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Eure Meinung zum Thema Klingelbeutel

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MK92
 MK92
Themenstarter
Beiträge : 2

Hallo in die Runde,

 

ich bin neu hier im Forum und seit Frühjahr im Presbyterium einer evangelischen Gemeinde tätig. In unserer Gemeinde läuft einiges wirklich gut, aber es gäbe auch viel zu verbessern. 

Ein kleines Thema dabei, aber für mich doch in jedem Gottesdienst spürbar, ist die Kollekte mit Klingelbeutel während eines Liedes. Es stört mich enorm im Gottesdienstablauf, die Menschen werden beim Singen unterbrochen und es fühlt sich für mich immer wie ein etwas taktloses "nach Geld abgeklopft werden" an. Am Ausgang findet dann auch nochmal eine Kollekte statt.

Ich weiß, dass es mit dem Kirchen- und Verwaltungsrecht schwierig ist, nur einen Spendenzweck pro Gottesdienst zu bedienen, aber dafür ließen sich ja auch andere Lösungen finden. Mir geht es erstmal um die gefühlsmäßige Wahrnehmung anderer Christen bei dem Thema.

Wie seht ihr das? Findet ihr es gerechtfertigt, zweimal in einem Gottesdienst zu sammeln?

 

Danke schonmal für eure Rückmeldungen!

 

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27 Antworten
Gelöschtes Profil
Beiträge : 30188

Vor dem Messopfer kommt der Opferbeutel (oder der Opferkorb) - passend und einprägsam. 

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Gelöschtes Profil
Beiträge : 30188

@mk92 2Co 9:7  Ein jeder, wie er sich in seinem Herzen vorsetzt: nicht mit Verdruß oder aus Zwang, denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. 

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Tojak
 Tojak
Beiträge : 655

@mk92 

Also, mich stört das überhaupt nicht. Ich bin es gewohnt, seit ich in die Kirche gehe, und mir würde fast etwas fehlen, wenn diese Klingelbeutelkollekte nicht stattfände. Wer so arm ist, dass er es sich nicht leisten kann, wird wohl auch nicht schief angesehen, wenn er nichts gibt, heute jedenfalls nicht mehr. Außerdem ist der Klingelbeutel eine gute Möglichkeit, lästiges Kupfergeld loszuwerden. 🙂 Das ist jedenfalls besser, als morgens beim Brötchenholen der Schlange hinter einem auf die Nerven zu gehen, indem man den Betrag zusammenstückelt. Tut mir leid für die Presbyter, die es dann zählen müssen, und natürlich sollte man auch etwas Größeres dazutun, wenn man nicht geizig sein will.

Apropos Störung des Singens: Man kann ja vorbeitet sein und das Geld schon in der Hand haben, wenn der Klingelbeutel kommt. Schließlich gibt es meist ein Orgelvorspiel. Oder man ist textsicher. Das Kurzzeitgedächtnis muss zur Not ja auch nur für zwei Zeilen reichen. Klingelbeutel während eines Gebets fände ich dagegen unpassend.

Ein schlechtes Gewissen als Presbyterin musst du jedenfalls nicht haben. 😌 Danke, dass du die Aufgabe übernimmst!

 

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5 Antworten
BePe0905
(@bepe0905)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 630

@tojak 
Grundsätzlich stört mich jede Unterbrechung, egal ob beim Gebet, der Predigt oder "nur" beim Singen. 
Eigentlich empfinde ich es schon als Zumutung und Missachtung der Musik, wenn während eines Liedes der Klingelbeutel rumgereicht wird. Oder es ist die Anerkennung der sängerischen Schlechtleistung der Gemeinden, weil der Gesang sowieso nicht gut klingt und weil die Gemeinde den Text sowieso nicht kann. Motto: wer nicht kräftig mitsingt soll wenigstens kräftig spenden. 

Nach meinen Erfahrungen ist es auch nur noch auf Dörfern und in kleinen Gemeinden so, dass während des Gottesdienstes gesammelt wird. In unserer Stadt haben mehrere Gemeinden am Ausgang mehrere Körbe bzw. Kästchen: "für die offizielle Kollekte", "für die Orgel", "für die neue Heizung", "für sonstwas...". Und ich sehe, dass Besucher manchmal ganz gezielt bestimmte Körbchen anfüttern und andere übergehen. So finde ich es gut. 

bepe0905 antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

@bepe0905

Grundsätzlich stört mich jede Unterbrechung, egal ob beim Gebet, der Predigt oder "nur" beim Singen. 

