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Thema- Was denkt ihr so über E Autos

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Kappa
 Kappa
Themenstarter
Beiträge : 1626

Guten Abend zusammen,

Ich dachte spontan Mal hier einen Thread dazu aufzumachen:). Wie also die Leute hier darüber so denken würde mich interessieren. Wenn es keine gute Idee ist - Sorry :)!

Das Thema polarisiert ja auch im Alltag.

Schockiert hat mich heute ein Test zwischen einem Model Y und einem BYD.

Beide kosteten um die 40k, volle Hütte und insbesondere der BYD, Supersportwagen Fahrleistungen.

Ich fand es zum einen faszinierend, zum anderen zeigt es doch schon das auf unsere Hersteller in Europa keine rosigen Zeiten mehr zukommen werden. Die hiesigen Modelle- wenn sie überhaupt mitkommen, viel viel teurer. Auf jeden Fall fürchte ich der Vorsprung ist dahin, der gute Ruf wird folgen.

 

In Deutschland gibt es ja viel Kritik für den E Wagen an sich. Zuletzt nicht nur von Rechts, sondern auch von Linksextrem gab's Proteste.

Ich bin, kein Geheimnis denke ich, eher rechts/Konservativ allerdings denke ich A) Die Zukunft gehört dem E Wagen (die größten Staaten der Welt favorisieren es sowieso) B) bietet Technisch mehr Potenzial C) Viel sehr komplizierte Technik ( Motor mit Aufladung, Abgasanlage, 8 Gang Getriebe) fällt weg D) deutlich mehr als 40 Prozent Wirkungsgrad und kein Problem mit Kurzstrecken

Ich denke also dem E Auto gehört die Zukunft, hätte ich das Geld über würde ich auch eines fahren:). Allerdings macht mir die Entwicklung für Deutschland und Europa wirklich Angst. Weder die USA noch China sind Wirtschaftssysteme, denen man alleine die Spitze der Weltwirtschaft überlassen sollte. Ich fand das Deutsche Modell der sozialen Marktwirtschaft eigentlich gut, dieses ist aber ohne eine florierende Wirtschaft nicht haltbar.

 

Beste Grüße Eddi 

 

 

 

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GoodFruit
Beiträge : 4219

Hallo Scylla,

die Ladezeit ist ein wichtiger Faktor. Der Ford Mustang elektro, von dem Du sprichst, ist da wohl wirklich kein Held. Es gibt e-Autos, die deutlich flotter laden können. Und idealer Weise haben die dann noch ein Energiemanagement, wo die Batterie auf die anstehende Ladung vorbereitet wird (d.h. vor allem im Winter: Vorheizen). Dann bekommt man eine schöne Ladekurze und die Ladung kann flott durchgezogen werden. Natürlich immer noch deutlich länger als tanken, aber vielleicht tut so eine Pause auf einer längeren Fahrt ja auch gut. Auch von der Kapazität und dem Verbrauch unterscheiden sich die Autos oft erheblich. In dem carwow Beitrag hatte man ja einen Audi mit relativ großer Batterie am Start. Der musste zwischen München und Flensburg 2x geladen werden, was in der Summe in etwa eine Stunde dauert. Die praktischen Werte entsprachen da mal tatsächlich denen aus der Werbung, was wohl eher selten vorkommt. Ich denke, dass das so akzeptabel ist. Allerdings gibt es wohl eher wenige Autos mit einer derart üppig ausgestatteten und so schnell ladenden Batterie.

Wirklich optimal sind solche Autos wohl für Pendler, die mit einer Batterieladung locker hin und zurückkommen und über eine reichlich dimensionierte Solaranlage mit hinreichend großer Solarbatterie haben. Für den Rest sind die e-Autos auf jeden Fall nicht besser als Verbrenner - wenn man mal vom Umweltaspekt absieht. Aber wenn ich an die graue Energie eines Neuwagens denke, dann ist ein alter Verbrenner, der im Jahr weniger als 10000 km unterwegs ist (klassisches Pendlerauto) wohl immer noch umweltfreundlicher als ein neues e-Auto, das bei der Jahreskilometerleistung lange brauchen wird, bis der Rucksack der grauen Energie (die für die Herstellung verwendet wurde) mal kompensiert ist. Wenn aber eh ein neuer Wagen dran ist, dann lohnt es wirklich, es sich gut zu überlegen. Ich halte die Entscheidung keineswegs für eindeutig und es kommt immer auf die persönliche Situation an. Und Hybride - selbst wenn ich die überhaupt nicht elektrisch von extern laden kann, können wegen des so erreichten sehr geringen Verbrauchs an Kraftstoff in der Bilanz eine interessante Alternative sein.

goodfruit antworten
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neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19188
Veröffentlicht von: @goodfruit

Wirklich optimal sind solche Autos wohl für Pendler, die mit einer Batterieladung locker hin und zurückkommen und über eine reichlich dimensionierte Solaranlage mit hinreichend großer Solarbatterie haben. Für den Rest sind die e-Autos auf jeden Fall nicht besser als Verbrenner - wenn man mal vom Umweltaspekt absieht. 

Geht es am Ende nicht genau darum - um die Umwelt?

neubaugoere antworten
MikeFromMUC
(@mikefrommuc)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 962

@neubaugoere Nicht ausschließlich. Ginge es nur um die Umwelt, müßten wir Autos komplett verbannen. Mobilität ist für uns heutzutage ebenso wichtig. Transporte sind wichtig. Schnelligkeit und Unabhängigkeit sind wichtig. Nur auf den Umweltaspekt zu schauen, greift zu kurz. 

