Zuletzt gesehener Film 2025
Jetzt wollte ich von einem Film berichten und stelle fest, dass wir schon wieder ein neues Jahr haben... 😀Â
Hier also wieder unser Thread fĂŒr den Austausch ĂŒber Filme, also im Kino, Fernsehen, Stream oder was auch immer - fĂŒr Serien gibt es wie ĂŒblich einen separaten Thread.
Wie ĂŒblich am besten den Titel fett als Ăberschrift nennen... und Spoiler bitte so kennzeichnen, dass jeder selbst entscheiden kann, ob er weiterlesen will oder nicht. Auf einen guten Austausch!
Cam (zur Zeit auf Netflix)
Ein recht bemerkenswerter Film, den ich zunĂ€chst nur schwer einordnen konnte... aus verschiedenen GrĂŒnden.
Offiziell firmiert das Ganze unter "Horror", was aber nur teilweise zutrifft - es ist zumindest kein typischer Horrorfilm, ganz im Gegenteil. Wie ich im Nachhinein erfuhr sollte das Ganze sogar zuerst eine Dokumentation werden, in der die Autorin von eigenen Erfahrungen berichtet, sie hat sich aber dann entschieden das ganze doch als Fiktion darzustellen, weil damit die Aussage des Films stÀrker hervorgehoben werden kann. Und das ist auf jeden Fall gelungen.
Worum geht es? Es geht um die Selbstdarstellung von Frauen im Internet, die damit voyeuristische Phantasien zahlender Kunden bedienen. Das Ganze wird oft als Selbstbestimmung vermarktet, weil die Frauen sich in einer sicheren Umgebung vor der Kamera befinden und selbst entscheiden können, was sie den mÀnnlichen Kunden gegen Bezahlung bieten wollen.
Das ist zunĂ€chst etwas verstörend, weil die meisten Filme ja eher davon handeln, dass Frauen aus derartig zweifelhaften moralischen VerhĂ€ltnissen herausgeholt und "gerettet" werden. In diesem Fall hat die Protagonistin sich aber nicht nur freiwillig fĂŒr diese TĂ€tigkeit entschieden - sie will auch die Nummer 1 der Plattform werden und buhlt deshalb mit ihren Konkurrentinnen um die Zustimmung der Kunden.
Das ist nach meinem Empfinden tatsĂ€chlich etwas gewöhnungsbedĂŒrftig. So schaut man dem Treiben (Das natĂŒrlich nie wirklich explizit gezeigt wird, darum geht es in dem Film nicht) zunĂ€chst recht distanziert zu, erst recht wenn deutlich wird, wofĂŒr das Publikum da zahlt und was die Leute da sehen wollen (auch deshalb wohl die Kategorie "Horror"... nicht unbedingt etwas fĂŒr schwache Nerven).
SchlieĂlich entgleitet der Protagonistin aber die Kontrolle, als plötzlich eine Kopie ihrer selbst im Internet erscheint und in ihrem Namen agiert... mehr sei hier nicht verraten, aber das ist der Punkt, an dem der Film wohl tatsĂ€chlich realistischer wird als es eine bloĂe Dokumentation hĂ€tte verdeutlichen können.
FĂŒr mich ein Film, der tatsĂ€chlich sehr viel tiefgĂ€ngiger ist als es die Handlung allein vermuten lassen wĂŒrde - sehenswert schon deshalb, weil die Autorin selbst in der Szene aktiv war und auch eigene Erfahrungen verarbeitet hat.
Man muss allerdings selber wissen, ob man sich darauf einlassen will oder nicht... es ist halt nicht die klassische Heldengeschichte, und die Identifikation mit der Heldin mag auch nicht immer gelingen, je nachdem welche inneren Vorgaben man da selber hat.
Highlander
Einer der groĂen Klassiker der 80er Jahre und immer noch sehenswert... dennoch etwas schlecht gealtert, wie ich finde, aber das mag auch an meinen Erwartungen gelegen haben, als ich ihn nach Jahrzehnten wieder einmal sah.
An sich funktioniert der Film immer noch sehr gut, und was einem heute als unlogisch erscheinen mag war es damals auch schon... mit einer Ausnahme: Die Darstellung der Polizei gleicht mehr einer Parodie als einer ernsthaften Darstellung, wie sie der Film eigentlich verlangen wĂŒrde.
Zwar ist "Polizei im Film" schon immer eine Sache gewesen, die man besser nicht zu genau analysieren sollte - aber hier verkommt das alles dermaĂen zur Klischee-Kulisse, dass es das Filmerlebnis doch etwas trĂŒbt. Fantasy Film oder nicht, zumindest der Anschein von etwas mehr RealitĂ€t hĂ€tte dem Film sicher gut getan.
