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Was ich an der ev. Landeskirche gut finde

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Ungehorsam
Themenstarter
Beiträge : 3336

Meine kirchliche Sozialisation begann schon in frühester Kindheit. Kindergottesdienst, Christenlehre und Konfirmandenunterricht gehörten für mich selbstverständlich dazu. Ich absolvierte sogar eine kirchliche Ausbildung und wurde vor vier Jahren in den Kirchenvorstand meiner Wohnortgemeinde gewählt.
Ich schaue aber gern ab und zu über meinen Tellerrand und besuchte auch schon die katholische Messe, eine orthodoxe Messe und freikirchliche Lobpreis-Gottesdienste. Auch mit Taize kam ich in Berührung.
Ja, manchmal ärgere ich mich über den schlecht besuchten Gottesdienst oder eine seltsame Predigt. Oder über den schiefen Gesang der Prädikantin bei der Liturgie.
In meinem Leben bin ich schon viel herumgekommen und gehörte schon den unterschiedlichsten Landeskirchen an. Als Vorteil gegenüber einer Freikirche z.B. empfinde ich es, daß es wirklich überall eine Gemeinde und Pfarrer gibt. Wie oft mußte ich schon hier in diesem Forum von Freikirchlern lesen, die nach einem Umzug keine passende Gemeinde mehr finden konnten. Mir ist auch persönlich jemand bekannt, der nach dem Wegzug aus Siegen das gleiche Problem hat.
Es ist mir nicht so ganz klar, was eine Gemeinde für einen Freikirchler "passend" macht. Ist es die Zusammensetzung vom Alter her, die Familienfreundlichkeit oder die theologische Ausrichtung?
Ich persönlich finde es wenig erstrebenswert, wenn in einer Gemeinde alle die selbe theologische Ausrichtung bzw. geistliche Prägung haben. Wo sich alle einig sind, gibt es keinen Diskurs und somit kein geistliches Wachstum.
In der Landeskirche treffen unterschiedliche Ausrichtungen, Prägungen und Traditionen aufeinander. Man befruchtet sich gegenseitig im Glauben und lernt voneinander. Das fördert auch die Toleranz. Konservative Christen echauffieren sich ja gerne über liberale Theologen. Ich finde, gerade solche Predigten, die nicht dem eigenen Glaubensverständnis entsprechen, fordern doch dazu heraus, sich erst einmal selbst zu positionieren. Es gibt keine größere Enttäuschung für den Prediger, wenn ihm gesagt wird, wie schön er doch gepredigt hat. Wenn die Predigt zum Nachdenken anregt oder gar Widerspruch hervorruft, dann ist das Ziel erreicht. Jesus ist der unübertroffene Meister der Predigt, und er hat nie das gepredigt, was die Leute hören wollten. Jesu Predigten waren herausfordernd und riefen oft Widerspruch hervor - sogar Blasphemie wurde ihm vorgeworfen.
Außerdem begrüße ich es, wenn der Landesbischof sich öffentlich zur Tagespolitik äußert. Das gibt mir Orientierung, wie ich das politische Geschehen im Lichte des Evangeliums einordnen kann. Es hat mich sehr beeindruckt, wie Margot Käßmann damals in einer viel beachteten Predigt sagte: "Nichts ist gut in Afghanistan!" Sie mußte viel Kritik dafür einstecken, doch am Ende hat sie recht behalten.

Jetzt seid ihr dran. Ihr dürft gern ergänzen, was euch persönlich noch wichtig ist.
Ihr dürft meinen Post auch getrost zerreißen und die Vorzüge eurer Freikirche dagegenhalten.

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121 Antworten
Johannes22
Beiträge : 2973

Ich gehe immer Heiligabend in einen evangelischen Gottesdienst der Landeskirche, vor allem weil ich die Kirche (also das Gebäude) sehr mag. Auch wenn die Kriterien oberflächlich erscheinen mag, die Predigten der Pastorin sind immer hervorragend, rhetorisch geschliffen und einfach nur gut (was auch daran liegt das in dieser bedeutsamen Kirche in der Innenstadt wie mir eine befreundete Pastorentochter mal erzählt hat Heiligabend nur die erste Garde predigen darf), der Organist ist wirklich gut und auch die Musiker die aufgeboten werden sind wirklich gut. Zum Gesang der Gemeinde sag ich jetzt mal nichts.

