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Zuletzt gesehener Film 2026

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Jack-Black
Themenstarter
Beiträge : 6093

Neues Jahr, neuer Film-Thread. 🙂

Ich würde wieder folgende Regeln vorschlagen:

1. Filmtitel nennen

2. Hinweise darauf geben, wo man den Film sehen kann (Kino, TV-Sender, Streaming-Dienst, Blue-Ray?)

3. Spoiler kennzeichnen, gerne mit gefetteter Spoiler-Warnung.

Antwort
53 Antworten
büchermaus
Beiträge : 461

Kleine Dinge wie diese

auf Amazon Prime, ruhig erzählter Film über katastrophale Zustände in einem von Nonnen geführten Heim ,in den 60zigern oder 70zigern Jahren

nettestrickt antworten


DerElch
Beiträge : 2018

@jack-black 

Apocalypse now

Kam neulich im Fernsehn, irgendwo im Dritten.

Bin mal wieder grandios gescheitert an der Story. Versuche es dann in zwei Jahren wieder. 

derelch antworten
4 Antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6093

@derelch Welche Version denn? Nach der "Redux"-Version konnte ich mit den kürzeren Versionen nix mehr anfangen. 😀 Was das Scheitern an der Story angeht - ich glaube, man darf da erst gar nicht nach einer "stimmigen" Linie Ausschau halten. Spätestens, als Willard im Lager von Colonel Kurtz* ankommt, ist der Wahnsinn komplett - warum da die Ureinwohner Kurtz überhaupt folgen, hat sich mir auch nie so recht erschlossen.

Letzten Endes ist der ganze Film sowas wie ein über drei Stunden dauernder Alptraum. Aber halt in grandios. Vielleicht sollte man doch mal die Conrad-Erzählung lesen, díe ihm zugrunde liegt. Aber irgendwie hab ich's nie über mich bringen können, aus einer seltsamen Angst, die Literaturvorlage könnte entweder den Film entzaubern im Sinne von "erklären" - oder aber sie könnte sogar noch seltsamer sein, aber dann den Film in meinem Kopf überlagern.

"Apocalypse Now" teilt sich für mich den Platz eins der besten Filme aller Zeiten mit "Spiel mir das Lied vom Tod". Mit dem Unterschied, dass der eine Film umso unverständlicher wird, je länger man guckt, während der andere am Ende wirklich vollkommen "aufgeht" und Sinn ergibt. Beides gleich genial. 🙂

 

*Ich meine, mal in irgendeiner Dokumentation über die Produktion von Apocalypse Now erfahren zu haben, dass Marlon Brando für Coppolas Geschmack einfach viel zu fett war zur Zeit des Drehtermins - und dass der Regisseur sich deswegen entschied, Brando in sehr dunkler Umgebung spielen zu lassen. Das war wohl eine der besten aus der Not heraus getroffenen Entscheidungen der Filmgeschichte: gegen die Bedrohlichkeit von Colonel Kurtz ist Vito Corleones Aura in "Der Pate" die eines netten Schwiegersohns... 

jack-black antworten
MrOrleander
(@mrorleander)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 2438

@jack-black 

// Aber halt in grandios. Vielleicht sollte man doch mal die Conrad-Erzählung lesen

Unbedingt. Ist ja auch nur ein schmales Bändchen, und der Sommer die optimale Zeit zur Lektüre (im Herbst wollte ich das nicht lesen: Da kommt die Depression ja schon mit dem Wetter, und die Reise ins Herz der Finsternis erweckt - bei mir - sehr starke, dunkle Bilder).  Was in der Apocalpyse unverständlich sein mag - das "Grauen" - dürfte nach der Lektüre verständlich(er) geworden sein.

Brando in sehr dunkler Umgebung spielen zu lassen. Das war wohl eine der besten aus der Not heraus getroffenen Entscheidungen der Filmgeschichte

Zusammen mit der Inszenierung der alles Handeln und Denken verlangsamenden Hitze.

Ein grandioser Film. Nur die Musik ist für mich schwer erträglich. 

mrorleander antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6093

@mrorleander Hab's mir grad als Hörbuch bestellt. So kann ich's beim Malen "lesen". 🙂

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 28955

@jack-black 

Vielleicht sollte man doch mal die Conrad-Erzählung lesen, díe ihm zugrunde liegt. Aber irgendwie hab ich's nie über mich bringen können, aus einer seltsamen Angst, die Literaturvorlage könnte entweder den Film entzaubern im Sinne von "erklären" - oder aber sie könnte sogar noch seltsamer sein, aber dann den Film in meinem Kopf überlagern.