Aber ich stimme Dir zu, daß die Umwelt sehr wichtig ist. Denke mal dreißig, vierzig Jahre zurück, was da an Abgasen aus den Autos kam, wenn man hinter ihnen die Straße überquerte! Ich finde, wir haben schon sehr viel erreicht und sollten die Fortschritte nicht kleinreden. Doch ich bin mir sicher: da ist noch mehr möglich - also kein Grund, auszuruhen. 👍 

mikefrommuc antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 4219

@neubaugoere Nach meiner Ansicht geht es bei der e-Mobilität im Moment um die Einführung einer neuen Technologie, die grad noch in Bezug auf das Design der Fahrzeuge, die Leistung (Reichweite) und die Infrastruktur noch in den Kinderschuhen steckt. Wer sich da investiert, der schafft eine Basis, auf der in einigen Jahren einmal ein wirklicher Beitrag zum Umweltschutz geleistet werden kann.

Im Moment ist es ja so, dass unser Strom immer noch anteilig durch mit fossilen Brennstoffen betriebenen Kraftwerken erzeugt wird. Wenn ich da dann meinen Verbrenner gegen ein e-Auto tausche, dann verschiebe ich lediglich den Ort, wo die Verbrennung stattfindet und nicht die Bilanz für die Verbrennung fossiler Energieträger in der Summe. Das ist selbst dann so, wenn ich aus meiner hauseigenen Solaranlage lade. Das ist dann für mich in erster Linie wirtschaftlich interessant. Für die Menge verbranntem fossilen Energieträger ist es egal, ob ich die Menge im Kohlekraftwerk verbrannte Kohle reduziere, indem ich meinen Strom ins Netz einspeise und mein Auto dafür lokal Benzin verbrennt - oder ob ich ein e-Auto fahre, dafür aber das Kohlekraftwerk den Strom für die Gemeinschaft der anderen Verbraucher erzeugen muss, die dann meine Solaranlage nicht liefert.

Aber dann, wenn wir wirklich so gut wie allen Strom regenerativ erzeugen können, dann sollte e-Mobilität ausgereift sein, weil dann wirklich nur so Verbrennung fossiler Energieträger verhindert wird. Da ist noch viel zu tun. Sicher funktionieren aktuelle e-Autos schon ganz gut. Aber es gibt noch viele Möglichkeiten der Optimierung. z.B. allein bei den Lademöglichkeiten und einem möglichen Automatisieren des Ladezeitpunkts - vielleicht sogar das zum Verfügungsstellen gespeicherten Stroms zur Pufferung des Netzes.

Wenn Du aktuell mit Deiner Mobilität CO2 vermeiden willst, kommst Du das Sparen nicht herum. Zu Fuß, Fahrrad, oder auch Pedelec oder e-Roller helfen da sehr. Vielleicht ist auch nicht jeder Weg nötig.

Und wenn es Auto sein soll, dann haben e-Auto und auch Hybrid einen energiesparenden Aspekt: Durch das Rekuperieren, also dem Speichern der Energie, die sonst beim Bremsen verlorenginge, werden die Fahrzeuge sparsamer. Vielleicht ist ein sparsamer Hybrid im Moment das rational sinnvollste Auto - wenn es denn Auto sein muss.

goodfruit antworten


Jack-Black
Beiträge : 6191

@kappa Ich denke über das Thema E-Auto, insbesondere hinsichtlich der Frage, welchen Einfluß es auf die deutsche Autoindustrie haben wird, Folgendes: Vorübergehendes Thema. Die wirtschaftliche Zukunft in Sachen Mobilität liegt nicht so sehr im Bau von Kraftwagen, als vielmehr in der Integration von Verkehrsmitteln, insbesondere auch autonom fahrender Verkehrsmittel mittels KI. Stichwort Autonomes Fahren.

In den USA werden dieser Tage in den ersten Großstädten (und da herrscht Goldgräberstimmung) die ersten autonomen Taxis eingeführt - mit den üblichen Kinderkrankheits-Begleiterscheinungen jeder neuen Technologie. Aber auf längere (oder gar, so meine Überzeugung, nur mittlere) Sicht ist das Aussterben der von Menschen gesteuerten Privat-PkWs zwangsläufig. Zu groß ist der wirtschaftliche, insbesondere der ökologisch relevante wirtschaftliche Vorteil integrierter Lösungen: wenn alle nur noch per autonomen Taxis statt mit dem Privatauto fahren würden, ließe sich die Verkehrsdichte auf den Straßen auf einen Bruchteil reduzieren angesichts des Umstands, dass der Durchschnittswagen 23 Stunden am Tag nur herumsteht und Bodenversiegelung (Parkfläche) braucht. Über kurz oder lang werden autonome PkWs deutlich sicherer als jeder Mensch fahren - Versicherungs-Zusatzprämien für "Selbstlenker" dürften das Selbstlenken tonnenschwerer tödlicher Waffen zu einem Hobby der Reichen mutieren lassen.

Wer in dem sich solcherart wandelnden Markt noch Geld verdienen möchte, sollte sich auf smarte Integrationslösungen konzentrieren, bzw. auf die Bereitstellung der der entsprechenden Infrastruktur: unkompliziert zu nutzende Taxi-Flotten, technologische Aufrüstung der Straßen usw. usf..