Mich hat auch der evangelische Kirchentag der ja vor Ort in Dortmund stattgefunden hat echt begeistert. Das war schon was besonderes.

johannes22 antworten
10 Antworten
Goldapfel
(@goldapfel)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 738

Wo du den Gesang der Gemeinde erwähnst...
Mein Kind, jahrelang freie Gemeinden gewöhnt, war ziemlich fertig, als es feststellte, dass bei der Konfirmation der Cousine trotz voller Kirche kaum mitgesungen wurde.
Das war es arg geschockt 😅

goldapfel antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Mein Kind, jahrelang freie Gemeinden gewöhnt, war ziemlich fertig, als es feststellte, dass bei der Konfirmation der Cousine trotz voller Kirche kaum mitgesungen wurde.

Das liegt daran, daß die Konfirmation als Familienfest gefeiert wird. Also muß die bucklige Verwandtschaft zuerst mit zum Ritual in die Kirche mitgeschleift werden. Das Problem ist nur, die waren jahrelang (außer vielleicht Weihnachten) nicht mehr in der Kirche. Die Lieder sind ihnen also völlig unbekannt.
Ist bei Taufen, Trauungen und Beerdigungen aber auch so. Nur die Stammbesucher sind in der Lage, kräftig mitzusingen.

ungehorsam antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Das ist auch so ein Punkt. Viele sind zwar auf dem Papier Mitglied. Und nehmen kirchliche Trauung, Taufe und Beerdigung gern mit. Aber in die Kirche gehen oder gar sich in der Gemeinde engagieren?

herbstrose antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17047

Immerhin zahlen sie Kirchensteuer. Das ist schon mal was.

tristesse antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Aber in die Kirche gehen oder gar sich in der Gemeinde engagieren?

Es ist ärgerlich, aber damit muß eine Volkskirche leben. Immerhin werden solche Leute bei diesen Anlässen auch mal von Gottes Wort erreicht.

ungehorsam antworten
paramaribo1954
(@paramaribo1954)
Beigetreten : Vor 9 Monaten

Beiträge : 510
Veröffentlicht von: @ungehorsam

Das Problem ist nur, die waren jahrelang (außer vielleicht Weihnachten) nicht mehr in der Kirche.

Ich nenne diese die Christlichen U-Bootedie nur an hohen Feriertagen auftauchen. 😛🙁😯

paramaribo1954 antworten
mamba
 mamba
(@mamba)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 93

[quote=paramaribo1954;12910197
Ich nenne diese die Christlichen U-Bootedie nur an hohen Feriertagen auftauchen. 😛🙁😯

Ich bin selbst so ein U-Boot und seit 5 Jahren praktisch nicht aufgetaucht. Aber schön, wenn man wenigstens weiß, wie die "guten Christen" über einen denken 😛

mamba antworten
paramaribo1954
(@paramaribo1954)
Beigetreten : Vor 9 Monaten

Beiträge : 510

Hallo mamba,

Veröffentlicht von: @mamba

[quote=paramaribo1954;12910197
Ich nenne diese die Christlichen U-Bootedie nur an hohen Feriertagen auftauchen. 😛🙁😯

Veröffentlicht von: @mamba

Ich bin selbst so ein U-Boot und seit 5 Jahren praktisch nicht aufgetaucht. Aber schön, wenn man wenigstens weiß, wie die "guten Christen" über einen denken 😛

Was höre ich aus deinen Worten heraus?

Ich kann ja davon ausgehen, das du, so wie ich deinen Text interpretiere
mich zu den "guten Christen rechnest."
Ich möchte das weder bestätigen noch zurückweisen.