Liegt auch schon seit einer Weile auf dem Stapel neben meinem Nachttisch... und ist jetzt auch nicht so wahnsinnig lang, vielleicht nehme ich mir das ja mal als nächstes vor...

 

 

 

 

 

lucan-7 antworten
Jack-Black
Themenstarter
Beiträge : 6093

Anora

Kostenfrei für Amazon-prime-Kunden zu sehen.

Erscheinungsdatum: 2024

Regie: Sean Baker (den kannte ich bis dahin nicht)

Drehbuch: Sean Baker 

Der beste (für mich neue) Film, den ich seit mehreren Jahren gesehen habe. Nachdem ich ihn gestern nachts schaute, konnte ich stundenlang nicht einschlafen, weil mir so viele Gedanken dazu durch den Kopf gingen. Um nicht zu spoilern, werde ich's hier relativ kurz machen, obwohl ich am liebsten eine Lobrede in Romanumfang anstimmen würde.

Inhalt: Sexarbeiterin trifft auf stinkreichen Oligarchensohn. Die beiden heiraten. Seine Eltern haben was dagegen und schicken Angestellte, um das Ehe-Problem zu lösen.

Für alle, die Triggerwarnungen brauchen: Es gibt reichlich Sexszenen mit nackter Haut - nie voyeuristisch oder gar hardcore, aber die "Nippelfreigabe" (FSK 16) wurde dem Thema gemäß auch genutzt. Was Gewalt angeht: das Überraschende dürfte sein, wie wenig physische Gewalt hier eine Rolle spielt. Ich hatte immer wieder Assoziationen zu Tarantino-Filmen (insbesondere Pulp Fiction) im Hinterkopf, und fand es super, wie anti-tarantinoesk Baker hier vorgeht, indem "sich entladende Gewalt" praktisch nicht stattfindet. Der Film hinterläßt nicht eine einzige Leiche, obwohl er ja über weite Strecken im Rotlichtmilieu spielt.

Eine interpretierende Bewertung des Inhalts lasse ich hier mal weg, weil ich nicht wüsste, wo ich anfangen und ob ich überhaupt mal enden könnte.

 

Kamera, Licht, Ton: an keiner Stelle "auffällig", dabei aber immer gut. Man muss aufmerksam hinschauen, wie die Bilder komponiert sind, wie hervorragend die Figuren platziert, bzw. arrangiert werden (mein Lieblingsmoment: wenn Juri im Hintergrund mit einem Baseballschläger jongliert - ich musste da laut lachen), wie bestimmte Großstadt-Stimmungen eingefangen werden... Zur richtigen Zeit überdröhnt wummernde Party-Musik die Dialoge oder untermalt das Schrubb-Schrubb eines Scheibenwischers eine Liebesszene... Da ist alles filmisch-handwerklich so gut durchdacht, ohne sich je in den Vordergrund zu drängen.

Action/Special Effects: Hab mir den Nachspann nicht angeschaut, aber so aus'm Lameng heraus denke ich, dass da kaum Stuntmen gebraucht wurden und die Spezial-Effekte-Abteilung auch verlängerten Urlaub hätte nehmen können. Ein paar zerbrochene Einrichtungsgegenstände  und eine Sparpackung Kunstblut für einen Knuffer auf die Nase - mehr gibt's hier nicht zu sehen. Action im Sinne von Rasanz wird hier anders erzeugt, nämlich durch die...

Darsteller: Mikey Madison in der titelgebenden Rolle als Anora, so erfahre ich hinterher von Wikipedia, bekam für ihre Leistung den Oscar für die beste weibliche Hauptrolle. Ein no-brainer, wenn man den Film gesehen hat. Mir fällt gerade keine Schauspielerin ein, die je in irgendeinem Film besser geacted hätte. Juri Borissow, der einen Handlanger des Oligarchen spielt, hätte m.A.n. auch gern einen Oscar für die beste männliche Nebendarsteller-Rolle verdient gehabt. Dass die zwei namentlich Genannten nicht den Rest des Casts an die Wand spielen konnten, liegt daran, dass auch alle anderen Rollen grandios besetzt wurden. Ausser Borissow kannte ich keins der Gesichter - aber selbst Mark Ejdelschtejn, dessen Aufgabe als Hauptfigur Ivan (Wanja) darin besteht, völlige charakterliche Leere, hohle Einfältigkeit und existentielle Sinnlosigkeit zu verkörpern, hat sich mir ins Gedächtnis gebrannt.

