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Nachhaltiges Leben - oft gar nicht so einfach


GoodFruit
Themenstarter
Beiträge : 1536

Hallo Community,

Grad tagt die Elite der Welt, um darüber zu beraten, wie wir die Klimakrise abwenden können.

Wohin wir als Weltgemeinschaft müssen, dürfte jedem klar sein. Die Welt hofft auf große Beschlüsse - aber gefordert ist auch jeder Einzelne im Sinne von Nachhaltigkeit, CO2 Einsparung etc. sein Leben zu gestalten. Auch ich bin da bemüht: Das Haus ist gedämmt, der Stromverbrauch minimiert, wir haben Solarthermie und Photovoltaik auf dem Dach.

Aber manches wäre noch möglich - und oft sind es Kleinigkeiten, die das verhindern. Darüber soll dieser Thread sein.

Ich wohne in einer Entfernung zur Arbeitsstelle, wo es problemlos möglich wäre, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren.

Da gibt es nur ein praktisches Problem: Die Strecke hat zur Hälfte einen Radweg - und die andere Hälfte geht durch einen engen, teilweise zugeparkten Ort, der Tempo 30 hat, aber als Umgehung für eine fast immer verstopfte Autobahn herhalten muss. Das Verkehrsaufkommen in diesem Nadelöhr ist also enorm.

Wenn ich ein E-Bike nehme, dann habe ich Stück gut ausgebauten Radweg - und dann muss ich auf eine enge überlastete Straße, bei der ich mit meinen Tempo 25 Höchstgeschindigkeit nicht im Verkehr mitschimmen kann. Ich bin da ein Hindernis. Tempo 30 verhindert dass man mich gefahrlos überholen kann - und doch wird das versucht, weil die "Autobahnflüchtlinge" ja weiter wollen. Das ist eine enorm gefähliche Situation.

Nun nehme ich ein Pedelec. Die Dinger fahren bis zu 45 kmh. Damit könnte ich in Tempo 30 Zonen problemlos mitschwimmen. Aber ich darf damit nicht mehr auf den Radweg und müsste zu den Autobahnumfahrern mit großen LKW Anteil auf einer unübersichtlichen Strecke (langgezogene Kurve) mit einem Fahrzeug, das klar ein Hindernis wäre.

Meine Lösung sieht aktuell so aus, dass ich mit dem Auto zur Arbeit fahre ...

Kennt Ihr das? An sich wäre es möglich, sich umweltgerechter zu verhalten - aber die umweltgerechte Lösung ist nicht gangbar, weil Gesetze sie verhindern, weil die Kleinigkeiten sich nicht harmonisieren lassen und so dann gar nichts passiert.

Ich hätte auch nichts gegen ein e-Auto wie den Citröen Ami einzuwenden. Aber mit dem mag ich mich nicht auf eine unübersichtliche Straße wagen, auf der übermüdete LKW Fahrer rumbrettern oder SUVs solche Straßenflöhe gar nicht erst auf dem Schirm haben.

Wenn Ihr mögt, dann postet hier gerne Beispiele, wo umweltgerechtes Verhalten erschwert ist und es vielleicht nur ganz kleiner Regeländerungen bedürfte (bei mir wäre es die Erlaubnis, Pedelecs auf Radwegen zu nutzen), damit eine Sache dann funktioniert.

Vielleicht habt Ihr auch Ideen, wie Kleinigkeiten viel bewirken können. Manchmal ist es ja auch nur der innere Schweinehund, der zu üerwinden ist - und wenn da der bessere Weg ne Idee einfacher gemacht wird - dann ist man da fast schon drauf und der innere Scheinehund wird gar nicht erst wach ...

Viel Spaß beim Posten und Diskutieren!

GoodFruit

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13 Antworten
ALF.MELMAC
Beiträge : 2153

In China bauen sie 200 neue Kohlekraftwerke und hier philosophiert man über E-Bikes

Für mich schwer zu verstehen

alf-melmac antworten
3 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15313
Veröffentlicht von: @alf-melmac

In China bauen sie 200 neue Kohlekraftwerke und hier philosophiert man über E-Bikes

Für mich schwer zu verstehen

Was soll da schwer zu verstehen sein?