Ob wir Deutschen davon profitieren werden, hängt davon ab, wie vorausschauend in die entsprechenden technologischen Gebiete investiert wird. Mir persönlich ist es nicht sonderlich wichtig, wer an der von mir prognostizierten "Mobilitätswende" verdienen wird. Mit 80 Millionen Einwohnern sind wir ein kleines Land, wenn deutlich mehr Leute in China, den USA oder meinetwegen auch Indien von diesen Wachstumsfeldern profitieren, ist das auch gut.

Ach ja: selbstverständlich werden autonome Fahrzeuge dann elektrisch betrieben, allein schon, weil der Wartungsaufwand für entsprechende Fahrzeugflotten dabei geringer ausfallen dürfte.

 

disclaimer: Bin Radfahrer, der nie einen Führerschein gemacht hat und dem sämtliches Verständnis für die Vor- und Nachteile der jeweils saison-aktuellen PkW-Modelle fehlt. Auch das Verständnis für die Begeisterung für "Motorsport". Ich freue mich tatsächlich auf das Aussterben der menschengelenkten Verbrennerautos, die für mich ein ähnlicher Menschheitsirrtum sind wie die Gewinnung von Lampenöl durch die Wal-Jagd.

Aber was weiß ich schon... 😀

jack-black antworten
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Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@jack-black 

Auch das Verständnis für die Begeisterung für "Motorsport". Ich freue mich tatsächlich auf das Aussterben der menschengelenkten Verbrennerautos, die für mich ein ähnlicher Menschheitsirrtum sind wie die Gewinnung von Lampenöl durch die Wal-Jagd.

Aber was weiß ich schon...

Tja... das ist wohl tatsächlich mehr hoffen als wissen. Leider.

Du glaubst daran, dass sich wirtschaftliche, vernünftige Lösungen durchsetzen werden. Das war aber noch nie der Fall.

Die Leute hierzulande kaufen völlig überteuerte, spritfressende und unnötige Autos als Statussymbole, nicht als wirtschaftliche Fortbewegungsmittel. Und deswegen liefert die Industrie eben auch genau das.

Es wäre natürlich zu wünschen, dass es hier ein Umdenken gibt. Ich fürchte aber genau das Gegenteil: Je teurer ein Benzinauto künftig werden wird, desto größer sein Wert als Statussymbol... während geteilte KI-Autos so etwa wie eine schäbige U-Bahn darstellen wird. Nimmt man nur dann wenn man sich nichts anderes leisten kann oder es nicht anders geht.

lucan-7 antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1626

@lucan-7 Also Ja, KI zur Unterstützung ist schon gut zur Verminderung von Unfällen. Hat aber nichts mit der Antriebsart zu tun 

Als Familie wäre es zugegeben Gewöhnungsbedürftig ständig nur zusammen mit anderen Leuten unterwegs zu sein, Grade mit Gepäck.

Aber sieht man sich wieviel protzige 200+ PS Boliden herumfahren, das ist wirklich verrückt. Frage mich woher die Leute das Geld haben bei den teuren Lebenshaltungskosten. Auch ganz junge Männer, hätte ich mir früher niemals leisten können.

Ein Sharan BJ.2014 ist in Stuttgart schon eines der älteren Autos, obwohl sowas noch einiges über 10K kostet.

 

kappa antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@kappa 

Als Familie wäre es zugegeben Gewöhnungsbedürftig ständig nur zusammen mit anderen Leuten unterwegs zu sein, Grade mit Gepäck.

So wie ich es verstehe würden die KI-Autos als Taxi funktionieren. Man wäre also schon mit der Familie allein unterwegs, das Auto setzt einen ab und verschwindet dann wieder. Und wenn man wieder ein Auto braucht kommt halt das Nächste...

Falls noch ein Sitz frei sein sollte könnte dabei gelegentlich jemand zusteigen, das ist wohl richtig... das würde aber auch davon abhängen, wie sehr so etwas akzeptiert wäre.

 

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

Je teurer ein Benzinauto künftig werden wird, desto größer sein Wert als Statussymbol... während geteilte KI-Autos so etwa wie eine schäbige U-Bahn darstellen wird. Nimmt man nur dann wenn man sich nichts anderes leisten kann oder es nicht anders geht.

Ich weiß nicht. Dass heute viele Leute in den Städten gar keine Autos mehr besitzen (weil sie's nicht brauchen dank öffentlicher Verkehrsmittel, die einen womöglich sogar schneller an's Ziel bringen als der Stau auf der Stadtautobahn), spricht gegen diese Betrachtungsweise. Wer sich ein Statussymbol kaufen kann, soll's übrigens von mir aus tun. Entweder, die durchschnittlichen Leute sind alle entsprechend reich - dann brauchen wir uns ja um den Reichtum des Landes keine Sorgen zu machen. Oder aber sie sind's nicht, sondern müssen mit dem Geld, das sie haben, rechnen.

 

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@jack-black 

Dass heute viele Leute in den Städten gar keine Autos mehr besitzen (weil sie's nicht brauchen dank öffentlicher Verkehrsmittel, die einen womöglich sogar schneller an's Ziel bringen als der Stau auf der Stadtautobahn), spricht gegen diese Betrachtungsweise.