Ich kann von mir nur sagen, dass ich gerne und regelmässig un die Kirche gehe. Das ich mich als Christ bezeichne und das ich dazu stehe, dass ich ein einfacher, aber begeisteter Nachfolger von Jesus -Christus
bin.
Und über dich, wie über (fast) alle Menschen denke ich erstmal durchaus positiv. (So hat sich das im Laufe meines Lebens als Christ
entwickelt.)
Wenn ich die Menschen, die lediglich zu Weihnachten, Ostern und vielleicht noch zu Pfingsten aus reiner Tradition den Weg in die Kirche finden, aus meiner Sicht etwas scherzhaft als Christliche U-Boote be-zeichne, dann ist das doch nicht mehr als eine nüchterne Feststellung

Damit treffe ich mir Sicherheit keine Bewertung über Menschen, die keinen bezug zur Kirche und zu Gott haben.
Wobei ich ausdrücklich daraus hinweisen möchte, dass es sicher auch nicht wenige Menschen gibt, die eine gute Beziehung zu Gott haben, jedoch, aus den verschiedensten Gründen mit Kirche "nichts am Hut haben!"

Ich hoffe, ich konnte dich etwas informieren und beruhigen.

liebe Grüße
paramaribo1954

paramaribo1954 antworten
mamba
 mamba
(@mamba)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 93

Hallo Paramaribo,

vielen Dank, dass du dir die Mühe gemacht hast, so ausführlich zu antworten. Ich hatte das auch gar nicht soooo ernst gemeint (siehe mein Smilie).

Ich war selbst viele Jahre aktiv in meiner Gemeinde (auch Landeskirche) und habe im normalen Kontakt sowohl mit Pfarrern als auch in den Chören oder im KGR nie diese Bezeichnung gehört.
Verwendet wurde sie eher gerne in den Kreisen, wo sich Christen als ernsthafter, frommer fühlten und war immer abwertend gemeint.

Deswegen muss ich heute, wenn mir der Begriff begegnet, manchmal etwas ironisch antworten und sagen, hei so einer bin ich auch 😊

Es kann ja aber letztendlich keiner wissen, wie es in Menschen aussieht, die nur gelegentlich in den Gottesdienst kommen oder gar nur alle zwei Jahre an Ostern oder Weihnachten. Kann man die Frage, wie ernsthaft jemand Christ ist und das im Alltag auch lebt, wirklich an die Zahl der Gottesdienste ablesen, die er besucht? Vielleicht lebt mancher Kirchenferne christlicher als einer der sonntäglich in der Kirche sitzt...

Ganz beruhigt grüßt
mamba

mamba antworten
paramaribo1954
(@paramaribo1954)
Beigetreten : Vor 9 Monaten

Beiträge : 510

hallo mamba,
ich danke dir auch für deine auführliche und klärendeAntwort.

Veröffentlicht von: @mamba

Es kann ja aber letztendlich keiner wissen, wie es in Menschen aussieht, die nur gelegentlich in den Gottesdienst kommen oder gar nur alle zwei Jahre an Ostern oder Weihnachten. Kann man die Frage, wie ernsthaft jemand Christ ist und das im Alltag auch lebt, wirklich an die Zahl der Gottesdienste ablesen, die er besucht? Vielleicht lebt mancher Kirchenferne christlicher als einer der sonntäglich in der Kirche sitzt...

Der letzte Satz beinhaltet eine sehr wichtige Frage-Botschaft- Aussage, die ich vollumfänglich unterschreibe!
Für mich kommt es in erster Linie auf das direkte Verhältnis jedes einzelnen Menschen zu Gott an. Das sollte ok sein und alles, was darüber hinaus geht, ist wie "Zugabe!"
Dazu zähle ich auch die Kirchen und Gemeinden!
Wenn ich mir Gott wirklich im Reinen bin, kann ich mich in meinem Glauben weiter umsehen.
ich sage aber auch in Anlehnung eines Werbespruchs aus dem Sport:
Sport ist im Verein erst schön!" ganz gerne auch:
Glauben leben ist in Kirche und Gemeinde erst schön!"