Ich glaub, es gibt wirklich andere Dinge, die mich in einer Gemeinde mehr stören, als wenn ich 3 Sekunden durch den Klingelbeutel in der Reihe unterbrochen werde.

Bei uns ist es dann auch so, dass wenn einer andächtig die Augen geschlossen hat, der Beutel ohne zu stören an den nächsten weiter gereicht wird 😉 

tristesse antworten
BePe0905
(@bepe0905)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 630

@tristesse 
in den meisten Fällen sind es aber keine 3 Sekunden. 

Es ist immer das gleiche Procedere: 
Die Kollekte wird angekündigt: "... und beim nächsten Lied lassen wir den Klingelbeutel rumgehen, wir bitte um euer Opfer für ..., möge jeder Geber gesegnet sein" (oder ähnlich): 

Jetzt beginnt das "auf dem Sitz rumrücken", um an die Geldbörse in der hinteren Hosentasche zu kommen 
oder das "Portmonee-suchen" in der Handtasche, dann das Geknipse am Verschluss, jetzt das deutliche Rascheln bei  den Scheinen oder das diskret unterdrückte Klimpern bei den Münzen,
danach das auffällig-unauffällige Verbergen des Geldscheins in der Hand oder das unauffällig-auffällige Verbergen der Münze in der Faust.  😇 😇 😇 

Weiter geht es mit dem Hüsteln des Nachbarn, der einem endlich den Beutel geben will...
und zuletzt das verzweifelte Suchen nach der Liedstelle, an der man den Gesang unterbrach. 😳 😳 😳 

Also nee, nach meiner Beobachtung ist dieser monetäre Akt so ziemlich die intensivste Störung,
die einen nicht nur aus dem Kirchenschlaf reißt  😴 😴 😴 
sondern in manchen Gemeinden leider regelmäßig als weihevolles Opfer zelebriert wird  🙄 🙄 🙄 

bepe0905 antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

@bepe0905

Also nee, nach meiner Beobachtung ist dieser monetäre Akt so ziemlich die intensivste Störung,

die einen nicht nur aus dem Kirchenschlaf reißt 😴 😴 😴 

sondern in manchen Gemeinden leider regelmäßig als weihevolles Opfer zelebriert wird 🙄 🙄 🙄 

Ist mir noch nie bei uns aufgefallen. Vorm ersten Lied wird angesagt, dass gleich der Beutel rum geht, da wird auch keine große Rede gehalten und dann geht das bei uns ohne Hüsteln, komische Gesten und wenig Getue von statten. Aber vielleicht bin ich auch in einer komischen Gemeinde 🙂 

tristesse antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814

@bepe0905 Ich war grad mittendrin statt nur dabei 😆

chai antworten


Tojak
 Tojak
Beiträge : 655
Veröffentlicht von: @bepe0905

die intensivste Störung,
die einen nicht nur aus dem Kirchenschlaf reißt

Ich vermute ja, dass eben dieses durchaus beabsichtigt ist, als flankierende Maßnahme zu harten Bänken, regelmäßigem Aufstehen, Posaunenchoreinsatz und agitatorischem Predigen. 😇 Jemandem in die Seite zu stoßen dagegen gilt als unhöflich, solange er nicht schnarcht.

tojak antworten
Murphyline
Beiträge : 1894
Veröffentlicht von: @mk92

Findet ihr es gerechtfertigt, zweimal in einem Gottesdienst zu sammeln?

nein.

murphyline antworten
1 Antwort
Murphyline
(@murphyline)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 1894

Zweimal jedenfalls. Einmal im Gottesdienst sammeln ist biblisch.

Ich hab mir übrigens in der Osternacht während der Kollekte meine Jacke angebrannt. Saß am Rand der Kirchenbank und reichte automatisch ohne hinzusehen den Kollektenkorb nach hinten in die nächste Reihe. Nur dumm, dass dort eine Kerze stand- es war war ja schließlich Osternacht. Es ist nochmal gutgegangen, nur mein Jackenärmel ist jetzt etwas schwarz.

murphyline antworten


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