Das spricht dafür, dass das Konzept in Großstädten funktioniert, wo die Leute eh kein Auto mehr haben. Damit wird dann aber genau das Gegenteil erreicht: Leuten in Großstädten wird künftig wieder ermöglicht, ebenfalls Auto zu fahren. Es gäbe also mehr Autos, nicht weniger.

Ich wohne in einer recht dicht besiedelten Gegend ausserhalb der großen Städte. Es gibt Busse, die fahren aber nicht sehr oft, und Bahnen, die zumindest die etwas größeren Städte und Dörfer anfahren. Aber Wohnungen und Betriebe sind so weit verstreut, dass die meisten Leute auf das Auto angewiesen sind.

Und diese Autos sind geschätzt in 95% aller Fälle wesentlich teurer als sie sein müssten. Gefühlt die Hälfte sind SUV's, die wesentlich mehr Sprit verbrauchen. Und weil es hier auch etliche reiche Leute gibt finden sich auch zahllose teure Sportwagen.

Da ich selber keine weiten Strecken fahre und ein sparsames Auto habe würde sich für mich selbst bei einer verdreifachung des momentanen Benzinpreises nicht viel ändern. Inwiefern andere Leute ihr Fahrverhalten ändern würden wäre auch fraglich... denn wenn man das Gesamtpaket betrachtet, also wieviel die Leute pro Jahr bereit sind in ihr Auto und ihre Beweglichkeit zu investieren, dann ist dieser Betrag ziemlich hoch.

Eine starke Erhöhung des Benzinpreises würde natürlich dennoch zu einem niedrigerem Verbrauch führen... aber möglichwerweise nicht so viel niedriger, wie es wünschenswert wäre, um die Menschen zu einem Umdenken zu bewegen.

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@lucan-7 Das spricht dafür, dass das Konzept in Großstädten funktioniert, wo die Leute eh kein Auto mehr haben. Damit wird dann aber genau das Gegenteil erreicht: Leuten in Großstädten wird künftig wieder ermöglicht, ebenfalls Auto zu fahren. Es gäbe also mehr Autos, nicht weniger.

Das is'n plausibles Argument; vermutlich wird da dann tatsächlich wieder der Preis entscheiden: nehm ich die Tram oder bestelle ich mir das autonome Taxi? Allerdings fiele da das Statussymbol-Problem trotzdem weg - und Gutbetuchte würden sich dann halt öfter "nur" für's Taxis entscheiden, weil (und falls!) es eben bequemer/komfortabler/effektiver* wäre. Die Durchschnittsverdiener allerdings, die durchaus mit dem Euro am Tag rechnen müssen, würden womöglich weiter bei Straßenbahn und (E-) Bussen bleiben. Keine Ahnung, was realistischerweise zu prognostizieren wäre, so tief stecke ich nicht drin in der Materie. Auch, weil da halt die unterschiedlichsten Faktoren mit hineinspielen: Kommunen, die ihre Innenstädte weitgehend für motorisierten Individualverkehr sperren (Paris fällt mir da gerade ein), Versicherungskonzerne, für die Selbstlenker zu einem relativ immer größeren/teureren Risiko werden (da erhoffe ich mir tatsächlich on the long run einen starken Lenkungseffekt aufgrund bloßer wirtschaftlicher Logik, weil ich gerade in einem völlig anderen Zusammenhang (Versicherung einer Kunstausstellung) mitbekommen habe, wie extrem hoch (in diesem Fall: verhindernd hoch) Prämien für Gegenstände sind, die relativ selten sind, bei denen aber potentiell sehr teure Schäden vorkommen können), sich erhöhende Rohstoffpreise (CO2-Besteuerung) und so fort.

Ich glaub, wir sind uns soweit einig, dass der herkömmliche Verbrennermotor-Verkehr keine Zukunft hat und insgesamt auch nicht ein Mobilitätssektor, dessen ökologischer Impact ständig steigt statt fällt. Gleichzeitig ist "der" wirtschaftliche und technologische Hype dieser Tage die KI-Sektor und ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass der nicht auch in absehbarer Zukunft disruptive Auswirkungen auf die Verkehrs-Industrie haben sollte.

Aber was weiß ich schon. 🙂

 

*effektiv meint: falls, wie nach Deiner Überlegung zu erwarten, der innerstädtische Individualverkehr mit der Verbreitung autonomer Taxis (ATs) sogar ansteigen würde, wären da dann ja die Synnergieeffekte geringer, was die "Entstopfung der Straßen" anginge: man bräuchte dann womöglich immer noch länger, um mit dem AT statt der Metro zu der Theaterpremiere zu fahren (oder zum Arbeitsplatz), und würde also Zeit dadurch verplempern, die man vielleicht lieber als "quality time" mit den Kindern oder als repräsentationssüchtige Millionärsgattin vor dem Spiegel zwecks Auswahl des zum Samtkleid passenden Ohrschmucks verbringen würde. 😉

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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@jack-black 

Allerdings fiele da das Statussymbol-Problem trotzdem weg - und Gutbetuchte würden sich dann halt öfter "nur" für's Taxis entscheiden, weil (und falls!) es eben bequemer/komfortabler/effektiver* wäre. Die Durchschnittsverdiener allerdings, die durchaus mit dem Euro am Tag rechnen müssen, würden womöglich weiter bei Straßenbahn und (E-) Bussen bleiben. Keine Ahnung, was realistischerweise zu prognostizieren wäre, so tief stecke ich nicht drin in der Materie.