Dazu muss man natürlich auch die richtige und passende gemeinde finden. Und das ist wirklich eine kleine Herauforderung.

Liebe Grüße
paramaribo1954

paramaribo1954 antworten


Feliciah
Beiträge : 783

Hallo Ungehorsam,

es gibt einige Dinge, die ich als Freikirchlerin an der evangelischen Kirche mag. 😊 Hier im Umkreis gibt es relativ viele kleine Kirchen, in denen der Austausch der Mitglieder, man kann schon sagen, familiär ist. Mir gefällt, wie ich aus 2 evangelischen Kirchen weiß, wie man sich dort umeinander kümmert. Auch die verschiedenen Dienste, die dazugehörigen Besuchsdienste etc.. Tristesse erwähnte hier schon die Treue der Mitglieder. Stimmt, da sind einige Leute bereits viele Jahre dabei. Ich besuche die evangelische Kirche nicht regelmäßig, aber wenn, dann finde ich es schon schön, wie man dort leise, aber freundlich begrüßt wird und einem das Gesangbuch in die Hand gegeben wird.

Apropos Gesang: Vor 20 Jahren habe ich das noch gar nicht so gesehen, aber heute finde ich, dass die Texte der Lieder oft viel tiefgehender sind. Wenn man sich alleine anschaut, aus wie vielen Strophen ein einziges Lied besteht, dann kann ich nur staunen. 😊 Die Schreiber damals haben Anbetung pur vermittelt. Mittlerweile werden auch moderne Lobpreislieder eingebaut. Auch das finde ich schön.

In unserer Gemeinde vermisse ich manchmal, dass das Vater-Unser nicht gebetet wird. Und besonders eine Kirche in meiner Nähe gefällt mir sehr gut. Wenn da nicht "Erweckung" ist, wo dann? Die Jugendlichen aus der Konfi-Gruppe sind lebendig dabei und sprechen von Jesus.
Ich war mal in einem "Outdoor-Gottesdienst" der "Konfis" als Gast dabei und fand es stark, wie die mitgegangen sind.

feliciah antworten
6 Antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Apropos Gesang: Vor 20 Jahren habe ich das noch gar nicht so gesehen, aber heute finde ich, dass die Texte der Lieder oft viel tiefgehender sind. Wenn man sich alleine anschaut, aus wie vielen Strophen ein einziges Lied besteht, dann kann ich nur staunen. Die Schreiber damals haben Anbetung pur vermittelt.

Ja, das sehe ich auch so. Ein besonders bekannter und beliebter Liederdichter ist Paul Gerhardt. Er erlebte den Dreißigjährigen Krieg mit all seinem Elend. Etliche seiner Kinder starben früh. Aus dieser Erfahrung heraus schuf er unglaublich tiefgehende Liedtexte.
Oder Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, ungefähr ein Jahrhundert später. Er war Pietist und Gutsherr auf Berthelsdorf in der Oberlausitz. Er nahm evangelische Flüchtlinge aus Böhmen und Mähren auf. Diese gründeten die Stadt Herrnhut und mit der Herrnhuter Brüdergemeine entstand die älteste Freikirche in Deutschland.

ungehorsam antworten
paramaribo1954
(@paramaribo1954)
Beigetreten : Vor 9 Monaten

Beiträge : 510

Ja, ich sehe das genauso wie du.
Wir haben in der evangelischen Landeskirche eine sehr große Zahl von liedern in unseren Gesangbüchern, mit wunderbaren texten und Botschaften für alle Lebenslagen und Lebenssituationen.
Ganz vorne sehe ich da den in hohem Maße von Schicksalsschlägen getroffene Pfarrer Paul Gerhardt. Er verlor Ehefrau und sechs seiner neun Kinder im Dreißigjährigen Krieg. Und trotzdem hatte und behielt er zeit Lebens einen tiefen und festen Glauben, der es ihm ermöglichte,
solche wunderbaren und wirklich ergreifende Liedtexte zu verfassen!
Im Juli 2019 war ich eine Woche zu Gast in Herrnhut, einer ganz besonderen freikirchlichen Brüdergemeinde. Es war ein unvergessliches Erlebnis der ganz besonderen Art.
Obwohl mir die Paul Gerhartd Lieder und viele J.S. Bach-Choräle sehr, sehr wichtige Stützpfeiler meines Glaubens sind, hab ich auch viel Freude an moderneren Lobpreis-Liedern .