Den CO2 Ausstoß zu reduzieren ist richtig. Neue Kohlekraftwerke zu bauen ist falsch.

Wenn ein Land giftige Chemikalien in die Nordsee pumpt wirst du ja auch nicht sagen: "Hey, gute Idee, lasst uns das genau so machen!"

lucan-7 antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1536
Veröffentlicht von: @alf-melmac

In China bauen sie 200 neue Kohlekraftwerke und hier philosophiert man über E-Bikes

Naja, Alf,

auf der einen Seite hast Du Recht: Im internationalen Vergleich wäre es fair, die Entwikclung in Deutschland mehr zu würdigen. Bei uns gehen viele Belastungen zurück - z.T. unter Einsatz erheblicher Investitionen und echtem Umdenken.

Das ist nicht überall so - und grade China ist hier ein sehr problematischer Staat. Einerseits entwickelt man dort auf hohem Niveau moderne Technik. Habe grad einen Bericht über die Entwicklung von e-Autos in China gelesen, wo man von den Konzepten her offener und erfolgreicher agiert, als wie das in Deutschland der Fall ist. Batterien zum Wechseln statt lange Strom zu "tanken" - was liegt näher? e-Autos, die 1000 km ohne nachzuladen schaffen - wer will da noch nen Verbrenner? Aber China braucht eben auch gewaltige Mengen an Strom - und die werden ziemlich dreckig produziert.

Ich tue mich da schwer, überhaupt irgendetwas Vorbildliches in China auszumachen - außer dass man Technologien viel schneller realisiert und an den Markt bringt, als wie das bei uns der Fall ist.

Warum ich mölichst so leben möchte, dass mein CO2-Abdrcuk so gering wie möglich bleibt? Nun, das ist doch ein schönes Ziel. Und im derzeitigen internationalen Kontext ist es auch ein ökonomisches Ziel, sowohl privat wie auch volkswirtschaftlich.

Ich schaue mir an, was geht und versuche es zu realisieren.

Und da ist mein Problem: Oft gäbe es noch viele Dinge, die man tun könnte - allein es gibt da Schweirigkeiten, die nicht sein müssten, Disharmonien in überkommenen und neuen Konzepten, alte Zöpfe, die Neuerungen verhindern etc.

Und darüber möchte ich hier reden.
Wie können wir Blockaden beim Umstieg in umweltfreundlichere Techniken und umweltfreundlciheres Leben erkennen und beseitigen?

Oft ist es nicht fehlende Technologie sondern entweder die Verfügbarkeit dieser Technologie am Markt (obwohl sie längst makrtreif eintwickelt ist) oder aber es gibt Hindernisse beim Einsatz der neuen Technologien, die nicht sien müssten.

Um ein weiteres Beispiel zu bingen vom e-Bike zum e-Auto:
Auch hier bin ich grundsätzlich interessiert. Im Sommer könnten wir von der eigenen Photovoltaikanlage "tanken" - aber weil wir meist nur kurze Strecken mit dem Auto fahren (unter 12.000 km /Jahr), erreichen wir einen ökonomischen Break-even mit dem e-Auot wohl nie. Dann müssen wir aber auch wieder gelegentlich sehr lange Strecken fahren, wo ein e-Auto denkbar ungünstig ist.

Ein e-Auto könnte also schwerlich ein vorhandenes Auto ersetzen - aber als zusätzliche Option wäre es ne Möglichkeit. In Frankreich kann man die Autonummer von einem Auto zum anderen umstecken. So wird die Nutzung vieler Autos dann wirtschaftlicher. Ich kenne jemanden, der im Elsass lebt und sich morgens überlegt: welches Auto nehme ich denn nun - und dann kann er wählen zwischen einem SUV für den Winter, einem every-Day-Allerweltsauto und nem Cabrio für schöne Tage.

