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Warum katholisch?

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jaanet
 jaanet
Themenstarter
Beiträge : 4

Hallo, mich würde interessieren wieso ihr katholisch wurdet (egal ob römisch-katholisch oder alt-katholisch). 

Was euch überzeugt hat, wie offen ihr die katholische Kirche empfindet, was ihr gerne ändern würdet und ob ihr vorher einer anderen Konfession angehört habt 

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13 Antworten
Chai
 Chai
Beiträge : 3516

Die mir bekannten Katholiken wurden in ihren Glauben hineingeboren oder haben bei der Heirat den Glauben des Ehepartners angenommen. 

chai antworten
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Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7419

@chai 

In meiner Gemeinde kenne ich 4 Frauen, die von katholisch nach evangelisch konvertiert sind.

queequeg antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1360

@queequeg 

Ich kenne 4 Junge EX- Moslems die Katholisch wurden.

kappa antworten


Stern
 Stern
Beiträge : 1631

@jaanet 

Ich glaube, ich würde mich nicht katholisch taufen lassen wollen, wenn ich die Wahl hätte. 

Das soll nicht heissen, das ich den Katholizismus als nicht erstrebenswert erachte, die Konfessionen sind für mich absolut gleichwertig und gleichrangig.

Aber in den meisten katholischen Kirchen sind mir zuviel ritualisierte Handlungen. Aber ich glaube, genau das schätzen viele Gläubige am Katholizismus.

Das Gedankengebäude dahinter kann ich gar nicht beurteilen, weder bei den Katholiken noch bei den Evangelen. Mir ging und geht es immer nur um Jesus Botschaft, weniger um das, was die Kirchen daraus gemacht haben.

Unser evangelischer Pfarrer hat einmal eine Messe gehalten wie zu Luthers Zeiten…und Überraschung: sie war ähnlich wie ein katholischer Gottesdienst. Wen wundert es, da Luther ja daher kommt. Das war schön, weil es trotzdem nicht so überladen war wie die Godi in der kath.Kirche.

Ich bin sowohl katholisch als auch evangelisch getauft und fühle mich damit sehr wohl, weil ich diesen Spaltungen sowieso eher skeptisch gegenüberstehe, da ja doch alle Christus angehören.

stern antworten
3 Antworten
Tojak
 Tojak
(@tojak)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 603
Veröffentlicht von: @stern

@jaanet 

Aber in den meisten katholischen Kirchen sind mir zuviel ritualisierte Handlungen. Aber ich glaube, genau das schätzen viele Gläubige am Katholizismus.

Ja, das geht mir als Evangelischem auch so. 

Unser evangelischer Pfarrer hat einmal eine Messe gehalten wie zu Luthers Zeiten…und Überraschung: sie war ähnlich wie ein katholischer Gottesdienst. Wen wundert es, da Luther ja daher kommt. Das war schön, weil es trotzdem nicht so überladen war wie die Godi in der kath.Kirche.

Fände ich auch mal interessant.

Ich bin sowohl katholisch als auch evangelisch getauft 

Wie das? Ich dachte, die EKD und die katholische Kirche erkennen ihre Taufen gegenseitig an.

 

tojak antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 1631

@tojak 

Wie das? Ich dachte, die EKD und die katholische Kirche erkennen ihre Taufen gegenseitig an.

Babytaufe katholisch, Erwachsenentaufe in einer ev. Freikirche. Die haben jeden getauft, der wollte.

stern antworten
Tojak
 Tojak
(@tojak)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 603

@stern 

OK, das ist was anderes. Alles klar.

tojak antworten
Kappa
 Kappa
Beiträge : 1360

@jaanet HuHu,

Bei mir trifft es zu, ich wurde Katholisch

Ein Freund von mir wurde durch oder während seines Theologie Studiums Katholisch. Ich Diskutierte dann mit ihm öfters.

Obwohl ich erst dagegen gewesen bin, hat es in der Summe Sinn gemacht auf viele Dinge , wo ein Fragezeichen war, Antwort zu bekommen. Speziell das mit den verschiedenen Auslegungen auch bei Heilsrelevanten Fragen quälte mich vorher sehr.  In der Katholischen Kirche gibt es in dem Sinn kein Sola Scriptura sondern eben letztlich selbst die Kirche wo darüber wacht und Auslegt. Das war wohl der Knackpunkt, einfach weil die Bibel im neuen Testament so geschrieben ist, das eine Autorität von aussen notwendig ist. Es ist eben keine Bedienungsanleitung für jedermann.

kappa antworten


Pankratius
Beiträge : 1371

@jaanet 

Ich bin vom Protestantismus zum Katholizismus konvertiert. 

Es war ein jahrelanger Prozess und hatte sowohl theologische als auch spirituelle Gründe. 