 

Fazit: Ein ganz ungewöhnlicher Film (Oscar für Film und Oscar für Regie!), über den ich mich gern hier mit anderen austauschen würde, falls und nachdem sie ihn auch schon gesehen haben. Label wie Romance oder Tragikomödie oder was sonst noch so da draufgeklebt wurde, treffen alle nicht so richtig zu. Ich würde vorschlagen: zeitgemäßes Sittengemälde. 😀

9,9/10 Dollarscheine unter'm String-Tanga

 

 

 

jack-black antworten
5 Antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 2905

@jack-black 

Nach deiner Rezension hab ich mir aus Neugierde den Film gestern angeschaut. Davor hatte ich ihn nach dem Trailer eher als „nicht so meins“ abgestempelt.

Ich weiss nicht so recht, wie wir uns darüber unterhalten sollen, ohne etwas zu spoilern, aber mal schauen… wer gar nichts darüber erfahren möchte, muss jetzt wegklicken.

 

 

 

Vorneweg kann ich zumindest sagen, dass der Film durch sein letztes Drittel und ganz besonders sein Ende die Qualität bekommt, die du beschreibst. 

Davor war er für mich eher chaotisch und fast schon ein bisschen langweilig, weil zu offensichtlich von der Handlung her…obwohl ich bis zum offenbarten Zeitpunkt nicht einschätzen konnte, wie der männliche Hauptcharakter sich entwickeln würde. Es hätte auch die andere Möglichkeit - zumindest in meinem Kopf - gegeben.

Igor, obwohl in der Nebenrolle, hat mich dann tatsächlich sehr beeindruckt. Seine Präsenz war eigentlich in jeder Szene ein Lichtblick.

Umso schlimmer waren deshalb Anoras Beleidigungen an ihn, das hat mir jedes Mal das Herz gebrochen.😭💔

Insgesamt war es überhaupt sehr angenehm, dass die russischen Fingerbrecher sehr freundlich waren….das war schon geradezu wohltuend.

Die beiden Hauptdarsteller kann ich nicht ganz so hypen wie du. Neben Igor sind sie für mich tatsächlich etwas verblasst. 

Ich bereue es nicht, den Film gesehen zu haben, allein schon wegen Igor. Das Ende klatscht einem dann in seiner Intensität so viel Menschlichkeit um die Ohren (und da finde ich Anora dann auch richtig gut), damit hatte ich tatsächlich nicht (mehr) gerechnet.

Meine Bewertung fällt insgesamt also etwas niedriger aus als Deine, eher bei 7,5-8.

Für mich hat er insgesamt zu lange keine interessanten Szenen gehabt…die Sexszenen sind notwendig zur Storyline aber waren für mich jetzt nicht so interessant gemacht, dass sie den Film aufgewertet hätten (das war vermutlich auch nicht die Absicht) und ich fand dieses ganze Chaos, wenn alle durcheinander geredet haben, eher langweilig.

Optisch war er gut gemacht, da gibts von meiner Seite aus nichts zu meckern. An Musik kann ich mich nicht erinnern 😅.

 

stern antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6093

@stern Nach deiner Rezension hab ich mir aus Neugierde den Film gestern angeschaut.

Mission accomplished. 😀

SPOILER ALERT!!!!!

Im Nachfolgenden werde ich nicht darauf achten, irgendwelche Filminhalte geheim zu halten. Weiterlesen auf eigene Gefahr!

 

 

Davor war er für mich eher chaotisch und fast schon ein bisschen langweilig, weil zu offensichtlich von der Handlung her…

Ich glaube, ich verstehe, was Du meinst. Für mich war diese "langeweilige" Passage passend, um ein Gefühl für das zu bekommen, was für die beiden "Liebenden" Alltag ist. Ein Gefühl für die Leere und Sinnlosigkeit, in der sich insbesondere der Reichensohn (darin besteht ja sein ganzes Dasein: Sohn von reichen Eltern zu sein) qua Existenz befindet. Wenn Du von "chaotisch" schreibst, so trifft auch dies für mich zu - im Sinne von richtungslos. Beide Figuren haben überhaupt keine Ziele und entsprechend kann ihr Dasein auch keine Ordnung (das ist ja der Gegenbegriff zu Chaos) haben. Wenn sie ihm nicht mehr oder minder zufällig einen Tipp geben würde, wie "slow Sex" funktioniert, käme er vermutlich auch nie auf die Idee, sie plötzlich heiraten zu wollen: ein winziger Stupser empathischer Menschlichkeit über das hinaus, was bezahlt wurde, ein klitzekleines Bißchen Richtung reicht aus, um seiner chaotisch schlingernden Daseinsweise eine Ahnung von Ziel zu geben.

 

obwohl ich bis zum offenbarten Zeitpunkt nicht einschätzen konnte, wie der männliche Hauptcharakter sich entwickeln würde. Es hätte auch die andere Möglichkeit - zumindest in meinem Kopf - gegeben.