paramaribo1954 antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Zu Lobpreis habe ich keinen Zugang, aber ich mag die Taizé-Gesänge und Gospel. Ich freue mich schon auf den Gospel-Kirchentag, der nach zweimaligem Aufschub im September in Hannover stattfinden soll.

ungehorsam antworten
Feliciah
(@feliciah)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 783
Veröffentlicht von: @ungehorsam

und Gospel. Ich freue mich schon auf den Gospel-Kirchentag, der nach zweimaligem Aufschub im September in Hannover stattfinden soll.

Dann magst Du vielleicht das? 😊

https://www.youtube.com/watch?v=GfAsYChmHkM

feliciah antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Natürlich, aus den alten Chorälen läßt sich noch allerhand herausholen. Das Adventskonzert vor sieben Wochen wurde von einer Band gestaltet, die spielten die altbekannten Weihnachtslieder mit Saxophon, Schlagzeug und Klavier, das ging dann in Richtung Jazz.

ungehorsam antworten
paramaribo1954
(@paramaribo1954)
Beigetreten : Vor 9 Monaten

Beiträge : 510

Hallo Ungehorsam,
Taize ist sehr schön und wird bei uns viel gesungen.
Bei Gospel bin ich ebenso begeistert, jedoch finde ich es etwas befremdlich bei Menschen, die diesen besónderen Rhytmus nicht im Blut haben und zu denen es nicht so überzeugend passt.
Beim Lobpreis kommt es sicher auf die Texte und die Musikform an.

Aber es muß ja auch nicht jeder alles Mögen.....

paramaribo1954 antworten
Neubaugöre
Beiträge : 11889

Gemeinde im Fokus?
Schön, wenn mal jemand schreibt, was er gut findet. 😊

Veröffentlicht von: @ungehorsam

Jetzt seid ihr dran. Ihr dürft gern ergänzen, was euch persönlich noch wichtig ist.
Ihr dürft meinen Post auch getrost zerreißen und die Vorzüge eurer Freikirche dagegenhalten.

Ich hab gar keine Einschätzung, wie es in welcher "Kirche" oder "Gemeinde" zugeht - also keine pauschale. Ich war in meinem Leben in einigen Gemeinden zu Gast, mit mehr oder weniger Eindrücken, die aber kein Gesamtbild ergeben, das dann eben pauschal geäußert werden könnte.
Manchmal denke ich, wie gut das im Grunde ist.
Ich komme gar nicht in die Verlegenheit, dann über "die Freikirchen" zu reden oder über "die Landeskirchen" oder oder ... sondern berichte von dieser und jener Erfahrung in eben dieser oder jener Gemeinde, die ich ja dann auch mit Namen benennen kann.

Ich mochte meine erste Gemeinde - eine Freikirche innerhalb des Foursquare-Church-Verbandes. Dorthinein hatte Gott mich und hineingeführt und gestellt. Ich mochte jeden Einzelnen auf seine Art, auch wenn ich nicht mit jedem nicht gleich gut klarkam. Ich mag auch meine jetzige Gemeinde, in die mich Gott geführt und gestellt hat, nachdem ich beim Sterben der ersten zugesehen habe. Sie sind mir Familie, wie Gott es mir angekündigt hat und sie sind mir allesamt ein Segen, jeder auf seine Art und eben durch seine Art. Segen kann so unterschiedlich sein und äußert sich in Heilung, Befreiung, persönliches Wachstum, Reife ...