So ist der Film vor allem Nostalgie pur. Man merkt an allen Ecken und Enden, dass man den Film heute anders gedreht hÀtte, und so muss man sich halt auf ein 80er-Jahre Erlebnis einstellen. Dann aber ist alles in Ordnung und der Film hat nichts von seiner Faszination verloren.
Â
Ein geplantes Remake mit Henry Cavill könnte die Sache allerdings noch einmal richtig aufwerten... mal sehen, ob das noch was wird, angekĂŒndigt ist es wohl...Â
"Ein Mann namens Ove"
ist ein schwedischer Film, in dem ein verbitterter Ă€lterer Witwer, der sich durch allerlei zwanghaften AktivitĂ€ten versucht, seine Trauer zu ĂŒberspielen, neue Nachbarn bekommen hat, mit denen es sofort Streitigkeiten gibt.Â
Sehr sehenswert.
Der Name der Rose
Gestern abend kam dieser Film einmal wieder im Fernsehen.
Ein Franziskanerpater (gespielt von Sean Connery) kommt in ein Benediktinerkloster, um dort einen Mord aufzuklĂ€ren. Es zeigt sich, dass der Abt und mehrere Zentralfiguren unter den Mönchen ganz unterschiedliche Interessen verfolgen. Bald passieren weitere Morde. Ein Film voller Phantasie und Spannung, der von Umberto Ecos Romanvorlagen hier und da abweicht und sie wohl auch etwas ĂŒberzeichnet.
Ich habe mich wĂ€hrend des Films und danach zunehmend gefragt, welches Bild von der Kirche dieser Film eigentlich zeichnet. Positiv daran ist eigentlich nur, dass die Kirche Kultur- und BildungstrĂ€gerin ist und Menschen ethischen und zeremoniellen Halt bietet. Selbst in diesen Funktionen wird sie von vielen der ihrer Akteure selbst demontiert. IrrationalitĂ€t statt Vernunft, Verbrechen statt Liebe, materieller Reichtum durch Ausbeutung einer armen Bevölkerung, Machtstreben und MachtausĂŒbung durch teils brutale Gewalt.
Klar, inzwischen hat sich vieles verĂ€ndert. Es hat Reformationen gegeben, auch die katholische Kirche selbst hat sich verĂ€ndert. Aber schleppt die Kirche oder schleppen die Kirchen Reste dieser MĂ€ngel (Wissenschaftsfeindlichkeit, IrrationalitĂ€t, Humorlosigkeit, Sinnenfeindlichkeit, Heuchelei, MachtausĂŒbung, Luxus usw.) nicht immer noch mit? Die sehr unrĂŒhmliche Vergangenheit ist Geschichte, aber sie ist eben auch geschehen.
Wie seht ihr solche Filme im Bezug auf die Darstellung der Kirche?
@tojak guten Morgen,
also da wĂŒrde ich jetzt die Frage stellen, inwiefern dieser Roman ĂŒberhaupt die RealitĂ€t von damals gewichtet. Wenn man jetzt davon ausgehen wĂŒrde, das jede lokale kirchliche Einrichtung so gewesen ist, wĂ€re das natĂŒrlich nicht gerade schön aber ob das Realistisch ist, das es ĂŒberall so war?Â
Es gibt innerhalb der Kirche im Mittelalter leider schon Vorkommnisse, welche auch innerhalb der Kirche kritisiert wurden und dann meines Wissens auch angegangen wurden. Die Kirche war ja damals FlĂ€chendeckend und entsprechend hoch waren die menschlichen "Abweichungen" von den eigentlichen Idealen der Kirche. In einer Gesellschaft wo die Kirche sowohl im Glauben als auch in der Gesellschaft nur "ein Angebot" von vielen ist sieht das natĂŒrlich anders aus; Ein Psychopath oder Narzisst hat in der freien Wirtschaft oder Politik viel viel mehr Möglichkeiten sich "selbst zu verwirklichen" als innerhalb der Katholischen oder einer anderen Kirche. DafĂŒr gibt es heute aber prozentual mehr Menschen, die komplett am Glauben und Jesus vorbei leben und offensichtlich und bewusst Gottlos leben.