Würde es die e-Mobilität fördern, wenn ich mich morgens entscheiden kann: fahre ich elektrisch oder mit nem Verbrenner zur Arbeit - oder nehme ich das Pedelec?

Vielleicht braucht es das alles nicht und ich währe mit einem eAuto rundrum glücklich. Aber diese Erfahrung würde ich gerne erst einmal machen. Beim Spiegel gibt es grad einen Bericht von den Leiden eines i3 Fahrers (i3 ist ein cooles kleines e-Auto von BMW) auf dem Land. Leider ist der Artikel hinter einer Paywall verborgen.

Ich denke, dass große Fortschritte möglich wären, wenn jemand mal analysieren würde, was die Menschen von einem Umstieg in modernere Technologien abhält. Und ich bin mir aboslut sicher, dass man eine Vielzahl an leicht zu beseitigenden Hürden finden würde, derer Beiseitigung mehr Effektivität hätten als viele neue Gesetze und Förderungen.

goodfruit antworten
Tineli
(@tineli)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1367

Nur weil andere es falsch machen, sollte man die eigenen Anstrengungen nicht runterfahren.
Weil andere ihren Müll in den Wald werfen, sollte man das nicht auch machen.
Gruß, Tineli

tineli antworten


Herbstrose
Beiträge : 14193

Nun nehme ich ein Pedelec. Die Dinger fahren bis zu 45 kmh. Damit könnte ich in Tempo 30 Zonen problemlos mitschwimmen. Aber ich darf damit nicht mehr auf den Radweg und müsste zu den Autobahnumfahrern mit großen LKW Anteil auf einer unübersichtlichen Strecke (langgezogene Kurve) mit einem Fahrzeug, das klar ein Hindernis wäre.

Wir hier können deine Situation nicht ändern, aber du. Stell eine Petition auf die Beine, die die Durchfahrt für LKW verbietet, und reich sie ein.

herbstrose antworten
2 Antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1536
Veröffentlicht von: @herbstrose

Wir hier können deine Situation nicht ändern, aber du. Stell eine Petition auf die Beine, die die Durchfahrt für LKW verbietet, und reich sie ein.

Es gab wohl mal eine Initiative für eine Umgehungsstraße. Aber das wird wohl eher nichts. Die Autobahn wird in unserem Bereich grad ausgebaut. Bleibt zu hoffen, dass hinterher es keinen Grund mehr für die Umfahrung von Staus durch die Ortschaften gibt. Aber da gehen noch ein paar Jahre ins Land ...

Ich bin ja auch nicht grundsätzlich gegen LKWs - wer versogrt sein möchte, der muss auch mit LKWs leben. Aber wenn ich e-Bikes fördern möchte, dann muss es auch entsprechende sichere Wege dafür geben.

Aktuell ist es nach der Gesetzeslage verboten, Pedelecs auf Radwegen zu nutzen. Das sind im Grunde genommen motorisierte Kleinkrafträder, die für die Nutzung von Radwegen zu schnell sind. Wenn ich aber so ein Pedelec auf dem Radweg nutzen würde und dabei mit meiner Geschwindigkeit unter 25 km/h bleibe, dann wäre das für mich eine Lösung - weil dann könnte ich im Verkehr dort, wo ich mir die Straße mit vielen deutlich stärkeren Fahrzeugen teilen muss, einfach bei deren Tempo "mitschwimmen", was immer eine wichtiger Sicherheitsaspekt ist. Das wäre meine favorisierte Lösung. Rein rechtlich wäre aber wohl Dein Vorschlag leichter umsetzbar (das sage ich als Nicht-Experte) - auch wenn der praktisch hier gradezu unmöglich umsetzbar wäre.

goodfruit antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Dann schließ dich dem ADFC an.

Von vornherein zu sagen, es geht nicht, ist vielleicht bequem, ändert aber nichts. Also raus aus der Komfortzone und für sichere Radwege kämpfen!

