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Erythrophobie


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Hallo zusammen,
hat jemand Erfahrung mit dem Thema Erythrophobie? Ich leide ganz furchtbar darunter. Vor allem wenn es um das Thema Männer geht. Jedes noch so gemütliche Gespräch ist überschattet von meiner panischen Angst davor, das mein Gegenüber gleich etwas sagen könnte, was mich rot werden lässt (z.B. seinen Sohn/Neffen/Ehemann).
Ich sitze wie auf Kohlen, und es wird auch immer schlimmer. Bin mittlerer Weile so überempfindlich dass ich mich gar nicht mehr mit anderen Menschen treffen mag 🙁
Ich check einfach nicht was mit mir los ist.

Ich habe super viele Baustellen in meinem Leben, angefangen bei meiner Beziehung mit einem Nicht-Christen, der mich zwar über alles liebt, aber mir einfach das JA zum heiraten fehlt und ich nicht weiter weiß wie ich weitermachen soll. Über meine Antriebslosigkeit und Ängste in sozialen Situationen (Habe bei meiner früheren Psychologin gehört, dass ich wohl sowas wie eine Soziale Phobie hätte).

Weiß jemand Rat / Hilfe oder hat sowas selbst schon mitgemacht?

Antwort
7 Antworten
an.ja
Beiträge : 1756

Vielleicht hier:
"Tief durchatmen: Die Angst vorm roten Gesicht lässt sich abbauen

Menschen mit «Erythrophobie» leiden an der Angst vor dem Erröten. Riskant wird es, wenn sie Situationen meiden, die aus ihrer Sicht problematisch sind und in einen Kreislauf der Furcht geraten."

https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/ratgeber-archiv/meldungen/article/tief-durchatmen-die-angst-vorm-roten-gesicht-laesst-sich-abbauen/

Nachtrag vom 26.03.2019 2316
Wenn eine Frau im Gespräch mit mir "rot" werden würde, fände ich das nett.
Ich würde mir dabei garnichts denken. Jeder ist anders.

Gruß Andy

an-ja antworten


Miss.Piggy
Beiträge : 1597

Hallo,

das hört sich ja wirklich sehr extrem an, diese Angst scheint dich sehr einzuschränken.

So extrem war das bei mir nie, aber schüchtern und unsicher war ich, besonders als ich noch jünger war, schon auch. Die Angst, rot zu werden, wenn ich z.B. vor der Klasse stehen und ein Referat halten musste, kenne ich natürlich auch. Und ja, diese Unsicherheit hat mein Leben durchaus eingeschränkt, ich wäre gern freier gewesen.

Was mir bezüglich meiner Unsicherheit geholfen hat, war die Erkenntnis, dass ich mich viel zu sehr um mich selbst drehe. Ich dachte, wenn ich einen Raum betrete, sind alle Blicke auf mich gerichtet, und das hat mich nervös gemacht. Aber tatsächlich ist das doch gar nicht der Fall! Ich habe mich viel zu wichtig genommen. Die meisten Menschen sind mehr mit sich selber beschäftigt als sich dauernd Gedanken darüber zu machen, wie andere wirken.

Mit dem Erröten wird das wohl ähnlich sein. Für wen ist das denn tatsächlich schlimm? Für andere Menschen eher nicht, nur für dich selbst.

Aus meiner Sicht steckt sehr viel Selbstbezogenheit hinter solchen Ängsten. Und auch Stolz. Man will etwas anderes darstellen als man ist, weil man nicht mit dem zufrieden ist, wie man nun mal ist. Das klingt hart, aber mir hat diese harte Lektion über mich selbst geholfen zu verstehen, wo das Problem liegt und wo ich ansetzen kann, um etwas zu verändern.

Was mir geholfen hat und immer noch hilft ist, mich mehr auf andere zu konzentrieren und auf das, was sie beschäftigt und mich nicht ständig um mich selbst zu drehen. Außerdem ist mir auch aufgefallen, dass Menschen mit kleinen Schwächen oder Unsicherheiten nicht unbeliebter sind als andere. Und darum geht es doch eigentlich, dass man von anderen gemocht werden will, oder?

