Zuletzt gesehener Film 2026
Neues Jahr, neuer Film-Thread. 🙂
Ich würde wieder folgende Regeln vorschlagen:
1. Filmtitel nennen
2. Hinweise darauf geben, wo man den Film sehen kann (Kino, TV-Sender, Streaming-Dienst, Blue-Ray?)
3. Spoiler kennzeichnen, gerne mit gefetteter Spoiler-Warnung.
Starship troopers von 1998 auf disney+ von Paul Verhoeven.
Okay, zur Entschuldigung, mir war langweilig und ich wollte einen Film sehen, der die Gehirnzellen nicht fordert. Ich hatte ihm ausserdem schon vor Jahren ein oder zweimal gesehen. Hat mich aber wohl einige Zellen gekostet.
Und irgendwie wird er immer schlechter.
Filminhalt: Ausserirdische böse Insekten bedrohen die Erde, indem sie Asteroiden auf diese schmeißen. Die Erde hat zwar Raumschiffe wie große Schlachtschiffe, aber rechtzeitig Asteroiden abzuschießen sind sie offensichtlich zu dämlich. Militär ist super toll, Pazifisten alle üble Vaterlandsverräter und Demokratie ist entbehrlich. Und das alles noch nicht mal so überzeichnet, dass es lustig wäre. Figuren absolut klischeehaft und ohne Tiefe. Sie fliegen auf den anderen Planeten und kämpfen so vor sich hin.
Ist eine Verfilmung eines Buchs von Robert Heinlein, einer der erfolgreichsten US-Science-fiction-Autoren, sehr rechts, sehr sehr rechts.
2 von 10 Sternen, um noch Luft nach unten zu haben, falls ich ihn noch Mal sehe. 😆
Langweilig ist er aber eigentlich nicht.
Ach ja, Kritik damals war vernichtend, gilt heute als Kultfilm.
VG
Chey
Ist eine Verfilmung eines Buchs von Robert Heinlein, einer der erfolgreichsten US-Science-fiction-Autoren, sehr rechts, sehr sehr rechts.
Leider muss man sagen, dass man inzwischen nicht ausschliessen kann, dass er von heutigen Rechten tatsächlich ernst genommen und bejubelt wird.
Zum Zeitpunkt des Erscheinens traute man den Leuten offenbar noch etwas mehr an Kritikfähigkeit zu, und so erwartete man auch, dass die Zuschauer die vollkommen überzogene Darstellung auch als die Satire begreifen, die sie nun einmal ist.
Und das lässt den Film dann schon wieder ganz anders erscheinen... denn tatsächlich ist er ziemlich gut.
Verhoeven hat das Buch so verfilmt, wie es ist. Und Heinlein meinte das nicht satirisch. Das zieht sich durch seine Romane: Demokratie Mist oder gar gefährlich, Menschen die allerbesten, alles Fremde böse. Autoren wie Haldeman haben ja sogar explizit Anti-Heinlein-Romane geschrieben, was allerdings auch eine Form der Anerkennung ist.
Für Satire fehlt mir bei dem Film auch jegliche Tiefe.
VG
Chey
Verhoeven hat das Buch so verfilmt, wie es ist. Und Heinlein meinte das nicht satirisch.
Für Heinlein kann ich das nicht sagen, allerdings kommen da wohl keine Ausserirdischen vor. Bei Verhoeven ist die Satire für mich klar ersichtlich - und wurde auch von den Kritikern so aufgefasst. Es ist einfach zu platt und überzogen, um in dieser Form wirklich ernst gemeint zu sein.
Verhoeven hat sich auch selbst vom Buch distanziert und hat bewusst eine Art Gegen-Fassung entworfen, die das Ganze satirisch überspitzt.
Für Satire fehlt mir bei dem Film auch jegliche Tiefe.
In diesem Fall ist das Oberflächliche Teil der Satire.
Der gute Hirte
Aktuell noch in der ZDF-Mediathek. Spionage, CIA, der Werdegang eines absolut effizienten Mitarbeiters. Für mich der beste Film, der sich diesem Metier widmet (ob er dem auch gerecht wird, weiß ich natürlich nicht zu sagen).
Der Amsterdam-Krimi "Der falsche Tote"
Ein selten interessanter Krimi, der gerade auf ARD lief.
Es ging um einen Mord, für den scheinbar offensichtlich zwei Moslems verantwortlich waren. Dahin ermittelten und arbeiteten auch eine Reihe rechtspolitischer Polizisten. Andere, die nicht rechtsorientiert waren, versuchten dem entgegen zu halten.
Beängstigend war, wie auch staatliche Sicherheitsorgane völlig abdriften und kaum Widerstand erleben. Ich fürchte, dass es hier wird, wie in dem Film, wenn die AfD im Bund gwinnt.