Was für eine andere Möglichkeit hast Du da vor Augen?

 

Igor, obwohl in der Nebenrolle, hat mich dann tatsächlich sehr beeindruckt. Seine Präsenz war eigentlich in jeder Szene ein Lichtblick.

Umso schlimmer waren deshalb Anoras Beleidigungen an ihn, das hat mir jedes Mal das Herz gebrochen.😭💔

 

Ja, auch ich habe das irgendwie schade gefunden, dass sie so auf ihm rumhackte. Aber dieses seltsame Empathie, die man als Zuschauer ausgerechnet einem Schergen gegenüber empfindet - die ist doch zu reflektieren mal lohnenswert, oder? Er ist doch jemand, der brutal in ihr Leben hereinbricht - und dass er sie nicht unnötig brutal zusammenschlägt oder vergewaltigt, sondern "nur" gewaltsam an der Flucht hindert und mit einem Telefonkabel fesselt, reicht aus, um in uns Sympathie zu erwecken? Sie behandelt ihn mit ihren Beleidigungen eigentlich genau so, wie er es verdient: immerhin wendet er Gewalt an für Bezahlung, er ist ein gedungener Schläger, hat sich zum Instrument der Herrschaft (des Geldes) machen lassen. Unsere Empathie ihm gegenüber beruht darauf, dass wir immer schon überlegen, wieviel brutaler und grausamer er handeln könnte, d.h. es reicht schon, dass er nicht unsere dunklen Phantasien realisiert, sondern sich wie ein "Gentlement-Soldat" in einem eroberten Land aufführt. Dass er eigentlich überhaupt kein Recht hatte, das Land zu überfallen, das ignorieren wir: so ist unser Empfinden schon korrumpiert.

Wie Anora ihn ständig beleidigt - das erzählt eine Menge darüber, wie sie durch die Verhältnisse geprägt wurde. Es hat ja einen Grund, weswegen sie sozusagen "erfolgreich" in ihrem Job ist, bzw. ihn mit einer alltäglichen Selbstverständlichkeit verrichten kann: indem sie Männer so objektifiziert, wie das ihre Kunden umgekehrt auch tun. Sie könnte gar nicht in dieser Welt überleben, wenn sie sich emotional wirklich auf Männer einlassen würde. Ihre Beziehungen zu anderen Menschen, insbesondere auch zu Männern, bestehen darin, Chancen und Risiken zu sehen und entsprechend Menschen wie Dinge zu behandeln: sie beleidigt ihn, wie man Tasten auf einem Instrument drückt - um herauszufinden, was sich möglicherweise dadurch erreichen ließe. Dass er nicht existentiell lebensbedrohlich reagieren wird, weiß sie ja von dem Moment an, in welchem er sie halt festhält, statt sie einfach, wie wir als Zuschauer und also selbstverständlich auch sie es als denkbare Möglichkeit kennen, zusammenzuschlagen. Sie muss irgendwohin mit ihrem Frust und ihrer Verzweiflung, sie muss irgendwie das Gefühl von agency sich bewahren - und ihn zu beleidigen und zu beschimpfen gibt ihr dazu die Möglichkeit. So kann sie sich selbst ihren Mut beweisen und die Angst, unter der sie ja in der Situation ganz gewiß steht, betäuben.

Wie es der Zufall so will, fange ich dieser Tage immer wieder Mäuse in einer Lebendfalle, die ich auf der Terasse meiner Mutter aufstelle, weil heuer besonders viele Wühlmäuse unseren Garten durchpflügen und ich nicht wie die Nachbarn Gift ausstreuen mag. Das funktioniert ganz gut, inzwischen habe ich schon sieben dieser Tierchen gefangen und dann ein paar hundert Meter weit in den Wald getragen. Was mich an ihnen so fasziniert, ist ihr Verhalten in der Falle ----------------------------------------------------- LOL! - während ich das schreibe, klingelt meine Mutter an: eine weitere Maus will in den Wald gebracht werden 😀 😀 😀 ---------------------------------------------------------------------

sie switchen hin und her zwischen wütendem "Rütteln" an den Drahtbarrieren, dem  Versuch, sie da durchzubeißen - und dann kurzen Verschnaufpausen, in denen sie still halten, so als hätten sie aufgegeben. Um dann wieder loszutoben. Das Verhalten dieser Mäuse erinnert mich stark an das Verhalten Anoras gerade in der ersten Szene, wo die Schergen in ihre Wohnung einbrechen und sie "festsetzen".

