Reisen für die Miss...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Reisen für die Mission?

Seite 1 / 2

Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Neulich besuchte ich einen Bekannten aus unserer Gemeinde und traute meinen Augen nicht.
Er wollte mir von seiner bevorstehenden Jamaika-Reise erzählen.
Auf seinem Schreibtisch fand ich einen dicken Prospekt mit Angeboten zu Reisen in alle Welt.
Das wäre weiter ja nichts Besonderes, aber der Veranstalter der Reisen ist eine deutsche Missionsgesellschaft.
Angeblich solle man viel reisen, um dadurch die Botschaft von Jesus Christus weitersagen zu können.
Ich kann das aber nicht nachvollziehen, meiner Ansicht nach handelt es sich bei den Reisen um eher weit überteuerte Reisen zum Luxus-Erlebnis und für sehr wohlhabende Leute.
Zum Beispiel hatte ich für meine Israel-Reise letztes Jahr erst fast nur ein Drittel dessen bezahlt, was der Prospekt anbot.
Was soll das also? Warum macht eine Missionsgesellschaft dem ADAC und anderen der vielen Reise-Anbietern Konkurrenz statt bei ihren Leisten zu bleiben und zu missionieren?
Wäre das Geld, was man den Leuten aus der Tasche zieht, nicht besser bei "Brot für die Welt" oder anderen nützlichen NGO-Organisationen aufgehoben?
Was hat das Ganze noch mit Jesus zu tun?
Es verschlimmert die CO2-Bilanz und hilft niemandem ausser der Reiseindustrie.

Antwort
29 Antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @draeggsagg

Warum macht eine Missionsgesellschaft dem ADAC und anderen der vielen Reise-Anbietern Konkurrenz statt bei ihren Leisten zu bleiben und zu missionieren?

Weil Mission finanziert werden muss und Reiseveranstaltung da ein naheliegendes Geschäftsmodell ist - jedenfalls naheliegender als für ADAC oder Lidl.

Anonymous antworten


Herbstrose
Beiträge : 14194

Ich kenne keinen Missionar, der von seiner Missionsgesellschaft bezahlt wird. Alles, was an Kosten anfällt, muss der Missionar selber tragen (Unterhalt, Wohnung, Kleidung ...). Normalerweise läuft es so, dass der (künftige) Missionar einen Unterstützerkreis aufbaut. Jeder zählt einen festen B4teag monatlich auf ein bestimmtes Konto. Der Missionar bekommt dann die komplette Summe als "Gehalt".

herbstrose antworten
2 Antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Ja, so kenne ich das auch von meiner jetzigen Gemeinde und min der früheren Gemeinde.

Viele die ich kenne, arbeiten auch in den Ländern wo Gott sie eingesetzt hat. Nicaragua und Somalia. Diese Länder sind sehr gefährlich.

Alles andere ist für mich nicht plausibel

Die Reise des Papstes kostet Millionen. Echte Missionare leben oft schlechter als Hartz 4 Empfänger in Deutschland.

Max

Anonymous antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 7630
Veröffentlicht von: @herbstrose

Ich kenne keinen Missionar, der von seiner Missionsgesellschaft bezahlt wird.

Bei uns handelt es sich bei Missionaren meistens um Priester und Ordensleute, die von ihren Ordensgemeinschaften oder ihren Heimatdiözesen bezahlt werden, daneben gibt es noch Organisationen wie missio und Caritas international, die natürlich auch ihre Mitarbeiter (das können auch Laien sein) bezahlen.
Sie werden ziemlich regelmäßig von den Gemeinden bedacht - der Erlös der Kollekte ist oft für sie bestimmt. Es gibt aber auch Einzelspender.
Dass jemand, der im kirchlichen Entwicklungsdienst oder in der Mission arbeitet, nicht reich wird, ist bekannt und wird von denjenigen, die sich für eine Tätigkeit in diesem Bereich entscheiden, auch akzeptiert.
Dass man aber noch selber Geld mitbringen bzw. bei seinen Mitchristen betteln gehen muss, das kenne ich so nicht.
Das erfordert ja einen außerordentlichen Idealismus - sowohl vom Missionar als auch von denjenigen, die ihn finanzieren.

suzanne62 antworten
Tatokala
Beiträge : 2523

Hä? Meine Assoziation dabei ist, daß z.B. die Reisenden Projekte der Missionsarbeit vor Ort besuchen und kennenlernen können.
Sicher gibt's ne Menge Menschen, die für die Mission spenden, aber auch mal sich das selbst angucken möchten, wofür sie sich engagieren.