Was meinst du, wie wir zu unseren Fahrradstraßen gekommen sind?!

herbstrose antworten
BeLu
Beiträge : 4121
Veröffentlicht von: @goodfruit

Wenn ich ein E-Bike nehme, dann habe ich Stück gut ausgebauten Radweg - und dann muss ich auf eine enge überlastete Straße, bei der ich mit meinen Tempo 25 Höchstgeschindigkeit nicht im Verkehr mitschimmen kann. Ich bin da ein Hindernis. Tempo 30 verhindert dass man mich gefahrlos überholen kann - und doch wird das versucht, weil die "Autobahnflüchtlinge" ja weiter wollen. Das ist eine enorm gefähliche Situation.

Tipp von einem Radfahrer, der auch regelmäßig zwischen Autos unterwegs ist: Nicht zu nah am Rand fahren. Wenn man zu nah am Rand fährt, läd das geradezu dazu ein, trotz zu wenig Platz doch zu überholen. Wenn man etwas weiter zur Mitte der Fahrspur fährt (1m Abstand zum Bordstein), hat sich das mit dem Überholen bei Gegenverkehr zumindest erledigt. Dann fahren die Autos statt 30 eben 25.

belu antworten
3 Antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1536
Veröffentlicht von: @belu

Dann fahren die Autos statt 30 eben 25.

Ja, so müsste das sein. Allerdings braucht das schon ne große Portion an Selbstvertrauen und Selbstsicherheit, die ich als jemand, der aktuell sehr selten mit dem Rad unterwegs bin, nicht habe. Ich bin dann nicht nur ein Hindernis, sondern fühle mich auch so - und das ist mir ehrlich gesagt ziemlich unangenehm.

goodfruit antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Ich stelle dir mal einen Sack Selbstbewusstsein hin.

herbstrose antworten
BeLu
(@belu)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4121

Kann ich durchaus verstehen. Paradoxerweise ist man jedoch wohl sicherer, wenn man tatsächlich etwas weiter mittig auf der Fahrbahn fährt. Denn zum Einen wird man dann überhaupt besser wahrgenommen, zum Anderen ist es dann für nachfolgende Autofahrer offensichtlich, dass sie auch bei deutlicher Unterschreitung des vorgeschriebenen Seitenabstands nicht bei Gegenverkehr überholen können. Das Selbstvertrauen, das so durchzuziehen, bekommt man aber wohl nur mit regelmäßiger Praxis.

belu antworten


ALF.MELMAC
Beiträge : 2153

so geht abkassieren

https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/strompreis-deutsche-zahlen-weltweit-fast-die-hoechsten-preise-a-efd023db-3036-4f02-9948-ed6ae5c5bdfe

"Deutsche Verbraucher geben im internationalen Vergleich enorm viel Geld für Strom aus. Das zeigt eine Analyse von 133 Ländern, die das Vergleichsportal Verivox mit kaufkraftbereinigten Daten des Energiedienstes Global Petrol Prices durchgeführt hat und die dem SPIEGEL vorliegt.

Insgesamt liegt die Bundesrepublik im internationalen Ranking auf Platz 15. Die meisten Staaten mit noch höheren Strompreisen sind krisengeschüttelte Entwicklungsländer wie Ruanda, Sierra Leone oder Burkina Faso, in denen sich manche Einwohner gar keine Elektrizität leisten können."

Das mußt du aber gut finden, sonst bist du evt Rechtspopulist..😈😈😈

Nachtrag vom 08.11.2021 1243
https://www.verivox.de/strom/verbraucheratlas/strompreise-weltweit/

alf-melmac antworten
1 Antwort
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 5960
Veröffentlicht von: @alf-melmac

Das mußt du aber gut finden, sonst bist du evt Rechtspopulist..😈😈😈

Wieso?

Mir ist auch nicht ganz klar, was das mit dem Thema des Threads zu tun hat.

alescha antworten
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