Neuer Lebensabschnitt - neues Hobby?
Hallo ihr Lieben,
das geht jetzt eher an die ü40 - Generation.
Wie war das bei euch, als die Kinder erwachsen wurden?
Ich befinde mich gerade in diesem Abschnitt und finde es total spannend. Man entdeckt sich selbst wieder ein bisschen neu, der Fokus wird neu ausgerichtet - so empfinde ich es zumindest.
Habe mich zu einem Hebräisch-Kurs angemeldet - wollte ich schon seit Jahren machen, hat nie gepasst - jetzt freu ich mich echt drauf.
Gab es bei euch eine Veränderung der Interessen, habt ihr neue Hobbies angefangen?
Überlege gerade, ob die Frage wirklich hierein passt? Aber wo sonst...?
Liebe Grüße,
convers
Hi, das passt jetzt nicht ganz , bin auch Ü40, aber unsere Kleinen sind 1+2 :))bis die mal aus dem Haus sind bin ich vermutlich Ü60 🙂
Dann bist du gerade genau im anderen Bereich 😀
Ich fand, jedes Alter hatte ganz wunderbare Seiten und ich hab es total geliebt und genossen, Mama zu sein. Also natürlich gab es den ganz normalen Alltag, wo Dinge nicht rund gelaufen sind und man nach der x. schlaflosen Nacht kurz vorm Heulen war. 😉 Aber das gehört einfach dazu.
Die Phase jetzt ist aber auch schön. Am Anfang war es bissel komisch für mich, weil von null auf hundert gefühlt der gewohnte Rhythmus/die Struktur verändert wurde. Das gehört aber vermutlich auch dazu 😉
@conversable: Ich bin der angeblichen Midlife-Crisis zuvorgekommen und hab nochmal studiert, berufsbegleitend. Das hab ich im Beruf mit ner neuen Arbeitsplatzbeschreibung auch anwenden dürfen. Weil das gut geklappt hat, hab ich dann mit 60 nochmal berufsbegleitend studiert, weil ich mit der Digitalisierung Schritt halten wollte und mehr Management gefragt war.
Was mir neben den fachlichen Qualifikationen am meisten gefallen hat, war mit 25-jährigen Studis an einem Tisch zu sitzen und zu lernen, wie sie ticken. Dass „Times are a-changing“ mit den Menschen jeder Epoche, davon profitiere ich immer noch, z.B. im Umgang mit meinen Enkeln und überhaupt mit Jüngeren.
Nachdem ich in meiner Jugend in unserer bündisch-christlichen Jugendgruppe (Jungenschaft, Pfadfinder) sehr aktiv war und jahrelang die Leitung hatte, verschoben sich mit den Jahren die Interessen und dementsprechend auch die Schwerpunkte des Engagements.
Für meine Frau und mich war dies aber der Anlass, und zu Prädikanten in der evangelischen Kirche ausbilden zu lassen und dieser Aufgabe komme ich nun schon seit fast 15 Jahren nach. Dabei liebe ich es besonders, Gottesdienste in Kirchen und mit Gemeinden zu feiern, die ich vorher noch nicht kannte und dabei neue Gepflogenheiten und andere Menschen kennen zu lernen.
Vor mehreren Jahren hatte ich bereits begonnen, mich mit der Geschichte Schottlands zu befassen und Singlemalt-Whisky zu sammeln, was ich gern mit Besuchen der entsprechenden Distillen verbunden habe. Inzwischen gelte ich schon fast als "Experte", habe (z.B. in unserer Gemeinde) schon mehrere Schottland-Abende veranstaltet und werde (falls es klappt) in 1-2 Jahren eine Gemeindefahrt nach Iona (das "Taize des Nordens") leiten.
Seit unseres Urlaubs in Georgien und Armenien hat sich bei mir eine ähnliche Begeisterung für diese Länder und die lange und wechselhafte Entwicklung dieser Regionen entwickelt, so dass ich mich zur Zeit intensiv mit der Geschichte des Christentums in diesen Ländern befasse. Sehr gut möglich, dass da künftig noch mehr draus wird.
Meinen Plan, in diesem Jahr wieder mit Paragliding zu beginnen, musste ich leider (vorrangig aus familiären Gründen) zurückstellen. Ich hoffe auf das kommende Jahr, da steht es ganz oben auf meiner "Prioritätenliste".
Dafür aber habe ich jetzt aber begonnen, Spanisch zu lernen. Einer meiner Schwiegersöhne stammt aus Kolumbien und im nächsten Jahr wollen wir vielleicht mal die dortige Verwandtschaft besuchen.
Mit hebräisch hatte ich übrigens auch schon mal angefangen, aber da kamen mir noch zu viele berufliche und familiäre "Störfaktoren" dazwischen, so dass ich bei dem damals laufenden Kurs einfach irgendwann den Anschluss verloren hatte.