"Mission" wird ja in der Gesellschaft auch als zwiespältig empfunden. Vielleicht will man auch zur Verbesserung dieses Images beitragen.
Man kann das natürlich als "Werbung für die Mission" betrachten.

Ich sehe daran an sich nichts Schlechtes.

Nachtrag vom 09.05.2019 2126
Was die CO2- Bilanz anbelangt: wer reisen will, wird es sowieso tun.

Nachtrag vom 09.05.2019 2139
Was die CO2- Bilanz anbelangt: wer reisen will, wird es sowieso tun.

tatokala antworten
7 Antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @tatokala

Hä? Meine Assoziation dabei ist, daß z.B. die Reisenden Projekte der Missionsarbeit vor Ort besuchen und kennenlernen können.

Der betreffende Bekannte hat schon etliche Reisen mit jener Missionsgesellschaft gemacht und anschliessend immer begeistert davon berichtet.
Niemals aber hat er den Besuch einer Missionsstation auch nur erwähnt.
Es sind wohl auch keine Missionsstationen in Jamaika bekannt.
Ich jedenfalls halte diese Idee -Mission durch Anbieten von Luxusreisen quer zu finanzieren- sowohl seitens des Anbieters als auch des Kunden für äußerst befremdlich.
Wenn man schon reisen möchte, warum dann nicht zu Normalpreisen bei einem der üblichen Reise-Diskounter und dann das gesparte Geld als Spende an seine bevorzugte Mission überweisen?
Andernfalls entsteht der Eindruck, dass Mission nur etwas für reiche Leute sei, die nicht mehr wissen, wohin mit ihrem vielen Geld.

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @draeggsagg

Wenn man schon reisen möchte, warum dann nicht zu Normalpreisen bei einem der üblichen Reise-Diskounter

Weil man keine Discounterreise machen möchte, nehme ich an.

Könnte es womöglich sein, dass dein Problem weniger mit Mission zu tun hat, als damit, dass andere Leute ihr Geld für Dinge ausgeben, die du dir nicht leisten kannst/willst?

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @groke

Könnte es womöglich sein, dass dein Problem weniger mit Mission zu tun hat, als damit, dass andere Leute ihr Geld für Dinge ausgeben, die du dir nicht leisten kannst/willst?

Eben gerade nicht, ich habe Mission bisher auch ganz anders kennen gelernt.
So dass man auf eigene Kosten zu der Missionsstation hinreist und sich dann anschauen kann, wo seine Spendengelder hingehen oder wie sie verwendet werden und wofür.
....iiih, der stinkt aber nach Urin.... sagte eine der Besucherinen einer solchen Station für Obdachlose in der dritten Welt.....
Da kannst Du mal sehen, also verwenden wir jetzt deine Spendengelder dafür, dem Mann frische Unterwäsche zu kaufen......ausserdem wurde den Leuten in ihrer Sprache aus der Bibel vorgelesen und für sie gebetet...
So macht Mission auch Sinn, aber die erwähnte Version erinnert mich nur an Lukas 16, 19 bis 23.
Wie bei Luxusreisen üblich, wird wahrscheinlich streng darauf geachtet, dass der verwöhnte 4 bis 5 Sterne -Hotel-Gast die armen Leute möglichst gar nicht erst zu Gesicht bekommt, das würde das Geschäft nur stören.
Die armen Leute lernt der höchstens als den unterbezahlten einheimischen Kellner mit Krawatte kennen, der ihm die Getränke reichen darf.

Soooo stelle ich mir jedenfalls Mission nicht vor.

Anonymous antworten
bepe0905
(@bepe0905)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 1315
Veröffentlicht von: @draeggsagg

Wenn man schon reisen möchte, warum dann nicht zu Normalpreisen .... und dann das gesparte Geld als Spende an seine bevorzugte Mission überweisen

Das mit der sinnvollen Verwendung des "eingesparten" Geldes ist so eine Sache - meistens wird nichts draus. Denn schnell hat man nach der Reise wieder vergessen, dass man eigentlich den eingesparten Betrag spenden wollte. Und wer billig verreist hat sowieso oft keine Reserven, die er spenden kann - außerdem vergleicht er seine Reisekosten mit dem Angebot des Billiganbieters und nicht mit dem des Luxusreisen-Anbieters. So gesehen halte ich es für legitim, wenn die Missionsgesellschaft gleich einen höheren Reisepreis kalkuliert - vielleicht noch mit dem Hinweis "Mit dieser Reise unterstützen Sie die XXXMission".

bepe0905 antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Nach meiner Erfahrung würde ich sogar generell davon ausgehen, dass kirchliche Reise- Angebote immer teurer als weltliche sind.
Vor einigen Jahren bin ich mit meiner Frau -die ist streng katholisch- mal nach Rom zum Vatikan gefahren, sogar mit Audienz beim damals deutschen Papst.
Das lief über das Kolpingwerk und war gar nicht mal so billig.
Später hatten wir herausgefunden, dass wir die gleiche Reise auch zum etwa halben Preis hätten buchen können.
Nur dann vielleicht nicht mit Audienz beim Papst, obwohl wohl auch niemandem aufgefallen wäre, dass wir nicht zur Kolpinggruppe gehören, wenn wir uns einfach in die Audienzhalle unter das Publikum gemischt hätten. es gab keine individuelle Einlasskontrolle.