Damals gab es freilich auch ĂŒble SĂŒnden; Aber ich vermute das man im Normalfall sich diesbezĂŒglich im Klaren war und damit auch die Möglichkeit, zu Lebzeiten noch BuĂe davon zu tun und zum Herrn zurĂŒck zu kommen.Â
BezĂŒglich des Themas Prunk (vermutlich bezogen auf die kunstvolle Ausstattung von Kirchen) sehe ich das heute aber Differenziert; Die Ekklesia wird ja als Leib Christi verstanden - das Umfeld oder die EigentĂŒmer der Kirche entsprechend schön und kunstvoll auszustatten ist fĂŒr mich heute klar nachvollziehbar. Das Spannungsfeld bis hin zu einem kahlen Raum ist groĂ. Der Tempel in Jerusalem und vermutlich auch Synagogen waren auch schön ausgestattet. Die Kirche tat immer ja auch anderes, den Dienst an Armen. Das kommt in der Ăffentlichen Wahrnehmung heute finde ich etwas zu kurz.
Schönen 4ten Advent!
Â
Hallo @kappaalso da wĂŒrde ich jetzt die Frage stellen, inwiefern dieser Roman ĂŒberhaupt die RealitĂ€t von damals gewichtet. Wenn man jetzt davon ausgehen wĂŒrde, das jede lokale kirchliche Einrichtung so gewesen ist, wĂ€re das natĂŒrlich nicht gerade schön aber ob das Realistisch ist, das es ĂŒberall so war?Â
Ganz sicher war es nicht ĂŒberall so. Aber einerseits ist so etwas auch in verdĂŒnnter Form fĂŒr mich noch schwer zu ertragen, und andererseits haben die gewaltsamen Ketzerverfolgungen, chronische Wissenschaftsfeindlichkeit und Frauenfeindlichkeit ĂŒber Jahrhunderte stattgefunden und sind nicht zu tilgen.
Es gibt innerhalb der Kirche im Mittelalter leider schon Vorkommnisse, welche auch innerhalb der Kirche kritisiert wurden und dann meines Wissens auch angegangen wurden. Die Kirche war ja damals FlÀchendeckend und entsprechend hoch waren die menschlichen "Abweichungen" von den eigentlichen Idealen der Kirche.
"Angegangen" hat eine breite Spanne und kann vieles heiĂen. Heute kommt definitiv niemand mehr wegen Ketzerei auf den Scheiterhaufen, aber in der Zusammenarbeit mit Diktaturen (z. B. dem Franco-Regime) hat die Kirche bei Folter bis in die Neuzeit hier und da die Augen fest zugedrĂŒckt. Ich möchte auch ausdrĂŒcklich die evangelische(n) Kirche(n) nicht ausnehmen. Mehrere davon haben auch gehörig Dreck am Stecken, z. B. im Bezug auf Antisemitismus und Kooperation mit Gewaltherrschaften.
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In einer Gesellschaft wo die Kirche sowohl im Glauben als auch in der Gesellschaft nur "ein Angebot" von vielen ist sieht das natĂŒrlich anders aus; Ein Psychopath oder Narzisst hat in der freien Wirtschaft oder Politik viel viel mehr Möglichkeiten sich "selbst zu verwirklichen" als innerhalb der Katholischen oder einer anderen Kirche.Â
Das mag ja sein, nĂŒtzt aber der Kirche nichts. Der Dreck der anderen ist eine schlechte Seife.
BezĂŒglich des Themas Prunk (vermutlich bezogen auf die kunstvolle Ausstattung von Kirchen) sehe ich das heute aber Differenziert; Die Ekklesia wird ja als Leib Christi verstanden - das Umfeld oder die EigentĂŒmer der Kirche entsprechend schön und kunstvoll auszustatten ist fĂŒr mich heute klar nachvollziehbar.
Ich gebe ehrlich zu, dass auch meine GefĂŒhle dazu zwiespĂ€ltig sind. Die vatikanischen Sammlungen z. B. fand ich ĂŒberwĂ€ltigend, und es ist gut, dass es sie gibt. Andererseits hat das mit den Idealen des frĂŒhen Christentums und dem, was im Neuen Testaments nichts, aber auch wirklich garnichts zu tun, jedenfalls nicht bis zur Wiederkunft Christi.Â
Auch dir einen schönen vierten Advent!
@tojak Wie seht ihr solche Filme im Bezug auf die Darstellung der Kirche?
Ich war erst durch den Film auf das Buch, bzw. den Autoren geraten. Da ich jedoch den Film schon kannte und daher auch dachte, dadurch aus dem Buch nicht mehr viel Neues erfahren zu können, las ich hernach erst "Das Foucaultsche Pendel", nach dem ich viel zu spĂ€t in eine Hörspielserie darĂŒber auf WDR reingeschaltet hatte. In der irgendwelche RĂ€nkespiele um die Tempelritter eine Rolle spielten.
