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Glaubenskurse, die ehrlich darin sind, dass auch Christen Probleme haben

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Mervelet
Themenstarter
Beiträge : 66

Hallo.
Ich beschäftige mich in letzter Zeit mit verschiedenen Glaubenskursen als Inspiration für meinen Hauskreis (zur Auffrischung sozusagen).
Dabei fällt mir jetzt neu auf, dass Christ Werden in diesen Kursen oft als Lösung der Lebensprobleme dargestellt wird.
Wenn ich Christ werde, finde ich Liebe und Sinn und bringe mein Leben in Ordnung.
Momentan lese ich z.B. Spur 8 online. http://www.online-glauben.de
Dort wird Sinn mit Hingabe an Gott gleichgesetzt.
Die Idee finde ich an sich cool, nur auch als langjährige Christin kämpfe ich immer noch mit Problemen wie Selbstwert oder Lebensaufgabe.
Ich finde es nicht ehrlich, den Menschen in einem Glaubenskurs zu versprechen, dass durch Gott alles gut wird.
Kann irgendjemand nachvollziehen, was ich meine?
Kann jemand einen anderen Kurs empfeheln, der das Ganze thematisch anders angeht?
LG

Antwort
15 Antworten
Irrwisch
Beiträge : 3403

Liebe Mervelet,

gestehen möchte ich, dass ich es eher nicht so mit Glaubensgrundkursen habe.

Mir wäre für einem Hauskreis eine gute Möglichkeit, Glauben anschaulich zu machen, wenn Teilnehmer ganz offen und authentisch ihren Glauben samt Krisen teilen dürften mit allen.

Da kommen ganz automatisch Zweifel, Fragen, Umgang mit denselben zur Sprache.

Ich beobachte, dass ein(er), der damit anfängt, der sich traut, sich ganz offen und ehrlich mitzuteilen, den Hauskreis und auch den Glauben sehr zu bereichern fähig ist.
Wenn er nicht mit Worten ausgebremst wird, dass " man" doch so nicht in seinen Leben und Glauben agieren kann.

Liebe Grüße und eine ganz gute Hauskreiszeit

Inge

irrwisch antworten
1 Antwort
Mervelet
(@mervelet)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 66

Hallo Inge,
da habe ich leider negative Erfahrungen mit dem Tratsch-Hauskreis. Was man da erzählte, war nicht privat.
Es wurde zwar über "messbare" Probleme geredet wie die Schwierigkeiten der Kinder in der Schule, Gesundheitsprobleme etc. aber wie es einem selber damit ging, dass man deshalb vielleicht manchmal am Glauben verzweifelte, kam nicht zur Sprache.
Ein anderer Hauskreis hatte so viele wechselnde Teilnehmer, dass leider keine Vertrautheit aufkommen konnte.
LG

mervelet antworten


Tojak
 Tojak
Beiträge : 402

Kein Glaubenskurs, aber etwas, was mir mal geholfen hat
Hallo Mervelet,

bei dem, was Du schreibst, denke ich an Dietrich Bonhoeffer und das von seinem Freund Eberhard Bethge herausgegebene Buch "Widerstand und Ergebung". Es enthält vor allem Briefe, die Bonhoeffer aus dem Gefängnis geschrieben hat, wo er wegen seiner Beteiligung im Widerstand gegen Hitler einsaß.

Wir haben das vor vielen Jahren in der Evangelischen Studentengemeinde gelesen und es steht seitdem leicht greifbar und oft zum Nachschlagen benutzt in meinem Bücherregal. Das ist nichts sehr Theoretisches, und es zeigt den Menschen Bonhoeffer, der selbst als sehr profilierter und belesener Christ und Pfarrer hier und da seine Zweifel und Fragen hatte, gleichwohl aber immer vom Glauben getragen wurde. Ich fand gerade in seiner Offenheit und Ehrlichkeit befreiend.

Es ist zwar kein Glaubenskurs, wo einem etwas beigebracht wird, als handele es um Tangotanzen, aber es zeigt Wege im Glauben auf und den Glauben selbst als nichts Festgefügtes, sondern als etwas, das sich im Wechselspiel mit dem eigenen Lebenslauf entwickelt. Mir hat es sehr geholfen.