Ansonsten steht die Aufgabe, "bester Opa der Welt" zu sein und viel Zeit mir den Enkeln zu verbringen, ganz obenan.
Ich bin Ü50-Generation, wenn man so will. Da ich keine Kinder habe, habe ich einen anderen Blickwinkel auf diese Zeit. Noch dazu habe ich so gar nicht das, was andere "Hobby" nennen.
Meine Zeit verwende ich tatsächlich auf mich und meine Gemeinde, auf das Leben mit Gott. Natürlich wird der Alltag auch mit Geschwistern gefüllt, mit Arbeit, mit Kollegen, mit denen ich vielleicht mal was unternehme, mit Familie. Das Meiste allerdings findet im Gemeindekontext statt oder eben in der (leiblichen) Familie.
Mit den Wechseljahren habe ich schon umdenken müssen, weil sich einfach so viel ändert im Körper, und ich bin da nicht ganz unbehelligt durchgekommen, wenn ich denn überhaupt schon durch bin. 😉 Da bist du vielleicht noch nicht angekommen. Meine Sichtweisen auf mich und die Welt haben sich verändert. Ich glaube, dass das Gottes Werk ist. Ich möchte sagen, Gott hat einen Heilungsweg mit mir begonnen, wie er so noch nicht dagewesen ist. So ist mein Erleben. Ich wachse vermehrt in Beziehungen hinein, baue vermehrt Beziehungen, sowohl im Gemeindekontext als auch im familiären oder freundschaftlichen Kontext (eher Kollegen). Ich werde freier und freier von meiner Vergangenheit, um freier und freier nach vorn zu gehen, auf andere zugehen zu können (was ich früher nie tat), um am Ende "helfen" zu können, weil ich das einfach auf dem Herzen habe.
Vielleicht wird es dir ganz anders gehen und geht es dir (grad) auch ganz anders.
Das waren einfach mal meine paar Cents ... 🙂
Veröffentlicht von: @neubaugoereDa bist du vielleicht noch nicht angekommen.
Mittlerweile vielleicht schon, der Thread wurde ja vor fast drei Jahren eröffnet. 🙂
Ist doch schon eine Weile her... COVID-19 existierte noch nicht und im Fussball waren noch keine fünf Einwechslungen pro Spiel möglich.
@conversable
Hi,
schöne Frage. Ich beginne gerne neue Sachen und manche bleiben mir dann auch.
Ich bin jetzt (2025) 63 Jahres alt. Seit ich 40 war habe ich ganz verschiedne Interessen verfolgt.
Da war:
- Mitte 40 Golfspielen. Hat mir super gut getan. Bewegung, keine große Hektik, ich spiele nur gegen mich selbst. Gute Gespräche mit meiner Frau und einem Freund der auch begonnen hat. Die Kosten halten sich im Rahmen. Motorradfahrern war wesentlich teurer.
- Mit 51 habe den Jagdschein gemacht. Ist anspruchsvoll gewesen. Viel zu lernen. Das allerdings war eine coole Herausforderung. Ich habe das bei meinem Ortsverband des Jagdverbands gemacht. Kosten waren ca. 2000EUR bis ich den Schein hatte. Danach geht es eigentlich. Ich jage bei den Bayrischen Staatsforsten, das ist sehr günstig und man hat wenig Ärger. Keine Kosten für Wildschäden. Jagdwaffen gibt es gebraucht sehr günstig. Insgesamt sind die Kosten, wenn man nicht zu viel Geld für Jagdwaffen ausgibt ganz ok. Für mich ist die Jagd, immer wider eine Zeit in der ich zur Ruhe kommen. Komischerweise auch immer eine schöne Gebetszeit.
- Seit einem Jahr fahre ich wider intensiver Mountenbike. Das habe ich bestimmt 30 Jahre nicht mehr gemacht. Körperlich eine echte Herausforderung, trotz E-Bike. Aber ich komme so wieder zu viel mehr Bewegung und das in einer schönen Umgebung. Kosten-mäßig hilft natürlich, dass ich ein „Dienstrad“ habe. Aber sonst ist es eher billig. In die Berge sind wir eh schon immer gefahren und nun muss ich nicht Wandern, oder nur noch am Schluss wenn mir das zu anspruchsvoll zum Fahren wird.
- Seit kurzem Angle ich auch wieder. Da nehme ich aber die alte Ausrüstung (40 Jahre alt) die ich eh habe. Das heißt, es ist kaum mit Kosten verbunden. Macht auch viel Spass.
Wichtig wird mir zunehmend, dass ich mit den Hobbys die ich betreibe mit Menschen in Kontakt komme die meinen Glauben nicht teilen. Da kann ich dann, ganz ungezwungen, über meinen Glauben reden.
Wolfgang