Das Buch war so gaaaanz anders, als ich vermutet hatte. Grandios, aber ĂŒberhaupt kein Action-Kino im Kopf.
Darauf hin hab ich mir auch den Roman "Der Name der Rose" nochmal als Buch zu GemĂŒte gefĂŒhrt. Es ist schon ein groĂer Unterschied... Insbesondere bekommen wir durch den Ich-ErzĂ€hler, der die Story ja aus einer Perspektive eines langen, als Mönch gelebten Lebens erzĂ€hlt, eine viel subjektivere Version davon zu lesen. Der in der Geschichte junge und etwas naive Novize ist am Ende eben nicht aus der Kirche ausgetreten oder hat zumindest ein "weltliches Leben" gefĂŒhrt, sondern blieb immer Mönch. Die SelbstverstĂ€ndlichkeit des Religiösen kommt dadurch viel stĂ€rker zum Tragen, Deine Frage nach de "Darstellung der Kirche" ergibt sich fĂŒr den ErzĂ€hler gar nicht - dieser Blick von aussen existiert ja fĂŒr einen mittelalterlichen Mönch ĂŒberhaupt nicht. Dass hier mit dem Franziskanermönch sowas wie der Anbruch der AufklĂ€rung (reichlich verfrĂŒht... đ ) erzĂ€hlt wird, trĂ€gt man als moderner Leser gewissermaĂen an die Geschichte heran.
Kurz: mich hat an dem Buch (nach der LektĂŒre kann man den Film nicht mehr gaaaaanz so ernst nehmen) nicht die Darstellung der Kirche fasziniert, sondern der Blick in ein mittelalterliches BewuĂtsein. Man sollte sich klar machen: ein heutiger Film mit Ă€hnlichen Inhalten wĂŒrde vermutlich ein College-Film sein, denn hier geht es um Intrigen in der intellektuellen Elite der damaligen Zeit. đ
Veröffentlicht von: @jack-blackDeine Frage nach de "Darstellung der Kirche" ergibt sich fĂŒr den ErzĂ€hler gar nicht - dieser Blick von aussen existiert ja fĂŒr einen mittelalterlichen Mönch ĂŒberhaupt nicht. Dass hier mit dem Franziskanermönch sowas wie der Anbruch der AufklĂ€rung (reichlich verfrĂŒht... đ ) erzĂ€hlt wird, trĂ€gt man als moderner Leser gewissermaĂen an die Geschichte heran.
Naja, es kommt darauf an: Auch damals gab es Leute, die mit anderen Kulturen in BerĂŒhrung waren, z. B. ein Herr Fibonacci (heute vor allem als Mathematiker bekannt), der ĂŒber die kaufmĂ€nnische Schiene die indisch-arabischen Ziffern kennengelernt hatte, die das Rechnen erheblich erleichterten. Durch kirchlichen Einfluss plagte man sich aber hierzulande noch jahrhundertelang beim Rechnen mit den römischen Zahlendarstellungen herum. Und im Film deckt William von Baskerville vorsichtshalber ganz schnell sein Astrolabium ab, als der Abt an die TĂŒr klopft. Dass die BĂŒcher alter griechischer Wissenschaftler und Philosophen im Film unter Verschluss gehalten werden, spricht auch BĂ€nde.
Du hast Recht: die volle AufklĂ€rung kam erst deutlich spĂ€ter. Trotzdem gab es schon damals Christen, auch Mönche, die Erkenntnisse auĂerhalb des theologisch erlaubten Korridors fĂŒr sich selbst und andere zugelassen haben.
Mit einer modernen Sicht ist das aber natĂŒrlich nicht zu vergleichen. Wenn man eine mittelalterliche Sicht simulieren wollte, fingen die Probleme schon damit an, dass man sich keiner BĂŒcher mit hoher Auflage und erst recht keines Films bedienen dĂŒrfte.Â
Wie seht ihr solche Filme im Bezug auf die Darstellung der Kirche?
Mal abgesehen von der unvermeidlichen, dreckigen "finsteres-Mittelalter-Optik" finde ich gerade diesen Film in Bezug auf die Darstellung der Kirche recht gelungen... denn es werden positive wie negative Aspekte gezeigt. Fanatismus und Dekadenz einerseits, aber eben auch Kulturbewahrung und AufklĂ€rung anderseits. NatĂŒrlich werden da alle Klischees gezeigt, was man als Zuschauer halt von "Mittelalter" und "Kirche" so erwartet. Es wird aber auch der Aufbruch in eine neue Zeit angedeutet, an dem eben auch Kirchenleute beteiligt sind.