Irgendwann wird Anora ja die Fessel abgenommen, und sie lässt sich ohne weiteren körperlichen Widerstand "mitnehmen" - aber sie ist ja immer noch gefangen, nur dass eben wieder die Fesseln, die bislang schon ihr Leben bestimmten: der ökonomische Zwang, an Geld zu kommen - das Telefonkabel oder den Haltegriff Igors (der Name ist übrigens Programm, Igors sind häufig die Schergen von Bösewichten, ich meine, den als Handlanger Draculas oder Dr. Frankensteins zu kennen) ersetzen. Ihre Beleidigungen gegenüber Igor sind also gewissermaßen eine Ersatzhandlung für das Rütteln an den Ketten, in die sie immer schon gelegt war und die sie nun das erste Mal auch physisch spürte: Sie war immer schon unfrei, aber das wurde ihr erst durch den Haltegriff Igors auch körperlich spürbar und dadurch bewußt gemacht. Die Wut, die da in ihr aufkommt, die Empörung über ihr Gefangensein - die findet in Igor, als Verkörperung dieser Unfreiheit, ein angemessenes Ziel.

Dass wir als Zuschauer so rasch Sympathie für Igor empfinden, hat damit zu tun, dass er als einzige Figur nicht-entfremdet wirkt. In ihm scheint so eine Art grundhumanistischer Moral zu sein - die ihn z.B. daran hindert, Anora brutaler als "unbedingt nötig" zu behandeln oder ihn sogar motiviert, gegen Ende hin diese in einer wertfreien Welt natürlich absurde Forderung, Anora hätte eine Entschuldigung verdient, zu stellen. Wir identifizieren uns mit ihm, weil wir uns für uns selbst wünschen, dass wir in einer entfremdeten Welt auch zumindest nach Möglichkeiten, uns menschlich zu verhalten, suchen und ab und an den Mut haben würden, gegen das Falsche zu protestieren. Das reicht uns schon: dass ein Mann eine Frau nicht sadistisch brutal behandelt, wo er's ungestraft könnte, und dass er ihr, wenn die Macht gerade nicht hinschaut, den Klunker, der ihr vorher mit Gewalt gestohlen wurde, wieder zusteckt.

Und das reicht Anora ja auch, um sich am Ende so zu verhalten, wie wir hier jetzt nicht spoilern wollen... 😉

Ist das nicht grund-traurig? Kann man da am Ende anders, als zu weinen?

Insgesamt war es überhaupt sehr angenehm, dass die russischen Fingerbrecher sehr freundlich waren….das war schon geradezu wohltuend.

Ja - künstlerisch ist das auch eine super gute Idee, so mit der Erwartungshaltung des Publikums zu spielen. 

 

Die beiden Hauptdarsteller kann ich nicht ganz so hypen wie du. Neben Igor sind sie für mich tatsächlich etwas verblasst.

 

Da würde ich vorschlagen, stärker zwischen der Sympathie, die Du für die einzelnen Figuren empfindet und der darstellerischen Leistung der Schauspieler zu unterscheiden. Iwan z.B. ist nun mal als Figur die Verkörperung der menschlichen Leere. Alles an ihm ist Fassade - mit dem Zusatz, dass hinter der Fassade nichts mehr ist, dass es überhaupt zu verstecken gilt. Er ist nicht mal böse, er hat keinerlei Agenda. Einfach ein verzogenes Kind- vollständig das Produkt seiner Verhältnisse. Selbstverständlich einsam, aber auf einer so wenig tiefen Ebene, dass es sich ja nicht mal zu lohnen scheint, deswegen Mitleid mit ihm zu haben. Wie soll man so jemanden spielen, ohne ihn zu einer Figur zu machen, die von den Zuschauern gehasst wird? Weder Hass noch Mitleid wären ihm gegenüber angemessen, weder Neid noch Verachtung. Wie er sich mit Zocken und Drogen aus dem "richtigen Leben" rausnimmt, wie er Konflikten grundsätzlich sich entzieht, weil Verantwortung überhaupt kein Konzept ist, mit dem er irgendwas anzufangen wüsste... das muss man erstmal überzeugend darstellen. Natürlich kommt Ejdelschtejn seine spidellige Physis da auch sehr zupass - man stelle sich mal vor, da hätte man einen der üblichen, im Gym mit zehn Kilo zusätzlicher Muskelmasse gemästeten und zehn-Zentimeter-über-Normgröße-Hollywood-Darsteller genommen, was die freudlos-hektischen Sexszenen dann zu brutalen Fast-Vergewaltigungsszenen gemacht hätte...

Also: Iwan musste "blass" gespielt werden, und dass gelang Ejdelschtejn perfekt.