Die Frage ist halt, wie umfangreich in dieses neue Verkehrssystem investiert wird, damit es sich rechnet und für die Masse bezahlbar ist. Das wird am Anfang sicher nicht so sein. Und wenn man es den Firmen allein überlässt, ihre Technologie voranzubringen, ohne dabei auch das ganze Verkehrskonzept zu ändern, dann wird da schwerlich etwas draus werden.

 

Ich glaub, wir sind uns soweit einig, dass der herkömmliche Verbrennermotor-Verkehr keine Zukunft hat und insgesamt auch nicht ein Mobilitätssektor, dessen ökologischer Impact ständig steigt statt fällt.

Darin sind wir uns sicher einig... fraglich bleibt, wann diese Erkenntnis auch bei den Verantwortlichen ankommt. Wenn das erst dann der Fall ist, wenn "keine Zukunft" der offensichtliche und alles bestimmende Faktor ist, dann wird es zu spät sein...

 

Gleichzeitig ist "der" wirtschaftliche und technologische Hype dieser Tage die KI-Sektor und ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass der nicht auch in absehbarer Zukunft disruptive Auswirkungen auf die Verkehrs-Industrie haben sollte.

Leider ist da aber auch jede Menge Gefühl im Spiel. Sicher hat kaum jemand etwas dagegen, wenn die KI die Ampeln in einer Großstadt steuert. Aber wenn bei zunehmender Anzahl autonomer Autos auch die Anzahl an Unfällen mit deren Beteiligung steigt (Was praktisch unvermeidlich ist), dann wird auch das Misstrauen gegenüber der neuen Technik größer.

Und dann nützen auch Sachberichte nichts, die belegen, dass die KI immer noch besser als Menschen fahren. Ein einziges KI-Auto, dass mit Vollgas ein Brückengeländer durchbricht, in den Abgrund stürzt und alle Insassen tötet kann schon dafür sorgen, dass sich kein Mensch mehr in so ein Auto setzt - völlig unabhängig davon, was der Grund dafür war.

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@lucan-7 Leider ist da aber auch jede Menge Gefühl im Spiel. Sicher hat kaum jemand etwas dagegen, wenn die KI die Ampeln in einer Großstadt steuert. Aber wenn bei zunehmender Anzahl autonomer Autos auch die Anzahl an Unfällen mit deren Beteiligung steigt (Was praktisch unvermeidlich ist), dann wird auch das Misstrauen gegenüber der neuen Technik größer.

Warten wir's ab. In den USA soll's neben San Francisco schon mehrere andere Großstädte geben, in denen in Kürze ATs zugelassen werden. Auf Werksgeländen, also in der Wirtschaft, düsen schon jede Menge autonom steuernder Vehikel durch die Gegend. Einzelne Unfälle, wie Du hier einen imaginierst, werden auf die Dauer nicht gegen die knallharten Fakten ankommen - nach dem Motto "wo gehobelt wird, fallen Späne" hatten sich in der Vergangenheit schon technologische Neuerungen wie das Fliegen oder halt auch das (Verbrenner-)Auto (gegen Pferdegespanne) durchgesetzt.

Jeden Tag setzen sich darüber hinaus Millionen von Menschen in Flugzeuge, egal, ob hier oder da mal ein Flieger aufgrund technischer Probleme aus allen Wolken fällt. Denn soo doof und instinktgeleitet sind die Leute nicht - die allermeisten sind durchaus in der Lage, Statistiken zu verstehen, die aufzeigen, dass auf den Kilometer gerechnet ein Flug nicht riskanter ist, als die Strecke mit dem Auto zu fahren.

Und ebenso werden sie auch anfängliche Bedenken hinsichtlich autonom steuernder Fahrzeuge aufgeben. Und falls sie selbst die Unfallstatistiken nicht verstehen sollten - Versicherungsunternehmen (siehe oben) und überhaupt die großen Industriekonzerne werden das durchaus. Die Frage ist also nicht, ob sich diese Technologie durchsetzt, sondern wie schnell (und wo zuerst): Wenn (was fraglos früher oder später - eher früher...) sich herausstellt, dass autonome Vehikel schneller, effektiver und kostengünstiger sind, ist der Rest reine Marktwirtchaft:

Sie möchten, dass wir unsere neuen Produktionshallen in ihrer Kommune hochziehen, lieber Wirtschaftssenator? Wie sieht's mit der nötigen Infrastruktur aus, wir wollen nun wirklich nicht abhängig von LkW-Fahrerstreiks sein oder davon , dass sich der Transport unserer Waren aufgrund der technologischen Unterentwicklung Ihrer Straßen nicht ausreichend genau kalkulieren lässt. Wie sieht's aus bei der Integration mit Containerschiffahrt und Bahn, gibt's da die notwendigen Schnittstellen für unsere Distributionsagentensoftware?

Da werden zig Milliarden reingepumpt, das Erschrecken ob eines reisserischen BLÖD-Zeitungs-Artikels über ein AT, das von der Brücke fiel und dessen tote Insassen als erstes mit dem BLÖD-Reporter vor Ort sprachen, hält dagegen maximal ein, zwei Tage an, allein schon, weil Negativ-Schlagzeilen wirtschaftlich schädlich sein könnten und die PR-Fachleute (demnächst: PR-KI-Agenten 😉 )  der großen Tech-Konzerne nicht nur Däumchen drehen...

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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@jack-black

Wenn (was fraglos früher oder später - eher früher...) sich herausstellt, dass autonome Vehikel schneller, effektiver und kostengünstiger sind, ist der Rest reine Marktwirtchaft:

Wie gesagt, "kostengünstig" ist hier bei uns kein entscheidender Faktor. Und was die Sicherheit betrifft, so wirken sich 2 üble, durch KI verursachte Unfälle stärker aus als 1000 Unfälle, die durch KI verhindert wurden.

 

Jeden Tag setzen sich darüber hinaus Millionen von Menschen in Flugzeuge, egal, ob hier oder da mal ein Flieger aufgrund technischer Probleme aus allen Wolken fällt.

Es hat allerdings auch 60 bis 70 Jahre gedauert, bis Fliegen so weit massentauglich war, dass sich Menschen der Technik in nennenswerter Zahl anvertrauten.

Und dabei mag die Tatsache, dass da Leute im Cockpit die Maschine steuern, denen im Zweifelsfall selbst an ihrem Leben gelegen ist, auch eine große Rolle gespielt haben.

Einer KI wird man dabei weitaus weniger vertrauen, egal wie "menschlich" diese gestaltet sein mag.

 

Da werden zig Milliarden reingepumpt

Im Moment werden Milliarden investiert, um Fortschritt zu verhindern und auch noch die letzten Gewinne aus völlig veralteten Technologien zu pressen...

 

lucan-7 antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
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@lucan-7 

Vielleicht wäre ein Steuerkonzept besser was grundsätzlich exorbitante Leistung und Verbrauch besteuert.

Versteuere ich pro Liter, Pro Hubraum ist es immer dasselbe. Auch Leute die schon sparsame Autos fahren werden hart bestraft und der AMG63 Fahrer tut es trotzdem noch.

Man könnte Beispielsweise die ersten 5 Liter nach WLTP günstiger besteuern und alles OnTop deutlich mehr, vielleicht auch "Drakonisch"

Allerdings ist der Sicherheitsaspekt legitim. Den Kleinwagen an sich würde ich nicht als das Maß der Dinge nehmen.

Dann könnte man (frei gesponnen) die Steuern auch pro Haushalt berechnen.

Zum Beispiel ist es klar das eine Familie generell ein größeres Auto Braucht, bei 4 Kindern Van oder Bus. 

Das wäre natürlich kompliziert. 

Kurz; Alleinstehende Personen zahlen für Spritfresser oder Luxusautos deutlich deutlich mehr. Entlastung gibt es fairerweise bei den Familien. 

 

 

kappa antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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Beiträge : 29398

@kappa 

Vielleicht wäre ein Steuerkonzept besser was grundsätzlich exorbitante Leistung und Verbrauch besteuert.

Ich hatte es an anderer Stelle schon geschrieben: Die Deutschen (und nicht nur die) sind dazu bereit, irrsinnige Summen für Autos auszugeben, weil sie es nicht nur als Fortbewegungsmittel, sondern vor allem als Prestigeobjekt betrachten.

Deshalb sind Preiserhöhungen in diesem Bereich ziemlich sinnlos - zumindest dann, wenn es darum geht, die überteuerten, überzüchteten Autos mit erhöhtem Verbrauch zu reduzieren. Denn die Dinger SIND ja schon verdammt teuer... und gerade deshalb so beliebt!

lucan-7 antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1626

@jack-black Wow, das mit den Taxis ist echt crass. Wobei man eigentlich in den USA davon ausgehen müsste die Hemmschwelle wegen Milliarden - Klagen wenn doch Mal was schief geht, besonders hoch sein müsste / sollte, für Investoren. Zumindest in der Anfangsphase.

Aber ja, wenn man ohne große Wartezeit Taxis bekommt wäre das eine Alternative. Es darf dann aber nicht wieder so sein das man als Familie der Mops ist wenn man ein Auto fast alleine benötigen würde. Muss halt alles auch auf dem Land funktionieren.

Was unter Umständen auch ein Problem sein kann, das man mit wildfremden Leuten ohne eine Art Sicherheitspersonal wie ein Fahrer, dann im Auto sitzt. Sicherlich kein Problem wenn eine Omi mitfährt.  Aber wenn man Beispielsweise alleine mit 4 Herren aus der Drogenszene wäre oder so...sieht es anders aus.

Was am Autonomen Fahren super wäre, das man die Zeit unterwegs besser nutzen kann.

 

kappa antworten
Jack-Black
(@jack-black)
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@kappa Wobei man eigentlich in den USA davon ausgehen müsste die Hemmschwelle wegen Milliarden - Klagen wenn doch Mal was schief geht, besonders hoch sein müsste / sollte, für Investoren. Zumindest in der Anfangsphase.

Ich steck da nicht so tief in der Materie, dass ich begründet argumentieren könnte, welche Faktoren da kurz- oder mittelfristig ausschlaggeben sind dürften. Die USA sind zwar das Land der absurden Produkthaftungsklagen, aber die USA sind auch das Land des Business. Und mindestens langfristig sehe ich keine Zukunft, in der die ökonomischen Vorteile der "integrierten" Mobilität nicht die Oberhand gewinnen sollten. Es lässt sich soooo viel Geld in dem Sektor verdienen, insbesondere da ja nicht nur Privatleute zur Arbeit oder Disco oder in den Urlaub fahren, sondern weil soviel Warenverkehr auf den Straßen unterwegs ist. Gut möglich also, dass die Logistikunternehmen da die Vorreiterrolle übernehmen: wenn die zuerst auf ihre Fahrer verzichten können, also auf 2500,-€ Lohnkosten pro Monat und Angestelltem, darüber hinaus die Wagen rund um die Uhr einsetzen können (keine gesetzlich vorgeschriebenen Ruhepausen mehr, wenn nur ein Fahrer drin sitzt) und die sonstigen Synergieeffekte mitnehmen (weniger/keine Unfälle mehr, ideales Tempo, ideale Routenberechnung, miteinander kommunizierende Fahrzeuge, um Staus etc. geschickt zu meiten und und und...) - wer da nicht früh genug mitmacht, wird betriebswirtschaftlich in's Hintertreffen geraten, die Frage ist also nicht, ob man sich da als Logistik-Unternehmen einreiht, sondern allein: wann (denn klar: die Pioniere tragen auch immer das Risiko der "Kinderkrankheiten").

Und da sind die USA allein von der Let's do it!- Mentalität vermutlich prädestieniert.  Warten wir mal ab: wenn Elon Musk, Jen-Hsun-Huang oder einer von deren Kragenweite sagt: "In drei Jahren bringen wir eine Flotte von einer Million autonom fahrenden Wagen an den Start" - wer will das dann aufhalten?

 

Es darf dann aber nicht wieder so sein das man als Familie der Mops ist wenn man ein Auto fast alleine benötigen würde. Muss halt alles auch auf dem Land funktionieren.

Das wäre sicherlich wünschenswert. Aber so eine Denke, wo zuerst gesagt wird: "Das darf sein, das muss sein, das darf nicht sein!" - das ist die Denke derer, die meist zu lange zögern und zaudern und dann nur noch die Option haben, hinterherzuhecheln. Wie immer werden auch bei solchen Innovationen zuerst und vor allem jene profitieren, die ohnehin schon auf der Butterseite des Toasts sich befinden. Gut möglich, dass also die üblichen urbanen Trendsetter zuerst von den "Segnungen" der integrierten Mobilität profitieren. Vermutlich nicht nur gut möglich, sondern wahrscheinlich. Aber abwarten: wenn es sich finanziell lohnt, auch auf dem flachen Land (ich selbst wohne mitte in der norddeutschen Tundra...) ausreichend autonom fahrende Fahrzeuge anzubieten - warum sollte dann niemand diesen Markt bespielen wollen? Ich sehe hier bei uns in der "Durchfahrtstraße", wie jeden Morgen die Pendler Richtung Hamburg oder Bremen fahren und abend wieder zurück: im Durchschnitt nicht mehr als 1,2 oder 1,3 Personen pro Fahrzeug. Die fahren da alle allein, weil sie ja eh auf dem flachen Land ein Auto haben müssen (behaupten sie jedenfalls zu 95%, allein schon, weil man heutzutage die Kinder ja zu jedem Fußballtraining per Auto chauffieren muss...). Da ließe sich ökonomisch und ökologisch viel einsparen - oder halt umverteilen von den Autoverkäufern zu den "Mobilitätsanbietern". Womöglich wären ab einer bestimmten Abdeckung (autonom agierende Fahrzeuge pro Quadratikilometer) die Synergieeffekte auf dem Lande sogar größer, weil jede einzelne Fahrt im Durchschnitt länger wäre.

Aber wieder: das beurteilen zu können, fehlt mir die Expertise. Ich denke nur: es wird sich durchsetzen, ob dabei nun Familien benachteiligt werden oder Einkommensschwache oder wer auch immer. Je mehr man das den Markt regeln läßt, desto schneller. Mit gesetzlichen Vorgaben nach dem Motto: "Ihr dürft das erst anbieten, wenn auch jedes arme Mütterlein und jede kinderreiche Familie das gut bezahlen kann!"  dürfte nur bewirkt werden, dass andere (die USA oder sonstige Märkte) da weiter davon ziehen und der damit einhergehende technologische Fortschritt bald nicht mehr einzuholen ist.

Was am Autonomen Fahren super wäre, das man die Zeit unterwegs besser nutzen kann.

Na klar! 🙂 Und: Zeit ist Geld...

jack-black antworten
GoodFruit
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@kappa 

Ich habe eben ein Video zum Thema "Absatz von e-Autos" gesehen. Das ist eine absolute Katastrophe!

https://www.youtube.com/watch?v=gdd4tJ0hWUA

Viele Hersteller produzieren auf Halde. Wer bei Google Earth diese Koordinaten in die Suche eingibt:

N 52°36′23.27″, E 14°14′20.16''

... kann sich einen richtig schönen Neuwagen aus der Luft aussuchen.

Und bei anderen Herstellern sieht das wohl nicht viel besser aus.

Bei BYD gibt es Schimmelproblem:

https://www.merkur.de/wirtschaft/byd-elektroauto-china-schimmel-problem-zulassungen-deutschland-wartezeiten-kunden-zr-93053806.html

Wenn ich mir deren neue Autofähren so ansehe, dann würde ich trotz feuchter Bedingungen auf See nicht erwarten, dass das Problem dort entstanden ist.

Autos, die auf Halde stehen, werden davon nicht besser - und es ist komplett egal, wo sie stehen und von welchem Hersteller sie sind.

Die Autos werden für einen Markt gebaut, den es so nicht gibt - höchstens in den Wunschvorstellungen irgendwelcher Politiker.