Historisch ist das alles nicht so richtig, aber wenn man die Darstellungen eher symbolisch denn authentisch wertet, dann passt es am Ende doch recht gut.
Veröffentlicht von: @tojakAber schleppt die Kirche oder schleppen die Kirchen Reste dieser MĂ€ngel (Wissenschaftsfeindlichkeit, IrrationalitĂ€t, Humorlosigkeit, Sinnenfeindlichkeit, Heuchelei, MachtausĂŒbung, Luxus usw.) nicht immer noch mit?
Nun, DIE Kirche(n) anzusprechen, ist sicher zu pauschal ....
Ich denke zum einen daran, dass ja unsere Volkskirchen und ihre Theologen von frommer Seite ja gerade dafĂŒr kritisiert werden, dass sie ZU liberal-wissenschaftlich, theologisch zu rational, nicht ernsthaft genug in Sachen Evangelium, sexual-ethisch zu liberal und sinnenfroh sind und zu defensiv-Ă€ngstlich in ihrem Auftreten unterwegs sind - also genau das Gegenteil.
Und zum anderen gibt es in der Tat auch in den konservativ-frommen Gemeinden, Kirchen und ZusammenschlĂŒssen eine nachwievor und hartnĂ€ckig verteidigte, vorhandene Ablehnung wissenschaftlicher Erkenntnisse, IrrationalitĂ€ten (Glaube gegen Vernunft), aufgesetzte "Freudigkeiten", sexual-moralischen Rigorismus, fromme Heucheleien und Machtmissbrauch ...
Kommt also drauf an, wo man hinguckt und mit welchem Blick, aus welcher Perspektive.
Zum Film: Ich finde ihn sehr gelungen. Und es ist eine Verfilmung, die sich nach meinem Lesen des Buches, sehr gut abgedeckt hat mit meiner Phantasie bei der LektĂŒre ... was oft auch bei Buchverfehlungen sehr in die Hose gehen kann. Und Sean Connery auf seine alten Tage hat schon auch eine Ausstrahlung, die James Bond weit hinter sich lĂ€sst đ
L'Chaim
Im GroĂen und Ganzen stimme ich dir in allen Punkten zu.
Die groĂen Kirchen können im Grunde tun, was sie wollen: die Mitglieder laufen ihnen so oder so weg, jedenfalls in Deutschland. Man kann natĂŒrlich die Konfession wechseln, aber das scheint mir so, als könne man sich nur die Farbe des Bootes aussuchen, mit dem man absaufen will.
Ins Mittelalter, das man in diesem Film mit einem gewissen Gruselfaktor erlebt, möchte ich auf keinen Fall zurĂŒck. Schon gar nicht, wenn ich mich wie ĂŒblich, mit dem einfachen Volk identifiziere. In diesem Film war die einzige bedeutende Figur aus dieser Mehrheit das namenlose MĂ€dchen.Â
"Konklave"
Der Papst ist tot, ein neuer soll gewĂ€hlt werden. Das verspricht einen durchaus interessanten Film, weil die katholische Kirche um den WahlprozeĂ ja immer ein groĂes Gewese macht, mit jahrhundertealten Ritualen, Rauchsignalen, versiegelten RĂ€umen usw., also im Prinzip groĂes Kino, bevor es ĂŒberhaupt Kino gab.Â
FĂŒr's Auge wird denn auch Einiges geboten an Farben und GewĂ€ndern. Vor allem aber fasziniert der Ton. Die Akustiker haben sich wirklich groĂe MĂŒhe gegeben, sĂ€mtlichen GerĂ€uschen (knarzende StĂŒhle oder Ledertaschen...) eine BĂŒhne zu bereiten. Wer nicht gerade mit einer teuren Heimkinoanlage beglĂŒckt ist, sollte auf gute Kopfhörer zurĂŒckgreifen.Â
Der Inhalt ist dagegen eher flach, die Intrigen schlicht, die Predigten pathetisch. Dabei wird der Film im Grunde nur von seinen Dialogen getragen. Die hĂ€tte ich mir aber gern um einiges anspruchsvoller gewĂŒnscht.Â
Der Inhalt ist dagegen eher flach, die Intrigen schlicht, die Predigten pathetisch. Dabei wird der Film im Grunde nur von seinen Dialogen getragen. Die hĂ€tte ich mir aber gern um einiges anspruchsvoller gewĂŒnscht.Â
Das ist schade... ich hĂ€tte es mir gerade umgekehrt gewĂŒnscht: Lieber bei Bild und Ton sparen, dafĂŒr hochwertige Inhalte und Dialoge.
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