Später hatten wir dann Israel über eine kirchliche Reisegesellschaft gebucht.
Als wir darauf hinwiesen, dass wir auch gern mal Bethlehem sehen würden, (Geburtskirche) stießen wir auf Entsetzen und schroffe Ablehnung, um Himmels Willen, Bethlehem, blooosss nicht, viel zu gefährlich, viel zu riskant, dann müsst ihr euch halt einen Privatführer buchen und auf eigene Gefahr dorthin reisen (Bethlehem war nur noch ein paar kilometer von unserem Hotel entfernt.)

Später hatten wir dann nochmal Israel gebucht, dieses mal über einen weltlichen Reise-Diskounter zu weniger als dem halben Preis wie zuvor bei vergleichbaren Leistungen.
Im Gegenteil, dieses mal war Bethlehem überhaupt kein Problem mehr, flugs hatte unser Bus die Strecke unter die Räder genommen und ruck zuck waren wir -nach längerem Anstehen halt- in der Geburtskirche.
Schade, dass die kirchlichen Anbieter auch zugleich immer ihre Vorurteile mit transportieren müssen...

Anonymous antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14194

Warum dieses Pauschalbasching? Es gibt einige christliche Reiseanbieter, die Bethlehem im Programm haben.

herbstrose antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 7630
Veröffentlicht von: @draeggsagg

Im Gegenteil, dieses mal war Bethlehem überhaupt kein Problem mehr, flugs hatte unser Bus die Strecke unter die Räder genommen und ruck zuck waren wir -nach längerem Anstehen halt- in der Geburtskirche.

Ob das angeboten werden kann, hängt immer von der jeweils aktuellen Sicherheitslage ab, weniger davon, ob es sich um einen kirchlichen oder säkularen Reiseveranstalter handelt.
Ich finde es eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass der Veranstalter keine unnötigen risiken eingeht.

suzanne62 antworten


Orangsaya
Beiträge : 2931

Zum Beispiel hatte ich für meine Israel-Reise letztes Jahr erst fast nur ein Drittel dessen bezahlt, was der Prospekt anbot.
Wenn man da Land ein bisschen kennt, kann man wirklich billig eine derartige Reise machen.
Was die Angebote der Agenturen betrifft, stellt sich die Frage, was man kann und was man will. Nicht jedem ist es angenehm, wenn er sich in einem Land orientieren muss und nicht jeder hat die Zeit, drei, oder vier Wochen durchs Land zu reisen. Wenn man aber das Land in kurzer Zeit und an die Orte, die einen biblischen Hintergrund haben, will, dann ist eine organisierte Reise ein Möglichkeit. So viele Informationen, die du innerhalb einer Woche Vorort dann bekommst, schaffst du nicht. Wer ein Hotelbett bevorzugt, warum nicht.

Veröffentlicht von: @draeggsagg

Wäre das Geld, was man den Leuten aus der Tasche zieht, nicht besser bei "Brot für die Welt" oder anderen nützlichen NGO-Organisationen aufgehoben?

Gut möglich, doch wenn man ein Hobbymissionar ist, kann man sich auch an Aktionen, wie Brot statt Böller beteiligen. 😇

orangsaya antworten
JohnnyD
Beiträge : 1347

Der Reisende beruhigt mit diesem Ablass sein Gewissen, die Missionsgesellschaft nimmt Geld ein, welches sie sonst nicht bekommen hätte. Das ist ein Geschäft, eine win-win-Situation.

johnnyd antworten
1 Antwort
Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2931
Veröffentlicht von: @johnnyd

Der Reisende beruhigt mit diesem Ablass sein Gewissen, die Missionsgesellschaft nimmt Geld ein, welches sie sonst nicht bekommen hätte. Das ist ein Geschäft, eine win-win-Situation.

Diese Antwort führt eher zur Überlegung, dass du gar nicht weiß, was Ablass ist.

orangsaya antworten


Seite 1 / 2
Teilen: