Eure Meinung zum Thema Klingelbeutel
Hallo in die Runde,
ich bin neu hier im Forum und seit Frühjahr im Presbyterium einer evangelischen Gemeinde tätig. In unserer Gemeinde läuft einiges wirklich gut, aber es gäbe auch viel zu verbessern.
Ein kleines Thema dabei, aber für mich doch in jedem Gottesdienst spürbar, ist die Kollekte mit Klingelbeutel während eines Liedes. Es stört mich enorm im Gottesdienstablauf, die Menschen werden beim Singen unterbrochen und es fühlt sich für mich immer wie ein etwas taktloses "nach Geld abgeklopft werden" an. Am Ausgang findet dann auch nochmal eine Kollekte statt.
Ich weiß, dass es mit dem Kirchen- und Verwaltungsrecht schwierig ist, nur einen Spendenzweck pro Gottesdienst zu bedienen, aber dafür ließen sich ja auch andere Lösungen finden. Mir geht es erstmal um die gefühlsmäßige Wahrnehmung anderer Christen bei dem Thema.
Wie seht ihr das? Findet ihr es gerechtfertigt, zweimal in einem Gottesdienst zu sammeln?
Danke schonmal für eure Rückmeldungen!
Diese Kollekten im evangelischen Gottesdienst fand ich auch nervig. Da stand entweder jemand am Rand der Bank, hatte einen ganz langen Stock mit einem daran befestigten Klingelbeutel. Dank des Stocks konnte er den Klingelbeutel jeden in der Bankreihe sitzenden unter die Nase halten, oder der Klingelbeutel wurde von jedem Besucher an den Banknachbarn weitergegeben, und die "Kollekten-Aufsichtsperson" am Rand gab dann den Klingelbeutel an die dahinterliegende Reihe weiter.
Ich bin schon lange aus der evangelischen Landeskirche ausgetreten. Darin habe ich nur noch einen linken Sozialverein gesehen, mit dem man auf einem Kirchentag lernen konnte, wie man eine Vulva malt, wo Gott als queer bezeichnet wird, wo Leute ausgegrenzt werden, die nicht dem linken Mainstream folgen.
Jetzt erlebe ich Messen der orthodoxen Kirchen. Die haben auch Kollekten, aber in der orthodoxen Gemeinde, die ich besuche, wird ein Korb herumgereicht, in dem sich leere, neutrale Briefumschläge befinden. Jeder nimmt sich einen Briefumschlag, legt ihn aber nicht gleich in den Korb zurück, sondern behält ihn, hat dann lange Zeit und Gelegenheit, unbemerkt das ihn den Briefumschlag zu legen was er möchte, den Umschlag zu verschließen, und einige Zeit später, wenn der Korb wieder herumgereicht wird, seinen geschlossenen Briefumschlag hineinzulegen. Wenn später die Briefumschläge geöffnet werden, findet man darin große und kleine Scheine, manchmal auch Münzen, und niemand weiß, von wem der Umschlag kommt.
Jeder in der orthdoxen Kirche gibt freiwillig, es gibt keine Kirchensteuer, kein Abzocken für konfessionslose Ehepartner durch ein "besonderes Kirchgeld“, und auch keine Steuermittel vom Staat, wie sie die beiden großen Landeskirchen bei uns erhalten, so dass in Deutschland auch die Leute mit ihren Steuern die Kirchen zwangsweise unterstützen müssen, die keine oder eine andere Religion haben.
Hallo
Mich stört es nicht - ich kenne es auch nicht anders. Wobei ich es gu finde, das es ein Klingelbeutel ist und kein Körbchen. Zwei Dosen am Eingang fände ich bei uns jetzt auch nicht so passend - denn da würde es sich vom rausgehen noch länger ziehen. Wobei das bei anderen Gemeinden räumlich vielleicht besser geht.
Digital die Kollekte übereweisen - mh - ich finde es eigentlich ganz schön, das man auch wenn es kleine Beträge sind dort geben kann. Vielleicht sind ja auch nicht immer alle digital unterwegs und so ist es weniger Aufwand direkt dort geben zu können. Weiß nicht ob so mancher überweisen würde für einen kleinen Betrag.
@mk92 Ich finde es während des Gottesdienstes ebenfalls nicht so glücklich.. Erst neulich war ich in einem Gottesdienst, wo der Messdiener - inmitten einer meditativen Andacht mit Musik - mit dem Beutel auf uns zugekommen ist, das hat mich in dem Moment dann auch ziemlich abgelenkt... So etwas muss nicht sein, finde ich. Da gibt es andere Möglichkeiten..
Vielen Dank für die vielen Antworten!
Wenn ich den Tenor richtig zusammenfasse, finden alle die zweifache Sammlung eher unpassend, aber je nach persönlicher Gewohnheit unterschiedlich stark. So, wie ich unseren Presbyteriumsvorstand verstanden habe, muss bei uns fast immer für zwei unterschiedliche Zwecke gesammelt werden.
Auch wird der Klingelbeutel etwas unterschiedlich wahrgenommen. Bei uns geben die Küster oder auch mal die Presbyter je einen Klingelbeutel in eine Bankreihe herein und nehmen ihn dann wieder entgegen, wenn alle ihn zumindest zur Kenntnis genommen haben. Es geschieht meistens beim Lied direkt nach der Predigt, variiert aber je nach Pfarrer und Pfarrerin. Daher gibt es manche, die vorbereitet sind. Ich gehöre aber auch zu den Leuten, die jeden Sonntag aufs Neue überrascht werden 😉
Wenn vorhersehbar viele Personen anwesend sind, die nicht regelmäßig in den Gottesdienst gehen, wird die Kollekte am Ausgang in zwei Hälften geteilt. Ich finde das alles etwas unübersichtlich und würde am liebsten eine regelmäßige, geordnete Spendenmöglichkeit am Ausgang etablieren. Das kann natürlich den Ausgang aus der Kirche etwas verzögern, aber um Sekunden muss es direkt nach einem Gottesdienst m. E. auch nicht gehen.
Ich bin gespannt, ob wir etwas an dem Format ändern werden oder nicht. Von außen betrachtet ist das ja ein wirklich kleiner Aspekt des Kirchenlebens, aber wenn man drin steckt, tauchen ja doch häufig viele Bedenken, Hürden und berechtigte Gegenargumente auch bei kleinen Änderungen auf...
In unseren Gottesdiensten wird einmal während eines Liedes Kollekte für einen Zweck gesammelt, der vorher abgekündigt wurde (Bahnhofsmission, Brot für die Welt, Posaunenarbeit oder was weiß ich). Am Ausgang gibt es die Möglichkeit, in den Boxen an den Bänken etwas für die eigene Gemeinde zu spenden.
Ich kenne es gar nicht anders. Die Idee, dass es beim Singen stören könnte, kam mir noch nie...
Am Einfachsten wäre dann aber wohl das konsequente Teilen der am Ausang gesammelten Kollekte - wenn es geht.
Vielleicht habt Ihr inzwischen scho eine Lösung gefunden. Die anfrage ist ja schon etwas älter.
LG Schwesting
Seit Corona gibt es in meiner Gemeinde keine Kollektensammlung mehr während des Gottesdienstes. Opfer ist ja immer für die eigene Gemeinde und wurde früher mit dem Klingelbeutel gesammelt. Der Opferstock am Ausgang ist für die Kollekte für einen bestimmten Zweck oder, wenn es keinen gibt, auch für die eigene Gemeinde.
Es wurde nicht verändert seit der Pandemie und nun wird alles in den Opferstock eingelegt und der Betrag ggf. halbiert und entsprechend eingezahlt. Das haben die Ältesten so entschieden.
In anderen Gemeinden geht der Klingelbeutel wieder durch während eines Liedes. Ist halt so.
@die-tenorita
....genau anders herum. 🙂 ABer mir gefällt, wie es bei Euch gehandhabt wird!
GLG! Einen gesegneten Sonntag!