highschool und sehr verschüchtert. Als ihre Periode ausgerechnet im Sportunterricht einsetzt, wird sie zum Gespött der Mitschüler, die sich daraufhin unentwegt über sie lustig machen. Mit Einsetzen der Periode entwickelte sie telekinetische Kräfte, was gegen Ende des Films in einer grausamen Abrechnung auf dem Schulball gipfelt.

Ein Horrorfilm, der nicht viel Horror zeigen muss, um unter die Haut zu gehen. Ich bin wirklich kein Fan von Stephen Kings Romanen (er hat so wunderbare Kurzgeschichten geschrieben), aber der Film ist einfach gut gemacht. Vor allem  Moretz und Moore stehen sich hier in beeindruckender Weise gegenüber.

Für zart besaitete Gemüter definitiv keine Unterhaltung, aber es steckt mehr dahinter als nur ein Horrorfilm, gerade aus christlicher Sicht durchaus sehens- und nachdenkenswert. 

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tristesse
Beiträge : 20559

Elvis (2022)

ELVIS – Offizieller Trailer #1 Deutsch German (2022) - YouTube

von Baz Luhrmann mit Austin Butler als Elvis und Tom Hanks als seinen Manager "Colonel" Tom Parker.

Erzählt wird die Geschichte des Elvis Presley aus der Sicht des 1997 totkranken Parkers, der Elvis "entdeckte" und unter Vertrag nahm und begleitet die beiden von den Anfängen bis zum Tod des Stars im Jahre 1977. 

Es fällt mir ein wenig schwer, nicht mit lauter Superlativen um mich zu werfen, aber ich hab tatsächlich so etwas noch nie gesehen. Von der ersten Minute an, hat mich der Film inhaltlich und visuell in seinen Bann gezogen. Darsteller, Musik, Kameraführung, Ton, Bildqualität ... das alles verschmilzt zu einem großen Ganzen: modern, plastisch, bunt, emotional, mir fehlen die Worte zu beschreiben, warum der Film so anders ist als viele andere. 

Er ist wie ein Musical, aber auch ein wenig wie ein Drama, ohne emotional oder tragisch zu werden. Er ist witzig, aber nicht albern und bringt eine Traurigkeit mit sich, die zwar berührt, aber null Melodramatik hat. Er hat irgendwie eine Leichtigkeit, die unterhaltsam ist, ohne banal zu werden. Viele Kleinigkeiten rauschen während des Films mit der Handlung mit, man sieht sie, wundert sich, bis man den Hinweis versteht und dann ist der Moment schon vorbei. Ein Film, der den damaligen Zeitgeist widerspiegelt, ohne altbacken zu sein und immer wieder überrascht. Eine ziemlich alte, schon mehrfach erzählte Geschichte wird neu erfunden und das ist hervorragend gelungen.

Austin Butler macht seine Sache gut, natürlich kann er nicht 100% Elvis sein, aber ich hab es ihm abgekauft 😉 Die Nebenrollen sind auch sehr gut besetzt (z.B. Luke Bracey als Jerry Schilling oder David ("Faramir") Wenham als Hank Snow). Einzige Schwachstelle meiner Meinung nach ist Tom Hanks in der zweiten Hauptrolle und seine dazugehörige Maske. Tom spielt das, was er eigentlich immer spielt routiniert und ordentlich runter, aber dieses Plastikgesicht macht ihn unglaubwürdig, zumal er, wie ich vermute auch diese Unsicherheit über das Outfit in den Film reinbringt. Vielleicht ist dieses Unwohlsein, was er ausstrahlt, auch gewollt, ich fand es unglaubwürdig. Man kann es auch übertreiben in dem Wunsch, optisch authentisch zu sein. Für ihn gab es übrigens die Goldene Himbeere und die Maske bekam auch noch eine oben drauf, völlig zu recht.

Ansonsten hat der Film über 130 Nominierungen für diverse Auszeichnungen bekommen und mindestens 30 Preise abgeräumt. Für mich ein sehr starker und schöner Film, bei dem ich mich mal wieder ärgere, ihn im Kino verpasst zu haben. 

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2 Antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6217

@tristesse Danke für den Hinweis, Deine Rezension macht mir Lust, den auch zu gucken!

jack-black antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

@jack-black 

Ich hoffe, Du magst ihn auch. Unsere Geschmäcker driften ja ab und an schon auseinander 😉 

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Queequeg
Themenstarter
Beiträge : 7622

Gran Torino

Ein großartiger Film mit dem gealternden Clint Eastwood.

Es geht um Kriegstraumatisierung, Rassismus, Verlust, Vereinsamung und Isolation -

- und wie man aus all dem rauskommt.

Hat jede Menge mit dem zu tun, was weltpolitische gerade abläuft.

queequeg antworten
8 Antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 30188

@queequeg 

Ja, der Film ist wirklich gut. 
Und manche Stars werden im Alter immer besser - Clint Eastwood gehört auch dazu!

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Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29478

@queequeg 

Ein großartiger Film mit dem gealternden Clint Eastwood.

In der Tat... und wesentlich tiefgängiger und selbstironischer als es auf den ersten Blick scheint.

 

 

 

lucan-7 antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7622

@lucan-7 

Ja, das ist er.

queequeg antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6217

@queequeg Yup. Gehört zum Kanon. 😀

jack-black antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1536
Veröffentlicht von: @queequeg

Gran Torino

Ein großartiger Film mit dem gealternden Clint Eastwood.

Es geht um Kriegstraumatisierung, Rassismus, Verlust, Vereinsamung und Isolation -

- und wie man aus all dem rauskommt.

Hat jede Menge mit dem zu tun, was weltpolitische gerade abläuft.

Jetzt habe ich mir diesen Film auch angeschaut. 

Die Aussichtslosigkeit, heil aus dem eigenen kaputten Umfeld heraus zu kommen, 

Zivilcourage als Tor zur Freigabe an das Böse,

Walt zuletzt als zerschossenes Opfer in der Haltung des Gekreuzigten. Als sich selbst Opfernder, damit der reine Spross ein paar Jahre Ruhe hat. 

Puhhhh...

martha antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7622

@martha 

Der Film hat viel Schichten. Mich hat am meisten des Leben in dem "kaputten Umfeld" und der Rassismus ,als "Geländer", damit man nicht ganz abstürzt, beeindruckt.

"Zivilcourage als Tor zur Freigabe an das Böse." verstehe ich nicht.

queequeg antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1536

@queequeg 

"Zivilcourage als Tor zur Freigabe an das Böse." verstehe ich nicht.

Gemeint ist Thaos Schwester Sue, die sich dem Cousin und der Gang mutig entgegen stellt. 

martha antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7622

@martha 

Ah ja. Ja das gibt auch IRL wie einige Ereignisse zeigten, bei denen Passanten jemandem geholfen haben und dann selbst übel verletzt oder getötet wurden.

queequeg antworten
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