Besonders im Fokus standen bei mir ähnliche Themen wie bei vielen Konvertiten: 

- Heilige Messe / Liturgie und andere Gebetsformen (Ästhetik, Sinnlichkeit, Tradition) 

- Eucharistieverständnis

- Sakramente und Sakramentalien

- Maria

- Heilige

- Traditionsverständnis vs. sola scriptura

- klare Positionen zu Themen wie Lebensschutz 

- sichtbare Einheit der Kirche mit dem Papst als Garant dafür

Ich glaube, dass die Katholische Kirche die Kirche ist, die Jesus Christus gegründet hat, und habe den Schritt nie bereut. Katholisch zu sein ist eine große Gnade für mich. 

pankratius antworten
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Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3516

@pankratius / @Kappa

Ich hab - auch wenn ich Euch so lese - den Eindruck, dass Konvertiten (egal zu welchem Glauben) sich viel mehr mit dem Glauben beschäftigen / beschäftigt haben als die Menschen, die halt in der Religion sind, in die sie hineingeboren wurden. 

chai antworten
Kappa
 Kappa
Beiträge : 1360

@jaanet 

Guten Morgen,

Ich bin auch so ein Fall.

Ich war in meiner Jugend in Charismatischen Gemeinden. Das kommt nicht von meiner Familie her. In meiner Familie gab es keine einheitliche Struktur. Bin dann vom Glauben angekommen und mit ca. 40 irgendwie wieder zurück.

Ich war dann unverbindlich in freikirchlichen Gruppen zu Gast und beschäftige mich damit. Ich hatte dann nach einer Weile versucht den Ort zu finden wo die Wahrheit möglichst ganz geglaubt wird. Ich wusste ja noch von den Dingen die mich früher plagten bzw. die verschiedenen Lehren welche auch das Seelenheil betreffen. Auch irritierte mich die Feindschaft zwischen Protestanten. Zum Beispiel Brüdergemeinden und Pfingstkirchen. Es war auf der anderen Seite klar das in allen Gemeinden Menschen leben, welche Jesus fest im Herz hatten und ernsthaft ihm nachfolgten. Das war für mich ein Stück weit ein Mysterium. Ich las auch wieder Bibel, aber unterm Strich fand ich keinen richtigen Frieden oder Gewissheit. Ich war auch bei einer Gruppe wo sehr brüderlich den Glauben lebte, eigentlich ja auch gut. Diese aber grenzten sich recht stark von anderen Kirchen wieder ab und waren sehr wenige. Ich hatte also viele Fragezeichen stehen. 

Irgendwann telefonierte ich mit einem alten Freund, der studierte Theologie auf dem zweiten Bildungsweg. Der war früher auch in Pfingstkirchen gewesen. Der erzählte mir, das er auf was gekommen sei was er sinngemäß für das richtige hält. Er war damals kurz davor Katholisch zu werden. Ich war zuerst vollkommen überrascht und fand es fast absurd.  Ich bin dann mit den üblichen Einwänden gekommen (Sachen nicht in der Bibel etc) und es entwickelte sich ein Dialog.

Ich fing dann an, wahrscheinlich sogar um mich selbst zu beruhigen, mich damit zu beschäftigen und es sozusagen zu widerlegen. Das klappte nicht so richtig, irgendwie hatte es unterm mehr Strich Hand und Fuß als ich Dachte und nach und nach hatte ich dann zumindest eine gewisse Erklärung für die Fragezeichen, vor allem das Chaos in der Christenheit was der Protestantismus verursachte und im krassen Gegensatz zur "Einheit" stand welche im neuen Testament permanent gefordert wird.

Das war aber ein längerer Prozess - die Liturgie und alles war mir sehr Fremd. Es fiel mir gar nicht einfach, mich damit zu identifizieren weil ich ja zuletzt aus der ganz anderen Ecke gekommen bin, welche komplett gegen kirchliche Strukturen war. Religion war früher quasi ein Schimpfwort.... irgendwann erkannte ich das Religion und Tradition aber lebendig sein kann. Ich beschäftige mich auch etwas mit dem Ortodoxen, der Unterschied zwischen diesen Kirchen ist weniger gewichtet.

Was mir noch aufgefallen war, es gibt ja Frühkirchen-Literatur die es nicht in das neue Testament geschafft hat. Das hatte ich ab und zu gelesen um der Wahrheit besser auf die Spur zu kommen. Diese Texte oder deren Inhalt waren für mich doch schwerer mit dem Protestantismus als mit der Römischen oder Ortodoxen Kirche vereinbar.

Vielleicht waren es eins oder zwei Jahre bis ich mich dann entschieden hatte, Katholisch zu werden. 

Mein Leben ist deshalb auch alles andere als ohne Probleme, meine Frau mag es nicht etc.pp. Es gibt auch in der Kirche unterschiedliche Strömungen zum Beispiel Traditionelle und Liberale. Aber unterm Strich kann man sich immer an den Grundlagen orientieren, das hat man dann als Untergrund.

Das eindrücklichste weshalb ich vom Katholischen überzeugt wurde ist vermutlich deshalb, weil das neue Testament anders geschrieben ist als die 5 Bücher Mose. Letztere sind eine Art klare Anleitung die wenig Spielraum lassen. Das neue Testament sind mehr Zeugnisse über das Leben der ersten Christen, Jesus und die Vorgänge darum herum. Es ist als ob quasi eine Zutat fehlen würde. Es ist nicht so geschrieben, das man klar sieht, was es für uns bedeutet. Heute ist diese Zutat für mich im Glauben die Kirche selbst, welche die Vollmacht zur Lehre hat, welche Petrus übergeben wurden. Jesus hat uns kein Buch hinterlassen - nur die Gemeinschaft der ersten Christen.

Ich hoffe ich bleibe dabei, auch wenn es nicht immer einfach ist, viele Grüße und frohes neues Jahr 

 

 

kappa antworten


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