Die Firma
Verfilmung des Romans von John Grisham von Sydney Pollack aus dem Jahr 1993.
Der Hauptdarsteller Tom Cruise spielt darin einen aufstrebenden Anwalt, der bei der Wahl seines ersten Arbeitgebers kein gutes Händchen hat. Mehr sei nicht verraten, der Film ist solide gemacht. Einziges Manko: Tom Cruise, angesichts dessen schauspielerischer Leistung auch in diesem Film (er spielt einen Anwalt - und man sieht deutlich, daß er ihn spielt) ich mich immer wieder frage, wie dieser Mann bloß so berühmt werden konnte.
@mrorleander Einziges Manko: Tom Cruise, angesichts dessen schauspielerischer Leistung auch in diesem Film (er spielt einen Anwalt - und man sieht deutlich, daß er ihn spielt) ich mich immer wieder frage, wie dieser Mann bloß so berühmt werden konnte.
Ich bin ja auch kein Cruise-Fan, aber dennoch mal nachgefragt: Hast Du den zugrunde liegenden Grisham-Roman gelesen? Bei mir ist beides (Film gucken und Buch lesen) schon recht lange her, aber ich erinnere mich, dass ich damals zu dem Schluss kam: Der Protagonist ist mit Cruise eigentlich erstaunlich passend besetzt worden. Ich hab so ziemlich alle Grisham-Romane gelesen (na gut - sagen wir mal: 80 Prozent + vielleicht...) und bin mir recht sicher, dass deren Erfolg nicht auf der Komplexität ihrer Figuren beruht. Sondern auf den "smarten" Plots.
Wie echte junge us-amerikanische Anwälte in den 90er Jahren so drauf waren und man sie also hätte schauspielerisch darstellen sollen? Keine Ahnung. Was meinereiner über das US-Justizwesen weiß, hat er ja nur aus solchen Schmökern oder Filmen... Aber Cruise passt m.A.n. sehr gut in die 90er Jahre, verkörpert einen bestimmten Typus von oberflächlich-selbstgewissen aber halt auch smarten Männern. Also jenen Typen, die in Grishams Romanen die Heldenrollen einnehmen durften. Mal eben, noch nicht ganz trocken hinter den Ohren, die Mafia austricksen... - das nehme ich einem Tom Cruise eher ab als, sagen wir mal: einem Bruce Willis.
Cruise ist so ein Archetypus der Glattheit. Gut aussehend, mit diesem Zahnpasta-Lächlen, bei dem jedes Mädel, wenn's ehrlich ist, dahinschmelzen möchte. Immer voller Energie, Duracel-Häschen-mäßig. Vor allem aber: smart. Also die amerikanische Version von schlau... 😉 Auf eine Weise, dass selbst die Selbstironie noch irgendwie unironisch gerät. Nicht witzig der Pointen wegen, sondern als Demonstration der Smartness. Du fragst Dich, warum dieser Mann bloß so berühmt werden konnte.
Man kann sich aber auch fragen, warum dieser Typus von Ende der Achtziger über die Neunziger hinaus bis in unser Jahrhundert nur so erfolgreich sein konnte. Ist das gerecht? Ist das - öhm... gut?!
Dass Cruise zum Aushängeschild der Scientology-Church wurde, passt da wie die Faust auf's Auge: diese unverschämte (im wahrsten Sinne: ohne Scham, also gewissermaßen auch naiv-unschuldige) Religion des persönlichen Erfolgs, eine (wieder...*hüstel* ) smartere Version des Wohlstandsevangelium-Christentums, bei der nur eins sicher ist: Keinerlei Selbstzweifel! - in Cruise findet sie ihre perfekte Inkarnation.
Was seine schauspielerischen Fähigkeiten angeht, sollte man sich's übrigens nicht zu gemütlich in seiner persönlichen Abneigung einrichten. In "Magnolia", einem meiner 10 Lieblingsfilme aller Zeiten, spielt er absolut grandios. In Tropic Thunder erkannte ich ihn zuerst gar nicht und man muss ihm da zumindest für den Mut zur Hässlichkeit* Respekt zollen. In "Collateral" gibt er eine düster-böse Version des smarten Kerls ab, die genau deswegen, weil man ihn aus seinen "Heldenrollen" von früher kennt, noch einen Ticken besser wird. Und in Rain Man schafft er es, nicht von Dustin Hoffman an die Wand gespielt zu werden - wer hätte diese Rolle besser spielen können?