Was Anora angeht: sie spielt nicht blass, sondern extrem realistisch. So eine Figur würde von schlechteren Darstellerinnen per Overacting ruiniert, da darf man sich sicher sein. Die Verlockung, in sie mehr dramatische Tiefe hineinzupacken, als es der Figur eigentlich entspräche, dürfte groß sein. Sie ist keine "tiefe" Figur, keine Heroin mit Herz in einer herzlosen Welt. Sie funktioniert sehr passend in dieser herzlosen, bzw. eben entfremdet sinnlosen Welt, sie wird nicht als leidend und vereinsamt und deplatziert eingeführt. Im Gegenteil: sie agiert genaugenommen reibungslos als Rädchen im Amüsierbetriebs-Getriebe. Wie falsch diese Welt an sich sei - das bemerkt sie, wenn man ehrlich sein will, erst in der letzten Szene. Es gibt ja diverse Close-Ups von ihr. Und da war ich jedesmal begeistert, wie präzise abgemessen ihr die Gesichtszüge nie illustrierend zur Grimasse werden. Sie ist keine Aussenseiterin, kein Taxi Driver... Sie ist auch nicht wirklich Akteurin, sie bestimmt nicht das Geschehen, sondern wird durch die Geschichte geschleift. Interessanterweise wird an der einen Stelle, wo es so eine Art Shoot-Out geben könnte zwischen ihr und ihrer Schwiegermutter, ein Cut gemacht: wie der Konflikt ausging, erfahren wir nachher, die Entscheidung selbst wird uns nicht gezeigt.

Klar - für uns Zuschauer, die wir uns doch mit der Heldin identifizieren wollen, ist die Frustration groß, als wir sozusagen "nachträglich" erfahren, dass sie nicht wirklich zu kämpfen bereit war, sondern opportunistisch einknickte nach dem Motto: besser der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach... So wollen wir doch, dass Heldengeschichten gehen: dass gekämpft wird, wo alle Hoffnung zu schwinden droht, um nachher den Sieg against all odds umso strahlender geliefert zu bekommen. Aber Anora ist keine Heldin. Und sie spielt eben auch keine Heroine. Sie bleibt im Überlebensmodus, wächst nicht über sich hinaus. Weil ein Über-sich-Hinauswachsen eben in der dargestellten Welt realistischerweise keinen Erfolg haben kann. Was mit Helden passiert, bekommen wir ja in der Szene im Bonbon-Laden demonstriert: denen wird ohne viel zu fackeln das Schwert - äh - der Baseballschläger abgenommen und dann gucken sie blöd aus der Wäsche.

Die Welt von Anora ist eine post-heldische Welt. Und so spielt Madison Anora perfekt zu dieser Welt passend.

Ich glaube, Igor fällt uns Zuschauern deswegen so positiv auf, weil er eben nicht in diese Welt passt. Eigentlich, so spüren wir, hätte jemand mit so einem warm-weichen Herz es gar nicht dahin schaffen können, wo er sich anscheinend befindet: in der Position eines Instruments der Herrschaft. Er gehört nicht in diese Welt - aber nur daran lässt sich erkennen, wie falsch diese Welt ist.

Und das erkennt eben auch Anora am Ende. Wer weiß - vielleicht erfährt sie ja durch dieses Ende tatsächlich eine Art persönliches Wachstum und wir bekommen einen zweiten Teil, wo Madison dann diese veränderte Anora spielen und der Figur endlich Tiefe verleihen darf? Dass sie dazu in der Lage wäre, davon bin ich überzeugt. 😉

jack-black antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 2905

@jack-black 

Was für eine schöne und treffende Rezension…ich bin immer stiller geworden beim Lesen.

Ich weiss nicht, wieso du das so gut kannst…nicht schreiben im Allgemeinen, das wissen wir ja,  sondern auch das Sehen der Menschen in ihren komplexen Zusammenhängen.

Für mich war diese "langeweilige" Passage passend, um ein Gefühl für das zu bekommen, was für die beiden "Liebenden" Alltag ist

Ja, so habe ich mir das auch erklärt.

Beide Figuren haben überhaupt keine Ziele und entsprechend kann ihr Dasein auch keine Ordnung (das ist ja der Gegenbegriff zu Chaos) haben.

Erstaunlich, wie gleich sie da sind. Obwohl in völlig unterschiedlichen Milieus aufgewachsen.

ein winziger Stupser empathischer Menschlichkeit über das hinaus, was bezahlt wurde, ein klitzekleines Bißchen Richtung reicht aus, um seiner chaotisch schlingernden Daseinsweise eine Ahnung von Ziel zu geben.

 

Was für eine andere Möglichkeit hast Du da vor Augen?