Viele Grüße

Thomas Jakob

tojak antworten
neubaugoere
Beiträge : 12674

Hey Mervelet,

du sprichst etwas Wichtiges an: Authentizität ....
Ich glaube, dass ein Missverständnis immer im typischen Kanaanäisch liegt. Ich sage auch oft: Gott hat mein Leben umgekrempelt, er hat aus mir einen besseren Menschen gemacht. Doch ich muss es auch erläutern/erklären, was Gott getan hat (Zeugnis geben/sein). Und ich glaube auch, dass es ein Missverständnis darin gibt, wenn "wir" sagen "Gott macht alles gut" und dem, was Nichtgläubige verstehen, wenn es heißt "Gott macht alles gut". Gott macht alles gut, wenn der Blick auf die Versöhnung mit Gott und meine Rettung gerichtet ist. Gott macht sicher auch alles gut, was ich ihm vertrauensvoll überlasse. Und da fängt das Missverständnis schon an ... "so ich ihm auch alles gebe oder überlasse, was bei mir oder unter meiner Führung nicht so läuft". Und das ist der Moment, wo jeder sich selbst gegenüber ehrlich sein darf. Gebe ich ihm wirklich alles? Überlasse ich ihm wirklich alles, jeden Lebensbereich, jeden Winkel meines Lebens? Oder gibt es noch Seiten an mir oder Bereiche meines Lebens, wo ich doch gern die Oberhand behalte? Und das ist der Zeitpunkt, wo ich in das Geheimnis des Leibes Christi eintauche, denn den gibt's ja auch quasi nicht umsonst. 😌 Komme ich Christus näher, bin ich auch bereit, mich zu zeigen, mich zu öffnen (denn er ermöglicht dies) und werde rechenschaftsfähig, meine Geschwister sind mir Spiegel und ich ihnen. Wir gehen den Weg gemeinsam, auch indem wir einander stärken, einander sehen, wie der andere wirklich ist und auch darin einander begleiten.

Lieben Gruß

neubaugoere antworten


marieta
Beiträge : 434

Ich fand den Spur 8 Kurs gerade bei dem Thema unheimlich gut. Die Frage, was eigentlich Sünde ist, hat mich da sehr erhellt. Und ich erinnere mich an die Aussage, dass mit dem Christwerden die Reise nicht endet, sondern erst beginnt.
Hm. Für dich ist es nicht so. Vielleicht liegt das am Rahmen. Online lesen ist was anderes, als die Themen von bestimmten Personen aufbereitet, mit persönlichem Zeugnis gewürzt präsentiert zu bekommen und mit einer Gruppe von unterschiedlichen Leuten auszudiskutieren. So habe ich nämlich den Spur 8 Kurs erlebt. Als extrem offenes, ausgiebiges, wertschätzend diskutierendes gemeinschaftliches Erstreiten der Themen, mit viel Zeit, und mit differenzierten Ansichten einer ganz bunt gemischten Gruppe. (Übrigens hab ich den Alphakurs völlig anders, furchtbar nervtötend erlebt - in einer ganz anderen Gruppe, die sehr dogmatisch die Texte gelesen und weder Diskussion noch Fragen wirklich zugelassen hat. Lag wahrscheinlich nicht am Alphakurs, und auch nicht am Spur 8 Kurs, sondern an den Menschen um mich herum.)
Vielleicht geht es gar nicht so sehr um den verschriftlichten Kurs, sondern darum, was du daraus machst. Also... ganz spontan... Vielleicht stellst du dir für dein persönliches Vorankommen mal ein paar offene Fragen: In welchem Rahmen würdest du dich wohlfühlen? Welche Personen könnten dir hilfreich sein? Was möchtest du auf keinen Fall hören? Welche Ergebnisse wünschst du dir? Und viel konkreter: Ist dein Hauskreis für dich die richtige Zusammensetzung zur höchstpersönlichen Weiterentwicklung? Möchtest du für Gespräche bestimmte Regeln festlegen? Wie muss der Input aussehen, um deine Wunschergebnisse möglich zu machen? Kannst du diesen Input vielleicht sogar selbst gestalten - oder genügt dafür sogar ganz pur die Bibel? Oder in die andere Richtung gedacht: Brauchst du für deine ganz persönlichen Schwierigkeiten mehr als die Bibel? Was genau könnte das sein? Muss alles ganz unmittelbar durch Gott erklär- und lösbar sein oder ist es für dich legitim, Hilfe von Gottes Geschöpfen anzunehmen, auch wenn die diese Schöpferherkunft gar nicht vor sich her tragen?

marieta antworten
puma777
Beiträge : 17

ich kann den glaubenskurs" stufen des lebens" empfehlen.
muss aber auch sagen ,dass spricht frauen mehr an wie männer.
der kurs ist gestaltet mit bodenbilder, so kann man sich die inhalte einfach besser merken, die kurse sind sehr intensiv.
im internet könnt ihr nachschauen ob in eurer gegend welche stattfinden.

im ERF gibts online glaubenskurse zu verschiedenen kapitel der bibel

etwas konservativer sind die angebote vom missionswerk werner heukelbach.

lg

puma777 antworten
1 Antwort
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 2996

Ich kenne auch Stufen des Leben, als Mann und bei uns war ich nicht der einzige Mann.
Es gibt da unterschiedliche Themen.
Für den Hauskreis gibt es auch Material der Missiongesellschaft
DMGINT.de

jigal antworten


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