Ich bin gänzlich ohne Gemeinde(n) aufgewachsen, ohne Glauben an einen Gott, wurde nicht gelehrt oder habe eben keinen Kindergottesdienst, keine "Christenlehre" (was auch immer dies sein soll 😉) oder Konfirmandenunterricht genossen und absolvierte auch keinerlei Ausbildungen, die deiner ähneln. Aus allen Gremien habe ich mich bisher herausgehalten und gedenke dies auch weiterhin zu tun, sicher nicht ohne Grund, aber der ist hier zweitrangig. - Ich weiß gar nicht, was für dich z.B. ein "Tellerrand" ist oder wäre, aber ich kenne für Jesus brennende katholische Geschwister und auch kalte oder laue evangelische. Mit der orthodoxen Kirche habe ich noch keine Berührung gehabt, außer im Fernsehen mal was drüber zu sehen.

Im Grunde kann ich auch gar keine Aussagen treffen, die so in die Richtung gehen, was du selbst schilderst und was du von anderen erwartest (auch wenn es das Zerreißen ist 😉). Wie so viele Schafe bin ich auf dem Weg zu Jesus. Naturgemäß wird es da öfter mal eng zwischen den Schafen, wenn so viele von ihnen auf ein Ziel zusteuern ... 😌 😉

Meine Geschwister, die mich umgeben, betrachte ich allesamt als von Gott dorthingestellt, welche Aufgabe sie auch erfüllen, wo sie auch stehen, weshalb ich die Augen offenhalte, was ich von wem lernen darf/soll, denn es ist sein Reich, seine Welt, er führt - und bestimmt nicht nur mich. 😌 😉

neubaugoere antworten
8 Antworten
Adjutante
(@adjutante)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 1980
Veröffentlicht von: @neubaugoere

Christenlehre

.... Das ist die Arbeit mit Kindern im Alter von der 1. bis zur 6. Schulklasse, meist in Gruppen nach den jeweiligen Schulkassen unterteilt wie z.B. 1. + 2. Klasse, 3. + 4. Klasse ... Gut vergleichbar mit der Jungschararbeit mit möglichen Inhalten wie singen, spielen, basteln, spannende Geschichten und natürlich auch biblische Geschichten, je nach Alter ...

adjutante antworten
Neubaugöre
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 11889

oh, vielen Dank für's Erklären 😘

neubaugoere antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Wenn ich ergänzen darf ...
Christenlehre ist eine Erfindung der Kirchen in der DDR, als kein Religionsunterricht in den Schulen mehr stattfinden durfte. So wurden die Kinder in kircheneigenen Räumen nachmittags nach der Schule im Glauben unterwiesen. Ich empfinde diese eigentliche Notlösung als das bessere Modell, denn so sind die Kinder gleich in die Gemeinde eingebunden. Es gingen sogar Kinder aus kirchenfernen Elternhäusern dorthin, denn die Christenlehre bot eine gute Alternative zum Pioniernachmittag.

ungehorsam antworten
Adjutante
(@adjutante)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 1980

Das ist heute auch noch so. In einigen Dörfern hatte ich etwa 95% aller Kinder (oder gar alle) der jeweiligen Orte in den Christenlehre-Gruppen.

adjutante antworten
Pinia
 Pinia
(@pinia)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 1375
Veröffentlicht von: @ungehorsam

Christenlehre ist eine Erfindung der Kirchen in der DDR,

Das ist nicht ganz richtig.
Im Westen gab es das früher auch, allerdings war es der "Unterricht" für die Konfirmierten, das erste oder die ersten beiden Jahre nach der Konfirmation.

pinia antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

War das allgemein üblich oder nur in bestimmten Gegenden oder Gemeinden?

ungehorsam antworten
Pinia
 Pinia
(@pinia)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 1375
Veröffentlicht von: @ungehorsam

War das allgemein üblich oder nur in bestimmten Gegenden oder Gemeinden?