 

Da hab ich mich gefragt, ob er an diesem Stupser Menschlichkeit festhalten kann und ihn ausbauen kann…sie war bereit…sie hat zumindest diesen Teil der Menschlichkeit für sich bewahren können und war diesbezüglich nicht so leer wie er (umso härter muss es sie dann getroffen haben, dass sie ihre Hoffnungen da ins buchstäblich Leere gesetzt hat…)

Aber dieses seltsame Empathie, die man als Zuschauer ausgerechnet einem Schergen gegenüber empfindet - die ist doch zu reflektieren mal lohnenswert, oder?

So hab ich das noch gar nicht betrachtet, dass er ein Scherge ist….natürlich hast du recht, das ist er…

Ich weiss noch nicht, ob ich mich jetzt schlecht fühlen muss, weil ich ihn als eigentlichen Bösewicht sympathisch finde, nur weil das schon reicht, dass er sie nicht verprügelt…

Ich denke, warum einen das berührt ist, dass er (mal ganz moralisch wertfrei betrachtet) von seiner Macht keinen Gebrauch macht. Er hat sie, setzt sie aber nicht ein. (Erinnert mich irgendwie an Gott, so ganz nebenbei 🙂

Dass er sich im Unrecht befindet durch den Hausfriedensbruch und ihr Festhalten ist nebensächlich - irgendwie weiss man, dass es gerade nicht um diesen Rechtsbruch geht, sondern nur um sein Verhalten in diesem Rechtsbruch. Und das ist so gut gemacht gewesen…mit jeweils dem Blick auf seinen Chef, der ihm Befehle erteilt…

…so ist unser Empfinden schon korrumpiert.

Ja…das stimmt. Aber er behandelt sie im Rahmen seines Auftrags gut -  klar, noch besser wäre es, den Auftrag gar nicht erst auszuführen…aber in der Situation, wie sie ist, im Rahmen seiner auch von ihm selbst gewählten Handlungsspielräumen (er ist ja nicht willenlos) verhält er sich gut . Das ist das, was ihm bleibt und was ihn echt macht - und das, was unterm Strich zählt, oder?

Ist das nicht grund-traurig? Kann man da am Ende anders, als zu weinen?

Nein, kann man nicht…

In Anerkennung seines Verhaltens zahlt sie mit dem was sie hat, ihrem Körper. Das ist ihre Art danke zu sagen, das was sie aus ihrer Welt kennt, aber mehr auch nicht….das ist für mich das eigentlich traurige, dass sie sich gegen das „normale“ , liebevolle, wehrt…und man kann nur ahnen, wie tief sie durch ihren Lebensweg verletzt sein muss (Nicht nur durch Iwan).

Aber sie ist ja zum Glück in guten Armen…🙂😌( In einer Fortsetzung wäre sie das zumindest.)

 

Da würde ich vorschlagen, stärker zwischen der Sympathie, die Du für die einzelnen Figuren empfindet und der darstellerischen Leistung der Schauspieler zu unterscheiden

Das ist ein guter Vorschlag. 

 

Er ist nicht mal böse, er hat keinerlei Agenda. Einfach ein verzogenes Kind- vollständig das Produkt seiner Verhältnisse. Selbstverständlich einsam, aber auf einer so wenig tiefen Ebene, dass es sich ja nicht mal zu lohnen scheint, deswegen Mitleid mit ihm zu haben. Wie soll man so jemanden spielen, ohne ihn zu einer Figur zu machen, die von den Zuschauern gehasst wird?

Hassen ist zuviel gesagt, er spielt  einfach keine wesentliche Rolle - er würde sich erst in das Gedächtnis des Zuschauers einprägen, wenn er die Handlung in die entgegengesetzte Richtung drehen würde…dann wäre er ein Held. Dann würde er über seine Prägung und aus seinen Verhältnissen rauswachsen und hätte die Gelegenheit zur Liebe und Menschlichkeit beim Schopf gepackt. Dazu brau er auch keine Muskeln…

Dass er das nicht tu, lässt ihn erst unwichtig bleiben und weder hassens- noch liebenswert sein.

Was Anora angeht: sie spielt nicht blass, sondern extrem realistisch. So eine Figur würde von schlechteren Darstellerinnen per Overacting ruiniert, da darf man sich sicher sein. Die Verlockung, in sie mehr dramatische Tiefe hineinzupacken, als es der Figur eigentlich entspräche, dürfte groß sein.

Ja, auch da triffst du ins Schwarze. Das hab ich nicht bedacht, dass sie eigentlich genau die spielt, die den Gegenpart zu ihm, Iwan, darstellt…sie kann keine glanzvolle Figur sein, die in sich ruht, wenn sie sich mit ihm eine gemeinsame pZukunft vorstellen kann….