Also ja: schauspielerisch kommt er nicht an die ganz Großen ran, ist kein de Niro, kein Pacino oder Malcovich. Aber er hat (auch in älteren Jahren noch) dafür eine jugendlich-frische Sexiness, die höchstens noch von der Robert Redforts übertroffen wird, und so eine schaut mann (und vor allem: frau) sich halt gern an. Tatsächlich musste ich vorgestern erst an ihn denken, als ich auf amazon prime zufällig in den Streifen "Stretch" reinzappte und dem nur deswegen über die ersten fünf Minuten hinaus eine Gnadenfrist einräumte, weil in denen halt schon Jessica Alba das erste Mal in's Bild kam. "Warum nur?!", fragte ich mich, "Warum guckst du dir so einen Scheiß an, bloß weil diese Frau da mitspielt - und dies, wie leider häufig, nicht besonders überzeugend?"
Na, weil sie halt unglaublich sexy ist und ich bei ihr sogar über den dämlichen Regieeinfall, ihr eine große Brille (deren Gläser aber offensichtlich überhaupt keinen Brechungsfaktor hatten) in's Gesicht zu pappen, um sie büro-mäßiger wirken zu lassen, hinwegzuschauen bereit bin. Sie sieht einfach nur gut aus, da klickt's bei mir und ich bleibe vor dem Bildschirm in der Hoffnung, dass sie später nochmal etwas ausführlicher zu sehen ist... So geht's vielleicht auch Frauen, wenn sie Tom Cruise zu sehen bekommen - egal, wie gut der schauspielert, er hat zumindest ein umwerfendes, gnadenlos sexy Lächeln...
Ach, by the way: "Stretch" brauchte eine gute Weile nach einer wirklich strunzdoofen Eröffnungsszene und einem geschlagenen Dutzend nicht richtig zündender, bzw. schlecht getimter Gags, bis er schließlich doch unterhaltsam irrwitzig wurde. Ohne Jessica Alba hätte ich da vorher rausgezappt und dann wäre mir was entgangen... Kein zeitlos gültiges Meisterwerk, aber doch... Naja, schau ihn Dir selbst an. 😉 Spoilerwarnung: man bekommt Jessica A. noch ein paar kurze Szenen zu Gesicht, aber sie ist und bleibt (jawohl, bis ganz zum Schluss!) in dem Film eine ziemlich überflüssige Figur. Ob sie gut oder nicht so gut spielt, lässt sich beim besten Wille nicht sagen, sie dient letztlich nur als Dekoration und Eyecandy. Aber das perfekt.
*Auch da ist wieder seine duracelhasig aufgekratzte Energie zu spüren. Aber eben mit Halbglatze, das hat was... 😀
Ein Tom-Cruise-Post im Jesus -Forum …kann ich da widerstehen, will ich das ?? Nein…🙂
Ich oute mich mal als ehemaliges Fangirl, ich hab Top Gun als Teenager bestimmt 10 mal im Kino gesehen (wir hatten so ein schönes billiges mit nur 2,50 DM pro Film, wenn er nicht neu war ). Der neue hingegen hat nur Fremdscham und Brechreiz ausgelöst (wobei weniger wegen TC).
Ich bin mir bei Tom Cruise echt nicht sicher ob er besonders hell oder besonders dunkel ist…, also ich kann bei ihm nicht sagen, auf welcher Seite der Macht er steht 🙂.
Charismatischer gehts kaum - aber ist das ein gottgewolltes Talent oder hat er seine Seele verkauft, jenem, der einem alles zu Füssen legen kann? 😈
Oder ist er einfach nur brilliant in seinem eigentlichen Wortsinn: weithin strahlend eben?
Ich meine, man kann über seine Schauspielerische Leistung geteilter Meinung sein, aber bei seinen Stunts gibt er alles….ich kenne eigentlich niemanden, der es so drauf hat die spektakulärsten Szenen selbst darzustellen. Dafür bewundere ich ihn wirklich.
Und dieses Alles-geben…ich frage mich, ob das eigentlich ein sehr christliches Merkmal ist…so ganz bei einer Sache sein und dadurch Dinge zu machen, die niemand anderer für möglich hält.
?
Jetzt muss ich doch mal anmerken, dass ich den Herrn Cruise noch nie besonders heiß oder sexy oder charismatisch oder sonstwas fand. Nicht mal ein bisschen.
Nur mal so als Gegengewicht zu den Lobeshymnen.
Wofür? Dass der mich kaltlässt?
Ja. Wirklich.
Mir ist das nämlich unangenehm, dass ich jemanden wie ihn bewundere. Wobei ich glaube, dass es mir an sich unangenehm ist, es spielt eigentlich keine Rolle, wer es ist.
Allein die Tatsache, dass ich mich von sowas blenden lasse, nervt mich schon.
@stern Allein die Tatsache, dass ich mich von sowas blenden lasse, nervt mich schon.
Eine interessant selbstreflexive Perspektive.
"Am grünen Strand der Spree"
Eigentlich - noch - etwas fehl am Platze hier, weil ich den Film erst nächste Woche mit meinen Freunden sehe. Trotzdem hier jetzt schon die Frage, ob jemand den 1. der 4-teiligen Folgen des o.g. Films?