Das weiß ich nicht, kenne es nur aus der Erzählung meiner Eltern. Sie sind beide in der Württembergischen Landeskirche aufgewachsen.

pinia antworten
Pinia
 Pinia
(@pinia)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 1375
Veröffentlicht von: @adjutante

Das ist die Arbeit mit Kindern im Alter von der 1. bis zur 6. Schulklasse,

In unserer Kirche heißt der Unterricht von der 1.-6. Klasse "Kinderunterricht"
Christenlehre findet im Gottesdienst statt, abwechselnd zum Abendmahl. Das sind so etwa 15 min am Anfang des Gottesdienstes, in denen der Pastor die gesamte Gemeinde an Inhalte des Katechismus erinnert, bzw. einzelne Teile/Sätze erklärt. Oft bringen Gemeindeglieder sogar ihren Katechismus mit oder/und sagen gemeinsam Katechismus-Stücke oder Antworten auf einzelne Fragen an. - Das ist ganz gut, dass man im Laufe des Lebens an die kurzgefassten Lehrinhalte erinnert wird, bzw. das aufgefrischt wird, was man die ganzen Jahre vor der Konfirmation gelernt hat.
Außerdem ist es gut für Gäste oder Leute, die erst nach der Konfirmation zur Gemeinde gekommen sind.

pinia antworten


Ungehorsam
Themenstarter
Beiträge : 3336

Annette Kurschus
... hängt an der Volkskirche und wolle auch an ihr festhalten. Ihr sei "kostbar, daß wir nicht aus lauter Überzeugten und Entschiedenen bestehen, sondern unsere Türen offenhalten für alle."

Quelle: Evangelische Zeitung für Niedesachsen/epd

Das kann ich so unterstreichen.

ungehorsam antworten
29 Antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193
Veröffentlicht von: @ungehorsam

... hängt an der Volkskirche und wolle auch an ihr festhalten. Ihr sei "kostbar, daß wir nicht aus lauter Überzeugten und Entschiedenen bestehen, sondern unsere Türen offenhalten für alle."

Genau das Gleiche gilt auch für Freikirchen und ist kein Alleinstellungsmerkmal der "Volkskirche".

herbstrose antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Es ist schön wenn es in deiner Freikirche so ist. Aber ob diese Aussage für alle Freikirchen gilt?

ungehorsam antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Die Aussage von Frau Kurschus gilt definitiv nicht für alle evangelischen Kirchgemeinden.

herbstrose antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Du findest überall Gemeinden/Menschen, die aus der Reihe tanzen.

ungehorsam antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17047

Finde den Fehler in Deiner Argumentation.

tristesse antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Bist du in der Position, für alle Freikirchen sprechen zu können?

ungehorsam antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Es ging doch hier um die evangelische Kirche und den Ausspruch von Frau Kurschus dazu. Meinen Hinweis dazu hast du mit einer ablenkenden Gegenfrage beantwortet, auf die ich nicht eingegangen bin. Nach deinem neuerlichen Ablenkungsversuch beschleicht mich der Verdacht, dass es dir am liebsten wäre, wenn alle deine geliebte Kirche als Nonplusultra sehen würden.

herbstrose antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Nach mehrmaligem Lesen dieses Stranges kann ich nicht erkennen, daß ich abgelenkt habe.
Mir ist bewußt, daß Unzulänglichkeiten in meiner Landeskirche zuhauf auftreten. Trotzdem fühle ich mich wohl.
So individuell wie der persönliche Glaube, so individuell sind die Präferenzen für eine bestimmte Kirche/Gemeinde.
Werbung für die EKD wollte ich hier nicht machen, auch wenn der Titel des Threads so klingt. Mir ist nur nichts Besseres eingefallen.
Ich will auch nicht Landeskirche und Freikirche gegeneinander ausspielen, mir schwebte ein sachlicher Austausch vor.
Schade, daß es hier einige persönlich nehmen.

ungehorsam antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Warum dann immer wieder der Verweis auf die Freikirchen?

herbstrose antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Der kam in diesem Strang von dir, und ich habe ihn aufgegriffen.

ungehorsam antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Dann hast du da etwas grundfalsch verstanden. Es ging darum, dass der Spruch kein Alleinstellungsmerkmal deiner Kirche ist, sondern auch für andere Gemeindearten gilt. Und dass dieses Motto nicht - wie man nach dieser Aussage von Frau Kurschus vermuten könnte - in allen evangelischen Gemeinden auch gelebt wird.