Klar - für uns Zuschauer, die wir uns doch mit der Heldin identifizieren wollen, ist die Frustration groß, als wir sozusagen "nachträglich" erfahren, dass sie nicht wirklich zu kämpfen bereit war

Ja, aber wofür denn kämpfen? Der Typ hat ja schon alles entschieden…für den zu kämpfen lohnt sich doch nicht? Oder meinst du für sich selbst, mit Verklagen der Familie?

Sie bleibt im Überlebensmodus, wächst nicht über sich hinaus. Weil ein Über-sich-Hinauswachsen eben in der dargestellten Welt realistischerweise keinen Erfolg haben kann

Genau. Und weil sie klug genug ist das zu wissen, macht sie das, was ihr am meisten nützt. Verständlich.

Er ist derjenige, bei dem ein Kampf aussichtsreich gewesen wäre, nicht sie.

Die Welt von Anora ist eine post-heldische Welt. Und so spielt Madison Anora perfekt zu dieser Welt passend.

Ja, d‘accord.

Ich glaube, Igor fällt uns Zuschauern deswegen so positiv auf, weil er eben nicht in diese Welt passt.

Ebenfalls einverstanden.

Und das erkennt eben auch Anora am Ende. Wer weiß - vielleicht erfährt sie ja durch dieses Ende tatsächlich eine Art persönliches Wachstum

Es ist jedem - nicht nur ihr- zu wünschen…

 

 

 

stern antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6093

@stern Was für eine schöne und treffende Rezension…

Danke für das Kompliment! 🌹 😊 

Ich war halt wirklich begeistert von dem Film und musste viel drüber nachdenken. Nun freut's mich, wenn ich Dir gegenüber meine Begeisterung erklären und nachvollziehbar machen konnte. Mehr geht ja kaum, es ist fast, als wären wir gemeinsam im Kino gewesen. 🙂

 

Ja, aber wofür denn kämpfen? Der Typ hat ja schon alles entschieden…für den zu kämpfen lohnt sich doch nicht? Oder meinst du für sich selbst, mit Verklagen der Familie?

Ja, Letzteres meinte ich. Für einen kleinen Moment, als Anora drohte, auf Basis der Inexistenz eines Ehevertrags die Hälfte von Iwans Vermögen in einem Scheidungsprozesse zu ergattern, hatte ich das Gefühl, als würde hier der Film in "bekannte Gefilde" dramaturgischer Art abbiegen. Ganz kurz kamen mir Assoziationen zu irgendwelchen "Suits"- oder "The good wife"-Folgen, wo ja alle zwischenmenschlichen Konflikte immer zu juristischen Konflikten gedreht werden und dann unterhaltsamerweise die gegnerische Partei vor Gericht mit Finten kommt, die gekontert werden müssen... Und die zur Identifikation gedachte Heldenseite ist dann einen Ticken cleverer und gewinnt - oder auch nicht, wenn ein Cliffhanger für die nächste Folge oder Staffel gebraucht wird. Nix gegen so eine Art von Dramaturgie, ich habe beide genannten Serien durchgesuchtet, wie ich auch geöffnete Chipstüten immer vollständig leer fressen muss. Aber sonderlich gehaltvoll ist ja das Muster, auf dem sie basieren, nicht, und es wäre gewissermaßen enttäuschend gewesen, wenn hier im Film so ein billiger inszenatorischer Griff in die Requisitenkiste gemacht worden wäre.

Doch nein: wieder wurde meine Erwartungshaltung clever unterlaufen: als ich besinnungslos gierig nach Crunch und leeren Kohlehydraten in die Chipstüte griff, war die leer. Wie passend! 🙂

jack-black antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 2905

@jack-black 

ist fast, als wären wir gemeinsam im Kino gewesen. 🙂

🙂😌👍

stern antworten


DerElch
Beiträge : 2018

@jack-black 

Wochenendrebellen

Auf DVD gesehn, kommt aber am Mo, 13.7.26 um 20.15 Uhr im ARD.

Ein autistischer Junge fährt mit seinem Vater jedes Wochenende quer durch Deutschland uns sieht sich Fussballspiele an,
um herauszufinden, welcher sein Lieblingsverein sein könnte. Die Geschichte basiert auf realen Personen, die auch einen "Cameo"auftritt haben. Deutsche Produktion (Vorwarnung für alle, die das abschreckt).  

Manchmal lustig, manchmal tragisch. Auf jeden Fall sehenswert. 

derelch antworten
2 Antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6093

@derelch kommt aber am Mo, 13.7.26 um 20.15 Uhr im ARD

Danke für den Hinweis, ist notiert.

jack-black antworten
büchermaus
(@nettestrickt)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 461

@derelch 

Ein richtig guter Film.

nettestrickt antworten
Seite 3 / 3
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