Markt sieht ja normalerweise so aus, dass ein Überangebot zu einem Preisverfall führt. Wenn ich mir die Preise so ansehe, dann ist da vielleicht die Förderung runter - d.h., man bekommt das Auto zu einem Preis, den es vorher mit Berücksichtigung der Förderung gekostet hätte. Inwieweit da wirklich die e-Auto Käufer oder die Hersteller gefördert wurden, ist dann noch einmal eine ganz andere Frage.

Die Autos haben von Seiten der Hersteller einen großen Rucksack an Entwicklungskosten. Den will man natürlich möglichst schnell loswerden - und so wird das dann den Produkten aufgeschlagen. Ich habe keine Ahnung, wie es die Hersteller buchen werden - aber irgendwo muss die Flotte, die da auf Halde vor sich hin gammelt, ja in der Bilanz auftauchen.

Wenn die Hersteller ihre Autos für den Preis, den sie erzielen könnten (also noch einmal deutlich billiger als der Preis jetzt ist!) "verschleudern" würden, stehen sie vor einem anderen Problem: Viele Käufer, die da bei einem e-Auto zuschlagen, werden dann erste einmal keinen Verbrenner, an dem man vielleicht noch wirklich etwas verdient, zugreifen.

Und es ist ja nicht der Preis allein, der die Kundschaft abwarten lässt. In dem Film von Spiegel online (ober verlinkt) sprechen die Leute über die Unmöglichkeit, bei ihnen die Fahrzeuge laden zu können. Die Infrastruktur scheint nicht hinreichend vorbereitet zu sein.

Würde man alle Autos, die irgendwo auf Halde stehen, "freisetzen", indem das für die Kunden ein Schnäppchen, ein "no-brainer" wird, wie der Amerikaner es nennen würde, dann wäre das ein großer Schub nach vorne für den Technologiewandel. Der Bedarf, den diese Fahrzeuge an Infrastruktur fordern, würde seine Befriedigung automatisch nach sich ziehen, weil da auf einmal ein Bedarf für das Laden der Fahrzeuge da wäre und die Sache eine wirtschaftlich interessante Dimension erreichen würde.

Bei uns hat ja schon einmal eine Abwrackprämie funktioniert. Bei so etwas, würde dann nicht nur die e-Autos von der Halde zum Besitzer kommen, sondern die abgewrackten Verbrenner endgültig verschwinden, und nicht noch irgendwo anders auf der Welt munter weiter verbrennen ... Nur so ne Idee.

 

goodfruit antworten
2 Antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1626

@goodfruit guten Abend, danke schön. War paar Tage krank:(

Ja das hatte ich auch immer wieder gehört....

Irgendwann muss sich ja was tun. Speziell in Deutschland wirken die E Autos etwas teuer. Kommt ein Preissturtz aufgrund der Überproportion an Halde-Autos ist der richtige Moment zum kaufen.

Das auf Haldestehen ist technisch bei EMotoren weniger Schlimm:)? Da weniger Öle usw. Verwendet werden. Schimmel wäre natürlich ein No-Go.

Heute waren wir in Stuttgart beim Zoo im Stau....genau in so Momenten wünscht man sich schon ein E-Wagen, da nervt ein Verbrenner nur noch. Entweder 30 Mal an aus oder umsonst teuren Sprit verbrennen, Motor abnutzen....Morgen muss der Wagen zu einem teuren Zahnriemen, WP und Thermostat Wechsel (840€), da wünsch ich mir auch ein E :))

Grüße Edd

 

 

kappa antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 4219

@kappa Was die e-Auto Preise angeht, so fand ich das Interview mit dem Gebrauchtwagen Händler angeht, interessant. Er meinte, dass die e-Autos, die im Moment angeboten werden, meist "Langsteher" sind - also Autos, die nie richtig in Betrieb waren. Der Batterie tut das nicht gut, wenn nicht aufgepasst wird, dass sie immer rechtzeitig nachgeladen werden. Und bei einem Auto, dass Monate lang, vielleicht sogar im Winter, rumsteht, ist die Batterie dann irgendwann einmal tiefentladen und hat Schaden genommen.

Aber es klang in dem Spiegel Beitrag auch an, dass die e-Autos der ersten Generationen meist geleaste Firmenwagen waren. Diese Fahrzeuge kommen jetzt nach und nach auf den Markt und da verkauft dann oft kein Unternehmen, dass nicht verschleudern will um den Preis generell zu schützen, sondern da sind oft Unternehmen, die ihre Ware loswerden wollen und die sehen, dass ein rumstehendes Auto ihnen mehr kostet als eins, bei dem man wenigstens noch ein klein wenig verdient hat und das dann vom Hof ist.

Ein generelles Problem haben ältere e-Autos: Wie in jedem relativ neuen und sich schnell entwickelnden Geschäftsbereich, ist die Technik oft bereits nach wenigen Monaten überholt und es gibt besseres oft sogar für weniger Geld. Klar kann man alte Autos oft mit Softwareupdates aufpimpen. Aber ein zu kleiner oder wenig leistungsfähiger Prozessor wird dadurch genauso wenig ersetzt, wie eine neue Sensorik, die es noch nicht gab, als das Auto auf den Markt kam. Klar fahren die alten Dinger und die Batterien sollen auch länger halten als wie man das zunächst gedacht hat. Aber es ist das wie mit einem alten Smartphone: Die neuen sind attraktiver und das schlägt sich dann im Preis der alten nieder.

Viele Grüße

GoodFruit

goodfruit antworten


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