Was danach kam, war Ablenkung. Hättest ja auch einfach schreiben können, dass das stimmt, was ich schrieb. Aber nee, mit dem Finger auf andere zu zeigen war einfacher.

herbstrose antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17047

Bist Du in der Position, für alle Landeskirchen zu sprechen?

tristesse antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Bin ich natürlich nicht. Ich hatte die EKD-Ratsvorsitzende zitiert, die sich in dieser Position befindet.

ungehorsam antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17047
Veröffentlicht von: @ungehorsam

Ihr sei "kostbar, daß wir nicht aus lauter Überzeugten und Entschiedenen bestehen, sondern unsere Türen offenhalten für alle."

Es ist schön, wenn das in Deiner Landeskirche so ist.
Aber gilt das für alle Landeskirchen 🤨

tristesse antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Wenn Frau Kurschus diese Aussage in ihrer Funktion als EKD-Ratsvorsitzende gesagt hat, dann gilt das auch für alle Landeskirchen.

ungehorsam antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Wenn das für alle Landeskirchen gilt, warum wird das dann nicht in allen Gemeinden der Landeskirchen gelebt?

herbstrose antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Weil die Kirche, und jede Gemeinde, egal ob ev., kath, freikirchlich - aus Menschen besteht. Niemand ist perfekt.
Die Wirklichkeit unterscheidet sich in der Regel schon vom Anspruch. Mal mehr, mal weniger.

ungehorsam antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Und das gibt dir das Recht, von den Unzulänglichkeiten deiner eigenen Gemeinde abzulenken indem du die Unzulänglichkeiten anderer herauszuheben versuchst?

herbstrose antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Mache ich das?

ungehorsam antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Ja

herbstrose antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Dann sei bitte so geschwisterlich und zeige es mir, denn ich steh gerade auf dem Schlauch.

ungehorsam antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193
Veröffentlicht von: @ungehorsam

Dann sei bitte so geschwisterlich und zeige es mir, denn ich steh gerade auf dem Schlauch.

Hab ich gerade schon weiter oben.

herbstrose antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17047

Und sie ist in der Position für ALLE Landeskirchen sprechen zu können?

Spannend finde ich das, denn ich durfte nach Deiner Aussage nicht für alle Freikirchen sprechen (was ich mir nie anmaßen würde by the way), aber Frau Kurschus spricht für alle Landeskirchen.

Finde den Fehler.

tristesse antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Als EKD-Ratsvorsitzende ist sie in dieser Position.
Du und ich, wir können nur für unsere eigene Gemeinde sprechen.

ungehorsam antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17047

Ist sie das?

tristesse antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Das ist ihr Job. Dafür wird sie bezahlt.

ungehorsam antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17047

Na dann.

tristesse antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Dann sollte sie mal inkognito "ihre" Gemeinden besuchen. Dann wird sie sehen, dass der Hase anders läuft.

herbstrose antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Da bin ich ganz bei dir. Aber für "inkognito" ist sie zu prominent. Aber mit Perücke und Brille könnte es klappen.

ungehorsam antworten
Neubaugöre
Beiträge : 11889
Veröffentlicht von: @ungehorsam

Jetzt seid ihr dran. Ihr dürft gern ergänzen, was euch persönlich noch wichtig ist.
Ihr dürft meinen Post auch getrost zerreißen und die Vorzüge eurer Freikirche dagegenhalten.

Ich fürchte, nach einer kleinen Zeit hier kann ich deine Intention nicht mehr nachvollziehen und "etwas Gutes" zu berichten, dafür wirken deine Beiträge auf mich insgesamt mittlerweile unglaubwürdig, weil du gar nicht ein Lob im Fokus hast, wie deine Überschrift Glauben machen möchte.

neubaugoere antworten


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