Mit den Jahren hat sich das Problem ziemlich entschärft bei mir. Ich weiß nicht, ob es am Älterwerden liegt, oder an meiner geänderten Haltung oder an beidem, aber irgendwie bin ich zu mehr Selbstbewusstsein gekommen. Mir ist es nicht mehr so extrem wichtig, wie ich auf andere wirke bzw. ich mache mir nicht mehr so viele Gedanken darum. Es gibt also Hoffnung!

miss-piggy antworten
1 Antwort
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Danke für das Feedback. Dass hinter dieser Angst Stolz/ Selbstbezogenheit steckt, habe ich noch nie überlegt. Und es ist vermutlich wirklich so, dass ich etwas anderes darstellen will als ich in Wirklichkeit bin. Das gibt mir jetzt nen neuen Denkanstoß. Ich hoffe, dass ich die richtigen Schritte erkenne und vor allem auch wage.
Es ist schön zu lesen, dass es dir nicht mehr so extrem wichtig ist, wie du auf andere wirkst. Das nehme ich mir zu Herzen.
Diese Scham dann, wenn ich wieder rot geworden bin, nimmt mir zur Zeit noch jegliches Selbstvertrauen. Es fühlt sich zutiefst nach versagen an. Ich bin aber dankbar für deine Erfahrungen und das Teilen hier und will wirklich etwas tun.

Anonymous antworten
Georg Heinrich
Beiträge : 258

Die sokratische Methode nach Byron Katie's "The Work"
Die sokratische Methode ist ein gängiges Werkzeug in der Psychotherapie. Es geht darum, Überzeugungen zu hinterfragen und dadurch zu neuen Einsichten zu gelangen.

Jesus lehrt, dass die Wahrheit uns frei macht (Joh 8,32), was bedeutet, dass alle unsere Gefangenschaften daher kommen, dass wir falschen Überzeugungen verfallen sind.

Ich nehme mal an, in deinem Fall lautet diese Überzeugung: "Ich darf nicht rot werden!"

Byron Katie hat eine Systematik entwickelt, die in der sokratischen Methode verwurzelt ist, auch wenn sie das selber nicht so schildert. Sie nennt das "The Work".

Machen wir also "The Work" mit deiner - angenommenen - Überzeugung:

1. Ist es wahr, dass ich nicht rot werden darf?
2. Kann ich absolut sicher sein, dass ich nicht rot werden darf?
=> hier geht es darum einzusehen, dass wir nicht allwissend sind und es durchaus möglich ist, dass unsere Überzeugung falsch ist.

3. Was habe ich davon, dass ich das glaube, dass ich nicht rot werden darf?
=> Da hast du ja schon einiges geschildert. Hier geht es darum, einzusehen, wie wir durch unsere Überzeugung gefangen und beeinträchtigt sind.

4. Was wäre, wenn ich nicht glauben würde, dass ich nicht rot werden darf?
=> Hier geht es darum, uns auszumalen, wir unser Leben ohne diese Überzeugung aussehen würde. Das hilft uns, uns davon zu lösen.

5. Die Umkehrungen
=> Hier geht es darum, neue Glaubenssätze zu formulieren und sie wie den ursprünglichen mit den vorigen vier Fragen zu untersuchen.

5.1 "Mein Denken darf nicht rot werden."
=> Diese Umkehrung schafft eine Distanz zwischen uns und unserem Denken. Sie hilft uns einzusehen, dass es oft nur unser Denken ist, dass uns gefangen hält, und dass wir die Macht haben, es zu verändern.

5.2 "Die anderen dürfen nicht rot werden!"
=> Macht es dir etwas aus, wenn andere rot werden? Nicht? Warum sollte es dann ein Problem sein, wenn du rot wirst?

5.2 "Ich darf rot werden."
=> Damit könntest du dann schon am Ziel sein.

Das ist jetzt mal ein Beispiel. Was genau deine Überzeugung ist, die dich quält kannst nur du wissen. Aber diese Methode könnte dir weiterhelfen.

Hope this helps!

groesste-liebe antworten
1 Antwort
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Interessante Methode...
Von diesem Buch habe ich tatsächlich schon mal gelesen, aber nicht gedacht, dass es für mich passen würde.
Ich glaube es geht auf jeden Fall tiefer, wie nur: "ich darf nicht erröten". Ich muss da nochmal ehrlich sein, glaube ich, zur mir selber.
Danke

Anonymous antworten


Murphyline
Beiträge : 1237

Ich finde menschen, die rot werden, entzückend. Die haben wenigstens noch Scham und Moral.

murphyline antworten
1 Antwort
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Oh je,... ich finde das gar nicht entzückend, muss jetzt aber doch lachen über deinen Beitrag.

Anonymous antworten
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